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Battlefield 3 (PC/Playstation 3)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle verschiedener Soldaten, die u. A. im Irak stationiert sind und dort die Reste von Atomsprengköpfen finden. Nun gilt es in der Heimat nach möglichen Attentätern Ausschau zu halten und parallel weitere Beweise im Kriegsgebiet zu sichern.

Gameplay

In bester Serientradition handelt es sich bei „Battlefield 3“ um einen Ego-Shooter mit üblicher Mechanik – der allerdings vom Flug- und Panzermissionen (ähnlich wie beispielsweise bei „Call of Duty“) aufgelockert wird. Im Gegensatz zu seinen direkten Vorgängern („Battlefield 1942“ und „Battlefield 2“) haben die Macher bei der Konkurrenz abgeschaut und eine waschechte Singleplayer-Kampagne entworfen – die einzig und allein Gegenstand dieser kleinen Besprechung darstellen soll.

Die Kampagne ist zwar kompakt (rund 6 bis 7 Stunden), aber angenehm straff präsentiert und kommt ohne Längen daher. Die Schlagzahl ist hoch und kleinere Zwischenfilme kühlen wieder runter. Diese erzählen die durchaus realistische Handlung aus anderer Perspektive weiter und halten bis zum Ende doch einigermaßen passabel bei Laune.

Auch wenn das Spiel schon ein paar Tage auf dem Buckel und wohl mit unzähligen Patches bestückt wurde, ist es nicht frei von kleineren Bugs – die teilweise zu einem Laden des letzten Speicherpunktes führen. So bin ich beim Schleichen in Gegenständen hängengeblieben oder kam auf einer Leiter nicht mehr von einem computergenerierten Kameraden weg. Einmal habe ich eine Tür geöffnet und bin direkt auf dem Desktop gelandet. Nervig, aber zu verkraften und bei weitem nicht so wild wie die Bugs einiger aktueller Vertreter…

Präsentation

Es ist schon fast unglaublich, dass dieses Spiel schon rund zehn Jahre auf dem Buckel hat. Während ich den Titel zuerst auf der „Playstation 3“ begonnen und wegen schwammiger Steuerung und niedriger Framerate auf den PC gewechselt habe, wurde ich mehr als angenehm überrascht.

Audiovisuell kann der Titel (in 4K mit Ultra-Details und hochwertigem Headset) fast noch mit aktuellsten Vertretern mithalten und beeindruckt mit vielen kleinen Details, wie grandiosen Lichteffekten, Verschmutzungen im Sichtfeld oder zerstörbaren Umgebungen. Sicherlich wird der gute Eindruck durch ein paar grobe Texturen aus unmittelbarer Nähe getrübt, dennoch macht die Technik noch Einiges her.

Der Sound an sich war ebenfalls sehr gut, jedoch auf beiden Testplattformen (PC und Playstation 3) zuweilen etwas komisch abgemischt. Während auf dem PC die Dialoge in den Hintergrundgeräuschen untergingen, kam der Klang bei der Konsole streckenweise viel zu laut aus einer Richtung. Da half auch kein Justieren in den (überschaubaren) Audio-Einstellungen.

Positiv:
– noch immer sehenswerte Grafik (PC)
– tolle Soundkulisse
– ein paar herausragend designte Missionen
– dank guter KI – ein nettes Gemeinschaftsgefühl

Neutral:
– technisch angestaute Zwischensequenzen
– mittelprächtige Synchronisation
– kurze Kampagnen-Dauer

Neutral:
– schön gemachte, aber schlecht spielbare Flug-Missionen
– noch immer ein paar Glitches, die zum Neustart des Abschnitts zwingen
– extrem ruckelig und schwammig steuerbar (Playstation 3)

Fazit

Ich habe „Battlefield 3“ bei seinem Release digital auf dem PC gekauft und nach der kurzen Kampagne recht schnell wieder von der Festplatte entfernt. Im letzten Sommer ist mir dann die Disc-Variante für die Playstation für einen schlappen Euro in die Hand gefallen und am letzten Wochenende kam ich endlich mal zum Abarbeiten der alten Flohmarktschätze. Aufgrund der schwachen Konsolen-Performance bin ich dann recht schnell zum PC gewechselt und wurde mehr als angenehm dafür entschädigt.

Trotz seines stolzen Alters kann der Titel vor allem optisch noch immer beeindrucken und Missionen wie der Sniper-Einsatz im Kaufhaus ziehen noch immer in den Bann. Recht schnell habe ich mich erneut durch das Szenario gekämpft und würde mich um eine weitere Fortsetzung wieder sichtlich freuen. Die letzten „Weltkriegs-Battlefields“ waren zwar nicht schlecht, aber irgendwie hat mir das zeitgemäße Setting mit modernen Waffen einen Ticken besser gefallen.

