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Schlagwort: Sport

Aus Liebe zum Spiel

Inhalt

Der gealterte Baseball-Star Billy Chapel steht kurz vor seinem endgültigen Ruhestand, doch seiner Herzensdame scheint dies nicht schnell genug zu gehen. Sie befindet sich bereits auf dem Weg ins Ausland, während er noch einmal seine letzten Würfe im Stadion vollführt. Wir erleben in vielen Rückblenden, wie die Liaison überhaupt begann…

Fazit

Vor Jahren habe ich diesen Film bereits auf irgendeinem Medium gesehen und vor ein Tagen zufällig auf Prime wieder entdeckt. Die Erinnerungen waren recht löchrig – und ziemlich schnell wurde klar, warum weite Teile des Geschehens schon so schnell wieder vergessen waren.

Grundsätzlich mag ich Costner recht gern und habe selbst für seine schwächeren Filme ala „Waterworld“ oder „Postman“ sogar etwas Sympathie, aber hier hätte mir die Ausrichtung direkt klar sein müssen. Der Sport an sich spielt hier eine extrem untergeordnete Rolle und sollte bestenfalls als keine Randerscheinung vermerkt werden. Der Fokus lag klar auf der Lovestory – die zwar sympathisch gemacht war, aber mit kleineren Längen zu kämpfen hatte.

Ob Sportprofi oder nicht. Das Kennenlernen der beiden Protangonisten verlief relativ unspektakulär und das Aufkeimen derer Beziehung nach gewohntem Schema. Selbst kleinere Entgleisungen ließen kaum an Fortbestand selbiger zweifeln und alles Andere als ein Happy-End wäre sowieso seltsam gewesen. Die meiste Zeit plätschert das Geschehen ohne nennenswerte Highlights vor sich hin und zog sich gelegentlich in die Länge. Die Aufmerksamkeit riss zwar nicht ab, aber spektakuläre Unterhaltung schaut anders aus.

Die Chemie zwischen Costner und Kelly Preston hat soweit gepasst, der Rest vom Cast ging auch in Ordnung. Alles machten ihren Job gut, übermäßig zu Loben fällt mir allerdings schwer. Die Akteure agierten – wie auch die gesamte Inszenierung – auf einem routinierten, jedoch nicht zu übertrieben brachialen Niveau. Die Optik war hochwertig, der Soundtrack passend – alles eben ganz solide und nicht gerade weltbewegend.

Wer auf Liebesschnulzen steht, kommt bei „Aus Liebe zum Spiel“ wohl auf seine kosten. Wer hingegen nach einem ernsthaften Sportdrama Ausschau hält, dürfte etwas enttäuscht werden. Im Großen und Ganzen ging das Teil als lockere Romanze durch, obgleich es hier einen Ticken kompakter auch getan hätte.

6/10

Fotocopyright: WVG Medien GmbH

Embattled – Der Kampf ihres Lebens

Inhalt

MMA-Fighter Cash war nie ein guter Vater und hat nach etlichen Jahren erst wieder Kontakt zu seinem Sohn aus vorheriger Ehe. Dieser ist ebenfalls Kampfsportler und möchte es seinem erfolgreichen Erzeuger gleich tun. Er beginnt bei ihm zu trainieren und plötzlich keimen unschöne Erinnerungen an die Kindheit auf…

Fazit

Im Bereich des Box-Sportes gibt es jede Menge hochwertige Filme, doch das vergleichsweise junge MMA-Genre ist uns einen echten Knaller bis dato noch schuldig geblieben. Mit „Born a Champion“ hat man schon einmal einen Schritt in die richtige Richtung gewagt und mit „Embattled“ ist der Knoten nun endgültig geplatzt.

Was uns die Autoren des Kultstreifens „American History X“ hier servieren, ist einfach mitreißend und perfekt ausbalanciert. Die Geschichte orientiert sich wohl bei wahren Begebenheiten, ohne eine direkte und exakte Biografie sein zu wollen. Der Twist klingt ja auf den ersten Blick auch recht ungewöhnlich, aber seine intensive Figurenzeichnung macht die Lage greifbar und verständlich.

