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Schlagwort: Stephen King (Seite 1 von 2)

Stephen King: Moral

Inhalt

Chad und Nora sind ein normales Ehepaar, dass hin und wieder mit finanziellen Sorgen zu kämpfen hat. Sie schlagen sich beide als Aushilfslehrer durch und Chad versucht nebenher noch an seinem Buch zu arbeiten. Plötzlich bekommen die beiden ein unmoralisches Angebot, welches die Geldsorgen auf nächste Zeit locker beseitigen könnte…

Fazit

Die Geschichte klingt zunächst etwas anzüglicher, als sie eigentlich ist – befremdlich war das Spektakel allerdings schon auf eine seltsame und irgendwie fesselnde Weise.

Obwohl bereits der Buchtitel deutlich auf das Thema „Moral“ hinweist, werden dem Leser jedoch relativ leicht verdauliche Entscheidungen präsentiert – die jetzt nicht unbedingt zum Hadern mit sich selbst aufrufen und nur lediglich einige „Verstöße“ der Protagonisten aufzeigen.

Trotz oder wegen seiner seltsamen Prämisse fesselt die kleine Geschichte bis zum bitteren Ende. Die paar wenigen Aktionen und Wendungen waren schlecht vorhersehbar und deshalb so spannend zu lesen. Die Texte waren gut geschrieben und typische King-Ausdrucksweise verrieten die Handschrift des Meisters.

Über die Glaubwürdigkeit der Geschichte lässt sich sicherlich streiten, doch ganz in die Ferne würde ich die Handlung nicht unbedingt schieben. „Moral“ ist eine kleine, feine und ungemein packende Angelegenheit – dir mir zwar wenig über das namensgebende Thema vermittelt hat, aber zwei äußerst unterhaltsame Mittagspausen beschert hat.

8/10

Stephen King: Das Pfefferkuchen-Mädchen

Inhalt

Der Tod des Babys war auch gleichzeitig der schleichende Tod ihrer Beziehung. Als es Emily zu Hause einfach nicht mehr aushält, taucht sie in Strandhaus ihres Vaters ab und sucht ihr Glück beim Laufen…

Fazit

Eigentlich wollte ich die Inhaltsangabe noch einen kleinen Ticken ausführlicher gestalten, doch dann wäre bei dieser kurzen Geschichte einfach zu viel verraten worden. Es sei jedoch gesagt, dass sich die Handlung ab einem gewissen Punkt dramatisch verändert und so mit den bis dato gedachten Erwartungen bricht.

Die Wendung mag an sich schon krass, aber erzähltechnisch nicht unbedingt neu sein – doch sie wertet das Geschehen ungemein auf und verleiht dem anfänglich eher ruhigen Geschehen einen ordentlichen Turbo. Entsprechend hoch dann auch die Spannungskurve, die bis zum bitteren Ende in hohen Regionen verweilt und den Zuschauer überdies mit einigen blutigen Details versöhnlich stimmt.

Der Schreibstil ist gewohnt gut und man fühlt den echten King vor sich. Die geschmacklosen Passagen wurden bildhaft umschrieben und der Kopf kann diese Elemente prima zum Leben erwecken. Auch fühlt sich die Wortwahl passend an und man fühlt sich gleich wie zu Hause – was ich von anderen Stories des Meisters zuletzt nicht immer behaupten konnte.

„Das Pfefferkuchen-Mädchen“ ist eine unverkennbare Geschichte aus der Feder von King und macht nach drögen Auftakt so richtig Spaß. Klar wird hier wenig bahnbrechend Innovatives aufgetischt, doch der Kurzweil ist dies nicht abträglich. Wer wieder eine etwas härtere Angelegenheit schmökern möchte, liegt hier jedenfalls goldrichtig und dürfte am Ende trotz aller Grausamkeiten fröhlich gestimmt sein.

7,5/10

Stephen King: LTs Theorie der Kuscheltiere

Inhalt

TS erzählt den Kollegen, wie ihn seine Frau verlassen hat. Er kam von der Arbeit nach Hause und fand nur einen Zettel am Kühlschrank vor. Er sinniert darüber, wie es soweit gekommen war – und ob deren Haustiere nicht einen Teil dazu beitrugen…

Fazit

Nicht jede Kurzgeschichte von Horrormeister King kann ein Highlight sein und so gehört „LTs Theorie der Kuscheltiere“ für mich definitiv nicht dazu. Auch wenn sich das Geschriebene relativ gut gelesen hat, war es nicht frei von Längen und vor allem nicht immer sonderlich interessant.