Bei all dem Glanz schaue ich über unübersichtliche Flug-Abschnitte und – für mich eher drögen – Panzereinsätze hinweg und feiere die starken Bodeneinsätze, die mit hübscher Optik und spannenden Passagen noch immer ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Wer das Spiel nicht kennt und grundsätzlich nichts gegen einen guten Action-Snack hat, sollte es für schmales Geld durchaus mal (auf dem PC!) nachholen.

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: EA Games

„Playstation“ ist eine eingetragene Marke.

Dear Esther

Inhalt

Der Spieler ist gestrandet auf einer kleinen Insel und hat keinerlei Erinnerungen mehr. Nun gilt es nach Hinweisen zu suchen und die Hintergrundgeschichte zu rekonstruieren…

Gameplay

Ähnlich wie das zuletzt besprochene „Gone Home“ ist „Dear Ester“ ein Walking-Simulator mit äußerst eingeschränktem Szenario und äußerst eingeschränkten Interaktions-Freiraum. Der Spieler erkundet eine kleine Insel und baut die Story anhand von Artefakten selbst zusammen. Dies findet in der Ego-Perspektive mit genretypischer Steuerung statt.

Spielzeit

Ähnlich wie beim bereit erwähnten „Gone Home“ betrug die Spielzeit etwa eine Stunde, in der ich völlig entspannt und ohne Hatz vom Geschehen fesselt war. Das mag sich erneut nach wenig anhören, doch für manche Berufstätige ist das mal eine Dauer, die in einem Zuge bewältigt werden kann und so der Spannungsfaden nicht abreißt.

Präsentation

Grafisch macht „Dear Esther“ – zumal gemessen am Alter – Einiges her. Eine realistische Inselkulisse, gepaart mit stimmig designten Höhlen laden zum Erkunden ein. Dazu gesellen sich tolle Lichteffekte, die insbesondere in den eigentlich so dunkeln Passagen für spektakuläre Bilder mit Aha-Momenten sorgten.

Der Soundtrack ist passend, stimmig, überwiegend unauffällig.

Positiv:

  • schöne Präsentation
  • tolle Atmosphäre
  • nette Geschichte mit gutem Ausklang
  • einfache, präzise Steuerung

Negativ:

  • komplett gradlinig
  • wenig Interaktionsmöglichkeiten
  • kurze Spieldauer

Fazit

Mit „Dear Esther“ reiht sich ein besonders schöner Titel in die Riege der entspannten „Walking-Simulatoren“ ein und hält Genrefans kurz und knackig bei Laune. Die herrliche Optik hebt sich von einigen Mitstreitern ab und der coole Twist am Ende war wirklich ein Augenöffner.

Die äußerst kurze Spielzeit möchte ich erneut in Relation zum Anschaffungspreis setzten und dafür geht das Preis-/Leitungsverhältnis gerade noch so in Ordnung. Der Titel ist oftmals im einstelligen Eurobereich zu haben und dafür ist der rasche Trip ein schönes Schnäppchen.

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: The Chinese Room

Gone Home

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle einer Schülerin, die nach langer Zeit wieder nach Hause zu ihren Eltern kommt. Leider finden wir uns ein leeres Haus vor und gehen darin auf Erkundung…

Gameplay

„Gone Home“ ist ein vortreffliches Beispiel für einen so genannten „Walking Simulator“. Man marschiert zunächst ohne Hinweise oder Vorgaben durch das verlassene Haus und betrachtet darin alle möglichen Gegenstände. Man kann nicht schießen, nicht sterben und steht auch unter keinem sonstigen Druck. Die Geschichte erzählt sich anhand von gefundenen Notizen und Selbstgesprächen, hat keinen Erzähler oder Sonstiges.

Im Gegensatz zu beispielsweise „Edith Finch“ gibt es – außer dem Herausfinden von Zahlenkombinationen für Schlösser – keine Minispielchen. Der Spieler befindet sich ausschließlich im Haus und bekommt auch nie andere Menschen oder Umgebungen zu Gesicht.

Die gefundenen Notizen geben stets kleine Geheimnisse preis, beispielsweise wo man als Nächstes suchen könnte. Eine einfache Karte zeigt dann nicht nur die eigene Position an, sondern markiert auch die neuen Möglichkeiten zum Abklappern.

Das Haus war hierbei so groß, dass man kaum in die Verlegenheit kam und Räume mehrfach aussuchen musste.

Präsentation

Das Game hat schon ein paar Tage auf dem Buckel und entsprang einem kleinen Team. Entsprechend ist alles ein bisschen angestaubt und detailarm, dafür aber hardwareschonend und noch immer ganz stimmig gemacht. Der atmosphärische Sound (gute englische Sprecherin, Gewitterkulisse) überzeugt noch heute und gibt keinen Grund zur Klage.

