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Schlagwort: Sci-Fi (Seite 1 von 7)

Starship Troopers

Inhalt

Seit Jahren befinden sich die Menschen mit den „Bugs“ im Krieg und kämpfen um die Vorherrschaft in der Galaxie. Nach der Schule möchten Rico und seine Freunde deshalb unbedingt zur Armee, auch wenn die Eltern etwas dagegen haben. Als dann während der Grundausbildung die Erde verehrend angegriffen wird, bleibt für die Freunde nur noch der endgültige Entschluss bei den Streitkräften zu bleiben und Rache für ihre verlorenen Familien zu nehmen…

Fazit

Aufgrund seiner damaligen Indizierung (mittlerweile ist der Streifen ungeschnitten frei ab 16) habe ich seinerzeit noch auf ein Review verzichtet und möchte es nun endlich nachholen. Nach all den Jahren war die Befürchtung groß, das der Titel vor allem technisch vollkommen überholt sei, doch diese Sorgen konnten sich am vergangenen Wochenende glücklicherweise nicht bewahrheiten.

Optisch ist „Starship Troopers“ noch immer eine Materialschlacht erster Güte und schaut mit imposanten Bodengefechten gegen dutzende Bugs oder weitläufigen Aufnahmen aus dem Weltall noch immer sehr beeindruckend aus. Das Design der Widersacher ist dabei ebenso gelungen, wie die Aufmachung der Raumschiffe oder die Uniforme der Soldaten – die sicherlich nicht unabsichtlich eine frappierende Ähnlichkeit zu Modellen aus der Vergangenheit erwecken. Natürlich ist die Zeit nicht gänzlich spurlos an den Effekten vorbeigegangen, doch andere Mitstreiter mit ähnlichem Datum schauen bei Weiten nicht mehr so hochwertig aus.

Im Kern ist das Werk sowieso keine seelenlose CGI-Orgie, sondern eine abgrundtief böse Satire, die nicht unbedingt an Aktualität verloren hat. Mit extrem überzeichneten Bildern wird das Militär stilisiert und Durchhalteparolen verbreitet. Man kann die Motivationen unserer Hauptfiguren verstehen und vor allem, warum sie sich trotz bescheidener Vorzeichen zum Dienst an der Waffe melden. Mit witzigen Einspielern wird jedoch nicht nur für die Schlacht geworben, sondern immer wieder verbreitet, wie souverän die Regierenden sich geben – auch wenn die Verluste aus den eigenen Reihen sehr hoch sind.

Für Casper van Dien hätte es der Durchbruch werden können, doch leider folgten nur viele eher mittelprächtige Einträge in seiner Filmografie. Er hat den stürmischen Rico jedenfalls mit Hingabe verkörpert und sich locker für weitere Großprojekte empfohlen. Mit Denise Richards und Neil Patrick Harris bewies man ebenfalls ein geschicktes Händchen und lieferte ein Team, welches in jeder Lage perfekt miteinander harmonierte. Die eingestreuten Romanzen mögen oberflächlich daher kommen, bilden aber nicht den Hauptpfeiler der Handlung und störten nicht weiter.

Allgemein war der Erzählfluss angenehm hoch und zeigte keinerlei Durchhänger. Ruhigere Passagen wechselten sich mit deftigen Schlachten ab und dazwischen gab es kultverdächtige „One-Liner“ oder einprägsame Ausrufe ala „Sanitäter!“. Der Film fesselte einfach an den Schirm und leistete sich – neben seiner opulenten audiovisuellen Präsentation – auch bei Storytelling keine Patzer. Sicher mögen die häufigen Überschneidungen der Hauptcharaktere etwas gekünstelt wirken, dem Gesamtkomplex war es jedenfalls sehr zuträglich.

Mit „Starship Troopers“ schuf Paul Verhoeven einen echten Klassiker, der noch immer auf allen Ebenen funktioniert und für beste Unterhaltung sorgt. Mit seiner neuen Alterseinstufung hat man auch endlich den wahren Kern der Sache erkannt und über die zerrissenen Körper und Blutfontänen hinwegsehen können. Vielleicht mag die „Kaufhaustauglichkeit“ den leicht verruchten Status nehmen, doch spätestens jetzt sollte das Teil problemlos in die ernsthafte Filmsammlung aufgenommen werden.

9/10

Fotocopyright: Walt Disney

Vanilla Sky

Inhalt

David Aames hat alles, was man sich nur wünschen kann. Er ist jung, schaut gut aus, hat reich geerbt und verkehrt ihn vornehmen Kreisen. Als er auf seiner Geburtstagsfeier zudem noch die hübsche Sofia kennen- und lieben lernt, scheint das Glück erst einmal perfekt. Der Zorn einer Ex-Freundin droht hingegen alles zu zerstören…

Fazit

Nach langer Zeit habe ich am gestrigen Abend mal wieder die Scheibe von „Vanilla Sky“ in den Player gelegt und ihn am Ende mit gemischten Gefühlen wieder abgeschaltet. Der Film an sich ist nach wie vor nicht schlecht, doch trotz längerer Abstinenz für mich einfach kein Werk für das wiederholte Anschauen.

