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How to Sell Drugs Online (Fast) – Staffel 3

Inhalt

Die Schlinge zieht sich immer weiter zu. Nicht nur mit seinen holländischen Lieferanten hat Moritz großen Ärger, auch ein hartnäckiger Polizist kennt seinen Namen und seine Adresse. Jede Handlung besteht fortan aus purer Verzweiflung und der Hoffnung auf einen guten Ausgang…

Fazit

Drei Staffeln an nur einem einzigen Tag durchzuschauen ist schon eine kleine Hausnummer und waren nur dank Urlaub möglich. Okay, auch die dritte Staffel bestand aus lediglich 6 halbstündigen Episoden – doch die hatten es richtig in sich.

Fing es bei der ersten Staffel noch recht beschaulich und überschaubar an, zeigte bereits die Zweite, wohin die Reise geht. Bei der dritten Season sind dann alle Dämme gebrochen und das Geschehen überraschte mit krassen Wendungen, tollen Rückblenden und geschickt konstruierten Aktionen. Das Ganze erinnerte keineswegs an die üblichen Drogen-Thriller, sondern erreichte stellenweise das Niveau erstklassiger „Heist“-Movies – die sich mit raffinerten Einlagen geradezu überschlagen und ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Selten habe ich so viele brillante Ideen und Anspielungen auf so kleinem Raum gesehen und jedes Rädchen griff perfekt ineinander. Am tollsten dabei die vielen Spitzen auf die einheimische Fernsehlandschaft, die wir ja so bei ausländischen Produktionen nicht immer in vollen Umfang greifen können. Die Einspieler diverser bekannter Shows waren so witzig wie genial und in ihrem kleinen Rahmen keineswegs störend oder deplatziert. Neben dem bereits bekannten Kern-Cast gab es hier und da wieder ein paar bekannte Gesichter (beispielsweise von den „Rocket Beans“) und so einen weiterhin hohen Sympathiefaktor.

Erneut alles richtig gemacht und sich spannungstechnisch sogar noch einen Ticken gesteigert. Mir hat die dritte Staffel von „How to Sell Drugs Online (Fast)“ jedenfalls hervorragend gefallen und trotz Abschluss in der späten Nacht zeigten sich keine Ermüdungs- oder Abnutzungserscheinungen. Ich hoffe, dass die Serie weiterhin großen Erfolg einfährt und nach diesem konfusen Finale noch fortgesetzt wird. Man könnte zwar von einem brauchbaren Abgang sprechen, dennoch kann ich einfach nicht genug von Moritz und seiner stark angewachsenen Clique bekommen. Ideen für weitere Abenteuer gibt es bestimmt reichlich.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

How to Sell Drugs Online (Fast) – Staffel 2

Inhalt

Das Geschäft mit dem Onlinehandel läuft prächtig, doch die Zahl der Mitwisser wird immer größer. Es dauert nicht lang und die Freundschaft zwischen Moritz und seinen Geschäftspartnern scheint zu bröckeln…

Fazit

Dank meines Urlaubs konnte ich direkt nach Sichtung der ersten Staffel auch die Zweite innerhalb eines Tages „durchbinchen“ und bin von der ganzen Sache noch immer sehr angetan.

Gab es zuvor noch etwas Enttäuschung bezüglich der mangelnden Innovation, so zeigte sich nun endlich eine wesentlich eigenständigere Gangart und dennoch ein extrem hoher Unterhaltungswert. Obwohl die Staffel erneut mit nur 6 relativ kurzen Episoden auskommen musste, so vielseitig die verbauten Ideen und die exzellenten Seitenhiebe auf andere Formate.

Abermals zeigten die jungen Darsteller eine erstklassige Leistung und bekamen diesmal sogar von etablierten „TV-Nerds“ wie Florentin Will eine kleine Schützenhilfe. Betonen möchte ich diesmal aber explizit noch einmal die tolle Inszenierung, die dem Geschehen einen eigeständigen Touch verleiht. Mit witzigen Übergängen, „Was wäre wenn“-Aufnahmen und coolen Texteinblendungen hebt sich die Produktion glänzend vom Einheitsbrei ab.

