Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Schlagwort: Thriller (Seite 1 von 5)

Boy Missing

Inhalt

Ein Junge verschwindet und taucht kurz darauf verängstigt wieder auf. Da seine Aussagen nicht eindeutig sind, steht die Polizei vor einem Rätsel. Trotz dieser Umstände steht relativ schnell ein Verdächtiger fest, der von der Mutter des Kindes am liebsten für immer hinter Gittern verschimmelt…

Fazit

Liebhaber grundsolider Thriller liegen hier vollkommen richtig. Der Streifen ist zwar eher ruhig, entwickelt aber einen angenehmen Sog und bietet überdies auch ein paar ordentliche Wendungen. Gute Schauspieler und eine hochwertige Inszenierung runden den guten Eindruck ab und geben keinen Grund zur Klage.

Persönlich hätte ich mir vielleicht ein bisschen mehr Action oder ein etwas höheres Tempo gewünscht, unterm Strich war das Resultat dennoch weitestgehend gefällig.

Die Geschichte entwickelte sich naturgemäß nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint und hält witzige Überraschungen parat. Es war zwar alles sehr gemächlich – doch grade so ausbalanciert, um das Interesse nicht zu verlieren. Natürlich habe ich mich in ein oder zwei Momenten nach der Logik gefragt, trotzdem konnte man die Handlung hinnehmen.

Bei den Darstellern glänzte vor allem die junge Hauptfigur, der Rest ging in Ordnung. Gut besonders deren Look, denn normal anmutende Gesichter sind gerade bei solchen Filmen wesentlich glaubwürdiger als glatte Models. Die Akteure wirkten aus dem Leben gegriffen, boten Ecken und Kanten.

Gerade aus Spanien gibt es ein paar bessere Genrevertreter, doch richtig schlecht war „Boy Missing“ keinesfalls. Er hielt auf ruhige Art bei Laune und bot eine halbwegs ausgefeilte Story. Kein Highlight, aber durchaus brauchbar – und somit (wie Eingangs erwähnt) für Liebhaber nicht verkehrt.

6,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr diese Webseite durch einen Einkauf bei Amazon unterstützen. Das besprochene Produkt erhaltet Ihr über unten stehenden Link.

Boy Missing [Blu-ray]

Point Blank

Inhalt

Unfreiwillig gerät Pfleger Paul zwischen die Fronten zwischen Gangstern und Polizisten. Als ein Mordverdächtiger auf seiner Station eingeliefert wird, dauert es nicht mehr lang, bis er zum Komplizen wird…

Fazit

Mit „Point Blank“ präsentiert uns Netflix wieder so einen Film, der sich nicht richtig für eine Richtung entscheiden kann und am Ende recht unausgegoren wirkt.

Ständig schwankt der Titel zwischen Action und Komödie hin und her, konnte sich nie auf ein Genre festlegen und brachte keinen Part gut zueinander. Es fing eigentlich schon bei der merkwürdigen Musik an, die nie mit den Bildern harmonieren wollte. So gab es grundsätzlich coole Punk- oder Pop-Songs, die jedoch nie zur jeweiligen Szene passten. Das habe ich so selten und vor allem durchgängig noch nie erlebt. Ob der stümperhafte Mix so gewollt ist, vermag ich nicht zu sagen. Als Stilmittel gefällt es jedenfalls mir nicht.

Die Darsteller machen ihre Sache okay, mehr aber auch nicht. Sie agierten bestenfalls auf einfachem Serien-Niveau und somit oft zu hölzern. Ihr Auftreten erschien viel zu ernst, was – wie beim Soundtrack – nicht immer mit der jeweiligen Situation funktionieren wollte. Immerhin sorgt das gar nicht mal so gute Spiel für eine sonderbare Chemie zwischen den Hauptcharakteren, die eigentlich prima funktionierte.

