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Schlagwort: Thriller (Seite 1 von 34)

In the Drift

Inhalt

Es geht um stolze 5 Millionen Dollar, die auf den Gewinner eines wahnwitzigen Rennens von Mexiko nach Amerika warten. Dabei ist laut dem Veranstalter alles erlaubt, nur muss der Sieger noch auf vier Rädern durch die Ziellinie kommen…

Fazit

Auch in schlimmen Zeiten ist wenigstens auf Eines stets verlass: wo Asylum Pictures drauf steht, ist auch eine Menge Trash drin. So wirkte „In the Drift“ nicht nur auf dem Cover wie ein billiger „Fast and the Furious“-Verschnitt, sondern vermengte auch ein paar andere Elemente zu einem leidlich unterhaltsamen Brei.

In meiner kleinen Inhaltsangabe habe ich mich auf den Aspekt des Rennens beschränkt, doch abseits der wenig aufregenden PS-Duelle gab es sogar noch ein wenig Handlung, die für das Gesamtbild leider mehr oder weniger von Belang ist. So fuhren relativ viele Stereotypen auf und das Teilnehmerfeld war nicht unbedingt von Sympathie getragen.

Allgemein war die Erzählung äußerst holprig. Der Film verliert zunächst keine großen Worte und geht vergleichsweise schnell in die Vollen, um dann das Tempo wieder gehörig zu drosseln und dröge zu werden. Es passiert wenig auf dem Schirm und selbst das eigentliche Rennen ist total undynamisch in Szene gesetzt worden. Man erblickt die schnellen und leider auch wenig spektakulären Karren hauptsächlich zu Beginn und später wird der Fokus darauf vollends verloren. Die Sichtung beschränkt sich dann auch auf ein wenig „geradeaus“ fahren und nicht etwa auf brenzlige Duelle miteinander. Das Budget hat wohl weder für großartige Stunts, noch für eventuelle Defekte an den Fahrzeugen gereicht.

Sieht man einmal von den bescheidenen Racing-Parts ab, präsentiert sich ein unausgegorener Thriller, der selten – der sagen wir niemals – mitzureißen vermochte. Nette Darsteller, seichte Dialoge, blöde konstruierte Zufälle und eine uninteressante Handlung waren an der Tagesordnung. Immerhin wurde alles ordentlich gefilmt und handwerklich brauchbar zusammengeschnibbelt. Nicht referenzwürdig, aber durchaus okay.

Größtes Zugpferd ist sicherlich der ehemalige Rapper und Schauspieler DMX, der vor Kurzem leider verstorben ist. Er war für mich dann auch der Grund diesen Film aus den etlichen „Perlen“ der EuroShop-Touren endlich mal zu entstauben und in den Player zu werfen. Sein Auftritt war dann – fast schon erwartungsgemäß – kurz, aber immerhin mit etwas Text bestückt. Er macht seine Sache so lala, fällt nicht aus dem durchschnittlichen Rahmen und wird durch eine mäßige Synchro leider noch einen Ticken abgewertet.

Der Anlass der Sichtung war traurig, doch endlich habe ich diese Machwerk hinter mich gebracht. Geboten wurde typische Asylum-Kost, die weder positiv, noch negativ mit den bisherigen Erlebnissen mit dem Labels bricht. „In the Dirft“ wirkt billig, unausgegoren, uninspiriert und überwiegend langweilig, konnte aber wenigstens in einem Abschnitten einen Hauch von Unterhaltung bieten. Selbst Fans von DMX sollten dann lieber vom Original greifen und ausnahmsweise Vin Diesel filmtechnisch den Vorzug geben.

3,5/10

Fotocopyright: White Pearl Movies / daredo (Soulfood)

Your Honor

Inhalt

Der Sohn eines renommierten Richters begeht einen Unfall mit anschließender Fahrerflucht. Da es sich bei dem verstorbenen Opfer unglücklicherweise um den Sprössling eines mächtigen Unterweltbosses handelt, hält der Vater des Täters mit der ganzen Wahrheit zunächst hinter dem Berg. Er befürchtet Vergeltung und konstruiert daraufhin seine eigene Version der Geschichte…

Fazit

Schon seit der Kultserie „Malcom Mittendrin“ hat sich der spätere „Breaking Bad“-Star Walter White alias Bryan Cranston angenehm hervorgetan und nun erleben wir ihn wieder in der Rolle eines verzweifelten Vaters. Um ehrlich zu sein, war er für mich sogar DAS Zugpferd für diese Mini-Serie – die ich sonst, trotz halbwegs passabler Inhaltsangabe nicht sonderlich weit oben auf der Prioritätenliste gehabt hätte.