Obwohl Stephen Dorff nicht mehr zu den jüngsten Akteuren – für eine solche Rolle – gehört, gibt er sich durchtrainierter denn je und überzeugt mit seiner Überheblichkeit auf ganzer Länge. Er gibt dem Kotzbrocken Kontur und lässt uns zuweilen tief in die Psyche solcher Personen blicken. Großartige Darbietung und großartiges Script kann ich dazu nur sagen. Der Rest war zwar nur unwesentlich schwächer, aber Dorff hat mich am meisten fasziniert. Kannte man das „Hemdchen“ noch als Decon Frost („Blade“) zeigt sich hier ein harter Fighter mit stählendem Körper.

Selbst wenn man für die Sportart wenig übrig hat, sollte man einen genaueren Blick auf dieses Familienepos wagen. Sicherlich gibt es ein paar derbe Gefechte, doch die Bilder aus dem kurzen Rückblenden schockieren letztlich noch viel mehr. Der Streifen greift viele Themen äußerst behutsam an und zeigt keinerlei Schwächen. Selbst in ruhigeren Passagen stimmt das Pacing und die Spannung hielt bis zum bitteren Ende ohne jegliche Einbrüche an. Für mich definitiv eines der besten (Sport-)Dramen der letzten Zeit und ein Lichtblick für alle MMA-Fans obendrein.

8,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Helden aus der zweiten Reihe

Inhalt

Ein Streik von Profispielern sorgt für Probleme in der Football-Liga. Um den Spielbetrieb irgendwie Aufrecht zu erhalten, setzt Couch Jimmy McGinty auf ehemalige Stars, die zumindest für die letzten vier Events zum Einzug in die Play-Offs herhalten sollen. Nach einem eher mäßigen Start, formiert sich eine beachtliche Mannschaft, die bei den Streikenden jedoch sauer aufstößt…

Fazit

Auch wenn die Prämisse des Streifens sich an wahren Begebenheiten orientiert, wirkt alles wie ein dürftiger Rahmen, um eine seichte Sportkomödie zu präsentieren und das Ergebnis kann trotz einiger witziger Passagen nicht vollends überzeugen.

Positiv ist sicherlich der großartige Cast, der mit prominenten Namen wie Gene Hackmann, Jack Warden, Jon Favreau oder Keanu Reeves auf den ersten Blick mächtig Eindruck schinden konnte. Die Promis an sich machten ihre Sache schon passabel, doch die große Freude wollte sich irgendwie nicht einstellen.

Für mich hat der Film einfach keinen guten Mittelweg gefunden. Er versuchte auf der einen Seite an Gefühle zu appellieren und eine gewisse Dramaturgie zu entwickeln, um dann mit dämlichen Gags die gute Stimmung wieder zu verhageln. Dabei spielte nicht einmal die mangelnde Glaubwürdigkeit im Gesamten eine entscheidende Rolle, vielmehr ist es die Unausgewogenheit seiner Bestandteile.

Nicht nur wegen seiner Darsteller, auch wegen einiger schöner Sportszenen hatte das Werk mächtig Potential. Die Footballszenen waren optisch astrein in Szene gesetzt, wurden jedoch von übertrieben vielen Cheerleader-Aufnahmen leider im Wert gemindert. Vielleicht hätte man die Scherze hier zurückfahren und zumindest ein audiovisuell überzeugenderes Drama abliefern können – ohne dabei seine grundsätzlich witzige Ausrichtung vergessen zu müssen.

Kurz nach dem Welterfolg „Matrix“ hatte man mit Reeves ein perfektes Zugpferd vorzuweisen, doch auf reiner Filmseite war nur ein laues Lüftchen vorzuweisen gewesen. Der Streifen hatte seine Momente und unterhielt irgendwo schon ganz solide, doch der berühmte Funke wollte nicht zünden. Da es wesentlich bessere Genrevertreter gibt, würde ich eher zur Konkurrenz greifen. Schlecht ist der Streifen nicht, auch das Finale hat prinzipiell Laune gemacht – doch der Unterhaltungsfaktor insgesamt war eher so lala.

