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Obi-Wan Kenobi – Staffel 1

Inhalt

Das Imperium hat die Herrschaft über weite Teile der Galaxie übernommen und fast alle Jedi-Ritter vernichtet. Zurückgezogen wollte Meister Obi-Wan Kenobi nur einen ruhigen Lebensabend in der Einöde verbringen, doch eines Tages ruft ihn wieder die Pflicht. Statt seine Schützlinge passiv aus dem Hintergrund im Auge zu behalten, muss er aktiv bei der Suche nach der vermissten Prinzessin Leia helfen und erneut das Laserschwert schwingen…

Fazit

Für mein Empfinden hat diese Serie die Gemüter weitaus mehr als andere Spin-Offs aus dem belieben Franchise gespalten. Während „The Mandalorian“ eigentlich überall überraschend gut angekommen und „Das Buch von Boba Fett“ als solide Kost betrachtet wurde, kam „Obi Wan“ in vielen Foren leider ziemlich bescheiden davon. Gründe dafür gab es ehrlich gesagt reichlich, aber auch viele Lichtblicke – die gnädig über manch Patzer hinwegschauen ließen.

Zunächst fand ich die Idee rund um Obi Wan als Hauptfigur sehr sympathisch. Da ich großer Fan der klassischen Filme bin, war mir das Setting auf Anhieb wesentlich vertrauter und die zeitliche Einordnung im Kopf gelang viel schneller. Es war aber auch schön, dass man neben vielen bekannten Dingen dennoch einwandfrei neue Elemente (Charaktere, Schauplätze, etc.) einbinden konnte und nicht zu stark auf reine Nostalgie abzielte – wie es bei anderen Werken oft der Fall und scheinbar der letzte Greifhaken ist.

Ewan Ewan McGregor zeigte sich von seiner besten Seite und sorgte besonders im Zusammenspiel mit seinem ehemaligen Schüler wieder für Gänsehaut. Klar habe ich erwähnt, dass ich Liebhaber der Ur-Trilogie bin – aber einen Gregor als Kenobi ist trotzdem für immer in meinem Gedächtnis eingespeichert und gehörte zu den Glanzpunkten der eher mittelprächtigen Prequels. Ihm zur Seite stand eine pfiffige junge Prinzessin, die nie um einen Spruch verlegen und zu keiner Zeit negativ aufgefallen war. Normalerweise haben altkluge Figuren meist einen gewissen Nerv-Faktor, aber diese Miniatur-Leia verzückte auf ganzer Linie.

Technisch gab sich „Obi Wan“ solide und ohne größere Mängel. Natürlich sahen einige Szenen wie Cosplay-Veranstaltungen von Fans aus, doch diesen Look haben sich auch die anderen Auskopplungen der Sternen-Saga gefallen zu lassen. Ich fand dies bei „Mandalorian“ sogar noch etwas auffälliger – wenngleich auch nicht wirklich störend. Ansonsten spielte der gewohnt großartige Soundtrack wieder eine gewichtige Rolle und verlieh den Bildern den letzten Schliff. Typisch Star Wars eben.

Freud und Leid lagen bei dieser Serie unverhofft eng beieinander. Die Produktion hat eklatante Schwächen, die selbst ungeübten Zuschauern sofort ins Auge springen und dennoch vermag ich das Ergebnis nicht in der Luft zerreißen. Für mich boten die 6 überschaubaren Episoden mehr Star Wars-Feeling als die letzten 3 Kinofilme und die Serien „Mandalorian“ und „Boba Fett“ zusammen. Endlich gab es wieder viele erinnerungswürdige Momente und einen toll inszenierten Bösewicht. Endlich trieb es uns wieder wohlige Schauer über den Rücken und endlich wurden junge Darsteller ihren späteren Figuren gerecht. Luke zwar noch etwas weniger, aber die kleine Leia war enorm toll ausgearbeitet.

