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Schlagwort: Thriller Seite 1 von 63

Brahms: The Boy II

Inhalt

Nach einem dramatischen Ereignis möchte sich eine junge Familie eine kleine Auszeit gönnen. Sie beziehen ein abgeschiedenes Ferien-Häuschen in der Nähe eines Waldes und versuchen wieder mit sich ins Reine zu kommen. Als ihr aktuell stumm gewordener Sohn eine seltsame Puppe im Wald entdeckt, sollte sich das neu geschaffene Idyll bald ändern…

Fazit

Seit Klein auf liebe ich Horrorfilme, doch außer „Chucky“ standen Titel mit Puppen noch nie besonders hoch in meiner Gunst. Zu gleichförmig, zu uninteressant und infolgedessen zu langweilig waren die meisten dieser Vertreter für mich und so habe ich das Unter-Genre eher stiefmütterlich behandelt. Der erste „The Boy“ kam jedoch irgendwann mal als Beilage einer Fernsehzeitschrift ins Haus und hatte mich doch unerwartet gut unterhalten. Gleiches habe ich mir nun vom Nachfolger erhofft und ihn gestern endlich mal in den Player legen können.

Vorweg sei gesagt, dass auch „The Boy 2“ keine wirklich neuen Impulse in die Sache bringt und ein schemenhafter Film nach bewährtem Muster war. Nicht unbedingt schlecht, aber auch ein wenig träge, uninspiriert und arg auf „Nummer sicher“ konstruiert.

Seine Ausgangslage hebt sich vielleicht ein bisschen von der breiten Maße ab, doch letztlich spielt der Rahmen auch nur eine sehr untergeordnete Rolle. Im Grunde ging es um einen subtilen Puppen-Horror, der mit den üblichen Ideen um die Ecke kam und wenig zu Erschrecken vermochte. Da sich ein eigenes Szenario bot, waren immerhin keinerlei Kenntnisse des Vorgängers erforderlich und man konnte dem Treiben gut folgen.

Während ein „Chucky“ sehr aktiv über den Bildschirm huscht, gehört „Brahms“ eher zu den ruhigeren Kollegen. Der Horror ist abermals unterschwellig und somit ebenfalls für ein jüngeres Publikum geeignet. So wechselt unser Protagonist mal heimlich die Räume oder Körperhaltung – ist aber nie dabei zu sehen und schwingt erst recht kein Messer. Er manipuliert vielmehr die Menschen um ihn herum – was spannungstechnisch jedoch nur bedingt zu überzeugen vermöchte. Vielleicht war mir das Ganze etwas zu blutleer und undramatisch gestaltet.

Technisch gab sich das Werk hingegen extrem hochwertig und gab keinen Grund zur Lage. Die Optik war auf A-Niveau und die Inszenierung fühlte sich ebenso an. Damit lag das Gezeigte weit über Mitstreitern mit ähnlicher Thematik und zumindest für mich direkt wesentlich ansprechender. Der Soundtrack war unauffällig und somit tendenziell eher in Ordnung.

Von seiner Inszenierung und von seinen Darstellern ist „The Boy 2“ eine hochwertige Angelegenheit, doch der grundsätzlich äußerst stabile Rest kommt da nicht ganz mit. Die Macher liefern uns hier eine Standardwerk, welches zwar passabel unterhielt, aber nirgends so recht hervorstechen wollte. Genrefans dürfen reinschauen, der Rest getrost ignorieren.

5,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Gray Dawn (PC)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Priesters, der mit dem Verschwinden eines Kindes in Zusammenhang gebracht wird und dieses Missverständnis aufzuklären versucht. Dabei kämpft er aber in erster Linie gegen seine eigenen Dämonen…

Gameplay

„Gray Dawn“ ist ein klassischer „Walking Simulator“, der seinen Fokus klar auf das Erzählen seiner zuweilen recht bizarren Geschichte legt. Der Spieler kann weder sterben, noch sollte er sich zu lange an den kleinen Rätseln auf Wimmelbild-Niveau aufhängen.

