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Schlagwort: Playstation 4

The Quiet Man (Playstation 4)

Inhalt

Dane ist gehörlos und vom Leben gezeichnet. Als Kind für den Mord an seiner Mutter mit verantwortlich gemacht, wurde er oft vom Vater verdroschen. Nun arbeitet er als Schläger für einen alten Jugendfreund und räumt gewaltig in der Stadt auf…

Gameplay

„The Quiet Man“ versteht sich aus Mischung aus selbst laufenden Film- und spielbaren Actionsequenzen. Die cineastische Handlung geht nahtlos ins Kampfgeschehen über und der Spieler treibt mit kurzen Kampfeinlagen die Handlung voran bzw. triggert den nächsten Filmschnipsel herbei.

Die Interaktionsmöglichkeiten in den spielbaren Abschnitten sind gering. Man steuert seine Figur (aus der Third-Person-Perspektive) durch gradlinige und äußerst überschaubare Areale – bis der nächste Kampf mit den immer gleich designten Gegnertypen beginnt.

Es gibt Tasten für Schläge und Tritte und eine Art von Fokus, mit dem man für eine gewisse Zeit besonders intensiv auf sein gegenüber eindreschen kann. Wie sich diese Fähigkeit auflädt, habe ich nicht herausfinden können. Besonders bei den etwas schwierigeren Bosskämpfen bin ich oft – gefühlt minutenlang – um den Feind herumgelaufen, bis der unabdingbare Sonderangriff wieder möglich war.

Beim Herumtänzeln um die Gegner machten sich jedoch die Probleme mit der Kamera unangenehm bemerkbar. So erkennen wir oft gar nicht, wer noch außerhalb des Bildbereiches steht – oder wo genau sich der aktuelle Konkurrent grade befindet. Blind rennen wir in Attacken, weshalb sich größere Gefechte manchmal wie ein Glücksspiel anfühlten und regelmäßig neu gestartet werden mussten.

Gesundheitsanzeigen oder ein Radar hätten zwar aus der Immersion gerissen, wären aber hilfreiche Zusatzfeatures gewesen, die ich gerne in den spärlichen Optionen zum Aktivieren gesehen hätte. So muss man sich den Zustand seiner Figur stets ungefähr vor Augen führen und auf die Änderungen in der Optik (es wird immer farbärmer) achten.

Spielzeit

Es gibt zwei verschiedene Schwierigkeitsgrade (normal und schwer), wobei ich für Ersteren trotz einiger Ableben nur knapp über zwei Stunden benötigt habe. Sammelgegenstände oder Abzweigungen sind mir dabei nicht aufgefallen, weshalb ich nicht unbedingt von weiteren künstlichen Streckungen für Trophäen-Sammler ausgehen würde.

Präsentation

Audiovisuell hinterließ das Werk so gemischte Gefühle, wie selten ein Spiel zuvor. Während die realen Videoaufnahmen toll ausgeleuchtet und stimmig waren, ging es noch mit teils atemberaubend gut gerenderten Übergängen in eine trostlose Ingame-Grafik über. Waren stellenweise echte Aufnahmen und Zwischensequenzen kaum voneinander zu unterscheiden, ist der Schnitt ins eigentliche Treiben recht hart. Schnell fällt die schlechte Beleuchtung, fehlende Details und die immer wieder gleichen Assets in der Umgebung ins Auge.

Bei der Akustik hat man gleich gänzlich daneben gegriffen – oder meine Konsole hat gesponnen. Ich hatte diverse Einstellung in der Konsole, als auch am TV bzw. der angeschlossenen Soundbar gemacht und nur verzerrte „Gluckergeräusche“ zu hören bekommen. Klar mag das dem gehörlosen Hauptdarsteller geschuldet sein und zur Identifikation mit seinem Handicap beitragen, doch bei Videos auf Youtube habe ich zumindest klare Sprachausgabe bei den anderen Akteuren vernommen. Bei mir gab es noch nicht einmal Untertitel, obwohl sie in den Einstellungen aktiviert waren.

Ansonsten bestand die Klanguntermalung neben diesen gedampften Umgebungslauten und schemenhafter Töne lediglich aus nervigen Schrittgeräuschen und dämlichen „Klopp“-Samples bei den Schlägereien. Ich hatte ernsthaft leichte Kopfschmerzen bekommen und musste vom Headset auf die externen Speaker wechseln – und diese ordentlich leise drehen.

Positiv

  • interessantes Konzept
  • tolle Videosequenzen
  • atemberaubende Render-Übergänge

Neutral

  • kurze Spielzeit
  • simples Spielprinzip
  • immer gleiche Gegnertypen

Negativ

  • nervige Designentscheidung beim Sound
  • blasse Ingame-Grafik
  • schwammige Steuerung
  • Kameraprobleme
  • repetitiv ohne Ende

Fazit

Eigentlich haben Spiele mit innovativen Ansätzen bei mir einen gewaltigen Stein im Brett, doch nach der ersten Vorfreude kam es hier schnell zur Ernüchterung. Der Trailer versprach, was das eigentliche Ergebnis überhaupt nicht halten konnte und ließ nicht einmal im Entferntesten das arg repetitive Spielsystem erahnen.

Gegen eine kurze Spielzeit und immer gleiche Gegnermassen hätte ich eigentlich nicht viel gehabt – die fummelige Steuerung, die nervige Sounduntermalung und die enorm eingeschränkte Erkundungsfreiheit sorgten allerdings für Frust.