Für mich als langjähriger Fan ist „Obi-Wan Kenobi“ (abgesehen von den Zeichentrick-Varianten) die bis dato beste Serienumsetzung des bekannten Stoffes – allen Unkenrufen zum Trotze. Ich habe meinen Glauben an das Franchise wieder und freue mich auf die anderen, zum Teil bereits in Arbeit befindlichen Abenteuer.

8,5/10

Fotocopyright: Disney

Moon Knight – Staffel 1

Inhalt

Museumsmitarbeiter Steven wird von seltsamen Visionen geplagt und muss sich während der Nacht sogar an sein Bett fesseln. Er erwacht regelmäßig an den unterschiedlichste Orten und hat keinerlei Erinnerung an seine seltsamen Reisen. Eines Tages jedoch, wird er mit der erstaunlichen Wahrheit konfrontiert…

Fazit

„Moon Kinght“ war wieder so eine Serie, bei der sich viele Kritiken völlig überschlugen und sie als heiligen Gral anpriesen. Entsprechend hoch waren dann meine Erwartungen, die ich nach den ersten Vorschaubildern eigentlich gar nicht so heftig nach Oben schrauben wollte.

Disney präsentierte uns hier eine Produktion, die für mich in erster Linie durch ihren frischen und unverbrauchten „Superhelden“ punkten konnte. „Moon Knight“ war durch seine verschiedenen Persönlichkeiten ein Charakter mit Kontur und wesentlich unberechenbarer als das übliche Genre-Klientel. Die witzigen inneren Konversation sorgten immer wieder für kleine Schmutzler und hoben das tolle Spiel von Oscar Isaac umso höher empor.

Überhaupt bekamen wir hier eine originelle Prämisse, die sich lobenswerterweise von den üblichen Verdächtigen abhob. Natürlich waren auch hier Gut und Böse klar in ihren Rollen getrennt, doch die Geschichte drumherum war interessant und mit vielen kleinen Details ausgearbeitet. Es gab auch mal so eben Nebenbei einen kleinen Unterricht in ägyptischer Mythologie und so fühlte man seinen gewissen Abendteuer-Drang stets gut befriedigt – immerhin wurde die Produktion auch mit Anleihen aus „Indiana Jones“ beworben.

Zwar umfasst die erste Staffel lediglich 6 Episoden, doch deren Balance war meist genau auf den Punkt und traf immer wieder den richtigen Nerv. Es gab nur selten kleinere Durchhänger, überwiegend ging es dafür flott und spaßig zur Sache. Ruhigere und actionreiche Ereignisse wechselten sich im passenden Rahmen ab und gaben dem Betrachter stets die Zeit zum Durchatmen.

Optisch wurden ein paar echt sehenswerte Schmankerl geboten, wobei man das stellenweise eher durchschnittliche CGI auch nicht unerwähnt lassen sollte. In jüngster Vergangenheit haben wir technisch definitiv bessere Werke gesehen, doch unterm Strich ging das hier Präsentierte schon in Ordnung. Neben ein paar merkwürdig konstruierten Figuren gab es nämlich ein paar echt hübsche Kulissen zu bestaunen und die Atmosphäre war eigentlich immer richtig klasse.

Mit seinen vielen frischen Elementen hebt sich „Moon Knight“ angenehm aus der Serienflut der letzten Monate hervor und liefert uns einen kurzen, aber weitestgehend spaßigen Tripp mit skurrilen Typen durch ferne Länder. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen in weiteren Filmen oder gar neuen Episoden der Serie – den unser neuer Held hat durchaus Potential zu weiteren unterhaltsamen Auftritten.