5,5/10

Fotocopyright: LEONINE

Skinning – Wir sind das Gesetz

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Novica ist eher der ruhige und intelligente Schüler, der scheinbar auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben ist. Als ihm ein Klassenkamerad zu Vorlesungen zwielichtiger Professoren und zu gewaltdurchtränkten Fußballspielen mitnimmt, fällt endlich der Groschen. Novica bricht aus seinem bisherigen Dasein aus und mutiert zu einem vermeintlich harten Kerl…

Fazit

Ich habe diesen Titel bestimmt schon drei oder viermal gesehen und dennoch zieht das Geschehen immer wieder in seinen Bann. Auch wenn das Setting zuweilen äußerst amateurhaft anmutet, so fesselt es an den Schirm und lässt am Ende mit einem Kloss im Hals zurück.

Die Macher haben ein gutes Bild von einer verzweifelten Jugend kreiert, dass so sicherlich auch in anderen Länden anzutreffen ist. Man fühlt die Hilflosigkeit der Gesellschaft, mangelnde Alternativen für die Jugend – und ein Staatsapparat, der – in diesem Falle – noch stark von seiner jüngsten Vergangenheit geprägt ist und nicht unbedingt viel zur Besserung der Lage beiträgt.

Während die Hauptdarsteller brillant agierenden, durfte man sich durchaus über die Besetzung der Figuren am Rande streiten. Man schien zum Teil viel zu junge und nicht der Rolle gewachsenen Personen mit wichtigen Aufgaben betraut zu haben, aber darüber muss man einfach mal hinwegsehen. Auch waren nicht alle Kostüme oder Effekte perfekt, doch die Immersion hielt sich erstaunlich gut.

Die Handlung ist so authentisch, wie spannend. Mich würde jedenfalls nicht wundern, wenn wahre Ereignisse zu Grunde lagen und quasi 1 zu 1 umgesetzt wurden. Hier rechne ich wieder hoch an, einige Dinge gekonnt zu hinterfragen, aber nie die berühmte Moralkeule zu schwingen. Der Zuschauer muss sich schon eigene Gedanken bezüglich der Hauptfigur machen – und traurigerweise kann man fast alles ein Stück weit verstehen und auf die schnelle nicht unbedingt Alternativen aufzuzeigen.

Es ist witzig, aber auch traurig, wie sehr sich die jungen Rabauken hier an manch Werte festhalten und verklärt für sich vereinnahmen. Dies macht zumindest etwas klarer, warum wir manchmal befremdliche Bilder aus dem Ausland sehen – und nicht verstehen, warum diese sich heute so verhalten und damals eigentlich enorm leidtragende gewesen waren.

„Skinnig“ ist harte Kost, die durch seine etwas billig wirkende Inszenierung seine Intensität noch etwas unterstreicht und durchaus zu schockieren vermag. Das Werk vermittelt einen krassen Einblick einer im Stich gelassenen Jugend während einer Veränderung seiner Regierung und wie gefährliche Menschen ihren Nutzen daraus ziehen möchten. Wer sich für die Thematik interessiert, findet einen kleinen ungeschliffenen Rohdiamanten, der einen genaueren Blick auf jeden Fall wert ist.

8/10

Fotocopyright: KSM GmbH

Kicking Off-Anstoss zur 3. Halbzeit

Inhalt

Auf den ersten Blick sind sie Geschäftsmänner, Lehrer oder gehen anderen angesehenen Berufen nach, doch in ihrem anderen Leben schlagen sie sich gerne mit rivalisierenden Fussballfans. „Teacher“ und seine Leute repräsentieren eine hoch geachtete „Firma“, doch scheinbar gibt es einen Verräter in den eigenen Reihen…

Fazit

Meine Schwäche für solche Art von Filmen habe ich ja schon oft durchklingen lassen. Auch wenn es hier relativ wenig vom echten Rasensport an sich zu betrachten gab, ist der Einblick in das Leben seiner Problemfans viel tiefer als bei manch Mitbewerbern gestaltet – und ist überaus unterhaltsam ausgefallen.

