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Schlagwort: Thriller Seite 2 von 61

Der Wendepunkt

Inhalt

Mit einem guten Gewissen könnte man Ludovico als Langweilig bezeichnen. Der Student wirkt antrieblos, menschenscheu und möchte sich am liebsten mit seinen Zeichnungen zu Hause vergraben. Als er eines Tages die ungewöhnliche Bekanntschaft mit dem Kriminellen Jack macht, wird sein Leben allerdings heftig durcheinander gewirbelt…

Fazit

Die Prämisse dieses Filmes ist so ungewöhnlich, wie gut. Nicht unbedingt sonderlich glaubwürdig, aber eine stabile Grundlage für einen unterhaltsamen Abend und eine insgesamt solide Netflix-Produktion aus Italien.

Die beiden Hauptdarsteller ergänzen sich prächtig und es macht Laune, ihnen bei ihrem Aufbau einer ungewöhnlichen Freundschaft zuzuschauen. Man hadert zwar immer ein wenig mit dem Gesamtkonstrukt, doch an vielen Stellen rückt dies problemlos in den Hintergrund und man kann den kurzweiligen Verlauf unbeschwert genießen.

Der Streifen hält stets die Balance aus seinen unterschiedlichen Genres und fährt damit bis zum bitteren Ende recht gut. Neben einem guten „Buddy“-Movie, spüren wir die „Vibes“ eines Gangsterfilmes, der sich überraschenderweise sogar um Dimensionalität bemüht. Hier sind nicht alle Handlanger loyal und vor allem deren Motive gut begründet. Zwar mag dies in einer gewissen Vorherschaubarkeit münden, dem kurzweiligen Treiben tut dies jedoch keinen Abbruch.

Zur passenden Zeit streuen die Macher sogar kleine Späße ein, die den eigentlich eher ernsteren Grundton angenehm auflockern. Dies sorgt dafür, dass man sich nicht zu ernst nahm und so größeren Unmut über mangelnde Authentizität verhindert. Man lenkt perfekt von der „Außenwelt“ ab und zeigt eine stimmige Beziehung der beiden unfreiwilligen Leidensgenossen.

„Der Wendepunkt“ mag für mich nicht unbedingt der beste Name für diesen Titel sein, hat allerdings auch nicht völlig unrecht mit seiner Bezeichnung. Das Gebotene mag nüchtern betrachtet recht absurd wirken, konnte aber durchwegs bei Laune halten und hatte – abseits seines geschichtlichen Rahmens – keine groben Schnitzer aufzuweisen. Von mir gibt es jedenfalls eine kleine Empfehlung und vor allem einen Daumen hoch für das italienische Kino – vom dem ich gerne wieder etwas Mehr auf der heimischen Leinwand sehen möchte.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Prisoners

Inhalt

Zwei kleine Mädchen verschwinden und die Panik macht sich breit. Zwar kann die Polizei innerhalb kürzester Zeit einen Tatverdächtigen festnehmen, doch muss ihn auf Mangel an eindeutigen Beweisen wieder in die Freiheit entlassen. Einer der verzweifelten Väter traut dem Kerl jedoch nicht und nimmt das Gesetz selbst in die Hand…

Fazit

„Prisoners“ gilt als hochgelobter Thriller-Geheimtipp, doch bei der damaligen Erstsichtung konnte der Funke noch nicht vollends überspringen. Am Wochenende gab es dann eine erneute Begutachtung via Prime und noch immer hat sich mein guter, aber nicht überragender Eindruck manifestieren können.

Von seiner Idee ist das Werk sicherlich nicht verkehrt gedacht und von der Inszenierung solide umgesetzt. Man konnte sich gut in die Lage der Protagonisten hineindenken und so manch fragwürdige Aktion durchaus verstehen. Seine Länge war dabei ein nett gedachtes Stilmittel, doch ein wenig mehr Straffung hätte sicherlich nicht geschadet und keineswegs bei der Identifikation mit der Lage gehindert.