8/10

Fotocopyright: Disney

Anatomie eines Skandals (Mini-Serie)

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James Whitehouse hat alles, was man sich im Leben erträumen kann. Er besitzt eine hübsche Frau, hat tolle Kinder und ist recht erfolgreicher Politiker. Als ihm dann eines Tages jedoch eine Anzeige wegen Vergewaltigung ins Haus flattert, gerät die heile Welt ins Wanken…

Fazit

„Anatomie eines Skandals“ war eine spannende und extrem gut gespielte Serie, die auf den letzten Metern leicht ins Stocken geraten ist. Ich habe jede einzelne Episode mit Hochspannung verfolgt, um dann an Ende etwas resigniert vor dem Empfangsgerät zu verweilen. Zwar kam die wichtige Aussage der Macher absolut verständlich rüber, aber irgendwie ging es – gemessen am furiosen Verlauf – beim Finale fast schon etwas unspektakulär zur Sache.

Die Serie ist kurz, bot aber keinen Leerlauf und handelte seine Geschichte weitestgehend mustergültig ab. Man wurde schnell mit den wichtigsten Charakteren vertraut und spürte schon früh, dass hier längst nicht alle Karten auf dem Tisch lagen. Zwar waren die Vorzeichen hier stellenweise eindeutiger, als bei manchen Konkurrenten – doch so richtig sicher wollte man sich besonders bei seiner Hauptfigur einfach nicht sein.

Die Produktion lebte von ihren vielen Dialogen, die vor allem in den Szenen vor Gericht zur intensiven Angelegenheit avancierten. Die Darsteller blühten richtig auf, überzeugten in hitzigen Verhören und mit drastischen Blicken sich gegenüberstehend. Man bekam teilweise echte Schauer über die Haut getrieben und konnte dabei durchaus auch die gute deutsche Synchronisation loben. Im O-Ton wären die Konversationen sicherlich noch überzeugender, doch selbst in der lokalisierten Fassung war deren Darbietung ziemlich treffsicher.

Dreh- und Angelpunkt war natürlich die ernste Grundthematik, die mit deutlich erkennbaren Seitenhieben auf das wahre Leben. Die Geschichte um Machtmissbrauch und einer gewissen Narrenfreiheit wird hier sogar so verständlich skizziert, dass man stellenweise fast schon Mitgefühl oder gar Sympathie für seine Täter aufbringen möchte. Auch diese leben untereinander eine gewisse Loyalität, die man hier durchaus verständlich greifen kann – ob man es möchte oder nicht.

In anderen Besprechungen wurde dieser Serie viel Mut zugesprochen, was ich hier in mehreren Ebenen so unterschreiben möchte. Mutig, wie sich direkte oder indirekte Opfer verhielten, mutig für die vermenschlichte Darstellung seiner Bösewichte. Unterm Strich jedenfalls eine extrem spannende Angelegenheit, die lediglich aufgrund ihres abrupten Finales einen kleinen Nachgeschmack hinterließ. Sehenswert ist „Anatomie eines Skandals“ auf jeden Fall.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Wer einmal lügt (Mini-Serie)

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Kurz vor ihrer Hochzeit wird Megan von ihrer Vergangenheit eingeholt. Weder ihr künftiger Gatte, noch die drei bereits gezeugten Kinder wissen vom früheren Leben ihrer Mutter – das durch polizeiliche Ermittlungen bald ans Tageslicht gerät…

Fazit

In letzter Zeit schaue ich gerne abgeschlossene Mini-Serien und habe gerade bei Netflix ein paar echt gute Vertreter dieser Gattung entdecken dürfen. Bis zu einem gewissen Punkt war dann auch „Wer einmal lügt“ so richtig stark, doch im letzten Drittel kam das interessante Konstrukt leider etwas ins Stocken.

Eine schlechte Bewertung vermag ich dank insgesamt noch sehr solider Leistung gar nicht vergeben, dennoch anmerken, dass es in Richtung Finale deutlich schwächer als beim Auftakt zuging. Die Serie gab sich zu Beginn nämlich angenehm spannend, geheimnisvoll und undurchschaubar. Später gab es dafür ein paar bizarre Momente (keine Spoiler!) und ein fast schon biedere-konservativ-simpel gemachtes Ende.