Cranston verkörpert diesmal allerdings keinen tollpatschigen Typen, sondern einen gestandenen Richter, der in vielen Bereichen ordentlich was auf dem Kasten hat und zunächst sehr gesetzestreu erscheint. Dabei spürt man die Liebe zu seinem Job und vor allem auch zu seinem Sohn. Die Ausgangslage der Handlung lässt uns dabei gut in seine Seele blicken und so manch fragwürdige Handlung auf gewisse Weise verstehen.

Allgemein spielt die Serie mit Recht und Moral. Es gab keine klare Abgrenzung von Gut und Böse, auf jeder Seiten gab es Licht und Schatten. Man war stets zwischen beiden Fraktionen hin- und her gerissen, konnte viele Aktionen und Reaktionen absolut nachvollziehen. Sicherlich nicht immer mit ihrer brutalen Konsequenz, aber irgendwie schienen diese Momente schon gut begründet und nicht der unnötigen Effekthascherei wegen.

Mit 10 Episoden zu je knapp einer Stunde war das Gezeigte nicht zu lang und nicht zu kurz. Man konnte seine Geschichte auserzählen, allen Charakteren genügend Tiefe verleihen und einen guten Flow beibehalten. Die Handlung ist abgeschlossen und Bedarf keiner Fortsetzung. Natürlich waren viele Abläufe und Zufälle aus dramaturgischen Gründen zuweilen arg konstruiert, aber bei welcher vergleichbaren Produktion ist das nicht so? Für den Betrachter zählt die Kurzweil – und die war hier fortwährend gegeben.

„Your Honor“ stellt für mich keine neue Serienreferenz, gehört aber definitiv zu den Besten, was ich in letzter Zeit gesehen habe. Die Story ist packend wie flüssig inszeniert und verzweifelter Cranston macht sowieso wieder eine Menge Spaß. Die gewöhnungsbedürftigen deutschen Sprecher haben gelegentlich genervt, doch ansonsten gab es wenig zu Meckern. Wer mal wieder ein bisschen „Breaking Bad“-Feeling sucht, sollte auf jeden Fall mal reinschauen.

8/10

Fotocopyright: Showtime / Sky Atlantic

Madame Claude

Inhalt

Die so genannte Madame Claude beschäftige eigenen Angaben zu Folge über 200 Damen, die ihre Dienste vorwiegend der gut betuchten Kundschaft anboten. Dabei hat sie eng mit Staatsorganen zusammengearbeitet und der Polizei immer mal wieder Informationen über ihre zwielichtigen Mandanten herausgegeben. Trotz ihrer Fürsprecher stand sie irgendwann selbst im Fokus der Ermittler…

Fazit

Dank Netflix erhält man ja immer mal wieder Einblicke in Filme, die man in der Videothek nicht unbedingt geliehen hätte. Bei „Madame Claude“ war das bei mir der Fall – und wieder bin ich dem Dienst für diese Erfahrung dankbar.

Obwohl sich der Titel als Spielfilm präsentiert, wirkt er zuweilen recht dokumentarisch. Es geht überwiegend sehr ruhig, fast schon hypnotisch zur Sache und irgendwie fehlt dabei der letzte Kick. Der Verlauf schwankt zwischen „schon irgendwie unterhaltsam“ bis „ich würde jetzt gerne etwas Vorspulen“ hin und her. Richtig uninteressant wird es eigentlich nie, aber leider auch nur ganz selten so richtig packend.

Die Geschichte fühlt sich durchwegs authentisch an, bietet dafür wiederum auch keine richtig krassen Wendungen. Alles läuft vergleichsweise unspektakulär und gradlinig ab. Durch neue Figuren gibt es kurzzeitig immer mal wieder neue Impulse, doch dramaturgisch verändern sie auch nicht sonderlich viel. Der leichte Hauch von Erotik geht in Ordnung, hätte aber irgendwie noch sinnlicher gemacht sein können.

