Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Schlagwort: PC (Seite 1 von 3)

Aliens: Fireteam Elite (PC)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Marines, der wahlweise von menschlichen oder vom Computer gesteuerten Mitstreitern auf einem fremden Planeten absetzt wird. Hier soll der Kontraktbruch zu anderen Teams untersucht werden. Natürlich dauert es nicht lang, bis der Grund hierfür gefunden ist und wilde Gefechte gegen außerirdische Geschöpfe stehen auf der Tagesordnung…

Gameplay

„Aliens: Fireteam Elite“ ist ein kooperativer Shooter aus der Third-Person-Ansicht. Während sich die Perspektive am ehesten mit der „Gears of War“-Reihe vergleichen lässt, so erinnert das eigentliche Gameplay an „Left 4 Dead“ oder „World War Z“. Das Team kämpft pro Abschnitt gegen mehrere Gegnerhorden und kann stellenweise auch Verteidigungsgeschütze oder Minen zur Hilfe platzieren.

Die Erkundung führt dabei über Planetenoberflächen, bis hin zum inneren eines Raumschiffes. Der größte Part spielt sich in geschlossenen Arealen ab und nur selten erblickt der Spieler einmal das Tageslicht.

Einige Gegner sind relativ schlau, Andere dumpfes Kanonenfutter ohne größere Ausweichreaktion. Anfangs sind die Shock-Einlagen (man wird überraschend von einem Alien besprungen) noch witzig – aber schnell wird die Methode der Macher klar und man ahnt gut, hinter welchen Ecken wohl wieder ein Viech platziert wurde.

Spieldauer

Die Kampagne ist in 4 Kapitel mit jeweils 3 Abschnitten unterteilt. Jeder Abschnitt beansprucht dabei zwischen rund 20 und 30 Minuten. Danach gibt es noch einzelne Herausforderungen ala „töte Anzahl x von y Gegnern in diesem Bereich“. Natürlich lebt der Titel von seinem höheren Wiederspielwert mit menschlichen Mitstreitern und da zockt man eine Map auch gerne mehrmals.

Präsentation

Grafisch ist „Aliens: Fireteam Elite“ sicherlich nicht mehr auf dem neusten Stand, doch stimmige Kulissen und gelungene Soundeffete erzeugen dennoch eine tolle Atmosphäre. Man erkennt viele Elemente aus der Alien-Saga bzw. dem Prometheus-Film wieder und genießt die interessante Stimmung.

Ich habe den Titel auf dem PC in 4K gespielt, wurde mit kurzen Ladezeiten und flüssigen Gameplay bei Laune gehalten. Lediglich im letzten Kapitel gab es mal kurze Nachlade-Ruckler als viele Gegner aus allen Ecken auf dem Schirm strömten, aber sonst war alles gut.

Klanglich gab es eher unauffällige Musik, aber vorlagengetreue Waffensounds und gut vertonte (englische) Konversationen. Das allseits bekannte piepende Gegner-Radar sorgte für zusätzliche Stimmung.

Positiv

  • tolle Atmosphäre
  • viele Design-Elemente aus den Filmen
  • unkompliziertes Gameplay
  • brauchbare KI-Mitstreiter
  • es wird kein Vollpreis aufgerufen

Neutral

  • Grafisch lediglich ordentlich
  • kurze Kampagnen-Dauer
  • überschaubare Anzahl an Gegnertypen

Negativ

  • repetitives Gameplay

Fazit

Lange hat man auf ein brauchbares Spiel im Aliens-Universum gewartet und trotz diverser Macken ist „Fireteam“ für Fans eine kleine Empfehlung wert. Die Kampagne bzw. Szenarien sind zwar nicht sonderlich umfangreich, aber für kurze Zeit durchaus spaßig. Ich habe den Titel zwar allein bestreiten müssen, aber dank brauchbarer KI-Begleiter ging das soweit in Ordnung und das Teamspiel hat irgendwie hingehauen. Mit menschlichen Kumpanen ist das Teil sicherlich noch einen Ticken spaßiger – weshalb jeder für sich überlegen sollte, ob das Gameplay etwas für ihn ist und ob Kumpels mit ähnlichem Interesse am Start sind. Als Überbrückung zu einem neuen „Left 4 Dead“ geht „Aliens“ für knapp 40 Euro absolut in Ordnung. Kein Überhit, aber auch kein Reinfall.

Grafik: 7/10
Sound: 6,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: 20th Century Studios

Testsystem: Ryzen 7, Vega 64, 32 GB RAM, SSD

SteelSeries Arctis 1 Wireless – Wireless Gaming Headset

Verpackung & Inhalt

Das SteelSeries Arctis 1 Wireless kommt in einer relativ schlichten Verpackung daher und der Inhalt gibt uns keine größeren Überraschungen preis. Neben dem Headset befinden sich noch Ansteckmikrofon, Klinkenkabel, USB-C Ladekabel und der benötigte Funk-Dongle im Karton. Netzadapter oder Tasche sind nicht vorhanden.

Verarbeitung & Optik

Das SteelSeries sitzt stramm, aber nicht zu fest auf dem Kopf. Beim Arctis 7 hatte ich wegen dem hohen Anpressdruck – selbst nach etlichen Wochen und Straffungsversuchen – immer leichten Schwindel und Kopfschmerzen, doch hier war auf Anhieb alles in Ordnung.

Durch die Ohrpolster aus Stoff wird Schwitzen effektiv verhindert und kratzig fühlt es sich zum Glück auch nicht an. Sie sind auch gerade groß genug, dass die Ohren hervorragend hineinpassen und Nichts verrutscht.

Beim Material regiert der Kunststoff, doch die Verarbeitung ist in meinen Augen insgesamt recht gut. Vor allem das schlichte Design (so völlig ohne RGB) macht das Headset tauglich für den Einsatz außer Haus oder auf der Arbeit. Der Bügel ist aus stabilen Metall gefertigt.

Klang & Mikro

Beim Klang hat mich das Arctis 1 extrem positiv überrascht. Der Sound ist kraftvoll, mit ordentlichem Bass und ungewohnt laut. Manche Explosionen oder Schusswechsel sind im Gegensatz zu normalen Dialogen oder Hintergrundmusik fast schon zu heftig, doch dies kann ja meist in den Optionen der Spiele ein wenig nachjustiert werden.