Das Spiel ist gradlinig und lädt nur selten zum Verlaufen ein. Die Anzahl der Schauplätze ist obendrein recht eingeschränkt, womit uns lange Laufwege erspart bleiben.

Bei den Kopfnüssen gilt es meist darum, die richtigen Knöpfe in der richtigen Kombination zu drücken – was aufgrund der einfachen Aufgaben kein echtes Problem stellt und simples herumklicken dann schnell zum Erfolg führt.

Spielzeit

Nach rund 3,5 Stunden ist der Abspann über den Bildschirm geflackert. Bei einem Invest von knapp 2 Euro (Steam-Key) war die kompakte Spielzeit absolut zu verschmerzen – denn großartig Leerlauf gab es zum Glück nicht. Gegen Ende fühlt sich das Geschehen zwar leicht gestreckt an, doch die Macher schufen ein insgeamt zufriedenstellendes Ergebnis.

Präsentation

Vor allem Optisch hat das Spiel so Einiges auf dem Kasten. Das komplette Art-Design war originell und grafisch erstklassig in Szene gesetzt. Innenaufnahmen, sowie Außenareale wirkten jedoch so realistisch, dass sich die puppenhaften Figuren darin fast schon wie Fremdkörper anfühlten. Das störte die Immersion ein wenig und sorgt für einen halben Punkt Abzug bei der Technik.

Die Musik hielt sich meist angenehm zurück, dreht zu den passenden Momenten aber ordentlich auf. Die englische Sprachausgabe war gut, auch wenn nicht alle Kommentare zur jeweiligen Situation angemessen erschienen.

Positiv

  • schöne audiovisuelle Präsentation
  • ausgefallene Design-Elemente
  • detailreiche Kulissen
  • guter Spielfluss, keine Hänger
  • ein paar nette Rätsel…

Neutral

  • … ein paar viel zu simple Rätsel
  • recht viel religiöse Symbolik sicherlich nicht Jedermanns Geschmack
  • vorhersehbare Jumpscars

Negativ

  • Figuren passen nicht ganz zum restlichen Grafikstil
  • beschränkte Interaktion, selbst bei Rätseln
  • kleinere Bugs (Trigger können erneut aktiviert werden)

Fazit

Grundsätzlich ist „Gray Dawn“ ein interessanter Kandidat für Liebhaber guter Story-Spiele. Die allgegenwärtige religiös angehauchte Thematik und ein paar überdrehte Bilder mögen möglicherweise abschrecken – weshalb ich die vorherige Sichtung eines Trailers ans Herz legen möchte.

Mir hat der Tripp (teilweise im wortwörtlichen Sinne) insgesamt recht gut gefallen und für einen heißen Sonntag-Nachmittag angenehm bei Laune gehalten. Technisch war das Ding – mal abgesehen von seinen merkwürdigen Charaktermodellen – erfreulich beeindruckend und ließ das kleine Entwicklerteam (ich glaube 3 Mann) oftmals völlig vergessen.

Unterm Strich war „Gray Dawn“ ein netter „Walking Simulator“ mit verrückten Anstrichen und unterhaltsamen Spielfluss. Wer das Genre mag, macht nichts verkehrt und darf sich ruhig mal Zeit für diesen Ausflug nehmen.

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Interactive Stone

The Beast Inside (PC)

Inhalt

Um etwas Abstand zu gewinnen, zieht ein junges Paar in das leer stehende Elternhaus des Mannes auf dem Land. Statt sich in Ruhe auf die Arbeit zu konzentrieren, holen sie allerdings wortwörtlich die Geister der Vergangenheit ein…

Gameplay

„The Beast Inside“ vereint mehrere Genres in einem Spiel. Größtenteils haben wir es zwar mit einem Adventure in Form eines „Walking Simulators“ zu tun, doch hin und wieder geben andere Elemente der Sache einen gewissen Pepp.

So durchstreifen wir nicht nur unbedarft das Haus und die nähere Umgebung, sondern müssen hin und wieder Flucht- oder Sprungpassagen meistern. Sogar Ballern steht mal kurz auf der Tagesordnung. Hieraus ergibt sich, dass wir im Gegensatz zu anderen Mitstreitern durchaus das zeitliche segnen können – was an und für sich kein Problem wäre, manchmal jedoch etwas unfair verpackt wurde.

