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Dagon: by H. P. Lovecraft (PC)

Einführung

Bei gog (externer Link, keine Haftung) gibt es zur Zeit die Anwendung „Dagon: by H. P. Lovecraft“ zum kostenfreien Download. Bewusst schreibe ich „Anwendung“ – denn ein echtes Spiel ist das Gebotene nicht. Trotzdem sollten Fans des Autors weiterlesen…

Gameplay & Spielzeit

„Dagon“ ist kein Spiel im klassischen Sinne, sondern vielmehr ein interaktives „Büchlein“ rund ums Thema Lovecraft. In der zirka halbstündigen Erfahrung klicken wir uns durch einzelne Teilanimierte Bildschirme und erfahren mehr über die Grusel-Legende und vor allem wie er zu seinen fantastischen Geschichten inspiriert wurde.

Wir schlüpfen in die Haupt des Schreibers und erleben den aufsteigenden Wahnsinn am eigenen Leibe. Dabei reduzieret sich das eigentliche Gameplay auf das Anklicken von Gegenständen und dann geht die Handlung automatisch weiter. Man kann gar nicht feststecken, sterben oder irgendwie Einfluss auf die Ereignisse nehmen. Alles wie in eine Buch, dessen Verlauf man einfach folgt.

Präsentation

Optisch trifft das Geschehen ganz meine Vorstellungen von der „Cthulhu“-Thematik. Tolle Aufnahmen, wunderschöne Hieroglyphen und stimmige Settings. Alles wirkt wie aus einem Guss und keinen Grund zur Klage. Schade, dass alles etwas eingeschränkt wirkt – denn gerne hätte ich noch mehr der hübschen Kulissen erkundet.

Die – zum Teil gar nicht mal so einfachen – Texte wurden astrein ins deutsche übersetzt und der raue englische Sprecher sorgt für Atmosphäre. Bin froh, dass hier der Originalton beibehalten wurde – denn eine deutsche Lokalisation in ähnlicher Qualität wäre schwierig geworden.

Fazit

Der Autor mag umstritten und zum Teil fehlinterpretiert sein, doch seine Werke faszinieren noch heute. „Dagon“ war eine nette Bereicherung für seine Fans und eine außergewöhnliche Erfahrung – die ich in ähnlicher Form gerne wiederholen würde. Vielleicht werde ich noch die weiteren „DLC“ erwerben – denn somit unterstützt man die kreativen Köpfe hinter diesem Projekt. Lovecraft-Jünger schaut rein und supportet!

Empfehlenswert!

Link bei gog: Dagon: by H. P. Lovecraft

Fotocopyright: Bit Golem

Batman Arkham City (PC)

Inhalt

Das Gefängnis von Arkham ist Geschichte und der Wahnsinn hat sich nun über einen kompletten Stadtteil ausgebreitet. Die Regierung hat eine große Mauer errichtet und die Kriminellen sich selbst überlassen. Batman jedoch ahnt, dass etwas im verlassenen Gebiet brodelt und versucht das Geheimnis zu lüften…

Gameplay

Am besten (und durch das im Gegensatz zum Vorgänger deutlich erweiterten Gebiet) lässt sich der Titel am eheste mit „Assassins Creed“ vergleichen, obwohl sich das Game dabei etwas kompakter und wesentlich straffer erzählt anfühlt.

Es gibt zwar ein großes Areal zu erkunden, doch sind Felißaufgaben und unbedingtes Aufleveln für die eigentliche Handlung gar nicht erforderlich. Man kann sich gut auf seine Hauptaufgabe konzentrieren und erhält zur richtigen Zeit die notwendigen Skillpunkte, um Ausrüstung, Moves oder Gadgets zu verbessern.

Batman hat es aber nicht nur mit dem Verkloppen von feindlichen Schergen zu tun, sondern muss auch hin und wieder kleine Knobbeleinlagen meistern. Im einfachsten Fall gilt es mit der zuschaltbaren Detektiv-Optik ein paar verstecke Gänge zu finden, im schwierigsten Fall muss man mit dem Batarang ein paar schwer erreichbare Schalter umlegen oder sich einen sicheren Weg über Säureflüsse zu überlegen.

Spielzeit

Mein Steam-Account hat mir nach dem Abschluss der Hauptstory knappe 11 Stunden Spielzeit angegeben – wobei hier nur ein kleiner Bruchteil an Zusatzmissionen und Sammelaufgaben absolviert wurden. Für mich ist das vollkommen ausreichend, Komplettisten dürfen aber gerne noch etliche Stunden dazu addieren.

Präsentation

Obwohl der Titel mittlerweile einige Jährchen auf dem Buckel hat, überzeugt die Optik mit ihrem düsteren, verregneten Look auf ganzer Linie. Mittlerweile ist die Hardware auch so stark, die komplett sichtbare Stadt (ordentliche Weitsicht!) flüssig und ohne Ruckler darzustellen – was für durchaus beeindruckende Ansichten sorgt.

Gezockt habe ich auf meinem Steamdeck, was die Auflösung natürlich stark beschränkt (1280×800), aber dennoch einen ansehenlichen Eindruck hinterließ. Die Animationen der Figuren war klasse und die Details (Löcher im Umhang, etc.) noch immer recht beachtlich.

Der Ton (wahlweise deutsch oder englisch) war in beiden Lokalisationen gelungen, wobei die leicht „knurrigere“ Originalspur wesentlich mehr mitreißen konnte.

Positiv

  • stimmige Präsentation
  • spannende Handlung
  • viele Gadgets
  • flüssige Kämpfe
  • cooles Figurendesign
  • ordentliche Spielzeit
  • einfaches Auflevel-System
  • teils gute Kopfnüsse…

Neutral

  • … teils nervige Kopfnüsse
  • Moves gehen nicht immer so gut von der Hand
  • teils fummelige Gadget-Bedienung
  • manchmal leichte Orientierungsprobleme
  • Sammelobjekte/Nebenmissions-Marker reißen aus der Immersion

Negativ

  • Trial & Error Passagen
  • Steuerung reagiert nicht immer wie gewünscht
  • Schwierigkeitsgrad schlecht abgestimmt (Kämpfe zu leicht, andere Einlagen zu schwer)

Fazit

„Arkham City“ ist sicherlich nicht perfekt, aber eine spürbare Weiterentwicklung zu seinem Vorgänger und in allen Belangen deutlich epischer – ohne dabei zu überladend riesig zu wirken.

