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Schlagwort: Sci-Fi Seite 1 von 8

Obi-Wan Kenobi – Staffel 1

Inhalt

Das Imperium hat die Herrschaft über weite Teile der Galaxie übernommen und fast alle Jedi-Ritter vernichtet. Zurückgezogen wollte Meister Obi-Wan Kenobi nur einen ruhigen Lebensabend in der Einöde verbringen, doch eines Tages ruft ihn wieder die Pflicht. Statt seine Schützlinge passiv aus dem Hintergrund im Auge zu behalten, muss er aktiv bei der Suche nach der vermissten Prinzessin Leia helfen und erneut das Laserschwert schwingen…

Fazit

Für mein Empfinden hat diese Serie die Gemüter weitaus mehr als andere Spin-Offs aus dem belieben Franchise gespalten. Während „The Mandalorian“ eigentlich überall überraschend gut angekommen und „Das Buch von Boba Fett“ als solide Kost betrachtet wurde, kam „Obi Wan“ in vielen Foren leider ziemlich bescheiden davon. Gründe dafür gab es ehrlich gesagt reichlich, aber auch viele Lichtblicke – die gnädig über manch Patzer hinwegschauen ließen.

Zunächst fand ich die Idee rund um Obi Wan als Hauptfigur sehr sympathisch. Da ich großer Fan der klassischen Filme bin, war mir das Setting auf Anhieb wesentlich vertrauter und die zeitliche Einordnung im Kopf gelang viel schneller. Es war aber auch schön, dass man neben vielen bekannten Dingen dennoch einwandfrei neue Elemente (Charaktere, Schauplätze, etc.) einbinden konnte und nicht zu stark auf reine Nostalgie abzielte – wie es bei anderen Werken oft der Fall und scheinbar der letzte Greifhaken ist.

Ewan Ewan McGregor zeigte sich von seiner besten Seite und sorgte besonders im Zusammenspiel mit seinem ehemaligen Schüler wieder für Gänsehaut. Klar habe ich erwähnt, dass ich Liebhaber der Ur-Trilogie bin – aber einen Gregor als Kenobi ist trotzdem für immer in meinem Gedächtnis eingespeichert und gehörte zu den Glanzpunkten der eher mittelprächtigen Prequels. Ihm zur Seite stand eine pfiffige junge Prinzessin, die nie um einen Spruch verlegen und zu keiner Zeit negativ aufgefallen war. Normalerweise haben altkluge Figuren meist einen gewissen Nerv-Faktor, aber diese Miniatur-Leia verzückte auf ganzer Linie.

Technisch gab sich „Obi Wan“ solide und ohne größere Mängel. Natürlich sahen einige Szenen wie Cosplay-Veranstaltungen von Fans aus, doch diesen Look haben sich auch die anderen Auskopplungen der Sternen-Saga gefallen zu lassen. Ich fand dies bei „Mandalorian“ sogar noch etwas auffälliger – wenngleich auch nicht wirklich störend. Ansonsten spielte der gewohnt großartige Soundtrack wieder eine gewichtige Rolle und verlieh den Bildern den letzten Schliff. Typisch Star Wars eben.

Freud und Leid lagen bei dieser Serie unverhofft eng beieinander. Die Produktion hat eklatante Schwächen, die selbst ungeübten Zuschauern sofort ins Auge springen und dennoch vermag ich das Ergebnis nicht in der Luft zerreißen. Für mich boten die 6 überschaubaren Episoden mehr Star Wars-Feeling als die letzten 3 Kinofilme und die Serien „Mandalorian“ und „Boba Fett“ zusammen. Endlich gab es wieder viele erinnerungswürdige Momente und einen toll inszenierten Bösewicht. Endlich trieb es uns wieder wohlige Schauer über den Rücken und endlich wurden junge Darsteller ihren späteren Figuren gerecht. Luke zwar noch etwas weniger, aber die kleine Leia war enorm toll ausgearbeitet.

Für mich als langjähriger Fan ist „Obi-Wan Kenobi“ (abgesehen von den Zeichentrick-Varianten) die bis dato beste Serienumsetzung des bekannten Stoffes – allen Unkenrufen zum Trotze. Ich habe meinen Glauben an das Franchise wieder und freue mich auf die anderen, zum Teil bereits in Arbeit befindlichen Abenteuer.