Spielzeit

Laut diversen Webseiten beträgt die Spielzeit durchschnittlich 1-3 Stunden – je nachdem, wie viel man erkundet bzw. wieviel Zeit man sich zum Lesen oder unzähligen Dokumente nimmt. Ich bin normal durch das Haus gelaufen, habe mir alles in Ruhe angeschaut, relativ schnell gelesen und war nach rund einer Stunde beim Abspann angelangt. Das ist nicht besonders viel, aber immerhin gab es auch keinen Leerlauf und das Durchforsten der Schriftstücke war nicht ermüdend.

Positiv:

  • stimmige Atmosphäre
  • entspannte Erzählweise
  • liebevolle Geschichte

Neutral:

  • grafisch veraltet
  • Maussteuerung trotz Optimierung etwas überempfindlich

Negativ:

  • sehr kurze Spielzeit

Fazit

Die extrem kurze Spielzeit dürfte vielen Zockern ein Dorn im Auge sein, doch auf der anderen Seite ist dieses schöne Werk dann wenigstens mal an einem gemütlichen Abend abgefertigt und man hat sich trotz seiner ruhigen Gangart nicht gelangweilt. Außerdem war der Titel schon oft günstig im Sale oder gar komplett kostenfrei (Epic Store) erhältlich.

Hin und wieder hab ich solche entschleunigten und stressfreien Erlebnisse jedenfalls recht gern und ziehe aufgrund der Kompaktheit keine Wertungspunkte ab. Klar hat mir das fantasievollere „Edith Finch“ deutlich besser gefallen, aber „Gone Home“ zeigte schon ein wenig früher, wozu Videospiele erzählerisch im Stande sind. Ein toller Titel.

Grafik: 6/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: The Fullbright Company

Bioshock Infinite

Inhalt

Privatdetektiv Booker wird in eine ominöse Stadt über den Wolken geschickt, um dort das Mädchen Elizabeth zu finden und wieder auf die Erde zurück zu bringen. Kurz nach seiner Ankunft bemerkt er jedoch schnell, das irgendwas in dieser friedvollen Gemeinde nicht stimmt und das das Oberhaupt ein fieser Sektenführer zu sein scheint…

Gameplay

„Bioshock Infinite“ ist im Grunde ein klassischer Ego-Shooter, der sich in erster Linie durch sein ungewöhnliches Setting von den Mitbewerbern abhebt. Die Wolkenstadt gibt nicht nur wunderschöne Ausblicke, sondern lässt sich mit Gondeln, Luftschiffen und einem speziellen Greifhaken bereisen.

Das Spiel ist recht gradlinig und weißt den Spieler auf Knopfdruck den richtigen Weg zum nächsten Ziel. Dies mag zwar ernüchternd wirken, ist dem Spielfluss aber ungemein zuträglich. So gibt es keinen Leerlauf und höchstens ein paar kniffelige Kämpfe lassen kurzzeitig an einer Lokation verweilen.

Im weiteren Verlauf gesellt sich die gesuchte Elizabeth zu uns und erweist sich als willkommene Hilfe. Sie wirft dem Spieler in verzwickten Situationen beispielsweise Munition zu und gibt sonst mit netten Kommentaren einen sympathischen Begleiter ab.

Booker setzt bei der Action nicht nur auf reine Waffengewalt, sondern kann auch verschiedene Kräfte (Feuerstöße, Eindringen in Maschinen, etc.) erwerben. Dies lockert das Geschehen auf und lässt einen hin- und wieder angenehm mächtig erscheinen.

Verbracht habe ich in Infinite ungefähr 10 Stunden – ohne dabei jeden Zentimeter genaustens zu untersuchen und stets der Hauptstory folgend. Diese war nicht nur toll geschrieben, sondern mit teilweise atemberaubenden Scriptszenen ausgeschmückt. Darüber hinaus sind noch ein paar Stunden für die sehr empfehlenswerten DLCs draufgegangen.

Präsentation

Optisch ist „Bioshock Infinite“ mittlerweile etwas angegraut, aber noch immer ansehnlich. Der knallbunte Comiclook kaschiert mangelnde Details und macht vor allem auf aktuellen Systemen mit hoher Auflösung ein schönes Bild.