„The Quiet Man“ hätte eine so schöne Tech-Demo werden können und stellt sich mit einen gewaltigen Macken selbst ein Bein. Das Ganze wäre als komplett interaktiver Film wahrscheinlich ein wesentlich besseres Erlebnis geworden – denn die Kulissen, Darsteller und vor allem die Videooptik wusste uneingeschränkt zu gefallen.

Der Wertungskasten schaut wild aus, aber so ist es nun mal. Das Spiel ist in Experiment, aber kein sonderlich Gutes. Die Vorschau war mega, dem Kern ging arg schnell die Puste aus. Hoffentlich haben die Entwickler wenigstens mit gewissen technischen Aspekten für weitere Projekte etwas lernen können.

Grafik: 6/10 (InGame) 9/10 (Renderszenen)
Sound: 3/10
Gameplay: 2/10
Gesamt: 4/10

Fotocopyright: Square Enix

The Quarry (PS4)

Inhalt

Das Sommercamp ist vorbei, die Kinder sind weg und die Betreuer packen zusammen. Wegen einer Panne können sie das leere Areal jedoch noch nicht verlassen und müssen eine weitere Nacht dort verbringen. Statt großer Party, wartet allerdings etwas Anderes auf sie…

Gameplay

„The Quarry“ versteht sich als Nachfolger von „Until Dawn“ und das merkt man seinem wesentlichen Spielzügen auch an. Ihr steuert abwechselnd diverse Protagonisten aus der Third-Person-Perspektive durch die Gegend und dürft an den passenden Stellen eine Aktion per X-Taste auslösen.

Das Spiel ist sehr gradlinig, stellt keine Rätsel und verlangt lediglich bei seinen Quicktime-Events etwas Konzentration. Diese lassen sich allerdings bequem über die Einstellungen justieren und auf Wunsch sogar komplett von der Konsole übernehmen lassen.

Bei den Entscheidungen und dem Buttongehämmer hat mich jedoch gestört, dass deren Konsequenz nicht immer offenkundig abzusehen war. Natürlich wird hierdurch der Reiz des erneuten Durchackerns befeuert – doch manchmal hätte ich trotzdem ansatzweise erahnen wollen, in welche Richtung sich meine Tat auswirkt.

Spielzeit

Das Spiel gliedert sich in 10 Kapitel von unterschiedlicher Länge. Insgesamt habe ich zirka 8,5-9 Stunden mit dem Programm verbracht und danach nur einen von dutzenden Abspännen erblicken dürfen.

Präsentation

Die Präsentation hinterließ gemischte Gefühle. Ich habe dieses Spiel noch auf der PS4 gespielt und musste mit häufigen Rucklern, verspätet nachladenden Texturen, fehlender Sprachausgabe oder doppelt vorgetragenen Dialogen kämpfen. Dies riss immer mal wieder aus der Immersion, da Optik und Sound ansonsten sehr stimmig waren. Zwar wirkten die Figuren manchmal etwas „puppenartig“, aber der Gesamtlook war sehr hübsch und die deutsche Vertonung hochwertig. Besonders der metal-lastige Soundtrack konnte begeistern.

Positiv

  • entspanntes Gameplay
  • gute deutsche Vertonung
  • toller Soundtrack
  • viele verschiedene Enden
  • ordentliche Spielzeit

Neutral

  • stereotype Figuren
  • Kapitelqualität schwankte

Negativ

  • keinerlei Jumpscares
  • keinerlei Rätsel
  • ausgelutschtes Szenario
  • technische Probleme (PS4)
  • Konsequenzen ließen sich nicht immer abschätzen

Fazit

Wer „Until Dawn“ oder die „Man of Medan“-Reihe mochte, wird mit „The Quarry“ trotz technischer Macken und austauschbarer Handlung seinen Spaß haben. Alles fühlte sich angenehm vertraut an und lieferte genau das, was man irgendwo auch erwarten konnte – jedoch auch nicht Mehr.

Mir persönlich hat der vermeintliche Vorgänger etwas besser gefallen, da dort ein durchgehend spannendes Niveau gehalten werden konnte und keine auffälligen Durchhänger wie hier entstanden. Manche Kapitel von „The Quarry“ waren einen Ticken zu lang, andere wiederum vergleichsweise kurz. Gruselig wurde es eigentlich nie und Jumpscares habe ich gar keine ausmachen können. Das Treiben plätscherte oft vor sich hin – allerdings so, dass man nie endgültig die Aufmerksamkeit verlor und dann doch stets am Ball blieb.

Für mich bleibts aufgrund anderer Projekte beim einmaligen Durchspielen, aber in ein paar Jährchen werde ich – wie auch bei „Until Dawn“ und Co. – sicherlich einen Blick auf die anderen Enden werfen. Unterm Strich eine grundsolide Angelegenheit für Genrefans.