Die zweite Staffel hielt dass, was die Erste versprach. Das allgemein hohe Niveau wurde beibehalten und dieses Level bis zum bitteren Ende beibehalten. Es wurde nie langweilig und der Suchtfaktor stelle sich auch ohne die Hilfsmittel aus der Serie ein. Ich freue mich schon auf die aktuellen Folgen und spreche hiermit natürlich eine uneingeschränkte Empfehlung – nicht nur von Fans von Breaking Bad und Konsorten – aus.

8/10

Fotocopyright: Netflix

How to Sell Drugs Online (Fast) – Staffel 1

Inhalt

Moritz ist eher der unauffällige Nerd und nicht unbedingt sonderlich beliebt an seiner Schule. Als ihn seine Freundin verlässt, beschließt er sein bisheriges Spießer-Leben über den Haufen zu verwerfen und mit dem Shopsystems seines besten Kumpels eine ganz besondere Webseite zu basteln…

Fazit

Mit aktuellem Beginn der dritten Staffel wollte ich noch einmal einen genaueren Blick auf diese Serie werfen und wurde umgehend in ihren Bann gezogen. Zwar habe ich seinerzeit mal kurz reingeschaut, doch bin aufgrund anderer Produktion irgendwie nicht am Ball geblieben. Dies sollte sich in meinem Urlaub ändern.

Im Grunde erzählt uns die Geschichte nichts wirklich Neues, aber seine lockere Art und die frischen Darsteller sorgen für durchgehende Kurzweil. Man setzt viele bekannte Elemente äußerst gekonnt zusammen und schuf so ein rundes Gesamtbild ohne echte Längen oder Durchhänger. Sicherlich ist die Staffel mit gerade einmal 6 recht kompakten Episoden auch nicht gerade lang, aber einige Mitbewerber patzen da sichtbarer.

Wie bereits erwähnt haben die Darsteller großen Spaß bereitet. Die jungen Charaktere wurden glaubwürdig und charmant besetzt, der „Nerd-Faktor“ nicht zu übertrieben inszeniert. Bei beispielsweise „Big Bang Theorie“ ging mir dies Treiben gegen den Strich, aber hier fand ich die Darstellung genau richtig und wesentlich schlüssiger an den Mann gebracht.

„How to Sell Drugs Online (Fast)“ ist eine erfrischende, kurzweilige und sehenswerte deutsche Serie. Zwar wurde innerhalb der wenigen Folgen das Rad nicht gerade neu erfunden, aber der hohe Unterhaltungswert bügelt dieses Manko locker wieder aus. Ich werde jedenfalls dran bleiben und mich weiter zur neuen Staffel voran arbeiten.

8/10

Fotocopyright: Netflix

Masters of the Universe: Revelation – Staffel 1

Inhalt

Dank des Bösewichtes Skeletor scheint das Böse endlich zu siegen und sämtliche Magie aus Eternia zu verschwinden. Um gegen die dunkeln Kräfte etwas auszurichten, schließen sich sogar ehemalige Widersacher den aufrechten Streitern an…

Fazit

„Masters of the Universe“ ist unbestrittener Kult und für Viele schon eine Art von heiligem Gral – was einige negative Kommentare (insbesondere aus Amerika) irgendwie zu begründen vermag. Ich persönlich würde mich zwar nicht als den größten Fan des Franchise bezeichnen (obwohl ich früher nahezu alle Figuren, Fahrzeuge und Burgen besaß), habe mich dennoch auf das Reboot gefreut. Da Kevin Smith („Clerks“, „Mallrats“, „Dogma“, etc.) das Ruder übernahm, war die Motivation sogar noch ein Stückchen größer.

Lange möchte ich nicht um den heißen Brei herum reden. Obwohl man in den kurzen fünf Episoden relativ wenig vom Titelhelden He-Man zu sehen bekam, hat mir das Gebotene mit seiner etwas anderen Herangehensweise recht gut gefallen. Statt einzelner Storys bekommen wir hier eine durchgehende Rahmenhandlung, die mit weiteren Staffeln (bzw. weiteren Episoden der aktuellen Staffel) hoffentlich noch zu Ende erzählt werden.

Genau wie seine ursprünglichen Fans ist die Serie gereift. Klingt vielleicht blöd, aber irgendwie fühlte sich das Treiben trotz bunter Farben und vertraut schriller Figuren nicht mehr so trashig wie damals an. Sicherlich ist man von „seriös“ noch weit entfernt, doch man spürt mehr Tiefe und mehr Mühe beim Zeichnen seiner Figuren.