Der Film lebt von seinen Darstellern, die hier allesamt eine hervorragende Arbeit ablieferten. Dank deren Ausdrucksweisen, Stylings und Kostüme leben die wilden 60iger anschaulich auf und man fühlt sich jederzeit ansprechend zurückversetzt. Hier lag meiner Meinung nach dann auch die größte Stärke, denn Figuren und Look lassen den Betrachter prima abtauchen. Obwohl sich das Werk technisch auf dem Stand der Zeit befindet, sorgen Unschärfen, Farbgebung und eigenwillige Kameraeinstellungen immer wieder für ein schönes Retrogefühl.

Die Grundthematik ist alt und beispielsweise in „Salon Kitty“ und ähnlichen Werken einen Ticken imposanter aufgegriffen worden. Nichtsdestotrotz liefern die Franzosen einen handwerklich hochwertigen, allerdings auch eher mäßig unterhaltsamen Beitrag mit guten Akteuren ab. Geht für Zwischendurch klar, jedoch würde ich bei einer erneuten Sichtung passen.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Kopfgeld

Inhalt

Tom Mullen ist wohlhabender Eigentümer einer Fluggesellschaft und trotz kleiner Skandale vom Erfolg gekrönt. Als dann eines Tages sein kleiner Sohn entführt wird und eine Geldübergabe platzt, wendet er sich mit einer ungewöhnlichen Botschaft an die Presse: er setzt die Kaution für seinen Sohn als Kopfgeld für Informationen hinsichtlich der Erpresser aus…

Fazit

Nach unzähligen Sichtungen – angefangen bei der VHS bis hin zur Blu-Ray – vermag ich diesem Titel trotz bekanntem Plot und bekannter Auflösung noch immer einen hohen Unterhaltungswert bescheinigen. Er ist sehr gut konstruiert und zeigt einen Mel Gibson in einer überwiegend eher ungewöhnlichen Opferrolle, die er grandios auszufüllen vermag.

Die meiner bescheidenen Meinung nach größte Stärke ist seine beschauliche und halbwegs realistische Inszenierung. Man setzte nicht auf laute Action, sondern zeichnete seine Figuren mit Bedacht und baute mit ruhigen Mitteln eine ganz eigene Stimmung auf – die prima zum Hineinversetzten einlud und mit ordentlicher Dynamik überzeugte.

Man nahm den Zuschauer zu jeder Zeit an der Hand und so fiel das Verfolgen der Handlung nicht schwer. Die Abläufe waren logisch und gut gegliedert, der Flow jederzeit einwandfrei. Durch seine heikle Prämisse war das Treiben dann auch halbwegs unberechenbar und letztlich hervorragend von Gibson gespielt. Seine Zerrissenheit war so greifbar, wie verständlich und überzeugend an den Mann gebracht.

Durch seine Wandlung bezüglich der Kopfgeld-Thematik bekam die Handlung seinerzeit eine ungewohnte Wendung und der Spannungsbogen schoss nach oben. Plötzlich konnte man sich auch irgendwie in die Rolle der Entführer hineindenken und auf deren Seite überlegen, wie die Sache nun sinnvoll zu Ende gebracht werden kann. Sicherlich mag die Prämisse selbst für damalige Verhältnisse nicht völlig neu aus dem Boden gestampft worden sein, doch so anschaulich wie hier wurde sie selten präsentiert.

„Kopfgeld“ mag von seiner Story beim erneuten Betrachten nicht mehr wirklich zu überraschen, dennoch finde ich den immer wieder erneut packenden Verlauf extrem beachtlich und der Stammplatz in der Sammlung ist sicher. Vergessen möchte ich allerdings auch nicht die anderen Darsteller rund um Gibson (wie beispielsweise Gary Sinise), die ihre Aufgabe mit Bravour erfüllten und ihren Teil zum runden Gesamtbild beitrugen. Für mich ist dieser Titel schon ein moderner Klassiker, der nach all den Jahren noch immer vollends begeistern kann.