Viele Elemente (verschwiegene Vergangenheit, etc.) waren grundsätzlich nicht neu, hier aber recht harmonisch miteinander „verwurstelt“ worden. Mir gefiel zudem gut, dass lange Zeit keine eindeutige Richtung der Handlung zu vernehmen war und erst spät eine Art Vogelperspektive entstand. Dies hielt die Aufmerksamkeit trotz vermeintlich weniger passenden Einlagen oben und sorgte fürs „Dranbleiben“.

Überhaupt hat mir die Machart und die Darsteller gefallen. Der Streifen wirkte schön „britisch“ und trotzdem sehr modern. Optisch tadellos und von den Kulissen und meisten Figuren durchaus glaubwürdig. Anders als beispielsweise amerikanische Produktionen und vielleicht auch deshalb so ansprechend.

Mit laufender Episodenanzahl stieg meine persönliche Wertungstendenz stetig, bis irgendwann ein kleiner Knick zu vernehmen war. Ich kann es nicht genau beziffern, aber irgendwann konnte die bereits im Kopf errichtete Top-Note dann einfach nicht mehr erreicht werden. Untern Strich bleibt sicherlich eine sehr gute Mini-Serie, die mit ein paar weiteren Kniffen sicherlich in höhere Empfehlungs-Regionen aufgestiegen wäre.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Pam & Tommy (Mini-Serie)

Inhalt

Eigentlich klang der Ausbau des Hauses von Rockstar Tommy Lee nach einer lukrativen Angelegenheit, doch schnell wird Rand auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Nicht nur, dass der launige Auftraggeber nicht für seine Arbeit zahlt, auch sein komplettes Werkzeug behält der Rüpel nach seinem Rauswurf ein. Zum Glück hat der geprellte Handwerker bereits einen Blick auf den Safe des Hauses werfen können und kennt die Schaltpläne der Alarmanlage…

Fazit

Ich kann mich noch gut erinnern, als das so genannte „Skandal-Video“ seinerzeit die Runde machte und dessen Ausschnitte durch die Medien gingen. Auch ich war damals ein großer Fan von Pamela Anderson und konnte mir die schlüpfrigen Einblicke in deren Privatleben nicht entgehen lassen – ohne jedoch die genauen Hintergründe des Erscheinens überhaupt zu kennen. Man wusste nie so recht, ob es absichtlich oder versehentlich erschien – und diesem Thema ist diese Serie nun gewidmet.

Zunächst war ich vom Cast und den zuweilen doch recht freizügigen Einblicken angenehm überrascht. Während die beiden Hauptakteure enorm hohe Ähnlichkeit zu ihren realen Vorbildern aufwiesen, hat sich auch ein Seth Rogan äußerst positiv verändert und mit seinem charmanten Spiel begeistert. Überhaupt hat die Chemie aller Beteiligten gepasst und manche noch so klischeebeladene Darstellung hat wie die Faust aufs Auge gepasst.

Obwohl die Grundthematik eher ungewöhnlich erschien, war die Umsetzung recht bodenständig und zum Glück jederzeit sehr unterhaltsam gestrickt. Einige Passagen animierten zum Schmunzeln, andere wiederum kamen unerwartet melancholisch, fast schon tiefgründig daher. Vor allem Pam und Tommy an sich kamen mit weiterem Verlauf gar nicht mal so unsympathisch daher und der erste befremdliche Eindruck wandelte sich von Minute zu Minute. Man konnte sich auf einmal gut in deren Lage hineindenken und erst langsam die Konsequenzen der ganzen Aktion absehen.