Die Darsteller haben ihre Sache allesamt sehr gut und weitestgehend glaubwürdig gemacht. Besonders gut haben mir natürlich Hugh Jackman und Jake Gyllenhaal gefallen, die ihre Emotionen durchaus überzeugend zum Betrachter transferieren konnten und ungewohnt kleinlaut erschienen. Sie haben die Sache letztlich sehenswert gemacht, auch wenn die gesamte Spannungskurve unter einer gewissen Langatmigkeit gelitten hat.

„Prisoners“ ist ein guter Beitrag zum Thema Selbstjustiz, vor allem weil er das Thema recht intelligent angeht und den Zuschauer für zumindest fragwürdige Aktionen eine gewisses Verständnis abringen kann. Hier ging es weniger um Action, vielmehr um eine tiefgreifendere Zeichnung seiner Figuren und deren Emotionen rund ums Thema der verschwunden Kids. Bis zu einem gewissen Punkt war dies auch ziemlich gut gelungen, doch für meinen Geschmack hätte sich das Gezeigte etwas kürzer fassen können. Unterm Strich ein guter, aber zumindest für mich kein überragender Titel.

7/10

Fotocopyright: Tobis (Universal Pictures)

Erazer

Inhalt

John Kruger arbeitet in einem Zeugenschutzprogramm und verhilft seinen teils fragwürdigen Klienten zu neuen Identitäten. Eines Tages muss er sich um eine Dame kümmern, die in den letzten für einen Rüstungskonzern tätig war und einige Geheimnisse ans Tageslicht gefördert hat…

Fazit

„Erazer“ stand erst auf VHS, später als DVD im Regal und konnte sich nun – Prime sei Dank – in seiner bislang schönsten HD-Form auf meinem Fernseher präsentieren. Nach all den Jahren ist das Werk zwar inhaltlich nicht besser geworden, doch sein Unterhaltungsfaktor ist nachwievor gegeben.

Das Geschehen fühlt sich angenehm vertraut an und weckt Erinnerungen. Erinnerungen an die guten alten Actionfilme der 90iger und frühen 2000er – bei denen vor allem Arni noch voll in seiner Blütezeit steckte und relativ simple Mechaniken uns vollends zur Bespaßung ausgereicht haben.

Bei „Erazer“ knallt es zwar nicht an jeder Ecke, doch die gut platzierte Action macht auch heute noch Einiges her und über den simplen Plot muss man sich keinen Kopf zerbrechen. Abschalten und genießen steht hier an der Tagesordnung und über Logik möchte man sowieso nicht philosophieren – auch wenn es hier deutlich authentischer als bei vielen Weggefährten zur damaligen Zeit zur Sache ging.

Kurzweil wurde hier groß geschrieben und das Pacing war sehr gut. Es gab keine Längen und inmitten dramatischer Verfolgungsjagden auch mal kleinere Gags, die durchaus mit selbst ironischen Untertönen punkten konnten. Schwarzenegger gegenüber stand ein charismatischer James Caan, der nicht nur einen simplen Gauner verkörperte und mit seine Auftritten immer wieder begeistern konnte.

Natürlich habe ich an einen „Erazer“ andere Ansprüche als an andere Filme – und das ist wahrscheinlich auch gut so. Solche Titel dienen zur lockeren Unterhaltung und diese Aufgabe erfüllt der Streifen ohne Probleme. Manche Vertreter sind schlecht gealtert, doch der damalige Blockbuster gefällt noch immer in Sachen Optik und Kurzweil. Wer noch einmal einen ziemlich soliden „Arnie“ aus seinen glorreichen Tagen sehen will, sollte bei Gelegenheit mal bei Prime reinzappen.