Die spannende Geschichte wurde knackig und frei von Längen erzählt, die vertrauten Figuren ganz toll in Szene gesetzt und unerwartet frisch präsentiert. Das Kampfsystem mag auf den ersten Blick simpel erscheinen, doch wird im Laufe der Zeit – nicht zuletzt wegen der ganzen Spielzeuge – immer komplexer und erfordert etwas Gedächtnistraining.

Wer „Batman“ mag und nichts gegen das offenere Setting hat, wird bei diesem Spiel noch immer auf seine Kosten kommen. Die tolle Technik sorgt auch heute noch für gute Spielbarkeit und die Rätsel sind sowieso noch nicht aus der Mode gekommen. Manchmal habe ich geflucht, doch mich überwiegend köstlich amüsiert und mit innerlichem Grinsen denke ich noch an so manch kultige Passage zurück.

„Arkham City“ ist ein Musterbeispiel, wie man eine beliebte Vorlage mit Bravour in ein tolles Videospiel verwandeln kann!

Grafik: 8/10
Sound: 8/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 8,5/10

Fotocopyright: Warner/Rocksteady

The House of the Dead 3 (PC)

Inhalt

Um einen Wissenschaftler zu retten, dringen 2 Spezialagenten in einen von Zombies verseuchten Laborkomplex ein und müssen sich neben den Untoten auch allerlei anderen fehlgeschlagenen Experimenten herumschlagen…

Gameplay

Auch Teil 3 bleibt der typischen Serientradition treu und präsentiert sich als astreiner Lightgun-Shooter ohne Schnörkel. Außer dem Zielkreuz und den Tasten zum Ballern bzw. Nachladen gibt es nicht viele Kommandos zu erlenen und gute Reaktionen sind grundsätzlich gefragt.

Da sich das Handling mit klassischen Zappern jedoch als schwierig gestaltet, konnte die von mir getestete PC-Version aber recht gut mit der Maus absolviert werden und gab keinen Grund zur Klage.

Spielzeit

Die eine Spielzeit beträgt zirka eine halbe Stunde, wobei Zwischensequenzen und Scoreboards uns dann insgesamt um die 45 Minuten bei Laune hielten. Im Gegensatz zu anderen Titeln, hielt sich die Anzahl an Abzweigungen bescheiden zurück. Wir können nur an wenigen Stellen bestimmen, worin unsere Akteure als Nächstes aufbrechen sollen – beim Labor an sich lediglich die Reihenfolge der Etagen auswählen – absolvieren müssen wir sowieso alle.

Präsentation

Technisch ist das Spiel sicherlich angestaubt, doch sein Artdesign weiß noch immer zu gefallen. Der Comiclook passt ganz gut zum trashigen Auftritt der Figuren und eine schwache englische Synchronisation unterstreicht dieses Flair. Immerhin sollte der Titel auch auf betagteren Rechnern flüssig laufen und mit kurzen Ladezeiten aufwarten.

Positiv

  • kurzweiliges Gunplay
  • gute Spielbarkeit
  • schönes Gegnerdesign
  • trashige Inszenierung
  • kleiner „Snack“ für Zwischendurch

Neutral

  • kurze Spielzeit
  • vergleichsweise wenige Abzweigungen
  • Technisch eher durchwachsen

Negativ

  • wenig unterschiedliche Gegnertypen
  • schwache Sprachausgabe
  • kleinere Grafikfehler

Fazit

Man muss dieser Art von Spielen etwas abgewinnen können, um deren Vor- und Nachteil zu verstehen und ihnen letztlich etwas abzugewinnen. „The House of the Dead 3“ war seinerzeit ein konsequenter, unaufgeregter Nachfolger eines der besten Lighgun-Shooters aller Zeiten und blieb seinen wesentlichen Grundzügen treu.

Der Titel spielt sich gut weg und bleibt nicht lange in Erinnerung – was jedoch seiner Wiederspielbarkeit in regelmäßigen Abständen („alle Jahre wieder“) irgendwo zu Gute kommt. Ich mag die Reihe und habe damit regelmäßig meinen Spaß, auch wenn dies immer nur von kurzer Dauer ist. Bei Genrefreunden gehört dieses Werk definitiv in die Sammlung, obwohl die nüchterne Bewertung eigentlich dagegen spricht. Das Ding macht schon echt gut Laune – nur eben nicht für einen längeren Zeitraum am Stück.

Grafik: 6/10
Sound: 6/10
Gameplay: 5/10
Gesamt: 6,5/10

Fotocopyright: SEGA

Road 96 (PC)

Inhalt

Der Spieler schlüpft abwechselnd in die Rolle von verschiedenen Charakteren, deren Handlungsfäden sich im Laufe der Zeit durchaus überschneiden können. Allesamt sind mit der Regierung unzufrieden und versuchen am Ende ihrer beschwerlichen Reise einen rettenden Grenzübergang in die Freiheit zu überschreiten…

Gameplay

Das Gameplay ist so ungewöhnlich, wie es die grobe Inhaltsangabe vielleicht schon vermuten lässt. Das Spiel gliedert sich in einzelne Kapitel, in denen man jeweils die Kontrolle über einen Jugendlichen aus der Ego-Perspektive übernimmt. Zu Fuß, per Anhalter, Bus oder Taxi nähert man sich immer weiter der verheißungsvollen Grenze. Ziel ist natürlich die Überschreitung und die Flucht in die Freiheit, doch der Weg dorthin ist sehr beschwerlich und mit allerlei verrückten Charakteren gespickt.

Oftmals kann der Spieler selbst wählen, wie er seine Reise fortsetzt und wie er mit anderen Figuren kommuniziert. Manche Entscheidungen haben dabei so heftige Auswirkungen, dass sie bis zum bitteren Ende nachhallen. Sollte man beispielsweise beim Überqueren der Grenze erschossen werden, unterhalten sich die Leute in den folgenden Kapiteln über diesen tragischen Zwischenfall.