Spielzeit

Das Spiel gliedert sich in 13 Episoden, die jeweils zirka 35-45 Minuten beanspruchen, was uns letztlich zu einer soliden Gesamtspielzeit von ungefähr 8,5 Stunden führte.

Präsentation

Audiovisuell wusste der Titel zu überzeugen. Vermutlich war das Entwicklerteam eher klein, weshalb hübsch ausgestaltete Kulissen und tolle Physikelemente nicht selbstverständlich erschienen und immer mal wieder für kleineres Staunen sorgten. Besonders gut hat mir hierbei die Gestaltung der Vegetation gefallen, die tatsächlich nicht den Eindruck eines stumpfen Baukastens machte.

Auch die Vertonung wirkte durchwegs professionell und die eingestreuten Musikstücke sorgten für Stimmung.

Positiv

  • schöne Präsentation
  • nette Gruselatmopshäre
  • spannende und gut erzählte Handlung
  • vergleichsweise vielfältige Aufgaben
  • interessante & teils überspringbare Rätsel
  • gelungene Jumpscars

Neutral

  • Steuerung manchmal hakelig
  • Physikelemente manchmal nervig

Negativ

  • Minenlevel
  • Trial & Error Momente
  • stellenweise viel zu dunkel/unübersichtlich

Fazit

Der günstige Erwerb des Steam-Keys war ein Blindkauf und auch ein Glücksgriff zugleich. „The Beast Inside“ war abgesehen von ein paar kleineren spielerischen Macken ein schönes Erlebnis mit viel Herzblut und Liebe zum Detail. Die interessante Handlung wurde mit gutem Pacing erzählt und die unterschiedlichen Gameplay-Elemente brachten Schwung in die Sache.

Zwar funktionierten nicht alle Mechaniken perfekt, doch in ihrem überschaubaren Umfang war das in Ordnung. Die Rätsel waren nicht zu leicht und nicht zu schwer, hielten nie unnötig lange auf – abgesehen vom nervigen Kapitel, welches in einer Mine spielte und ordentlich an den Nerven zerrte. Spätestens hier war eine gewisse Frustresistenz nicht unangebracht.

Da der Ekelfaktor eher gering und die Jumpscars nicht zu heftig ausfielen, sei das Game nicht nur puren Horrorfreunden wärmstens empfohlen. In „The Beast Inside“ steckt ein rundherum rundes Adventure, welche sich Genrefreunde ruhig mal auf ihrem Wunschzettel notieren dürfen.

Grafik: 8/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 7,5/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Illusion Ray Studio/PlayWay

Don’t Be Afraid (PC)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle des 11jährigen David, der orientierungslos in einem dunkeln Raum erwacht und nach einem Ausweg sucht…

Gameplay

„Don’t Be Afraid“ ist ein klassischer Horrorspiel-Genrevertreter, der mehrere beliebte Mechaniken miteinander kombiniert. Über weite Teile fühlt sich das Treiben wie ein „Walking Simulator“ mit relativ einfach Rätseleinlagen an, stellenweise bricht bei wilden Verfolgungsjagden allerdings auch echter Stress aus und der Puls schlägt höher.

Zu Beginn solcher Passagen fühlt sich das Geschehen durchaus unfair an, doch bei genauerer Betrachtung vermeiden einige Komfortfunktionen durchaus den großen Frust. So behalten wir unsere bis dato eingesammelten Gegenstände im Inventar und müssen so z.B. nur noch einen Bruchteil der Strecke zum nächsten Ausgang absolvieren.

Spielzeit

Einige Streamer haben das Spiel in rund 1,5 Stunden absolviert, doch ich würde dem Titel bei entspannter Erzählweise (und einigen Ableben) etwa 2,5 bis 3 Stunden attestieren.