7/10

Fotocopyright: Warner

The Batman (2022)

Inhalt

Der Mord am Bürgermeister sorgt für großes Entsetzen in Gotham und ruft natürlich auch Batman als Ermittler auf den Plan. Je weiter Bruce Wayne hier aber recherchiert, desto weiter gerät seine eigene Vergangenheit ins Wanken…

Fazit

Ich glaube, ich habe es zuletzt bei „Dune“ geschrieben, doch bei der Neuauflage von „Batman“ trifft dies erneut zu. Auch dieser Titel galt für mich als großer Hoffnungsträger für das angeschlagene Kinogeschäft und dennoch habe ich auf einen Release im Heimkino gewartet – den der Vertrieb bereits sehr früh angesetzt und kommuniziert hat, was dem Besuch des Lichtspielhauses in einer breiteren Form vielleicht nicht unbedingt zuträglich war.

Die Fußstapfen von Nolan waren groß und früh gab es wegen der Besetzung deutlich hörbare Unkenrufe. Ich finde Robert Pattinson zwar grundsätzlich nicht schlecht und in Werken wie „Tenet“ hat er mir sogar sehr gut gefallen, doch hier muss ich den meisten negativen Stimmen leider recht geben. Er wirkt zu blass, zeigt eine zu unbeteiligte Mine und war dem mächtigen Kostüm des dunklen Ritters nicht vollends gewachsen. Zwar verzichtete man darauf, seinen Werdegang erneut aufzuwärmen, doch vielleicht hätten ein paar kurze Rückblenden oder Dialoge seine Figur etwas glaubhafter ausbauen können. So sah man einfach einen traurigen Jungen, der – warum auch immer – in einen gepanzerten Dress schlüpft und Vergeltung auszuüben möchte. Klar hat er hierbei verständliche Motive, doch seine komplette Haltung und Gestik überzeugte mich nicht von seinem höheren Ansinnen.

Abgesehen davon war der Film einen Ticken zu lang und nicht immer gut ausbalanciert. Die düstere Optik war ansprechend, das leicht veränderte Grundkonzept (mehr Krimi statt Superhelden-Gekloppe) gefiel, doch der Funken wollte nicht überspringen. Die Handlung war für ihre Laufzeit viel zu überschaubar und die leicht unglücklich inszenierten Wendungen konnten nicht sonderlich überraschen. Vielleicht war es Absicht, aber viel zu oft war der Betrachter seinen Protagonisten einen Schritt voraus und ließ Zweifel an deren toller Detektivarbeit aufkommen. Man wurde von manch dramatisch in Szene gesetzten Momenten überhaupt nicht abgeholt verdrehte die Augen. Allgemein wäre weniger Konversation dem Unterhaltungswert deutlich zuträglicher gewesen. Man verlor sich zu oft in langen Ausführungen – was besonders beim Finale schmerzlich spürbar gewesen war. Man schien vor lauter Gelabere gar keinen Abschluss mehr finden zu wollen – obwohl die eigentliche Show (die relativ bescheiden ausfiel) schon gelaufen war.

Ich liebe das „Batman“-Franchise und ging völlig unvoreingenommen an das neuste Werk heran. Geboten hat sich mir ein Film, der durchaus gute Ansätze zeigte, stellenweise auch enorm gut unterhielt und sich dann wieder gravierenden Schwächen ausgesetzt sah. Irgendwie wollen viele Zahnrädchen nicht vollumfänglich ineinander greifen und das Timing erschien oft nicht gut. Zu lange Dialoge, eine zu simple Grundgeschichte und wenig charismatische Figuren konnten sich nicht gegen die überlange Laufzeit behaupten. Herausgekommen ist – aller Kritik zum Trotze – ein ordentlicher Streifen, der jedoch gegen ein zu großes Erbe ankämpfen musste und im direkten Vergleich nur scheitern konnte. Ehrlich gesagt hätte ich auch keine Idee für eine andere Hauptbesetzung gehabt und so bleibt nur zu hoffen, dass sich Pattinson in seiner Trilogie noch einen gewaltigen Ticken steigern kann. Noch fehlt es mir an Charisma, dass bisher alle Batmans irgendwo vorzuweisen hatten.

