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Schlagwort: Serie

Inspector Mathias – Mord in Wales – Staffel 1

Inhalt

Laut Angaben seines Vorgesetzten ist Tom Mathias „das beste Pferd im Stall“ und immer für die Lösung verzwickter Fälle zu gebrauchen. In der ersten Staffel kämpft er sich durch vier Ermittlungen in Spielfilmlänge und lässt sich dabei nicht von beeindruckenden Kulissen von Wales ablenken.

Fazit

Gelegentlich mal eine kleine Krimi-Serie geht in Ordnung und zu einem Preis von gerade einmal einem Euro (EuroShop) konnte man sowieso nicht „nein“ sagen. Selbst wenn die Erwartungen eher gering sind – für das kleine Geld würde man nicht unbedingt Meckern wollen.

Ich könnte jetzt alle vier Filme einzeln besprechen, doch wie zuletzt bei „Kissing Booth“ würden sich zu viele Phrasen wiederholen. Da alle Episoden zudem auf etwa gleichem Niveau waren und ich bei Serien grundsätzlich die gesamte Staffel betrachte, bliebt es halt bei einer – leider eher durchwachsenen – Bewertung.

Grundsätzlich bietet die Produktion wenig Neues. Sie verknüpft Standard-Kriminalfälle mit hübschen Kulissen und einer etwas schrulligen Hauptfigur – und vielleicht lag auch hier Eines der offensichtlichen Probleme. Während dem gesamten Verlauf bin ich weder mit Mathias, noch mit seinen Assistenten warm geworden. Sie waren sympathisch, machten ihre Sache unterm Strich recht gut – aber irgendwie schienen sie nicht „kantig“ bzw. charismatisch genug. Sie boten wenig Wiedererkennungswert und schon gar keine kultverdächtigen Eigenheiten.

Die Fälle wurden nach Routine abgefertigt und boten wenig Raum zum „miträtseln“. Es ging manchmal recht schleppend, immer aber wenig überraschend voran. So plätscherten die Ermittlungen weitestgehend vor sich her und führten nie auf eine falsche Spur bzw. zu falschen Verdächtigen. Selbst als ungeübter Tatort-Zuschauer stand man nie vor unüberwindbaren Wendungen und fühlte sich gelegentlich eher etwas gelangweilt – statt vom Geschehen gepackt.

Genrefreunde bekommen mit „Inspector Mathias“ einen soliden, aber keineswegs überragenden Vertreter auf die Mattscheibe. Nichts sticht hier sonderlich hervor, aber größere Patzer waren glücklicherweise auch nicht zu verzeichnen. Als seichte Unterhaltung zum Einschlafen sicherlich geeignet, jedoch weit von einem Geheimtipp entfernt. Sollten weitere Staffeln ebenfalls so verramscht werden, würde ich zuschlagen – ansonsten bestünde jetzt nicht der zwingende Drang zu Weiterschauen. Ingesamt okay, aber kein Pflichtprogramm. Einen halben Bonuspunkt für die nette Technik und die schönen Landschaften.

5,5/10

Fotocopyright: Polyband/WVG

The Outsider – Staffel 1

Inhalt

Familienvater Terry Maitland wird überraschend von der Polizei abgeführt und dem Mord an einem kleinen Jungen bezichtigt. Er streite alle Vorwürfe ab, doch der örtliche Sheriff sieht trotzdem genügend Indizien für eine Inhaftierung. Eigentlich sind die Beweise gegen Terry absolut erdrückend, doch plötzlich tauchen beispielsweise Überwachungsvideos auf, die den Verdächtigen während der wahrscheinlichen Tatzeit an ganz anderen Orten zeigen…

Fazit

Nach all den Jahren ist Stephen King noch immer ein Garant für interessante Film- und Serienvorlagen, was sich mit „The Outsider“ mal wieder positiv bestätigen sollte.