Die Handlung bedient sich ungeniert beim anderen Genrevertretern, ohne deren Stärken zu übernehmen. Es war irgendwie von Anfang klar, dass ein falsches Spiel gespielt wird und die Übeltäter geben durch ihre gekünstelte Mimik ihre Hintergründe zu früh Preis. Selten konnte man sich von Anfang an seinen Figuren so sicher sein und sie so leicht einschätzen. Überraschungen blieben somit komplett aus und das war schon irgendwo sehr schade. Auch um neue Ideen war man nicht bemüht.

Die Mängelliste von „Point Blank“ ist lang und dennoch fällt das Urteil gnädig aus. Wollte ich die Sichtung nach einigen Minuten sogar abbrechen, entfaltete sich durch seine Unausgewogenheit ein seltsamer Flow, der bis zum Ende unerwartet unterhalten konnte. Die ersten halbe Stunde war wirklich für die Tonne, aber danach steigerte sich zumindest der Unterhaltungsfaktor und man blieb dran. Nachdem man sich innerlich mit dem Trash abgefunden hatte, war das Ergebnis ganz in Ordnung – und dennoch weit von echten Knüllern entfernt. Netflix bietet uns so viele Highlights, da darf es auch mal sowas seichtes für Zwischendurch sein.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80221677

Jo Pil-ho: Der Anbruch der Rache

Inhalt

Jo Pil-ho ist ein Cop, der hin und wieder die Hand aufhält und manchmal seine eigene Auffassung von Gerechtigkeit hat. Eines Tages wird er verhaftet und ihm der Brand eines Polizeilagers vorgeworfen. Zwar war Jo Pil-ho schon an Ort und Stelle, will aber seine Unschuld diesbezüglich beweißen…

Fazit

Nach all den – in letzter Zeit überwiegend spanischen Filmen – muss ich etwas zu den Wurzeln dieser Seite zurückkehren und habe mir dafür am gestrigen Abend mal wieder ein Werk aus Südkorea zu Gemüte geführt.

Netflix hatte sich die internationalen Rechte an „Jo Pil-ho“ gesichtet – und das war, was den Film betrifft vielleicht auch die beste Entscheidung für ihn. Das Teil ist grundsätzlich nicht schlecht und unterhält ganz ordentlich, aber es gab wenig Innovation und wenig, was man den größeren Referenzen des eigenen Landes entgegen zu setzten hätte.

Der Verlauf ist überwiegend in Ordnung, gerne hätte man die ein oder andere Szenen etwas straffen und vielleicht eine Laufzeit von deutlich unter zwei Stunden erreichen können. Das hätte der allgemeinen Kurzweil und dem Tempo gut getan. So gab es immer mal wieder Momente, die den eigentlich soliden Flow ins Stocken bringen und etwas unausgereift wirken.

Der Inhalt jongliert zwischen Ernsthaftigkeit, ein wenig Komödie und vor allem auch ein bisschen Gesellschaftskritik. Mancher Seitenhieb ist erst nach kurzer Nachdenkzeit aus den Dialogen zu entnehmen und immerhin dies stellt ein kleines Alleinstellungsmerkmal gegenüber manchem Konkurrenten dar. Arg politisch ist der Titel auf keinen Fall, aber die Regierung wird durchaus kritisch angegangen.

In Sachen Action gibt es bestenfalls Standardkost, aber nichts Überragendes. Die kleinen Rangeleien waren nett choreografiert und zumeist mit etwas Witz umgesetzt. Das nimmt dem Film an Härte – wobei er grundsätzlich nicht allzu düster rüber kommen möchte und seine dramatischen Elemente nicht mit aufgesetzter Düsternis verwässert. Das Resultat diesbezüglich war ganz okay, windet sich jedoch nicht um die Austauschbarkeit herum.