Damals war das Internet noch jung und die Skepsis gegenüber dem neuen Medium sehr groß. Witzig die Versuche der Videovermarktung und das Zucken der ersten Bewegtbilder auf den Computermonitoren. Die Produktion war voll mit Seitenhieben und Referenzen auf vergangene Tage, die zumeist prima geglückt waren und immer wieder für launige Akzente sorgten. Sie machten Spaß, lenkten aber nicht von der dramatischen Ausgangslage ab.

Erst im Nachhinein setzten sich bei mir einige offenkundigen Puzzlestücke zusammen und man versteht, warum es besonders um die fesche Blondine immer stiller geworden war. Diese Serie zeigt nicht nur leichtgängig eine verrückte, vom Leben geschriebene Geschichte, sondern auch die Emotionen der Figuren dahinter auf. Das alles war sehr unterhaltsam, niemals langweilig und jederzeit top von den Akteuren gespielt. Unterm Strich also eine klasse Serie – von der ich gerne noch mehr gesehen hätte. Leider (oder zum Glück für die Beteiligten) ist das Drama allerdings zu Ende erzählt.

8/10

Fotocopyright: Annapurna Television/Disney

Ich schweige für Dich (Mini-Serie)

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Am Rande eines Fußballspiels werden bei Adam böse Zweifel an seiner Frau gesät. Eine junge Dame behauptet, dass ihre damalige Schwangerschaft nur vorgetäuscht war und er hinterfragen soll, ob er wirklich der leibliche Vater seiner Söhne sei. Als er seine Gattin dann zur Rede stellen will, weicht diese aus und verschwindet kurz danach spurlos…

Fazit

In der letzten Zeit werden mir solche Mini-Serien immer sympathischer. Sie sind nicht allzu lang, bieten genügend Tiefe und sind normalweise auch abgeschlossen. Zwar muss man auch bei „Ich schweige für Dich“ mit einer arg zusammenkonstruierten Storyline leben, doch dafür stimmt hier der Unterhaltungsfaktor auf jeden Fall.

Bereits nach wenigen Minuten hatte mich diese wirklich gut und hochwertig gefilmte Produktion am Haken. Man stellt direkt zu Beginn eine interessante These in den Raum und rasch überschlugen sich die folgenden Ereignisse. Mitunter war es manchmal schwierig den Überblick zu behalten, doch es war auf jeden Fall machbar. Die Handlung war komplex, aber nicht zu überfrachtet. Die Anzahl an Figuren war perfekt ausgelotet und die Episodenanzahl (8 Stück) hierfür passend gewählt.

Wo andere Serien ihren Auflösung schon recht früh verraten, gab es hier Unklarheit und Spannung bis zum Schluss. Die Puzzlestücke wollten dank des tollen Drehbuchs lange Zeit überhaupt nicht zusammenpassen und entsprechend hoch war die Neugier. Man hangelte sich mit kleineren Brocken von Episode zu Episode, doch der „Draufblick“ ließ lange auf sich warten – was letztlich auch gut so war. Man konnte zwar miträsteln und sich die Geschehnisse so langsam rekonstruieren, doch es fehlte immer am wichtigen Hinweisen – die es tatsächlich erst beim Finale gab.

„Ich schweige für Dich“ ist eine Serie, die ohne übertriebene Gewaltspitzen oder viele Leichen daher kam und trotzdem sehr spannend und unterhaltsam war. Man könnte sie irgendwo zwischen Krimi, Drama und Mysterie verorten und in allen Bereichen gute Noten attestieren – auch wenn es am Ende eher realistisch-hanebüchen, statt mysteriös von statten ging. Es wurde wirklich nie langweilig und aufregende Wendungen fesselten bis zum bitteren Ende an den Schirm. Eine rundum sehr gut gemachte Produktion mit hohem Suchtfaktor und einer angenehmen Anzahl an Episoden. Nichts zu kurz und nicht zu lang – und vor allem komplett auserzählt.

