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Schlagwort: Spanien

Boy Missing

Inhalt

Ein Junge verschwindet und taucht kurz darauf verängstigt wieder auf. Da seine Aussagen nicht eindeutig sind, steht die Polizei vor einem Rätsel. Trotz dieser Umstände steht relativ schnell ein Verdächtiger fest, der von der Mutter des Kindes am liebsten für immer hinter Gittern verschimmelt…

Fazit

Liebhaber grundsolider Thriller liegen hier vollkommen richtig. Der Streifen ist zwar eher ruhig, entwickelt aber einen angenehmen Sog und bietet überdies auch ein paar ordentliche Wendungen. Gute Schauspieler und eine hochwertige Inszenierung runden den guten Eindruck ab und geben keinen Grund zur Klage.

Persönlich hätte ich mir vielleicht ein bisschen mehr Action oder ein etwas höheres Tempo gewünscht, unterm Strich war das Resultat dennoch weitestgehend gefällig.

Die Geschichte entwickelte sich naturgemäß nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint und hält witzige Überraschungen parat. Es war zwar alles sehr gemächlich – doch grade so ausbalanciert, um das Interesse nicht zu verlieren. Natürlich habe ich mich in ein oder zwei Momenten nach der Logik gefragt, trotzdem konnte man die Handlung hinnehmen.

Bei den Darstellern glänzte vor allem die junge Hauptfigur, der Rest ging in Ordnung. Gut besonders deren Look, denn normal anmutende Gesichter sind gerade bei solchen Filmen wesentlich glaubwürdiger als glatte Models. Die Akteure wirkten aus dem Leben gegriffen, boten Ecken und Kanten.

Gerade aus Spanien gibt es ein paar bessere Genrevertreter, doch richtig schlecht war „Boy Missing“ keinesfalls. Er hielt auf ruhige Art bei Laune und bot eine halbwegs ausgefeilte Story. Kein Highlight, aber durchaus brauchbar – und somit (wie Eingangs erwähnt) für Liebhaber nicht verkehrt.

6,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

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Boy Missing [Blu-ray]

Einer gegen Alle – Trau niemals einem Dieb

Inhalt

Victor gilt als ausgezeichneter Safeknacker und wird daher von der russischen Mafia für einen Einbruch bei einer großen Schweizer Bank engagiert. Als Problem stellt sich jedoch heraus, dass er von einem der Komplizen identifiziert wird und fortan eine unfreiwillige Kooperation mit ihm erfolgen muss…

Fazit

Insbesondere Netflix hat seinen Teil dazu beigetragen, dass ich aktuell sehr gerne Produktionen aus Spanien schaue und nun habe ich sogar bei einer günstigen Blu-Ray im örtlichen Elektronikmarkt einfach mal zugeschlagen.

Glücklicherweise hat der Streifen (wie zuletzt „Left Behind“) nur knapp 1,50 Euro gekostet, denn sonst wäre die Enttäuschung vielleicht etwas größer ausfallen. „Einer gegen Alle“ bietet nicht nur einen relativ schlichten Titel, sondern auch eine relativ schlichte Handlung – die keineswegs mit den auf den Covern angepriesenen „überraschenden Wendungen“ auffahren konnte.

Es gab nichts, was man nicht schon dutzende Male gesehen hätte und prickelnd gespielt war hier auch nichts. Die für uns eher unbekannten Darsteller (es gab vielleicht 1-2 bekannte Gesichter) machten ihre Sache solide, haben aber nicht vom Hocker gehauen. Es fehlte ihnen deutlich an Ausdrucksstärke und sowieso fiel die Identifikation mit sämtlichen Beteiligten ziemlich schwer. Alle Rollen waren eher unsympathisch und teils übertrieben männlich dargestellt.

Bewußt habe ich dem Titel nicht das Stichwort „Action“ verpasst, da hiervon keine Rede sein konnte. Es geht überwiegend sehr ruhig und teils arg dialoglastig zur Sache. Trotz „Heist“-Ansatz gab es weder eine geschickte Einsatzplanung, noch eine temporeiche Verfolgungsjagd – die immerhin die meisten Vertreter des Genres zu bieten haben. Dies wirkt sich dann auch auf den allgemeinen Unterhaltungswert aus. Dieser war zwar stellenweise durchaus gegeben, dennoch habe ich hin und wieder lieber am Handy rumgespielt, statt Aufmerksam am Ball zu bleiben.