Bei den Koreanern weiß man eigentlich immer, was man bekommt und so auch hier. Weder technisch, noch auf Seiten der Darsteller kann man der Produktion etwas vorwerfen und die Geschichte entfaltet sich trotz leichter Überlänge äußerst passabel. Leider gab es dabei keinerlei echte Highlights und alles wirkte fast schon zu vertraut und zu austauschbar. Letztlich also kein schlechter Film, nur eben nicht vollends Konkurrenzfähig. Nette, seichte Kost – die bei einem Streaming-Anbieter als Inklusivartikel vollkommen richtig aufgehoben ist und nebenbei mal schnell und günstig weggeschaut ist.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80244640

Don’t Let Go

Inhalt

Jack Radcliff ist Cop und wie ein Vater für seine junge Nichte. Als die Kleine und deren Familie kaltblütig umgebracht wird, bricht für Jack eine Welt zusammen. Zwar übernimmt sein Partner die Ermittlungen, doch entgegen des Rates seines Chef recherchiert er selbst in dem Fall. Er bekommt die Puzzlestücke einfach nicht zusammen, bis auf einmal sein Telefon klingelt und die Stimme der Ermordeten auf der anderen Gesprächsseite ist..

Fazit

Mit seiner Prämisse rangiert „Don’t Let Go“ irgendwo zwischen „Butterfly Effect“ und „Frequency“ ohne deren starken Momente zu kopieren. Man hat die Geschichte also schon einige Male gesehen – und dies zumeist etwas besser.

Unterm Strich war „Don’t Let Go“ allerdings kein schlechter Film. Trotz Innovationsarmut konnte er durchgehend passabel bei Laune halten und leistete sich keine größeren Ausreißer. Einige Lücken bzw. die allgemein zweifelhafte Glaubwürdigkeit sind dem zu Grunde liegenden Kern geschuldet und ziehen keine Punkte in der Bewertung ab.

In meinen Augen lag das größte Manko in der Ausdruckslage der Akteure geschuldet. Alle agierten ganz ordentlich, aber so richtig abgeholt hat mich das Ganze nicht. Bei beispielsweise „Frequency“ konnte mich nicht nur in die Rollen hineinversetzten, sondern wurde auch gefühlstechnisch total mitgenommen. Durch die Bindung zu den Darstellern baute sich ein unglaublich dichter Bann auf, der hier leider vollkommen ausgeblieben ist. Sicherlich wollte man wissen, wie es weitergeht und wer der Täter ist – die Figuren ließen hingegen etwas kalt.

Zweites – immerhin deutlich kleineres – Problem, betrifft die Technik. Der Titel strotzt vor Filtern und Unschärfen, was mich zumindest zu Beginn sichtlich genervt hat. Irgendwie schien der Fokus nicht immer zu sitzen – oder Jemand hielt die falschen Schärfeeinstellungen wohl für ein modernes Stilmittel. Der Soundtrack hingegen war unauffällig und kaum kaum der Rede wert.

„Don’t Let Go“ macht wenig falsch, wirkt aber insgesamt kühl und uninspiriert. Gegen die recycelte Thematik habe ich erst einmal nichts, jedoch hätte die Umsetzung etwas packender und unvorhersehbarer sein können. Letztlich ein solider, durchaus schaubarer Titel, der nicht im Ansatz mit den Referenzen im Genre mithalten kann.

5,5/10

Fotocopyright: Blumehouse Productions

Jeder gegen Jeden

Inhalt

Eine Gruppe von Gangstern überfällt eine Bank und hat diesen Streifzug perfekt ausgetüftelt. Sie räumen die Schließfächer aus, während die Geiseln mit Sprengstoff bestückt werden und ein anderer Trupp einen Tunnel in die Freiheit gräbt. Alles läuft nach Plan, bis eine Bankangestellte einen Deal anbietet…

Fazit

Bei spanischen Produktionen dieser Machart, muss ich unweigerlich an „Haus des Geldes“ denken – welches mich wiederum sehr deutlich an „Inside Men“ erinnerte. Die Ausgangslage ist somit nicht sonderlich neu, aber immerhin grundsolide in Szene gesetzt.

Wie das FSK12-Logo auf dem Cover irgendwie schon erahnen ließ, geht es relativ unblutig und mit wenig Action zur Sache. Der Film ist eher ruhig und dialoglastig, lässt den Zuschauer zum Betrachter eines gut ausgeloteten Planes werden. Über weite Teile hält das schon bei Laune, doch so richtig stark wird der Titel leider nie. Er plätschert vor sich hin und gibt relativ wenig zurück. Das war zwar nie wirklich übel, aber auch nie richtig aufregend gemacht. Selbst die kleinen Twists ringen höchstens ein müdes Lächeln ab und waren in ähnlicher Form schon gefühlt dutzende Male zu sehen.