Grafik: 8,5/10
Sound: 9/10
Gameplay: 5/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Supermassive Games/2K Games

Draugen (Playstation 4)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Mannes, der sich auf der Suche nach seiner Schwester befindet. Gemeinsam mit seiner Assistentin rudert er zu einer kleinen norwegischen Insel – und muss dort feststellen, dass die Einwohner allesamt verschwunden sind…

Gameplay

„Draugen“ mag sich als Adventure ausgeben, ist im Grunde aber ein relativ gradliniger „Walking-Simulator“, der den Spieler ordentlich an die Hand nimmt. Man kann die überschaubaren Locations zwar relativ frei erkunden, jedoch gibt einem das Programm immer wieder Tipps, welche Stelle als Nächstes aufzusuchen ist. Das ist zwar fast auf Schlauchlevel-Niveau, kommt dem Spielfluss aber ungemein zu Gute.

Die interessante Handlung erstreckt sich dabei über mehrere Kapitel, die in Form von Tageswechseln dargestellt werden. Oft bleibt uns die Option, den aktuellen Tag zu beenden, oder noch einmal auf Erkundung zu gehen.

Die Interaktion beschränkt sich auf das Öffnen von Türen oder dem Klettern über Hindernisse – jedoch nur an vorgegebenen Stellen. Rätsel sind quasi keine vorhanden und einen Schlüssel von einem Raum zum Nächsten zu bringen ist das höchste der Gefühle.

Spielzeit

Schon im Vorfeld war mir klar, dass es sich bei „Draugen“ um ein eher kurzes Vergnügen handeln würde. Die Spielzeit betrug zirka 3 Stunden, wodurch sich das Ganze noch mehr wie ein interaktiver Film angefühlt hat.

Präsentation

Gespielt habe ich das Abenteuer auf einer normalen Playstation 4, wo es stets angenehm flüssig lief. Die Darstellung war auf meinem 4k-Schirm zuweilen etwas unscharf, doch durchwegs sehenswert. Hin und wieder blieb man tatsächlich stehen, um die tolle Aussicht zu genießen – was ich wirklich nicht bei jedem Spiel mache.

Besonders die authentische Architektur und die stimmige Gestaltung der Landschaft ließ mich schnell im Geschehen versinken. Alles wirkte sich glaubhaft und durchdacht gestaltet an.

Die Sprachausgabe erfolgt auf einwandfreiem Englisch und auf Wunsch mit guten deutschen Untertiteln. Der wunderschöne Soundtrack war ansonsten sehr entspannend und jederzeit zur Situation passend.

Positiv

  • tolle Atmosphäre
  • spannende Geschichte
  • schöne audiovisuelle Präsentation
  • guter Erzählfluss

Neutral

  • relativ kurze Spielzeit
  • englische Sprachausgabe

Negativ

  • wenig Interaktion
  • wenig Erkundungsmöglichkeiten
  • kein hoher Wiederspielwert

Fazit

Ich wusste bereits im Vorfeld, dass sich die Spielzeit von „Draugen“ auf ungefähr 3 Stunden belaufen würde, weshalb ich dem Werk keinerlei Abzug gebe – es eher gezielt als kurzen Snack für Zwischendurch deshalb auserwählt habe. Was sich dann bot war ein schönes „Adventure“ in toller Kulisse und mit spannender Rahmenhandlung. Optisch hat das Werk trotz leichter Unschärfen einiges her gemacht und bot ein paar echt traumhafte Ausblicke.

Andere „Walking-Simulatoren“ wie „Edith Finch“ mögen sicherlich ein wenig mehr Interaktion bieten, dennoch konnte ich bei „Draugen“ nicht meckern. Grundsätzlich war das (überschaubare) Areal frei begehbar und man hätte sich nicht strikt an die vorgegebenen Brotkrummen halten müssen, jedoch gab es wenig an aufregenden Details abseits der Hauptwege zu erhaschen. Hier hätte ich mir etwas Mehr (z.B. eine Art erkundbares Museum) gewünscht.

Vermutlich war das Team der Kern-Programmierer recht überschaubar, weshalb „Draugen“ ein bisschen Potential auf der Strecke hat liegen lassen. Unterm Strich wars für mich dennoch ein schöner und vor allem befriedigender Ausflug in eine andere Welt und für Genre-Freunde definitiv eine Empfehlung wert. Für Zwischendurch gehen solche Titel eigentlich immer – zumal wenn sie so kurzweilig und spannend wie dieser gestrickt sind.

Grafik: 8/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Red Thread Games

The Order: 1886

Inhalt

London im Jahre 1866. Die modernen Ritter der Tafelrunde haben es nicht nur mit Werwölfen, sondern auf dem Verrat aus den eigenen Reihen zu tun. Als Sir Galahad nehmen wir so manche Gefahren auf uns und decken eine waschechte Verschwörung auf…

Gameplay

Dank seiner krassen und bewusst auf Film getrimmten technischen Präsentation wirkt „The Order“ nahezu wie ein interaktiver Spielfilm, der jedoch ein paar weitere Eingriffe als sonst bei solchen Werken üblich erlaubt.

Wir steuern unsere Hauptfigur aus der Third-Person Ansicht und navigieren sie durch sehr schlauchartig aufgebaute Umgebungen. Bestimmte Gegenstände können aufgehoben und betrachtet werden, geschossen wird – wie üblich – über Kimme und Korn mittels der Schultertasten. Die Schusswechsel fühlen sich grundsätzlich richtig gut an, leiden jedoch unter einer zuweilen schwammigen und wohl gewollt auf Realismus getrimmten Steuerung. So konnte man insbesondere die Streuung mancher Waffen nicht ganz nachvollziehen oder nur schwerlich feststellen, ob man den Gegner in der Ferne richtig getroffen hat.