Während einige Figuren und Umgebungen recht karg ausgearbeitet wurden, überzeugen andere Kulissen wiederum mit imposanten Bauwerken, aufwändigen Spiegelungen oder enormer Weitsicht. Das gesamte Art-Design wusste zu gefallen und sorgte so für eine ganz besondere Atmosphäre. Obwohl alles nicht mehr so düster wie bei den Vorgängern

Die durchwegs deutsche Sprachausgabe befindet sich auf einem hohen Niveau und gibt keinen Grund zur Klage. Besonders die Stimmen unserer Hauptfiguren haben hervorragend gepasst und lassen oftmals mangelnde Lippen-Synchronität locker verschmerzen.

Positiv:

  • grandiose Grundidee
  • geniales Setting
  • erinnerungswürdige Sciptszenen und Anspielungen
  • großartige, wendungsreiche Story
  • hübscher Art-Style
  • guter Spielfluss
  • fairer Schwierigkeitsgrad
  • Elizabeth

Neutral:

  • relativ gradling
  • manche Gefechte einen Ticken zu lang
  • Grafik leicht angestaubt

Negativ:

  • Finalkampf nicht so aufregend im Vergleich zum Rest

Ich habe „Bioshock Infinite“ zum ersten Mal bei seinem Release auf der XBOX 360 gespielt und war sowohl vom Szenario, als auch dem launigen Gameplay hin- und weg. Das Spiel bietet nicht nur eine spannende Geschichte, sondern auch ein so gutes Pacing, dass keine Langweile aufkommt und einige wirklich erinnerungswürdige Momente.

Technisch war der Titel damals absolut in Ordnung und dank seines bunten Looks macht er auch heute noch eine passable Figur. Obwohl die Geschichte nach ihrem ersten Durchgang schon ihr vermeintliches Potential offenbart und die krasse Auflösung preis gab, ist ein Wiederspielwert dennoch gegeben. Die Spielzeit ist auch genau so lang, dass sich kein Bestandteil abnutzt und alle Parts wunderbar ausgelotet wurden.

Da „Bioshock Infinite“ selbst nach dem dritten Durchgang noch immer zum Zocken animiert, spricht dies klar für eine warme Empfehlung meinerseits. So ganz unbewusst ist es über die letzten Jahre sogar zu einem meiner absoluten Lieblingstitel avanciert und so gibt es – gerade bei aktuellen Preisen – keinen Grund zum Ignorieren mehr. Ich habe das Teil auf mehreren Plattformen angetestet und selbst die Variante für die kleine Switch machte eine prima Figur und ist einen Kauf wert.

Wurde ich mit den ersten beiden Ablegern noch nicht so recht warm (und Teil 1 war der damalige Kaufgrund für die XBOX360), so überzeugte „Infinte“ mitsamt seiner tollen DLCs auf ganzer Linie!

Grafik: 8/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 9/10

Fotocopyright: 2K Games

Maid of Sker (PC/PS4)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle von Thomas, der im Sker Hotel nach seiner Verlobten sucht. Am Zielort angekommen, findet er jedoch ein verlassenes Gebäude vor – in dem es scheinbar nicht mit rechten Dingen zugeht…

Gameplay

„Maid of Sker“ ist ein Gruselspiel aus der Ego-Perspektive und paart „Walking-Simulator“-Bestandteile mit Schleichaktionen. Zwar findet die Hauptfigur hin und wieder nutzliche Gegenstände, um etwa Gegner kurzfristig in die Flucht zu schlagen, jedoch steht das leise Vorgehen und einfaches Rätseln im Vordergrund.

Im Gegensatz zu anderen Kollegen wurde auf die sogenannten „Quicktime-Events“ löblicherweise verzichtet, jedoch ist es unabdingbar in den richtigen Momenten per Tastendruck die Luft anzuhalten, um nicht Opfer der Widersacher zu werden.

Die Rätsel beschränkten sich auf das Finden von Schlüsseln oder dem Betätigen von Schaltern in der richtigen Reihenfolge. Nichts davon ist eine echte Herausforderung, aber das hemmt das Vorankommen wenigstens zu keiner Zeit.

Gespeichert wird an Gramophonen, die eingermaßen gut verteilt überall zu finden sind. Speicherräume sind zudem durch spezielle Türen erkennbar, was die Orientierung erleichert. Apropo Orientierung: eine zuschaltbare Karte deckt sich nach und nach auf (bzw. können auch vorab eine Kartenteile gefunden werden), aber so wirklich gebraucht habe ich sie nicht. Die Navigation im Haus ist einigermaßen logisch und übersichtlich – was nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Spielzeit & Schwierigkeitsgrad

Die Spielzeit beträgt in etwa fünf Stunden und weißt trotz dieser kompakten Dauer kleinere Durchänger – resultierend aus teils wiederholenden Laufwegen auf. Interessanterweise gibt es einen leichten Schwierigkeitsgrad, der ohne Gegner auskommt und somit die ein oder andere langwierige Schleichpassage aushebelt. So kann sich der Spieler rein auf das Erkunden fokusieren und erspart sich so manch nervige Flucht. Dies fand ich wirklich nicht übel – denn trotz aller Entspanntheit, blieb die gruslige Grundstimmung erhalten.