7/10

Fotocopyright: Warner

A History of Violence

Inhalt

Durch einen dramatischen Zwischenfall rückt der schüchterne Kellner Tom Stall unverhofft in die Öffentlichkeit. Er hat in Notwehr zwei Gangster erschossen und wird zum Held seiner Gemeinde. Leider lockt dieser Ruhm auch alte Geschäftspartner auf den Plan – denen Tom unter einem anderen Namen bekannt ist…

Fazit

Selten war ein Titel trefflicher als hier. „A History of Violence“ ist tatsächlich voller Gewalt – aber nicht nur dem reinen Selbstzweck wegen. Vielmehr macht er uns gewisse Abläufe klar und zeigt auf einfach verständliche Weise, wie sich diese Spirale entwickelt.

Streng genommen gewinnt die Story an sich keinen Blumentopf, doch Cronenberg gelingt den eigentlich simplen Plot spannend und unterhaltsam zu präsentieren. Natürlich lag dies auch an den guten Darstellern, die keinen Grund zur Klage gaben und perfekt miteinander harmonierten. Sei es ein Viggo Mortensen in der Haupt- oder eine verführerische Maria Bello in einer Nebenrolle – die Chemie aller Beteiligten hat gepasst und das Zuschauen machte Laune.

Der Erzählfluss war super und die knappen 1,5 Stunden vergingen angenehm kurzweilig. Es gab trotz gewisser Vorhersehbarkeiten keine nennenswerten Längen und uninteressant wurde das Geschehen nie. Sicherlich konnte man die Dinge nach einer gewissen Zeit recht einfach miteinander kombinieren und auch das konsequente Finale überraschte nicht mit krassen Wendungen – dennoch gab es hier einen hohen Unterhaltungswert mit kleinen derberen Momenten.

„A History of Violence“ mag nicht das beste Werk von Cronenberg markieren, reiht sich mit seiner Kurzweiligkeit für mich dennoch recht weit oben in seiner Filmografie ein. Auch rechne ich dem Titel seine eher einfache und dennoch packende Struktur an und mag den Kontrast zu seinen teils arg kopflastigen Kunststücken. Wer einen schnörkellosen Actionstreifen für Zwischendurch sucht, liegt hier jedenfalls richtig.

7,5/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

Rise of the Footsoldier – Origins

Inhalt

Desillusioniert und ein wenig gebrochen, waren Tony und seine Freunde seinerzeit aus dem Falklandkrieg zurückgekehrt und konnten kaum etwas mit sich anfangen. Jahre später erhalten sie per Zufall einen Job als Türsteher und sehen darin die große Chance endlich zum großen Geld zu kommen…

Fazit

Wirklich viel Neues erzählen uns die Macher hier eigentlich nicht – liefern uns aber mehr von dem, was wir Genrefans so an dieser Reihe lieben. Erneut gibt es kernige Typen, satte Kloppereien und ein ernster Grundton. Zwar schwächelt auch hier wieder die deutsche Synchronisation, aber immerhin bekommen wir diesen Titel überhaupt in unserer Sprachfassung präsentiert und müssen die kleine Kröte daher schlucken.

Der Film war unterm Strich weder sonderlich originell, denn technisch überragend gemacht, doch der Unterhaltungswert hat gepasst. Man kam schnell in das Geschehen rein und es war auch keine Minute langweilig. Natürlich folgte man stets den mehrfach bewährten Mustern, Längen waren bei deren Verfolgung trotzdem nicht zu verzeichnen. Es machte Spaß, Tony und seinen schrägen Kumpanen zu folgen und vor allem dessen fragwürdigen Entscheidungen beizuwohnen.