Die Inszenierung hat mir insgesamt gut gefallen. Alles wirkte hochwertig und schon wie eine echte Kinoproduktion. Die Kulissen waren zwar stark eingeschränkt (die Handlung spielte größtenteils in der Bank), jedoch gut ausgestattet und glaubwürdig präsentiert.

Auch bei den Darstellern gab es nichts zu motzen. Vielleicht ist die ein oder andere Charakterentwicklung etwas zu schnell vonstatten gegangen, aber allgemein gab es an deren Leistungen nichts zu kritisieren. Es gab sogar einige Gesichter, die mir als angehenden Fan von spanischen Filmen nicht mehr vollends unbekannt erschienen.

Eigentlich mag ich gut gemachte Heist-Movies, bei denen die Action nicht unbedingt im Vordergrund steht. „Jeder gegen Jeden“ hatte diesbezüglich zwar gute Ansätze, aber eben auch zu viel Langweile am Start. Viele Aktionen waren recht belanglos und das Tempo hätte insgesamt höher ausfallen dürfen. Für meinen geringen Invest (knapp 1,50 Euro) ist das Ergebnis hinnehmbar, zum „Vollpreis“ würde ich erst recht keine Empfehlung aussprechen. Schaut den Film ruhig mal bei einem vorhandenen Streaming-Dienst – denn dafür ist er keineswegs verkehrt.

5,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr diese Webseite durch einen Einkauf bei Amazon unterstützen. Das besprochene Produkt erhaltet Ihr über unten stehenden Link.

Jeder gegen Jeden [Blu-ray]

Queen & Slim

Inhalt

Nach einem mehr oder weniger erfolgreichen Tinder-Date will Slim seine Bekanntschaft pflichtbewußt nach Hause bringen. Bei einer dabei stattfindenden Polizeikontrolle eskaliert die Situation und der Ordnungshüter geht erschossen zu Boden. Fortan ist das unfreiwillige Pärchen auf der Flucht…

Fazit

Ich vermute, dass „Queen & Slim“ in erster Linie auf gefühlt tagtägliche Missstände aufmerksam machen möchte. Die zu Grunde liegende Thematik ist nach all den Jahren immer noch hochbrisant und durchaus einer weiteren Verfilmung wert.

Der Film lebt in erster Linie von seinen hervorragenden Darstellern, die ihren Teil zum Gelingen beitragen. Ohne ihre sympathische Art hätte der Streifen vermutlich alles verspielt und seine Botschaft nicht transferieren können. Man nimmt ihnen die ungemütliche Rolle vollkommen ab und kann sich gut in ihr Schicksal hinein versetzen.

Der Zuschauer ist stets mit sich im Zwiespalt. Zwar handelt es sich bei dem Pärchen klar um Täter, aufgrund deren Umstände sieht man sie durchaus auch als tragische Opfer. Die Grenzen zwischen Recht und Gerechtigkeit verschwimmen, der ruppige Abschluss holt dann wieder auf den Boden der traurigen Tatsachen zurück. Ein nachhaltiger Schlag in die Magengrube bleibt zurück.

So insgesamt war der Streifen recht unterhaltsam, stellenweise aber auch etwas langatmig erzählt. Man nimmt sich zwar ausführlich Zeit für die Zeichnung seiner Figuren und begründet deren Verhalten ziemlich exakt – dennoch hätten es ein paar Minuten weniger auch getan.

„Queen & Slim“ ist ein wichtiger und mitreißender Beitrag zum Dauerthema Rassismus. Die Darsteller agieren wuchtig, die Handlung zieht trotz minimalen Optimierungspotential in den Bann und überwiegend regiert die Kurzweil. Wer mit der Handlung ansatzweise etwas anfangen kann, sollte mal reinschauen.