Präsentation

Grafisch gibt sich „Maid of Sker“ keine Blöße und überzeugt mit einer tollen Grafik, die Gebäude, Friedhöfe und Gärten in schöner Pracht erstrahlen lässt. Hin und wieder gibt es trotz aller Eleganz ein paar grobe Texturen, die den guten Eindruck nicht merklich mindern. Die Räume waren stimmig designt und boten einen hohen Wiedererkennungswert, was der allgemeinen Orientierung unglaublich zuträglich war.

Akustisch begeistern schöne Klänge und eine zuweilen angenehm düstere Geräuschkulisse. Die Sprachausgabe ist gut, aber leider nur auf Englisch (mit deutschen Untertiteln) verfügbar. Das Englisch war immerhin leicht verständlich.

Positiv:

  • schöne Grafik
  • stimmige Atmosphäre
  • entspannter Schwierigkeitsgrad

Neutral:

  • hakelige Steuerung
  • simple Spielmechanik
  • simple Rätsel
  • kleinere Motivationsdurchhänger

Negativ:

  • nur englische Sprachausgabe
  • nervige Schleichpassagen (zum Glück auch ohne spielbar)
  • kein freies Speichern
  • schwache Jumpscars

Fazit

„Maid of Sker“ gefällt vor allem mit seiner audiovisuellen Gestaltung, die im Kern aber nur ein überdurchschnittliches Spiel beeinhaltet. Einfache Rätsel und ein moderater Schwierigkeitsgrad sorgen für wenig Frust und dennoch fehlt der gewisse Kick. Keiner der Jumpscars hat funktioniert und Gruseln wich irgendwann dem lästigen Abklappern von altbekannten Kulissen. Das Finale konnte ebenfalls keine Glanzpunkte setzten und belohnte nur mäßig für die vorangegangenen Strapazen.

Trotz besagter Kritik hat mich der Titel zwar schon irgendwo passabel unterhalten, aber dennoch vermag ich nur eingefleischten Genrefreunden eine kleine Empfehlung abzugeben.

Grafik: 8/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 6,5/10

Fotocopyright: Wales Interactive

The Dark Pictures: Little Hope (PC)

Inhalt

Ein Bus mit einen Lehrer und vier seiner Schüler muss am späten Abend einen Umweg nehmen und gerät durch ein waghalsiges Ausweichmanöver von der Straße ab. Ohne den Fahrer stehen die leicht angeschlagenen Fahrgäste nun im gruseligen Hinterland und stehen nach kurzer Wegstrecke vor dem Örtchen „Little Hope“ – welches alles anders, als einen hoffnungsvollen Eindruck macht…

Gameplay

Der Spieler schlüpft abwechselnd in die Rollen der Gestrandeten. Die Darstellung erfolgt dabei in der 3rd Person-Ansicht und die Kameraeinstellungen sind fest vorgegeben. Die Mechanik ist dabei wie bei den Vorgängern „Man of Medan“ oder „Until Dawn“ – was bedeutet, dass die Interaktionsmöglichkeiten sehr beschränkt sind und sich außer vielem Laufen hauptsächlich auf „Quicktime-Events“ beschränkt.

Neuerdings werden besagte Events durch kleine Symboleinblendungen im Vorfeld angekündigt und kommen nicht mehr so ganz aus weiterem Himmel. Dies ist zwar lobenswert, vereinfacht den eh schon leichten Schwierigkeitsgrad enorm.

Spielzeit

Für den ersten Durchgang habe ich zirka 4 Stunden benötigt und habe dabei recht viele Gegenstände erforscht und mich stets ausführlich in den Lokationen umgeschaut. Die Entscheidungen waren dabei sicherlich nicht immer die Klügsten, aber wie beim Vorgänger sind die direkten Konsequenzen nicht immer direkt ersichtlich und somit oftmals glückssache.

Präsentation

Technisch ist „Little Hoppe“ (hier gespielt auf dem PC in 4K mit maximalen Details) der beste Titel der Reihe. Es gibt zwar noch ein paar grobe Texturen, doch vormals bemängelter „Schluckauf“ ist verschwunden und das späte Einblenden von Objekten weitestgehend verschwunden.

Die deutsche Synchro ist zwar bestenfalls mittelmäßig und nicht immer lippengenau, geht aber vollkommen in Ordnung. Vermutlich behebt ein Patch die Problematik, dass die Darsteller hin und wieder einen englischen Satz von sich geben – obwohl die Sprache grundsätzlich auf deutsch eingestellt war. Nicht weiter tragisch.