Es mag dämlich klingen, aber irgendwie erinnerte mich das Werk streckenweise arg an eine Daily-Soap – was allerdings nicht negativ zu verstehen ist. Die Dialoge, das Acting und die Aufmachung der Figuren luden teils zum fremdschämen ein, aber dennoch blieb man jederzeit gebannt am Ball und ein paar kleinere Gewaltexzesse holten uns sowieso wieder zur deftigen Grundthematik zurück. Durch seinen relativ einfachen Look wurde eine gewisse Authentizität perfekt unterstrichen und das Ding fühlte sich angenehm rau an.

Die „Footsolider“-Reihe ist für ein spezielles Publikum gemacht und da möchte ich mich da gerne mit einschließen. Bei diesen Titeln schaue ich gerne über technische Mängel hinweg und lasse mich von der Unterwelt Englands faszinieren. All das klappt hier wieder ganz hervorragend und von deshalb gibt es für Fans eine erneute Empfehlung. Zum echten Top-Kracher fehlt ein bisschen was, doch für einen gelungen Abend passt für mich alles.

7,5/10

Fotocopyright: Busch Media Group

Small Engine Repair

Inhalt

Da das letzte gemeinsame Zusammenkommen in einem heftigen Streit endete, habe sich drei Freunde schon länger nicht mehr sehen wollen. Die Situation schien verfahren, die Hürden unüberwindbar. Eines Tages jedoch finden sie sich – unter Vorspiegelung falscher Tatsachen – wieder zusammen und Einer bittet die Gruppe um einen verzweifelten Gefallen…

Fazit

Filme über die Freundschaft von Männern gibt es wie Sand am Meer, doch „Small Engine Repair“ stach trotz vieler vertrauter Elemente äußerst positiv hervor. Zwar gewinnt die Handlung erst im letzten Drittel an Brisanz, doch bis dorthin ging es keineswegs langweilig zur Sache und man zeichnete ein unterhaltsames Portrait von Typen in ihren besten Jahren – und wie sie miteinander verbandelt sind.

Man konnte sich gut in die sympathischen Figuren hineindenken und vor allem ihre Beziehung zueinander gut verstehen. Die Streitereien waren dabei so dämlich, wie alltäglich und das Zusammenraufen dann dennoch selbstverständlich. Man verstand wie der Hase läuft, wie dieses Dreieck funktioniert und versank dabei angenehm im Geschehen. Es entwickelte sich ein ordentlicher Sog, bei dem das aufreibende und kontrastreiche Finale nicht vollends deplatziert wirkte.

Man konnte sich sicherlich über den Ausgang der Geschichte streiten, doch irgendwo waren die Macher hier auch sehr konsequent. Ich hätte mir als unbedarfter Zuschauer etwas mehr „Befriedigung“ erhofft – habe aber gemerkt, dass der Fokus deutlich auf der Männerfreundschaft und weniger auf der Rache lag. Im Nachhinein hat uns der ganze Schlusspart wenig bis gar nicht voran gebracht, immerhin aber einen glaubwürdigen Abgang aufs Parkett gelegt.

Über weite Teile war „Small Engine Repair“ sicherlich eine simple Ansammlung von wenig gehaltvollen Männerkonversationen, doch irgendwie gab es dem Streifen auch einen sympathischen und greifbaren Anstrich. Zwar hätte ich mir einen derberen Ausgang gewünscht, respektiere aber den hier eingeschlagenen und eigentlich gar nicht mal so unintelligenten Weg. Unterm Strich ein sehenswerter Titel mit guter Balance aus gediegener Proll-Unterhaltung und ordentlichem Tiefgang.

7,5/10

Fotocopyright: Vertical Entertainment

The In Between

Inhalt

Seit dem Unfalltod ihres Freundes ist Tessa völlig in sich gekehrt. Per Zufall lernt sie jedoch eine alte Dame kennen, die an übersinnliche Phänome und vor allem an den Kontakt zu den Toten glaubt. Plötzlich scheinen kleinere Nebensächlichkeiten einen größeren Sinn zu ergeben und Tessa glaubt, dass ihr Geliebter noch einmal mit ihr sprechen möchte…

Fazit

Dieser Titel hat mich am gestriegen Abend beim ersten Blick auf die Startseite von Netflix begrüßt und mir zunächst einen weiteren Teil der unterhaltsamen „Kissing Booth“-Reihe suggeriert, bis ich mir Namen und Inhaltsangabe etwas genauer angeschaut habe. Zwar wirkt auch hier wieder die bezaubernde Joey King mit, doch mit der erfolgreichen Komödien-Reihe hatte der Rest leider wenig am Hut.