8,5/10

Fotocopyright: Disney

Alarm im Weltall

Inhalt

Auf der Suche nach einem vermissten Raumschiff, landen Capitan Adams und seine verwegene Crew auf dem Planeten Altair und treffen dort auf den seltsamen Wissenschaftler Dr. Morbius. Auf den ersten Blick scheint alles in Ordnung und dessen Geschichten stimmig zu sein, doch irgendwas scheint hier einfach nicht zu passen…

Fazit

Allein wegen dem jungen Leslie Nielsen oder dem kultverdächtigen „Robby“ dürfte dieser Streifen bei vielen Film-Fans ganz oben in der Gunst stehen. Er war seiner Zeit in vielen Bereichen wahrscheinlich weit voraus und hat gut zur Aufbruchsstimmung mit den ersten Reisen zum Mond gepasst.

Aus heutiger Sicht vermag ich diesem Werk seinen Status sicherlich nicht aberkennen, nur auf seine erwartungsgemäß altmodische Art hinweisen. Er lässt sich gut mit alten „Star Trek“-Episoden vergleichen, ohne jedoch mit deren kompakten Erzählweise aufzuwarten. Neben all der Pracht und fabelhaften Kulissen, tuen sich hier nämlich kleinere Längen auf – die zum Teil auf ebenso altbackene Dialoge mit überholten Themen zurückzuführen sind.

Abseits kleinerer Durchhänger gefiel aber die Atmosphäre und die handgemachten Effekte. „Robby“ war einfach klasse designt – auch wenn es so offensichtlich ist, dass ein Mensch darin steckt. Überhaupt hat sich Einiges wie eine Vorstufe von „Star Wars“ angefühlt, was eigentlich nur für diesen Streifen spricht und offenkundige Inspirationsquelle darstellt.

Bei den Darstellern hat mir als alter „Nackte Kanone“-Fan ist mir natürlich Nielson am ehesten ins Auge gestochen. Sagenhaft, welch hohen Widererkennungswert sein Gesicht besaß und welch routiniertes Spiel er vollzog. Viele Genrekollegen mussten gerade zur damaligen Zeit äußerst trashig gewirkt haben, doch hier machten die Darsteller gute Mime zur interessanten Handlung und verliehen diesem Geschehen spürbare Seriösität.

„Alarm im Weltall“ ist ein Kind seiner Zeit und möglicherweise ein Wegweiser für das ganze Genre. Ich persönlich schaue diesen Film alle Jahre wieder ganz gerne weg, doch die große Liebe ist es irgendwie nie geworden. Persönlich ziehe ich lieber eine knackige Serienfolge vor, doch spreche nostalgischen Genrefans (die diesen Film vielleicht noch gar nicht kennen) eine warme Empfehlung aus.

7/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

Doctor Strange in the Multiverse of Madness

Inhalt

Das Multiversum ist aus dem Gleichgewicht geraten und Dr. Strange wird um Hilfe gebeten. Er stürzt sich in die Schlacht und muss immer damit rechnen, dass sich vertraute Charaktere in anderen Dimensionen möglicherweise auch anders als gewohnt verhalten…

Fazit

Der erste Teil von Dr. Strange genießt zurecht einen recht ausgezeichneten Ruf unter Filmfreunden. Ich habe ihn im Laufe der Jahre auch mehrere Male gesehen und stets für gut befunden. Die Erwartungen an die Fortsetzung waren hierdurch recht hoch, doch erste Reviews haben mich zum Glück auf ein eher durchwachsenes Erlebnis eingestimmt und Recht damit behalten.

„Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ war ein buntes Potpourri an verrückten Charakteren, wilden Zeitsprüngen und atemberaubender Action – was nicht allein genügte, um immense Begeisterungsstürme zu entfachen. Das Gesehen schritt zwar weitestgehend launig und mit nur wenigen echten Längen voran, aber irgendwie fehlte dabei stets der gewisse Kick. Das Pacing war gut, die Gefechte famos in Szene gesetzt, die vielen Handlungssprünge hingegen Fluch und Segen zugleich.