Die Geschichte orientiert sich stark am spanischen Original „Open your Eyes“ (ebenfalls mit Penelope Cruz) und hält sich weitestgehend an dessen interessante Prämisse – mit allen inszenatorischen Höhen und Tiefen. Das Geschehen beginnt munter und macht dank hervorragender Darsteller auch richtig Spaß, doch an einem gewissen Punkt ist ein fataler „Cut“ zu spüren. Geübte Zuschauer haben sogleich eine Theorie über den weiteren Verlauf und werden auch trotz ein paar bemühter Wendungen nicht von ihrer Denke abgebracht.

Man hatte das Gefühl, das Crowe am Ende noch einmal mit aller Gewalt die Welt aus den Fugen reißen und uns mit manchen Dingen überlasten wollte. Hat sich der Film zuvor in einigen Bereichen zu viel Zeit gelassen, überschlugen sich die Ereignisse zu heftig und man konnte innerlich nicht jeden Schritt mitgehen. Es war uns eigentlich klar, was die Hintergründe sind und die Konzentration auf andere Theorien brach irgendwie ein. Man wusste wohin die Reise geht und was der Regisseur mit uns vorhatte.

Audiovisuell war der Streifen sehr schön, Darsteller und Rahmenhandlung sprachen ebenfalls an, doch letztlich blieb nur ein gemischter Eindruck zurück. Das Original hat sicherlich genügend von der Handlung gespoilert und dennoch wollte man sich auf diese Adaption ohne Vorbehalt einlassen. Hier waren einige Elemente jedoch überdeutlich, fast schon zu massentauglich an den Mann gebracht und essentielle Momente wurden verfälscht. Versteht mich bitte nicht falsch, auch mit dieser Variante kann man absolut gut bei Laune gehalten werden – für mich wäre aber irgendwie weitaus Mehr drin gewesen.

7/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Matrix Resurrections

Inhalt

Thomas Anderson ist Programmierer, der vor allem durch seine „Matrix“-Spiele zu einer echten Ikone geworden ist. Während der Publisher unbedingt einen vierten Teil entwickelt haben möchte, wird Thomas geplagt von seltsamen Visionen und vermeintlichen Déjà-vus…

Fazit

Das „Matrix“-Franchise und ich werde werden wohl keine Freunde mehr. Hat mich der erste Teil seinerzeit schon nur bedingt von sich überzeugen können, so ließ mich der aktuelle Aufguss herzlich kalt und erinnerte mehr an ein „Reunion-Spezial“, denn echten Spielfilm.

Doch fangen wir erst einmal von Anfang an.

Die Story gab sich in bester Serien-Tradition, sprich verschachtelt, pseudo-Tiefgründig und Möchtegern Esoterisch obendrauf. Warum sich Neo wieder in der Matrix befand wurde mir zu wenig begründet und so stand das Vehikel schon zu Beginn auf eher wackeligen Beinen.

Überhaupt wurde mir zuweilen wieder zu viel philosophiert und Thesen in den Raum geworfen – die mich überhaupt nicht für sich begeistern konnten. Vieles viel sich bereits dutzende Male abgefertigt an, während neue Ideen viel zu sehr an meiner Vorstellungskraft vorbei gingen. Am schlimmsten jedoch, dass sich alles recht langweilig und zäh anfühlte. Der Film kam nur selten von der Stelle und die durchaus nett gemachten Actionszenen waren vergleichsweise kurz. Sicherlich wollte man diese nicht unbedingt in den Fokus drängen und nicht von seiner mysteriösen Schiene ablenken, doch hier wäre es der Unterhaltung unglaublich zuträglich gewesen.

Es war natürlich schön einige bekannte Darsteller erneut zu Gesicht zu bekommen, doch die Freude über Neo und Trinitiy konnte nicht über den Austausch anderer Figuren hinwegsehen lassen. Die jüngere Version eines Morpheus war nur ein Schatten seiner selbst und von fehlender Eleganz möchte ich in diesem Zusammenhang gar nicht sprechen. Es hat einfach etwas essentielles gefehlt und man schien den Weg für Fortsetzungen ebenen zu müssen.

Eingangs wurde bereits erwähnt, dass sich der Streifen sehr wie ein Reunion-Spezial angefühlt hat, was nicht nur an den Schauspielern, sondern eher an den verschwenderisch vielen Rückblenden bzw. Ausschnitten aus den Vorgängern lag. Nichts gegen einen kleinen Einspieler, doch hier wurde Bogen eindeutig überspannt und zu sehr auf Nostalgie und vergangenen Flair bemüht. Immerhin war der Soundtrack mit bekannten Versatzstücken ganz in Ordnung.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Macher lange mit sich gerungen haben und möglicherweise auch ihre Probleme beim Schreiben eines neues Drehbuchs hatten. Die letzten beiden Vorgänger waren schon mehr als fragwürdig, doch dieser Aufguss ziemlich unnötig. Für Anhänger gibt es zwar viel Fan-Service und neue Theorien zum Rätseln – für mich eher ein müdes Gähnen und kein Titel, der später auf Blu-Ray ins Regal müsste.