Schon ab der ersten Folge zieht das Geschehen in seinen Bann und hält seinen dichten Spannungsbogen bis zum bitteren Ende bei. Es gab keinerlei nennenswerte Längen und trotz mancher minimalen Ungereimtheit gab es beim Telling nichts großartig zu kritisieren. Vielleicht hätte man sich hin und wieder ein paar greifbarere Lösungen gewünscht, doch unterm Strich konnte ich mit den gebotenen Elementen sehr gut leben. Leider kann und will ich diesbezüglich nicht mehr verraten, Kenner der Serie ahnen eventuell was ich damit meine. Schließlich war der Verlauf auch nicht ungewöhnlich für King.

Am besten gefielen mir die vielen unterschiedlichen Charaktere, deren Hintergründe prima ausgearbeitet wurden und durch das Serienformat zu ausreichender Tiefe gekommen sind. Jede noch so kleine Rolle wurde sorgfältig und hervorragend besetzt. Ben Mendelsohn war selten besser, von Jason Bateman hätte ich jedoch gerne mehr Screentime gesehen. Alle harmonieren so perfekt miteinander und geben auf die jeweiligen Schicksale aufmerksam acht. Keine Figur steht als strahlender Held da – alle haben ihre Sorgen, Probleme und Schläge des Lebens erfahren. Dies bildet die Grundlage für einige wirklich traurige Diskussionen, die nicht stumpf an den Haaren herbei gezogen wurden und durchaus mit realen Ereignissen zu vergleichen sind.

Nicht jede Adaption von Meister King war außerordentlich gelungen. Bei Serien und insbesondere bei Filmen gab es einige Knaller, aber leider auch ein paar Nieten zu verzeichnen. „The Outsider“ reiht sich glücklicherweise zu den gelungeneren Verfilmungen ein und bietet alles, was eine dichte Serie auffahren muss: tolle Charaktere, eine zunächst verwirrende – aber packende – Handlung und Dialoge auf den Punkt. „The Outsider“ hat also insgesamt sehr gut bei Laune gehalten und musste natürlich innerhalb weniger Abende durchgeschaut werden. Wer aktuell eine gute Mysterie-Serie sucht, sollte unbedingt mal reinschauen. Entwarnung gibt es zudem für zartbesaitete Gemüter: King schafft ihr unterschwellige Spannung ohne explizite Einblicke – und das war auch gut so.

8/10

Fotocopyright: HBO/Sky.de

Dark – Die komplette Serie

Inhalt

Alles beginnt mit dem Selbstmord eines Familienvaters und dem Verschwinden eines Kindes. Die kleine Stadt Winden ist in Aufruhr und hat Angst.

Einige Personen erinnern sich derweil an ähnlich gelagerte Fälle aus der Vergangenheit. Was hat die mysteriöse Höhle im Wald oder das benachbarte Atomkraftwerk damit zu tun?…

Fazit

Auf meiner alten Webseite habe ich seinerzeit bereits die erste Staffel besprochen und war dabei voller warmer Worte. Da relativ früh bekannt wurde, dass es insgesamt drei Staffeln geben wird, habe ich die Zweite direkt übersprungen und mir das Gesamtwerk nun am Stück (inklusive der erneuten Sichtung der ersten Staffel) betrachtet und komme trotz kleiner Haken zu einem versöhnlichen Urteil.

Man kann den Machern Vieles vorwerfen – nicht aber, dass es keinen Masterplan gab. Die Serie ist von Anfang bis Ende bis ins kleinste Detail durchkonstruiert und greift „flüssig“ die offenen Punkte vorheriger Episoden auf. Im Gegensatz zu anderen Produktionen wirkte das Zusammenziehen der einzelnen Fäden nicht krampfhaft und künstlich, sondern durchdacht und konsequent. Mit fortlaufender und stets komplexer werdenden Handlung hatte ich so meine Bedenken, doch letztlich erschien alles sorgfältig geplant und sinngemäß Richtung Finale zu laufen. Dieses war dann an sich sehr stimmig und entschädigte für einige Lücken, die bei einer „Nebenher-Sichtung“ schnell auftaten. Dies fand ich sehr genial, denn mit dem überaus verständlichen Abschluss schlossen sich kleinere Fragen und waren dann nicht mehr der Rede wert.

