Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Schlagwort: Sci-Fi (Seite 1 von 4)

The Last Starfighter

Inhalt

Alex ist begnadeter Zocker und erreicht am Spielautomaten „Starfighter“ den mit Abstand höchsten Punktestand. Eines Tages bekommt er deshalb Besuch aus dem All, der ihm die Chance offeriert, durch seine Begabung zu einem echten Weltraumpiloten zu werden…

Fazit

Was heute selbst bei kleineren Produktionen zum absoluten Standard gehört, war anno 1984 noch eine kleine Sensation. „Starfighter“ war einer der ersten Filme mit richtigen Computereffekten und traf hiermit und dem Thema Videospiele wohl den Nerv der Zeit.

Natürlich wirken viele Elemente mittlerweile recht angestaubt, aber einen gewissen Charme mag man dem Teil einfach nicht absprechen. Als begeisterter Videospieler lacht das Herz beim Anblick alter Arcade-Automaten und die Geschichte an sich ist sowieso total witzig gedacht.

Der Aufbau ist schlicht, aber eingängig. Gut und Böse sind klar getrennt und besonders im All fühlt sich auch alles sehr nach einem Computergame an. Man kann sich erstaunlich gut in die Rolle unserer Hauptfigur hineinversetzen und durchaus so Einige seiner Gedankengänge und Sorgen mit ihm teilen. Hört sich im Anbetracht des Settings zwar ziemlich abstrakt an, war aber einfach so.

Die Handlung ist gut erzählt und trotz allgemein eher ruhigen Gangart doch recht unterhaltsam. Manche Dialoge hätten vielleicht einen Ticken straffer ausfallen können, aber insgesamt passt alles zum schmucken Retro-Gesamtbild. Erstaunlich hierbei die Qualität der Masken. Während man bei einigem Kostümen sehr deutlich die Alufolie zu erkennen ist, machen vor allem die Gesichter der Außerirdischen noch Einiges her und erinnern an gute Handwerkskunst – die so kaum noch anzutreffen ist.

Dank des ausgezeichneten HD-Bildes bleibt kein Detail mehr verborgen und hier sticht die beachtliche Qualität der Effekte heraus. Klar fühlen sich Raumschiffe und Laserstrahlen wie aufgesetzte Fremdkörper an, doch ehrlich gesagt möchte ich da kaum was bemängeln. Der Stil ist einzigartig und das Gesamtbild rund und noch immer sehr gut anschaubar – sofern man sich darauf einlassen kann.

„The Last Starfighter“ mag mit seiner naiven und technisch veralteten Art nicht unbedingt jede Publikumsschicht ansprechen, doch gerade wer ein Faible für das Thema hat und nichts gegen eine Aufmachung ala „Buck Rogers“ hat, sollte unbedingt mal reinschauen. Sicherlich ist das Teil nicht der allergrößte Wurf, doch für einen unterhaltsamen Feierabend kommt dieser Streifen immer mal wieder recht.

7/10

Fotocopyright: Starlight Film

Paycheck – Die Abrechnung

Inhalt

Michael Jennings ist ein sogenannter Reverse-Engineer und verdient damit gutes Geld. Er lässt sich von Firmen engagieren, um Erfindungen von der Konkurrenz nachzubauen und gegeben falls noch zu verbessern. Anschließend wird sein Gedächtnis für diesen Zeitraum gelöscht. Bei seinem letzten, augenscheinlich letzten Auftrag kommt es jedoch zu Komplikationen. Nach dem Tilgen seiner Erinnerungen bemerkt er, dass die Bezahlung nicht passt und er sich selbst irgendwie eine Fährte zur Lösung seiner verzwickten Lage gestrickt hat…

Fazit

Die Prämisse von „Paycheck“ hatte damals schon recht gut gefallen und hat im Grunde auch heute nicht viel von ihrer Faszination verloren. Das Thema „Reverse Engineering“ ist vermutlich noch immer gang und gäbe, ist also gar nicht mal so weit von uns entfernt. Doch schon bei seiner damaligen Veröffentlichung, stellt sich der Streifen hin und wieder selbst ein Bein, gerät leider besonders im letzten Drittel arg ins Strauchen.