4/10

Fotocopyright: Warner

Halo Infinite (PC)

Inhalt

Der Master Chief treibt durch das All und wird von einem Verbündeten geborgen. Kaum wieder auf den Beinen führt der Weg auf einen Planeten, auf dem die Feinde seltsame Dinge treiben…

Gameplay

Die größte Änderung von Halo Infinite betrifft das Gameplay. Der sonst eher gradlinige Ego-Shooter kommt mit einer großen Open-World um die Ecke – und beschert uns alle Stärken und Schwächen des Konzeptes. Aus der Ich-Perspektive erkunden wir aber weiterhin fremde Raumschiffe, Gebäude, unterirdische Ausgrabungsstätten und erledigen vor allem Fleiß-Aufgaben mit teils elend langen Laufwegen.

Nach bewährter „Ubisoft-Formel“ können wir Außenposten erobern und hierdurch immer weitere Gebiete mit unseren Kameraden besetzen lassen. Diese sind uns fortan – mehr oder weniger – behilflich oder wir fordern hier schlichtweg Munition oder Fahrzeuge an. Grundsätzlich funktioniert das Ganze, doch ein Beigeschmack bleibt. An vielen Ecken fühlt sich das Geschehen unnötig gestreckt und beliebig an.

Wie bei (insbesondere den älteren Teile von) „Call of Duty“ ist ein wilder Durchmarsch zum nächsten Checkpoint oft der simpelste Weg einen mit Gegnern überfluteten Abschnitt zu bewältigen. Dank des Greifhakens kann man sich wunderbar über sie hinweg manövrieren und sie bei der nächsten Tür hinter sich lassen. Die Feinde sind meist so doof, dass sie nicht mitziehen – oder schlimmstenfalls in Türen oder Aufzügen stecken bleiben – und lediglich mit dummen Kommentaren nerven.

Warum man dies überhaupt machen sollte? Die Gegnertypen sind immer die selben und selbst die eigentlich gut gemachten Shooter-Anteile ermüden hierdurch hin und wieder. Auch wenn die Mechanik hier super funktioniert, das Waffenhandling gelungen ist, so sehr fühlen sich einige Passagen einfach künstlich gestreckt an und von der Story verpassen wir ja sowieso nichts.

Spielzeit

Bei meinem ersten Durchgang habe ich mich überwiegend auf die Haupt-Story konzentriert und die dafür veranschlagten 15 Stunden (eher sogar etwas weniger) aufgewendet. Ein paar Nebenaufgaben (z.B. das Erobern von Stützpunkten oder das Bekämpfen von Elitegegnern) hat man teils unfreiwillig „auf dem Weg“ mitgenommen, nicht aber explizit danach gesucht. Hier macht sich das neue Open-World Prinzip insoweit bezahlt, dass man etliche Stunden abseits der eigentlichen Geschichte verbringen kann. Ob man das mag, ist natürlich Geschmackssache.

Präsentation

Aufgrund starker Kritik wurde der Titel um ein Jahr nach hinten verschoben und entsprechend nachgebessert. Die Grafik sorgt zwar auch in ihrer aktuellen Form für keine offenen Münder, wirkt aber insgesamt sehr stimmig und zeitgemäß (gespielt auf einem PC in 4k bei hohen Details).

Die Charaktermodelle kommen besonders in den Zwischensequenzen schön zur Geltung und die Lichteffekte sorgen fortwährend für eine stimmige Atmosphäre. Leider wirken viele Elemente (Gänge, Landschaften, etc.) zu gleichförmig und nach dem „Copy and Paste“-Prinzip in der Gegend verteilt. Auch wirken die fremden Welten – bis auf ein paar kleinere (und immer gleichen) – Tierchen arg leblos. Das können andere Spiele definitiv besser.

Auf den altbekannten Soundtrack war erneut Verlass und bereits im Menü sorgen die orchestralen Klänge für leichte Gänsehaut. Die deutsche Vertonung war ebenfalls in Ordnung und besonders die markige Stimmung von Master Chief konnte überzeugen. Etwas nervig empfand ich (wieder mal) die Kommentare unserer Gegner, die mit dämlichen und sich immer wiederholenden Sprüchen um sich warfen. Mag eine Serientradition sein, war für mich allerdings nie wirklich witzig.

Positiv

  • schöne Präsentation (trotz mangelnder Abwechslung)
  • launiges Gunplay
  • spannende Abschnitte
  • eingängiger Soundtrack
  • Greifhaken
  • vergleichsweise lange Spieldauer

Neutral

  • wenig unterschiedliche Gegngertypen
  • nervige Sprüche der Feinde
  • häufiger Waffenwechsel erforderlich
  • Fahrzeugsteuerung gewöhnungsbedürftig
  • Story nicht unbedingt tiefgründig oder enorm packend

Negativ

  • lange Laufwege
  • viele Fleißaufgaben
  • oft gleichförmiges Design
  • KI Mitstreiter nicht wirklich hilfreich
  • viele Abschnitte können mit „Durchrennen“ absolviert werden

Fazit

Lange haben wir auf einen neuen Ableger gewartet und nun stehe mich mit gemischten Gefühlen vor dem Endergebnis. Ich hatte zwar durchaus meinen Spaß an den geschmeidigen Ballereien und am Erkunden von Ausgrabungsstätten und Türmen, doch das Open-World Konzept brachte die im Vorfeld befürchteten Macken mit sich.