Positiv:
– tolle Grafik
– stimmiges Setting
– kompakte Spielzeit für einen Spieleabend
– Mehrspieler-Option (abwechselnd)

Neutral:
– kleinere Soundbugs
– hakelige Steuerung
– eher unsympathische Figuren

Negativ:
– sehr einfach
– wenig Interaktionsmöglichkeiten
– schwache Jumpscares

Fazit

„Little Hope“ bietet mehr vom Altbekannten und verfeinert seine Technik behutsam. Das Setting war ansprechend, aber insgesamt zu wenig erschreckend inszeniert. Als launiger Zeitvertreib für einen Halloween-Abend durchaus geeignet – aber dann tatsächlich eher was für Fans der bisherigen Reihe und nicht unbedingt für Neueinsteiger.

„Until Dawn“ bleibt immer noch die Referenz, aber „Little Hope“ geht insgesamt in Ordnung und erfüllte die Erwartungen. Ich bleibe der „Dark Pictures“-Serie jedenfalls weiterhin treu und freue mich auf den nächsten Titel – der wieder mal per kleinem Trailer am Ende angespoilert wurde und einen hervorragenden Eindruck macht.

Grafik: 9/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 5/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Supermassive Games

Ryse: Son of Rome (PC, XBOX One)

Inhalt

Die Barbaren sind im mächtigen Rome einmarschiert und sorgen für Ärger. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Legionär Marius Titus und muss die Ordnung in seiner Heimat wieder herstellen…

EInleitung

„Ryse“ war einer der Release-Titel, die ich mir damals zu meiner brandneuen XBOX One am allerersten Tag der Veröffentlichung zugelegt und trotz durchwachsener Kritiken (und mangels Alternativen) bis zum bitteren Ende durchgezockt habe. Jahre später habe ich dann auch die PC-Variante günstig in einem Sale erworben – und mich nun aufgrund der genialen „Barbaren“-Serie auf Netflix (Link) zu einem verspäteten Review überredet. Ich weiß, dass der Titel aufgrund seines einfachen Kernes teilweise vernichtende Kommentare erntete, doch letztlich ist das Ding gar nicht mal so übel.


Gameplay

Für ein damals großes „Next-Gen“-Spiel war das Gameplay von „Ryse“ im Grunde äußerst simpel. Der Spieler steuert seinen römischen Recken aus der 3rd Person-Perspektive ud schlägt per simplen Tastendruck zu oder rollt sich in Deckung. Man wandert durch schlauchartig aufgebaute Level und bekommt dabei nur wenig Erkundungsfreiheit oder komplexe Rätsel zugesprochen. In der Regel reduziert sich alles auf das simple Ausmerzen von Gegnern und dem Erreichen eines neuen Abschnitts. Beste „Brawler“-Manier also.

Etwas Tiefe bringen allerdings die taktisch angehauchten Elemente, wie Ausweichen oder Blocken – was zumeist durch farbliche Markierung der Feinde signalisiert wird. Sprich, wird der Gegner grün rumrandet, gilt es möglicht schnell die passende Taste auf dem Gamepad zu drücken und so idealerweise eine Kette auszulösen. Bei vielen Kämpfen (und vor allem den größeren Zwischengegnern) ist diese Vorgehensweise unabdinglich. Dumpfes Draufkloppen führt dann nur selten zum Erfolg.Eigentlich sind die Gefechte schon irgendwo als „Quicktime-Events“ zu verbuchen, aber gelegentlich (besonders beim Finale) gibt es richtige „rechtzeitiges Drücken der Taste“-Aktionen, bei denen Übung unabdingbar ist. Während ich mit dem Kampfsystem nach kurzer Zeit prima zurechtkam, wirkten diese echten Geschicklichkeitstests extrem nervig.

Die Spielzeit betrug etwa 6 Stunden, die trotz angespochener Monotonie durch abwechslungsreiche Levels und filmreife Inszenierung nie wirklich langweilig erschien.


Präsentation

Die Präsentation ist sicherlich die allergrößte Stärke von „Ryse“. Audiovisuell wurde die neue Konsolengeneration prachtvoll eingeleitet und macht auch heutige (insbesondere auf dem PC in 4k) noch Einiges her. Die Figuren schauen fantastisch aus und manch Kulisse lädt zum ausgiebigen Bestaunen ein. Detailreiche Hintergründe (besonders in Rom) sorgen für offene Münder und waren damals ein tolles Mittel, um Kollegen von der Power der XBOX zu überzeugen. Die wechselnden Wetterlagen vermittelten zudem ein großartiges Gefühl für kalte Wälder oder mächtige Städte.