Während der Anfang noch spannend daher kommt, erzählerisch auch Einiges zu bieten hat, verliert das Gezeigte gen Finale langsam an Fahrt und stößt mit kleineren Längen unschön auf. Man hat wichtige Handlungselemente irgendwann arg durchschaut und fragt sich, warum unser Hauptdarsteller zwar so schlau ist und trotzdem zu oft auf dem Schlauch steht.

Der Erzählfluss ist – wie bereits erwähnt – beim Auftakt recht gut und nimmt mit laufender Spielzeit immer weiter ab. Das Geschehen wird immer mal wieder mit gut gefilmten Actionszenen aufgewertet, kann aber nicht immer den gleichen Wert in ruhigeren Abschnitten erreichen. Die eingestreute Liebelei wirkt zudem aufgesetzt und sogar etwas störend.

Man kann sich über ihn streiten, doch ich mag Ben Affleck eigentlich ganz gern. Er und seine Werke stehen immer für eine gewisse Qualität und sind im Grunde fast immer sehenswert. Gleiches galt jedoch auch für Regisseur John Woo und wird hier auf eine harte Probe gestellt. Ich lobe zwar die gut gemachten Schusswechsel, doch im Anbetracht eines solch gigantischen Machers reichen sie keineswegs an seine (wahrscheinlich deutlich niedriger budgetierten) Klassiker heran. Affleck macht seine Sache gut, bleibt aber manchmal etwas zu blas und wirkt ungewohnt ungelenk.

„Paycheck“ hat trotz einiger Macken einen relativ stabilen Unterhaltungswert und kann deshalb an Interessierte empfohlen werden. Mittlerweile habe ich mich mit dem Titel ganz gut arrangiert und schaue ihn in humanen Abständen immer mal wieder ganz gern an. Seinerzeit war er im Anbetracht der großen Namen sehr enttäuschend, doch mittlerweile hat die Zeit diese Wunden geheilt.

6,5/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Invasion

Inhalt

Der Absturz eines Space Shuttles brachte merkwürdige Viren auf die Erde und die damit in Verbindung geratenen Menschen weißen spürbare Auffälligkeiten auf. Sie sind blas, gefühlskalt und einfach nicht mehr die selben, wie vorher. Gemeinsam mit einem befreundeten Arzt versucht Psychiaterin Carol Bennell der Sache auf den Grund zu gehen und heil mit ihrem Sohn aus der veränderten Umgebung zu entkommen…

Fazit

Die Geschichte um die „Körperfresser“ ist schon fast so alt, wie das Medium Film an sich. Ich habe im Laufe meinen Lebens schon so einige Vertreter gesehen und am gestrigen Abend war mal wieder eine der neueren Umsetzungen an der Reihe – und hinterließ erneut einen äußerst brauchbaren Eindruck.

Wie bereits erwähnt, ist weder Thema, noch die Herangehensweise sonderlich originell. „Invasion“ aus 2007 lebt von seinen guten Darstellern, der zeitgemäßen Inszenierung und einer damit verbundenen, stimmigen Atmosphäre.

Der Streifen ist zuweilen herrlich düster, ohne dabei zu sehr auf die Nerven zu gehen. Er besitzt außerdem einen angenehmen Flow, der dramatischere Momente immer wieder mir ruhigeren Passagen abfedert und insgesamt einen kurzweiligen Eindruck hinterließ. Die Spannung ist gut konstruiert, da die Handlung an sich vergleichsweise bodenständig und nachvollziehbar gemacht wurde. Man kann sich relativ gut ins Setting hineinfühlen und sich hin und wieder eigene Gedanken zur Lage machen – was nicht jedem Konkurrenten so geschmeidig gelingt.