Bei einem „Assassins Creed“ habe ich mit Fleißaufgaben kein Problem, doch bei einem primär als flotten Shooter ausgelegten Spiel möchte ich damit weniger belastet werden. Dazu kamen noch längere Laufwege, die sich immerhin gelegentlich mit Fahrzeugen und häufiger durch den Einsatz des Greifhakens überbrücken ließen. Das Geschehen wirkte zumeist sehr generisch und wie aus dem Baukasten. Das fiel beim Recycling von stets gleichen Elementen (Texturen, ähnliche „Dungeons“) enorm auf und wirke hierdurch ein bisschen lieblos herunterprogrammiert. Hatte gedacht, dass Microsoft hier ein großes Team abstellt und der Titel in seinem Genre neue Akzente setzen wollte.

Wer mit ein paar Leerläufen kein Problem hat, erhält unterm Strich allerdings einen vergleichsweise umfangreichen Shooter mit guter Kampf-Mechanik und ein paar wirklich launigen Passagen. Wie bereits erwähnt habe ich mich zwar gerne ins neue Abenteuer von Master Chief gestürzt, war dann am Ende aber erst einmal bedient und benötige vorerst keine weiteren Ausflüge auf den Ringplaneten. „Halo Infinite“ ist ein guter, aber keineswegs überragender Titel, der jedoch im Zuge des Gamepasses trotzdem eine Empfehlung wert ist. Ich werde mir als Sammler natürlich noch die physische Version für die XBOX zulegen – aber erst wenn die Gebrauchtpreise entsprechend gefallen sind. Vielleicht gibt es bis dato auch irgendwelche neuen Inhalte oder Updates.

Grafik: 8/10
Sound: 8/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Microsoft / 343 Industries

Guardians of the Galaxy (Playstation 5)

Inhalt

Unsere Wächter der Galaxie sind mal wieder geplagt von Geldsorgen und nehmen deshalb einen dämlichen Auftrag an – der sie direkt in die Arme des Weltraum-Corps treibt. Sie kommen zwar frei, müssen aber wiederum Kohle für die Kaution auftreiben…

Gameplay & Steuerung

Entgegen erster Vermutung präsentiert sich hier ein äußerst Action-orientiertes Adventure, statt knallhartem Rollenspiel. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Peter „Starlord“ Quill und durchstreift mit seinen Gefährten recht linear aufgebaute Level, deren einzelne Kapitel zumeist fließend ineinander übergehen. Dabei gibt es die üblichen Aktionen wie Springen, Gegenstände scannen oder schlichtweg seinen Blaster abzufeuern.

Das Kampfsystem ist in Echtzeit und eher simpel gehalten. Man kann Gegner fokussieren und mit verschiedenen Schuss-Varianten beharken oder seinen Mitstreitern Befehle zum Angriff auf das Ziel geben. Aufgrund der schnellen Bewegungen ist das mitunter etwas chaotisch, geht aber mit der Zeit gut von der Hand und die Gefechte werden zunehmend leichter. Irgendwann ist man so perfekt im „Flow“, dass man keinen Schaden mehr erleidet und selbst bildschirmfüllende Gegner kein Hindernis mehr sind.

Die Steuerung leidet an ihrer Doppelbelegung. Hin und wieder löst man ungewollte Reaktionen (Spezialattacken) aus und landet in hitzigen Gefechten plötzlich im Fotomodus. Im Grunde kein großes Manko, reißt euch aber gerne mal aus besagtem Tunnel – der mühevoll durch perfekte Glanzaktionen erarbeitet wurde.

In kurzen Abschnitten dürfen wir dann auch die Kontrolle über das Raumschiff unternehmen. Dies steuert sich meist etwas schwerfällig, doch zum Glück sind diese Einlagen nicht allzu schwierig konzipiert und weniger überladen.

Spielzeit

Die Spielzeit wird allgemein mit rund 15 Stunden angegeben und das dürfte auch ungefähr hinhauen. Auch hier habe ich die Zeit weder gestoppt, noch regelmäßige Time-Slots zum Ableiten eingerichtet. Ich habe Zwischendurch immer mal wieder 1-2 Kapitel (von insgesamt 16) gespielt und dabei jedes Mal zwischen einer halben und zwei Stunden dafür aufgewendet.

Präsentation

Auf den ersten Blick hat mich das Geschehen optisch wenig beeindruckt und ich konnte so manch Lobeshymne gar nicht nachvollziehen. Erst im Laufe des Erkundens wurden die Umgebungen bunter, abwechslungsreicher und kleinere Details stachen umso mehr ins Auge. Es gab nur wenige grobe Texturen oder Kantenflimmern – zumindest im „Optik-Modus“ der Playstation 5 war alles knacke scharf und die klare Weitsicht immerzu gegeben.