Präsentation

Technisch gab sich der Titel durchwachsen. Zwar sorgen nette Licht- und Schatteneffekte für eine nette Gruselstimmung, doch grobe oder gar fehlende Texturen reißen immer mal wieder kurz aus der Immersion. Auch die immergleichen Gegenstände (Regale, Statuen, etc.) sprechen wohl für ein eher kleines Team von Programmierern. Akkustisch gibt man sich immerhin stimmig und einigermaßen gut (englisch) vertont.

Positiv

  • angenehme Horror-Atmosphäre
  • ein paar gute Rätsel
  • faire Rücksetzpunkte
  • angemessene Spielzeit (für einen kleinen Titel)

Neutral

  • technisch eher mittelprächtig
  • Steuerung manchmal hakelig

Negativ

  • nervige Fluchteinlagen
  • Trial & Error Abschnitte

Fazit

Mit gemischten Gefühlen blicke ich auf dieses Spiel zurück. „Don’t Be Afraid“ hatte seine stimmigen Momente und interessante Ansätze, aber so richtig wollte der Funke im Gesamten nicht überspringen. Für ein paar Stündchen wurde man passabel bei Laune gehalten, doch einige Designmacken waren dabei nicht zu übersehen und stellenweise ein wenig frustig.

Wer Horrorspiele mag, mit dem „Escape Room“-Szenario etwas anfangen kann und obendrein nichts gegen einige unabdingbare Tode hat, darf bei einem Angebotspreis ruhig mal reinschauen. Ich habe schon wesentlich schlechteres gespielt.

Grafik: 6,5/10
Sound: 6,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 6/10

Fotocopyright: Hydra Games, Drageus Games

Die Strafe Gottes

Inhalt

Eine junge Dame fühlt sich und ihre Familie bedroht. Vor Jahren arbeitete sie für einen berühmten Buchautoren, der es nach ihrer Belästigung und einem tragischen Schicksaalschlag scheinbar weiterhin auf sie abgesehen hat…

Fazit

Über manche Filme muss man einfach eine Nacht schlafen und trotzdem hadert man mit einem aussagekräftigen Urteil dazu. Die Rahmenhandlung – oder besser gesagt das Rahmenmotiv – von „Die Strafe Gottes“ bot im Prinzip wenig Neues, doch seine Umsetzung stach etwas ungewöhnlich hervor.

Der Streifen besaß eine eigenwillige, aber auch irgendwo sehr ansprechende Erzählweise. Er war gemütlich und grob, an anderer Stelle zögerte er nicht mit drastischen Momenten und handelte diese wiederum vergleichsweise schnell ab. Auf den ersten Blick schien die bereits nach kurzer Zeit vollkommen offengelegte Prämisse extrem einfach gestrickt, doch bei genauerer Betrachtung wollte man es dem Zuschauer nicht so leicht machen.

Fein säuberlich werden vermeintliche Zufälle aufgedeckt und lassen eigentlich nur einen Entschluss zu. Die Macher jedoch stellen erst gar nicht die Frage, wer hier der Täter ist – sondern vielmehr welche Hintergründe die Aktionen hatten. Dabei kann man sich gut in die verschiedenen Sichtweisen hineindenken, ohne jedoch zu sehr für eine Partei eintreten zu wollen.

Während die (für uns eher unbekannten) Darsteller ihre Sache wirklich gut und mit angemessenen Kanten präsentierten, schwächelte allerdings das Pacing hin und wieder. „Die Strafe Gottes“ war nicht frei von Längen und verlor sich in melancholischen Aufnahmen, die gerne einen Ticken straffer hätten ausfallen dürfen. Unterm Strich war der Thrill jedoch sehenswert, auch wenn sich eine weitere Sichtung zunächst weniger anbieten dürfte. Für Netflix-Abonnenten eine nette Kost.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Der Spinnenkopf

Inhalt

„Der Spinnenkopf“ ist ein Komplex, in dem Kriminelle durch die Teilnahme an Experimenten eine neue Chance bekommen. Statt in dunklen Verließen, erwartet sie ein lockeres und vor allem sexreiches Leben unter ständiger Beobachtung…

Fazit

Schon vor einiger Zeit als bis dato teuerster Titel von Netflix angekündigt und nach Monaten des Wartens endlich zum Abruf verfügbar. Die Erwartungen waren angesichts des Castes ebenfalls nicht von schlechten Eltern, doch so ganz überzeugen konnte mich das ungewöhnliche Geschehen leider nicht.