Zu Beginn ist das Sinnieren über besagte Haustiere noch ganz witzig, doch ab einem gewissen Punkt fehlt einfach die Abwechslung. Es werden die immer gleichen Dinge thematisiert und die anfängliche Euphorie flacht schnell ab. Die Geschichte steht vor der Belanglosigkeit und selbst eine grobe Hintergrundgeschichte um einen Axtmörder peppt den Hauptteil einfach nicht auf.

Die Charaktere blieben flach und austauschbar – obwohl ja zumindest einer aus seiner Sicht darüber spricht. Es wird viel gelabert, aber nicht immer zum Punkt gekommen. Der Verlauf hat Hänger und erscheint selbst für eine Kurzgeschichte somit relativ ineffizient.

Der Titel klang irgendwie interessant und erinnerte wohl nicht rein zufällig an ein anderes bekanntes Werk des Autors, doch für meinen Geschmack ging es zu langatmig zur Sache. So manche Idee war nett, aber zu unausgegoren umgesetzt. Ansätze von schwarzem Humor waren zugegen, aber zu uninteressant umschrieben. Für mich klarer Durchschnitt und keine Pflichtlektüre.

5/10

Stephen King: Der Finger

Inhalt

Eines Abend bemerkt Howard Mitla komische Kratzgeräusche aus dem Bad. Zu seiner Verwunderung entdeckt er daraufhin einen abgetrennten Finger der quicklebendig scheint. Statt seiner Frau davon zu berichten, versucht er den Störenfried auf jedoch auf eigene Weise loszuwerden…

Fazit

„Der Finger“ ist ein echter King, was man an vielen Merkmalen deutlich herauslesen kann. Die Geschichte ist frech und flott formuliert und der Inhalt rund um das abgetrennte Körperteil herrlich verrückt.

Natürlich sollte man bei einer Kurzgeschichte wieder keine ausführlichen Charakterzeichnungen oder komplexe Handlung erwarten, doch zumindest bei der Erklärung seiner Figuren gab man sich schon die nötige Mühe und vergaß auch glücklicherweise den Humor nicht.

Sicherlich ist die Handlung recht bizarr und Aktionen darin nur bedingt nachvollziehbar, doch der Unterhaltungswert ist auf jeden Fall durchwegs gegeben. Der Text insgesamt ist sehr gut verständlich, bildlich umschrieben und jederzeit klar. Wir wissen stets, wer gerade spricht oder etwas tut.

Kurze Geschichte, kurzes Fazit. Für mich gehört „Der Finger“ zu den besseren Mini-Werken von King und hat mich mit seinem ungewöhnlichen Inhalt sehr gut bei Laune gehalten. Das Teil hat sich prima gelesen und nicht selten zum Schmunzeln angeregt. Fans kommen auf jeden Fall auf Ihre Kosten.

7/10

Stephen King: Der Jaunt

Inhalt

In naher Zukunft ist das Teleportieren von Punkt A zu Punkt B eine Selbstverständlichkeit geworden. Als die Familie von Mark Oates zum ersten mal auf eine solche Reise geht, fragen sie dem Vater vor dem „Abflug“ einige Löcher in den Bauch. Dieser versucht die Entwicklung dieser Technologie möglichst kindgerecht zu erklären…

Fazit

Mit „Der Jaunt“ (so der Name für dieses Teleportieren) liefert King mal wieder eine witzige Kurzgeschichte für Zwischendurch ab. Diese ist wirklich spannend und recht einfach verständlich geschrieben, dass es keine Verständigungsprobleme – dafür aber hohe Sogkraft und einige Schmunzler gab.

Obwohl mich das Thema zunächst gar nicht so recht interessiert hat, konnte King mich mit tollen Gedankenbildern und einer einigermaßen glaubhaft konstruierten Historie überzeugt und zum „dranbleiben“ überredet.