Hin und wieder warten Quicktime-Events auf uns, bei denen wir zur richtigen Zeit die eingeblendete Taste antippen, gedrückt halten oder mehrfach aufs Gamepad hämmern müssen. Gerade für die größeren und cineastisch inszenierten Kämpfe ist dies an der Tagesordnung und unabdingbares Mittel zum eigentlichen Storytelling.

Bei seinen Kollegen (wie beispielsweise „Uncharted“) hat man sich überdies ein simples Klettersystem abgeschaut, welches erlaubt sich an extra hervorgehobenen Punkten an Wänden festzuhalten und sich kraxelnd fortzubewegen. Aufgrund der Schlichtheit kann man hier als Spieler jedoch nicht viel falsch machen.

Spielzeit

Die Collectors Edition war damals nicht günstig und ein Gegenwert von rund 6-7 Stunden im Vergleich eher mau. Hierfür gab es jedoch keine Leerläufe, höchstens mal kurzzeitigen Frust über verpatzte Baller-, Schleich, oder Quicktime-Einlagen. Mittlerweile ist der Titel deutlich günstiger zu bekommen und von daher relativiert sich das Verhältnis zur Spielzeit wieder ganz gut.

Präsentation

Die Präsentation ist die größte Stärke an diesem Titel und noch immer einen Kniefall wert. Zwar mag man sich zu Beginn über die heftigen Balken am oberen und unteren Bildrand beschweren, doch die vermeintlich eingesparte Rechenkraft kommt der überragenden Grafik zu Gute. Dank Filter und einiger Kniffe wirken Kulissen und Figuren fast lebensecht. Zwar hätte die Optik insgesamt etwas schärfer daherkommen können, doch wäre das von der Performance her vielleicht gar nicht machbar gewesen.

Der Soundtrack war sehr gut und die deutsche Vertonung bot bekannte Synchronstimmen, die u.A. auch schon in der „Uncharted“-Reihe gefallen haben.

Positiv

  • erstklassige audiovisuelle Präsentation
  • interessante Story
  • filmreife Inszenierung
  • prachtvolles Art-Design
  • kernige Schusswechsel
  • fühlt sich angenehm erwachsen an

Neutral

  • eingeschränkte Interaktion mit der Umgebung
  • schlauchartiger Levelaufbau
  • nervige Schleich-Passage

Negativ

  • vergleichsweise viele Quicktime-Events
  • manchmal hakelige Steuerung bei den Gefechten
  • sehr kurz

Fazit

Überragende Technik trifft auf mittelprächtiges Gameplay. Im Kern ist „The Order“ ein gradliniges und wenig gehaltvolles Spiel, doch dank seiner beindruckenden Optik rückte dies bei mir schnell in den Hintergrund. Bereits nach wenigen Sekunden hat mich der interaktive Film von sich überzeugen können – und obwohl ich manchmal geflucht habe, auch bis zum bitteren Ende an den Schirm gefesselt.

Das tolle Storytelling, die spannende Handlung und das extravagante Design wussten zu überzeugen und schreien schon seit Jahren nach einer Fortsetzung. Zwar gab es immer mal wieder Gerüchte, doch Fakten blieb man uns bis zur Veröffentlichung dieses späten Reviews noch schuldig.

Wer mit einer prinzipiell eher simplen und gradlinigen Ballerbude leben und sich in eine beeindruckende Welt versetzen mag, liegt hier goldrichtig. Das Ding ist sicherlich nichts für Jedermann und für Vieles auch höchstens eine lahme Tech-Demo, doch mir hats unterm Strich sehr gut gefallen.

Grafik: 9,5/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Sony Interactive Entertainment

Uncharted™ 3: Drake’s Deception Remastered (PS4)

Inhalt

Drake und seine Gefährten wandeln diesmal auf den Spuren von Lawrence von Arabien höchstpersönlich. Sie vermuten, dass der Kriegsheld wohl so einige Schätze vergraben hat und möglicherweise auch das „Atlantis der Wüste“ entdeckt zu haben…

Gameplay

Am Gameplay hat sich gegenüber der Vorgänger wenig verändert. Erneut steuert Ihr Nathan aus der Third-Person-Perspektive, ballert, klettert und rätselt euch durch die abwechslungsreich gestalteten Kapitel.

Beim Kampf hat sich der Fokus auf den Nahkampf verlagert, da ihr nicht nur beim Finale, sondern auch während des Verlaufs immer mal wieder die Fäuste in direkten Fights fliegen lassen müsst. Dank der relativ toleranten Steuerung ging das aber jederzeit gut von der Hand und galt als willkommene Abwechslung zum Altbekannten.

In einigen Kapiteln dürfen wir sogar die Rolle über den jungen Drake übernehmen und so seine Beziehung zu Ziehvater Sullivan enorm vertiefen. Zwar beschränken sich hier die Interaktionsmöglichkeiten auf Erkunden und Klettern, aber trug dies ungemein zur Atmosphäre bei.

Spielzeit

Die genaue Zeit habe ich natürlich nicht gestoppt, würde aber rund 8 bis 10 Stunden für die Kampagne veranschlagen. Mag erneut übersichtlich klingen, lieferte jedoch erneut auch ein geniales Pacing mit ruhigeren und fast schon übertrieben actionreichen Einlagen. Langweilig wurde es nie und die Handlung blieb spannend bis zum bitten Ende.