Richtig blutig war das Geschehen eigentlich nicht, aber das war nicht weiter schlimm. Die veränderten Persönlichkeiten und deren seltsame Verhaltensweisen waren entsprechend dem Thema gruselig genug und ließen keine heftigeren Einblicke missen. Ich fand das Auftreten mancher Infizierter jedoch in der Tat etwas seltsam – beispielsweise der Ex-Mann unserer Hauptdarstellerin verhielt sich anders und vor allem charismatischer, als der Rest – aber „Schwamm drüber“.

„Invasion“ ist für mich kein absolutes Highlight, aber insgesamt eine nette Interpretation des bekannten Stoffs. Er hielt erneut gut bei Laune und gefiel besonders durch seine Hauptdarsteller in Form von Nicole Kidman und Daniel Craig. In der heutigen Zeit sind einige Aspekte erstaunlich brisant und seine eher ruhige und fast schon sachliche Machart unterstützten den beängstigenden Eindruck. Wie dem auch sei: für Genrefans definitiv einen Blick wert.

7/10

Fotocopyright: Warner Home Video

Colossus – The Forbin Project

Inhalt

Kaum zu glauben, aber wahr. Amerika legt sein komplettes Verteidigungssystem in die Hände künstlicher Intelligenz, die laut dem Präsidenten so unfehlbar wie fortwährend logisch auf Gefahren reagieren soll. Dummerweise kontern die Russen kurz drauf mit ihrem eigenen System und kurzerhand konkurrieren die Computer selbstständig miteinander…

Fazit

Obwohl „Colossus“ von seiner Machart und seinem naiven Charme definitiv ein Kind seiner Zeit sein mag, ist die Thematik noch erstaunlich aktuell bzw. lässt sich heutzutage noch gut die Intention des Werkes nachvollziehen.

Aus heutiger Sicht laden insbesondere die großdimensionierten Computer und die ungewohnte Umgehens Weise damit zum Schmunzeln ein und zugleich ist es einfach ein witziges Zeitgemälde. Auch die zuweilen etwas schleppende und fast schon dahinplätschernde Inszenierung passt da eigentlich hervorragend dazu – würde sich das Geschehen manchmal nicht selbst zu stark ausbremsen.

Vieles wurde über Dialoge oder schlichte Grafiken gelöst – großartige Außenaufnahmen oder sichtbare Effekte sind Mangelware. Das Horrorszenario bleibt überwiegend eine Kopfsache und im Grunde finde ich diesen Ansatz so gut, wie spannend – jedoch sind hier die besagten Längen nicht von der Hand zu weisen. Manchmal hätte es weniger Worte bedurft und stattdessen hätte man beispielweise die allgegenwärtige Hektik etwas erhöhen können.

Ich hab eine kleine Schwäche für solche Titel und drücke vielleicht auch deshalb hin und wieder ein Auge zu. Im Grunde ist „Colossus“ eine ziemlich behäbige und aus der Zeit gefallene Angelegenheit, doch irgendwie kann man sich Zwischendurch gerne einen solchen Zeitsprung gönnen und in Nostalgie versinken. Wäre das Gezeigte dann noch einen Ticken kurzweiliger, würde meine Bewertung noch etwas höher ausfallen. So bleibt es bei aller Liebe leider nur bei einer überdurchschnittlichen Einstufung meinerseits.

6,5/10

Fotocopyright: Studio Hamburg Enterprises (Ostalgica)

The Astronaut’s Wife

Inhalt

Obwohl Astronaut Spencer mit seinen Kollegen wieder heil auf der Erde gelandet ist, scheint etwas mit ihnen nicht zu stimmen. Im All hatten sie für zwei Minuten den Kontakt zur Crew am Boden verloren und niemand weiß, was sich in dieser Zeit dort oben abgespielt hat. Insbesondere seine Frau Jillian ist sie ihres Mannes nicht mehr sicher…

Fazit

Nachdem mir „die neun Pforten“ wieder Appetit auf weiteren Output von Johnny Depp gemacht hat, bin ich die Tage mal durch die Sammlung gestreift und habe zur Scheibe von diesem Titel gegriffen. Die Erinnerungen daran waren eher so lala – und genau dieser Eindruck wiederholte sich aktuell erneut.