Erwartet habe ich einen Film im Stil von „Ghost – Nachricht von Sam“, erhalten habe ich allerdings eine behäbige Schnulze, die trotz ihrer mysteriös-angehauchten Thematik erstaunlich wenig Geisteraufkommen zu bieten hatte. Während sich die erste halbe Stunde noch relativ geschmeidig wegschauen ließ, war irgendwann klar, dass man sein ruhiges Fahrwasser nicht verließ und gar nicht so sehr auf übernatürliche Elemente abzielte – allerdings auch als Liebes-Drama zu wenig mitreißen konnte.

Es ging um ein gebrochenes Mädchen, das langsam wieder zur Normalität und dem Leben ohne seinen geliebten Partner zurückfindet. Mit vielen Rückblenden wurde deren aufkeimende Beziehung skizziert, jedoch sehr träge und insgesamt leider auch ein wenig austauschbar präsentiert. Man hat alles irgendwo schon einmal gesehen und zumeist auch etwas unterhaltsamer erlebt. Der Streifen setzt nur wenig auf Humor und wollte eher das Herz erobern – was ihm leider nicht gelang und mich Emotional überhaupt nicht berühren konnte.

Der Film mag seine Fans finden, doch ich gehöre nicht zur anvisierten Zielgruppe. Ich wollte dem Teil eine Chance geben – schließlich fand man in der Jugend auch ein „Ghost“ nicht übel – doch der Funke sprang beim besten Willen nicht über. Der Anfang war in Ordnung, doch dann stellte sich die gepflegte Langweile ein und das Gebotene wirkte immer beliebiger. Es gab einfach nichts Neues und selbst die vertrauten Elemente waren nicht sonderlich aufregend abgelichtet. Technisch war der Titel in Ordnung, von der Handlung ließ er mich trotz aller Bemühungen und gutem Willen schlichtweg kalt. Sicherlich kein richtig schlechter Film, aber einfach nicht mein Ding.

5/10

Fotocopyright: Netflix

Mr. Nobody

Inhalt

Ein alter Mann liegt im Sterben und lässt sein Leben noch einmal an sich vorrüber ziehen. Schon als kleiner Junge konnte er offenbar die Zukunft vorausahnen und hat seine Entscheidungen stets bewußt aller Konsequenzen treffen können. Bei all seinen vielen Erinnerungen verschwimmen jedoch die Grenzen und es ist nicht immer klar, welcher Weg nun tatsächlich von ihm eingeschlagen wurde…

Fazit

„Mr. Nobody“ war ein schwieriger Film. Nicht unbedingt schlecht, aber von seiner Machart irgendwie nicht einfach zu greifen und noch komplizierter hieraus eine halbwegs passable Inhaltsangabe zu formulieren. Eigentlich wollte ich den Streifen bereits nach wenigen Minuten ausschalten, doch dann hat seine zerfahrene Erzählweise eine seltsame Anzieheungskraft ausüben können und ich ließ die knappen 2,5 Stunden vor meinen Augen ablaufen.

Die Geschichte war weder chronologisch, noch auf einer einzigen Dimensionsschiene erzählt. Man sprang nicht nur wild zwischen Kindheit und Erwachsenenalter hin und her, sondern zeigt immer wieder abweichende Lebensverläufe unseres Hauptprotangonisten auf. Dies ist gut gedacht und sogar recht beachtlich umgesetzt, erfordert aber Aufmerksamkeit und vielleicht auch ein kleines Namensgedächtnis – denn nur so konnte man dem verwirrenden Geschehen vollumfänglich folgen.