Während die Grundgeschichte noch ganz solide und zumindest zu Beginn auch recht interessant daherkam, nutzte sich das Treiben leider erstaunlich schnell ab. Bereits nach kurzer Zeit plätschert die Handlung vor sich hin und selbst aufklärende Rückblenden konnten die verlorene Aufmerksamkeit nur bedingt zurückerobern.

Normalerweise stehe ich auf mysteriöse Filme, die erst nach und nach mehr von ihren Motiven verraten – aber in diesem Falle keimte eher die Langweile, denn das Interesse an weiterer Aufklärung auf. Ab einem gewissen Punkt ließ sich die Richtung irgendwo erahnen, unterhaltsamer wurde es selbst hiermit nicht.

Die Darsteller haben ihre Sache solide gemacht. Chris Hemsworth und Miles Teller haben sich soweit gut ergänzt, reichten aber nicht an deren Leistungen aus anderen Werken heran. Sie wirkten zwar sympathisch und trugen das Geschehen über weite Teile von allein, doch Begeisterungsstürme konnten sie nicht entfachen. Es wirkte so, als spulten sie einfach ihre Routine herunter.

Vermutlich lag es aber auch an deren Rollen, dass sich eine Identifikation oder zumindest das ungefähre Hineindenken in ihre Figuren nicht ermöglichte. Man konnte weder sie, noch die Randpersonen so richtig greifen und sich leider überhaupt nicht für deren Schicksale erwärmen. Verstehen konnte man deren Ziele und Handlungsweisen schon, sich nur eben überhaupt nicht damit anfreunden.

Ungewöhnliche Szenarios und eine sich schrittweise entfaltende Story sind eigentlich immer willkommen, doch vermochte „der Spinnenkopf“ nicht so recht zu zünden. Sein vermeintliches hohes Budget sieht man ihm nur an den Darstellern an, der Rest wirkte kammerspielartig und eher klein. Ist eigentlich alles nur halb so wild – aber wenn der Inhalt nicht übersprudelt, bleibt die Ernüchterung zurück. Als Inklusivartikel sicherlich einen Blick wert, aber das Ergebnis wäre jetzt nichts, wofür ich Netflix unbedingt abonnieren würde. Hier gibt es kleinere und wesentlich bessere Highlights, als dieser etwas lahme und zahme Thriller. „Der Spinnenkopf“ ist alles andere als ein Totalausfall, bleibt aber weit hinter seinen Erwartungen zurück.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Outlast 2 (XBOX One)

Inhalt

Auf den Spuren einer brutal verstümmelten Leiche stürzen Kameramann Blake und seine als Reporterinn agierende Frau Lynn mit einem Hubschrauber über den Wäldern des Unglücks ab. Als Blake wieder zu sich kommt, sieht er das brennende Wrack, jedoch nicht die Leiche seiner Gattin. Kurzum begibt er sich auf die Suche…

Gameplay

Wie auch beim ersten Teil begeben wir uns einzig mit einer Kamera bewaffnet in das große Abenteuer. Diesmal müssen wir zwar nicht aus einer Irrenanstalt fliehen, dennoch wirkt das wesentlich weitläufigere Setting mit seinen verrückten Gestalten ähnlich.

Wir schleichen uns an seltsamen Typen vorbei, verstecken uns in Fässern oder Schränken und gehen sparsam mit den Batterien für das Nachsicht-Feature unsrer Kamera um. Nachwievor können wir weder kämpfen, noch Fallen aufstellen. Wir entdecken zwar hilfreiche Gegenstände, können sie jedoch nicht ergreifen und gegen die Feinde einsetzen.

Spielzeit

Die Spielzeit war unterm Strich ein wenig höher als beim Erstling. Ich habe auf einfachem Schwierigkeitsgrad zirka 6 Stunden mit dem Titel verbracht und hielt diese Zeit in Angebracht seines eingeschränkten Gameplays für absolut in Ordnung. Man muss sagen, dass sich die Kulisse umfangreicher anfühlte, aber die Pfade insgesamt recht gradlinig verliefen und man sich eigentlich nie verlaufen konnte.