Die deutsche Vertonung war recht gut, auch wenn sich die unzähligen Sprüche im Laufe der Kampagne immer mal wieder wiederholt haben. Einige Reviews kritisierten das häufige Labern unserer Truppe – ich fand die ständige Beschallung allerdings recht stimmig. Man hatte immer das Gefühl der Teil eines Teams zu sein, was die Handlung spätestens im letzten Drittel absolut auf die Spitze führte.

Der geniale 80iger Jahre Soundtrack muss wohl nicht extra erwähnt werden, gibt er das gewisse Sahnehäubchen, welches wir bereits aus den Filmen kennen.

Positiv

  • hervorragende Präsentation
  • kurzweiliger Spielverlauf
  • größtenteils spaßige Kämpfe
  • spannende Geschichte
  • imposante Areale
  • „lebendige“ Figuren
  • gute Synchronisation
  • kultiger Soundtrack

Neutral

  • Schlauchevel
  • Übersichtlichkeit bei manchem Kämpfen
  • hin und wieder Clipping-Fehler

Negativ

  • kleinere Trial & Error Passagen

Fazit

Bei der Ankündigung war ich noch extrem skeptisch. Nicht weil ich etwas mehr Rollenspiel, vielmehr aufgrund der Lizenz deutlich weniger an Qualität erwartet habe. Sicherlich war das Gameplay stellenweise arg repetitiv und die Grafik erst auf den zweiten Blick gar nicht so übel, doch unterm Strich gab es eine Menge Content fürs Geld.

Die grundsätzliche Mechanik war schnell verstanden und der Fokus auf das eigentliche Spielgeschehen passend gewählt. Man verlor sich weder in komplexen Menüs mit tausend Stellschrauben und verlor auch nie den roten Faden. Ich lasse mich hin und wieder lieber durch Schlauchlevels zwängen, als vor lauter Aufgaben und ausgedehnten Landschaften den Überblick zu verlieren – und das hat hier durchwegs prima funktioniert.

Die Geschichte ließ mich bis zum Ende nicht vom Haken und hing nie durch. Man wollte immer wissen, wie es weitergeht und hing gefesselt am Gamepad. Die Macher haben zudem ihr Feuerwerk nicht schon zu Beginn verschossen und lieferten uns immer eindrucksvolle Umgebungen und originelle Passagen, wie beispielsweise das Eindringen in mysteriöse Grusel-Höhlen oder gar in verworrene Gehirne unserer Mitstreiter.

Aufgrund des durchwachsenen Gaming-Jahres 2021 kann man sicherlich von einem der besten Titel des Jahres sprechen und allen auch nur ansatzweise Interessierten (schaut euch mal Gameplay-Videos an) eine heiße Empfehlung aussprechen. Ich wünschte, alle Lizenzen würden so hochwertig und lustig umgesetzt. Aufgrund seiner runden Machart und in sich geschlossenen Handlung bräuchte ich zwar keinen Nachfolger, wäre dem Spektakel aber sicherlich auch ein zweites Mal nicht abgeneigt.

Grafik: 8,5/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7,5/10
Gesamt: 8,5/10

Fotocopyright: Square Enix

The Matrix

Inhalt

Hacker Neo wird vom mysteriösen Morpheus kontaktiert und zur Kooperation überredet. Der Fremde will ihm beweisen, was wirklich in der Welt vorgeht und dem Auserwählten die Augen öffnen…

Fazit

Schon bei seiner Veröffentlichung bin ich seinerzeit mit einem langen Gesicht aus dem Kinosessel aufgestanden und habe die Skepsis gegenüber diesem Werk nach all den Jahren noch immer nicht abstreifen können. Alle Welt hat diesen Titel immens abgefeiert, doch für mich war es nur ein nett anzuschauender Sci-Fi Streifen, dessen Thematik bereits in ähnlicher Form in „Momo“ abgehandelt wurde und mir selbst – im Gegensatz zum Hauptprotagonisten – nicht im geringsten das Weltbild erschüttern konnte.

Seinen Einfluss auf die Popkultur vermag ich „The Matrix“ gar nicht absprechen. Einige Szenen, Dialoge und vor allem die „Bullet Time“ sind in die Geschichte eingegangen und werden noch immer mit Hingabe in allerlei Medien referenziert. Filmisch war das Gebotene für mich bestenfalls durchwachsen und mittlerweile sogar erschreckend langweilig. Egal wie innovativ die Handlung erschien, so routiniert und zuweilen wenig aufregend die Umsetzung.

Der Film läuft nach einem bestimmten Muster und weicht – mal abgesehen von seiner Prämisse – nicht großartig von bekannten Schemen ab. Sicherlich war die audiovisuelle Umsetzung fast schon revolutionär, täuscht jedoch nicht über Schwächen bei der eigentlichen Erzählung hinweg. Das typische „Auserwählter mit Zweifeln wird fit für den Kampf gemacht“-Prinzip gab es schon dutzende Male und teilweise wesentlich runder umgesetzt.

Neo lernt seine Fähigkeit natürlich in Rekordzeit, doch den Zuschauer konnte man mit Infragestellung seiner Persönlichkeit natürlich nicht täuschen. Alles läuft genau wie erwartet und hakt beharrlich die Checkliste eines derartigen Genrevertreters ab. Hauch einer Romanze und Verrat unter Freunden inklusive. Nichts überraschend, nichts interessantes.