8/10

Fotocopyright: Walt Disney

Dreamland

Inhalt

Nach einem Banküberfall mit fatalem Ausgang flüchtet sich die verletzte Allison Wells in die Scheune einer kleinen Farm. Dort wird sie vom Sohn des Besitzers aufgepäppelt, der sogleich ihrem unvergleichbaren Charme unterliegt. Gemeinsam planen sie das Auswandern nach Mexiko…

Fazit

Margot Robbie gibt sicherlich die moderne Femme fatale in Perfektion, doch leidet dieser Streifen an ganz anderen Krankheiten, wie beispielsweise einem zuweilen recht zähen Verlauf. Über weite Teile plätschert das Geschehen unschön vor sich hin und die Konzentration fiel gelegentlich nicht leicht. Endlose Minuten passiert wenig auf dem Schirm und selbst anfänglich interessantere Dialoge versandeten zu oft in Unbedeutsamkeit.

Rein von der Story hatte „Dreamland“ ebenfalls wenig zu bieten. Die Handlung ist schnell zusammengefasst und verstanden, etwaige Verwirrungsversuche (abweichende Rückblendungen zu bisherigen Erzählungen) wollten nicht zünden. Man hat alles irgendwo schon einmal gesehen – und dann zumindest auch etwas besser und temporeicher. Man bot dem Genre keinerlei neuen Impulse und alles verlief ziemlich vorhersehbar dahin.

Sauer ist mir vor allem das Finale aufgestoßen. Während die eher dürftig inszenierte Beziehung zwischen den beiden Hauptprotagonisten gerade noch in Ordnung ging, gab mir die Endsequenz herzlich wenig. Da hat man mit einer Erzählstimme aus dem Off stets versucht einen großen Knall einzuläuten und am Schluss verpufft der grundsätzlich solide Aufbau vollends in der Luft. Man ließ den Zuschauer irgendwie unbefriedigt zurück.

Es muss nicht immer knallharte Action und hohe Geschwindigkeit sein, doch „Dreamland“ war mir auch in den anderen Belangen eine Spur zu langweilig. Weder als Thriller, noch als Drama oder Liebesfilm wollte das Gezeigte so recht zünden und Abseits einer bezaubernden Robbie gab es keinerlei erinnerungswürdige Highlights. Am Ende steht kein Totalausfall – aber auch kein Film, welchen ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen möchte.

5/10

Fotocopyright: Paramount

Triple Frontier

Inhalt

Eine Truppe ehemaliger Söldner möchte noch einmal abkassieren und folgt dem Tipp eines alten Teammitgliedes. Angeblich hat ein Kartellboss eine Menge Kohle auf seinem Anwesen gebunkert und die Sicherheitsvorkehrungen seien eher gering. Was nach einem anfänglich einfachen Plan klingt, wird im Laufe der Mission selbstverständlich zu einem echten Albtraum…

Fazit

Bei seiner Veröffentlichung habe ich den Titel damals direkt gesehen und leider auch ziemlich schnell wieder aus dem Gedächtnis verloren. Der Film an sich ist zwar nicht unbedingt schlecht, aber am gestrigen Abend fielen mir die Gründe für das Verdrängen dann ziemlich rasch wieder ein.

Obwohl die Story wenig Neues bietet, möchte ich diesbezüglich nur wenig kritisieren. Sie bot ein solides Fundamt für einen mit Stars gespickten Cast – doch leider auch einigen Längen, die den Flow doch immer wieder aus dem Gleichgewicht brachten.

Es gab zwar etwas Geballer, doch unterm Strich vergleichsweise wenig an Action. Der Fokus lag klar auf den Charakteren und deren Verhalten in ihrer selbst zugefügten Problem Situation, aber beispielsweise die Dialoge waren schwankender Qualität unterworfen. So gab es durchaus vernünftige Themen, die durch unnötig heroische Ansagen dann wieder gemindert wurden und teils nervig aufstießen.

Die meisten der Darsteller haben geschafft, so wenig sympathisch wie möglich rüber zu kommen und das hat mich letztlich wohl auch am meisten am Film gestört. Sie legten zwar allesamt eine brauchbare Vorstellung an den Tag, doch irgendwie konnte man zu keiner der verkörperten Figuren eine echte Bindung aufbauen. Die Motivationen und so manch Handlung war sicherlich verständlich konstruiert, aber das war irgendwie zu wenig und das Mitfühlen hielt sich in bescheidenen Grenzen.