Präsentation

Besonders optisch hat der zweite Part sichtbar zugelegt. Die Umgebungen wirken feiner aufgelöst und die Figuren einen Hauch realistischer. Erneut gefielen die schönen Licht und Schatteneffekte, obwohl das häufige Verwenden der Nachsicht manchmal aufs Gemüt schlug und uns lediglich eine blase Farbpalette präsentierte.

Der Sound war unauffällig, doch soweit stimmig. Die englische Sprachausgabe überzeugte und war besser als beim Vorgänger abgemischt. Endlich waren die Figuren klarer zu verstehen – das war zuvor ein seltsames Manko.

Positiv

  • gute Atmosphäre
  • verbesserte Technik
  • spannende Passagen
  • nettes Setting
  • gradlinige Spielweise ohne Leerläufe

Neutral

  • vorhersehbare Jumpscars
  • Handlung insgesamt durchschnittlich
  • fühlt sich manchmal etwas gestreckt an

Negativ

  • erneut nur schleichen und verstecken
  • Trial & Error Abschnitte

Fazit

Wer A sagt, der muss auch zwangsläufig B sagen und so habe ich mich zeitnah nach dem ersten Teil nun auch um den Nachfolger gekümmert. „Outlast 1“ war soweit in Ordnung und kurz gesagt vermag ich das auch über den Nachfolger berichten.

Man hat in allen Bereichen einen Ticken zugelegt, aber die vertraute Mechanik ohne Kampfsystem beibehalten. Dies ist Fluch und Segen zugleich – stößt mich das passive Vorgehen eigentlich etwas ab.

Nichtsdestotrotz erhalten Genrefans dennoch einen passablen Schocker mit spannenden Passagen und netter Handlung. Wem der Erstling gefiel darf auch hier wieder reinschauen. Da ich den Titel sowieso im Rahmen der Collection günstig erworben habe, kann ich nicht großartig meckern und stelle die Scheibe gerne ins Regal.

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Red Barrel

Outlast (XBOX One)

Inhalt

Unter dem Vorwand einer interessanten Geschichte wird ein Reporter zu einem seltsamen Gefängnis mit angeschlossener Nervenheilanstalt gelotst. Angeblich sollen sich hier merkwürdige Dinge abspielen, doch bei seiner Ankunft scheint das Gebäude verlassen…

Gameplay

„Outlast“ als simplen „Walking Simulator“ zu bezeichnen wäre nicht korrekt. Zwar streifen wir hier waffenlos durch die Gänge der Heilanstalt, doch in einigen Szenen müssen wir entweder die Beine in die Hand nehmen oder uns gut verstecken.

Hin und wieder sind krude Gestalten hinter uns her und stören uns beim Aufsammeln von Akten oder dem Erkunden der arg eintönig gestalteten Locations. Dabei steigt der Puls immer wieder in die Höhe – und leider ergeben sich damit auch immer wieder ein paar Trial & Error-Passagen, bei denen das simple Auswendiglernen der Abläufe deutlichen helfen kann.

Spielzeit

Für den Durchgang auf normalen Schwierigkeitsgrad habe ich zirka 3 bis 4 Stunden benötigt und dabei gefühlt so ziemlich alles gesehen. Die Level sind recht gradlinig gestaltet und das nächste Ziel stets klar vorgegeben.

Präsentation

Der erste Teil hat mittlerweile ein paar Jährchen auf dem Buckel und das sieht man ihm leider auch an. Zwar sorgt die Unreal-Engine für stimmige Licht und Schatteneffekte, doch hin und wieder nerven mangelnde Details in Nahansichten und sich ständig wiederholende Assets. Viele Abschnitte gleichen sich enorm (was auch dem Schauplatz geschuldet ist), aber vor allem die immer gleichen Splatter-Elemente wirken lieblos und nutzten sich schnell ab.