Schon im Kino sind einige Anschlussfehler ausgefallen, die jedoch bestenfalls zum Schmunzeln und nicht für Verdruss sorgten. Kostüme, Effekte und Kulissen waren durchwegs in Ordnung, reichen heutzutage nicht mehr an große Blockbuster heran. Der Cast war in Ordnung, riss damals schon schauspieltechnisch nicht vom Hocker. Einige Konversationen wirkten bemüht und nur selten überzeugend gestaltet.

Eigentlich wollte ich mich mit der Ursprungs-Trilogie noch einmal für den aktuellen Teil einstimmen, doch irgendwie war ich bereits nach dem Auftakt bedient und werde den Rest aussetzen. Auch ohne Hype und ohne Druck von Anderen vermag ich mich einfach nicht in die Welt von Neo und seinen Freunden hinein zu versetzen und auch nur im geringen abzutauchen. Damals wie heute lässt mich „The Matrix“ irgendwie kalt und deshalb reicht es nicht zu einem Platz in meinem Herzen. Ganz nüchtern betrachtet bleibt ein durchschnittlicher Sci-Fi-Schmarn, der immerhin mit einigen Akzenten im Gedächtnis verweilen konnte.

6/10

Fotocopyright: Warner

The Dark Side of the Moon: An Interactive FMV Thriller (Nintendo Switch)

Inhalt

Ein alleinerziehender Vater muss eines Morgens feststellen, dass seine beiden Kinder verschwunden sind. Er schaltet die Polizei ein und begibt sich selbst auf die Suche nach ihnen. Dabei kreuzen allerlei seltsame Gestalten seinen Weg…

Gameplay

Bei „The Dark Side of the Moon“ handelt es sich um einen interaktiven Film, der zumindest in einigen Bereichen mit kleineren Konventionen bricht. Zwar bekommen wir auch hier jede Menge Videomaterial zu Gesicht, doch bei seiner Interaktivität versucht er dem „Zuschauer“ mehr Handlungsmöglichkeiten zu geben – was sich letztlich eher suboptimal auf den Spielfluss auswirkt.

Vergleichen kann man das Ganze mit Klassikern ala „Phantasmagoria“ oder „Gabriel Knight 2“. Man orientiert sich mit seinen Interface an typischen Adventuren und ermöglicht so einen nicht-linearen Ablauf der Filmsequenzen. Dies mag uns augenscheinlich mehr Freiheit geben, sorgt aber auch für sich ständig wiederholende Abläufe – die glücklicherweise überspringbar sind.

Manchmal wissen wir nicht genau, was das Programm eigentlich von uns will und dann halb nur dumpfes ausprobieren. Entweder klapperte man alle Locations (mit etlichen Zwischenfilmchen) noch einmal ab oder klickte alle Gegenstände im Inventar durch – bis es endlich mal wieder weiter ging. Ein richtiger „Miträtsel-Faktor“ war zumeist nicht gegeben.

Präsentation

Gespielt habe ich den Titel hauptsächlich im Handheld-Modus der OLED-Switch. Die Texte waren manchmal arg klein, aber die Videos insgesamt von guter Qualität. Eine deutsche Übersetzung lag nicht vor – Text und Dialoge waren komplett auf Englisch. Die Darsteller gaben sich zwar sehr laienhaft und entsprechend durchwachsen von ihrem Gesamteindruck, waren aber immerhin gut verständlich.

Spielzeit

Erneut habe ich die Spielzeit nicht mit der Stoppuhr gemessen und kam hin und wieder auch nur zu sehr kurzen Etappen. Normalerweise suchte ich solche Titel dank ihrer kompakten Laufzeit am Stück durch, doch hier musste ich wegen bereits angesprochener Leerläufe einfach mal pausieren. Herausgekommen sind dann zirka 4 bis 5 Stunden würde ich sagen. Für das Genre durchaus beachtlich, wegen seiner Durchhänger jedoch eher mit gemischten Gefühlen zu betrachten.

Positiv

  • Interessante Grundgeschichte
  • gute Videoqualität

Neutral

  • nur auf Englisch
  • mittelprächtige Darsteller

Negativ

  • langweilige Handlung
  • viel spielerischer Leerlauf
  • Trial & Error Passagen

Fazit

Für mich leben interaktive Filme von ihrer kurzweiligen Handlung und weniger von komplexem Gameplay. Wozu eine untypische Herangehensweise führt, hat sich bei „The Dark Side of the Moon“ jedoch von seiner negativen Seite gezeigt. Mochte ich zu Beginn noch den Hauch eines altmodischen Point-and-Click-Adventures, habe ich mich im Laufe der Zeit über ständig wiederholende Videos geärgert und gelangweilt sämtliche Gegenstände im Inventar durchgeklickt – um auch nur irgendwie einen weiteren Fortgang zu erleben.

Die Leerläufe wären bei einer insgesamt guten Geschichte noch zu verschmerzen gewesen, doch auch hier konnte das Werk nicht punkten. Alles schleppte sich dahin, war nur selten im Ansatz aufregend gestaltet und ließ Emotional durchwegs kalt. Meiner Meinung nach einer der schwächsten Genrevertreter in der letzten Zeit. Lieber weniger echtes Spiel und dafür einen spaßigeren Filmgenuss.