„Kicking off“ zeigt eindrucksvoll wie sich Menschen von verschiedenen Seiten zeigen können und die Gewalt zum Ausgleich ihrer biederen Jobs benötigen. Sicherlich nimmt man gerade „Teacher“ seine Rolle als braver Lehrer vom Schauspiel her nicht hundertprozentig ab, doch man kann sich gut in sein Wesen hineinversetzten.

Allgemein haben mir die Darsteller sehr gut gefallen. Die – zumindest in unseren Gefilden – eher unbekannten Gesichter machen ihre Sache vorzüglich und wirken nicht so sehr wie unglaubwürdige Schönlinge, die man so in Hollywood sehen würden. Mit stilechten Marken und sogar einer Betonung, wie sehr elegante Kleidung zum Lifestyle dazu gehört, wird der authentischere Touch zusätzlich unterstrichen.

Auch wenn es keine expliziten Bilder vom Kampfgeschehen hab, ist der Härtegrad recht hoch und rechtfertigt schon die hohe Freigabe. Die Schlachten sind rau, gut choreografiert und keineswegs übertrieben in ihrer Darstellung. Sie reißen nicht aus der Handlung heraus und tragen ihren Teil zum gelungenen Gesamtbild bei.

Die Geschichte mag nicht sonderlich tiefgründig sein, entwickelt aber eine tolle Dynamik und einen fesselnden Sog. Eine ungute Stimmung schwebt stets über dem Treiben und man weiß nie, ob nicht einer der Hauptcharaktere irgendwann auf der Strecke bleibt. Man bleibt einfach dran und bemerkt kaum, wie schnell die Zeit verging.

Für mich gehört „Kicking off“ eindeutig zu den besseren Vertretern seiner Art und überzeugt mit tollen Akteuren, guten Actionszenen und einem packenden Verlauf. Dabei ist großartig, dass die Macher nicht mit der Moralkeule schwingen und viele Momente einfach für sich sprechen lassen und gar keine belehrende Botschaft an seine Zuschauer hinterlassen wollen. Jeder kann sich selbst seinen Teil zu Figuren und deren Motivationen machen – und am Ende auch ohne aufgedrückte Läuterung ein Lächeln im Gesicht tragen. Für Genrefans ein absoluter Pflichttitel.

8/10

Fotocopyright: Alive – Vertrieb und Marketing/DVD

Hurricane

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Als erfolgreicher Boxer in der Army kehrt Carter „Hurricane“ wieder in die Heimat zurück und gerät ins Visier der lokalen Behörden. Dem ansässigen Polizeichef gelingt es, ihm mehrere Morde anzuhängen und so wandert er für vermeintlich den Rest des Lebens ins Gefängnis. Per Zufall fällt einem Jungen etliche Jahre später dessen Biografie in die Hände und gemeinsam mit seinen Freunden versucht er den Fall neu aufzurollen…

Fazit

Eher selten lege ich eigentlich noch normale DVDs in den Player, doch bei „Hurricane“ lag mir einfach noch kein HD-Material vor – was sich im Anbetracht des Themas bzw. der Aufmachung allerdings gar nicht so wild war.

Als ich das Werk vor etlichen Jahren zum ersten Mal gesehen habe, war ich zunächst leicht irritiert. Das Cover suggerierte mir irgendwie etwas mehr „Boxfilm“, als das Geschehen letztendlich präsentierte. Es geht hier zwar um einen ehemaligen Sportler und zumindest zu Beginn gibt es für einen Hauch einiger Sekunden auch ein paar Kampfausschnitte, aber dann entwickelt sich das Ganze in eine andere – aber nicht minder spannende – Richtung.

„Hurricane“ ist eine Mischung aus Krimi, Drama, Gerichtsfilm und das Wort Freundschaft. Er verwebt dieses Themen stets gekonnt miteinander und zeigt nachvollziehbar auf, wie sich seine Hauptfigur entwickelt hat und welche Ungerechtigkeiten ihm stets begegneten. Sein Lebenslauf wird anschaulich und Stück für Stück offen gelegt, so dass dem Betrachter seine Person nach anfänglicher Skepsis doch ans Herz wächst. Der Part vor Gericht ist hierbei recht überschaubar und bricht die Fakten angenehm knackig herunter, so dass am Ende nicht zu viel Tempo eingebüßt wurde.