Apropos Figuren. Während neue Zuschauer alle Gesichter wohl relativ verständlich eingeführt bekommen, strahlt die alte Garde bis über beide Ohren. Auch wenn sich die Verwüstung möglichst vieler Kreaturen als etwas gequetscht anfühlt, ging deren mehr oder weniger kurze Momente im Gesamtbild völlig in Ordnung. Man schien allen Lieblingen einen kurzen Auftritt spendieren zu wollen und als Fan-Service konnte man dies einfach durchwinken.

Audiovisuell sind die „Masters“ endlich im aktuellen Zeitalter angekommen, ohne ihren bewährtem Charme zu verlieren. Jedes noch so kleine Detail wirkte nun zwar sehr modern, ohne hingegen seinen Wiedererkennungswert zu verlieren. Man fühlte sich sofort heimisch, obwohl beispielsweise auch ein frischer Soundtrack für neue Akzente sorgte.

Nach gerade einmal einer Handvoll an neuen Episoden kann ich eigentlich noch nicht allzuviel zu den neuen Abenteuern aus Eternia berichten. Die Inszenierung passt, Neues und Altes gaben sich gut die Waage und man spürt das Herzblut der Macher. Technisch und erzählerisch ging es vielversprechend los und gerne bleibe ich weiter am Ball. Negative Kritik wird es beim Aufleben von Kindheitserinnerungen und deren Neuinterpretationen wohl immer geben, aber mir hat es bis dato ausnahmsweise mal sehr gut gefallen.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Para – Wir sind King – Staffel 1

Inhalt

Eine Gruppe von jungen Mädels schlägt sich durch das wilde Leben von Berlin. Zwischen Party und Drogenkonsum, stehen wichtige Entscheidungen wie Hochzeit oder Job-Wahl ins Haus. Dabei halten die Freundinnen immer fest zusammen und lassen sich die Freundschaft auch von keinen Kerlen oder anderen Sorgen zerstören…

Fazit

„Para“ hat mich angenehm überrascht. Aufgrund eher negativer Kritiken war ich tatsächlich ein wenig voreingenommen und konnte diese Gemütslage glücklicherweise schon während der ersten Episode revidieren.

Die freche Produktion ist kein zweites „4 Blocks“ oder „Dogs of Berlin“ und wollte es nie sein. Hier waren manche Erwartungshaltungen wohl völlig in die verkehrte Richtung gegangen und die Ernüchterung dann entsprechend groß. Was die Macher uns hier präsentieren ist weit weniger mafiös, vielmehr aus dem Leben von jungen Menschen gegriffen – die sich inmitten einer rauen Umgebung irgendwie durchschlagen müssen und nicht unbedingt direkt zur Unterwelt gehören.

Die Serie zeigt dabei eindrucksvoll den Spagat zwischen Leben und Überleben in Problemvierteln auf. Klingt vielleicht etwas hart gesagt, aber es wird stellenweise enorm deutlich, welche Dinge zum normalen Dasein überwunden werden bzw. welche dramatischen Entscheidungen gelegentlich getroffen werden müssen. Auf der einen Seite werden die Figuren noch erwachsen, auf der anderen Seite stehen ganz klare Situationen im Mittelpunkt. Dabei wirkt das Gezeigte zum Glück nicht aufgesetzt und trotz vieler Parallelstränge auch nicht überladen oder unglaubwürdig.

Die jungen Darstellerinnen haben ihre Sache ganz hervorragend und mit viel Sympathie erledigt. Man konnte sich gut in deren Gefühlswelt und Lage hineindenken und grübeln, wie man wohl selbst aus manch verzwickter Lage herausgekommen wäre. Sicherlich ist man von den meisten Ereignissen nicht im Entferntesten betroffen, doch nicht zuletzt wegen der gut agierenden Mädels konnte man das Treiben wunderbar greifen und mitfiebern.