Die Geschichte von „The Astronaut’s Wife“ ist mehr oder weniger originell und wurde zum Zeitpunkt der damaligen Veröffentlichung auch schon mehrere Male durchgekaut. Der Verlauf an sich ist zwar um Spannung bemüht und stellenweise gar nicht mal so uninteressant konstruiert, doch der letzte Kick hat gefehlt. Viele Elemente waren vorhersehbar und teilweise in sich selbst doppelt recycelt worden.

Das Zusammenspiel zwischen Depp und Theron war ansehnlich und soweit möglich auch glaubhaft, doch konnten deren gelungene Mimiken nicht immer gegen die abgelutschte Handlung ankämpfen. Viele Sachen waren einfach zu bekannt und mit zu wenigen neuen Wendungen bestückt.

Ein paar Jahre nach „Species“ (und vielen anderen Konsorten) hat „The Astronaut’s Wife“ die altbekannte Thematik erneut aufgegriffen und um wenige neue Aspekte bereichert. Die Darsteller machten ihre Sache zwar recht gut, doch aufgrund mangelnder Innovation und einem aufgesetzten Ende ist nicht mehr als eine überdurchschnittliche Wertung drin.

6/10

Fotocopyright: Warner Home Video

The Mandalorian – Staffel 2

Inhalt

Noch immer sind Mando und das Kind unterwegs und langsam verdichten sich erfolgsversprechende Spuren. Der Kopfgeldjäger ist Jedis auf der Schliche – die, wenn es gut läuft – die wertvolle Fracht übernehmen und korrekt ausbilden…

Fazit

Für viele Enthusiasten galt die erste Staffel der neuen „Mandalorian“-Serie als das Beste, was „Star Wars“ in den letzten Jahren überhaupt passiert ist und da gebe ich ihnen soweit recht. Mit kurzen und knackigen Episoden entstand ein guter Flow und nicht zuletzt wegen „Baby Yoda“ wurde ordentlich Fan-Service betrieben.

Ich persönlich fand den Auftakt sehr ordentlich, aber auch nicht so überragend, wie man es in manchen überschwänglichen Reviews zu lesen vermag. Gut hingegen, dass die nunmehr zweite Staffel die alten Tugenden beibehielt und sich überall auf mindestens dem gleichen – guten – Niveau bewegte und sogar noch etwas mehr für Eingeweihte in der Hinterhand behielt.

Die Grundgeschichte ist simpel und zieht sich erneut wie ein roter Faden durch alle Folgen. Jede Einzelne ist an sich dann schön kompakt und mit wenig Leerlauf bestückt. Alles ging jederzeit prima voran und manchmal hätte man gern noch mehr Zeit mit unseren sympathischen Helden verbracht.

Anspielungen an die Hauptreihe sind ebenso vorhanden, wie diverse Gastauftritte bekannter Gesichter oder Raumschiffe. Dies ist meist extrem gut eingeflochten und vor allem stets feinfühlig ausbalanciert. Man gab den neuen Figuren genügend Raum zur Entfaltung, um dann zur richtigen Zeit wieder mit vertrauten Elementen um die Ecke zu kommen.

Über das Finale wurde viel berichtet und ich werde es natürlich nicht spoilern. Jedoch möchte ich anmerken, dass es bereits vor der Ausstrahlung der ersten Folge schon passende Hinweise im Netz gab und die letzten Minuten exakt so beschrieb, wie sie letztlich auch eingetroffen sind. Als die ominöse Gestalt also zum ersten Mal die Bildfläche betrat, wusste ich sofort das der Leak gestimmt hatte und wer gleich seinen Umhang zur Seite schiebt.