8/10

Fotocopyright: Netflix

Dexter: New Blood (Staffel 10)

Inhalt

Die Jahre sind vergangen und Dexter lebt mit einer neuen Identität weit im kalten Hinterland. Sein neues Leben läuft soweit gut. Er hat einen geregelten Job, ist mit der Polizeichefin leiert und wurde geschätzter Bürger in der Stadt. Auf einmal jedoch überschlagen sich die Ereignisse und die Vergangenheit holt den ehemaligen Serienkiller ein…

Fazit

Fortsetzungen nach etlichen Jahren Pause sind immer mit Vorsicht zu genießen. Mal kann das Experiment gut gehen (letzte Staffel von Veronica Mars), doch oftmals wird das Wiedersehen mit alten Freunden auch in den Sand gesetzt und das Ansehen der kompletten Serie leidet enorm. Wer jedoch schon auf die Wertung geschielt hat, dürfte aufatmen – Staffel 10 lässt seine Muckis spielen und fügt sich nahtlos an die vergangenen Ereignisse an.

Zunächst gelang den Machern der perfekte Einstieg. Ich habe mich nicht auf die neuste Staffel vorbereitet und kam nach wenigen Minuten perfekt ins Geschehen hinein. Man vergisst rasch, wie viele Jahre seit der letzten Episode vergangen sind und problemlos lässt man sich erneut vom Bösen faszinieren.

Der Plot ist abermals sehr interessant und bot ein paar echt fiese Abzweigungen, die stets die Spannung oben hielten. So ganz nebenbei wurden altvertraute Gesichter eingebunden, ohne dass dieser Kniff irgendwie aufgesetzt wirkte. Auf der einen Seite viel Fan-Service, auf der anderen Seite für das gute Gelingen des ganzen Projektes unabdingbar. Schön, dass die alten Darsteller sich noch einmal die Klinke in die Hand gaben.

Ebenfalls gelungen der Generationenwechsel, an dem sogar einige Kinofilme wie beispielsweise „Indiana Jones“ scheiterten. Hier wurde der Nachwuchs perfekt und auf typische Dexter-Weise mit Augenzwingern integriert. Klar war das alles irgendwo ziemlich an den Haaren herbeigezogen, doch hier hockte man mit bereitem Grinsen vor dem Schirm und rieb sich die Hände. Es hat einfach zu gut zum Rest gepasst.

Die Zeit ist vielleicht optisch nicht ganz an unserem geliebten Serienkiller vorbei gegangen, doch inhaltlich gibt es glücklicherweise keinerlei Kritik. Die neue Staffel war rundherum packend, bot viele Gänsehautmomente und lieferte vor allem ein vertrautes Gefühl – mit dem ich so fast gar nicht gerechnet hätte. Alle Dexter-Junkies sollten unbedingt wieder reinschauen und sich vielleicht auf weitere Kost freuen. Ich wäre bei dieser Qualität jedenfalls wieder mit an Board.

8,5/10

Fotocopyright: Sky

Yellowjackets – Staffel 1

Inhalt

Ein angeblicher Reporter besucht ein paar Menschen, denen der Besuch schier unangenehm ist. Allesamt verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, die in allen Details lieber für immer im Verborgenen bleiben sollte…

Fazit

Was für ein Brett! Normalerweise stehe ich gerade solch hochgelobten Produktionen etwas skeptisch gegenüber, doch „Yellowjackets“ hielt, was die positiven Stimmen im Vorfeld versprachen – und hat vor allem die Lust auf Mehr geweckt.

Der Plot erinnert zunächst an den Film „Überleben“, gibt sich im Laufe der Spielzeit jedoch immer schwerer vergleichbarer. Ich möchte nicht zu viel verraten (deshalb auch die extrem knackige Inhaltsangabe), kann aber sagen, dass mich die Erzählweise dieser Serie total überrascht und fasziniert hat.