Der Sound leistete sich ebenfalls keine Patzer und kommt mit gefälligen Kampfgeräuschen und eingängigen Stücken daher. Besonders die Untermalung in der Arena war äußerst stimmig.


Positiv:
– audiovisuell noch immer beeindruckend
– filmreife Inszenierung
– eingängige Steuerung, guter Flow im Kampf
– abwechslunsgreiche Kulissen
– witziges Figurendesign
– Detailreich ohne Ende


Neutral:
– Mechanik sehr simpel
– viele Zeitlupenmomente
– wenig Erkundungsmöglichkeiten
– vereinzelt knifflige Auseinandersetzungen


Negativ:
– „Quicktime“-Event-Finale
– Schlauchlevels
– mangelde Abwechslung beim Gameplay
– überschaubare Spielzeit
– oft wiederholende Gegenertypen


Fazit

Rein technisch war „Ryse“ für mich seinerzeit ein Fehlkauf und über das simple Gameplay war ich bereits im Vorfeld informiert. Man könnte den Titel durchaus als Blender bezeichnen, aber ich hatte wirklich meinen kurzweiligen Spaß an den optisch eindrucksvollen Schlachten und blieb bis zum opulenten Finale bei der Stange. Ich mochte schon immer derartige Genrevertreter und habe mich schnell mit dem schlichten Kern der Sache abgefunden. Ähnlich tickende Spieler werden sicherlich auch ihre Freude an diesem denkwürdig inszenierten Spektakel haben und mit den passenden Erwartungen nicht allzu enttäuscht werden. Klar hatte man bei Release vielleicht etwas Komplexeres erhofft, doch unterm Strich gab es einen kurzweiligen Trip ins alte Rom – welcher in vielerlei Hinsicht im Gedächtnis blieb.

Grafik: 9,5/10
Sound: 8/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Crytek

Microsoft und XBOX One sind eingetragene Marken.

The Town of Light (PC/PS4/Switch)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle einer Frau, die nach etlichen Jahren in eine mittlerweile geschlossene und verlassene Nervenheilanstalt zurückkehrt. Bei ihrem Stöbern in den Ruinen durchlebt sie Visionen aus dunkler Zeit – über all die schrecklichen Taten, die sich in diesen Gemäuern abspielten…

Gameplay

Der Titel gehört eindeutig in die Kategorie „Walking Simulator“. Der Spieler erkundet seine Umgebung aus der Ego-Perspektive und baut sich anhand von gefundenen Gegenständen und Schriftstücken die Handlung zusammen.

Das Spiel unterteilt sich in mehrere, mehr oder weniger kurze Kapitel, die fließend ineinander übergehen und meist durch dezente Texteinblendungen angekündigt werden. Die Spielzeit beträgt etwa 4-4,5 Stunden, wobei man wirklich die meiste Zeit mit dem ruhigen Durchstöbern der Umgebung verbringt und nur vereinzelt mal eine Art Zwischensequenz (mit anderen Figuren) erlebt.

Sterben kann man dabei nicht, was den Entspannungs- und Abtauchfaktor durchaus erhöht. So eignet sich der Titel auch für Gelegenheitsspieler – die möglicherweise auch nicht ewig viel Zeit in ein Game investieren wollen.

Präsentation

Grafisch schwangt der Titel zwischen akzeptabel und sehr stimmungsvoll. Die Umgebungen sind toll designt und laden zum Erkunden ein, leichte Ruckler (auf allen Systemen) und hässliche Matsch-Texturen nagen an der Immensität.

Beim Sound gibt es hingegen wenig zu bemängeln. Die deutsche Sprachausgabe ist so gefühlvoll, wie angenehm, die Geräuschkulisse sorgt oftmals für Gänsehaut. Auch diesen Titel spielt man am besten mit einem ordentlichen Headset bzw. guten Kopfhörern – und im Dunkeln.

Positiv:
– tolle Atmosphäre
– bewegende Geschichte
– stellenweise hübsche Grafik
– angemessene Spielzeit

Neutral:
– teils schwache Grafik/Texturen
– sehr lauf-lastig

Negativ:
– wenig Interaktionsmöglichkeiten
– teils schwammige Steuerung
– leichte Ruckler

Fazit

Technisch gibt sich der Titel zwar durchwachsen und seine Möglichkeit zur Interaktion mit der Umgebung sind sehr eingeschränkt, doch seine interessante Geschichte tröstet über diese und weitere Mankos hinweg und lädt zum Versinken ein.

Habe ich anfangs mit einem größeren Horroranteil gerechnet, war ich doch erstaunt, wie spuklos und nüchtern es zugeht. Dies war nicht unbedingt übel, denn langsam, aber sicher entfaltete sich eine ergreifende Handlung – die mit ihrer Bodenständigkeit viel erschütternder als jeder Grusel daher kam.