7,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr diese Webseite durch einen Einkauf bei Amazon unterstützen. Das besprochene Produkt erhaltet Ihr über unten stehenden Link.

Queen & Slim – Blu-ray

21 Bridges

Inhalt

Zwei Gangster wollen einen vermeintlichen kleinen Drogendealer bestehlen und stehen plötzlich vor mehr Kokain, als ihnen von ihrem Vermittler vorher gesagt wurde. Dummerweise stehen auch recht schnell die Cops vor der Tür und der Weg nach Draußen muss freigeschossen werden…

Fazit

Der Titel „21 Bridges“ steht für die 21 New Yorker Brücken, die für die Hatz nach den Gangstern abgesperrt wurden. Soweit so gut und nur mal so als Anekdote am Rande. Hinter diesem unscheinbaren Namen tarnt sich einer der spannendsten Cop-Thriller der letzten Zeit, bei dem wirklich jede Sekunde unterhaltsam gestrickt wurde.

Der Film kommt recht schnell zur Sache und Bedarf keiner langen Eingewöhnungsphase. Wir lernen Andre Davis (Chadwick Boseman) kennen und erfahren, dass die Hauptperson selbst mit Problemen zu kämpfen hat. Statt einem strahlenden Ritter, steht den Übeltätern also ein mindestens zwiespältige Persönlichkeit gegenüber – bei deren Aktionen sich der Zuschauer nicht immer sicher ist.

Der Verlauf ist spannend und kurzweilig. Sicherlich wieder etwas von Zufällen und relativ viel Gewalt dominiert, doch zu Gunsten der Unterhaltung kein echtes Problem. Durch seine verqueren Typen und den deftigen Schusswechseln ergibt sich ein enormer Spannungsbogen, der zu keiner Zeit durchhängt. Die Verfolgung bzw. das Aufspüren der Gesuchten ist einigermaßen glaubwürdig gestrickt und bricht sich – im Gegensatz zu manchen Konkurrenten – nicht mit riesigen Logiklücken das Genick.

Da der Streifen in der Nacht spielt, geht es überwiegend dunkel zur Sache. Mit leichten Unschärfen und stimmiger Ausleuchtung wurde das Geschehen gefällig in Szene gesetzt und gab keinen Grund zur Klage. Alle Akteure machten ihre Sache gut und das unterschwellige Knistern untereinander war deutlich zu vernehmen.

Cop-Thriller gibt es wie Sand und Meer und streng genommen, ist „21 Bridges“ auch nicht hundertprozentig originell. Seine solide Machart, seine tollen Darsteller und die hohe Kurzweil sprechen jedoch für eine uneingeschränkte Empfehlung. Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden – und wenn bekannte Versatzstücke so gelungen miteinander kombiniert werden, ist dies vollkommen legitim. Unterm Strich ein sehenswerter Genrevertreter mit hohem Spaßfaktor.

Der Film ist bereits bei Streaming-Anbietern erhältlich, die Blu-Ray kann über unten stehenden Link vorbestellt werden.

8/10

Fotocopyright: Concorde Video

Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr diese Webseite durch einen Einkauf bei Amazon unterstützen. Das besprochene Produkt erhaltet Ihr über unten stehenden Link.

21 Bridges [Blu-ray]

Diener der Dunkelheit

Inhalt

Ein seit 15 Jahren vermisstes Mädchen taucht plötzlich wieder auf und stellt die Polizei vor Rätsel. Sie war angeblich in einem Labyrinth verschwunden und musste immer wieder Aufgaben knacken, um Belohnungen zu erhalten.

Ein Privatdetektiv, der aufgrund einer seltenen Krankheit dem Tod ins Auge schaut, hat sich der Aufklärung eines alten Falles verschworen…

Fazit

Italienische Produktionen und Hollywood-Urgestein Dustin Hoffmann passen wunderbar zusammen – wie dieser Titel eindrucksvoll beweist. Zwar agiert er hier nicht an vorderster Front, dennoch sehe ich ihn immer wieder gerne und habe mich hier zudem über einen spannenden Thriller gefreut.