Die Handlung war – wie Eingangs erwähnt – absolute Standardkost. Es war bereits im Vorfeld klar, dass die Mission nicht wie geplant verlaufen würde und dumme Zufälle bald den Weg der Räuber kreuzen. Dabei geraten sie sich oft genug selbst aneinander und manch Konfrontation war dabei äußerst vorhersehbar ausgefallen.

Als Eigenproduktion von Netflix nimmt man diesem Streifen natürlich gerne mit. Er war handwerklich sehr gut gemacht und di üppige Besetzung sorgt zumindest im ersten Moment für ein fettes Grinsen. Am Ende des Tages regierte jedoch das Mittelmaß und so reicht es definitiv nicht für eine höhere Bewertung.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Lass ihn gehen

Inhalt

Nach dem Tod des Sohnes hat seine ehemalige Ehefrau mittlerweile einen neuen Partner gefunden und Hals über Kopf die Gegend verlassen. Für George und Margaret bricht daraufhin erneut eine Welt zusammen, da sie ihr Enkelkind wohl kaum mehr zu Gesicht bekommen werden. Kurzerhand reisen sie durchs halbe Land auf der Suche nach den Beiden – und immer mit der Hoffnung auf eine gemeinsame Widerkehr im Gepäck…

Fazit

Manchmal kann man sich ganz ordentlich bei Filmen irren und bei „Lass ihn gehen“ war dies endlich mal wieder im absolut positiven Sinne der Fall. Ich habe vor der Sichtung nämlich keine Inhaltsangabe studiert und war nach den ersten Minuten der Meinung, ein relativ normales und eher unspektakuläres Familiendrama vor mir zu haben.

Trotz seines überwiegend ruhigen Verlaufs baut sich ein angenehmer Sog auf, für den letztlich ein hervorragend aufgelegter Kevin Coster und eine brillante Diane Lane – gepaart mit einer interessanten Geschichte sorgten. Schnell waren die Gedanken an das gemeinsame Ehepaar aus „Superman“ vergessen und rasch war der Betrachter auf die neue Herausforderungen des filmisches Traum-Duos ausgerichtet.

Das Drama nimmt langsam, aber beschaulich an Fahrt auf. Am Anfang steht eine traurige Ausgangslage, die voller Hoffnung strotzend irgendwie dennoch ein wohliges Gefühl erzeugt. Es macht wirklich Spaß den beiden Hauptfiguren bei ihren neckischem Momenten zuzuschauen und den Ausflug bis zu einem gewissen Punkt wirklich mit ihnen zu genießen.

Ich möchte nicht zu viel verraten, jedoch klar machen, dass sich die gemächliche Handlung ab einem bestimmten Punkt in einen handfesten Thriller verwandelt. Selten hatte ich in der letzten Zeit so sehr die Faust in der Tasche geballt und selten konnte ich so intensiv mit meinen liebevoll eingeführten Figuren empfinden. Die Spannungskurve knallt nach oben und man macht sich selbst Gedanken über den möglichen Fortgang der schier ausweglosen Lage.

Durchaus verstehen mag ich allerdings auch kritische Stimmen, die gerade beim Finale eine gewisse Vorsehbarkeit unterstellen mögen. Auch ich konnte mir die Versatzstücke zusammenpuzzeln und den Ausgang schon vor seinem tatsächlichen Ablauf erahnen – Punkte kostet dies aber nicht, da wir immer noch eine packende Inszenierung vor uns hatten.

Auch wenn man sich das Finale irgendwann an den Fingern abzählen kann (kleiner Insider für Kenner des Films), möchte ich diesen Titel jedem Interessierten ans Herz legen. Er ist toll konstruiert, perfekt besetzt und unerwartet wendungsreich. Unterm Strich ein toller Thriller, welches mich tatsächlich sehr gut abgeholt hat – einzig sein kaum vorhandener Wiederschau-Wert kostet eine höhere Wertung.