„Dark“ lebt von einem grandios gestrickten Mikrokosmos, dem besagte Sorgfältigkeit absolut in die Hände spielt. Schnell baut der Zuschauer eine Bindung zu den überschaubar vorhandenen, aber umso besser agierenden Darstellern auf. Man durchblickt ihre Figuren nach etwas Übung relativ gut, wird jedoch durch gewisse Handlungselemente (keine Spoiler an dieser Stelle) immer wieder aus der bisherigen Denkschiene geschleudert. Man muss sich stets auf neue Situationen einstellen und die teilweise etwas heftigen Sprünge dazu addieren. Dies sorgt durchaus für ein paar Fragezeichen und stellenweise für leichten Frust – beweißt man allerdings Durchhaltevermögen kommt das befriedigend erklärende Finale daher und macht diese Patzer wieder wett.

Ich kenne mich in der deutschen Serienlandschaft leider nicht so gut aus, daher waren die meisten Gesichter für mich relativ unbekannt – was durch mangelnde Unbefangenheit sogar ein Vorteil gewesen sein könnte. Persönlich hat mich Oliver Masucci („Er ist wieder da“, „4 Blocks“) am meisten beeindruckt, wobei der Rest sich überdies keine Schwäche leistete. Egal ob alt oder jung – die Charaktere hatten Profil und wurden mit Hingabe verkörpert. Geschliffene Dialoge rundeten den hervorragenden Eindruck ab.

Technisch muss sich „Dark“ vor keiner anderen Serie verstecken. Angefangen bei der kalten, mysteriösen Optik, bis zum krassen Soundtrack. Keine andere Produktion erweckte allein durch seine Akustik solch eine Gänsehaut und Stimmung. Natürlich wiederholen sich die Effekte sehr oft, aber jedes Mal packen sie den Betrachter und deuten unbehagliches an. Selten hat eine Klangkulisse so intensiv zum Geschehen beigetragen.

Man ist fast schon froh, mal keine deutsche Produktion, die sich ausschließlich um den Zweiten Weltkrieg (oder dessen unmittelbar folgende Epoche) handelt vor sich zu haben. „Dark“ ist eine Ausnahmeserie, die in allen Belangen auf internationalem Niveau rangiert und dank Netflix hoffentlich auch entsprechend aufschlägt und eine Lanze bricht. Die Serie erfordert Aufmerksamkeit, belohnt aber mit Details ohne Ende und einem durchgängigen roten Faden. „Dark“ sollte auf jeden Fall als Ganzes angesehen und idealerweise ohne Unterbrechung durchgesuchtet werden. Es lohnt sich definitiv!

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

Watchmen – Staffel 1

Inhalt

Amerika im Jahre 2019. In dieser alternativen Zeitline sind Superhelden verboten und die Polizei muss sich aus Schutz vor Extremisten stets vermummen. Die Lage zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen ist angespannter denn je und als der Polizeichef ermordet aufgefunden wird, wächst der Schrei nach Gerechtigkeit – erst recht in den eigenen Reihen…

Fazit

Durch überwiegend sehr positive Kritiken und dem bereits vor einigen Jahren veröffentlichtem Kinofilm, war ich schon recht gehypt auf diese Serie. Als die letzte Episode über den Bildschirm flackerte, blieb ich jedoch mit gemischten Gefühlen zurück.

„Watchmen“ ist definitiv keine Serie, die man „mal eben nebenbei“ schaut, sondern eine gewisse Aufmerksamkeit erfordert. Es wird anfangs relativ wenig erklärt und erst in Rückblenden (und nahezu komplett in der Vergangenheit spielende Episoden) erfährt man nach und nach mehr über die Grundidee. Das Gesamtkonzept an sich bleibt wohl eingefleischten Fans der Vorlage vorbehalten, denn auf viele Details kann sich selbst ein wachsamer Betrachter keinen vollständigem Reim bilden.