Technisch konnte man dem Titel nichts vorwerfen. Handwerklich gute Aufnahmen, nette Farbfilter und ein passabler, größtenteils unauffälliger Soundtrack rundeten den guten Eindruck diesbezüglich ab. Die deutsche Synchro war bestenfalls mittelprächtig – denn es gab hörenswerte, aber auch sehr unmotivierte Sprecher.

Nicht alles aus Spanien ist Spitzenklasse und nun haben wir so eine kleine Ausnahme. Für sich genommen war „Einer gegen Alle“ kein wirklich schlechter, sondern einfach eher ein langweilig-belangloser Film – den man nicht unbedingt gesehen haben muss. Die günstige Investition bereue ich keineswegs, aber eine Sichtung bei einem Streamingportal hätte in diesem Falle vollkommen gereicht.

5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

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Einer gegen alle – Trau niemals einem Dieb [Blu-ray]

Tu hijo – Sohn der Vergeltung

Inhalt

Javier ist Arzt und bekommt eines Nachts seinen schwer verwundeten Sohn auf den Operationstisch gelegt. Als dieser im Koma verweilt, beschließt der Vater selbst auf die Suche nach den Tätern zu gehen…

Fazit

Auch in Spanien ist das Thema der Selbstjustiz eines Vaters angekommen und wenigstens hat man sich um ein paar neue Ideen bemüht. Im Gegensatz zu vielen auf Action getrimmte Mitbewerber, geht man hier einen eher ruhigeren und realistischeren Weg und versucht die Suche nach den Peinigern einigermaßen nachvollziehbar zu konstruieren.

Man spürt die Verzweiflung des Vaters und kann sich dank seinem intensiven Spiel gut in die Person hinein versetzten. Man fühlt mit ihm und überlegt selbst, was sein nächster Schritt in Aufklärung des Puzzles wohl sein könnte. Statt durchwegs krachender Action, gibt es überwiegend leise Passagen – die sich Zeit für die Zeichnung der Figuren lassen.

Eine weitere Abweichung vom gängigen Standard, stellt auch das erschreckende Finale da – welches ich hier natürlich nicht Spoilern werde. Man behielt seine düstere und harte Gangart bei und serviert dem Zuschauer ein niederschmetternden Abgang, der es in sich hatte und für ein Hollywood eher untypisch wäre.

Im Grunde ist das Revenge-Genre schon total überbesetzt und Bedarf keiner neuen Vertreter. Die Spanier jedoch konnten mit ihrem Beitrag durch die Bank weg überzeugen und lieferten eine gefällige Interpretation der bekannten Materie ab. Besonders gut hat mir die Greifbarkeit und die tiefgründige Betrachtung der kaputten Charaktere gefallen. Es mag bessere seiner Gattung geben, doch erneut haben unsere entfernten Nachbarn mehr als ordentlich abgeliefert.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80167647

Auge um Auge

Inhalt

Ein gealteter Gangsterboss beschließt zum Missfallen seiner Familie, seinen Lebensabend in einem Altenheim zu verbringen. Er möchte sich aus den alten Geschäften zurück ziehen und in Würde sterben. Bei seinem Plan hat er allerdings nicht mit Pfleger Mario gerechnet – der den neuen Schützling erkennt und noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen hat…

Fazit

Nach „Die Stille des Todes„, „Das Schweigen des Sumpfes“ und „Dein Zuhause gehört mir“ war es nur selbstverständlich und konsequent, dass Netflix mir auch diesen Film vorgeschlagen hat. Natürlich habe ich kurzerhand in den servierten Apfel gebissen und möchte hier meine Eindrücke schildern.

Schon zu Beginn fällt auf, dass ich die Optik von den meisten spanischen Kollegen unterscheidet. Weniger gelbstichig und mit normalen Kontrasten wirkt „Auge um Auge“ schon wesentlich vertrauter und erlaubt auch sonst einen geschmeidigen Einstieg. Der Spannungsbogen baut sich langsam und gut verständlich auf. Die Geschichte ist schnell kapiert, der eigentliche Verlauf aber dennoch nicht auf den ersten Blick vorhersehbar und von daher sehr ansprechend.