Wie bei vielen anderen Werken auch, ist hier Einiges passend konstruiert worden und eine logische Betrachtung fällt gelegentlich schwer. Dank des hierdurch entstehenden flüssigen Verlaufs ist dies jedoch einigermaßen zu verschmerzen und man gibt sich voll den düsteren – und zuweilen sehr bizarren Eindrücken hin.

Der Film spielt ein wenig mit verschiedenen Genres und geht bekannte Elemente mit einem anderen Betrachtungswinkel an. Beispielsweise ist hier die vermisste Person direkt aufgetaucht und die Hatz nach ihrem Peiniger steht fortan im Vordergrund. Der Hauptermittler kämpft gegen die Zeit – jedoch gegen seine eigene und nicht gegen die des Opfers.

Zuweilen hat mich „Diener der Dunkelheit“ etwas an den genialen „Donnie Darko“ erinnert, da dessen Story zum Teil ähnlich verworren und einer seiner Hauptfiguren ähnlich visualisiert wurde. Natürlich haben die beiden Werke rein gar nichts miteinander zu tun, doch als eingefleischter Filmfan zieht man im Kopf so seine Parallelen.

Letztlich war „Darko“ der größere „Mindfuck“, aber dieser Streifen ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Zuweilen gab er sich herrlich schräg und blieb dabei trotzdem extrem spannend. Trotz leichter Überlänge in keinem Moment langweilig oder lächerlich. Immer angenehm düster und mit unheilvollem Unterton. Selbst das Finale hat prima gepasst und bricht nicht mit dem bis dato etablierten Stil. Sorgt es doch für ein kleines „aha“ auf den Lippen, was bei „Vielschauern“ wie mir doch immer seltener wird.

Als Freund gut gemachter Thriller, hat mir „Diener der Dunkelheit“ wirklich gut gefallen. Bedrohlich, packend und ein wenig verrückt sind die Zutaten für eine dichte Unterhaltung mit leichtem Gruselfaktor. Eine technisch einwandfreie Inszenierung und hochkarätige Darsteller runden das nahezu tadellose Gesamtbild ab. Kritik mag die gekünstelte Handlung einstecken – der spannende Rest überspielt das mit Leichtigkeit.

8/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr diese Webseite durch einen Einkauf bei Amazon unterstützen. Das besprochene Produkt erhaltet Ihr über unten stehenden Link.

Diener der Dunkelheit [Blu-ray]

Wounds

Inhalt

Nach einer Schlägerei in seiner Bar findet Will ein Handy auf dem Boden und nimmt es mit nach Hause. Bei einem Bierchen knackt er den Entsperrcode und findet auf dem Gerät einige Dinge, die er besser nie gesehen hätte…

Fazit

An der Geschichte vermag man grundsätzlich zu zweifeln, doch zu Gunsten der Spannung nimmt man dieses Konstrukt schonmal in Kauf. Wird anderen Titeln stets mangelnde Innovation vorgeworfen, kann „Wounds“ zumindest diesbezüglich schon etwas punkten.

Die Atmosphäre des Films ist von Beginn an sehr düster und fast schon bedrohlich, was dank einer intensiven Musikuntermalung noch einmal verstärkt wird. Alles wirkt soweit recht stimmig, wären da nicht ein paar Löcher in der Handlung – die man zwar irgendwo geschluckt werden, dennoch den Eindruck ein wenig trüben. Im Grunde baut die ganze Geschichte auf solchen Kompromissen auf und bietet überdies diverse Interpretationsmöglichkeiten.

Man könnte dieses Werk als Horror-Thriller, oder einfach nur überspitze Gesellschaftskritik bezeichnen. Für Ersteres geht es trotz aller Düsternis vielleicht doch ein wenig zu blutleer und für letzteres etwas verworren zu. Man ehesten könnte man noch die fatalen Folgen von Alkoholkonsum als Fazit herbeiziehen – was mir als Einziges relativ logisch erschien und sich mit besagten Lücken gut vereinbaren ließ.

