Inhalt

Italien Anfang der 90iger. In einer Spielhalle trifft Schüler Ignacio auf die hübsche Tere und ist sofort ihrem Charme unterlegen. Er schließt sich deren Freundeskreis an und gerät auf die schiefe Bahn. Sie überfallen diverse Läden und werden von der Polizei gesucht…

Fazit

Mit „Outlaws“ hat Netflix mal einen etwas anderen Film über das Erwachsenwerden im Programm. Statt seichter Komödie und eitel Sonnenschein, gab es hier eine weitaus dramatischere Skizzierung von der Lage Jugendlicher, die dank guter Inszenierung aber auch prima funktionierte.

Der Streifen punktet mit vielen Details, die Erinnerungen an Urlaube in der Kindheit wecken und so einen gewissen Trigger auslösten. Während Einblicke in die amerikanische Jugendkultur ja stets ganz nett sind, ist der Retro-Charme des europäischen Settings für mich wesentlich greifbarer und lud hervorragend zum Abtauchen ein.

Die Geschichte entfaltet sich langsam, besaß aber trotzdem einen angenehmen Sog. Die Veränderung der Hauptfigur wurde anschaulich und nicht zu überhastet geschildert – schließlich hat sich unser „Nacho“ im Laufe der Handlung schon ziemlich verändert. Sehr gut kam dabei das Verhältnis zu seiner Familie, insbesondere zu seines Vaters zur Geltung. Hat er all die Jahre nicht an seinen Rückhalt oder die Anerkennung geglaubt, so wurde er in brenzligen Situationen eines Besseren belehrt.

Obwohl der Verlauf nicht immer actionreich oder hochdramatisch gestrickt war, blieb man durchwegs am Ball. Wie bereits erwähnt konnte man sich prima ins Geschehen hineindenken und dank der schönen Bilder und des eingängigen Soundtracks einfach fallen lassen. Neben einem gewissen Urlaubs-Flair begleitete uns auch stets eine angenehme Unbeschwertheit – die uns das Verhalten seiner Figuren umso mehr verstehen ließ. Man natürlich nicht jede Aktion befürworten, die meisten Entscheidungen allerdings irgendwo nachvollziehen. Man wollte seinen naiven „Helden“ auch nie wirklich böse sein und ihnen am liebsten ins Gewissen reden.

„Outlaws“ mag nur bis zu einem gewissen Grad eine Grundlage zur Identifikation bieten, punktete aber dennoch mit Nachvollziehbarkeit und dem ausgezeichneten Spiel seiner perfekt miteinander harmonierenden Akteure – die sich im Laufe der Zeit ebenso authentisch weiterentwickelten. Unterm Strich nichts Leichtgängiges für jeden Tag, aber ein rundum gelungen Abstecher in die Vergangenheit und grundsätzlich eine schöne Abwechslung zu amerikanischen Dramen ähnlicher Machart.

7,5/10

Fotocopyright: Ikiru Films / Netflix