Grafik: 7/10
Sound: 6/10
Gameplay: 5/10
Gesamt: 5/10

Fotocopyright: Tayanna Studios

Venom: Let There Be Carnage

Inhalt

So langsam hat sich Eddie mit seinem Außerirdischen Begleiter und der Trennung von seiner Freundin abgefunden und geht wieder halbwegs normal seinem Job als Reporter nach. Als er einen Sträfling in der Todeszelle besucht und von diesem provoziert wird, begeht sein Begleiter allerdings einen fatalen Fehler…

Fazit

Obwohl ich den Vorgänger nicht unbedingt großartig gefeiert habe, hatte ich mich auf „Venom 2“ schon irgendwie gefreut. Konzept und Figuren hatten nach wie vor Potential, doch erneut bleibt hier so Manches davon auf der Strecke.

Es mag komisch klingen, doch irgendwie wirkte „Venom 2“ nicht wie ein riesiger Blockbuster, sondern ein eher kleineres B-Actionspektakel für Zwischendurch. Die Handlung war simpel, bot wenig Tiefgang, keine doppelten Böden und verlief jederzeit gradlinig. Die Anzahl an Schauplätzen, Darstellern und anderen Ausstattungsmerkmalen war vergleichsweise überschaubar und stand somit im (grundsätzlich angenehmen) Kontrast zu den meisten anderen Superheldenfilme der letzten Jahre.

Obwohl das Gebotene streckenweise auf Sparflamme kochte und sogar hin und wieder arg vor sich hinplätscherte, trumpfte die ebenfalls vergleichsweise kurze Spielzeit auf. Zwar verging das Treiben nicht wie im Flug, doch vom unerwartet frühen Showdown und Abspann war ich am Ende recht angetan. Der Film fokussiert sich auf seine übersichtlichen Elemente und zog sich nicht unnötig in die Länge. Man riss keine unnötigen Stränge auf und weckte keiner falschen Erwartungen.

Bei den Darstellern bin ich geteilter Meinung. Hardy hat sicherlich erneut gut in seine Rolle gepasst, doch bei Woody Harrelson hatte ich einen leichten Beigeschmack. Er ist zwar grundsätzlich ein toller Schauspieler und macht jede Komödie absolut sehenswert – und genau hier lag wohl auch der Knackpunkt. Bei „Natural Born Killers“ hat die Rolle des verrückten Antagonisten super gepasst, doch hier fühlte es sich nicht ganz richtig an. Man hatte stets das Gefühl er wäre einfach nur Dauergast an sämtlichen Fronten und als Allzweckwaffe wohl immer platziert.

Dauergast Harrelson hin oder her. „Venom: Let There Be Carnage“ ist kein Actionfeuerwerk und manchmal etwas unlustig-langweilig, aber insgesamt gut anschaubar. So leid es mir für die Lichtspielhäuser aber auch tut – eine Empfehlung zum Kinobesuch vermag ich nicht aussprechen. Der Streifen war einfach „okay“ und eher ein Kandidat für einem Streamingdienst – sofern er im Angebot oder gar für umme enthalten ist. Stabiler kleiner Film, aber schnell wieder vergessen.

6,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Finch

Inhalt

Nach einer verehrenden Apokalypse treibt sich Finch mit seinem getreuen Hündchen allein durch die verlassenen Ortschaften und haken die besuchten Ziele auf einer Karte ab. Das UV-Licht ist tödlich und Wirbelstürme sorgen immer wieder für große Gefahr. Da Finch selbst schwer krank ist, setzt er auf einen selbst entwickelten Robotergehilfen, der ihm bei vielen Tätigkeiten fortan unter die Arme greifen soll…

Fazit

„A Boy and his Dog“ und „I am Legend“ lassen grüßen. „Finch“ setzt auf ein bereits bekanntes Grundkonzept und liefert leider wenig an neuen Impulsen. Grundsätzlich hat das Zuschauen dank Hanks und seiner charmanten Begleiter dennoch Spaß gemacht – weshalb ich mir am Ende ein wenig uneins mit der Bewertung bin.

Obwohl der Film zunächst wenig preis gibt und seine Handlung erst nach und nach offenbart, war schnell klar, wie der Hase läuft. Der Zuschauer erkennt viele Elemente und findet sich auch ohne ausschweifende Erklärung im schnell im Szenario wieder.

Im Gegensatz zu besagten Mitstreitern setzt „Finch“ allerdings weniger auf Action, sondern konzentriert sich voll und ganz auf die Zeichnung seiner Figuren. Wir erleben nicht nur, wie sich eine Freundschaft zu einem Roboter entwickelt, sondern beispielsweise auch, wie der kleine Hundefreund zur Truppe gestoßen ist.

Allgemein war der Grundton weniger düster, dafür melancholischer und stellenweise fast schon traurig. Action wurde bei einer Verfolgungsjagd bestenfalls kurz angedeutet, überließ den tollen Charakteren dann wieder den Fokus.