„Para“ besteht nicht aus stumpfen Geballer oder coolem Mafiagehabe, auch ist es keine auf Hochglanz polierte Teenie-Serie mit heiler Welt und „alles wird gut“-Faktor. Vielmehr zeigt man uns hier ein realistisches Bild einer Hauptstadtjugend, die sich in einer seltsamen, fast schon beängstlichen Welt irgendwie durchschlagen muss. Die Vorstellung aller Beteiligten war einwandfrei, die Handlung kurzweilig geschrieben und das Gesamtresultat am Ende mehr als rund. Ich hoffe auf weitere Staffeln!

8/10

Fotocopyright: Eye See Movies (AV Visionen)

Kein Friede den Toten

Inhalt

Mit einer Schlägerei vor einer Disco nahm das Unglück seinen Lauf. Versehentlich bringt Matt seinen Kontrahenten zu Fall und dieser verstirbt noch mit dem Aufschlag auf dem Asphalt. Nach einer vierjährigen Haftstrafe scheint es für den Prügelknaben aber dennoch wieder bergauf zu gehen. Er lernt die bezaubernde Olivia kennen und möchte sich mit ihr ein neues Leben aufbauen. Leider holt ihn schon bald die Vergangenheit wieder ein…

Fazit

Ich predige es in meinem Bekanntenkreis ja immer wieder, dass man die Spanier unbedingt auf dem Schirm haben sollte. Mit der „Drei Meter über dem Himmel“-Reihe (witzigerweise auch mit Mario Casas) fing meine Begeisterung für Produktionen des Landes an und kontinuierlich lieferte man über die letzten Jahre weiterhin hochwertiges Material ab. Bei „Kein Friede den Toten“ handelt es sich diesmal um eine Mini-Serie, die es von Anfang bis zum Ende wirklich in sich hatte und mit einem hohen Suchtfaktor glänzen konnte.

Die Inszenierung war so hochwertig, wie ausgefeilt. Man spielt mit Rückblenden, die viele Situation nach und nach aufklären und so langsam ein rundes Gesamtbild ergaben. Allgemein spürt man jederzeit, dass ein ausgefeiltes Drehbuch (bzw. ein ausgeklügelter Roman) hinter dem Ganzen steckt und wirklich jedes kleine Detail perfekt ausgearbeitet wurde. Die Zahnräder greifen anschaulich ineinander und halten die Spannungskurve auf Anschlag.

Jede Episode wird aus der Sicht einer andere Person eingeleitet, die ihre Einschätzung der Lage zum Besten gibt und dabei weitere Mosaikteilchen für den Betrachter offenbart. Dies ist so ungewöhnlich, wie effizient und trägt zu einer grandiosen Atmosphäre bei. Nach und nach lichtet sich der Nebel, wobei sich auch immer wieder neue Abgründe auftaten und bereits getätigte Personeneinschätzungen nahezu revidierten.

Casas und seine Kollegen haben großartige Leistung abgeliefert. Die Akteure spielten im gegebenen Rahmen glaubwürdig auf und vielerlei Ansichten wurden verständlich an den Mann bzw. die Frau gebracht. Man konnte sich in jede noch so obskure Figur hineindenken und dabei echte Emotionen entwickeln. Glücklicherweise trug eine gelungene deutsche Synchronisation zum gelungenen Eindruck bei und schmälerte nicht die Zeichnung der Figuren.

Mir hat „Kein Friede den Toten“ extrem gut gefallen und so möchte ich diese Serie jedem Thriller-Liebhaber wärmstens ans Herz legen. Sicherlich waren die Ereignisse oftmals ziemlich stark konstruiert und an unglaubwürdigen Zufällen aufgehangen, doch unterm Strich zählt der Unterhaltungswert und der runde Gesamtauftritt. Die Ereignisse sind übrigens mit diesen 8 Folgen abgeschlossen, so dass man keine Panik vor eventuellen Cliffhangern haben muss.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

Sie weiß von Dir

Inhalt

Es begann mit einer Nacht ohne Namen und ohne weitere Verpflichtung, doch dann regiert der berühmte Zufall. Die Affäre von Psychiater David Ferguson stellt sich kurz nach der gemeinsamen Nacht als seine neue Sekretärin vor und seine Frau hat sich bereits auf eine Freundschaft mit ihr eingelassen…

Fazit

Wenn ich die Sichtung einer relativ überschaubaren Serie über knappe drei Wochen hinziehe, dann liegt es nicht immer nur an Zeitgründen – schließlich habe ich derweil unzählige andere Filme geschaut und auch hier besprochen. Vielmehr liegt es dann an deren Qualität, die besonders am Anfang gar nicht mal so schlecht war.