Der Soundtrack war eher unauffällig, peitschte aber in den richtigen Momenten ordentlich an. Leider war die – eigentlich solide – englische Sprachausgabe schlecht abgemischt und manche Szenen ohne Untertitel kaum nachzuverfolgen.

Positiv

  • stimmige Atmosphäre
  • witziges Spielprinzip
  • angemessene Spielzeit
  • witziges Finale

Neutral

  • technisch durchwachsen
  • schlecht verständliche Sprachausgabe
  • hin und wieder arg dumme K.I.

Negativ

  • Trial & Error Passagen
  • keine Waffen, keine Fallen
  • fühlt sich gelegentlich etwas gestreckt an

Fazit

Die Outlast-Spiele sprechen eine bestimmt Zielgruppe an – zu der ich mich leider nicht vollends zählen dürfte. Ich habe den günstigen Kauf der Collection nicht bereut, wurde aber auch nicht sonderlich überrascht. Für mich sind solche Titel eher Stress, denn lockere Entspannung nach dem Feierabend und seine eingeschränkte Mechanik macht es da nicht besser.

Die Hilflosigkeit des Hauptprotagonisten konnte ich anhand seiner Lage leider nicht ganz nachvollziehen und so nervte es mich, dass man keine Waffen in die Hand oder zumindest irgendwelche Fallen konstruieren konnte. Man traute sich die waghalsigen Klettereinlagen zu, konnte aber nicht keine Holzlatte in die Hände nehmen.

Wie dem auch sei: wer mal für rund 3 bis 4 Stunden einen überwiegend erhöhten Puls benötigt und sich mit dem Spielprinzip anfreunden kann, erhält mit „Outlast“ einen soliden Horror für Zwischendurch. Wer es hingegen etwas beschaulicher mag, greift zu einem anderen Titel.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 6,5/10

Fotocopyright: Red Barrels Games

Evil Inside (PS5)

Inhalt

Nach dem Tod seiner Mutter kehrt ein junger Mann ins verlassene Elternhaus zurück. Ganz allein scheint er allerdings nicht zu sein, denn Geister aus dem Jenseits scheinen den Kontakt zu ihm aufzunehmen…

Gameplay

„Evil Inside“ lässt sich am besten als schlichten „Walking Simulator mit Jumpscars“ beschreiben, wobei seine eingeschränkten Schauplätze und die verwendeten Routinen sich von den meisten seiner Konkurrenten abheben. Statt einer großen Entdeckungsreise beschränkt sich das Erforschen auf ein kleines Häuschen mit einer überschaubaren Anzahl an Räumen.

Dabei wird immer vorgegeben, in welcher Reihenfolge wir welche Zimmer betreten dürfen. Das Spiel sieht hierbei Runden vor, die immer wieder auf ähnlichen Wegen zum gleichen Start- und Endpunkt führen.

Mal ist eine neue Tür geöffnet, mal hat sich am bekannten Schauplatz etwas geändert. Der Spieler muss stets den neuen Trigger finden, damit die Runde beendet werden und ein neuer Durchlauf durch das Haus stattfinden kann. Gibt es bei anderen Titeln einen Tageswechsel, so wird man hier schlicht mit einem Counter für die nächste Etappe über den Fortgang informiert.

Glücklicherweise sind die Trigger der jeweiligen Runde immer recht einfach zu finden und langwieriges Absuchen wird uns wegen eingeschränkter Handlungsfähigkeit und dem kleinen Haus sowieso erspart. Meistens machen defekte Lampen oder Geräusche rasch auf das aktuelle Ziel aufmerksam.

Spielzeit

Mit knapp unter 1,5 Stunden gehört „Evil Inside“ definitiv zu den kürzeren Genrevertretern und bietet zum Ausgleich leider auch keine alternativen Routen oder verschiedene Enden an. Durch seine eingeschränkten Räumlichkeiten und mangelnder Interaktion ließ sich leider nicht mehr herausholen. Positiv sollte man jedoch vermerken, dass es auch keinerlei Längen oder trotz seiner leicht eintönigen Weise keine Abnutzungserscheinungen gab.