Die Ortung der Gegner (getestet u. A. mit „Werewolf“ und „World War Z“) war präzise und zuverlässig. Der bei der Playstation 5 zertifizierte 3D-Sound war bei „Ratchet & Clank“ in Ordnung, bei „Returnal“ richtig gut. Man fühlt sich inmitten der Schlachten und bekam trotz aller mächtigen „Wumms-Effekte“ einen sauberen Klang.

Durch die kostenlose SteelSeries Engine-Software kann die Ausgabe zusätzlich optimiert werden. Es gibt verschiedene Presets, aber auch eigene Profile können erstellt und entsprechend automatisch nach Windows-Start geladen werden. Ich habe alle mal Probe gehört und mich letztlich für „Performance“ mit leichten Anpassungen entschieden.

Beim Mikrofon muss man bei Wireless-Geräten eigentlich immer Abstriche machen und trotz Wifi-Technik ist das hier nicht anders. Manchmal kam ich leicht abgehackt beim Gesprächspartner rüber, aber im Vergleich zu Mitstreitern ist die Qualität noch als gut zu bezeichnen.

Positiv

  • ab Werk bereits kräftiger und toller Klang
  • fester, aber dennoch sehr bequemer Sitz
  • hohe Lautstärke
  • niedrige Latenzen
  • variable Einsatzmöglichkeiten dank Dongle
  • hohe Reichweite gegenüber einigen Konkurrenten
  • unkomplizierte Einrichtung (keine Koppelung erforderlich)
  • abnehmbares Mikrofon
  • schlichtes Design

Neutral

  • kein Transport-Case (auch keine Box für den Dongle)
  • nur Micro-USB Ladeport

Negativ

  • Dongle recht groß (also weniger für den mobilen Einsatz geeignet)
  • kein Bluetooth-Modus (z.B. für die donglefreie Verwendung am Handy)
  • schlechte Abschirmung nach Außen
  • Registrierungszwang bei der Software

Fazit

Das Arctis 1 Wireless hat mich überzeugt. Im ersten Moment sitzt es relativ stramm auf dem Schädel, doch selbst nach mehreren Stunden empfand ich das Headset keineswegs störend. Der Klang ist kräftig und brachial, macht beim Zocken, Filme anschauen oder Musikhören richtig Spaß.

Leider ist der Dongle für den Transport etwas zu groß, aber durch die schwache Abschirmung nach Außen würde ich das SteelSeries sowieso nicht in Bus und Bahn verwenden wollen. Die Möglichkeit für den universellen Einsatz ist trotzdem hervorragend, denn so verwende ich das Headset nicht kabellos nur am Rechner, sondern im Wechsel auch an der Playstation 5 oder Switch – wo es klangtechnisch ebenfalls eine gute Figur macht und stets auf Anhieb problemlos funktioniert.

Für knapp 100 Euro bekommt man hier ein rundes Paket, welches ich so jederzeit wieder kaufen würde. Für mich rangiert es zwar klanglich deutlich hinter beispielsweise dem kostspieligeren Astro A50, aber das Preis-/ Leistungsverhältnis stimmt auf jeden Fall. Für mich ist es überdies auch viel bequemer als das „größere“ Arctis 7.

Fotocopyright: hard-boiled-movies.de

Twin Mirror (PC)

Inhalt

Der überraschende Tod seines besten Freundes bringt Sam in seine alte Heimat zurück, die er zwei Jahren zuvor völlig überstürzt und im Zorn verlassen hat. Kaum angekommen, unterbreitet ihm die kleine Tochter des Verstorbenen erste Zweifel am vermeintlichen Unfalltod des Vaters…

Gameplay

„Twin Mirror“ ist ein Adventure, bei dem man den Protagonisten Sam aus der Third-Person-Perspektive steuert und so auf große Ermittlungstour geht. Die Schauplätze sind dabei recht stark eingegrenzt und können nur verlassen werden, wenn bestimmte Dinge (z.B. „finde alle Spuren am Unfallort“) abgegrast wurden.

Idealerweise muss man am Ende eine Kapitels die besagten Indizien – in Form von Gedankenspielen und Projektionen – vor Sams geistigen Auge zusammenführen. Dabei gibt es eigentlich immer nur eine korrekte Reihenfolge, aber bei unendlichen Versuchen entpuppt sich das Puzzeln als nicht besonders schwierig.

Hin und wieder taucht Sam auch in seinen „Gedankenpalast“, dessen Aufgabengebiet sich um von Rest des Spiels unterscheidet. Auch hier schaut man sich am besten alle Gegenstände sorgfältig an und erfährt etwas mehr über die Figuren bzw. die Ereignisse in der Vergangenheit. Etwas verkehrt machen – oder gar sterben – kann man hier ebenfalls nicht.

Spielzeit

Die Spielzeit beträgt etwa 6 Stunden, wobei grundlegend verschiedene Entscheidungsmöglichkeiten durchaus zum mehrmaligen Durchzocken animieren dürften. So gab es tatsächlich ein paar Verzweigungen, bei denen ich mich nur schwerlich für eine Vorgehensweise entscheiden konnte und gerne die Alternative gesehen hätte. Besonders beim Finale.

Präsentation

Grafisch macht „Twin Mirror“ eine überwiegend gute Figur. Der Stil orientiert sich klar an den vorherigen Titeln des Studios („Life is Strange“) und erzeugt mit Filmkorn und geschickten Schnitten eine cineastische Atmosphäre, in der man gerne abtaucht. Zwar wirken manche Animationen und vor allem Gesichtsausdrücke manchmal etwas puppenhaft, aber zum Glück reißt dies nicht zu stark aus der Immersion.

Die Vertonung ist sehr gut, aber leider nur in englischer Sprache verfügbar. Die deutschen Texte waren brauchbar, dennoch hätte ich mir eine Lokalisation gewünscht.

Positiv

  • schöne audiovisuelle Präsentation
  • ansprechende Handlung
  • gute Sprecher
  • Wiederspielwert durch verschiedene „Abzweigungen“

Neutral

  • relativ simples Spieldesign
  • manchmal hakelige Steuerung
  • sehr dialoglastig

Negativ

  • nur englische Sprachausgabe
  • kurze Spielzeit

Fazit

Rein von seiner Spielmechanik ist „Twin Mirror“ fast so wenig anspruchsvoll wie ein interaktiver Film. Trotzdem oder gerade deshalb war das Resultat nicht schlecht, da die gut präsentierte und einigermaßen spannend geschriebene Geschichte so keine Durchhänger aufweist und selbst der ungeübte Spieler ohne Frustmomente vorankommen sollte.

Wem „Life is Strange“ gefallen hat, der wird auch „Twin Mirror“ mögen. Die Spiele sind sich sehr ähnlich – was ja nicht unbedingt sonderlich verkehrt ist. Ich habe die investierten Stunden durchaus genommen und werde mich irgendwann sicherlich noch einmal auf die Spurensuche mit Sam begeben. Zur Referenz fehlt letztlich das gewisse Etwas, aber als solides Adventure macht das Werk eine mehr als passable Figur.

Grafik: 8/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 4/10
Gesamt: 6,5/10

Fotocopyright: Dontnod Entertainment

Paradise Lost (PC)

Inhalt

Ein alternativer Verlauf des Zweiten Weltkrieges hat ein verwüstetes und verstrahltes Europa hinterlassen. Der Spieler übernimmt die Rolle eines kleinen Jungen, der in mitten dieser Verwüstung einen Bunker entdeckt und sich mit dem Betreten auf ein großes Abenteuer einlässt…

Gameplay

„Paradise Lost“ entspricht genau dem, was man hinlänglich als „Walking Simulator“ beschreibt. Der Spieler kann nicht sterben und seine Aktionen sind lediglich auf das Laufen und kleinere Interaktionen (z.B. Schalter betätigen) beschränkt.

Man marschiert mit gemächlichen Schritten durch eine riesige Bunkeranlage und der Fokus liegt hierbei klar auf der beklemmenden Atmosphäre und weniger auf panischem Fliehen, dem Bekämpfen von Monstern oder sonstiger Action. Man hat alle Zeit der Welt um die Umgebung zu betrachten, sich in unsere Hauptfigur hinein zu denken und ein eigenes Kopfkino zu errichten.

Der Bunker erstreckt sich über mehrere Ebenen, die wir recht schlauchartig (und leider auch sehr langsamen Schrittes) durchstreifen. Es gibt keine größeren Verzweigungen und der richtige Weg ist stets schnell gefunden. Auch gibt es keine echten Rätsel im klassischen Sinne, vielmehr das kurze Suchen nach den passenden Schaltern – dessen exakte Reihenfolge bei der Betätigung lediglich einmal eine Rolle gespielt hat und nicht einmal zusätzliche Laufwege erforderte. Ansonsten gibt es keine Kopfnüsse oder Stolpersteine, die irgendwie längerfristig aufhalten.

An verschiedenen Terminals kann der Spieler weitere Infos über das damalige Leben unter Tage erfahren, sowie mit einer unbekannten Person kommunizieren. Die Dialoge sind zuweilen ausufernd, nicht immer von Belang und vor allem nicht überspringbar.

Spielzeit

Die Spielzeit richtet sich ein wenig an den Erkundungsdrang des Spielers. Zwar könnte man grundsätzlich blind und geradewegs durch die Gänge spazieren und sämtliche Dekoration ignorieren, doch so würde sich die Handlung nicht richtig entfalten. Es empfiehlt sich allerlei Dokumente zu durchstöbern und gelegentlich um die Ecken zu schauen. So baut das Geschehen eine solide Atmosphäre auf, die mich für rund drei Stunden in ihren Bann zog und nicht mit allzu viel Lesestoff überfordert hatte.

Präsentation

Audiovisuell ist „Paradise Lost“ ein zweischneidiges Schwert. Grundsätzlich gefiel mir der komplette Artsytle, die zuweilen eindrucksvolle Architektur und die Liebe zum Detail (Poster, Fahnen, Statuen, etc.), doch Matschtexturen und Clippingfehler rissen gelegentlich aus der Immersion.

So schauten viele Passagen von der Ferne wunderhübsch aus, um bei näherer Betrachtung zu flackern und einfach grob aufgelöst zu sein. Manchmal hat man durch Türen, Koffer oder Schalter einfach hindurchgegriffen, aber Showstopper waren diese Momente zum Glück nicht und das Programm lief normal weiter.

Die durchwegs englische Sprachausgabe war in Ordnung, auch wenn sich die Sprecher nicht immer professionell anhörten bzw. es durch den osteuropäischen Akzent teils gewollt zu falschen Betonungen kam. Ansonsten war die Hintergrundmusik soweit in Ordnung und gab keinen Grund zur Klage.

Positiv

  • interessante Ausgangslage
  • spannendes Setting
  • grafisch stellenweise sehr ordentlich
  • eindrucksvolle Architektur
  • stimmige Atmosphäre
  • tolle Details

Neutral

  • keine echten Rätsel
  • Geschichte insgesamt nicht so befriedigend
  • Steuerung manchmal etwas hakelig

Negativ

  • kurze Spielzeit
  • langsames Fortbewegen der Spielfigur

Fazit

Neben krassen Action-Blockbustern oder aus gediegenen Open-World-Titeln, tauche ich gerne in Adventures, respektable „Walking-Simulatoren“ ab. Genre-Primus „What Remains of Edit Finch“ hat gezeigt, wie man eine tolle Handlung in aufregender Weise erzählt und dabei jederzeit perfekt unterhält. „Paradise Lost“ ist zwar vergleichbar lang und bietet ebenfalls ein interessantes Setting, doch kann kann leider in keiner Disziplin an die Referenz aufschließen.

Mir hat die Idee mit dem Bunker so prima gefallen. Auch hatte ich keine Probleme mit der eingeschränkten Interaktivität und den simplen Schalter-Rätseln. Man kam stets voran und hing nicht an irgendwelchen dämlichen Geduldsspielen fest, dafür nervte die zu gemächliche Fortbewegung der Figur und die langatmigen Dialoge an den Terminals. Irgendwann wurde die Geschichte dann auch relativ vorhersehbar und das Ende war einfach nicht so ganz befriedigend.

Da es sich hier um keinen Vollpreistitel handelt und das Team der Entwickler wahrscheinlich recht überschaubar war, drücke ich gerne ein Auge zu und möchte nicht zu viel kritisieren. Wer einfach nur Abschalten und Erkunden möchte, kommt durchaus auf seine Kosten und wer – wie ich – sowieso für die Grundthematik empfänglich ist, wird einen verregneten Sonntag-Nachmittag im Bunker sicherlich nicht bereuen.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 4/10
Gesamt: 6/10

Fotocopyright: All in! Games SA

Days Gone

Inhalt

Eine schlimme Seuche hat einen Großteil der Menschheit in Zombies verwandelt und der Spieler steckt mittendrin. Wir übernehmen die Rolle des Bikers Deacon, der in einer nahezu untergegangenen Welt nach seiner Frau sucht…

Gameplay

„Days Gone“ ist ein Open-World Spiel, welches sich am einfachsten mit dem populären „Witcher 3“ vergleichen lässt. Auch hier gibt es eine große Oberwelt mit vielen Nebenmissionen, aber auch eine hilfreiche Navigation, die uns stets zielsicher zu den Aufträgen führt.

Es gibt eine große Rahmenhandlung, die in meinen Augen erstaunlich gut erzählt wurde und immer wieder in längeren Zwischensequenzen eindringlich präsentiert wird. Ein Logbuch lässt uns den Überblick behalten und so verlieren wir uns eigentlich nie in den umfangreichen Herausforderungen.

Statt mit dem Pferd, ist der echte Biker natürlich mit einem Motorrad unterwegs und behält stets die Tankanzeige im Auge. Wer sich hier zu weit herauswagt, muss sein Gefährt möglicherweise stehen lassen und später wieder einsammeln. Eine automatische Markierung auf der Karte hilft uns dabei glücklicherweise.

Abseits der zum teil überaus spannend gestalteten Missionen gibt es viel zu entdecken, was ich in erster Linie auf Bauteile für die Aufrüstung des Bikes oder wertvolle Munition konzentriert. Das Crafting ist rudimentär, aber für meine Belange gerade richtig. Das System ist übersichtlich, schnell verstanden und absolut zweckdienlich. Man verzettelt sich nicht mit tausenden Dingen, bei dem man vielleicht nur einen Bruchteil für das Erstellen sinnvoller Gegenstände benötigt.

Spielzeit und Missionsdesign

Wieder einmal habe ich die exakte Spielzeit nicht gestoppt, doch kann die allgemein angegebenen 25-35 Stunden für die Haupt- und einige Nebenmissionen in Etwa unterschreiben. Damit ist „Days Gone“ sicherlich nicht das umfangreichste Open-World-Erlebnis, aber sollte man bedenken, wie stramm die Handlung erzählt wurde und es hierdurch auch wesentlich weniger Leerlauf als bei der Konkurrenz gab. Bei vielen Genrevertretern müssen Fleißaufgaben sklavisch abgearbeitet werden und das Geschehen fühlt sich uncharmant gestreckt an – was „Days“ zumeist etwas runder hinbekommt.

Die Aufgaben reichen von einfachen Botengängen, über das Aufspüren von vermissten Personen, bis hin zu spannenden Abhör-Einsätzen, bei denen Forscher vorsichtig belauscht werden müssen. Das Stealth-System ist hierbei relativ simpel, hierdurch aber weniger nervig und gibt Raum zum Versinken in belauschten Konversationen.

Präsentation

Auf den ersten Blick gibt der Titel gar nicht mal so spektakulär, doch bei genauerem Hinsehen wird die Qualität der Engine erst bewusst. Wir haben hier einen riesigen Open-World-Titel und kein vor gerendertes Mini-Szenario vor uns – weshalb viele Details und die enorme Weitschicht schon extrem beeindruckend wirken.

Wasser, Nebel, Schnee oder herumfliegende Steinchen hauchen dem Spiel eine tolle Atmosphäre ein und vor allem die Charaktermodelle überzeugen mit ihrer liebevollen Ausarbeitung. Zwar mögen die Mimiken und Gestiken manchmal etwas puppenhaft daher kommen, aber Kleidung und Haare sind ziemlich hübsch umgesetzt.

Die 4K-Auflösung war auf meinem PC stellenweise leicht ruckelig (Motorradfahrten), doch bei Full-HD und maximalen Einstellungen (inkl. HDR) machte der Titel keine Zicken mehr und war optisch kaum schlechter.

Die durchgängig deutsche Vertonung war erfreulich hochwertig und verstärkte die allgemeine Immersion immens. Manche Funksprüche oder Radiodurchsagen haben sich zwar im Laufe der unzähligen Spielstunden wiederholt, aber weiter dramatisch war dies nicht.

Positiv

  • große, ansprechende Spielwelt
  • spannende Rahmenhandlung, die bei der Stange hält
  • neue Impulse im ausgelauchten Zombie-Genre
  • übersichtliches Crafting- und Aufgabensystem
  • launige Motorradfahrten, die sich nicht abnutzten
  • erstklassige audiovisuelle Präsentation
  • technisch einwandfreie PC-Umsetzung

Neutral

  • Charaktere zunächst gewöhnungsbedürftig & klischeehaft gezeichnet
  • kleinere Fleißaufgaben (aber nicht allzu schlimm)
  • Speichern nur am Motorrad (ist okay, da meist nicht zu weit entfernt)
  • routimentäre Survival-Elemente

Negativ

  • keine Schnellreise

Fazit

„Days Gone“ hielt bereits zu seinem Playstation-Debüt Einzug in meine Spielsammlung, doch nach wenigen Spielstunden hatte ich seinerzeit irgendwie den Antrieb verloren und das Epos nicht weiter verfolgt. Weshalb kann ich nicht mehr genau sagen, aber wahrscheinlich kamen einfach andere Titel dazwischen und so wurde das Spiel dummerweise ins Regal verbannt.

Während meines Pfingsturlaubes hatte ich eigentlich schon genug zum Zocken, doch der PC-Port hat irgendwie gejuckt und nach wenigen Minuten war ich voll drin. Diesmal hat mich das Werk direkt abgeholt und ich konnte den Controller bis zum Ende nicht mehr loslassen.

Natürlich fiel der Einstieg wegen seiner kantigen Figuren und seinem zunächst ausgelaucht wirkenden Setting nicht so einfach, aber nach vergleichsweiser kurzer Zeit wuchsen Deacon und Konsorten ans Herz und die Handlung offenbarte ein paar nett geschriebene Wendungen.

Die Spielwelt war groß und wunderschön gestaltet. Sie fühlte sich zudem gut konstruiert und nicht so generisch, wie bei vielen Konkurrenten an. Der Verzicht auf Schnellreisepunkte sorgte erst für Unmut, später bei den überraschend launigen Motorradfahrten fiel es gar nicht mehr so negativ ins Gewicht. Letztlich lernte man seine Umgebung viel besser kennen und die Orientierung war wesentlich einfacher.

Im Laufe der Jahre hat man schon viele Quests kennengelernt und da war ich umso positiver überrascht, wie originell einige Aufgaben hier ausgefallen sind. Sicherlich kommen sie von der Originalität nicht ganz an Genre-Primus „Witcher 3“ heran, doch richtig packend und überragend präsentiert waren sie stellenweise schon. Nicht selten kam dabei echtes Kinofeeling auf.

Klar konnte man bemängeln, dass unzählige Elemente wie Crafting, Stealth-Einsätze oder das Levelsystem etwas oberflächlich ausgefallen sind, aber ich konnte diese Designentscheidung letztlich nur begrüßen. Ich möchte schnell in ein Spiel einsteigen, in der virtuellen Welt versinken und keine Formeln auswendig lernen oder mich ewig in fummeligen Menüs aufhalten. Für mich war das Gebotene genau richtig konzipiert und verdient hierfür keine Abzüge.

Auch wenn ich als Berufstätiger eher kürzere Titel bevorzuge, konnte mich „Days Gone“ vergleichsweise lange bei der Stange halten und das verdient besonderen Lob. Sicherlich sind die investierten Stunden für manche Gamer noch nicht genug, aber in meiner eher knapp bemessenen Freizeit hat es prima gepasst. Verglichen mit beispielsweise einem „Assassins Creed“ habe ich mich nie verloren gefühlt und konnte dem roten Faden der Handlung durchwegs folgen.

Neben „Witcher 3“ gehört dieses Spiel definitiv zu meinen Favoriten, was das Genre der Open-World-Titel betrifft. Dank einer technisch ausgereiften Umsetzung, sollte auch PC-Gamer mal einen Blick wagen – und so das Studio vielleicht doch noch zu einer Fortsetzung bewegen. Neben „Horizon Zero Dawn“ ein weiterer Pflichttitel zum Nachholen aus dem Rechner.

Grafik: 9/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 9/10

Fotocopyright: Sony Interactive Entertainment

A Plague Tale – Innocence

Inhalt

Frankreich im 14. Jahrhundert. Während eine schlimme Rattenseuche wütet, werden die Eltern von Amicia und Hugo von Inquisitionstruppen hingerichtet. Scheinbar sind sie auf der Suche nach dem kleinen Hugo, der etwas Besonderes in sich trägt. In den meisten Kapiteln übernimmt der Spieler die Rolle von Amicia und muss den bösen Schwergen mitsamt ihres Bruders entfliehen…

Gameplay

Den größten Teil von „A Plague Tale“ verbringen wir mit Schleichen und dem Lösen kleiner Rätsel. Gelegentlich haben wir die Wahl zum Ausschalten von Gegnern, aber meist ist das gezielte herumtanzen die bessere Wahl.

Die Knobelaufgaben sind meist sehr einfach, aber nicht minder spaßig. Mal müssen Kisten verschoben, mal Hebel in der richtigen Reihenfolge betätigt werden. Oftmals spielen Ratten dabei eine entscheidende Rolle, die fast immer den Puls deutlich höher schlagen ließen.

Amicia besitzt überdies eine Steinschleuder, die mit verschiedenen Munitionsarten bestückt werden kann. Ähnlich wie „Dark Project“ gibt es Projektile, die Fackeln entzünden oder löschen. Simple Steine können Gegner ohne Panzerung niederstrecken, während besonderer „Staub“ zur „Entrüstung“ der hartnäckigeren Feinde führen.

Präsentation

Neben dem grandiosen Storytelling ist die audiovisuelle Gestaltung mein persönliches Highlight an diesem Spiel. Die Grafik ist so detailreich, wie wunderschön. Das Auge schaut sich an dicht belaubten Wäldern, eindrucksvoll ausgeleuchteten Bauwerken oder großartigen Wettereffekten kaum satt. Dabei schauen die Figuren realistisch aus und bewegen passend zu den perfekt vertonten Dialogen ihren Mund.

Der Soundtrack passt sich hervorragend dem Geschehen an, sorgt mit orchestralen Klängen für eine beeindruckende Kulisse oder peitscht mit dynamischen Hymnen brachial auf manch angespannte Lage ein.

Spielzeit

Das Werk hat mich so gefesselt, das ich es an zwei langen Nachmittagen mit je ungefähr fünf Stunden direkt durchgezockt habe. Die rund 10 Stunden gingen für einen Titel dieser Preisklasse (bei Release knapp 40, nun zirka 20 Euro) vollkommen in Ordnung – zumal es trotz eintönigerem Gameplays keinerlei Längen gab.

Positiv

  • herausragende Präsentation
  • großartiges Storytelling
  • packend bis zum Ende
  • grandioser Artstyle
  • toll gezeichnete Figuren
  • frisches Setting

Neutral

  • simple Rätsel
  • simples Gameplay
  • extrem gradlinig
  • manchmal hakelige Steuerung

Negativ

  • Trial & Error Passagen
  • kleinere Bugs, die zum Neustarten des letzten Checkpoints führten

Fazit

Obwohl dieser Titel schon an mehreren Stellen zum Geheimtipp gekrönt wurde und viele positive Bewertungen bei Amazon nahezu überschwänglich begeistert waren, blieb ich vorsichtig. Eigentlich mag ich keine Stealth-Spiele und wähle (sofern möglich) eigentlich immer den direkten Weg zum Durchballern. Aufgrund des Gameplay war dies bei „A Plague Tale“ natürlich weniger machbar und so zögerte ich – vollkommen zu Unrecht, wie sich bereits nach dem Intro heraus stellen sollte.

Das Spiel packt ab der ersten Minute und hält bis zum Abspann durchwegs bei Laune. Es gab keinen Leerlauf und trotz vieler repetitiver Elemente kam keine Langweile auf. Jede Schleichpassage war aufs Neue spannend gestaltet und die Anspannung immer wieder angenehm hoch. Wunderschöne Grafiken und beachtlich animierte Zwischensequenzen waren dann immer die Belohnung hierfür.

Die Rätsel waren gut gestaltet und niemals frustierend. Entweder hat man die Lösung schon beim Betreten des Raumes sofort entdeckt oder bereits nach kurzer Zeit war klar, die der Hase läuft. So kann man immer prima und frustfrei voran.

Genervt hat mich gelegentlich die Steuerung (besonders wenn der Bruder an der Hand war), denn hin und wieder führte das „Hängenbleiben“ zum unausweichlichen Tod. Auch war mir das Handling bei späteren „Kräften“ nicht direkt genug und so verkam besonders der Endkampf zur Tortur.

Wem andere interaktive Filme zu wenig Interaktion bieten und man dennoch relativ gemächlich (okay, bis auf das anstrengende Finale) eine hübsch präsentierte Geschichte erleben will, sollte hier zuschlagen. Dieses Spiel bringt so viel mit, um größere Produktionen locker in den Schatten zu stellen. Sicherlich ist es nicht vollends mit einem „Last of Us“ vergleichbar, doch ich empfand es fast schon packender und besser erzählt. Ich habe dieses Ereignis im „Gamepass“ durchgeackert und sogleich die Disk-Version fürs Regal geordert. Unterstützt die Entwickler, damit sie noch mehr solcher Garanten herausbringen können!

Grafik: 9/10
Sound: 9/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 8,5/10

Fotocopyright: Focus Home Entertainment

Gears 5

Inhalt

Während die Invasion der Locust noch immer unerbittlich tobt, schlüpft der Spieler in die Haut von Kait Diaz, die ihrer Abstammung endlich auf den Grund gehen möchte und dabei mit bösen Wahrheiten konfrontiert wird…

Gameplay

„Gears of War 5“ – oder kurz „Gears 5“ genannt, folgt den Tugenden seiner Vorgänger, kommt ebenfalls als Deckungs-Shooter aus der Third-Person Perspektive daher und steuert sich absolut identisch wie der Rest.

Die Level sind weitestgehend schlauartig aufgebaut, doch es gibt nun auch ein paar Passagen, die zum weiteren Erkunden abseits der streng vorgegebenen Pfade einladen. So ist man nicht nur zu Fuß, sondern auch mit einem Segelmobil unterwegs und kann so die weitläufigen Areale schneller erkunden.

Erneut trifft man auf vertrautes Kanonenfutter und gigantische Bosse, die allerdings nur minimale Taktik erfordern und deren Schwachstellen schnell offensichtlich werden. Das Gegnerdesign ist überwiegend gleich geblieben.

Unterstützung erhält man diesmal in Form des Roboters Jack, der dem Spieler ein Schutzschild bietet oder durch Schächte schweben und Türe öffnen kann. Dies ist nett und bietet spielerische Vorteile, bei hektischen Gefechten habe ich jedoch oft auf den Helfer verzichtet.

Spielzeit

Ich habe das Spiel seinerzeit auf der XBOX gezockt und nun (Gamepass sei dank) noch einmal auf dem PC bestritten. Gebraucht habe ich für den letzten Durchgang zirka 8-10 Stunden, wobei hauptsächlich die Story und wenig Sammelgegenstände oder Nebenmissionen verfolgt wurden. Für ein „Gears“ liegt die Spielzeit absolut im Rahmen und bei wesentlich längerer Dauer würde sich das eher simple Spielprinzip wahrscheinlich auch stark abnutzen und ermüden.

Präsentation

Wie bereits sämtliche Vorgänger, ist auch „Gears 5“ ein optisches Meisterwerk, dessen Stil mich immer wieder auf neues begeistert. Klar waren die überzogen gezeichneten, bulligen Figuren beim Auftakt damals arg gewöhnungsbedürftig, aber mittlerweile hat man seine „Footballspieler“ kennen und lieben gelernt.

„Gears 5“ überzeugt erneut mit detailreichen Kulissen, stimmiger Beleuchtung und knallharten Soundeffekten. Alle Waffen hören und fühlen sich unterschiedlich an und die markigen, gut vertonten Sprüche unserer Mitstreiter machen Laune.

Positiv

  • sehr gute Präsentation
  • launige Gefechte
  • abwechslungsreiche Schauplätze
  • coole Charaktere
  • nette Storyline

Neutral

  • Open-World-Elemnte aufgesetzt
  • langwierige Segelboot-Passagen
  • allgemein aufgesetzte „Coolness“ ist Geschmackssache

Negativ

  • Gegner wenig abwechslungsreich
  • spielerisch eher simpel
  • Rätsel extrem einfach

Fazit

„Gears 5“ ist eine konsequente Weiterführung der Reihe, ohne sich groß von seinen Vorgängern zu unterscheiden. Der geeignete Spieler erhält einfach mehr von Bekannten – mit Allem, was seit Jahren einfach dazu gehört.

Bei all der gradlinigen Action hätte man sich die Erkundungspassagen bzw. die Fahrten mit dem Segelschiff ruhig sparen und so das Geschehen etwas straffen können. Bei einem „Gears“ erwarte ich keine weitläufigen Areale, sondern gebe mich zu Gunsten eines geschmeidigen Spielflusses lieber mit eingeengten Schlauchlevel zufrieden.

Ein echtes Highlight ist Teil 5 wahrlich nicht, aber auch kein Tiefpunkt der Reihe. Das Spiel macht weitestgehend extrem Laune, doch mangelnde Innovation lassen ein wenig resignieren. Ich hoffe natürlich, dass es mit einem sechsten Ableger weitergeht – das nächste Mal aber mal wieder ein paar neue Elemente Einzug halten.

Grafik: 9/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Microsoft

Resident Evil 6

Inhalt

Der Präsident ist tot und eine Seuche hat schon weite Teile der Bevölkerung erreicht. Der Spieler schlüpft beispielsweise in die Rolle von Agent Kennedy, der sich nicht nur durch Horden von Zombies ballern muss, sondern auch seine Unschuld an der Sache beweisen will…

Gameplay

„Resident Evil 6“ spielt sich wie sein direkter Vorgänger sehr actionlastig und von Ablauf her insgesamt wesentlich flotter als die Ursprünge der Reihe. Das Geschehen findet wie gewohnt in der Third-Person Sicht statt und führt uns zur Abwechslung durch mehrere Episoden bzw. mehreren Szenarien, die mit unterschiedlichen Figuren bestritten werden dürfen.

Die Level sind dabei sehr schlauförmig aufgebaut und warten nur selten mit kleinen Verzweigungen auf. Ein per Tastendruck zuschaltbarer Pfeil weißt auf Wunsch immer den passenden Weg und unnötiges Herumirren ist ausgeschlossen.

Rätsel sind nachwievor anzutreffen, jedoch meist sehr simpel und ohne große Laufwege zu bestreiten. Das Spiel weißt stets auf den richtigen Pfad zum passenden Schlüssel oder Schalter hin – und lange sollte man beim Heraustüfteln von korrekten Zahlenkombinationen oder Ähnlichem nie beschäftigt sein.

Das gesamte Spiel ist stark auf gemeinsames Erleben ausgelegt und das spürt man an jeder Ecke. Sofern kein anderer Mitspieler zur Verfügung steht, übernimmt die CPU den Part des stets vorhandenen Begleiters. Gemeinsam müssen Gegenstände verschoben, Schalter betätigt oder Monsterhorden aufgehalten werden. Dies wirkt für den Einzelkämpfer oft ziemlich aufgesetzt und selbst das letzte Gruselgefühl geht beim ständigen Labern vollends verloren.

Spielzeit

„Resident Evil 6“ ist der bis dato umfangreichste Teil der Reihe. Es gibt insgesamt vier verschiedene Kampanien, deren Ausrichtung leicht voneinander variieren und deren Handlungsstränge sich gelegentlich überschneiden. Während einige Parts sehr stark auf Ballern setzten, stehen bei anderen Kapiteln Rätsel oder Grusel etwas mehr im Vordergrund.

Die Länge der einzelnen Szenarien würde ich auf grob 5 bis 6 Stunden einschätzen – für dieses Review habe ich lediglich noch einmal das Setting von Leon in rund 5,5 Stunden durchgeprügelt. Für die anderen Stränge konnte ich mich aus Zeitgründen (im Gegensatz zu früher) einfach nicht mehr aufraffen.

Präsentation

Der Titel hat mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel und natürlich ist die Zeit nicht spurlos an ihm vorbei gegangen. Während die Figuren (bis auf diverse Haar-Animationen) noch ganz anschaulich daher kommen, schwankt die Umgebungsqualität teils sehr stark. Insgesamt wirken viele Passagen durch nette Lichteffekte zwar noch ganz ansprechend, bei näherer Betrachtung fallen jedoch einige Matsch-Texturen und Clipping-Fehler negativ auf.

Passable Synchronsprecher, ordentliche Waffengeräusche und unauffällige Hintergrundmusik gingen in Ordnung. Auf dem PC hatte ich einen nervigen Bug, der das Ausgabegerät während des Zockens nicht mehr umschalten ließ. Habe ich mein Headset erst später eingeschaltet (per USB/Funk oder auch per Klinke), wurde der Gamesound immer auf dem Bildschirm (HDMI) ausgegeben, auch wenn es in Windows korrekt umgeschaltet war (und alle anderen Klänge auch über das Headset kamen). Lässt sich vielleicht nicht verallgemeinern und führt auch zu keinem Punktabzug.

Positiv

  • Grafisch stellenweise noch recht stimmig
  • gut inszenierte Cut-Szenen
  • schneller Spieleinstieg ohne große Einarbeitung
  • ausgefallenes Gegner-Design
  • opulente Boss-Kämpfe
  • unterschiedliche Szenarien
  • insgesamt sehr umfangreich

Neutral

  • simple Rätsel
  • gelegentlich hakelige Steuerung
  • Boss-Kämpfe teils zu ausufernd lang
  • kein serientypisch charismatischer Gegenspieler

Negativ

  • zu stark auf Co-Op ausgelegt
  • Schlauchlevel
  • nervige Quicktime-Events
  • wenig Grusel

Fazit

Vielleicht mag der offizielle sechste Teil etwas besser als sein damaliger Ruf sein, doch die Enttäuschung steckt noch immer sehr tief in meinen Knochen. Noch immer ist mir der Titel zu stark auf Mehrspieler ausgelegt und das komplette Leveldesign hierdurch oftmals sehr unnatürlich konstruiert.

Beim wilden Geballer hatte ich zwar durchaus meinen Spaß, doch auf Dauer war das Gebotene trotz furioser Bosskämpfe sehr ermüdend und konnte einfach nicht mehr zum erneuten Durchspielen aller Kampanien überreden. Nerviges Tastengehämmer in Form von Qucktime-Events sind heute ebenfalls nicht mehr zeitgemäß und zum Glück nicht mehr so stark in Mode.

Wer auf simple Action steht, kann dem Spiel einige Stunden an Unterhaltung abgewinnen – wer sich aber lieber gruseln möchte, greift besser zu den ersten beiden Teilen (auch in diversen Neuauflagen) oder dem Nachfolger. Für mich ist „Resi 6“ trotz vertrauter Charaktere irgendwie kein richtiger Bestandteil der Serie und höchstens für sich allein gesehen ein grundsolides Action-Game ohne Schnörkel.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 5,5/10
Gesamt: 6/10

Fotocopyright: Capcom

Battlefield 3 (PC/Playstation 3)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle verschiedener Soldaten, die u. A. im Irak stationiert sind und dort die Reste von Atomsprengköpfen finden. Nun gilt es in der Heimat nach möglichen Attentätern Ausschau zu halten und parallel weitere Beweise im Kriegsgebiet zu sichern.

Gameplay

In bester Serientradition handelt es sich bei „Battlefield 3“ um einen Ego-Shooter mit üblicher Mechanik – der allerdings vom Flug- und Panzermissionen (ähnlich wie beispielsweise bei „Call of Duty“) aufgelockert wird. Im Gegensatz zu seinen direkten Vorgängern („Battlefield 1942“ und „Battlefield 2“) haben die Macher bei der Konkurrenz abgeschaut und eine waschechte Singleplayer-Kampagne entworfen – die einzig und allein Gegenstand dieser kleinen Besprechung darstellen soll.

Die Kampagne ist zwar kompakt (rund 6 bis 7 Stunden), aber angenehm straff präsentiert und kommt ohne Längen daher. Die Schlagzahl ist hoch und kleinere Zwischenfilme kühlen wieder runter. Diese erzählen die durchaus realistische Handlung aus anderer Perspektive weiter und halten bis zum Ende doch einigermaßen passabel bei Laune.