Technisch gab sich das Werk durchwachsen. Während die verlassenen Städte nicht so imposant wirkten, haben die Macher von Jeff (seinem Roboter) gute Arbeit bei den Animationen geleistet. CGI und evtl. wirklich eingesetzte Technik ist nicht voneinander zu unterscheiden und trotz starrer Mimik kam eine gewisse Sympathie zum Blechkameraden auf.

Um richtig aufregende Ideen bereichert „Finch“ das Endzeit-Genre sicherlich nicht und vermutlich war dies auch nicht einmal die Absicht seiner Macher. Man lieferte einen familientauglichen Titel, der mit Herz und Charme immerhin ein paar angestaubte Dinge übertünchen konnte. Am Ende blieb gute Unterhaltung, die irgendwie immer noch etwa Potential zu Mehr gehabt hätte.

7/10

Fotocopyright: Apple

Dune (2021)

Inhalt

Der Imperator hat der Familie Atreides die Verwaltung des Wüstenplantes Arakis zugesprochen. Sie sollen die verfeindeten Harkonnen ablösen und für die nächsten Jahre den wertvollen Rohstoff „Spice“ dort abbauen. Der Auftrag steht jedoch unter keinem guten Stern, zumal der Sohn des neuen Planetenoberhauptes von seltsamen Visionen geplagt wird…

Inhalt

Die Neuinterpretation von „Dune“ ist sicherlich einer der Hoffnungsträger des immer noch recht angeschlagenen Kinojahres gewesen und hat bereits weit im Vorfeld mit interessanten Trailer geglänzt und Appetit auf Mehr gemacht. Den zuweilen etwas übertriebenen Lobeshymnen vermag ich mich nach meiner ersten Sichtung nun zwar nicht vollends anschließen, aber einen rundum gut gemachten Film loben – der wie kaum ein Anderer tatsächlich auf die große Leinwand (und sei es zumindest zu Hause) gehört.

Der Film war so bildgewaltig, wie im Vorfeld erwartet. Es gab wunderschöne Landschaftsaufnahmen, imposante Aufmarsche an Armeen und ein insgesamt wunderbares Art-Design mit fantastischen Kostümen und Deko-Elementen. Das Auge sieht sich oftmals kaum satt, obwohl alles eher spartanisch-elegant, statt kunterbunt-überlastet wirkt und damit recht edel und erwachsen daher kam.

Leider konnten einige CGI-Effekte jedoch nicht mit der imposant gewollten Optik mithalten. Hin und wieder sahen Objekte wie beispielsweise Dünen im Sandmeer doch arg künstlich und nach Videospiel aus – und das riss schon leicht aus der Immersion. Zum Glück halfen aber auch gute Schauspieler wieder beim Gelingen und so konnte man die kleinen technischen Schwächen durchaus verzeihen. Vielleicht war das Budget nicht hoch genug – oder diese bizarren Momente waren gewollte Entscheidungen der Macher.

Die Handlung bzw. der gesamte Ablauf hat mich sehr frappierend an das Original von 1984 erinnert und mich damit ziemlich überrascht. Ich kenne die Buchvorlage(n) zwar nicht, hätte aber gedacht, dass man viel deutlicher zum – anscheinend schon sehr nahen – Vorläufer abweicht und ein gänzlich anderes Filmgefühl liefert. So hat sich der aktuelle „Dune“ großenteils wie ein aufpoliertes 1 zu 1 Remake gefühlt, obwohl die ältere Variante technisch keineswegs übel gealtert ist und auf ihre Weise ebenso einen Blick wert ist.

Der Erzählfluss war weitestgehend sehr gut und trotz leichter Überlänge waren keine großen Hänger zu verzeichnen. Sicherlich hatte man auch den Luxus als Mehrteiler angelegt zu sein und besonders im letzten Drittel mit weniger Kompression kämpfen zu müssen, doch gerade hier zog sich manchmal mal die Erzählung. Man nahm sich die Zeit und schilderte beispielsweise Pauls Flucht vergleichsweise ausführlich und rückte den ein oder anderen Darsteller (Jason Momoa) gekonnter ins rechte Licht.

Wie immer möchte ich nicht über Sinn und Unsinn vom Remakes streiten – ändern kann man an deren Erscheinen ja sowieso nichts und wenn sie einmal da sind, dann schaue ich eben mal rein. Auch wenn ich mir irgendwie mehr Varianz zum bereits recht guten Original gewünscht hätte, ist die neue Interpretation von „Dune“ allerdings kein Schlag ins Wasser – und sogar eine angenehm frische Aufarbeitung des bekannten Materials. Er fühlt sich dank neuer Gesichter und modernen Effekte insgesamt etwas zeitgemäßer an und war witzigerweise für mich hierdurch auch irgendwie etwas leichter verständlich gewesen. Meine Begeisterung hält sich letztlich in Grenzen und etwas Ernüchterung gegenüber manch überdrehter Kritiken ist vorhanden, aber trotzdem bin ich guter Dinge und freue mich über weitere Fortsetzung. „Dune 2021“ ist ein richtig guter Sci-Fi geworden und macht eigentlich fast alles richtig.

8/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

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