7,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures

Genug – Jeder hat eine Grenze

Inhalt

Für Kellnerin Slim ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen: Sie hat ihren Traummann gefunden, das gewünschte Traumhaus bekommen und nach der Hochzeit ein gesundes Baby zur Welt gebracht – doch leider wärt dieses Glück nicht für immer. Nachdem sie einer Affäre des Gatten auf die Schliche gekommen ist, beginnt er damit sie zu verprügeln und zu demütigen. Verzweifelt sucht Slim dann Hilfe bei ihren Freunden, aber anscheinend ist ihr Peiniger immer einen Schritt voraus…

Fazit

Das Thema ist wichtig, die Umsetzung hingegen etwas hakelig. Ich rechne den Machern hoch an, sich mit häuslicher Gewalt auseinander gesetzt zu haben und eine halbwegs gelungene Umsetzung erschaffen zu haben – doch am Ende überwogen schon eher die Charakterzüge eines handelsüblichen Thrillers, der lediglich einen mehr oder weniger tiefschürfenden Handlungsrahmen benötigt hat.

Viele Elemente sind absolut nachvollziehbar und gehen unter die Haut, an mancher Stelle jedoch sticht etwas Effekthascherei zu Gunsten der allgemeinen Dramaturgie hervor. Man trieb einige Aspekte arg auf die Spitze und ließ es somit an Glaubwürdigkeit schwinden, obwohl der Inhalt doch so sensibel erscheint und nicht ganz so verwässert werden sollte. Letztlich nickt man diese Momente ab, da wir hier immer noch einen halbwegs leichtgängigen Film und keine moralische Keule vor uns haben.

Für mich galt Jennifer Lopez hier als das Zugpferd schlechthin, da mich das Grundprinzip allein wahrscheinlich nicht zu einer Sichtung überredet hätte. Sie gab die gepeinigte und dann äußerst wehrhafte Ehefrau mit Bravour und viel Empathie, so dass man prima mitfühlen konnte. Am Ende fiel selbst dem Zuschauer ein kleiner Stein vom Herzen – auch wenn das Finale etwas überzogen erschien. Ihre Leistung war jedenfalls sehr gut.

„Genug“ bastelt um ein empfindliches Thema einen soliden Thriller, der mit einer tollen Hauptdarstellerin und einigen klugen Ansätzen glänzen kann. Optisch stilsicher und mit auffallender Musik unterlegt, ergibt sich ein anschaubares Gesamtbild mit Kurzweil – bei dem seine wichtige Message trotz leichtem Beigeschmack dennoch rüber kommt.

6,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Pregau – Mörderisches Tal (Mini-Serie)

Inhalt

Pregau ist ein kleines verschlafenes Städtchen im schönen Österreich. Hier geht es noch sehr ländlich zu und Jeder kennt noch Jeden. Eigentlich genau der richtige Ort, um vom stressigen Alltag in der Großstadt herunterzukommen und als Polizist etwas ruhiger seinen Dienst zu verrichten. Hannes Bucher hat jedoch nicht mit den Feindseligkeiten innerhalb der Gemeinde gerechnet und wie sehr einige Dinge eskalieren können…

Fazit

Per Zufall bin ich über diese vierteilige Mini-Serie gestolpert und wollte ihr so Nebenbei einfach mal eine kleine Chance geben. Was mich in den rund 6 Stunden allerdings erwartete, war unerwartet packend und stimmig präsentiert.

Optisch erinnerte die Serie an die üblichen Produktionen der Region. Bei den hübschen Bildern kam schnell ein Urlaubsfeeling auf und der krasse Kontrast zu den schlimmen Ereignissen war schon sehr gelungen und zuweilen herrlich bizarr. Atemberaubende Aufnahmen standen Intrigen und sogar blutigen Morden gegenüber – in der Gegend war mehr los, als es auf den ersten Blick schien.

Natürlich wirkt die Handlung mit ihren herben Zufällen oftmals arg konstruiert, doch dies tat der Unterhaltung wahrlich keinen Abbruch. Schnell entwickelte sich ein angenehmer Sog und man konnte sich kaum vom Bildschirm lösen. Die Rädchen griffen perfekt ineinander und trotz gewissem „Vorhersehbarkeits-Faktor“, wurde man immer wieder überrascht.

Das Gezeigte war spannend, witzig, zum Teil sogar ein wenig tiefgründig und triefend vor schwarzem Humor. Einigen Gesellschaftsschichten wurde ein passender Spiegel vorgehalten und auf einfache Weise wurde Politik auf dem Land erklärt. Für sämtliche Situationen gabs ansehnliche Beispiele und oftmals konnte man sich folgende Konsequenzen immer wieder im Kopf ausrechnen.