Bei der Handlung an sich dreht es sich hier mehr um eine Geschichte in der Geschichte. Der Hauptakt ist relativ kurz und in wenigen Sätzen abgehandelt – aber die Brücke dorthin wird mit einer spannenden fiktiven Story rund um den Erfinder des Teleportierens witzig ausgefüllt. Am Ende werden dann beide Stränge mit wenigen Worten verständlich zusammengeführt und das Schmunzeln bleibt im Halse stecken.

„Der Jaunt“ ist eine Kurzgeschichte und da kann man nicht allzu viel im Bezug auf Charakterausbau erwarten und da war in der jetzigen Form auch nicht weiter erforderlich. Das Teil lass sich sehr gut weg und das langsam aufgebaute ungute Gefühl bildete dann letztlich einen passenden Abschluss. Fans des Horror-Meisters können bedenkenlos reinblättern.

7/10

Nightmares & Dreamscapes: Nach den Geschichten von Stephen King

Inhalt

Die Mini-Serie „Nightmares & Dreamscapes“ behandelt 8 Kurzgeschichten von Horrormeister Stephen King, die fast allesamt mit einem bösen Erwachen enden…

Fazit

Ich mache mir jetzt nicht die Mühe zu jeder einzelnen Episode eine ausführliche Inhaltsangabe zu schreiben und fasse das Gesamtwerk in dieser Kritik mal zusammen.

Erst vor ein paar Tagen habe ich mir noch eine Adaption der Geschichte „Verdammt gute Band haben die hier“ gewünscht und gar nicht bemerkt, dass sie schon etliche Jahre ungesehen in der Sammlung schlummert. Die DVD-Box von „Nightmares & Dreamscapes“ habe ich vor langer Zeit mal in der Videothek erworben – und bis auf die erste Folge nicht weiter geschaut. Nun hatte ich endlich die Muse dazu und bin am Ende etwas geteilter Meinung.

Die Geschichten sind teils recht originell („Battleground“, „Das Ende vom Ende“, „Rock ’n’ Roll wird niemals sterben“), aber teils auch bodenständig und relativ vorhersehbar. Die Qualität schwankt und obwohl es keine echten Ausreißer nach unten gab, gab es auch keine hervorstechenden Highlights.

Da die Serie schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, bemerkt man durchwegs den Zahn der Zeit. Alles ist auf TV-Niveau inszeniert und die paar CGI-Effekte heute nicht mehr der Rede wert. Zwar gab es die Beteiligung einiger cooler Gaststars wie William Hurt, Claire Forlani, Tom Berenger oder William H. Macy – die allesamt wohl eher wegen der Thematik an sich, statt des großen Geldes mitgewirkt haben.

Die meisten Handlungsstränge haben mich aufgrund ihrer hier präsentierten Erzählweise sehr an „Outer Limits“ erinnert, obwohl ein Moderator natürlich gefehlt hat. Die in sich abgeschlossenen – und nicht zusammenhängenden – Episoden hatten zumeist ein offenes Ende und klärten den Kern der Sache meistens nicht auf. Dies erwies sich stellenweise als korrekte Entscheidung, manchmal ließ es aber auch fragend zurück. Da ich allerdings einen Teil der Geschichten selbst gelesen habe, kann ich jedoch die korrekte Umsetzung derer in dieser Form bescheinigen.

Ich liebe King und sauge eigentlich alles an seinen Werken auf und hatte trotz kleinerer Unzulänglichkeiten durchaus meinen Spaß mit „“Nightmares & Dreamscapes“. Gute Folgen wogen eher unspektakuläre auf und so war das Gesamtresultat durchaus in Ordnung. Sicherlich bemerkt man das mangelnde Budget an vielen Ecken, doch unterm Strich zählt die Originalität und die war stellenweise außergewöhnlich hoch.

7/10

Fotocopyright: Warner Home Video

Stephen King: Verdammt gute Band haben die hier

Inhalt

Fast schon haben Mary und Clark die Hoffnung aufgegeben. Seid Meilen nur Landweg und keine Menschenseele, doch plötzlich taucht ein Schild vor ihnen auf und die Straße wird besser. Der Schild preist die Ortschaft „Rock`n Roll Heaven“ an, welche ihrem Namen alsbald mehr als gerecht wird…

Fazit

Einer Geschichte wie diese gehört eigentlich eine tolle filmische Umsetzung spendiert. Zwar gab es meinen kurzen Recherche zur Folge einmal eine Serien-Episode, aber die wird dem Potential der Grundidee sicherlich nicht gerecht.