Darsteller und Setting waren gefällig. Egal zu welcher Zeitepoche – die Ausstattung war stimmig und die unterschiedlichen Charaktere fügten sich prima ein. Die CGI-Effekte waren dabei erstaunlich überschaubar oder zumindest so unauffällig, dass es hier keinen Grund zur Klage gab. Große Action stand sowieso nicht auf der Tagesordnung und Dialoge beherrschten meistens das Geschehen. Dies har mich schon ein wenig überrascht, letztlich aber keinen schlechten Eindruck hinterlassen.

Die Folgen befinden sich allesamt auf etwa gleichen Niveau, was den Unterhaltungswert betrifft. Keine sonderlich herausstechend, keine sonderlich schlecht oder langweilig.

Durch seine Thematik ist „Watchmen“ (ähnlich wie zuletzt „Da 5 Bloods“ http://wordpress.hard-boiled-movies.de/?p=2597) aktueller denn je. Satt krachender Zerstörungsorgien oder Superheldenhampelein setzt man hier auf eine realistische und kritisierende Darstellung unserer Gesellschaft – natürlich aufgelockert mit einigen übernatürlichen Elementen. Mit seinem Tiefgang und hohem Dialoganteil hat mich die Serie positiv beeindruckt und erntet viel Wohlwollen. Da mir etwas Vorwissen fehlt und manche Dinge noch nicht hundertprozentig in meinem Hirn ineinandergreifen, bleibt eine weitaus höher Wertung zunächst verwehrt. Wer in die Welt hineinschnuppern mag, sollte vielleicht erst mit dem großartigen (und leichter verdaulichen) Kinofilm beginnen.

7/10

Fotocopyright: Warner Home Video

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Watchmen – 1. Staffel [Blu-ray]

Upload

Inhalt

Das Leben nach dem Tod war bislang ein großes Rätsel. Im Jahr 2033 allerdings, kann der Sterbende – je nach Geldbeutel – eine großartige virtuelle Welt buchen, in die er quasi „hochgeladen“ wird.

Der junge Erfolgstyp Nathan kommt durch einen verehrenden Autounfall vorzeitig in den Genuss dieser neuen Technologie und macht dort Bekanntschaft mit Nora, die eine Art Moderatorin und Wegweiseren für die Verstorbenen darstellt. Schnell erkennt Nora, dass die Todesumstände Ihres Schützlings mehr als mysteriös sind…

Fazit

„Upload“ hat mich überrascht. Zum Einen wegen seiner schrägen Grundidee, zum Anderen weil der Mix aus Komödie, Drama und ein wenig Thriller hier erstaunlich gut funktioniert.

Die kurze Dauer der einzelnen Episoden (knapp 30 Minuten im Schnitt) tut dem Betrachter unglaublich gut, denn so ist der Verlauf immer schön straff und kurzweilig. Das Tempo ist stets angenehm und glücklicherweise gibt es trotz der kompakten Häppchen keinerlei Längen.

Im Vorfeld bin ich von einer Comedy-Serie ausgegangen und wurde wahrscheinlich auch deshalb so positiv überrascht, da sogar geschmeidig gemachte Thriller-Anleihen zugegen waren. Die Handlung entfaltete deutlich mehr Tiefgang, als zunächst erwartet und machte in jeder Situation mächtig Laune. Die unterschiedlichen Elemente griffen mustergültig ineinander und ließen dennoch den roten Faden nie aus dem Auge verlieren.

Überwiegend ging es witzig zur Sache, gelegentlich ein wenig traurig und letztlich galt es ein Rätsel um die verlorene Erinnerung des Hauptprotagonisten zu lösen. Einige Charaktere waren nicht so, wie auf den ersten Blick vermutet und änderten Ihre Gunst beim Zuschauer im Laufe des Geschehens. Es zeigte sich, wie wandlungsfähig manche Schauspieler waren und das die Chemie untereinander grundlegend prima passte. Man hat die wichtigsten Figuren schnell ins Herz geschlossen.