Wie Eingangs erwähnt, fällt es mir schwer, die eigentliche Haupthandlung zu beziffern. Immer wieder gab es alternative Wege im Leben unseres „Helden“ am Ende war nicht recht klar, welchen Verlauf sein Schicksal wirklich nahm. Wahrscheinlich war es aber auch egal, da es auf das Endergebnis ankam und das berühmte „was wäre wenn“ gar nicht so kriegsentscheidend waren. Vermutlich waren alle Alternativen korrekt und der Mann ist einfach angekommen.

Jared Leto hat seine Arbeit hervorragend gemacht, wobei nicht nur er, sondern auch seine noch jüngeren Versionen ebenfalls einen Teil zum Gelingen beitrugen. Überhaupt hat mir die hochwertige, toll gefilmte Inszenierung und die kühle Vision der Zukunft außerordentlich gut gefallen. Mit seinen kraftvollen Bildern unterstrich man stets die aktuelle Gemütslage und hob gravierende Ereignisse auf ganz eigene Weise hervor. So wirkten Liebesszenen schön weichgezeichnet, ernstere Momente eher klar und kontrastreich gestaltet.

Der Weg ist das Ziel – und davon gab es hier reichlich an Spielvarianten. Man präsentierte uns viel, überzeugte damit aber nicht zu Hundertprozent. Zwar entwickelte sich nach kompliziertem Einstieg ein anständiger Sog, doch für eine höhere Wertung reicht es aus meiner Sicht nicht aus. Für meinen Geschmack hätte die Struktur etwas klarer und das Treiben überhaupt einen Ticken packender ausfallen müssen. Ich habe mich zwar nicht großartig gelangweilt, aber eben auch nicht die bleibenden Erinnerungen zurück behalten. Ein netter und gut konzipierter Streifen – sofern man sich auf das Thema einlassen und genügend Zeit mitbringen möchte.

7/10

Fotocopyright: Leonine

Life is Strange 3: True Colors (PS5)

Inhalt

Nach langer Zeit liegen sich die Alex und ihr Bruder endlich wieder in den Armen, doch die Freude ist nur von kurzer Dauer. Ein folgenschweres Ereignis wirft deren neues Leben wieder über den Haufen und es gilt fortan die Gründe hierfür aufzuklären…

Gameplay

Am ehesten würde ich „True Colors“ als Mischung aus klassischen 3D-Adventure und Walking Simulator beschreiben. Der Spieler steuert Hauptprotagonistin Alex aus der Third-Person-Perspektive und folgt einem weitestgehend vorgezeichneten Handlungs- bzw. Schauplatz-Rahmen.

In fest vorgegebener Reihenfolge klappen wir übersichtliche Locations ab, betrachten Gegenstände oder Interagieren mit Leuten. Alex besitzt darüber hinaus eine spezielle Gabe, die es ermöglicht, in Gedanken einzutauchen und so ihrem Gegenüber dann neue Dialogzeilen abzuringen. Dies ist stellenweise sogar zwingend notwendig, damit die Geschichte weitergehen kann.

Hin und wieder gibt es Dialogoptionen, die das weitere Verhältnis zur Person bzw. den Aufgang des Spiel maßgeblich beeinflussen. Das Spiel gliedert sich in 5 Kapitel und am deren jeweiligem Ende bekommen wir noch einmal einen Überblick zu unseren bisherigen Entscheidungen.

Ansonsten sind ist das Gameplay arg beschränkt und im Grunde sehr repetitiv. Bildschirme abklappern, mit Personen sprechen, Gegenstände von A nach B bringen und leider auch keine echten Rätsel lösen. Eine Erinnerung in der richtigen Reihenfolge zu rekonstruieren ist das Höchste der Gefühle und keine wirkliche Herausforderung.