Präsentation

Wie schon beim Vorgänger haben sich sichtbare grafische Verbesserung hervorgetan. So schauen die Figuren abermals einen Hauch besser aus und das Set-Design war erneut über jeden Zweifel erhaben. Man konnte sich stellenweise kaum satt sehen und viele liebevoll gestaltete Passagen in hektischen Momenten leider gar nicht richtig bestaunen.

An den Zwischensequenzen merkt man den Alter des Titels, doch dramatisch schlecht sind sie allerdings nicht. Sie könnten etwas besser komprimiert sein, doch optische Verbesserungen waren auch hier zu erkennen.

Positiv

  • abermals tolle audiovisuelle Präsentation
  • noch ein Quäntchen cineastischer inszeniert
  • hohe Abwechslung
  • erinnerungswürdige Kapitel (u. A. brennende Villa, untergehendes Schiff, etc.)
  • wieder mal spannende Geschichte
  • gute Balance aus Action und Adventure

Neutral

  • erneut unrealitisch hohes Gegneraufkommen
  • simple, aber gut gemachte Rätsel

Negativ

  • Trial & Error Momente
  • Passagen mit nervigen Spinnen

Fazit

Einmal wie Lawrence von Arabien fühlen. Uncharted 3 ermöglicht dieses Feeling zumindest in seinen letzten Kapiteln und lässt uns zu treibendem Soundtrack auf Kamelen durch die Wüste reiten. Abermals gelang es den Machern in allen Bereichen einen kleinen Ticken zuzulegen und mit kleinsten Detailverbesserung erneut zu begeistern.

Legten die tollen Vorgänger die Messlatte immens hoch, so konnte sie hier an allen Ecken noch einmal minimal getoppt werden. Die Steuerung geht noch ein bisschen besser von der Hand, die Action fühlt sich weniger getriggert an und die gesamte Inszenierung ist noch filmreifer geworden.

Für eine deutliche Aufwertung (siehe Punktevergabe) reicht es zwar nicht, es sei euch aber versichert, dass das Niveau des genialen zweiten Teils durchaus überschritten wurde. Ich lasse hier lediglich für den Nachfolger noch etwas Luft nach oben und eine ganze 9 von 10 ist hier noch nicht ganz drin.

Wer die ersten beiden Teile mochte, kommt um diesen Teil sowieso nicht herum und dürfte keineswegs enttäuscht werden. Ein Pflichttitel für die gut sortierte Sammlung und in der Remastered-Version noch absolut prima spielbar!

Grafik: 8,5/10
Sound: 8/10
Gameplay: 8,5/10
Gesamt: 8,5/10

Fotocopyright: Sony Interactive Entertainment Europe

Uncharted: Drake’s Fortune – Remastered (PS4)

Inhalt

Schatzsucher Nathan ist auf der Suche nach den sagenumwobenen Reichtümern, auf die es bereits der Pirat Sir Francis Drake abgesehen hat. Begleitet wird er dabei von seinem väterlichen Kumpel Sulli und der Reporterin Elena. Leider sind die drei auf der Hatz nicht allein und stoßen immer wieder auf die Truppen ihrer Widersacher…

Gameplay & Steuerung

Der Spieler übernimmt die Rolle von Nathan und steuert ihn aus der Third-Person-Perspektive durch recht schlauchartig aufgebaute Level, bei denen der Weg trotz gradlinigem Aufbau nicht immer direkt auf der Hand liegt.

Es gibt kleinere Rätsel, versteckte Schalter und fiese Fallen, die uns immer mal wieder kurz ausbremsen und durchaus für Frust sorgen können. Problem ist nämlich das ungenaue Handlung unserer Hauptfigur, die uns mit ihren komischen Gestiken nicht immer hilfreich unterstützt. Manchmal springt er gefühlt 5cm, an anderer Stelle wieder 10 m weit. Idealerweise bleibt man dabei an kaum sichtbaren Kanten hängen und fliegt im Eifer des Gefechtes in eine völlig falsche Richtung. Hier spürt man das Alter des Spieles am deutlichsten.

Ansonsten gab es spannende Erkundungen in schick designten Kulissen und somit ordentlich „Indiana Jones“-Atmosphäre, die ziemlich viel Spaß macht.

Spielzeit

Für die Kampagne solltet ihr in Etwa 6-7 Stunden einplanen. Wollt Ihr alle Goodies einsammeln, dürfte es einen Ticken länger dauern.

Präsentation

Führen wir uns mal vor Augen, dass dieses Spiel ursprünglich für die Playstation 3 erschien und die Remaster nur relativ behutsame Verbesserungen durchgeführt haben, so ist das Ergebnis noch recht beachtlich. Man merkt zwar in Zwischensequenzen und vielen unbeholfenen Animationen, dass wir ein verhältnismäßig altes Spiel vor uns haben, doch für mich ging das vollkommen in Ordnung. An der Steuerung hatte ich wesentlich mehr zu beißen.

Mit toller Beleuchtung und interessanter Architektur schaut das Treiben stellenweise extrem stimmig und fast zeitgemäß aus. Leider gab es dann wieder ein paar grobe oder matschige Texturen, die den erstaunlich guten Eindruck in bisschen trübten.