Neben den hervorragenden Darstellern war ich enorm von der Liebe zum Detail entzückt. In fast jeder Einstellung gab es interessante technologische Spielereien zu entdecken. Die Palette reichte hierbei von nah an der Realität, bis gekonnt auf die Spitze getrieben und total abgedreht. Es gab so viele Bezüge zur aktuellen Zeit und einige Entwicklungen schienen gar nicht mal so abwegig. Kleinere Gewaltspitzen wurden stets mit einem Augenzwingern vorgetragen und verloren ihren Schrecken. Von daher funktionierte die Produktion auch als Satire und Gesellschaftskritik wunderbar.

Mit „Upload“ hat Amazon eine wirklich erfrischende und kurzweilige Serie im Angebot, die sich durch ihr Setting und Liebe zum Detail angenehm von der Konkurrenz unterscheidet. Obwohl ich mich nicht zu einer Höchstwertung überwinden kann, habe ich keine echte Kritik zu äußern. Die kurze Anzahl an Episoden ist bei ersten Staffeln eigentlich normal und die bestenfalls überdurchschnittliche Synchronisation kein Beinbruch. Ich freue mich schon auf den Fortgang der Geschichte und schalte garantiert wieder ein!

7,5/10

Forocopyright: Amazon

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Into the Night – Staffel 1

Inhalt

Die Passagiere eines Flugzeugs können nicht verstehen, was auf der Welt um sie herum geschieht. Scheinbar ist die Sonne zum Feind geworden und die Menschheit stirbt bei Tageslicht. Fortan versuchen sie mit ihrem Flieger immer in der Dunkelheit zu bleiben…

Fazit

Die Grundidee hört sich verrückt ganz, funktioniert aber insgesamt ganz gut. „Into the Night“ überzeugt mit gut konstruiertem Spannungsbogen, der auch klar den gut agierenden und arg unterschiedlichen Figuren geschuldet ist. Jeder Passagier trägt ein Geheimnis in sich und sind überhaupt auf den ersten Blick kaum durchschaubar. Das abgedrehte Szenario wird oft in den Hintergrund gedrängt und stattdessen findet ein gelungenes Kammerspiel zwischen den Charaktere statt.

Bei einer knappen Episodenanzahl von gerade einmal 6 Folgen war insgeheim zu ahnen, dass die Handlung nicht vollends zu Ende erzählt wird. Man steigt zwar recht schnell ins Geschehen ein, dennoch passiert einfach zu viel bzw. ist der Storykomplex zu groß, um in so kurzer Zeit abgehandelt zu werden. Selbstredend und ohne Spoiler sei gesagt, dass die Staffel mitten in den Ereignissen endet.

Dem internationalen Cast und dem internationalen Anspruch ist wohl der größte Kritikpunkt geschuldet. Die Darsteller aus allen Nationen sprechen vermehrt in ihrer Muttersprache und er Zuschauer muss sich mit Untertiteln begnügen. Das reißt immer wieder raus und war durchaus nervig. Englisch war ja noch okay, bei den anderen Sprachen war ich jedoch auf die zugehörigen Texte angewiesen. Gefühlt man dies fast die Hälfte der Serie ein. Die Leistung aller Darsteller war hingegen sehr gut und keiner fiel negativ aus dem Rahmen.

Die erste Staffel von „Into the Night“ ist wie ein kleiner Snack, der Lust auf Mehr gemacht hat. Die wenigen Episoden waren fast am Stück weggeschaut und lediglich die zahlreichen Untertitel haben ein bißchen genervt. Wenn das gegebene Potential weiterhin so effektiv genutzt wird, bleibe ich – sofern eine Fortsetzung kommt – weiterhin am Ball.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/81008221

Drei Meter über dem Himmel (Serie)

Inhalt

Ein Sommer an der Adriaküste. Mehrere junge Menschen lernen sich kennen und sogar lieben. Jeder von ihnen hat mit Problemen zu kämpfen, doch gemeinsam können sie aus der Welt geschafft werden…

Fazit

Die Filme „Drei Meter über dem Himmel“ und dessen Nachfolger „Ich steh auf Dich“ haben mir seinerzeit überraschend gut gefallen und die Ankündigung einer gleichnamigen Serie hat meine Aufmerksamkeit geweckt. Inwieweit die beiden Dinge (spanische Filme – italienische Serie) überhaupt in Zusammenhang stehen, war mir erst einmal egal.