Denzel Washington machte seine Sache sehr gut, wobei mir seine Auftritte in beispielsweise „Malcolm X“ oder anderen Hochkarätern noch einen Ticken besser gefallen haben. Ein wenig leidet der gute Eindruck jedoch auch an der mittelprächtigen deutschen Synchronisation – bei der nicht nur die Stimmfarben gewöhnungsbedürftig sind, sondern akustisch auch viel zu leise daher kamen. Dies betraf leider alle Darsteller – die sonst eigentlich allesamt sehr sympathisch daher kamen und sich keine Patzer leisteten.

Trotz all der guten Ansätze und gefälligen Darstellern vermag mir „Hurricane“ nach all den Jahren noch immer nicht ans Herz wachsen. Der Film ist im Grunde recht solide und sehenswert, doch irgendwie werde ich mit dem Gebotenen nicht hundertprozentig warm. Vielleicht wurden einige Dinge plötzlich zu schnell heruntergebrochen oder nach all den Jahren viel zu einfach gelöst – aber schließlich orientierte man sich an wahren Begebenheiten und dann muss man die Dinge einfach akzeptieren. Fans von Washington haben sowieso ihren Spaß und alle Interessierten schauen mal rein.

7/10

Fotocopyright: Walt Disney

Ali

Inhalt

Auf dem Höhepunkt seiner Kariere, werden Cassius Clay aufgrund seiner Bekenntnis zum Islam umfangreiche Steine in den Weg gelegt. Die Regierung fürchtet um seinen Einfluss bei der Bevölkerung und kommandiert ihn zum Militärdienst ab…

Fazit

Vor einigen Tagen hat mir der erstklassige „One Night in Miami“ mal wieder Appetit auf den Film „Ali“ gemacht und am gestrigen Abend konnte ich endlich wieder die Zeit für dieses Epos finden.

Nach all den Jahren hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung, wie groß die Parallelen zum Eingangs erwähnten Werk sind und vor allem wie wenig auch dieses Werk stellenweise seinem Publikum erklärt. „Ali“ verdonnert den Zuschauer oft zum Betrachter, der ein gewisses Maß an Kenntnis der Materie mitbringen und nicht völlig unvorbereitet an die Sache heran gehen sollte. Dies würde zwar auch funktionieren und eine Botschaft rüberbringen, jedoch nicht so tiefgründig wie Michael Mann dies wohl wünschen würde.

„Ali“ ist keine Biografie von Anfang bis Ende, sondern konzentriert sich voll auf den wichtigsten Teil im Leben des Ausnahmetalents und bringt Details aus anderen Epochen bestenfalls in den unzähligen Dialogen mal kurz zur Sprache. Diesen Fokus empfand ich als sehr angenehm und dem allgemeinem Flow sehr zuträglich. Nichts fühlte sich zu „gequetscht“ an und jede Figur konnte entsprechend ausgearbeitet werden.

Die hervorragend choreografierten Kämpfe wirkten stets wie Übergänge zu neuen Kapiteln. Mit ihren starken Bildern und wuchtvollen Toneffekten wurde der Puls in die Höhe getrieben, um dann in den darauf folgenden Dialogen und ruhigeren Momenten wieder Gelegenheit zum Verschnaufen zu geben.

Über die Ähnlichkeit zum realen Vorbild lässt sich streiten, doch nicht über die Leistung, die Will Smith hier an den Tag gelegt hat. Ist er sonst eher in lockereren und besser auf ihn zugeschnitten Rollen unterwegs, zeigt er hier, was wirklich in ihm steckt. Er hat nicht nur ordentlich Masse aufgebaut und viel Text gelernt, sondern sich mit Mimik und Gestik perfekt auf seinen Auftritt vorbereitet. Ihm zur Seite glänzen allerdings auch Jamie Foxx und Kollegen, die allesamt zum stimmigen Eindruck beitrugen.