Die Darsteller waren allesamt grandios und wuchsen trotz ihrer Macken schnell ans Herz. Niemand hatte eine reine Weste und selbst vor dem Pfarrer machte das skurrile Kleinstadtportrait keinen Halt.

Es wurden jedoch keine dümmlichen Klischees bedient, sondern tatsächlich Figuren mit Kontur und ausgearbeiteten Hintergründen geschaffen. Jeder hatte Ecken und Kanten und irgendwie konnte man trotzdem eine gewisse Sympathie zu fast allen Beteiligten aufbauen. Es gab keine echten Helden, aber auch keine echten Bösewichte. Einfach ziemlich gut aus dem Leben gegriffene Personen mit eigenen Motivationen.

„Pregau“ ist ein Wechselbad der Gefühle – was in diesem Falle absolut nicht negativ gemeint ist. Er nimmt das gängige Bild von verschlafenen Örtchen und deren Seilschaften schön auf die Schippe und liefert so ganz nebenbei einen echt gelungenen Thrill mit hohem Unterhaltungswert. Wer sich auch nur ansatzweise für deutsch/österreichische Produktionen begeistern und sich auf einen etwas anderen Heimatfilm einlassen kann, erhält eine wirklich tolle Serie mit hohem Sucht- und Kultfaktor.

8/10

Fotocopyright: LEONINE

Speed

Inhalt

Die Polizei bekommt den Hinweis, dass in einem Linienbus eine Bombe versteckt sei und diese zündet, sobald er weniger als 50 Meilen auf dem Tacho hat. Polizist Jack Traven vermutet hinter diesem perfiden Akt einen alten Widersacher und bringt sich erst einmal an Board des gefährlichen Fahrzeugs…

Fazit

Es ist schon ein paar Jahre her, aber ich kann mich noch gut erinnern, als „Speed“ damals ins Kino kam und welch Werbekampagnen oder „Making ofs“ im Fernsehen zu bestaunen waren. Der Film war eine recht große Nummer und für damalige Verhältnisse schon top besetzt. Der Plot war noch relativ frisch – und zog über einen längeren Zeitraum noch etliche mehr oder weniger gelungene Nachahmer mit sich.

Noch heute gefällt das Spektakel ziemlich gut und vor allem der kurzweilige Verlauf vermag noch immer ordentlich zu punkten. Das Tempo ist genau richtig und der Cast noch immer sehenswert. Besonders toll wirken die handgemachten Effekte und Stunts, die nicht mit übertriebenen CGI aufwarten und hierdurch auch gar nicht mal so schlecht gealtert sind.

Die Story und deren Entwicklung ging in Ordnung. Obwohl die Prämisse und einige Ideen recht originell waren, litt immer die Glaubwürdigkeit – welche im Kopf einfach mal bei Seite gelegt werden muss. Der Film bezieht seinen Unterhaltungswert durch hohes Tempo und den verrückten Aktionen während der wilden Fahrt, welche im Grunde gar nicht mal so absurd erschienen. Man konnte eigentlich alles ganz gut nachvollziehen und im Rahmen eines simplen Actionstreifens doch recht gut verdauen.

Bullock und Reeves bildeten damals ein schönes Paar, welches sich über die Jahre nicht zum ersten Mal filmisch über die Füße lief. Die Beiden harmonierten gut miteinander, wobei ich den Machern anrechne, es lediglich beim leichten flirten zu belassen und keine unnötige Romanze etabliert zu haben. Hopper gab natürlich einen überragenden Bösewicht, während Jeff Daniels vor allem mit seinen Grimassen im Gedächtnis blieb.

Durch seine liebevolle Machart wirkt „Speed“ weit weniger angestaubt, als zunächst befürchtet und der Spaßfaktor ist dank gehörigem Charme der 90iger sowieso zugegen. Er reiht sich definitiv in die Riege der Evergreens ein und landet in regelmäßigen Abstand gerne im Player. Er gehört zwar nicht zu meinen absoluten Favoriten, doch hat er irgendwo schon einen Stein im Brett. Solide Action bleibt solide Action.

7,5/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

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