Tatsächlich ist die Grundthematik um junge Menschen und die erste Liebe recht ähnlich, doch ansonsten ist die Dramatik anders aufgebaut und die Serienform tut der Zeichnung der Figuren außerordentlich gut. Durch die tolle und farbenfrohe Optik kommt richtig Urlaubsfeeling auf und das „fallen lassen“ gelingt bravurös. Man fühlt sich tatsächlich wie in einer anderen Welt, was gerade in diesen Tagen eine willkommene Abwechslung darstellt. Auch der tolle Soundtrack (oft im O-Ton mit Untertiteln) trägt seinen Teil zu stimmigen Eindruck bei.

Ein wenig gestört haben mich Anfangs die etwas zu leckten Figuren. Sicherlich haben alle storytechnisch ihre Ecken und Kanten – dennoch kommen sie allesamt wie Modells, statt normale Typen von der Straße daher. Da die Chemie untereinander stimmt und deren Spiel gar nicht mal übel war, konnte ich relativ schnell darüber hinwegsehen und habe mir um dieses Schönheitsideal keinen Kopf mehr gemacht.

Die Probleme der Akteure waren durchaus greifbar, auch wenn man durchaus das Wort „Belanglos“ in den Raum werfen könnte. Es handelt sich größtenteils um gängige Probleme beim Erwachsenwerden – erzählt auf minimal höherem Niveau als bei einer Soap-Opera. Durch seine Leichtgängigkeit, der knappen Outfits und der tollen Kulissen wird dies geschickt kaschiert und insgesamt sehr unterhaltsam verpackt.

Im Grunde ist „Drei Meter über dem Himmel“ eine typische Jugendserie, die insgesamt sehr zahm und beliebig ist. Durch seine sympathischen Figuren und der träumerischen Inszenierung konnte die Produktion dennoch begeistern und zum „durchbinchen“ animieren. Es muss nicht immer tiefgründig und spannend sein – manchmal reichen einfach gute Vibes und wunderschöne Bilder! Könnte ich einen Oscar für brillante Optik verleihen, wäre dies ein heißer Anwärter.

8/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/81004936

Ragnarök – Staffel 1

Inhalt:

Unfreiwillig muss Magne mit seiner Mutter zurück in die alte Heimat ziehen. In der Schule hat er es als Neuling und introvertierte Persönlichkeit nicht leicht, doch scheinbar scheinen verborgene Kräfte in ihm zu erwachen – und die Aufmerksamkeit einiger Dorfpersönlichkeiten auf sich zu ziehen…

Fazit:

Völlig ohne Vorwissen bin ich an diese Serie heran gegangen und wurde extrem positiv überrascht. Da ich ein leichtes Faible für Szenario und nordische Mythologie habe, war ich umso mehr erstaunt, wie gut hier alles zusammengewürfelt und auf modern getrimmt wurde. Die Autoren vermengten bekannte Namen und Ereignisse und transferierten ohne Reibungsverlust in die heutige Zeit. Klar wirken viele Elemente arg konstruiert, aber allein die geschickte und lockere Einbindung hat es mir schon ein wenig angetan.

Unter dem ursprünglich erdachten Deckmantel einer Fantasy-Handlung steckt hingegen ein waschechtes Sozial- bzw. Umweltdrama, welches in heutigen Zeiten eine angenehme Brisanz aufweist – ohne allzu belehrend oder langweilig zu wirken. Actionfreunde könnten möglicherweise enttäuscht werden – nachdem ich das Anliegen der Macher durchschaut hatte, war ich jedoch nicht weniger an der Materie interessiert. Dies lässt dann irgendwo auch über Handlungslücken und kleinere Logikfehler hinweg schauen.