Wer die Marke liebt, bekommt mit „The Mandalorian“ eine wirklich brauchbare Serienauskopplung. Stellenweise erinnert das Geschehen an klassische Westernfilme, aber immerhin kupferte man nicht wieder bei sich selbst ab und gab sich um frische Akzente bemüht. Das war überwiegend sehr kurzweilig und auf jeden Fall sehenswert. Hoffen wir, dass bei all den neu angekündigten Produktionen die Qualität nicht auf der Strecke bleibt und es so anständig weitergeht.

8/10

Fotocopyright: Disney

Archive

Inhalt

Wir schreiben das Jahr 2049. In einer einsamen Forschungsstation arbeitet George Almore an neuster Robotertechnologie, doch die Ergebnisse sind seinen strengen Auftraggebern nicht genug. Sie drohen mit seiner Absetzung, was die Zeit für seine Arbeit drastisch natürlich verkürzt. Er hat seinen Geldgebern verschwiegen, wie weit er wirklich mit seinen Forschungen gekommen ist…

Fazit

„Archive“ ist für mich etwas schwierig zu greifen. Ich würde ihn zwischen „Ex Machina“ und „Mother“ einordnen, um seine Art grob zum umschreiben. Wieder einmal erleben wir ein Kammerspiel, bei denen die Spannung zwischen Mensch und Maschine im Vordergrund steht und Gefühle selbstverständlich eine wichtige Rolle einnehmen.

Der Film ist insgesamt sehr ruhig und frei von lauter Action inszeniert. Man nimmt sich ausführlich Zeit, um seine Charaktere und deren Hintergründe zu erläutern – ohne dabei ins Langweilige abzudriften. Hin und wieder hätte man sich jedoch gerne mehr Schwung oder ein paar aufregende Einlagen gewünscht.

Die Grundidee ist nicht unbedingt neu und auch nicht sonderlich ungewöhnlich in Szene gesetzt. Alles verläuft nach bekanntem Schema bzw. wie es im Verlauf zu erahnen ist und echte Überraschungen halten sich dezent zurück. Dank seiner guten Darsteller und der stimmigen Kulisse bleibt man allerdings bis zum Ende am Ball und fühlt sich nicht auf irgendeine Weise veräppelt.

Eigentlich mochte ich das Setting und die ansprechende optische Aufmachung, doch unterm Strich war „Archive“ für mich weder Fisch noch Fleisch. Einige Momente waren echt stark, andere wiederum zu seicht und kratzen nur an der Oberfläche der tiefgründigen Thematik. Da der Unterhaltungswert trotz langsamer Gangart gepasst hat, gebe ich für Interessierte doch eine leicht eingeschränkte Empfehlung ab.

6/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

The Midnight Sky

Inhalt

Ein Forscher verbringt einsame Jahre auf einer Forschungsstation in der Arktis. Endlich nimmt ein Raumschiff Kontakt zu ihm auf – doch so sehr er es auch möchte, er muss die Fremden vor einer Landung auf der Erde warnen…

Fazit

Vom Konzept her, gefällt mir „The Midnight Sky“ eigentlich ganz gut und ich habe mich nach der ersten Ankündigung schon sehr auf die Ausstrahlung bei Netflix gefreut. Wer bereits auf die Wertung schielt, erkennt jedoch, dass ich mit dem Ergebnis trotz aller guten Vorzeichen nicht vollends zufrieden war.

Der Film an sich ist nicht schlecht, aber er tappt in zu viele Fallen, die sich ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis einfach nicht erlauben darf. So gibt er schon viel zu früh seine grundsätzlich interessanten Ideen preis und der Zuschauer fühlt sich stets ungewollte Schritte voraus. Am Ende musste man dann auch feststellen, dass dies nicht gewünscht war, sondern dass man die Handlung tatsächlich vollends durchschaut hat und die Macher keineswegs mit dieser vermeintlichen Sicherheit gespielt haben.