Mit „Ali“ lieferte Michael Mann einen guten Abriss über einen interessanten Teil eines aufregendes Lebens ab und vergaß dabei nicht den hohen Unterhaltungswert. Das gelegentliche Weglassen von Erklärungen empfand ich wieder mal als recht angenehm – denn so kann man sich auch nach dem Schauen auf Wunsch noch mehr mit dem Thema beschäftigen. Für mich ein äußerst gelungenes Werk mit einem absolut positiv hervorstechenden Smith in der Hauptrolle.

8,5/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Weiße Jungs bringen’s nicht

Inhalt

Bisweilen schlägt sich Sidney recht wacker als Basketballspieler auf der Straße durch und zockt immer wieder ahnungslosen Menschen die Kohle ab. Eines Tages jedoch kommt der unscheinbare Billy in seine Gefilde und stiehlt dem etablierten Gauner fast die Schau. Aus anfänglicher Konkurrenz entwickelt sich jedoch bald ein Team, dass gemeinsame Sache macht…

Fazit

Schon bei seiner Veröffentlichung erwiess sich die Story von „Weiße Jungs bringen’s nicht“ als eher unspektakulär und in weiten Bereichen auch als recht vorhersehbar. Dennoch hat man hier seine Freude, da das Zusammenspiel von Wesley Snipes und Woody Harrelson prima funktioniert und nach all den Jahren nichts von seinem Charme verloren hat.

Der Verlauf ist überwiegend kurzweilig und unterhaltsam. Die flotten Sprüche der Protangonisten und ein paar nett gemachte Streetball-Szenen machen Laune und trösten über kleinere Längen hinweg. Ein paar Stellen mit den Beziehungsproblemen von Billy hätte man vielleicht minimal stutzen können, aber sonst passt der Flow eigentlich ziemlich gut.

Der Film lebt von seinen frechen Konversationen, bei denen kein Auge trocken bleibt. Gerade wenn sich Snipes und Harrelson lauthals zanken oder andere Spieler provozieren, sind Lacher garantiert. Die beiden treiben sich gegenseitig zu Höchstleistungen an und sind der Grund zur Sichtung schlechthin. Sicherlich wurde bei den Spielseznen auch ein wenig getrickst, doch die Stars scheinen es sportlich trotzdem ordentlich drauf zu haben – und bestimmt gabs jede Menge Spaß bei der Arbeit.

Wer auf Basketball an sich – oder zumindest auf einen der beiden Protagonisten steht, wird seine Freude an diesem Titel haben. Ich habe ihn schon ein paar mal gesehen und wurde immer gut bei Laune gehalten, obwohl ich ihn jetzt nicht zu meinen absoluten Favoriten zählen würde. „Weiße Jungs bringen’s nicht“ ist ein witziger Zeitvertreib, bei dem das einfache Grundprinzip mit jeder Menge Humor hervorragend aufgepeppt wurde.

7,5/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

Spiel des Lebens

Inhalt

Jesus ist das aufstrebende Basketball-Talent, um den sich alle Schulen und Vereine rangeln. Vollkommen überfordert weißt der Junge noch gar nicht, wie es weitergehen soll und welche Entscheidung die richtige für ihn und seine kleine Schwester ist. Zu allem Überfluss meldet sich sein eigentlich inhaftierter Vater, der aufgrund seines Nachwuchses Hafturlaub erhielt…

Fazit

Nach „Malcolm X“ markiert „Spiel des Lebens“ eine weitere Zusammenarbeit von Regisseur Spike Lee und Denzel Washington, die schon etwas bleibenden Eindruck beim mir hinterließ. Natürlich wäre es vermessen, beide Themen auf eine Stufe zu stellen – doch ich betrachte das Ganze auf filmischer Ebene und da sind beide absolut gelungen.

„Spiel des Lebens“ zeigt eindrucksvoll unter welchen psychischen Belastungen junge Ausnahmetalente stehen und welche Fragen und wichtige Entscheidungen auf sie einprasseln. Dies ist nicht nur höchst interessant, sondern auch inszenierungstechnisch absolut nachvollziehbar und spannend eingefangen.