Da es sich hier um eine norwegische Produktion handelt, sind die meisten Gesichter für unsere Verhältnisse eher unbekannt – was deren überzeugenden Leistung allerdings keinen Abbruch tut. Hauptfigur Magne wirkt auf Anhieb sympathisch und keineswegs so geleckt wie in den meisten Teenie-Streifen aus Hollywood. Die Chemie aller Beteiligten hat gepasst und besonders die garstige „Feindfamilie“ war mit ihrer Darbietung eine echte Bereicherung.

In Ragnarök steckt mehr, als es auf den ersten Blick und das ist auch gut so. Statt mit einer weiteren, seichten Jugendserie, bekommen wir einen Mix aus launig präsentierter Mythologie und perfekt abgestimmter Gesellschaftskritik. Kaum eine Produktion spricht sich so deutlich für Umweltschutz aus und ist dabei noch so wunderbar packend und kurzweilig gemacht. Diese Serie ist unbedingt einen Blick wert – und wird hoffentlich um weitere Episoden verlängert. Erwartet bitte keinen Marvel- oder ähnlich gelagerten Actionspaß und lasst euch einfach auf die tollen Kulissen und netten Figuren ein – es kann sich durchaus lohnen.

8/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos unter: https://www.netflix.com/de/title/80232926

Tiger King

Inhalt:

Die Netflix-Dokumentation erzählt die verrückt, wie auch wahre Geschichten über Menschen und deren Liebe zu wilden Tieren. Im Fokus steht dabei eine besonders schrullige Persönlichkeit, die sich in Ihrem Wahn sogar zu einem spektakulär angelegten Auftragsmord hinreißen lässt…

Fazit:

Die Welt scheint diese Produktion zu lieben, was unzählige Beiträge, gar auf seriösen Nachrichtenseiten betrifft. Obwohl mich die Thematik zunächst gar nicht so sehr angesprochen hat, musste ich mir das Ganze aufgrund der allgegenwärtigen Signale unbedingt anschauen und mein Urteil fällt – für mich selbst – überraschend positiv aus.

Die Handlung ist schräg, die Einführung jedoch mehr als gut gelungen. Zunächst lernt man nur die beteiligten Personen und deren Liebe zu exotischen Tieren kennen, später entwickelt sich das sowieso schon recht bizarre Treiben zu einem waschechten Krimi mit enormen Suchtfaktor.

Wieder einmal schreibt das Leben die besten Geschichten und „Tiger King“ macht da keine Ausnahme. Die Ereignisse in dieser Dokumentation sind zu unglaublich, um aus der Feder konservativer Autoren zu stammen und halten unglaublich gut bei Laune. Man nimmt den Zuschauer auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit und heizt die Sucht nach neuen Einblicken mit fiesen Chliffhangern zwischen den Episoden gekonnt ein. Man möchte immer wissen, wie es weitergeht.

Vor allem Hauptfigur Joe polarisiert und zieht zugleich magisch an. Es gibt unzählige Momente, bei denen man über seine Aktionen den Kopf schüttelt – jedoch immer wieder Abschnitte, bei denen man ihm unerwartet nahe ist. Sogar in seinem dickköpfigen Streit mit Tierschützern keimen immer wieder Sympathien auf und kurz darauf hadert man wieder mit sich. Für sein allmähliches Abdriften in die Selbstzerstörung gibt es zwar letztlich keine Entschuldigung mehr, allerdings stirbt beim Betrachter die Hoffnung auf eine Besinnung seinerseits nicht.

Wer schrullige Typen mag, ein Faible für ungewöhnliche Kriminalfälle hat und so ganz nebenbei auch Wildkatzen liebt, dürfte bei dieser Dokumentation vollends auf seine Kosten kommen. Mich haben die durchaus befremdlichen Figuren fasziniert und die wundervolle Erzählweise bis zum bitteren Ende gepackt. Hoffentlich haben die Macher noch nicht vollkommen auserzählt und können uns noch einmal mit weiterem Material beglücken. Ich wäre dabei!

10/10

Fotocopyright: Netflix