Die ersten Folgen gingen recht gut über die Bühne. Wir lernen die Charaktere kennen und können uns noch ganz gut in manche Situation hineindenken. Doch mit fortlaufender Spielzeit und Zunahme der Komplexität, geht es langsam den Bach hinunter.

So richtig schlecht wurde das Geschehen zwar nie, doch irgendwann ließ man sich zu sehr auf Klischees ein und die Vorhersehbarkeit nahm Überhand. Sicherlich konnte man nicht jede Detail erahnen, der grobe Rahmen war jedoch kein Problem mehr – und vor allem auch nicht, wie die Sache zu Ende letztlich zu Ende ging.

Die Darsteller haben ihre Sache soweit ordentlich gemacht, bewegten sich jedoch eher auf anständigem TV, statt Kinoniveau – was in diesem Rahmen allerdings vollkommen in Ordnung war. Die Gesichter waren frisch und passten schön in ihre Rollen.

„Sie weiß von Ihr“ ist eine grundsolide Angelegenheit, doch eine echte Anschaupflicht besteht auf keinen Fall. Der Spannungsbogen war nett aufgebaut, doch besonders im letzten Drittel schwächelte die Handlung in meinen Augen gehörig. Für mich also bestenfalls überdurchschnittlich und bei weiten nicht das Beste, was Netflix zu bieten hat.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Your Honor

Inhalt

Der Sohn eines renommierten Richters begeht einen Unfall mit anschließender Fahrerflucht. Da es sich bei dem verstorbenen Opfer unglücklicherweise um den Sprössling eines mächtigen Unterweltbosses handelt, hält der Vater des Täters mit der ganzen Wahrheit zunächst hinter dem Berg. Er befürchtet Vergeltung und konstruiert daraufhin seine eigene Version der Geschichte…

Fazit

Schon seit der Kultserie „Malcom Mittendrin“ hat sich der spätere „Breaking Bad“-Star Walter White alias Bryan Cranston angenehm hervorgetan und nun erleben wir ihn wieder in der Rolle eines verzweifelten Vaters. Um ehrlich zu sein, war er für mich sogar DAS Zugpferd für diese Mini-Serie – die ich sonst, trotz halbwegs passabler Inhaltsangabe nicht sonderlich weit oben auf der Prioritätenliste gehabt hätte.

Cranston verkörpert diesmal allerdings keinen tollpatschigen Typen, sondern einen gestandenen Richter, der in vielen Bereichen ordentlich was auf dem Kasten hat und zunächst sehr gesetzestreu erscheint. Dabei spürt man die Liebe zu seinem Job und vor allem auch zu seinem Sohn. Die Ausgangslage der Handlung lässt uns dabei gut in seine Seele blicken und so manch fragwürdige Handlung auf gewisse Weise verstehen.

Allgemein spielt die Serie mit Recht und Moral. Es gab keine klare Abgrenzung von Gut und Böse, auf jeder Seiten gab es Licht und Schatten. Man war stets zwischen beiden Fraktionen hin- und her gerissen, konnte viele Aktionen und Reaktionen absolut nachvollziehen. Sicherlich nicht immer mit ihrer brutalen Konsequenz, aber irgendwie schienen diese Momente schon gut begründet und nicht der unnötigen Effekthascherei wegen.

Mit 10 Episoden zu je knapp einer Stunde war das Gezeigte nicht zu lang und nicht zu kurz. Man konnte seine Geschichte auserzählen, allen Charakteren genügend Tiefe verleihen und einen guten Flow beibehalten. Die Handlung ist abgeschlossen und Bedarf keiner Fortsetzung. Natürlich waren viele Abläufe und Zufälle aus dramaturgischen Gründen zuweilen arg konstruiert, aber bei welcher vergleichbaren Produktion ist das nicht so? Für den Betrachter zählt die Kurzweil – und die war hier fortwährend gegeben.