Man redet viel um den heißen Brei herum, schafft letztlich aber wenig Fakten und schafft es den dennoch den Zuschauer damit an den Bildschirm zu fesseln. Mit Rückblenden bekommen wir immer weitere Einblicke in die tragischen Ereignisse in der Vergangenheit, doch so richtig konkret wird es dabei nur selten.

Was vielleicht ein wenig langweilig oder gar unbefriedigend klingt, geht hier vollkommen auf. Die 10 Episoden besitzen keinerlei Durchhänger und machten süchtig. Man hoffte stets auf neue Erkenntnisse und das berühmte Licht im Dunkel. Zuletzt hatte ich einen solchen Effekt eher selten und allein deshalb verdient das Ding sehr großes Lob.

Die Handlung springt ständig zwischen den Zeiten hin und her, was schonmal eine gewisse Konzentration erfordert. Witzig jedoch, wie geschmeidig die Macher dies immer wieder hinbekommen haben. Es gab so einige Charaktere, doch durch eine geschickte Inszenierung findet man sich nach Sekunden zurecht bzw. erkennt welche Person hier grade wieder im Bild ist. Außerdem war die Ähnlichkeit zwischen jugendlichen und erwachsenen Egos sehr beachtlich.

Bei den Darstellern wüsste ich gar nicht, wo ich mit dem Schwärmen anfangen sollte. Wirkliche jede Figur zu jeder Epoche war hervorragend geschrieben und erstklassig von ihren jeweiligen Akteuren verkörpert. Während Juliette Lewis im positiven Sinne abgefuckt daher kam (selbst mit ihrer tollen, altvertrauten Synchronstimme), glänzten Melanie Lynskey oder Christina Ricci mit ihren undurchsichtigen Figuren.

Es gab in letzter Zeit durchaus gute Serien, doch keine hat mich zuletzt so in ihren Bann gezogen wie diese. „Yellowjackets“ hat noch so viel zu erzählen und kaum habe ich mir sehnlichster eine Fortsetzung herbei gewünscht. Die Story ist toll, die Darsteller grandios und die Spannung auf Anschlag. Ich vergebe noch nicht ganz die höchste Wertung – schließlich soll ja für die kommenden Staffeln noch etwas Luft nach Oben bleiben. Sofern Ihr nicht gerade zartbesaitet sein, dann schaut hier unbedingt rein. Die Serie lohnt sich, der Hype ist absolut gerecht!

9/10

Fotocopyright: Sky

Sløborn – Staffel 2

Inhalt

Evi hat es zurück auf die Insel und in die Arme ihrer Brüder geschafft, doch von ihren Eltern gibt es nachwievor keine Spur. Sie arrangieren sich mit dem Leben mit wenigen anderen Überlebenden, wissen allerdings auch nicht, wie es im Rest der Welt mit der Pandemie ausschaut. Bald werden auch neue Gefahren auf sie zukommen…

Fazit

Kaum habe ich die ersten Staffel auf Netflix abgeschlossen, stand auch schon die Fortsetzung in der Mediathek vom ZDF zum Abruf bereit. Lange habe ich natürlich nicht gefackelt und die Produktion am Wochenende komplett durchgezogen.

Die Geschehnisse knüpfen nahtlos an die Vorherigen an. Noch immer befinden wir uns auf Sløborn und treffen auf vertraute Gesichter. Aufgrund der herrschenden Isolation und Einsamkeit konnte man sich gut in deren Lage hineindenken und schmerzlich mit ihnen fühlen. Die Thematik hat nichts an Aktualität verloren und zeigt schmerzliche Parallelen zu realen Gegebenheiten auf.

Besonders gut hat Alvart die trostlose Atmosphäre eingefangen. Die leeren Straßen sorgen für Gänsehaut und lassen uns prima darin abtauchen. Dabei wirkt das Gebotene glaubhaft und nicht einfach wie bei einem 08/15-Endzeitfilm dahingeklatscht. Alles hat einen verständlichen Ursprung und eine konsequente Weiterentwicklung erlebt.