Positiv

  • noch immer recht ansprechende audiovisuelle Präsentation
  • interessante Geschichte
  • überwiegend spaßiges Gameplay
  • sehr guter Spielflow
  • brauchbare Rätseleinlagen

Neutral

  • wenig Waffentypen
  • wenig Gegnervariation
  • Weg-Findung nicht immer klar
  • Logik-Lücken in Handlung und Gameplay

Negativ

  • schwammige Steuerung
  • Trial & Error-Passagen
  • durch Trigger ausgelöste Gegnerhorden
  • viel zu überraschende Quicktime-Events

Fazit

Seinerzeit hat mich das erste Uncharted enorm fasziniert. Es gehörte zu meinen ersten Spiele für die Playstation 3 und konnte mit innovativem Gameplay und einer herausragenden Präsentation mächtig Eindruck schinden. Es war schlichtweg einer der absoluten Vorzeigetitel und konnte eigentlich nur durch seine Nachfolger – und viel später durch „The Last of Us“ (ebenfalls von Naughty Dog) getoppt werden.

Ich habe die „Remastered“-Variante schon zu ihrem Release günstig bekommen, durchgezockt und selbiges am vergangen Wochenende wiederholt. Mittlerweile ist das Ding in vielen Belangen ordentlich angestaubt, doch seine alten Stärken blitzen immer wieder durch.

Grafisch und Akustisch geht das Werk durchaus noch in Ordnung und grundsätzlich vom eigentlichen Spiel her auch. Ich sage „grundsätzlich“, da Schnitzer wie die grobe Steuerung heute kaum noch gehen und das Geschehen zu oft extrem gescriptet wirkt. Sicherlich gehört dies schon immer zur Reihe und ihrer cineastischen Inszenierung, doch nie waren die Trigger für bestimmte Events so offensichtlich wie hier. So waren Räume gesäubert und man spürte, zu welchem Moment gleich wieder neue Schergen heranrücken. Dämliche Qucktime-Einlagen waren dann ebenfalls ein Kind seiner Zeit.

Ich würde jetzt nicht behaupten, dass mich Uncharted irgendwie geprägt hätte, dennoch möchte ich die Serie nicht mehr in meinem Zockerleben missen. Sie steht wie kaum eine andere Reihe für kurzweilige Action mit grandiosem Abenteurer-Feeling. Neben „Tomb Raider“ sollten Genrefans beide Franchises unbedingt im Regal stehen haben und trotz diverser Macken (gerade bei der Steuerung…) möchte ich weiterhin eine Empfehlung aussprechen Das Spiel ist heute etwas sperrig, aber im Kern noch immer einen Blick wert. Nicht mehr so imposant wie Einst, doch immer noch ein grundsolides Ding.

Grafik: 7,5/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Sony Interactive Entertainment Europe

Call of Duty: Modern Warfare 2 Remastered Campaign (PS4)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rollen unterschiedlicher amerikanischer Soldaten und muss sich an verschiedenen Fronten gegen die Armeen der Feinde behaupten. Aufgestachelt wurden die Gegner dabei von Terrorist Makarov, der mit allen Mitteln versucht die Welt ins Chaos zu stürzen…

Gameplay

Bei der „Remastered“-Variante handelt es – wie es der Name schon vermuten lässt – um eine technisch modernisierte Version der alten Single-Player Kampagne von „Modern Warfare 2“. Dabei wurde vor allem die Optik mächtig aufpoliert, der Kern ist jedoch der alte geblieben.

In verhältnismäßig abwechslungsreichen Missionen geht’s zum Klettern in eisige Gefilde oder zum Abballern von Hubschraubern auf Dächer von Fastfood-Ketten. Dies ist serientypisch sehr filmreich inszeniert und spielt sich ebenso flott. Die Steuerung ist so eingängig, wie simpel, das eigentliche „Gunplay“ wirklich spaßig.

Die Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung sind eingeschränkt und der schlauchartige Aufbau der Level absolut nicht zu übersehen (unsichtbare Linien, etc.), doch lassen diese Einschränkungen aufs Nötigste konzentrieren und keinerlei Leerlauf aufkeimen.

In Sachen Story hat sich die Reihe noch nie mit Ruhm bekleckert und es hier tatsächlich auch nicht nötig. Natürlich baut man wieder auf berühmten „Hura-Patriotismus“ und lässt seine Gegenspieler nicht gut dastehen – gehört halt seit jeher dazu und sollte stillschweigend akzeptiert werden.

Eine Flughafen-Szene sorgte seinerzeit für heftige Diskussionen und ist auch sicherlich noch immer keine leichte Kost, doch vernünftigen Zockern sollte das keine Probleme bereiten. Wer dennoch moralische Bedenken hat, kann diese Mission einfach überspringen – was die Spielzeit noch einmal minimal verkürzt.

Spielzeit

Zum vergünstigten Preis gab es diesmal nur den Einzelspieler-Part, welcher für rund 7 bis 8 Stunden (ohne das Einsammeln aller Bonus-Gegenstände) bei Laune hält. Dies ist zwar knapp, aber normal für die Serie und von daher gar keinen großen Aufreger wert.

Präsentation

Mittlerweile hat das Spiel auch schon wieder knappe zwei Jahre auf dem Buckel, doch technisch gibt es nichts zu mäkeln. Das Geschehen läuft auf der normalen Playstation 4 butterweich und schaut recht gut aus. Hin und wieder zucken einige Gegneranimationen, doch ansonsten leistete man sich keine Patzer. Weitsicht ist gegeben, Charakter- und Waffenmodelle schauen erstklassig aus und viele Details (Straßenschilder, Inneneinrichtungen, herumfliegende Partikel) sorgen für Stimmung.

Die deutsche Vertonung ist weitestgehend gelungen, nur ein paar wenige Stimmen passen nicht zu hundertprozentig zu den kernigen Gestalten. Der Soundtack von Hans Zimmer trägt an den passenden Stellen ungemein zur Atmosphäre bei.

Positiv

  • filmreife Inszenierung
  • tolle audiovisuelle Präsentation
  • launige Schusswechsel
  • ansprechende Settings
  • hohes Tempo
  • unkomplizierter Einstieg

Neutral

  • überschaubare Spielzeit
  • hektischere & unübersichtliche Passagen
  • kleinere Bugs, die Neustarts von Checkpoints erfordern

Negativ

  • Trial & Error Momente

Fazit

Die Kampagne von „Modern Warfare 2“ gehört auch für mich zum Besten, was die „Call of Duty“-Reihe in ihrer durchaus beachtlichen Lebensdauer hervorgebracht hat und deshalb für einen Aufguss geradezu prädestiniert war. Sie hat damals großen Spaß gemacht und war dank optimierter Technik auch wieder einen lohnenden Blick wert.

Dinge wie die überschaubare Spielzeit gehören zur Serie und stellen für mich kein Showstopper. Die kurzen Stunden der Hauptkampagne waren so action- und temporeich erzählt, dass man sich wieder mal wie in einem Kino-Blockbuster vorgekommen ist. Getreu dem Motto: lieber einen knackigen Abenteuerurlaub, statt endlos langen Fleißaufgaben – die das Geschehen nur künstlich strecken.

Alten Veteranen und Neueinsteigern sei dieser Shooter jedenfalls wärmstens ans Herz gelegt – denn für mal eben Zwischendurch ein bisschen Ballern gibt es kaum was Besseres auf dem Markt. Keine lange Einarbeitung, keine komplexe Handlung – einfach Controller in die Hand und ab geht die wilde Fahrt.

Grafik: 8/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7,5/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: ACTIVISION

Days Gone

Inhalt

Eine schlimme Seuche hat einen Großteil der Menschheit in Zombies verwandelt und der Spieler steckt mittendrin. Wir übernehmen die Rolle des Bikers Deacon, der in einer nahezu untergegangenen Welt nach seiner Frau sucht…

Gameplay

„Days Gone“ ist ein Open-World Spiel, welches sich am einfachsten mit dem populären „Witcher 3“ vergleichen lässt. Auch hier gibt es eine große Oberwelt mit vielen Nebenmissionen, aber auch eine hilfreiche Navigation, die uns stets zielsicher zu den Aufträgen führt.

Es gibt eine große Rahmenhandlung, die in meinen Augen erstaunlich gut erzählt wurde und immer wieder in längeren Zwischensequenzen eindringlich präsentiert wird. Ein Logbuch lässt uns den Überblick behalten und so verlieren wir uns eigentlich nie in den umfangreichen Herausforderungen.

Statt mit dem Pferd, ist der echte Biker natürlich mit einem Motorrad unterwegs und behält stets die Tankanzeige im Auge. Wer sich hier zu weit herauswagt, muss sein Gefährt möglicherweise stehen lassen und später wieder einsammeln. Eine automatische Markierung auf der Karte hilft uns dabei glücklicherweise.

Abseits der zum teil überaus spannend gestalteten Missionen gibt es viel zu entdecken, was ich in erster Linie auf Bauteile für die Aufrüstung des Bikes oder wertvolle Munition konzentriert. Das Crafting ist rudimentär, aber für meine Belange gerade richtig. Das System ist übersichtlich, schnell verstanden und absolut zweckdienlich. Man verzettelt sich nicht mit tausenden Dingen, bei dem man vielleicht nur einen Bruchteil für das Erstellen sinnvoller Gegenstände benötigt.

Spielzeit und Missionsdesign

Wieder einmal habe ich die exakte Spielzeit nicht gestoppt, doch kann die allgemein angegebenen 25-35 Stunden für die Haupt- und einige Nebenmissionen in Etwa unterschreiben. Damit ist „Days Gone“ sicherlich nicht das umfangreichste Open-World-Erlebnis, aber sollte man bedenken, wie stramm die Handlung erzählt wurde und es hierdurch auch wesentlich weniger Leerlauf als bei der Konkurrenz gab. Bei vielen Genrevertretern müssen Fleißaufgaben sklavisch abgearbeitet werden und das Geschehen fühlt sich uncharmant gestreckt an – was „Days“ zumeist etwas runder hinbekommt.

Die Aufgaben reichen von einfachen Botengängen, über das Aufspüren von vermissten Personen, bis hin zu spannenden Abhör-Einsätzen, bei denen Forscher vorsichtig belauscht werden müssen. Das Stealth-System ist hierbei relativ simpel, hierdurch aber weniger nervig und gibt Raum zum Versinken in belauschten Konversationen.

Präsentation

Auf den ersten Blick gibt der Titel gar nicht mal so spektakulär, doch bei genauerem Hinsehen wird die Qualität der Engine erst bewusst. Wir haben hier einen riesigen Open-World-Titel und kein vor gerendertes Mini-Szenario vor uns – weshalb viele Details und die enorme Weitschicht schon extrem beeindruckend wirken.