Durch häufige Szenenwechsel konnte zwar ein gewisse Tempo hochgehalten werden, erzählerisch was dies manchmal ein bisschen anstrengend. Auch wenn das Treiben insgesamt eigentlich gar nicht so verwirrend war, hatte ich fortwährend das Gefühl, essentielle Dinge zu verpassen bzw. nicht korrekt zu interpretieren. Da ich sowieso kein Experte im Marvel-Umfeld bin, war die Befürchtung umso schlimmer – obwohl man der grundlegenden Geschichte nach Selbsteinschätzung vermeintlich passabel folgen konnte.

Die Idee mit den verschiedenen Universum war grundsätzlich nicht verkehrt, aber nicht so launig wie beim letzten „Spider-Man“ umgesetzt worden. „Dr. Strange“ war hier viel „verkopfter“ und spulte das chaotische Treiben nicht so launig herunter. Die neu besetzten Kult-Figuren machten zwar Laune, wurden aber zu schnell abserviert und waren somit nur ein kleiner Gag am Rande. Hier hätte ich Potential für weitere Schauwerte – beispielsweise in Form von noch ausgefalleneren Schlachten – gesehen.

Der Film lebte natürlich von seinem Hauptdarsteller, der seine Sache erneut ganz ordentlich und mit viel Charisma absolviert hat. Gerne hätte ich noch ein paar weitere flotte Sprüche von ihm vernommen, gar den Humorfaktor ein wenig weiter nach Oben geschraubt. Höchstwahrscheinlich gab es viele Insider-Gags, die mir aufgrund der angesprochenen Unkenntnis leider verwehrt blieben. Ansonsten haben mir ein paar Nebendarsteller (die ich aus Spoiler-gründen nicht verraten möchte) recht viel Spaß gemacht.

Fans des Charakters kommen bei „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ sicherlich auf ihre Kosten und allen Anderen bietet sich ebenfalls ein solides Kinoerlebnis, doch mehr war es letztlich für mich dann einfach nicht. Man konnte den Titel angenehm wegschauen, aber lange wird er wohl nicht im Gedächtnis verweilen. Ich werde ihm im Heimkino natürlich eine weitere Chance einräumen, im Moment schließe ich mich dem allgemeinen Tenor der Kritiken an. Der Film war nett, hatte gute Momente, ein paar Durchhänger und kommt nicht ganz an den Erstling heran. Größer, lauter, schriller muss eben nicht immer automatisch auch besser bedeuten.

6,5/10

Fotocopyright: Disney

LEGO Star Wars: Die Skywalker Saga (Playstation 5)

Inhalt

Die „Skywalker Saga“ führt uns durch die kompletten Kinofilme der „regulären“ Star Wars Reihe, sprich den Episoden 1 bis 9. Darin schlüpfen wir in die Rolle verschiedener Helden und spielen die Handlung der jeweiligen Filme nach.

Gameplay

Das Gameplay gestaltet sich als äußerst abwechslungsreich und spielerisch durch stark gestaltet. Zwar laufen wir überwiegend in der Third-Person-Perspektive umher und können auf Knopfdruck zwischen unterschiedlichen Charakteren wechseln, doch dazwischen lockern Flug-, Renn- oder kleinere Knobelaufgaben immer wieder das Geschehen auf.

Als Besonders stellte sich hierbei die gelungene Umsetzung aller dieser Elemente heraus. Zwar waren die Rätsel sehr simpel und gleichförmig, doch der Rest trumpfe enorm auf. So funktionierte das Geschehen als spaßiger Shooter, als toller Flugsimulator oder als launiger Podracer. Alle Passagen waren extrem gut steuerbar, vom Prinzip schnell verstanden und von ihren Anteilen gut ausbalanciert. Nichts war zu komplex, aber es fühlte sich auch nicht zu sehr nach doofen Mini-Spielchen an.

Konsequent hierbei auch der Schwierigkeitsgrad. Man kann zwar abgeknallt werden, in hitzigen Lichtschwertduellen sterben oder in tiefe Abgründe fallen, doch dann geht es direkt an gewohnter Stelle weiter. Man verliert zwar einen Teil seiner eingesammelten Steinchen, kommt aber jedes mal zurück und kann die Geschichte auf jeden Fall frustfrei zu Ende erleben. Dies werden vor allem die jüngeren Zocker zu schätzen wissen.

Ansonsten können wir viel einsammeln, neue Figuren freischalten und unsere Fähigkeiten aufbessern. Auch hier ist alles recht übersichtlich und rudimentär gestaltet – und wie der Rest zum Spaß haben und Durchzocken der Hauptgeschichte nicht zwingend notwendig.

Spielzeit

Wie so oft üblich, hängt die Ausbeute an Spielzeit vom jeweiligen Spielertyp ab. Zwar darf man rund 90 Minuten pro „Film“ als ungefähren Maßstab anlegen, doch letztlich ist dies nur die halbe Wahrheit. Mit den ungefähren 13-14 Stunden Gesamtspielzeit habe ich lediglich 30-40% der Aufgaben innerhalb der Episoden erledigt und dürfte so gut und gerne noch etliche Stunden zur vollständigen Komplettierung dazurechnen.

Präsentation

Optisch ist die „Skywalker“-Saga ein echtes Brett mit beeindruckender Grafik-Engine. Die bewusst künstlich wirkenden Plastikmännchen waren unerwartet gut animiert und fügen sich in den fast fotorealistischen Hintergründen perfekt ein. Man fühlt sich wirklich wie in einem Animationsfilm und bewundert die vielen kleinen Details in jeder Umgebung. Alles wurde liebevoll designt und wirkt – trotz unseren Baustein-Elementen – irgendwie unerwartet glaubhaft gemacht. Die Kamera ist jedoch nicht immer optimal und kann für gelegentliche Bildschirmtode sorgen, was in Hinblick auf den gutmütigen Schwierigkeitsgrad allerdings zu verkraften war.

Die deutsche Synchronisation war nicht übel, kann aber nicht ganz mit dem visuellen Glanz mithalten. Teilweise waren – so vermute ich – zwar altvertraute Originalsprecher zu hören, doch die meiste Zeit gab es andere Stimmen. Die machten ihre Sache ganz passabel, wichen aber schon von der vertrauten „Stimmfarbe“ der Vorlage ab. Immerhin überzeugte der altbekannte und heiß geliebte Orchester-Soundtrack, der zur richtigen Zeit immer wieder für wohlige Schauer sorgte.

Positiv

  • herausragende Präsentation
  • tolle Star Wars-Atmosphäre
  • gelungener Abriss der Vorlagen
  • filmreife Inszenierung
  • sympathischer Humor
  • abwechslungsreiches Gameplay, perfektes Balancing
  • viel zu Erkunden
  • ordentliche Spielzeit
  • einfache Zugänglichkeit

Neutral

  • keine original Synchronsprecher (zumindest in den meisten Rollen)
  • Schwierigkeitsgrad sehr einfach
  • simple Rätsel

Negativ

  • teils massive Kameraprobleme

Fazit

Dieses Spiel vereint gleich zwei meiner großen Leidenschaften (LEGO und Star Wars) miteinander und macht dabei fast alles richtig. Da ich bisher nur kurz in die geistigen Vorgänger reingeschaut und erst recht nicht viel erwartet habe, hat mich dieser Titel so richtig eiskalt erwischt und dann bis zum Ende vor den Bildschirm gefesselt.

Meistens können Spieleadaption nicht mit ihrem Vorbildern mithalten, aber hier war es stellenweise fast umgekehrt. Sicherlich hielt man sich vom Ablauf und der Handlung stringent an die jeweiligen Film-Vorlagen, doch irgendwie konnten manche Szenen (gerade in den neueren Episoden) nun vielmehr packen, als es noch als unbeteiligter Zuschauer im Kino der Fall war. Hier bewährt sich die herausragende technische Seite, die tolle Inszenierung und der symphytische Humor – der diverse Ereignisse gekonnt auf die Schippe nahm.

Das Game mag leicht und auf den Hauptpfaden sehr gradlinig sein, doch erneut ist das kein echter Kritikpunkt für mich. Das Geschehen ist hierdurch nicht nur sehr kindgerecht, sondern ermöglicht ein frustfreies Erleben seines geliebten Star Wars-Kosmos. Man blieb nirgendwo länger hängen und konnte auf Wunsch auf weitere Erkundung gehen – man schrieb es mir aber nicht zwingend vor. Ich kam auch ohne lästige Fleißaufgaben weiter, hätte aber auf eigenes Verlangen deutlich mehr Zeit damit verbringen können.

„Syberia 4“ hat mich schon äußerst positiv überrascht und nun drängelt sich quasi aus dem Nichts noch dieses Werk um meinen persönlichen Titel des Jahres. Mir haben die bisherigen LEGO-Spielchen gar nicht so zugesagt, doch nun liefern uns die Macher ein vollkommen rundes Erlebnis ab – mit dem ich durchwegs und ohne Durchhänger eine Menge Spaß und streckenweise angenehme Gänsehaut hatte. Ich habe so ziemlich alles an „Star Wars“-Titeln gespielt, doch lange wurde ich mental nicht mehr so abgeholt wie hier. Trotz Plastik-Figürchen kam bei den Gefechten so richtig Stimmung auf und ich war ganz in meinem Element.

Für Fans beider Lager ein echter Glücksgriff!

Grafik: 9/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 9/10

Fotocopyright: Warner / Disney / Lucasfilm / Tt games

LEGO und Star Wars sind eingetragene Marken.

Moonfall

Inhalt

Der Mond hat seine gewohnte Umlaufbahn verlassen und steuert auf die Erde zu. Erste Berechnungen ergeben, dass bei einer Kollision weite Teile unseres Planeten vernichtet werden und so bricht das Chaos aus. Glücklicherweise gibt es noch ein paar Menschen, die einen Rettungsversuch unternehmen wollen…

Fazit

Bei Filmen von Roland Emmerich sollte man weniger an Logik denken und vielmehr das Spektakel genießen. „Independence Day“ bleibt im Genre zwar seine ungeschlagene Referenz, doch nach einem eher gemächlichen Anfang hat „Moonfall“ trotz vieler negativer Kritiken einen soliden Job abgeliefert.

Trotz unheilvollem Szenario plätschert der Streifen in der ersten Hälfte etwas vor sich hin. Es rücken mehr oder weniger gute Leistungen der Darsteller und zum Teil eher peinlich-flache Dialoge in den Vordergrund. Irgendwann treten dann aber die wahren Stars – die Special Effects – in Erscheinung und das Geschehen nahm ordentlich an Fahrt auf.

Optisch servierte uns der Meister wieder die volle Ladung. Von atemberaubenden Weltraumaufnahmen, bis zu untergehenden Großstädten unter Meteoritenschauern oder wuchtigen Überflutungen. Alles schaut beeindruckend aus und wird den Ansprüchen (die zumindest in diese Richtung vorhanden waren) absolut gerecht.

Man mag sich streiten, ob das Ende nun zum philosophieren anregen oder sich schlichtweg von der breiten Maße abheben wollte. Wo es bei anderen Blockbustern keine sinnvolle Begründung für das Unheil gab (z.B. es stürzt einfach ein riesiger Brocken auf uns nieder), versucht Emmerich auch hier noch eine Geschichte zu erzählen – die mich witzigerweise ein bisschen an „Mission to Mars“ erinnert hat. Ob dies nun notwendig gewesen wäre, sei dahingestellt – aber ich fands okay. Ausbaufähig, aber in Ordnung.

Mal ganz ehrlich. Wer von „Moonfall“ tiefgreifende Konversationen oder eine in allen Bereichen nachvollziehbare Handlung erwartet hat, hat die falschen Kinotickets gelöst. Mich hat das Werk dann zwar auch erst vergleichsweise spät abgeholt, dann aber spaßig mitgerissen und mit einem guten Gefühl auf den Weg nach Hause entlassen. Ich hoffe, dass wir auch weiterhin mit solchen Spaßfilmen versorgt werden und Emmerich immer wieder neuen Ideen für eine alibihafte Rahmenhandlung findet.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

Apollo 10 ½: Eine Kindheit im Weltraumzeitalter

Inhalt

Amerika in den 60iger Jahren. Das Land ist nur in einen Vietnam-Krieg verwickelt, sondern auch voll im Weltraum-Fieber versunken. Der 19jährige Stan lebt mit seiner Familie in Houston und sein Vater arbeitet auch für die NASA. Als eines Tages zwei merkwürdige Agenten an seiner Schule auftauchen, sollte sich sein Leben alsbald gravierend verändern…

Fazit

Nicht nur aufgrund seiner bizarren Optik ist „Apollo 10 1/2“ ein ungewöhnlicher Film, sondern weil er vor allem mit einer ganz eigenen Erzählweise überraschen konnte – und mit seiner Vorschau gekonnt vom eigentlichen Thema abgelenkt hat.

Es geht hier nicht um einen Jungen, der ins All geschickt wird, vielmehr ums simple Erwachsenwerden in seltsamen Zeiten und seine Art, all die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Das Werk weißt klar biografische Züge aus und spiegelt sicherlich die Kindheit seines Autos wieder.

Der Zuschauer wurde zugebombt mit Produkten, Musik, aber auch Gebräuchen aus der damaligen Zeit, so dass man – gepaart mit der Comic-Optik – fast schon einer Reizüberflutung unterliegt. Zum Glück ist das Tempo dann stellenweise so gemächlich, dass man immer wieder Durchschnaufen und sich sortieren konnte. Es wurde fast schon zu viel reingestopft, aber im Nachgang auch irgendwo gerechtfertigt.

Klar konnte ich mich nicht zu hundertprozentig in die Figuren hineindenken, viele Passagen dennoch einwandfrei nachvollziehen. Es wurde schon recht eindrucksvoll geschildert, welche Themen die damalige Epoche geprägt haben und vor allem wie unterschiedlich die Generationen damit umgegangen sind. Tatsächlich verkam der Krieg in Vietnam zu einem leidigen Nebenthema, während die Kritik an den kostspieligen Weltraum-Experimenten zurecht kritisiert wurde.

Der Film wurde mit realen Darstellern gedreht und nachträglich zur bunten Comic-Grafik konvertiert. Das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen, obwohl mich solche Spielerein eigentlich eher abschrecken. Hier hat es gut zur Handlung gepasst und die Retro-Erzählweise prima verstärkt. Dazu kamen noch ein paar handgemalte Einspieler, die ebenfalls hervorragend mit dem Rest harmonierten und gar nicht aus dem Rahmen fielen.

„Apollo 10 1/2“ ist ein knallbunter Tripp in die Vergangenheit und damit nicht nur wegen seiner Technik ein spezieller Fall. Ich könnte mir vorstellen, dass das hiesige junge Publikum eher wenig mit dem Geschehen anfangen kann, aber zumindest interessierte aus meiner Generation dann durchaus ihre Freude haben werden. Prüft vielleicht vor dem Sichten, ob ihr irgendwie mit den Ereignissen der späten 60iger kompatibel seit und euch eine Schilderung der damaligen Kindheit Spaß machen könnte – dann erwartet euch ein tolles Filmerlebnis, dass abgesehen von ein paar kleineren Durchhängern alles richtig macht.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

The Adam Project

Inhalt

2050. Um großes Unglück zu verhindern, reist Adam in die Vergangenheit zurück und landet versehentlich im falschen Jahr. Dort trifft er auf sein jüngeres Ich und versucht gemeinsam mit ihm, die Dinge wieder ins Lot zu bringen…

Fazit

Filme über das Zeitreisen gibt es wie Sand am Meer. Auch der Ansatz mit dem Aufeinandertreffen mit der eigenen Familie ist nicht unbedingt neu und wurde seinerzeit mit „Zurück in die Zukunft“ mehr als perfektioniert. Nun schickt Netflix einen Titel mit ähnlicher Prämisse ins Rennen – und dieser kann trotz einiger netter Ansätze leider nicht vollends überzeugen.

Die Rahmenhandlung ist also nicht neu, was bei entsprechend guter Umsetzung aber locker zu verkraften gewesen wäre. Damit will ich allerdings nicht behaupten, dass „The Adam Project“ schlecht gewesen wäre, vielmehr, dass er gehörig Potential auf der Strecke gelassen hat und in vielen Momenten zu stark auf „Nummer sicher“ gesetzt hat.

Der Film war ordentliche Familienunterhaltung, aber insgesamt arg harmlos und seicht gestrickt. Die schön choreografierten Actionszenen waren optisch ein echter Hingucker, von der Härte hingegen ziemlich lasch. Auch bei den Gags hatte man immer wieder das Gefühl, dass man mehr machen, jedoch weniger umsetzen durfte.

Wie es zu vermuten war, hat man viele Elemente schon einmal gesehen oder konnte deren Ausgang recht einfach vorhersehen. Man versuchte erst gar nicht ein komplexes Konstrukt zu errichten und setzte klar auf Popcorn-Unterhaltung, was immerhin über weite Strecken auch recht gut funktionierte. Man konnte den Kopf ausschalten und sich leichtgängig bespaßen lassen.

Rynolds hat seine Sache gewohnt gut und mit seiner bekannt-sympathischen Art erledigt. Sein jüngeres Ego hat ihn dabei prima ergänzt und für echt witzige Momente gesorgt. Die Chemie der Beiden hat gepasst und hätte auch in anderer Film-Konstellation super funktioniert. Mit Zoe Saldana, Jennifer Garner und Mark Ruffalo konnte man zudem ein paar etablierte Stars für brauchbare Nebenrollen engagieren.

Ich habe es schon oft geschrieben und kann es hier wiederholen. Im Kino hätte man sich sicherlich etwas über die Qualität des von „The Adam Project“ geärgert, doch bei Netflix drückt man ein Auge zu. Man erhält einen soliden Streifen ohne echte Highlights, aber glücklicherweise auch ohne Durchhänger oder Showstopper. Alles nicht wirklich aufregend, immerhin kurzweilig und zuweilen sogar recht spaßig. Ordentliche Hausmannskost und ein prima Snack für Zwischendurch.

7/10

Fotocopyright: Netflix

LEGO 75326 Star Wars Boba Fetts Thronsaal

Schon lange habe ich mir den Palast von Jabba aus Klemmbausteinen gewünscht, war aber nie bereit die zum Teil utopischen Preise dafür zu bezahlen. Mit der Modellnummer 75326 haben die Dänen nun eine neue Variante hiervon im Sortiment und ich konnte nun günstig (ohne Figuren) bei einem Online-Auktionshaus zuschlagen.

Die knapp 100 Euro Listenpreis wären mir für knapp eine Stunde Bauspaß (und eben der Figuren) zu teuer gewesen, doch für knapp 35 Euro (wie gesagt ohne Figuren) geht das Set in Ordnung. Möglicherweise werde ich es in Zukunft auch etwas erweitern, beispielsweise eine Feldformation darunter bauen, so dass die Höhle des Rancor sichtbar wird.

LEGO, Star Wars, etc. sind eingetragene Marken.

Fotocopyright: hard-boiled-movies.de

Transcendence

Inhalt

Eine Forschungsgruppe steht kurz vor dem Durchbruch in Sachen künstlicher Intelligenz. Bevor ihre Supercomputer jedoch ans Netz gehen, werden diverse Anschläge verübt und einer der führenden Köpfe tödlich verwundet. Um das Projekt nicht vollständig scheitern zu lassen, lässt der Sterbende sein Bewusstsein in den Rechner übertragen…

Fazit

Gerade von Johnny Depp haben wir ja schon so einige Filme mit ungewöhnlichen Thematiken oder zumindest etwas ungewöhnlicher Inszenierung erlebt – doch was er uns damals mit „Transcendence“ abgeliefert hat, war schon eine Sache für sich. Grundsätzlich war der Ansatz des Vorhabens nicht verkehrt und eine gewisse Gesellschaftskritik durchaus herauszulesen, doch irgendwie wollte das Ding nicht zünden. Selbst mit nunmehr einigen Jahren Abstand konnte ich – nicht nur aufgrund kleinerer fachlicher Ungereimtheiten – nicht vollends im Szenario abtauchen und noch immer keine echte Empfehlung aussprechen.

Handwerklich war der Streifen gut gemacht. Effekte und Ausstattung schauen heute noch hübsch aus, Details wie Bildschirme, Tablets und Ähnliches wirken nicht veraltet. Auch die Darsteller, besonders Depp haben ihre Sache gut gemacht und gaben keinen Grund zur Klage. Man gab das Beste, was das zuweilen arg verquere Setting zugelassen hat und verlieh dem Ganzen immerhin diesbezüglich einen hochwertigen Anstrich.