Luis Tosar macht einen außerordentlich guten Job und regt in einigen Momenten schon fast zu Gänsehaut an. Er verleiht dem Geschehen ordentlich Kontur und hält die Sympathien trotz perfider Aktionen auf seiner Seite. Seine Taten können nachvollzogen werden und stellen den Zuschauer vor einen kleinen Zwiespalt. Man kann ihn menschlich vollkommen verstehen, seine Machenschaften hinterfragen.

„Auge um Auge“ ist äußerst solides Kino aus Spanien, welches enorm von seiner hervorragenden Hauptfigur profitiert. Der Film ist gemächlich und spannend, unterscheidet sich von vielen seiner Kollegen. Eine insgesamt durch empfehlenswerte Angelegenheit – zumal, wenn eh schon ein Abo für Netflix vorhanden ist und kein teuerer Investor getätigt werden muss.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Die Stille des Todes

Inhalt

Die Polizei untersucht eine Mordserie, die dem Schema eines Verbrechens vor 20 Jahren stark ähnelt. Alle Details deuten auf den gleichen Täter hin – der allerdings seit Ende der letzten Taten im Gefängnis verweilt…

Fazit

Spanien und Netflix. Diese beiden Komponenten haben es mir in der letzten Zeit angetan und deshalb nahm ich mir den nächsten Vertreter dieser Gattung vor. Statt komplett eigenständiger Handlung bedient man sich hier bei bekannten Genrevorbildern und versucht dem Ganzen einen eigenen Stempel aufzudrücken.

Die Ausgangslage erinnert zunächst frappierend an „Das Schweigen der Lämmer“, bei dem die Ermittler in ähnlicher Beziehung zu einem inhaftierten Straftäter stehen und von ihm neue Hinweise erwarten. Auf der anderen versucht sich die düstere Grundstimmung ein bisschen an „Sieben“ zu orientieren und erreicht nicht ganz das anstrengende Level.

Der Titel war zwar spannend, aber immer wieder mit kleineren Längen und unlogischen Momenten durchsiebt. Man konnte nicht alle Handlungen der gut agierenden Figuren nachvollziehen und alles verlief irgendwie etwas zu zahm.

In meinen Augen wurden wichtige Details viel zu früh preisgegeben und ab einem gewissen Punkt verrät sich der Ausgang selbst. Im Finale gab es zwar eine konstruierte Überraschung, die im Gesamtkontext allerdings wenig ins Gewicht fällt und fast schon gleichgültig erscheint. Hollywood hätte hier wahrscheinlich anders entschieden, letztlich wäre es mir persönlich egal gewesen.

Der Look orientiert sich an anderen Werken des Landes. Alles wirkt gelbstichig, aber hochwertig. Die Kamera hat ein paar überraschende Fahrten drauf und ingesamt gab es hier nichts zu kritisieren. Die minimalen CGI-Effekte waren erkennbar, aber vollkommen akzeptabel.

Erneut haben wir es hier mit einem äußerst interessanten, aber nur leidlich anschaubaren Titel unserer europäischen Nachbarn zu tun. Das Bedienen bei bekannten Vorbildern empfand ich als unproblematisch, die simple und arg konventionelle Auflösung dagegen störender. Wäre der Streifen über seine komplette Laufzeit einen Ticken kurzweiliger, würde es dieses Manko besser kaschieren. Unterm Strich ein solider Thriller mit gewohnt stabiler Technik.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Das Schweigen des Sumpfes

Inhalt:

Q ist Autor und mit seinen Kriminalgeschichten sehr erfolgreich. Er geht in seinen Büchern wahrlich auf und scheint gefallen an den Morden seiner Akteuere zu haben. Auf der Suche nach neuem Material ist man sich allerdings nie sicher, ob diese Ergüsse nur in seinem Kopf entstehen oder wahre Hintergründe aufweisen…

Fazit:

Wieder Netflix und wieder Spanien. Konnten die anderen Vertreter wie „Der Schacht“ oder „Parallelwelten“ doch vollends überzeugen, waren die Erwartungen an „Das Schweigen des Sumpfes“ nicht gerade gering – und das war vielleicht auch der übereuphorische Fehler.