Ansonsten gab es einen solide agierenden Clooney, der hier auch als Regisseur fungierte und wohl viel aus seinen Erfahrungen von „Gravity“ einfließen lies. Die schön gemachten Aufnahmen überzeugten vor allem im All und gaben immerhin dem Auge das Futter, welches dem Hirn oftmals verwehrt blieb. Audiovisuell bewegte man sich sich auf hohem Niveau und die Tricktechnik gab keinen Grund zur Klage.

„The Midnight Sky“ ist nett gedacht, aber leider nur halbherzig bzw. zu berechnend zu Ende gebracht. Der erfahrene Filmfan hat den Plot schnell durchschaut und die gebotenen Elemente fix addiert. Es gab bis zum Abspann keinerlei echte Überraschung, doch immerhin verwöhnten ein paar extravagante Aufnahmen bis dahin das Auge. Die Öko-Grundaussage kam schon irgendwo passabel rüber und wurde glücklicherweise nicht mit dem Holzhammer serviert. Als Inklusivtitel ganz in Ordnung, ansonsten leider nicht der größte Wurf.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Iron Sky – The Coming Race

Inhalt

Die Festung auf dem Mond ist arg zertrümmert und dennoch haben verschiedene Gruppen ihr zu Hause dort gefunden. Als man jedoch von unterirdischen Kanälen unter der Erde erfährt und dringend notwendige Medizinzutaten dort vermutet, startet ein Erkundungstrupp gen alte Heimat…

Fazit

Den ersten Teil hatte ich bis zu seiner Veröffentlichung gefühlt über Jahre per Internet verfolgt und mich über jedes neue Lebenszeichen erfreut. Der Fortsetzung habe ich dann aufgrund des Nachhalls der Ernüchterung nicht mehr so sehr entgegengefiebert, doch mittlerweile zwei Sichtungen absolviert. Auch dieser Titel ist streng genommen nicht besonders gut, jedoch wiederholt er – den Umständen geschuldet – die gröbsten Fehler des Vorgängers nicht.

Die Technik hat natürlich einen Schritt nach Vorn gemacht und bewegt sich auf einem anderen Level – auch wenn man noch weit von richtig großen Blockbustern entfernt ist. Die Umgebungen, Fahrzeuge und allerlei Getier schauen ordentlich aus und fügen sich gut ins Bild. Man spürt, dass hier wohl etwas mehr an Budget und wohl auch Erfahrung vorhanden war.

Wenn ich ehrlich bin, muss ich jedoch sagen, dass mich die schwächere Aufmachung im Erstling allerdings gar nicht so gestört hat und sie sogar viel zu Charme beigetragen hat. Das Ganze fühlte sich seinerzeit mehr nach einem Independent-Film an, was die krude Geschichte natürlich zusätzlich unterstrich.

Knackpunkt am Vorgänger war jedoch auch seine Handlung bzw. einzelne Bestandteile und aufgegriffene Verschwörungstheorien, die allesamt schon in diversen Trailern gespoilert werden. Kurzum: „Iron Sky“ hatte keinerlei Überraschungen mehr zu bieten und die Szenen zwischen den bekannten Passagen waren eher langweilig und unnötig konstruiert.

„Iron Sky 2“ jedoch wurde im Vorfeld nicht so overhyped und auch nicht alle Highlights wurden im Vorfeld geteasert, aber leider gab es auch unterm Strich viel zu wenig davon. Anscheinend hat man alle wichtigen und witzigen Mythen bereits abgehandelt und so mussten auch alle Figuren wieder recycelt werden. Statt wenigstens lückenloser Fortsetzung, gabs dann mehr unlustige Elemente und insgesamt auch weniger Unterhaltungswert.