Auch wenn das Spiel schon ein paar Tage auf dem Buckel und wohl mit unzähligen Patches bestückt wurde, ist es nicht frei von kleineren Bugs – die teilweise zu einem Laden des letzten Speicherpunktes führen. So bin ich beim Schleichen in Gegenständen hängengeblieben oder kam auf einer Leiter nicht mehr von einem computergenerierten Kameraden weg. Einmal habe ich eine Tür geöffnet und bin direkt auf dem Desktop gelandet. Nervig, aber zu verkraften und bei weitem nicht so wild wie die Bugs einiger aktueller Vertreter…

Präsentation

Es ist schon fast unglaublich, dass dieses Spiel schon rund zehn Jahre auf dem Buckel hat. Während ich den Titel zuerst auf der „Playstation 3“ begonnen und wegen schwammiger Steuerung und niedriger Framerate auf den PC gewechselt habe, wurde ich mehr als angenehm überrascht.

Audiovisuell kann der Titel (in 4K mit Ultra-Details und hochwertigem Headset) fast noch mit aktuellsten Vertretern mithalten und beeindruckt mit vielen kleinen Details, wie grandiosen Lichteffekten, Verschmutzungen im Sichtfeld oder zerstörbaren Umgebungen. Sicherlich wird der gute Eindruck durch ein paar grobe Texturen aus unmittelbarer Nähe getrübt, dennoch macht die Technik noch Einiges her.

Der Sound an sich war ebenfalls sehr gut, jedoch auf beiden Testplattformen (PC und Playstation 3) zuweilen etwas komisch abgemischt. Während auf dem PC die Dialoge in den Hintergrundgeräuschen untergingen, kam der Klang bei der Konsole streckenweise viel zu laut aus einer Richtung. Da half auch kein Justieren in den (überschaubaren) Audio-Einstellungen.

Positiv:
– noch immer sehenswerte Grafik (PC)
– tolle Soundkulisse
– ein paar herausragend designte Missionen
– dank guter KI – ein nettes Gemeinschaftsgefühl

Neutral:
– technisch angestaute Zwischensequenzen
– mittelprächtige Synchronisation
– kurze Kampagnen-Dauer

Neutral:
– schön gemachte, aber schlecht spielbare Flug-Missionen
– noch immer ein paar Glitches, die zum Neustart des Abschnitts zwingen
– extrem ruckelig und schwammig steuerbar (Playstation 3)

Fazit

Ich habe „Battlefield 3“ bei seinem Release digital auf dem PC gekauft und nach der kurzen Kampagne recht schnell wieder von der Festplatte entfernt. Im letzten Sommer ist mir dann die Disc-Variante für die Playstation für einen schlappen Euro in die Hand gefallen und am letzten Wochenende kam ich endlich mal zum Abarbeiten der alten Flohmarktschätze. Aufgrund der schwachen Konsolen-Performance bin ich dann recht schnell zum PC gewechselt und wurde mehr als angenehm dafür entschädigt.

Trotz seines stolzen Alters kann der Titel vor allem optisch noch immer beeindrucken und Missionen wie der Sniper-Einsatz im Kaufhaus ziehen noch immer in den Bann. Recht schnell habe ich mich erneut durch das Szenario gekämpft und würde mich um eine weitere Fortsetzung wieder sichtlich freuen. Die letzten „Weltkriegs-Battlefields“ waren zwar nicht schlecht, aber irgendwie hat mir das zeitgemäße Setting mit modernen Waffen einen Ticken besser gefallen.

Bei all dem Glanz schaue ich über unübersichtliche Flug-Abschnitte und – für mich eher drögen – Panzereinsätze hinweg und feiere die starken Bodeneinsätze, die mit hübscher Optik und spannenden Passagen noch immer ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Wer das Spiel nicht kennt und grundsätzlich nichts gegen einen guten Action-Snack hat, sollte es für schmales Geld durchaus mal (auf dem PC!) nachholen.

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: EA Games

„Playstation“ ist eine eingetragene Marke.

Dear Esther

Inhalt

Der Spieler ist gestrandet auf einer kleinen Insel und hat keinerlei Erinnerungen mehr. Nun gilt es nach Hinweisen zu suchen und die Hintergrundgeschichte zu rekonstruieren…

Gameplay

Ähnlich wie das zuletzt besprochene „Gone Home“ ist „Dear Ester“ ein Walking-Simulator mit äußerst eingeschränktem Szenario und äußerst eingeschränkten Interaktions-Freiraum. Der Spieler erkundet eine kleine Insel und baut die Story anhand von Artefakten selbst zusammen. Dies findet in der Ego-Perspektive mit genretypischer Steuerung statt.

Spielzeit

Ähnlich wie beim bereit erwähnten „Gone Home“ betrug die Spielzeit etwa eine Stunde, in der ich völlig entspannt und ohne Hatz vom Geschehen fesselt war. Das mag sich erneut nach wenig anhören, doch für manche Berufstätige ist das mal eine Dauer, die in einem Zuge bewältigt werden kann und so der Spannungsfaden nicht abreißt.

Präsentation

Grafisch macht „Dear Esther“ – zumal gemessen am Alter – Einiges her. Eine realistische Inselkulisse, gepaart mit stimmig designten Höhlen laden zum Erkunden ein. Dazu gesellen sich tolle Lichteffekte, die insbesondere in den eigentlich so dunkeln Passagen für spektakuläre Bilder mit Aha-Momenten sorgten.

Der Soundtrack ist passend, stimmig, überwiegend unauffällig.

Positiv:

  • schöne Präsentation
  • tolle Atmosphäre
  • nette Geschichte mit gutem Ausklang
  • einfache, präzise Steuerung

Negativ:

  • komplett gradlinig
  • wenig Interaktionsmöglichkeiten
  • kurze Spieldauer

Fazit

Mit „Dear Esther“ reiht sich ein besonders schöner Titel in die Riege der entspannten „Walking-Simulatoren“ ein und hält Genrefans kurz und knackig bei Laune. Die herrliche Optik hebt sich von einigen Mitstreitern ab und der coole Twist am Ende war wirklich ein Augenöffner.

Die äußerst kurze Spielzeit möchte ich erneut in Relation zum Anschaffungspreis setzten und dafür geht das Preis-/Leitungsverhältnis gerade noch so in Ordnung. Der Titel ist oftmals im einstelligen Eurobereich zu haben und dafür ist der rasche Trip ein schönes Schnäppchen.

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: The Chinese Room

« Ältere Beiträge