Während sich die Inhaltsangabe noch einigermaßen spannend ließt und die ersten Minuten noch gut über die Bühne gehen, keimt die Verworrenheit und ein hierdurch stockender Erzählfluss auf. Obwohl der Film sehr ruhig gestaltet ist, fällt vielleicht auch deshalb die Konzentration etwas schwer und die Übersicht geht nach und nach verloren. Schlimmer noch: mir fehlte irgendwann die Lust dem Ganzen aufmerksam zu folgen und so erschienen manche Szenen noch undurchschaubarer.

Die Darsteller machen Ihre Sache allesamt sehr gut und glaubwürdig. Sie spielen hervorragend, werden lediglich durch eine mittelprächtige Synchronisation ein wenig ausgebremst. Man nimmt Ihnen Ihre Figuren ab und hat keine Berührungsängste. Dank superber Kameraführung kommen einige Auftritte richtig düster daher und die Filter in der Optik sorgen für eine durchwegs bedrohliche Atmosphäre. Technisch kann man diesem Titel absolut nichts vorwerfen und man fühlt sich direkt „daheim“.

Netflix ist dank richtig guter spanischer Produktionen selbst schuld an einer gewissen Erwartungshaltung. „Das Schweigen des Sumpfes“ ist grundsätzlich nicht allzu schlecht, aber für mich persönlich zu kantig, um wirklich zu gefallen. Das Vermischen von Realität und Fiktion ist ansatzweise passabel konstruiert, jedoch hat mir zum Schluss der aufklärende „Knall“ wie in anderen Genrevertretern gefehlt. Über weite Bereiche war der Film einfach zu langatmig und konnte nicht vollends fesseln. Als Inklusivbeigabe nimmt man den Streifen mit, ansonsten muss man ihn nicht unbedingt gesehen haben.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80216611

Dein Zuhause gehört mir

Inhalt:

Javier hat gut verdient und entsprechend gelebt. Als er seinen Job verliert und keine Rettung in Sicht ist, wird alles zu Geld gemacht – bis er letztlich sein geliebtes Haus verlassen und mit seiner Familie in eine mickrige Wohnung ziehen muss.

Seiner Frau gaukelt er jeden Tag eine Jobsuche oder eine Schulung vor, doch irgendwann vertreibt er sich einfach nur mit anderen Dingen die Zeit. Beispielsweise sucht er immer wieder den alten Wohnsitz auf und beobachtet die neuen Eigentümer…

Fazit:

Mit „Drei Meter über dem Himmel“ und dem Nachfolger „Ich steh auf Dich“ hat sich Mario Casas bei mir einen überaus guten Ruf erarbeitet und zuletzt mit Werken wie „Der unsichtbare Gast“ mehr als ordentlich verteidigen können. Da Netflix zumeist für eine gewisse Qualität steht, konnte eigentlich wenig schief gehen – so die erwartungsvolle Annahme.

Tatsächlich beweisen die Spanier mal wieder ein Gespür für ansprechende Inszenierung, was sich in einer ungewöhnlich – aber hochwertigen – Optik widerspiegelt. Langsam und stetig baut sich eine bizarre Grundstimmung auf und der Verlauf ist angenehm unvorhersehbar. Der Plot ist spannend und auch ohne Gewaltspitzen oder temporeichen Elemente fesselnd genug. Sicherlich sind einige Momente etwas gemächlich erzählt und unrealistisch konstruiert – der launigen Unterhaltung tut dies keinen Abbruch.

Die Darsteller machen Ihre Sache allesamt sehr gut, wobei das kammerartige Spiel der beiden Hauptakteure absolut im Vordergrund steht und den restlichen Cast als Randfiguren deklariert. Die Chemie passt zu jeder Zeit und davon lebt das Werk letztendlich und kann seinen Handlungskern prima entfalten.

Im „Stalking“-Genre ist „Dein Zuhause gehört mir“ kein Neuling und nüchtern betrachtet auch kein brachialer Geheimtipp. Als mehr oder weniger kostenfreie Dreingabe zum Netflix-Abo hingegen, schaut die Welt bzw. die Betrachtungsweise ein bißchen anders aus. Der Titel macht wenig falsch, ist ansprechend in Szene gesetzt und kurzweilig umgesetzt. Bei den Hauptdarstellern hab ich nichts zu mäkeln empfand meine wertvolle Zeit für nicht vergeudet. Insgesamt ein spannender, harmloser Thriller mit wenig Anspruch auf Glaubwürdigkeit – aber hohem Unterhaltungswert.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix