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Schlagwort: RPG

NieR Replicant ver.1.22474487139

Inhalt

Ihr schlüpft in die Rolle eines jungen Helden, der alles daran setzt, um seine Schwester von der ominösen Runenkrankheit zu befreien. Dabei folgt ihr jeder noch so kleinen Spur nach einem Heilmittel und bestreitet große Abenteuer…

Gameplay

„Nier“ lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. Im Rahmen eines 3D-Action-Adventures schlummern verschiedene Genres wie Rollenspiel, Text-Adventure, oder 2D-Plattformer. Manchmal fühlt es sich mit isometrischer Perspektive auch wie ein „Diablo“ an. Das wirkt frisch und spielt sich angenehm, da die Nebenelemente nie allzu lang das Geschehen dominieren und immer wieder als kleine Abwechslung dienen.

Die Welt wirkt auf den ersten Blick recht groß und erfordert etwas Orientierung – doch bald stellt man fest, dass alles im Grunde ziemlich überschaubar ist und nicht mit Rollenspiel-Schwergewichten ala „Xenoblade“ verglichen werden kann. Da sich viele Wege ständig wiederholen, lernt man die Umgebung ausgiebig kennen und navigiert bald blind von Ort zu Ort.

Manchmal hat mich das Reisen schon etwas genervt, doch ich glaube, das hierdurch die Bindung zu den einzelnen Lokationen besser gestärkt wurde. Bei späteren Aufträge wusste man immer ungefähr, welche Abzweigung nun eine Rolle spielen könnte und stand nicht vollends auf dem Schlauch. Allgemein spielte sich das Game aber sehr gradlinig und man wusste eigentlich immer, wohin die Reise als Nächstes geht.

Das Kampfsystem ist simpel, aber spaßig. In bester Hack`n Slah Manier geht es auf die Feinde los und Magieattacken oder Ausweichmanöver gehen angenehm flott von der Hand. Die Kamera stört zwar hier und da, kann aber relativ schnell nachjustiert werden. Etwas unausgewogen jedoch das Waffenhandling bzw. Fakt, dass man sich eine der stärksten Schwester im Prinzip schon zu Beginn erwerben kann. Hier ist nur minimales Grinden nötig und schon hat man keine weiteren Invests mehr zu tätigen. Erst zum Finale gibt es dann eine minimal stärkere Waffe.

Spielzeit

Spielzeit ist bei „Nier“ ein großes Thema. Da man beim ersten Durchgang noch nicht alle Aspekte der Story vermittelt bekommt, lohnt ein erneutes Abenteuer. Für das erste Ende habe ich ohne viele Neben-Quests etwa 12,5 Stunden gebraucht – die (abgesehen von den Laufwegen) eigentlich immer schön kurzweilig und ereignisreich bestückt waren. Sicherlich werde ich mich irgendwann wieder an das Projekt wagen und schauen, welche verborgenen Details noch zu erblicken sind.

Präsentation

Grafisch wurde die 2021er Variante gegenüber den etwas klobigen Original deutlich aufgehübscht, doch auf der Höhe der Zeit befindet sich das Geschehen trotzdem nur in wenigen Momenten. Die Hauptcharaktere schauen zum Teil wirklich fantastisch aus, Nebenfiguren eher detailarm und langweilig. Einige Landschaften bieten enormen Weitblick und tolle Architektur, manchmal erleben wir Matschtexturen aus der vorletzten Konsolengeneration. Letztlich überzeugt das grandiose Art-Design, welches mich seinerzeit überhaupt auf das Produkt aufmerksam gemacht hat.

Der eh schon atemberaubende Soundtrack wurde ebenfalls überarbeitet und geht noch immer perfekt ins Ohr. Er trägt einen großen Teil zum Feeling bei und wird trotz wiederholender Melodien niemals nervig oder öde. Er unterstützt hervorragend die Gefühlslagen der jeweiligen Situation – verstärkt Trauer oder peitscht zum Kampfe an.

Die tolle Sprachausgabe erlebt ihr auf englisch oder japanisch, dazu gibt es gute deutsche Untertitel.

Komfortfunktionen

Dieser Punkt ist etwas ungewöhnlich, doch ich möchte ihn dennoch erwähnen. Zwar haben die Macher wohl bewusst auf manche Dinge verzichtet (Schnellreise), doch an anderer Stelle an Anfänger/Grinder gedacht. So kann man beispielsweise auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad eine „automatische Kampffunktion“ aktivieren, die fast schon einem „God-Mode“ ähnelt. Hier kann die KI auf Wunsch automatisch ausweichen oder gar komplette Kämpfe in Eigenregie für den Spieler übernehmen. Hierdurch machen gerade die opulenten Bosskämpfe weniger Spaß, doch beim stumpfen Beseitigen von Standard-Gegnern kann das eine echte Erleichterung sein.

Positiv:

  • geniales Art-Design
  • bombastischer Soundtrack
  • tolles Setting
  • charismatische Hauptfiguren
  • gutes Story-Telling
  • Motivation zum mehrmaligen Durchspielen
  • verschiedene Zeitebenen
  • eingängiges Kampfsystem
  • Emil

Neutral:

  • teils nervige Laufwege
  • keine brauchbare Schnellreisefunktion (die ab dem zweiten Akt verfügbar ist)
  • wenig Gegnervarianten (allerdings begründet)
  • wenig Rollenspielaspekte

Negativ:

  • teilweise unübersichtliche Kameraführung
  • Grafik stellenweise altbacken

Fazit

An das geniale „Nier Automata“ (10 von 10) kommt der Vorgänger selbst in seiner ordentlich aufpolierten Version zwar nicht heran, doch ein tolles Spiel ist es trotzdem noch immer.

Damals war es mir auf der PS3 noch etwas zu sperrig, doch mittlerweile lässt es sich wesentlich zeitgemäßer und mit diversen Komfortfunktionen prima zocken. Sicherlich hätte ich mir hin und wieder eine vernünftige Schnellreise gewünscht, doch im Nachhinein waren die Wege insgesamt verkraftbar und die Welt gar nicht so umfangreich gestrickt.

Das abwechslungsreiche Gameplay überrascht immer wieder mit witzigen Ideen und wilden Genrewechseln, die überraschend gut funktionierten. Einige Szenarien (u.A. Horror-Villa ala „Resident Evil“) und Aufgaben („Finde den Postboten“) haben nachhaltigen Eindruck hinterlassen und gerne denkt man daran zurück.

Ich konnte jedenfalls prima in der toll gestalteten Welt von „Nier“ abtauchen, habe die Hauptfiguren schnell ins Herz geschlossen und bei mancher Zwischensequenz richtig mitgefiebert. Das schafft nicht jedes Spiel und so gibt es eine klare Empfehlung.

Gezockt habe ich die Playstation 4-Version auf der Playstation 5 und mir sind keine gravierenden Bugs aufgefallen. Auch gab es keinerlei Abstürze.

Grafik: 7,5/10
Sound: 9,5/10
Gameplay: 8,5/10
Gesamt: 8,5/10

Fotocopyright: Square Enix

Cyberpunk 2077 (XBOX Series X)

Einleitung

Aufgrund der ausufernden Diskussionen, muss ich diesen Test mit einer kleinen Einleitung versehen. Zum aktuellen Zeitpunkt (22.12.2020) läuft „Cyberpunk 2077“ trotz etlicher Verschiebungen leider alles andere als rund und die Warnungen bei Verwendung von älteren Konsolen (PS4, XBOX One) sind wohl ernst zu nehmen. Ich habe die normale XBOX One Version auf der leistungsstarken XBOX Series X gespielt und während des gesamten Durchgangs keinerlei Abstürze – dafür aber sehr viele Bugs und Glitches – erlebt. Aufploppende Figuren, schwebende Gegenstände oder kleinere Ruckler waren zum Glück keine Showstooper und die Hauptkampagne konnte problemlos absolviert werden. Haltet euch bei Interesse bitte stets auf den üblichen Seiten auf dem Laufenden – und wartet vielleicht noch ein paar weitere Monate, bis der lohnenswerte Titel annähernd perfekt spielbar ist.

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle von Charakter „V“ – der entweder männlich oder weiblich daher kommt. Mit kleineren Aufträgen in Night City versucht man als Söldner aufzusteigen und wird dabei in allerlei verworrene Geschichten hinein gezogen…

Gameplay

„Cyberpunk 2077“ ist ein Open-World RPG, welches in der Ego-Perspektive (beim Fahren idealerweise in der Third-Person-Sicht) erkundet wird. Neben einer spannend geschriebenen Hauptgeschichte gibt es viele Nebenmissionen, welche nicht nur sinnfrei die Spielzeit strecken, sondern einige echt abgefahrene Handlungen erzählen.

Der Rollenspielanteil beschränkt sich nicht nur auf die optische Gestaltung der Hauptfigur, sondern bietet neben Ausrüstungsverwaltung auch ausbaufähige Talentbäume. Das Ganze kommt allerdings eher Alibi-mäßig daher, denn die Aufrüstmöglichkeiten machen nicht unbedingt Sinn bzw. zeigen nicht unmittelbar eine krasse Wirkung. So findet man stets bessere Gegenstände und wird gar nicht zum Upgrade Vorhandener genötigt.

Unterwegs erhält man vielerlei Waffen, deren Einsammeln die Übersicht im Inventar leider nicht erleichtern. So kann man beispielsweise nicht nur einfach die Munition aufnehmen, sondern stets die ganze Knarre. Die landet dann gefühlt 20 mal im Rucksack und muss bei aufgebrauchten Patronen jedes Mal umständlich gewechselt werden. Man kann die selbe Waffe also nicht einmal in der Hand behalten und lediglich nachladen (außer man hat einzelne Munition gefunden) – man muss immer wieder ins Inventar und das andre Eisen auswählen und im Schnellzugriff ablegen. Hält bei hitzigen Gefechten leider unnötig auf.

Erwähnen sollte man vielleicht auch die bis dato schlecht ausbalancierte Waffen-Balance. Nahkampfwaffen wie Schwerter sind recht stark und oftmals genügt es einfach wahllos in die Gegner hineinzurennen und diese aus nächster Nähe niederzumetzeln. Gerade bei den Zwischenbossen ist diese simple Taktik sinnvoller als langwieriges Ausweichen und gezieltes Befeuern.

Spielzeit und Steuerung

Für den ersten Durchgang (Storyline: Streetkid) habe ich rund 20 Stunden benötigt und mich dabei fast ausschließlich auf die Hauptstory konzentriert. Dank übersichtlicher Aufgabenstellung, integriertem Navi und Schnellreise-Funktion kam man jedes Mal gut voran.

Man kann zu Beginn zwischen drei Hintergrundstories wählen, doch deren Fäden laufen wohl schon nach kurzer Zeit zusammen und variieren nicht allzu stark.

Die Steuerung war genreüblich und nicht allzu überfrachtet. Sie geht nach kurzer Zeit gut von der Hand und zur Not werden die wichtigsten Funktionen stets am Bildschirmrand eingeblendet.

Präsentation

Auf der XBOX Series X (normale XBOX One-Version, ohne Next-Gen Update) schaut das Geschehen – für ein Open-World Spiel – stellenweise atemberaubend und unglaublich atomsphärisch aus. Die Stadt ist dicht bevölkert, regen prasselt realistisch auf uns nieder und kleine Details wie Bildschirme oder lustige Werbeanzeigen gibt es ohne Ende. Alles wirkt stimmig, reif und perfekt aufs Hauptthema bezogen.

Die Figuren wurden toll designt und umgesetzt. Eher selten wiederholen sich Gesichter auf der Straße und deren Animationen sind (abgesehen von ein paar kleineren Clipping-Fehlern) absolut gelungen. Manchmal erwischte man sich einfach beim Beobachten der Passanten. Selten war eine Welt lebendiger, glaubhafter, interessanter.

Die Sprachausgabe wurde komplett auf deutsch vertont und bietet teils bekannte Sprecher, die ihren Job erwartungsgemäß gut machten. Mit der richtigen Anlage (oder dem richtigen Headset) klingen auch die Waffen-Sounds übertrieben genial und die Mucke während den Gefechten treibt perfekt voran.

Positiv:

  • spannende Geschichte
  • originelles Setting
  • tolle Figuren
  • herausragende Präsentation
  • sehenswerte Script-Momente
  • ausgewogener Schwierigkeitsgrad
  • Keanu Reeves

Neutral:

  • überschaubare Spielzeit (Hauptquest)
  • unübersichtliches Inventarsystem

Negativ:

  • viele Bugs & Glitches
  • Performanceprobleme
  • zu starke Nahkampfwaffen

Fazit

Es war klar, dass die Erwartungen nach der „Witcher“-Reihe und der ewig langen Entwicklungszeit enorm und kaum zu befriedigen waren. Ich ließ mich erst auf der Zielgeraden etwas vom Hype packen und freute mich über den vorweihnachtlichen Release, der mir trotz diverser Fehler jede Menge Spaß bereitete.

„Cyberpunk 2077“ ist sicherlich nicht perfekt, aber extrem immersiv gestaltet und packend erzählt. Es gab kaum Längen und der rote Faden ging trotz Erkundung der fantastischen, weitläufigen Areale nie verloren. Viele Charaktere wuchsen innerhalb kürzester Zeit ans Herz und deren Verlust war schon sehr traurig.

Alles präsentierte sich in einer famosen Optik, die man sonst eher aus weniger komplexen Titeln kennt und selbst in der Non-Next-Gen Variante schon ordentlich ihre Muckies spielen lässt. Natürlich stolpert man auch hier über grobe Texturen oder nachladende Gegenstände und Details – am exzellenten Gesamtbild ändert dies jedoch nichts.

Derzeit muss wohl leider eine Warnung vor dem Kauf ausgesprochen werden, doch selbst im jetzigen Zustand ist es für mich eines der Spiele des Jahres geworden. Hoffentlich werden die angekündigten Groß-Updates (Januar + Februar 2021) eingehalten und für leidensfähigen Fans vielleicht noch ein paar neue Storyinhalten als Wiedergutmachung rausgehauen.

Grafik: 9/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 8,5/10
Gesamt: 9/10

Fotocopyright: CD PROJEKT RED

XBOX, Series X, Witcher, Cyberpunk, etc. sind eingetragene Marken.

Trials Of Mana (Nintendo Switch)

Inhalt

Die Macht des Mana-Baums ist geschwächt und dunkle Wesen wollen über die Welt herziehen. Der Spieler steuert eine Gruppe von drei Gefährten, um dies zu verhindern…

Einleitung

Nach einer spaßigen Demo war die Vorfreude auf „Trials Of Mana“ wirklich riesig. Da einige Tage zuvor das Remake von „Final Fantasy 7“ erschien, musste dies natürlich schnell beendet werden, um endlich in den Genuss der Vollversion zu kommen. Es wäre vermessen, diesen Titel mit einem gigantischen Produkt aus dem Hause Square zu vergleichen – doch letztlich kommt es nur auf den Spielspaß an und der ist bei „Trials“ leider nicht so hoch, wie gewünscht.

Gameplay & Kampfsystem

Zu Beginn wählt der Spieler drei unterschiedliche Charaktere, die ihn auf seine Reise begleiten werden. Startet man Anfangs noch allein, gesellt sich der ausgewählte Rest innerhalb der ersten Spielstunde hinzu und bleibt bis zum bitteren Ende der Truppe treu. Sie haben unterschiedliche Motivationen, die man in kurzen (auf Wunsch auch spielbaren) Rückblenden erfährt.

Im Gegensatz zur Vorlage steuert man die Helden durch eine dreidimensionale Umgebung. Die Gegner sind meistens sichtbar und bei einem Aufeinandertreffen kommt es zum Gefecht. Dieses findet auf einem abgegrenzten Bereich, aber in Echtzeit statt. Angegriffen wird per simplen Tastendruck, idealerweise mit unterschiedlichen Kombos. Ist eine spezielle Leiste aufgeladen, kann eine Sonderattacke ausgeführt werden. Viel Varianz bringt dieses System nicht und die tumbem Mitstreiter luden selten zu flüssigen Schlachten ein. Auf der Reise standen sie oft im Weg (oder blieben hängen), im Kampf verwendeten sie meist nur Standardattacken, obwohl deren Leiste aufgefüllt war. Immerhin konnte der Spieler (ähnlich wie zuletzt bei Final Fantasy) schnell zwischen den Figuren hin- und her wechseln.

Präsentation

Die 3D-Grafik ist zweckmäßig, mehr aber auch nicht. Selbst die Switch ist zu Besserem im Stande, streng genommen sollte allerdings der Spielspaß deutlicher im Vordergrund stehen.

Städte und einige Landschaften waren vom Stil her schön gestaltet, in den Details häufig weniger ausgearbeitet. Grobe Texturen und ständig wiederholende Feinde standen einer immerhin überwiegend flüssigen Bildrate gegenüber. Die Figuren waren weitestgehend sauber gezeichnet und sahen in den Großaufnahmen doch relativ hübsch aus.

Der Sound war grundsätzlich in Ordnung, nervte jedoch mit ständiger Wiederholung bei Dialogen (im Kampf) und Musik. Das Gedudel musste irgendwann leiser gestellt werden, da ich die gleichen Stücke einfach nicht mehr hören konnte. Passiert mir eigentlich eher selten, war hier ein erwähnenswerter Punkt.

Spielzeit & Spielspaß

Nach rund 15 Stunden habe ich den Abspann über den Bildschirm flackern sehen und war irgendwo sehr erleichtert. Weniger weil mich das Spiel so begeistert hat und eine Reise zu Ende gegangen ist, vielmehr weil ich mein investiertes Geld wenigstens in einen Titel gesteckt habe – den ich auch zu Ende gespielt habe.

Backtracking und Eintönigkeit waren hier oftmals die Worte der Stunde. Nicht nur am Ende, besonders auch im Mittelteil fühlte sich das Geschehen stets unangenehm gestreckt an. Viele Lokationen mussten vom Anfang bis zum Ende, dann wieder bis zum Anfang durchschritten werden. Es gab zwar auch Seile, die einen vorzeitig aus dem Dungeon holten – jedoch musste man diese erst einmal haben oder man wollte auf das Aufleveln nicht verzichten.

Stellenweise war „Trials“ sehr ermüdend und man musste sich selbst zum Weiterspielen überreden. Ständig die gleichen Gegnertypen und gleich verlaufende Duelle zerrten an den Nerven. Die Endbosse brachten im Grunde nur eine optische Abwechslung, vom Gameplay her reduzierte sich das Meiste nur aufs „Draufkloppen“. Die Kämpfe dauerten manchmal gefühlt endlose Minuten und boten keine Höhepunkte, wie Transformationen oder Ähnliches. Immer galt es draufzuhauen, bestenfalls ein paar Energiequellen zu zerstören und sich wieder auf den Bösewicht zu konzentrieren.

Das Endgame würde ich fast als Frechheit bezeichnen, denn es zog sich extrem in die Länge. Die Wiederverwertung alter Endbosse mag gerade noch so als Hommage an geschätzte Klassiker (u.A. „Illusion of Time“) durchgehen, die langen Laufwege und aufgezwungenen Gegnerhorden wären schon damals nicht zeitgemäß gewesen. Das kratzt gehörig am Klassiker-Bonus, vom dem man doch hier ohne Ende zerrt.

Fazit

Obwohl ich viel zu kritisieren habe, ist der Titel nicht schlecht. Die Demo hatte mich allerdings mit Ihren rund zwei Stunden viel zu sehr gehr gehypt und so abwechslungsreich wie erhofft war das Endprodukt einfach nicht. Unterhaltsame Stunden standen vielerlei Wiederholung und ermüdenden Gefechten gegenüber. Ich bin froh das Spiel endlich bewältigt zu haben, aber für die nächsten Jahre landet es erst einmal im Regal. Nach dem „Secret of Mana“-Debakel ist die Neuauflage von „Trials of Mana“ zwar besser, aber leider nicht das Gelbe vom Ei – gerade wo es auf der Switch Hochkaräter wie „Xenoblade Chronicles 2“ gibt und dessen genialer erster Streich auch bald wiederveröffentlicht wird.

Grafik: 6,5/10
Sound: 6/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Square Enix

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Trials of Mana [Nintendo Switch]

Trials of Mana [Playstation 4]

Final Fantasy 7 Remake (PS4)

Inhalt

Unter dem Deckmantel einer fürsorglichen Firma, steuert Shinra die Geschicke auf Midgard. Einer ihrer ehemaligen Elitesoldaten schließt sich der Widerstandsgruppe „Avalanche“ an und möchte die finsteren Machenschaften seines alten Arbeitgebers endlich offen legen…

Einleitung

Seit Release im Jahre 1997 gehört „Final Fantasy 7“ zu meinen absoluten Favoriten. Erst auf der Playstation, später auch auf dem PC habe ich Cloud und seine Kollegen auf seine epische Reise begleitet und wurde immer wieder in den Bann gezogen. Mit Skepsis habe ich die Entwicklung des Remakes über die letzten Jahre hin begleitet, war jedoch bis zu dessen Veröffentlichung noch nicht richtig angefixt. Trotzdem habe ich direkt zugeschlagen – und bin im Nachhinein sehr zufrieden mit dieser Entscheidung.

Präsentation

Ausnahmsweise beginne ich meine Besprechung mit der Präsentation, obwohl diese bei den meisten Titeln gegenüber der Spielbarkeit eine untergeordnete Rolle spielt. Bei FF7 jedoch springt die opulente Optik sofort ins Auge und der Zuschauer denkt, eine neue Konsolengeneration vor sich zu haben. Figuren und Animationen bewegen sich auf dem Niveau, welches wir sonst nur aus vorgerenderten Zwischensequenzen kennen. Die Kulissen sind detailreich und der Weitblick enorm. Manchmal vergisst man förmlich den Controller in die Hand zu nehmen, da man sich noch in einem Video glaubt und geistig noch gar nicht auf Aktion eingestellt ist.

Kleinere Abzüge gibt es hingegen für ein paar grobkörnige Texturen oder nahezu einfarbige Türen, die aus der fabelhaften Traumwelt reißen. Zum Glück sind diese Momente eher selten und der positive Eindruck überwiegt.

Der Soundtrack verdient ebenfalls besonders Lob, denn die altbekannten Tracks wurden liebevoll aufbereitet und besitzen hohen Wiedererkennungs- und „Mitsumm“-Wert. Die tolle deutsche Synchronisation ist beachtlich und nicht unbedingt selbstverständlich. Bekannte Sprecher verleihen den ehemals stummen Figuren ein tolles Sprachrohr und leisten sich keine Patzer.

Gameplay und Spielzeit

Für den ersten Durchgang habe ich 24 Stunden und 4 Minuten benötigt. Dabei habe ich mich hauptsächlich auf die Hauptstory konzentriert und relativ wenig an Nebenaufgaben erledigt. Nur selten waren diese für den Fortgang zwingend notwendig und die Belohnungen hielten sich zudem in Grenzen. Da sich einige Abschnitte sowieso schon ein wenig in die Länge gezerrt anfühlten, habe ich auf die Nebenschauplätze zudem gut verzichten können.

Der Schwierigkeitsgrad war selbst in normal recht einfach beherrschbar, erst im letzten Drittel zog das Niveau gelegentlich an. Gegen Ende kamen tatsächlich Bosse, bei denen ich einen Recken wiederbeleben musste und die üppig vorhandenen Heiltränke häufiger eingesetzt werden mussten. Bei einem Zwischenboss habe ich gar 3-4 Ansätze gebraucht, der Ober-Endboss war dagegen wieder sehr einfach.

In meinen Augen hat das Verbessern der Ausrüstung spürbar wenig an meinen Figuren geändert. Statt in teure Rüstungen habe ich lieber in Heiltränke investiert und kam damit hervorragend über die Runden. Allgemein war die Auswahl bei den Händlern sehr überschaubar und das gesamte Upgrade-System eher simpel gehalten. Dies unterstreicht den Actionlastigen Touch, den der Echtzeit-Kampfmodus unterstreicht.

Eingeteilt war das Spiel in 18 Kapitel, wobei jedes Kapitel eine geschätzte Spielzeit von 1-3 Stunden mit sich brachte. Sicherlich hätte man dank bereits erwähnter Nebenaufgaben noch etwas mehr Zeit darin verbringen können, aber als grobe Hausnummer würde ich diese Einschätzung abgeben. Der letzte Akt bestand nur noch aus Kämpfen.

Die allermeisten Passagen waren recht schlauchartig aufgebaut und luden nur selten zum Verlaufen ein. Man hat eigentlich immer direkt den richtigen Weg gefunden und tappte nur selten (bei etwas ähnlich aussehenden Kulissen) im Dunkeln. Die eingebaute Karte war schlicht, half aber bei der Orientierung. Ein echtes Navi (wie beispielsweise in „The Witcher 3“) hätte es wohl zu einfach gemacht.

Backtracking war vorhanden, hielt sich aber im Rahmen. Hin und wieder mussten bereits erkundete Gebiete erneut ausgesucht werden, meist jedoch mit ordentlichen Abkürzungen verbunden. Hat insgesamt nicht gestört.

Nerviger hingegen einige spürbare Streckungen und das wiederholte Verwenden von kleineren Knobelaufgaben. Kräne und Pumpen haben mir fast graue Haare, aberwitzige Tanzeinlagen hingegen viel Freude bereitet.

Das Kampfsystem

Rundenbasierende Schlachten mussten Kämpfe in Echtzeit weichen. Nach kurzer Eingewöhnung gehen die temporeichen Gefechte super von der Hand und letztlich war die Entscheidung hierfür aus meiner Sicht richtig. Sie verleihen dem Spiel Dynamik und gewähren insbesondere bei zeitkritischen Szenen ein besseres Handling. Man hat jederzeit die perfekte Kontrolle und das fliessende Umschalten zwischen den Charakteren funktioniert tadellos. Um ehrlich zu sein, habe ich das ausgiebige „Switchen“ erst im letzten Drittel so richtig verwendet, aber dann war es inmitten hitzigerer Duelle auch unabdingbar geworden. Wenn tolle Angriffsketten gelingen, lacht das Herz und trotz ihrer Gleichförmigkeit motivierte dies immer wieder aufs Neue. Die Esper-Animationen waren nicht mehr so lang, wie beim Original und immer wieder eine optisch eindrucksvolle Freude.

Fazit

Der episodenhafte Aufbau sorgte für Unmut und selbst bei mir im Nachhinein noch für leichte Bauchschmerzen. Der Zeitpunkt des Absprungs bzw. das kleine Finale hat zwar überaus gut gefallen, jedoch bleibt im Kopf die Unsicherheit über den Fortgang. Ich gehe schon von weiteren Episoden aus, habe aber Angst, dass es ewig lang dauern wird und der bisherige Inhalt bis dahin in Vergessenheit geraten ist.

Allen Unkenrufen zum Trotz ist „Final Fantasy 7“ ein absolutes Meisterwerk geworden und gehört in jede Sammlung. Präsentation und Spielbarkeit sind auf höchsten Niveau und motivieren bis zum Schluss. Der Titel erinnert mich irgendwie an „The Last of Us“, der zum Ende der vorherigen Konsolengeneration auch nochmal alles aus den betagten Maschinen herausgeholt hat. Ich hoffe inständig auf Fortführung – und dass alle Tugenden der Neuauflage weiterhin beibehalten und vielleicht noch ausgebaut werden. Ein kleinwenig Luft nach Oben ist gegeben. Das Ende der bisherigen Reise ist versöhnlich und macht Appetit auf Mehr. Danke Square!

Grafik: 9,5/10
Sound: 9/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 9,5/10

Fotocopyright: Square

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To The Moon (PC, Nintendo Switch)

Inhalt:

Ein alter Mann liegt im Sterben und wird von zwei Wissenschaftlern besucht. Vor seinem letzten Ganz „klinken“ sie sich in sein Hirn ein und wollen seine Erinnerungen zum Positiven verändern…

Fazit:

Schon seinerzeit auf dem PC mit gewissen Kultstatus behaftet, besteht mittlerweile auch die Möglichkeit dieses ungewöhnliche Werk auf der Switch nachzuholen. Die Pixeloptik war schon damals eher zweckdienlich, als ein Hingucker – eigentliches Highlight ist das starke Storytelling, welches die Jahre unbeschadet überstanden hat.

Mit heutigen Worten würde man „To The Moon“ bestenfalls als „Walking-Simulator“ umschreiben. Die Interaktivität ist eher gering und sterben unmöglich. Ein paar simple Zwischenspiele sind nicht als ernsthafte Herausforderung zu betrachten, bringen den Spieler jedoch zur näheren Betrachtung von relevanten Details. Die Steuerung ist einfach, wie eingänglich, beim geringen Tempo gut berrschbar.

Ein Monster an Umfang ist „To The Moon“ sicherlich nicht, dennoch fühlen sich einige Passagen künstlich gestreckt an. Mag wahrscheinlich an machen wiederkehrenden Aufgaben liegen, verliert den Spieler glücklicherweise trotzdem nie. Die Geschichte bleibt durchwegs spannend und das Finale will unbedingt erlebt werden.

Eine packende Handlung, ein sympathisches Setting und ganz viel Herz machen „To The Moon“ zu einem kleinen Ausnahmetitel, bei dem über mangelende spielerische Freiheit und (gewollt) altbackene Optik hinweg gesehen werden kann. Wer einen entspannten Titel zwischen krachenden Blockbustern sucht, sollte sich durchaus mal auf diesen Tripp in die Erinnerungen eines alten Mannes einlassen. Zu einem persönlichen Top-Hit fehlt mir einfach zu viel, aufgrund seiner liebevollen Machart bleibt dennoch ein Dauerplatz im Gedächtnis reserviert.

Grafik: 3/10
Sound: 9/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Testsystem:
AMD Ryzen 7 2700 Eight-Core CPU
AMD Radeon RX Vega
16 GB RAM
Windows 10 (64 Bit)
SteelSeries »Arctis 9X« Gaming-Headset
Installation auf SSD-Festplatte

Fotocopyright: Lace Mamba

The Witcher 3 (Nintendo Switch)

Inhalt:

Hexer Gerald ist auf der Suche nach seinem Schützling Ciri, die ihm einst vertrauensvoll zur Ausbildung anvertraut wurde. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Anti-Helden und erlebt auf seiner Reise jede Menge Abenteuer…

Fazit:

Die „Witcher“-Reihe sollte dank Buchvorlage und Netflix-Serie nicht nur Fans von Videospielen ein Begriff sein. Besonders der dritte Teil sorgte seinerzeit für eine Menge Aufmerksamkeit – und konnte die hochgesteckten Erwartungen größtenteils noch übertreffen. Ich habe den Titel samt später erschienenen DLCs damals durchgesuchtet und seit Ankündigung auf die Switch-Version hingefiebert.

Zum Spiel selbst muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Das echte Open-World Setting steht dem Titel gut und im Gegensatz zu manchen Konkurrenten geht der rote Faden nicht verloren. Man hat stets die Übersicht über seine Aufträge und das optimale „Navigationssystem“ hilft ungemein bei der Orientierung. Nie hat eine Wegfindung besser funktioniert und nie stand man vor dem Problem nicht zu wissen, was aktuell zu tun ist. Alle Rädchen laufen wunderbar ineinander und das Suchtpotential ist gewaltig. Die Story hält durchwegs bei der Stange und wurde um zwei ausgezeichnete DLCs (ebenfalls in der Switch-Version enthalten) prima erweitert.

Speziell möchte ich hier ein paar Worte zur Switch-Version verlieren – die trotz immenser Hardware-Limitierungen eine großartige Figur macht und von Patch zu Patch weiter aufgewertet wird. War die aufwändige Grafik anfangs doch recht verwaschen, hat sich das Ganze – immer gemessen an der Platform – zu einem ansehnlichen Titel entwickelt, der sowohl im Handheldmodus, als auch auf dem großen TV ziemlich schick ausschaut. Sogar ein paar tolle Lichteffekte (Sonnenstrahlen, Reflexionen, etc.) sind nicht auf der Strecke geblieben und werten die abgespeckte Optik angenehm auf. Natürlich hinkt der Vergleich beispielsweise zur PC-Version, die noch immer mit beeindruckten Modifikationen aufgehübscht wird, dennoch kann ich gut vergleichen. Ich habe den Witcher damals in den Mittagspausen auf meinem alten Gaming-Notebook durch die Lande gescheucht und was dort 720p bei mittleren Details entsprach, kann ungefähr mit der aktuellen Umsetzung verglichen werden. Ein bißchen Grob, aber keinesfalls hässlich und auf jeden Fall immer stimmig.

Frei von Abstürzen war auch die Fassung für die Switch leider nicht. Ich hatte hin und wieder einen Crash (Software wurde beendet), jedoch war die Häufigkeit nicht so oft, wie zu Anfangstagen der PC-Variante. Insgesamt war die Performance sehr gut, zumeist sehr flüssig und gelegentlich mit (nicht störenden) Nachlade-Rucklern, die meistens angenehm platziert wurden und nicht für unfaire Momente sorgten.

Die Steuerung mit den normalen JoyCons war unterwegs okay, wobei ich hier jederzeit den ProController im TV-Modus vorziehen würde. Schon am PC habe ich die Controllersteuerung gegenüber Maus und Tastatur eingetauscht und dank in etwa gleicher Belegung gab es keine Umgewöhnungsprobleme. Jeder Neuling sollte auch zügig zurecht kommen.

„Witcher 3“ ist über jeden Zweifel erhaben und definitiv eines der besten Spiele überhaupt. Musste man mit den Vorgängern noch warm werden, sprang der Funke beim dritten Streich direkt über. Über die Switch-Version gab es viele Unkenrufe, doch unterm Strich ist das Resultat mehr als beachtlich und spielerisch absolut unproblematisch geworden. Sicherlich bekommt man die Versionen für andre Konsolen oder dem PC mittlerweile für einen schmalen Taler hinterher geworfen, doch über einen Besuch von Novigrad während der Zugfahrt zur Arbeit geht einfach nichts. Wer mit grafischen Abstrichen leben kann (und idealerweise eh keinen Vergleich hat), bekommt somit auch für Nintendo Handheld ein richtig großes Abenteuer mit viel Tiefgang und erinnerungswürdigen Momenten. Das Spiel ist genial und verliert auch mit verringerten Details nichts von seiner Faszination. Unbedingte Kaufempfehlung!

Grafik: 8/10
Sound: 9/10
Gameplay: 10/10
Gesamt: 10/10

Fotocopyright: CDProjektRed