Durch Tod oder Verhaftung können die Abschnitte zwar vorzeitig enden, dennoch geht das Spiel unbeirrt weiter. Es gibt keinen klassischen „Game Over“-Bildschirm und der Spieler erreicht das Finale auf jeden Fall – doch von seinen Entscheidungen hängt die Qualität des Ausgangs ab. Konnten viele Menschen gerettet oder gar das System gestürzt werden? Ihr entscheidet.

Spielzeit

Das Spiel ist in 7 Episoden unterteilt – die je zirka eine Stunden Spielzeit in Anspruch nahmen. Aufgrund der unterschiedlichen Entscheidungen und Abzweigungen lohnt sich ein erneutes Durchspielen.

Präsentation

Das Spiel kommt in einen hübschen Comic-Look daher und bot einen tollen Soundtrack. Leider gab es lediglich deutsche Untertitel zur guten englischen Sprachausgabe, aber das war nur halb so wild. Das Geschehen lief auf meinem Testsystem (Ryzen 7, Geforce 3060) butterweich in 4k bei maximalen Details und hielt nur selten kleinere Clippingfehler bereit. Natürlich mag der Stil Geschmackssache sein, doch zu den teils überzeichneten Figuren hat er prima gepasst und nahm den Szenario nicht die ernsthaften Ansätze.

Positiv

  • innovatives Spielkonzept
  • packende Handlung
  • Entscheidungen mit spürbaren Auswirkungen
  • liebenswerte Figuren
  • tolle Präsentation
  • schöner Soundtrack
  • schneller Spieleinstieg

Neutral

  • simple Mini-Spielchen
  • gradliniger Verlauf

Negativ

  • kleinere Grafikfehler
  • nur englische Sprachausgabe

Fazit

„Road 96“ war so ungewöhnlich wie erfrischend. Hatte mich zuletzt schon „Lake“ mit einem innovativen Spielprinzip überrascht, passt hier allerdings auch der eigentliche Inhalt. „Road 96“ nimmt den Spieler mit auf eine intensive Reise mit viel Gefühl, abwechslungsreichen Aufgaben und enorm viel Spannung.

Der Comiclook hat in diesem Fall wie die Faust aufs Auge gepasst und ließ die durchaus ernsteren Grundtöne nicht verstummen. Das Spiel ist ein packendes Gesamtkunstwerk mit hohem Suchtfaktor und erinnerungswürdigen Momenten. Es war gut, dass das Geschehen relativ gradlinig und somit dicht erzählt wurde, Figuren sterben konnten und die Handlung trotzdem weiterging. Man kommt hier immer ans Ziel – nur die Anzahl der Geretteten variiert hierbei.

Für mich war „Road 96“ eine echte Überraschung und somit ein absoluter Geheimtipp für interessierte Zocker. Wer storygetriebene Spiele mag und mal eine Abwechslung zu beispielsweise „Life is strange“ und Konsorten sucht, liegt hier goldrichtig.

Grafik: 7,5/10
Sound: 8/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: DigixArt/Ravenscourt/Koch Media/Plug In Digital

Max Payne 3 (PC, XBOX360)

Inhalt

Ein alter Freund verhilft dem ehemaligen Cop Max Payne zu einem Leibwächter-Job bei einer zwielichtigen Familie. Als Personenschützer überwacht er die Schönen und Reichen hauptsächlich bei Partys und geht dabei gerne seinem Schicksal als Trinker nach. Als finstere Gestalten auftauchen und Geiseln nehmen, wird sein vergrabener Ehrgeiz jedoch von Neuem geweckt…

Gameplay

In bester Serientradition folgte der dritte Teil dem Wesen seiner Vorgänger und servierte uns knallharte Actionkost aus der Third-Person-Perspektive. Der Spieler übernimmt die Rolle von Max Payne, der sich nach etwas Eingewöhnung obgleich der zunächst etwas trägen Steuerung alsbald geschmeidig und zielsicher durch die Level manövrieren lässt.

Natürlich stand auch hier wieder die legendäre „Bullet Time“ zur Verfügung, mit der auf Knopfdruck alles auf Zeitlupengeschwindigkeit abgebremst wird. Payne kann so einfacher größere Gegnerhorden aufs Korn nehmen und manch brenzlige Situation geschickter für sich entscheiden. In manchen Schlüsselmomenten wechselt das Geschehen aber auch automatisch in diesen Modus und unterstreicht den sowieso schon sehr cineastisch angelegten Look des Spieles.

Das Leveldesign war einigermaßen abwechslungsreich, führte uns auf Hochhäuser, über Friedhöfe, in Ghettos bis hin zu luxuriöse Yachten. Allein Settings gemein war jedoch ein äußerst gradliniger Aufbau, der uns nie länger an einem Vorankommen hängen ließ. Zwar waren die Ausgangstüren optisch nicht immer herausstechend gekennzeichnet, doch die Wegführung war zumeist recht eindeutig und ließ keine alternativen Routen zu.

Auf Rätsel wurde gar gänzlich verzichtet. Max muss neben dem Ballern vielleicht 4-5 mal auf irgendwelche gut platzierten Knöpfchen drücken und dann gingen die naheliegenden Flucht-Türen auf. Dies kam zwar dem actionorientierten Spielfluss und der Gesamtgestaltung zu Gute, hätte aber gerne durch kleine Knobellein zur richtigen Zeit gebremst werden dürfen.

Spielzeit

Auf einfacher Spielstufe (die auch schon ein paar knackige Momente aufzuweisen hat), habe ich auf PC und Konsole zirka 6-7 Stunden mit der Hauptkampnage verbracht. Auch hier empfand ich die Spielzeit als genau richtig, denn sonst hätte sich das spaßige – aber arg repetitive – Design womöglich stärker abgenutzt. So kam es wenigstens zu keinen Längen und der Unterhaltungswert war durchwegs sehr hoch.

Präsentation

Grafisch lockt das Geschehen heute natürlich Niemand mehr hinter dem Ofen hervor, macht aber – gerade auf dem PC in 4k und maximalen Details – einen soliden Eindruck. Die kantigen Figuren sind auf jeden Fall nett animiert und so manch Lokation (z.B. die Slums in Brasilien) wirkte farbenfroh und stimmig. Besonders gut hat mir der abwechslungsreiche Soundtrack und vor allem die kernige Synchronstimmte der Hauptfigur gefallen.

Das Spiel ist übrigens auf englisch – aber so einfach verständlich, dass man nicht unbedingt auf die optionalen deutschen Untertitel angewiesen ist.

Positiv

  • kurzweiliger Ballerspaß
  • nette Hintergrundgeschichte
  • erwachsene und schöne Inszenierung
  • technisch noch immer annehmbar
  • coole Zeitlupeneffekte
  • toller Sprecher der Hauptfigur

Neutral

  • recht gradliniges Leveldesign
  • überschaubare Spielzeit
  • keinerlei Rätsel
  • Bullet-Time nicht immer nötig

Negativ

  • weniger düster als seine Vorgänger
  • übertriebener Einsatz von Stilmitteln

Fazit

„Max Payne 3“ ist ein Kind seiner Zeit, was sich vor allem bei den grellen Bildeffekten und zum Teil verwirrend schnellen Schnitten in den Zwischensequenzen zeigt. Davon abgesehen ist das Teil jedoch erstaunlich gut gealtert und weitaus hübscher als manch Konkurrent der damaligen Zeit. Immerhin sind knappe 10 Jahre kein Pappenstil.

Im Grunde ist der Titel nur ein simpler Shooter im „Dauerfeuer-Modus“, der diese Aufgabe allerdings mit Bravour und Leichtigkeit erledigt. Das Gunplay macht Laune und generiert uns selbst bei der hundertsten Zeitlupenaufnahme noch ein breites Grinsen auf den Lippen. Das Geschehen fühlt sich gut beherrschbar, kurzweilig und cineastisch an.

Klar haben die Vorgänger die Messlatte enorm hoch angelegt und Teil 3 mit seiner weniger düsteren Art irgendwo sein eigenes Ding gemacht, aber das war für mich gar nicht mal so tragisch. Schon auf den ersten Bildern konnte man im Vorfeld den Kontrast gut erkennen und seine Erwartungen entsprechend ausrichten. Für mich noch immer ein sehr kurzweiliges Spiel, welches die Wartezeit auf die Remakes der Erstlinge immerhin für ein paar Stündchen verkürzt.

Grafik: 7/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Rockstar Games

Ghostwire Tokyo (PC)

Inhalt

Nach einem schweren Unfall wird unser Ego von einer unbekannten Macht durchdrungen und dient fortan als Wirt für den fremden Geist. Glücklicherweise ist dieser unserem Protagonisten gut gesinnt und hilft ihm bei der Rettung seiner Schwester – die sich irgendwo im mittlerweile geheimnisvoll-verlassenen Tokyo befindet…

Gameplay

Entgegen aller Erwartungen ist „Ghostwire Tokyo “ kein Grusel- oder Survivalspiel, sondern ein recht klassisches Open-World-Abenteuer geworden. Das namensgebende Tokyo dient hierbei als riesige Kulisse und möchte von uns erforscht werden.

Anhand einer Karte und selbst definierbare Wegpunkten, decken wir nach und nach neue Bereiche frei und treiben die Suche nach der Schwester voran. Die Stadt ist zunächst von einem tödlichen Nebel eingehüllt, doch mit dem Säubern von verwunschenen Toren machen wir die Viertel wieder passierbar.

Gespielt wird aus der Ego-Perspektive und die Steuerung gestaltet sich per Controller oder Maus/Tastatur-Kombination recht einfach. Anstelle von Waffen lernt unser Protagonist diverse Zaubersprüche und feuert so Wasserfontänen oder Feuerbälle auf seine Gegner. Die Aktionen werden uns recht schnell näher gebracht und können durch einen Talentbaum weiter optimiert werden (mehr Schaden, höhere Reichweite, etc.).

Eine der größten Aufgaben bestand allerdings nicht nur darin, die besagten Tore inmitten der Häuserschluchten zu finden, vielmehr diese auch irgendwie zu erreichen. Die Pforten befanden sich nämlich nicht nur auf dem Boden, sondern teilweise auf hohen Gebäuden – die irgendwie erklommen werden mussten.

Spielzeit

Mein letzter Speicherstand vor dem Endboss zeigte knapp 7 Stunden an – was für ein Spiel dieser Gattung doch recht überschaubar ausfiel. Ich muss jedoch sagen, dass ich mich lediglich auf die Hauptstory konzentriert und keinerlei Nebenmissionen begonnen und meinen Talentbaum auch nicht maximal ausgebaut habe. Dazu wurde auf leichtem Schwierigkeitsgrad gezockt – bei dem die Endgegner keinerlei Probleme darstellten, sogar teilweise ohne jeglichen Schaden zu erleiden niedergerungen werden konnten.

Präsentation

Die Grafik hinterließ gemischte Gefühle. Zugunsten schicker Raytracing-Effekte musste ich das Geschehen von 4k auf Full-HD herunterschrauben und war mir trotzdem unschlüssig. Fotorealistische Gebäude und Plakate standen einfach gestrickten und überwiegend sehr leeren Straßen entgegen, nach optischen Leckerbissen folgten immer mal wieder triste und gleichförmige Abschnitte. Insgesamt noch gut, aber keine neue Referenz – und mangels Lebhaftigkeit eben nicht mit beispielsweise „Cyberpunk 2077“ vergleichbar.

Die deutsche Vertonung war hingegen sehr gelungen und die meist eher dezent eingesetzte Musik sehr atmosphärisch. Manche Dialoge wiederholten sich gelegentlich, doch als besonders schlimm empfand ich diesen Umstand nicht.

Positiv

  • tolles Setting
  • interessante Handlung
  • schönes Charakterdesign
  • teils sehr stimmige Präsentation
  • gute deutsche Sprachausgabe
  • realtiv frei von Bugs
  • gute Wegfindung / ausgezeichnete Karte

Neutral

  • Überschaubare Dauer der Hauptkampagne
  • wenig Grusel
  • zu kurze „Walking-Passagen“
  • hin und wieder kurze Performance-Einbrüche

Negativ

  • wenig verschiedene Gegnertypen
  • Kulisse fühlte sich sehr leer an
  • vermeintlich viele Fleißaufgaben

Fazit

Die ersten Ankündigungen hatten mich seinerzeit in die Irre geführt. Erwartet hatte ich zunächst ein bizarres Grusel-Abenteuer, bekommen habe ich dann letztlich ein erschreckend bodenständiges Open-World-Spiel mit Anleihen aus der japanischen Mythologie. Schlecht ist der Titel dann zwar nicht gewesen, doch das volle Potential konnte nicht ausgeschöpft werden.

Mit meinen knapp 7 Stunden bin ich sicherlich sehr durch das Geschehen „durchgerannt“, hatte aber ehrlich gesagt auch keine Lust auf viele Fleißaufgaben. Nach kurzer Zeit war die Map so heftig mit potentiellen Baustellen zugepflastert, so dass ich mir nur noch Schnellreise-Spots und Marker für die Hauptaufgaben eingeblendet und den Rest bewusst ignoriert habe.

Stellenweise hat das Ballern richtig Spaß gemacht, manchmal gab es trotz kompakten Laufzeit schon leichte Durchhänger. Es war im Grunde immer das Selbe zu tun und interessante Ausreißer (z.B. atmosphärische „Walking-Einlagen“) waren viel zu selten und viel zu kurz. Das Abklappern der Tore war repetitiv und hätte für meinen Geschmack ruhig einen Ticken weniger auftreten dürfen.

Die launige Story hat mich dann doch bis zum bitteren Ende bei Laune gehalten und versöhnlich vor dem Abspann verweilen lassen, aber eine uneingeschränkte Empfehlung kann ich leider nicht aussprechen. Gerne hätte ich auf eine offene Spielwiese verzichtet und dafür den Fokus auf mehr gescripteten Grusel gelegt, mehr im Reich der mysteriösen Fabelwesen abgetaucht. So wurden durchaus tolle Ansätze mit vielen Wiederholungen immer wieder getrübt.

Ein gutes Spiel, aber nicht der erhoffte Hit.

Grafik: 8/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Bethesda Softworks

Syberia 4: The World Before (PC)

Inhalt

Bei der Flucht aus dem sibirischen Gefängnis fällt Kate Walker ein altes Bild in die Hände. Es zeigt eine junge Dame, die ihr verblüffend ähnlich sieht und ein neues Abenteuer lässt so nicht lange auf sich warten…

Gameplay

Genau wie bei den Vorgängern handelt sich sich beim nunmehr vierten Teil der bekannten Reihe um ein waschechtes Adventure, welches ich aufgrund seiner Steuerung schon fast in zwei Untergenre aufteilen möchte.

Mit der Maus fühlt sich das Geschehen wie ein klassisches Point-and-Klick-Adventure an, während das Gamepad eine direkte Steuerung der Protagonistin ermöglicht und das Treiben so etwas moderner anmuteten lässt. Fakt ist jedoch, dass beide Möglichkeiten ihre Vor- und Nachteile boten – weshalb ich ständig zwischen ihnen hin und her gewechselt habe.

So macht das nähere Untersuchen von Maschinen oder Dokumenten mit der Maus wesentlich mehr Spaß, während das Manövrieren von Kate mit dem Gamepad wesentlich exakter und schneller daher kam.

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten war Syberia 4 sehr gradlinig aufgebaut. Die Reihenfolge der Lokationen ist vorgegeben und die Rätsel meist vergleichsweise einfach. Oft liegen die Dinge recht nah beieinander und längere Laufwege bleiben uns hierdurch erspart.

Die Kopfnüsse an sich waren überwiegend sehr kreativ erdacht und schienen im Gesamtkontext auch nicht so enorm aufgezwungen wie bei anderen Titeln. Klar hielten einige Elemente (öffnen von Truhen) gewollt auf auf, doch es fühlte sich nicht so sehr nach Fleißarbeit an und machte dank der eingängigen Knobelleien durchaus Laune.

Interessant war auch das Spiel mit verschiedenen Zeitebenen. So mussten wir uns in einigen Situationen die Dinge in der Vergangenheit anschauen, um sie dann in der heutigen Zeit nachzubilden – beispielsweise Türcodes oder Schaltpläne. Wer schlau ist, fotografiert die Lage natürlich kurz mit den Handy ab und muss nicht während des Zockens ständig hin und her schalten.

Im Laufe der Spielzeit übernehmen wir jedoch nicht nur die Rolle von Kate, sondern steuern auch mal die junge Dana, ihrem Geliebten oder sogar Begleiter Oskar – der grundsätzlich immer gute Tipps oder flotte Sprüche auf Lager hatte.

Spielzeit

Mit rund 11 Stunden lag das Spielzeit für ein Adventure im guten Mittelfeld und das war auch vollkommen in Ordnung. Dadurch, dass es immer perfekt voran ging und man selten länger an einem Punkt verweilte, kam keine Langeweile auf und die interessante Handlung hielt sowieso bis zum Ende bei Laune. Man fühlte sich stets wie in einem tollen Roman, der an den richtigen Stellen auch mal zurecht dick auftraten durfte.

Präsentation

Die extrem hochwertige audiovisuelle Präsentation ist der der größten Stärken des Titels. Figuren und Kulissen schauen nicht nur eindrucksvoll aus, sondern glänzen mit serientypischen Merkmalen wie außergewöhnlicher Architektur oder den vielen „Steampunk“-Elementen. Es machte Spaß, ständig neue Details zu entdecken und sich von faszinierenden Konstruktionen beeindrucken zu lassen. In 4k mit maximalen Details kam es auf meinem System (Ryzen 7, Geforce 3060) gelegentlich zu kleineren „Nachlade-Rucklern“, aber bei Full-HD lief alles butterweich.

Akustisch gab es nicht nur eine hervorragende Sprachausgabe, sondern auch einen richtig guten Soundtrack mit einigen phänomenalen Stücken, wie die Hymne der Stadt Vaghen.

Positiv

  • tolle audiovisuelle Präsentation
  • geniales Art-Design
  • spannende Handlung
  • interessante Figuren
  • brillante Metaphern
  • perfekter Spielfluss
  • launige Rätsel
  • abwechslunsgsreiches Gameplay
  • hochwertige deutsche Vertonung

Neutral

  • recht gradlinig
  • größenteils einfache Rätsel

Negativ

  • hin und wieder grobe Texturen
  • kleine nicht überspringbare Zwischensequenzen

Fazit

Schon seit Veröffentlichung des ersten Teils habe ich mich in die Reihe verliebt. Zwar hatte Syberia schon immer ein paar spielerische Macken, doch sein grandioses Design hat stets wohlwollend darüber hinwegschauen lassen.

Auch wenn Teil 3 (seinerzeit sogar als Collector`s Edition vorbestellt) nicht ganz an die erzählerische Klasse der Erstlinge herangekommen ist, habe ich den Titel ebenfalls gerne gespielt und war nach der Demo von Syberia 4 erneut in Vorfreude.

Ich kann nur sagen, dass sich das Warten für mich absolut gelohnt hat und man sich den Schwächen des direkten Vorläufers vollumfänglich angenommen hat. „The World before“ war ein fantastisches Adventure, welches ab der ersten Minute in seinen Bann zog und bis zum bitteren Ende kaum das Gamepad (oder die Maus) aus der Hand legen ließ.

Die Präsentation war atemberaubend, die Handlung packend und alles obendrein sehr filmreif inszeniert. Der Wandel zwischen den Zeiten hat hier hervorragend funktioniert und war ein ungeahnt wertvolles spielerisches Element.

Den eher gradlinigen Aufbau mit seinen größtenteils sehr leichten Rätseln habe ich zwar unter „Neutral“ eingeordnet, letztlich aber sehr begrüßt. Die Aufgabenstellungen waren meist sehr eindeutig und man wusste fast immer auf den ersten Blick, was genau zu tun war. Zudem sorgte die Einschränkung auf die aktuelle Lokation stets für gutes Voranschreiten und nicht dem mühseligen Abklappern dutzender Bildschirme.

Zwar erwiesen sich nicht überspringbare Dialoge als kleine „Strecker“, aber mehr als nur ein paar Sekunden hielten sie letztlich auch nicht auf und führen zu keinerlei Abwertung. Es mag vielleicht ein wenig blasphemisch klingen, doch für mich ist Syberia 4 noch vor „Elden Ring“ ein heißer Anwärter auf mein persönliches Spiel des Jahres und ich hoffe inständig um Fortführung der Serie. Für mich gehört das Ding in den Olymp der Adventures und definitiv zum Besten, was ich in der letzten Zeit zocken durfte.

Grafik: 9/10
Sound: 9/10
Gameplay: 8,5/10
Gesamt: 9/10

Fotocopyright: Microids

Elden Ring (PC)

Inhalt

Die Königin ist verschwunden und das Gesindel sieht seine Zeit gekommen. Halbgötter begeben sich auf die Welt und stiften das große Chaos. Nur die sogenannten „Befleckten“ – dessen Rolle auch der Spieler übernimmt – können die Ordnung wieder herstellen und sich letztlich den Titel „Eldenfürst“ einverleiben…

Gameplay

Wer die die „Dark Souls“-Reihe oder auch „Bloodborne“ kennt, hat eine gute Vorstellung vom „Elden Ring“-Gameplay. Der Spieler wählt zu Beginn eine Charakterklasse (beispielsweise Vagabund, Samurai, Magier, etc.) und wird nach kurzer Einführung in eine riesige Welt hineingeworfen.

In dieser Welt gibt es verschiedene Regionen mit unterschiedlichen Bossen, deren Bezwingung uns dem Titel als „Elden Fürst“ näher bringen. Um das Spiel abzuschließen reichen im Grunde nur ein paar Siege – doch ob man direkt gegen die dicken Brocken eine Chane hat, steht auf einem anderen Blatt. Hier zahlt sich das Aufleveln der Figur natürlich aus.

Während andere Titel uns recht strickt den Weg vorgeben, lässt uns „Elden Ring“ die Wahl. Können wir mal einen Widersacher nicht plätten, wandern wir einfach woanders hin und versuchen dort unser Glück. Auf der Reise gibt es viel zu entdecken und natürlich die Möglichkeit, stets etwas stärker zu werden.

Die Kämpfe sind natürlich das Highlight an diesem Werk. In gewohnter Serien-Manier müssen wir die Feinde beobachten, deren Attacken lernen und zur richtigen Zeit ausweichen oder kontern. Bei forscher Vorgehensweise können aber selbst die kleinsten Monster zu einem echten Problem werden und zum baldigen Tode führen. Geduld und Frustresistenz sind oftmals unabdingbar – die Freude nach einem Triumph hingegen wieder unbezahlbar.

Die Steuerung fühlt sich zuweilen etwas träge an – zumal, wenn man viele Gegenstände mit sich trägt oder die falsche Ausrüstung gewählt hat. Mit der Zeit findet man allerdings einen guten Mittelweg und die leicht zögerlichen Bewegungen gehen ins Blut über und fühlen sich eher glaubhaft, denn unbezähmbar an.

Spielzeit

Aufgrund seiner offenen Strukturen und vom Können des Spieler abhängig variiert die Spielzeit von „Elden Ring“ natürlich sehr stark. Der eine Zocker klappert nur die notwendigen Ziele ab, der Andere lässt sich von seiner Neugier treiben und dreht jeden Stein herum. Ich habe mich rund 43 Stunden mit dem Teil beschäftigt und sicherlich noch nicht alle verstecken Katakomben oder Bosse zu Gesicht bekommen, aber wenigstens die Geschichte durchgezogen. Selten hatte ich dabei kleinere Durchhänger, da das von Frust geprägte Konzept motivierte und der Entdecker-Drang erstaunlich hoch war.

Präsentation & Performance

Die Technik ist leider nicht die große Stärke dieses Titels, wobei sich einige beschaulichen Elemente erst mit laufender Spielzeit herauskristallisiert haben. So sieht die Grafik auf den ersten Blick (trotz 4k Auflösung und maximalen Details) recht mau aus, doch das detailreiche Setting wusste dann dennoch zu überzeugen. So gab es neben schönen Animationen vor allem eindrucksvolle Architektur und tolle Himmelskonstellationen (Tag/Nacht-Wechsel) zu bestaunen. Alles nicht in bester Qualität, aber eben für sich stimmig und der Atmosphäre absolut förderlich.

Normalerweise verliere ich keine großen Worte zur Performance. Entweder zocke ich auf Konsole oder bei passenden Einstellung auf dem PC und habe eher selten Probleme. Bei „Elden Ring“ gab es große Diskussionen und entsprechend negative Stimmen auf diversen Plattformen. Auf meinem Gaming-Notebook (Ryzen 7, 16GB, Geforce 3060) lief das Spiel fast immer rund, jedoch hat es sich manchmal kommentarlos auf den Desktop verabschiedet. Zweimal zuckte meine Figur nur in Zeitlupe über den Schirm, was sich mit einem Neustart direkt beheben ließ. In Anbetracht der langen Spielzeit geht das für mich in Ordnung und führt zu keinerlei Abwertung. Wie schon mehrfach erwähnt, ist das Ding riesig und für diese Verhältnisse schon zu Release sehr rund ausgefallen. „Horizon 2“ musste ich dagegen früh abbrechen, weshalb dieser Test noch auf sich warten lässt.

Positiv

  • riesige und stimmige Spielwelt weckt Entdecker-Drang
  • tolles Art-Design
  • schöne, düstere Atmosphäre
  • fordernde Gefechte
  • herausragendes und vielfältiges Gegner-Design
  • vergleichsweise einsteigerfreundlich
  • etliche Waffen und Skills zum Ausprobieren

Neutral

  • frustige Momente (gehören zum Konzept)
  • Storytelling innerhalb des Spiel eher zweckmäßig
  • technisch nicht auf dem aktuellsten Stand
  • Steuerung gewöhnungsbedürftig

Negativ

  • etwas träge Steuerung
  • der rote Faden geht oft verloren
  • keine echte Pausen-Funktion (nur über Tricks)
  • Kameraprobleme
  • kleinere Bugs

Fazit

Bis zum bitteren Ende habe ich mich nicht vom Hype mitreißen lassen – doch als wenige Tage vor der Veröffentlichung die ersten Lobeshymnen von der Fachpresse einschlugen, konnte ich dann doch nicht widerstehen und habe das verbuggte „Horizon Forbidden West“ erst einmal zur Seite gelegt.

Ich habe alle „Dark Souls“-Teile, sowie „Bloodborne“ gespielt, sogar „Demon Souls“ auf der Playstation 5 nachgeholt, doch würde mich nicht als Hardcore-Fan bezeichnen – denn abgeschlossen habe ich nur ein Bruchteil davon. Das knifflige Gameplay ist mir nach einem langen Arbeitstag meist zu anstrengend und ich zocke die Titel dann immer mal nebenher weiter, statt einmal konzentriert am Ball zu bleiben.

Technisch hat mich „Elden Ring“ zunächst ein wenig erschrocken, doch bei genauerem Hinsehen dann doch ziemlich wieder versöhnlich gestimmt. Die toll designte Spielwelt lud zum Abtauchen und vor allem zum ausgiebigen Erkunden ein. Man erahnt irgendwelche Gebilde in der Ferne und möchte dann auch irgendwie dorthin kommen – nur um unterwegs wegen einem anderen Highlights wieder die eingeschlagene Route zu verlassen. Hier hatte mich das Ding dann voll am Haken und die Stunden vergingen wie im Flug – obwohl nicht immer klar war, ob die Hauptstory nun ein Stück weiterging oder nicht. Normalerweise bin ich sehr „storygetrieben“, doch hier fesselte das Entdeckerprinzip ungewöhnlich extrem.

So sehr ich das freie Erkunden auch begrüßt habe, so sehr habe ich manchmal einen roten Faden in Form oder Quest-Markern oder Ähnliches vermisst. Zwar gab es eine Karte, auf der man bestimmte Punkte selbst markieren konnte, doch eine Art von Navigationssystem hätte ich trotzdem gerne gehabt. Profis könnten es sich ja ausblenden und ignorieren. Man hatte durchaus Phasen, in denen man unbedingt stärker aufs Ende hinarbeiten wollte, dann aber das nächste Ziel nicht mehr klar auf den Schirm hatte und dann doch wieder planlos herumirrte. Dabei gab es zwar immer wieder was Neues zu entdecken, aber zumindest eine einfachere Option zum gezielten Fortgang wäre schön gewesen.

Unterm Strich mag „Elden Ring“ für mich nicht das „Spiel des Jahrhunderts“ sein (dafür sind „The Witcher 3“ oder „Cyberpunk 2077“ einfach zu stark), aber keineswegs so eine Enttäuschung wie es aktuell noch „Forbidden West“ ist. Das Spiel bietet eine Menge an Frust und Spielstunden, wird „Souls“-Veteranen sicherlich gefallen und auch ein paar Neuankömmlinge garantiert auf seine Seite ziehen. Für mich bleibts ein sehr guter, aber auch nicht absolut überragender Titel, den ich allen geeigneten Konsumenten gerne weiterempfehle und die vielen Spielstunde keineswegs bereue.

Grafik: 7,5/10
Sound: 7/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 8,5/10

Fotocopyright: FromSoftware Inc./BANDAI NAMCO Entertainment

In the Light (Remake) (PC)

Inhalt

Der Spieler erwacht in einem verlassenen Gebäude in einer trostlosen Umgebung. Es gilt zu erforschen, wo man hier steckt und vor allem, was hier wohl geschehen ist…

Gameplay

„In the Light“ ist am ehesten als „Walking-Simulator“ zu bezeichnen. Man wandert in verlassenen Kulissen umher und hat relativ wenig Interaktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Man sammelt Schlüssel oder Benzinkanister für ein Stromaggregat, kann aber nicht klettern oder gar kämpfen.

Anhand von Zetteln, Bildern oder Botschaften an den Wänden wird die Geschichte erzählt und im Kopf des Spielers werden die Hintergründe der Lage immer konkreter.

Spielzeit

Nach rund zwei Stunden flackert der Abspann über den Schirm und ließ uns mit einigen Fragen, aber auch einem zufriedenen Gefühl zurück. Der Ausflug war zwar kurz, aber effektiv. Es gab – bis auf ein paar längere Laufwege – eigentlich keine nennenswerten Durchhänger und wahnsinnig viel Kohle hatte man für diesen Kurzurlaub auch nicht versenkt.