In den gerade einmal 6 Episoden macht die Handlung keine extremen Sprünge, gefiel aber mit dichter und ungemein spannender Erzählweise. Es gab keinerlei Durchhänger und man blieb gebannt am Ball. Die großartigen Darsteller wuchsen weitestgehend ans Herz (sofern nicht durch den Vorgänger schon geschehen) und boten interessante Eindrücke in deren unterschiedlichen Verhaltensweisen.

Zum Horror gesellte sich die Gesellschaftskritik noch deutlicher hinzu. Eindrucksvoll erleben wir erneut, wie Menschen sich in Extremsituation verändern, aber auch wie so etwas zusammenschweißen kann. Richtig gut gefiel hierbei die Zeichnung von Gruppendynamiken und wie schnell eine aussichtsreiche Stimmung noch einmal umschlagen kann.

„Sløborn“ geht ein bisschen in die Richtung „Herr der Fliegen“ und macht grundsätzlich wieder alles richtig. Die Spannungskurve passt und der Unterhaltungswert ist gegeben. Man suchtete das neue Futter innerhalb kürzester Zeit durch und bot am Ende einen Cliffhanger, der natürlich zum Dranbleiben animiert. Ich freue mich jedenfalls schon auf weiteres Material!

8/10

Fotocopyright: ZDF

Kitz – Staffel 1

Inhalt

Lizzi lebt im Kitzbühl und stammt aus eher einfachen Verhältnissen. Vor einem Jahr hat ihren geliebten Bruder verloren und diesen Schmerz noch nicht überwunden. Sie gibt den Kids der reichen Touristen aus Deutschland dafür die Schuld und hat einen perfiden Racheplan ausgearbeitet…

Fazit

Die Kritiken zur ersten Staffel von „Kitz“ waren eher gemischt und in vielen Punkten muss ich den Autoren auch recht geben. Man griff viele Vorurteile und Klischees auf und setzte mit aller Gewalt auf eine hippe Darstellung der Ereignisse – aber trotzdem war das Gebotene irgendwie sehr unterhaltsam.

Die Welt der Reichen und Schönen ist sicherlich nicht mein Milieu und so fiel das Hineindenken in die Figuren nicht gerade einfach, trotzdem konnte man sich gut fallen lassen. Es ging jederzeit recht kurzweilig zur Sache und Längen waren in den gebotenen 6 Episoden nicht zu verzeichnen.

Das ganze Konstrukt hat etwas an „Revenge“ erinnert, da die Prämisse doch recht ähnlich ausfiel. Auch hier zogen sich Rache-Motive durch die ganze Serie und es gab immer mal wieder interessante Wendungen – inklusive Cliffhanger am Ende der Staffel.

Lebenswert die hochwertige, fast schon verschwenderische Inszenierung – die natürlich optimal zum Setting gepasst hat. Teure Klamotten, dicke Autos und verschwenderische Partys inklusive. Alles wirkte sehr stimmig und glaubhaft – ohne es bis ins Detail mit eigenen Erfahrungswerten bestätigen zu können. Dies hatte durchaus einen Touch von amerikanischen Soaps ala „Reich und Schön“, ohne seine europäische Herkunft zu leugnen.

Man muss sich nicht immer mit allen Dingen identifizieren müssen und auch einfach mal was unterhaltsames für Nebenbei laufen haben. Die Welt von „Kitz“ konnte ich eigentlich nur belächeln und trotzdem habe ich das Ding an zwei Tagen – wie gesagt nebenher – „durchgebincht“ und mich nicht unbedingt gelangweilt gefühlt. Die Parallelen zu US-Produktionen waren nicht zu übersehen, doch schlimm war das nicht. Der Erzählfluss war prima, die kleinen Intrigen und Wendungen grundsolide – eine zweite Staffel würde hier sicherlich auch über den Bildschirm flackern.

7/10

Fotocopyright: Netflix

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