Selten habe ich in einer Kurzgeschichte so viel geschmunzelt und selten habe ich auch so viel parallel bei Wikipedia nachgeschaut. King bringt auf wenigen Seiten so viele Figuren unter, dass es einfach eine Freude ist, deren Auftritte zu erleben und deren Namen noch einmal nachzulesen. Er trifft mit seinem Umschreibungen voll ins Schwarze und vor geistigen Auge manifestiert sich eine perfekte Illusion seiner Gedanken. Ich konnte mein Kindle bis zum bitteren Ende kaum aus der Hand legen und noch hallen die Gedanken nach.

Zwar bin ich voll des Lobes und trotzdem schneidet das Spektakel insgesamt nur überdurchschnittlich gut ab. Das liegt an der Natur der Kurzgeschichte. Gerade kommt das Geschehen voll in Fahrt und der Leser ist voll dabei, da kommt der „Ende“-Schriftzug und es ist vorbei. Oftmals sollte man Aufhören, wenn es am Schönsten ist – hier aber hätte man sich noch so viel vorstellen können und die witzige Prämisse ruhig noch etwas ausschlachten können.

Wer sich ein bißchen für Rock`n Roll interessiert und nicht unbedingt ein großer Fan des Horrormeisters ist, sollte auf seine Kosten kommen. King serviert uns hier eine bitterböse und zugleich unfassbar schöne Handlung, die leider viel zu früh zum Ende kommt und locker für einen Wälzer herhalten könnte. Ich würde es begrüßen, wenn ich z.B. Netflix der Thematik annehmen und einen tollen Spielfilm aus dem bemerkenswerten Auftakt basteln würde. Gerade mit heutiger Technik sollte die Immersion perfekt sein.

7/10

Stephen King: Autopsieraum vier

Inhalt

Im Autopsieraum wartet eine Leiche zur Untersuchung. Es handelt sich um einen Mann mittleren Alters, der scheinbar beim Golfen eine Herzattacke hatte und direkt zusammenbrach. Wir erleben die Geschichte jedoch aus Sicht des Mannes, der da nun auf seine Obduktion wartet und vielleicht noch gar nicht tot ist…

Fazit

Zwischen zwei etwas umfangreicheren Romanen, musste ich mir einfach noch einmal eine Kurzgeschichte von King geben und wurde erwartungsgemäß nicht großartig enttäuscht.

Die Handlung steigt direkt beim Eingemachten an und fordert dem Leser zunächst etwas Orientierung ab. Dank flotter Sprüche und flüssiger Schreibweise klappt der Einstieg dann aber recht gut und die überschaubare Seitenanzahl ist schnell abgearbeitet.

Der Plot war jetzt nicht wahnsinnig originell – aber immerhin so unterhaltsam, dass man am Ball blieb und das Finale nicht verpassen wollte. Sonderlich überraschend war dies zwar auch nicht gestrickt, doch gemessen an dem knappen Text echt in Ordnung.

Zum Design der Figuren gibt es relativ wenig zu berichten, da hauptsächlich aus der Sicht unserer vermeintlichen Leiche berichtet wird. So nach und nach erfahren wir ein paar Details aus seinem Leben, die restlichen Charaktere blieben außen vor (was auch nicht für die Tiefe der Story erforderlich war).

Es ist immer schwierig, etwas zu einer Kurzgeschichte zu sagen. Diese hier war recht witzig, aber kein unbedingtes Muss. Sofern man die Zeit erübrigen kann und etwas typisches von King Schmökern möchte, darf man gerne zugreifen.

6/10

Stephen King: Der Fall des Doktors

Inhalt

Detektiv Sherlock Holmes und sein Assistent Watson werden zu einem Tatort gerufen. Angeblich soll ein reicher Geschäftsmann noch vor ausgebreitetem Testament Selbstmord begangen haben, doch irgendwas scheint faul bei der Sache. Sherlock lässt sich bezüglich der Verdächtigen unterrichten und beginnt zu Kombinieren…

Fazit

Eine waschechte „Sherlock Holmes“-Geschichte aus der Feder von Horrormeister Stephen King, klang im ersten Moment mehr als ansprechend – doch wieder mal wurde das knappe Format (ca. 60 Seiten) dem Mythos nicht vollkommen gerecht.