Stolpern tat das Werk dann aber über seine Story. Was im Ansatz noch interessant und durchaus diskussionswürdig erschien, driftete mit fortlaufender Spielzeit immer mehr ins Überzogene ab. Man überdehnte gute Ideen und kam an Ende auch nur noch sehr dürftig und vergleichsweise hausbacken aus der Sache heraus. Alles entwickelte sich wie erwartet, um dann mit einem altbewährten Kniff zusammenzubrechen und uns irgendwie nicht zufriedenstellen wollte. Moralische Twists hin oder her.

Ich vermag nicht zu sagen, ob die Macher nun zu viel gewollt oder sich schlichtweg in ihrer Idee verrannt haben – aber unterm Strich bot mir „Transcendence“ nur halbgare Kost, die an manchen Stellen über das Ziel hinausgeschossen ist und am Rande der Glaubwürdigkeit kratzte. Viele Patzer wären im Anbetracht der launigen Unterhaltung sicherlich in Kauf zu nehmen, doch nach einem spannenden Auftakt plätscherte das Treiben einfach zu oft vor sich her. Für mich leider nur ein durchschnittliches Werk.

5,5/10

Fotocopyright: Tobis (Universal Pictures)

How to Talk to Girls at Parties

Inhalt

London im Jahr 1977. Enn und seine Kumpels sind Punks und lieben das unkonventionelle Leben mit wilden Partys und Musik. Eines Tages landet die Truppe jedoch auf seiner seltsamen Veranstaltung mit noch seltsameren Gestalten. Dort lernt unser Hauptprotagonist die bezaubernde Zen kennen und bizarre Stunden stehen dem jungen Glück bevor…

Fazit

Als Filmfan hat man über die Jahre schon sehr viel seltsames Bildmaterial zu Gesicht bekommen und wird durch so manch selbst ernanntes Kunstwerk kaum noch sonderlich beeindruckt. „How to Talk to Girls at Parties“ trägt allerdings nicht nur einen ungewöhnlichen Titel, sondern liefert uns hier ein Erlebnis, dass ich selbst beim nachträglichen Verfassen dieses Textes noch nicht ganz im Kopf sortieren konnte.

Im Nachhinein kann man über das Werk eigentlich sagen was man möchte, doch die tolle Atmosphäre und das launige Punk-Setting werden sicherlich im Gedächtnis bleiben. Der Film lebt von seinem Charme, der über so manch Kante mit einem Lächeln hinwegschauen lässt und irgendwie versöhnlich stimmte.

Durch seine schrägen Figuren und seinen unkonventionelle Handlung baut das Geschehen eine gewisse Spannung auf, die bis zum bitteren Ende nicht abreißt. Man kann sich zwar nicht sonderlich gut in alle Figuren hineindenken, jedoch wunderbar mit ihnen mitfiebern und sich über den weiteren Verlauf der Geschichte freuen. Man konnte die nächsten Schritte so schlecht vorausahnen, so dass man erst recht vor Schirm verweilt und sich einfach mal überraschen ließ.

Die Darsteller waren durch die Bank weg symphytisch und gaben Ihr Bestes. Neben den tollen Jungstarts wie Elle Fanning und Alex Sharp, trumpfte vor allem eine grandiose Nicole Kidman als Altpunkerin mit Herz auf. Es war schön, dass sich ein so großer Name noch für so kleine und recht verquere Produktionen engagiert und dann so toll performt.

Die Inszenierung lag sicherlich nicht auf höchsten Hollywood-Niveau, trug aber eine schöne Handschrift mit interessanten Kameraperspektiven und einem kultigen Soundtrack. Darüber hinaus ließ sich eine gewisse Erotik bei Kostümen und manch kleinerer Szene nicht verleugnen.

So Alles in Allem, hat „How to Talk to Girls at Parties“ zumindest in gewissen Kreisen durchaus das Zeug zum Kultfilm. Figuren, Setting, Musik und so manch Passage brannten sich ganz ordentlich im Bewusstsein ein, auch wenn ich zumindest aktuell noch keine höhere Bewertung für das Gesamtkonstrukt abgeben möchte. Der allerletzte Kick hat noch gefehlt, doch zu weiteren Sichtungen wäre ich absolut bereit. Wer auf etwas andere Liebesfilme steht und idealerweise eine Schwäche für das Punktum der 70iger hat, sollte unbedingt mal reinschauen.

7,5/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

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