Wasser, Nebel, Schnee oder herumfliegende Steinchen hauchen dem Spiel eine tolle Atmosphäre ein und vor allem die Charaktermodelle überzeugen mit ihrer liebevollen Ausarbeitung. Zwar mögen die Mimiken und Gestiken manchmal etwas puppenhaft daher kommen, aber Kleidung und Haare sind ziemlich hübsch umgesetzt.

Die 4K-Auflösung war auf meinem PC stellenweise leicht ruckelig (Motorradfahrten), doch bei Full-HD und maximalen Einstellungen (inkl. HDR) machte der Titel keine Zicken mehr und war optisch kaum schlechter.

Die durchgängig deutsche Vertonung war erfreulich hochwertig und verstärkte die allgemeine Immersion immens. Manche Funksprüche oder Radiodurchsagen haben sich zwar im Laufe der unzähligen Spielstunden wiederholt, aber weiter dramatisch war dies nicht.

Positiv

  • große, ansprechende Spielwelt
  • spannende Rahmenhandlung, die bei der Stange hält
  • neue Impulse im ausgelauchten Zombie-Genre
  • übersichtliches Crafting- und Aufgabensystem
  • launige Motorradfahrten, die sich nicht abnutzten
  • erstklassige audiovisuelle Präsentation
  • technisch einwandfreie PC-Umsetzung

Neutral

  • Charaktere zunächst gewöhnungsbedürftig & klischeehaft gezeichnet
  • kleinere Fleißaufgaben (aber nicht allzu schlimm)
  • Speichern nur am Motorrad (ist okay, da meist nicht zu weit entfernt)
  • routimentäre Survival-Elemente

Negativ

  • keine Schnellreise

Fazit

„Days Gone“ hielt bereits zu seinem Playstation-Debüt Einzug in meine Spielsammlung, doch nach wenigen Spielstunden hatte ich seinerzeit irgendwie den Antrieb verloren und das Epos nicht weiter verfolgt. Weshalb kann ich nicht mehr genau sagen, aber wahrscheinlich kamen einfach andere Titel dazwischen und so wurde das Spiel dummerweise ins Regal verbannt.

Während meines Pfingsturlaubes hatte ich eigentlich schon genug zum Zocken, doch der PC-Port hat irgendwie gejuckt und nach wenigen Minuten war ich voll drin. Diesmal hat mich das Werk direkt abgeholt und ich konnte den Controller bis zum Ende nicht mehr loslassen.

Natürlich fiel der Einstieg wegen seiner kantigen Figuren und seinem zunächst ausgelaucht wirkenden Setting nicht so einfach, aber nach vergleichsweiser kurzer Zeit wuchsen Deacon und Konsorten ans Herz und die Handlung offenbarte ein paar nett geschriebene Wendungen.

Die Spielwelt war groß und wunderschön gestaltet. Sie fühlte sich zudem gut konstruiert und nicht so generisch, wie bei vielen Konkurrenten an. Der Verzicht auf Schnellreisepunkte sorgte erst für Unmut, später bei den überraschend launigen Motorradfahrten fiel es gar nicht mehr so negativ ins Gewicht. Letztlich lernte man seine Umgebung viel besser kennen und die Orientierung war wesentlich einfacher.

Im Laufe der Jahre hat man schon viele Quests kennengelernt und da war ich umso positiver überrascht, wie originell einige Aufgaben hier ausgefallen sind. Sicherlich kommen sie von der Originalität nicht ganz an Genre-Primus „Witcher 3“ heran, doch richtig packend und überragend präsentiert waren sie stellenweise schon. Nicht selten kam dabei echtes Kinofeeling auf.

Klar konnte man bemängeln, dass unzählige Elemente wie Crafting, Stealth-Einsätze oder das Levelsystem etwas oberflächlich ausgefallen sind, aber ich konnte diese Designentscheidung letztlich nur begrüßen. Ich möchte schnell in ein Spiel einsteigen, in der virtuellen Welt versinken und keine Formeln auswendig lernen oder mich ewig in fummeligen Menüs aufhalten. Für mich war das Gebotene genau richtig konzipiert und verdient hierfür keine Abzüge.

Auch wenn ich als Berufstätiger eher kürzere Titel bevorzuge, konnte mich „Days Gone“ vergleichsweise lange bei der Stange halten und das verdient besonderen Lob. Sicherlich sind die investierten Stunden für manche Gamer noch nicht genug, aber in meiner eher knapp bemessenen Freizeit hat es prima gepasst. Verglichen mit beispielsweise einem „Assassins Creed“ habe ich mich nie verloren gefühlt und konnte dem roten Faden der Handlung durchwegs folgen.

Neben „Witcher 3“ gehört dieses Spiel definitiv zu meinen Favoriten, was das Genre der Open-World-Titel betrifft. Dank einer technisch ausgereiften Umsetzung, sollte auch PC-Gamer mal einen Blick wagen – und so das Studio vielleicht doch noch zu einer Fortsetzung bewegen. Neben „Horizon Zero Dawn“ ein weiterer Pflichttitel zum Nachholen aus dem Rechner.

Grafik: 9/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 9/10

Fotocopyright: Sony Interactive Entertainment

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