Präsentation

Audiovisuell konnte mich der Titel überzeugen. Die Locations waren zwar etwas karg ausgestattet, dafür fast fotorealistisch und jederzeit flüssig abgebildet. Es gab weder Abstürze, noch Grafikfehler, die Ladezeiten waren extrem kurz.

Der Soundtrack trug seinen Teil zur schaurigen Atmosphäre bei und gefiel mit stimmigen Klängen, aber auch mysteriösen Geräuschen. Die eher selten genutzte (englische) Sprachausgabe war sehr gut.

Positiv

  • schöne Präsentation
  • tolle Musikuntermalung
  • spannende Grundstimmung
  • fabelhafte Immersion
  • keine Leerläufe

Neutral

  • wenig Interaktionsmöglichkeiten
  • einfache Rätsel
  • repetitive Abläufe
  • austauschbare Handlung

Negativ

  • kurze Spieldauer

Fazit

Für Genrefans ist „Evil Inside“ eine gute Wahl. Das Spiel ist technisch auf der Höhe der Zeit und konnte mit seinen kleinen Jumpscars schon ganz gut überraschen und bei Laune halten. Zwar bot die simple Handlung wenig Neues, aber das Abtauchen in den dunklen Gemäuern gelang dennoch ganz vorzüglich und mit einem guten Headset konnte man die Außenwelt prima vergessen.

Mit seiner extrem kurzen Spielzeit stellt sich das Programm jedoch selbst ein Bein. Grundsätzlich wäre dies kein Problem, doch bei einem (Retail-) Verkaufspreis von 20 bis 30 Euro schaut das Preis-/Leistungsverhältnis leider nicht mehr ganz so optimal aus. Hierfür gibt es einen kleinen Wertungsabzug – was euch bei Interesse aber nicht vom Spiel abhalten soll. Kauft es zur Not einfach mal in einem digitalen Sale und dann passt das auch.

Grafik: 8/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: JanduSoft

Dead Silence

Inhalt

Nach dem Tod seiner Frau zieht es Jamie zu seinem Vater zurück. Statt hier etwas abzuschalten, wird er jedoch wortwörtlich mit Geistern aus der Vergangenheit konfrontiert – die scheinbar seiner gesamten Familie nach dem Leben trachten…

Fazit

„Dead Silence“ erschien in einer Zeit, als der „Puppen-Terror“ besonders angesagt war und auch „Saw“ noch etwas höher in der Gunst der Zuschauer lag. Bei mir ging das Teil damals in der breiten Maße etwas unter, doch vor einigen Tagen habe ich spontan mal wieder die (günstig auf dem Flohmarkt erworbene) Blu-Ray in den Player legen und eine konzentrierte Sichtung vornehmen können.

Im Großen und Ganzen hat mir der Streifen eigentlich ganz gut gefallen – auch wenn er ein paar durchaus offenkundige Schwächen aufzuweisen hat. Problematisch ist seine leicht unausbalancierte Erzählweise und das übliche Hadern mit der gesamten Glaubwürdigkeit seiner Thematik.

Während der Titel sehr interessant begann, plätscherte der Mittelteil gemütlich vor sich hin und verlor dabei fast die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Zwar konnte ein geschickt konstruiertes Finale erneut viel Sympathie für sich gewinnen, doch blieben weiterhin inhaltliche Fehler und schwammige Konstruktionen offenkundig.

Einen derartigen Film mit logischen Maßstäben zu betrachten ist natürlich etwas schwierig, doch selbst mit wohlwollenden Blicken waren eklatante Lücken und Ungereimtheiten einfach nicht zu übersehen. So überzeugten einige Nebenfiguren, sowie deren seltsamen Auftritte überhaupt nicht und die Nachvollziehbarkeit war beim besten Willen nicht gegeben.

Wer nach einem anstrengenden Arbeitstag einen lockeren und keineswegs perfekten Grusel verlangt, der bekommt mit „Dead Silence“ trotz seiner teils störenden Macken einen soliden Genrevertreter. Dank seines witzigen Endparts entließ er mich entspannt in den wohlverdienten Schlaf und so bleibt die Bewertung gnädig. Wie gesagt – ein netter Titel, aber eben auch nichts weltbewegendes.

6,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

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