Die Nebengeschichte von Washington und der Prostituierten (Milla Jovovich) war jetzt nicht unbedingt nötig, streckte das Geschehen allerdings auch nicht zu sehr und lenkte den Fokus nicht vom eigentlichen Handlungsstrang ab. Schauspielerisch legten natürlich alle (und egal in welcher Situation) hervorragende Leistung an den Tag und zeigten, warum Lee sie ausgewählt hat.

Sport ist zwar ebenfalls ein wichtiger Teil der Handlung, aber großartige Turnierszenen sollte der Betrachter nicht erwarten. Vielmehr wird das Talent des Hauptprotagonisten angedeutet und nur gelegentlich mit witzigen Aktionen unterstrichen. Dies hielt ich im Nachhinein für eine gute Entscheidung, denn so kam das Pacing nicht durcheinander und der dramatische Aspekt wurde nie verwässert.

„Spiel des Lebens“ ist ein hochgradig unterhaltsames Sport-Drama mit hervorragenden Darstellern und perfekt ausbalancierten Tempo. Für denn etwas anderen Einblick ins Profil-Sportgeschäft danke ich allen Beteiligten und hoffe baldmöglichst auf einen ordentlichen Blu-Ray-Release, da das Bild der alten DVD schon etwas verrauscht ist und diesem Spitzentitel nicht gerecht wird.

8/10

Fotocopyright: STUDIOCANAL

Above the Rim – Nahe am Abgrund

Inhalt

Nach etlichen Jahren kehrt der Shep als Wachmann wieder in sein altes Viertel zurück. Noch immer gibt er sich die Schuld am Tod seines besten Freunde und dem Sport hat er vollkommen abgeschworen. Nun sieht er, wie ein neuer Star am Basketball-Himmel aus seiner Gegend aufstrebt und welch finstere Typen Interesse an seiner Karriere zeigen…

Fazit

Wo ein Wille ist, ist meist auch ein Weg – und solange es noch keine offizielle Blu-Ray zu diesem Titel gibt muss auch mal ein strittiges Bootleg für eine Besprechung herhalten.

Ich hatte „Above the Rim“ schon länger auf dem Schirm und endlich kam ich am gestrigen Abend in den Genuss dieses Streifens, dessen eindeutiges Highlight sicherlich noch immer die Beteiligung des verstorbenen Tupac markiert und somit einen gewissen Kultstatus mit sich bringt.

Der Film an sich ist eine Mischung aus Sportdrama und Gangsterfilm, wobei der Sport dann doch einen Ticken mehr im Fokus steht und die kriminellen Aktivitäten eher am Rand mitlaufen, aber unmittelbaren Einfluss auf das Geschehen nehmen. Shakur überzeugt dabei als Bösewicht, der ein junges Talent umgarnt und durchaus glaubwürdig die Fäden ziehen möchte. Die Rolle steht ihm gut und an seiner Leistung gab es absolut nichts zu bemängeln – doch auch der Rest vom Cast war sehr gefällig.

Die Geschichte blieb mit ihrer Dramaturgie am Boden und funktionierte wahrscheinlich auch gerade deswegen so gut. Man gab sich nicht übertrieben cool und rasselte nicht aufgesetzt mit den Säbeln. Man portraitierte normale Jugendliche und deren nachvollziehbare Motivationen. Natürlich wirkt deren Kulisse schon etwas befremdlich für uns, aber so wie dort dargestellt, stellt man sich das Leben in diesen Vierteln vor.

Ob man nun Tupac mag oder nicht. „Above the Rim“ ist ein sehr solider Jugendfilm, der seinen Schwerpunkt nicht zu stark auf Straßenbanden legt, sondern auch ein ordentliches Maß an Basketballszenen mit sich bringt. Der Unterhaltungswert ist hoch und seine Aussage gar nicht mal so dumm. Eine neue Referenz wurde mir jetzt nicht serviert, aber ein durch und durch gelungenes Drama, welches absolut keine Zeitverschwendung war. Eine offizielle Veröffentlichung wird selbstredend in die Sammlung wandern.

7/10

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