Die Darsteller gaben hin und wieder Grund zur Sorge. Bei Armie Hammer war zwischen ziemlich gut bis katastrophal alles dabei. Auch seine Partnerin Dakota Johnson rangierte zwischen nettes Beiwerk und unfreiwillig komisch, die mit der gesamtem Situation sichtlich überfordert schien. Von Zazie Beetz hätte ich hingegen gern mehr gesehen.

„Wounds“ ist eine Sache für sich. Die schwammige Kernaussage hat mir weniger, die interessante Atmosphäre hingegen passabel gefallen. Als kostenloser Inklusivtitel ging das Gebotene sicherlich in Ordnung, in der Sammlung bräuchte ich ihn allerdings nicht.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80207495

Einer gegen Alle – Trau niemals einem Dieb

Inhalt

Victor gilt als ausgezeichneter Safeknacker und wird daher von der russischen Mafia für einen Einbruch bei einer großen Schweizer Bank engagiert. Als Problem stellt sich jedoch heraus, dass er von einem der Komplizen identifiziert wird und fortan eine unfreiwillige Kooperation mit ihm erfolgen muss…

Fazit

Insbesondere Netflix hat seinen Teil dazu beigetragen, dass ich aktuell sehr gerne Produktionen aus Spanien schaue und nun habe ich sogar bei einer günstigen Blu-Ray im örtlichen Elektronikmarkt einfach mal zugeschlagen.

Glücklicherweise hat der Streifen (wie zuletzt „Left Behind“) nur knapp 1,50 Euro gekostet, denn sonst wäre die Enttäuschung vielleicht etwas größer ausfallen. „Einer gegen Alle“ bietet nicht nur einen relativ schlichten Titel, sondern auch eine relativ schlichte Handlung – die keineswegs mit den auf den Covern angepriesenen „überraschenden Wendungen“ auffahren konnte.

Es gab nichts, was man nicht schon dutzende Male gesehen hätte und prickelnd gespielt war hier auch nichts. Die für uns eher unbekannten Darsteller (es gab vielleicht 1-2 bekannte Gesichter) machten ihre Sache solide, haben aber nicht vom Hocker gehauen. Es fehlte ihnen deutlich an Ausdrucksstärke und sowieso fiel die Identifikation mit sämtlichen Beteiligten ziemlich schwer. Alle Rollen waren eher unsympathisch und teils übertrieben männlich dargestellt.

Bewußt habe ich dem Titel nicht das Stichwort „Action“ verpasst, da hiervon keine Rede sein konnte. Es geht überwiegend sehr ruhig und teils arg dialoglastig zur Sache. Trotz „Heist“-Ansatz gab es weder eine geschickte Einsatzplanung, noch eine temporeiche Verfolgungsjagd – die immerhin die meisten Vertreter des Genres zu bieten haben. Dies wirkt sich dann auch auf den allgemeinen Unterhaltungswert aus. Dieser war zwar stellenweise durchaus gegeben, dennoch habe ich hin und wieder lieber am Handy rumgespielt, statt Aufmerksam am Ball zu bleiben.

Technisch konnte man dem Titel nichts vorwerfen. Handwerklich gute Aufnahmen, nette Farbfilter und ein passabler, größtenteils unauffälliger Soundtrack rundeten den guten Eindruck diesbezüglich ab. Die deutsche Synchro war bestenfalls mittelprächtig – denn es gab hörenswerte, aber auch sehr unmotivierte Sprecher.

Nicht alles aus Spanien ist Spitzenklasse und nun haben wir so eine kleine Ausnahme. Für sich genommen war „Einer gegen Alle“ kein wirklich schlechter, sondern einfach eher ein langweilig-belangloser Film – den man nicht unbedingt gesehen haben muss. Die günstige Investition bereue ich keineswegs, aber eine Sichtung bei einem Streamingportal hätte in diesem Falle vollkommen gereicht.

5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr diese Webseite durch einen Einkauf bei Amazon unterstützen. Das besprochene Produkt erhaltet Ihr über unten stehenden Link.

Einer gegen alle – Trau niemals einem Dieb [Blu-ray]
« Ältere Beiträge