Die Handlung ist grundsätzlich nett erdacht und passend für die geringe Seitenanzahl gewählt, aber trotzdem wollte das Ganze nicht so recht zünden. Obgleich so wenig Text, so groß doch die Längen darin. Die Geschichte plätscherte vor sich hin und konnte selbst mit ihren „Gedankenblitzen“ nicht zünden.

Zum Einen hat man alles irgendwo schonmal gekannt und bereits zu Beginn eine genaue Vorstellung im Kopf, zum Anderen hielt die Handlung keinerlei typischen King-Elemente (Dialoge oder auf irgendeine Art schräge Einfälle) parat. Die Geschichte könnte aus der Hand eines x-beliebigen Autors stammen und lässt den gewohnten Charme vermissen.

Natürlich ist „Der Fall des Dokotors“ nur eine weiterer, kleiner Erguss aus der Feder von King und sollte im Gesamten nicht allzu kritisch betrachtet werden. Insgesamt lass sich das Teil gut und schnell runter – wird aber ebenso rasch wieder vergessen sein. Es fehlt das Markante, das Ungewöhnliche, der typische Geschmack der bisherigen Werke.

5/10

Stephen King: Der Hometrainer

Inhalt

Als Sifkitz seine Cholesterinwerte beim Arzt erfährt, setzt ein rasches Umdenken im Kopf des Werbezeichners ein. Er beschließt nicht nur seine Ernährung umzustellen, sondern sich auch einen geeigneten Hometrainer anzuschaffen und die überfälligen Kilos abzuarbeiten. Es dauert also nicht lange, bis er jeden Tag auf dem Fahrrad in seinem Keller zubringt und sich dabei die wildesten Geschichten in den Kopf pflanzt…

Fazit

Noch immer beschäftigen mich die Kurzgeschichten von Meister King. Sie sind so fantasievoll, wie zahlreich und immer perfekt für das Lesen im Bus oder der Mittagspause geeignet. Mittlerweile wähle ich schon per Zufallsprinzip (Augen zu und Fingertipp) aus und diesmal schlug mir das Kindle die Novelle mit dem klangvollen Namen „Der Hometrainer“ vor.

Ehrlich gesagt konnte ich mir unter diesem Titel nichts vorstellen – doch der Autor wusste schon, wie er daraus eine witzige Handlung konstruiert und den Leser über knappe 60 Seiten bei Laune hält. Zwar nicht unbedingt extrem genial, aber immerhin ganz humorvoll und auf jeden Fall sehr ungewöhnlich.

Das Gute an dieser verqueren Geschichte ist sicherlich die mangelnde Vorhersehbarkeit, welche die Spannungskurve sichtlich nach Oben treibt und das Finale quasi bis zum Ende im Ungewissen lässt. Zwar konnte man sich einige Dinge im Verlauf durchaus zusammenreimen, so wirklich sicher war man sich aber nicht.

Schade jedoch, dass alles im Grunde doch recht simpel zu Ende gestrickt wurde und kein so richtig neuer Ansatz zum Tragen kam. Auf der anderen Seite jedoch besser, als einfach einen offenen Ausgang (wie in so vielen seiner Kurzgeschichten) zu präsentieren.

Der Schreibstil ist gewohnt locker und obgleich eine Art von Tagträumen vorlag nicht unbedingt zu komplex geraten. Man weiß eigentlich immer direkt, welche Ereignisse wie einzunorden sind und die Übersicht geht nie verloren. Vielleicht musste man hin und wieder einen Satz doppelt lesen, aber das war in Ordnung und kein Beinbruch.

Es ist nicht leicht bei einer Kritik zu einer solch kurzen Story spoilerfrei zu bleiben und nicht das halbe Geschehen durch Genörgel zu verraten. „Der Hometrainer“ war leicht schräg, leicht witzig und irgendwie leicht seltsam, aber so richtig sprang der Funke trotz seiner netten Voraussetzungen nicht über. Die investierte Zeit war sicherlich nicht total verschwendet, aber der richtige Kick für eine uneingeschränkte Empfehlung blieb schlichtweg aus.

6/10

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