„Your Honor“ stellt für mich keine neue Serienreferenz, gehört aber definitiv zu den Besten, was ich in letzter Zeit gesehen habe. Die Story ist packend wie flüssig inszeniert und verzweifelter Cranston macht sowieso wieder eine Menge Spaß. Die gewöhnungsbedürftigen deutschen Sprecher haben gelegentlich genervt, doch ansonsten gab es wenig zu Meckern. Wer mal wieder ein bisschen „Breaking Bad“-Feeling sucht, sollte auf jeden Fall mal reinschauen.

8/10

Fotocopyright: Showtime / Sky Atlantic

Pregau – Mörderisches Tal (Mini-Serie)

Inhalt

Pregau ist ein kleines verschlafenes Städtchen im schönen Österreich. Hier geht es noch sehr ländlich zu und Jeder kennt noch Jeden. Eigentlich genau der richtige Ort, um vom stressigen Alltag in der Großstadt herunterzukommen und als Polizist etwas ruhiger seinen Dienst zu verrichten. Hannes Bucher hat jedoch nicht mit den Feindseligkeiten innerhalb der Gemeinde gerechnet und wie sehr einige Dinge eskalieren können…

Fazit

Per Zufall bin ich über diese vierteilige Mini-Serie gestolpert und wollte ihr so Nebenbei einfach mal eine kleine Chance geben. Was mich in den rund 6 Stunden allerdings erwartete, war unerwartet packend und stimmig präsentiert.

Optisch erinnerte die Serie an die üblichen Produktionen der Region. Bei den hübschen Bildern kam schnell ein Urlaubsfeeling auf und der krasse Kontrast zu den schlimmen Ereignissen war schon sehr gelungen und zuweilen herrlich bizarr. Atemberaubende Aufnahmen standen Intrigen und sogar blutigen Morden gegenüber – in der Gegend war mehr los, als es auf den ersten Blick schien.

Natürlich wirkt die Handlung mit ihren herben Zufällen oftmals arg konstruiert, doch dies tat der Unterhaltung wahrlich keinen Abbruch. Schnell entwickelte sich ein angenehmer Sog und man konnte sich kaum vom Bildschirm lösen. Die Rädchen griffen perfekt ineinander und trotz gewissem „Vorhersehbarkeits-Faktor“, wurde man immer wieder überrascht.

Das Gezeigte war spannend, witzig, zum Teil sogar ein wenig tiefgründig und triefend vor schwarzem Humor. Einigen Gesellschaftsschichten wurde ein passender Spiegel vorgehalten und auf einfache Weise wurde Politik auf dem Land erklärt. Für sämtliche Situationen gabs ansehnliche Beispiele und oftmals konnte man sich folgende Konsequenzen immer wieder im Kopf ausrechnen.

Die Darsteller waren allesamt grandios und wuchsen trotz ihrer Macken schnell ans Herz. Niemand hatte eine reine Weste und selbst vor dem Pfarrer machte das skurrile Kleinstadtportrait keinen Halt.

Es wurden jedoch keine dümmlichen Klischees bedient, sondern tatsächlich Figuren mit Kontur und ausgearbeiteten Hintergründen geschaffen. Jeder hatte Ecken und Kanten und irgendwie konnte man trotzdem eine gewisse Sympathie zu fast allen Beteiligten aufbauen. Es gab keine echten Helden, aber auch keine echten Bösewichte. Einfach ziemlich gut aus dem Leben gegriffene Personen mit eigenen Motivationen.

„Pregau“ ist ein Wechselbad der Gefühle – was in diesem Falle absolut nicht negativ gemeint ist. Er nimmt das gängige Bild von verschlafenen Örtchen und deren Seilschaften schön auf die Schippe und liefert so ganz nebenbei einen echt gelungenen Thrill mit hohem Unterhaltungswert. Wer sich auch nur ansatzweise für deutsch/österreichische Produktionen begeistern und sich auf einen etwas anderen Heimatfilm einlassen kann, erhält eine wirklich tolle Serie mit hohem Sucht- und Kultfaktor.