Spielzeit

Wie bei vielen anderen Titeln hängt die Spielzeit wieder mal ein wenig vom eigenen Entdecker-Drang ab. Zwar sind die Schauplätze von dem Ausmaßen recht übersichtlich ausgefallen, doch viele Gegenstände können genauer betrachtet und zumeist entsprechend kommentiert werden. Da dies allerdings nicht immer sinnvoll zur Handlung beiträgt, habe ich mich irgendwann eher auf die Hauptaufgaben konzentriert und war letztlich zirka 7-8 Stunden mit dem Titel beschäftigt. Für einen Vollpreis-Gegenwert ist dies eher mau – glücklicherweise hatte ich das gute Stück mit einem Gutschein erworben.

Präsentation

Optisch und Designtechnisch war das Spiel nicht ganz so eindrucksvoll wie zuletzt „Syberia 4„, aber dennoch eine echte Augenweide auf Animationsfilm-Niveau. Die plastisch gezeichneten Figuren passten wunderbar in die detailreiche und ebenfalls auf Comic-gebürstete Optik, gaben keinen Grund zur Klage. Der Look war realistisch und doch irgendwo Abstrakt – aber genau passend, damit man sich gut in alle Figuren hineindenken und mit ihnen fühlen konnte.

Die deutsche Sprachausgabe und der Soundtrack gaben ebenfalls keinen Grund zur Klage. Die Sprecher waren passend gewählt, machten ihre Sache gut und brachten Emotionen einwandfrei rüber. Ich konnte jedenfalls auf Untertitel verzichten und habe stets gebannt den tollen Erzählern gelauscht.

Positiv

  • tolle Präsentation auf Animationsfilm-Niveau
  • interessante Geschichte
  • verschiedene Enden
  • gut gezeichnete Figuren
  • glaubwürdige Kulissen
  • schöner Soundtrack
  • fantastische deutsche Synchronisation
  • allgemein viel Liebe zum Detail

Neutral

  • Steuerung hin und wieder hakelig
  • sehr gradlinig
  • recht einfach

Negativ

  • keine großartigen Interaktionsmöglichkeiten
  • keine echten Rätsel

Fazit

Eigentlich mag ich das Spielprinzip ganz gerne, doch hatte bislang nur in den ersten Teil der Reihe kurz reingezockt und mich dann irgendwie nicht mehr darum gekümmert. „True Colors“ hat mich mit seiner tollen Präsentation direkt in seinen Bann gezogen und endlich im spannenden Szenario verweilen lassen.

Die Geschichte war gut geschrieben und vor allem charmant präsentiert. Alles fühlte sich glaubwürdig an und baute nicht nur eine solide Spannungskurve, sondern auch viel Sympathie zu den Figuren auf. Ideen wie das eingebaute LARP-Event lockerten das Treiben hervorragend auf und ließen uns im Anbetracht der eher traurigen Ausgangslage nicht vollends in Depressionen versinken.

Die mangelnden Interaktionsmöglichkeiten waren Fluch und Segen zugleich. Man konnte zwar meist nicht viel tun und war auf bestimmte Screens beschränkt, doch so kam man wenigstens immer gut voran. Das hatte mir zuletzt schon bei „Syberia 4“ ganz gut gefallen und Leerläufe vermieden. Aufgrund mangelnder Knobeleinlagen war „True Colors“ dann doch einen Ticket zu gradlinig und mehr aus Storytelling ausgerichtet – welches aber grade im letzten Kapitel ein bisschen durchhing und eine höhere Wertung vergab.

Unterm Strich ein guter Titel – wenn man weiß, was worauf man sich hier einlässt und mit den Gameplay-Einschränkungen zurecht kommt. Ich werde mir bei Gelegenheit sicherlich noch einmal die Vorgänger genauer anschauen – aber dringende Eile ist nachwievor nicht geboten. Als entspanntes Spiel für mal eben Zwischendurch sicherlich gut geeignet, aber kein absolutes Pflichtprogramm.

Grafik: 8,5/10
Sound: 8/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Square Enix

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