Nachwievor mag ich die Grundidee und das Engagement des Machers, doch nüchtern betrachtet war diese Fortsetzung ziemlich unnötig. Die besten Gags wurden bereits gebracht und da hilft dann auch eine bessere audiovisuelle Komponente nur bedingt weiter. Die Darsteller machten ihre Sache so lala und erneut stach Udo Kier unter seinen Kollegen hervor. Beinharte Fans schauen rein, der Rest schüttelt den Kopf. Ich hab die Sichtung nicht wirklich bereut und sogar ein zweites mal gewagt – besser wurde es hierdurch leider nicht.

5/10

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

Blade Runner 2049

Inhalt

In naher Zukunft verdient sich K seinen Lebensunterhalt als so genannter „Blade Runner“, der menschenartige Androiden nach Ablauf ihrer geplanten Lebenszeit auftreibt und eliminiert. Eigentlich mag er seinen Job, doch sein monotoner Alltag macht ihm immer mehr zu schaffen. Als ihn ein Auftrag dann zu weiteren Nachforschungen verleitet, scheint er sich darin zu verlieren…

Fazit

Schon vor Veröffentlichung war klar, dass „Blade Runner 2049“ in große Fußstapfen tritt und das Erbe eines fast schon heiligen Kultfilmes antreten wird. Mir war wiederum klar, dass dieses Vorhaben eigentlich nur scheitern konnte – auch wenn am Ende kein schlechter Film herausgekommen ist.

Entgegen allen Mainstreams setzt „2049“ auf eine entschleunigte Erzählweise und legt dabei sehr großen Wert auf seine Bildstärke, die zugleich auch in meinen Augen das absolute Highlight an der ganzen Sache markiert. Sie erreicht trotz aller technischen Perfektion zwar nicht das Level des Vorgängers, zeichnet aber mit interessanten Ansichten seinen ganz eigenen Stil. Alles fühlt sich herrlich trostlos und modern zugleich an und versprüht seinen ganz eigenen Charme.

Leider ragt der Inhalt nicht so ganz an seine audiovisuellen Umsetzung heran. Die Grundgeschichte an sich mag recht spannend geschrieben sein und Neugier erwecken, doch irgendwann verzettelt man sich in Dialogen, bei denen die Aufmerksamkeit gelegentlich auf eine harte Probe gestellt wird. Hier wäre manchmal weniger doch etwas mehr gewesen.

Ich mag anspruchsvolle Filme, doch hier hatte ich stets ein Problem mit der sichtlich gekünstelten Komplexität – die mehr Schein als Sein verkörperte und simplere Themen zu dramatisch aufplusterte. Der Plot mag nicht verkehrt erscheinen, doch bleibt die nachhaltige Wirkung des Original einfach aus. Alles fühlt sich nicht mehr so existenziell und nachdenklich geprägt an und so bleiben wertvolle Wertungspunkte auf der Strecke.

Gosling mag grundsätzlich ein guter Darsteller sein, doch schien er hier manchmal etwas überfordert. Ich konnte seine Lage und sein Verhalten in seiner Rolle absolut nachempfinden, aber seine Mimik sprach oftmals andere Bände. Die Leistung pegelte von annehmbar, bis überfordert oder gar desinteressiert. Gegen Ford kam er natürlich nicht an, doch war mir seine altbekannte Figur im Rahmen der präsentierten Handlung ebenfalls nicht ordentlich ausgebaut genug bzw. in teils viel zu langwierigen Szenen zugegen.

Wie Eingangs erwähnt ist „Blade Runner 2049“ kein schlechter Film, aber trotz all seiner optischen Wucht berührte er mich viel zu wenig. Bei der zweiten Sichtung war er sogar etwas langweilig und der überschaubare Inhalt stach deutlicher hervor. Unterm Strich definitiv kein Film für mal eben Nebenbei und auch nichts für Jedermann – aber für die geeignete Zielgruppe sicherlich eine lohnende Angelegenheit, sofern man genügend Durchhaltevermögen und Interesse mitbringt.

7/10

Fotocopyright: Sony Pictures Home Entertainment

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