Präsentation

Ich habe mir das Spiel in Gameplay-Videos zuerst auf der Switch angeschaut und war von der pixeligen Grafik ein wenig erschrocken und habe von daher zur PC-Version gegriffen. Diese schaut natürlich deutlich besser aus, obwohl hier auch weiterhin Luft nach oben ist. Ich vermute hinter dem Projekt ein recht kleines Team, weshalb das Ergebnis dann doch respektierlich erschien.

Die Umgebungen waren stimmig ausgearbeitet und vor allem die Lichteffekte mitunter sehr hübsch anzuschauen. Für meinen Geschmack war es hin und wieder einen Ticken zu dunkel, doch das war verzeihlich – unterstrich es ein paar gruselige Momente.

Der Titel kam lediglich mit deutschen Untertiteln daher, was aufgrund der wenigen und einfach verständlichen Dialogzeilen kein Problem darstellte. Cool war die Übersetzung von Botschaften an den Wänden, leider jedoch wurden ein paar der Texte vergessen und so fehlte es dem Spieler an weiteren Erkenntnissen.

Positiv

  • stimmige Atmopshäre
  • gute audiovisuelle Präsentation
  • viele Interpretationsmöglichkeiten
  • entspannte Spielweise ohne Hektik oder Sterben

Neutral

  • Performance eher mittelprächtig
  • hakelige Steuerung
  • einfache Rätsel
  • teils längere Laufwege

Negativ

  • sehr kurze Spielzeit
  • nicht alle Texte wurde eingedeutscht

Fazit

Kleines Spiel und zum Glück ein kleiner Preis. Für die rund zwei Stunden Spielzeit sind bei Steam derzeit knappe zwei Euro fällig und das ist ein durchaus fairer Kurs.

„In the Light“ aka „In Rays of the Light“ (so der aktuelle Konsolen-Titel) war ein entspanntes und überaus interessantes Spiel für Zwischendurch, welches auch weit nach seinem Abspann noch im Gedächtnis herumschwirrt.

Technisch war der Titel solide, aber erzählerisch trotz seiner spartanischen Weise gar nicht übel. Stellenweise wurde es sogar gruselig und trieb den Puls ein wenig in die Höhe, am Ende blieb ein versöhnliches Gefühl.

Freunde von beispielsweise „Edith Finch“ oder „Paradise Lost“ sind hier perfekt ausgebhoben und sollten sich im Vorfeld auf ein überschaubares Vergnügen (zum angemessenen Preis) einstellen. Ich mag solche Spiele und hatte auch hier meinen Spaß, obwohl in vielen Bereichen noch Luft nach oben war.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 6,5/10

Fotocopyright: Sometimes You

God of War – PC-Version im Kurzcheck

Den ursprünglichen Test zur Playstation 4-Version findet ihr hier.

Fazit zur PC-Adaption

Ähnlich wie „Horizon Zero Dawn“ macht auch Kratos auf dem PC eine sehr gute Figur und überzeugt noch immer mit seiner hervorragenden audiovisuellen Präsentation, einem geschmeidigen Spielfluss und vergleichsweise hohem Umfang.

Eigentlich hatte ich den Titel nach dem letzten Durchspielen noch recht gut in Erinnerung, doch irgendwie hat es bei dieser Variante wieder in den Fingern gezuckt und so konnte ich nach einem kurzen Antesten das Gamepad bis zum melancholischen Abspann nicht mehr aus den Fingern legen.

Das Spiel hat zwar schon ein paar Tage auf dem Buckel, doch an keiner Stelle sind auch nur ansatzweise Ermüdungserscheinungen zu vernehmen. Die Grafik schaut gerade in 4K noch immer hervorragend aus und läuft selbst auf Mittelklasse-Systemen einwandfrei. Die weite Sicht, die vielen kleinen Details und die riesigen Gegner sind beeindruckend, die Animationen grandios. Es gab selten kleinere Clippingfehler oder ausgefranste Kanten, einzig der etwas unnatürliche Haarwuchs mancher Figuren trübte die tolle Optik minimal.

Die Spielmechanik geht noch immer tadellos von der Hand, kombiniert geschickt kleinere Rätseleinlagen mit harter Action und grandiosem Storytelling – was mal ebenso nebenbei in Dialogen während der Reise stattfindet und gar nicht großartig vom Zocken abhält. Auch von der filmreifen Inszenierung können sich die Mitbewerber noch immer eine dicke Scheibe abschneiden.

Auf der Konsole schon überragend und nun auf dem PC ein Pflichtprogramm. „God of War“ ist kein Tag gealtert und beeindruckt wie bei seinem Debut. Das eigentliche Spiel ist Spitzenklasse und bei der Portierung auf den Rechner gibt es nichts zu Mäkeln. Grafikfehler waren minimal, Abstürze gab es gar keine und höchstens die anfänglichen Ladezeiten aus dem Haupt-Menü heraus wären vielleicht zu erwähnen.

Ich bin kein großer Fan von DLCs, aber gegen ein paar neue oder zumindest etwas erweiterte Inhalte hätte ich allerdings nichts gehabt. So verpassen Playstation-Veteranen zwar nichts, werden jedoch auch nicht zwingend zu einem Neuerwerb getrieben. Neueinsteiger sollten auf jeden Fall zugreifen, Kenner erwartet bis auf ein wenig aufgehübschte Optik jedoch gar nix.

Positiv

  • schon zum Start ein ausgereifter PC-Port
  • hervorragende Grafik
  • erstklassige Vertonung
  • großartiges Storytellung
  • filmreife Inszenierung
  • gutes Rätseldesign
  • erstklassiker Spielflow
  • tolles Monsterdesign
  • interessante Hintergrundfakten zur nordischen Mythologie
  • ordentlicher Umfang

Neutral

  • manche Bosse (z.B. Walküren) erfordern Übung
  • Gegngervielfalt könnte etwas höher sein
  • Steuerung mit XBOX-Controller benötigt kurze Einarbeitung
  • trotz SSD ordentliche initiale Ladezeit aus dem Menü heraus

Negativ

  • keine neuen Inhalte

Grafik: 9/10
Sound: 9/10
Gameplay: 8,5/10
Gesamt: 9/10

Fotocopyright: SIE Santa Monica Studio / Sony Interactive Entertainment

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