8/10

Fotocopyright: LEONINE

The Stand – Das letzte Gefecht (2020) – Staffel 1

Inhalt

Eine schlimme Seuche hat 99 Prozent der Erdbevölkerung dahin gerafft und die wenigen Überlebenden ziehen nun mehr oder weniger zerstreut umher. Diese Menschen sind allerdings durch ihre Träume verbunden. Während die Einen darin von der gutmütigen Abagail Freemantle erfahren, werden die Anderen von dem geheimnisvollen Randall Flagg in das noch immer sündige Las Vegas abgerufen…

Fazit

Das Buch besitze ich seit meiner Kindheit, doch bis dato habe ich es nie über das erste Viertel heraus geschafft. Die Geschichte an sich ist zwar recht interessant, doch der dicke Wälzer stellenweise etwas langatmig geraten. Gefreut habe ich mich dann damals über die erste TV-Umsetzung, welche man sich vorab in der Videothek auf VHS geliehen und durchgesuchtet hatte.

Seit Jahren verfolgt man nun schon die Entwicklung einer Neuinterpretation – und statt einem angeblichen Kinofilm von Ben Affleck ist es nun wieder ein Serienformat geworden, welches augenscheinlich dem umfangreichen Stoff etwas gerechter zu werden schien.

Zuerst möchte ich sagen, dass mir beide Apdationen recht gut gefielen. Jede hat ihre Stärken und Schwächen, doch der Kern ist bei allen gleich. King liefert uns hier eine epische Geschichte, in der sich Gut und Böse gegenüber stehen und das Ende der Menschheit endgültig bevorsteht. Beide Fraktionen besitzen ihre charismatischen Anführer und das Thema Versuchung nimmt dabei einen gewissen Stellenwert ein.

Erwartunsggemäß nimmt sich die aktuelle Verfilmung etwas mehr Zeit, um Details und Figuren besser auszuarbeiten und krempelt dabei die Erzählstruktur ein wenig um. Stand damals der Weg im Fokus, sind hier die Überlebenden bereits an ihren Zielen angekommen und durch Rückblenden erfahren wir mehr über deren Schicksale. Die höhere Episodenanzahl bringt jedoch auch kleinere Längen mit sich, die aber zum Glück immer wieder schnell vorüber gehen und durch einen guten Spannungsbogen (trotz bekannter Handlung) immer wieder überspielt werden. Man bleibt auf jeden Fall bis zum bitteren Ende am Geschehen und kann gut eine Folge nach der anderen wegschauen.

Technisch gibt sich die Produktion hochwertig. Zwar sind nicht alle Computereffekte absolut State-of-the-Art, aber insgesamt hinterließ alles einen mehr als guten Eindruck. Durch den leicht veränderten Ablauf wirkt das Epos sowieso etwas zeitgemäßer, obgleich dies in dieser Form nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Man möchte so vielleicht etwas mehr Komplexität vortäuschen und sich von der ersten Adaption deutlicher abheben, aber das geht in Ordnung.

Mein größter Kritikpunkt ist der Cast. Ich halte eigentlich viel von Whoopi Goldberg oder Alexander Skarsgård aber hier wollten sie nicht so recht ins Geschehen passen. Gerade Skarsgård erschien mir als Bösewicht trotz einiger wirklich cooler Momente einfach nicht charismatisch genug. Irgendwie verbinde ich Jamey Sheridan im lässigen Jeans-Outfit mit dieser Rolle, der mit seinen unkonventionellen Auftritt seinerzeit für echte Begeisterung sorgte. Der Rest erledigt seinen Job jedoch sehr gut und auch die Synchro (so eine Sache in den letzten Monaten) hat gefallen. Im Vergleich erscheinen hier einige Figuren fast schon zu hübsch und geleckt – aber damit hat nicht nur „The Stand“ aus 2020 zu kämpfen.

Wie bereits erwähnt sind beide bisher gesehenen Umsetzungen des wuchtigen Buches eine runde Sache. Mir persönlich hat jedoch die etwas straffere und sympathischer besetzte alte TV-Fassung einen Ticken besser gefallen – obgleich die Neuauflage aus heutiger Sicht wesentlich zeitgemäßer daher kommt. Ich mag den alten Charme und die gradlinigere Erzählweise etwas mehr, doch schlecht ist die 2020er-Version auf keinen Fall. Fans schauen sowieso Beides und lesen die noch immer erschreckend aktuelle Vorlage. Neueinsteiger hingegen greifen vielleicht besser zur modernen Adaption, da sie wohl mehr den derzeitigen Sehgwohnheiten und Technikansprüchen gerecht wird.

7,5/10

Fotocopyright: Starzplay

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