Wer kein Problem mit viel Herumgelaufe hat und beim Zocken nicht unbedingt auf laute Action angewiesen ist, erhält für einen moderaten Preis (~20 Euro) einen tollen „Spaziergang“, der nicht allzu viel kostbare Zeit in Anspruch nimmt. Für mich definitiv ein Kleinod, welches für Zwischendurch prima von jedem „Call of Duty“ oder „Battlefield“ ablenkt.

Grafik: 7/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: LKA Studios

Switch, Playstation/PS4, „Call of Duty“, „Battlefield“ sind eingetragene Marken.

What Remains of Edith Finch (PC/PS4/Switch)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Edith Finch, die nach Jahren wieder in das alte und mittlerweile verlassene Elternhaus zurückkehrt. Sie klappert die einzelnen Zimmer ab und taucht bei jedem Raum in ein neues, kleines Abenteuer ab…

Einleitung

Ich habe das Spiel kurz nach seiner Veröffentlichung bereits auf dem PC und vor einigen Wochen noch einmal auf der Switch beendet. Anfangs war ich aufgrund der zum Teil übertrieben guten Bewertungen etwas skeptisch, doch nach kürzester Zeit hatte der Titel voll auf seiner Seite und verdient unbedingt eine Erwähnung auf dieser Seite.

Gameplay

Das Spiel findet in der Ego-Perspektive statt und weißt eine typische Steuerung – wie beispielsweise aus Shootern bekannt – auf. Das Gameplay verzichtet allerdings komplett auf Ballereinlagen und lässt sich prima mit dem Wort „Walking Simulator“ betiteln.

Die Interaktion hält sich in Grenzen und der Spieler wird nie vollends gefordert – und trotzdem reizt das Geschehen. Das viele Herumgelaufen ist entspannend und die vielen tollen Details zaubern immer wieder ein Lächeln auf die Lippen. Man wird förmlich gebannt und freut sich über ein frustfreies Erlebnis, welches auch ungeübte Zocker auf jeden Fall locker beenden können.

Spielzeit

Die Spielzeit beträgt lediglich 2,5 bis 3 Stunden – was zunächst nach einem echten Showstopper und einem schlechten Preis-/Leistungsverhältnis klingt. Da die kurze Zeit jedoch so fantasievoll, kreativ, entspannend und trotzdem aufregend vollgepackt wurde, ist das kein Problem. Ein Wiederspielwert ist überaus gegeben.

Präsentation

Bei Veröffentlichung war die audiovisuelle Präsentation hervorragend und nach all den Jahren immer noch recht anschaubar. Das Design ist erstklassig und die verrückten Ideen der einzelnen Minispiele sowieso. Die englische Sprachausgabe ist mitreißend und die übersetzten deutschen Texte einwandfrei.

Optisch kommt die Switch-Variante leider nicht an die Kollegen heran und kleinere Ruckeln drüben das Bild. Trotzdem entfaltet der Titel seine Stärken – denn das geniale Gameplay ist nahezu unkaputbar.

Positiv:
– Kreativität ohne Ende
– packende Handlung
– schöne Präsentation
– geniales Art-Design
– abwechslungsreiche Mini-Games
– hervorragende Vertonung

Neutral:
– extrem gradlinig
– wenig Interaktionsmöglichkeiten
– Switch-Variante leicht ruckelig

Negativ:
– kurze Spielzeit
– hoher Preis (physische Version für die PS4)

Fazit

„What Remains of Edith Finch“ ist ein kleines Meisterwerk und sticht viele seiner Genrekollegen mit Leichtigkeit aus!

Die kurze Spielzeit ist für mich die größte Stärke – denn so kann der Titel ohne Unterbrechung an einem Stück durchgezogen werden und kann so sein volles Potential entfalten. Es gab keinerlei Längen und stets kreative Ideen auf höchstem Niveau. Das schafft so stimmig kaum ein Konkurrent.

Die Geschichte ist so traurig-schön, dass sie nachhaltig im Gedächtnis bleibt und zu neuen Durchgängen animiert. Selten konnte ein Spiel so faszinieren und so in seinen Bann ziehen. Ich würde es sogar als kleines Kunstwerk bezeichnen und sogar allen Gelegenheits- oder Nicht- Gamern wärmstens. ans Herz legen.

Verzichtete einfach mal auf einen Spielfilm und führt euch an einem ruhigen Abend dieses Spiel komplett zu Gemüte.

Grafik: 8/10
Sound: 9/10
Gameplay: 9/10
Gesamt: 9/10

Fotocopyright: Giant Sparrow SCE Santa Monica Studio

Horizon Zero Dawn (PC/PS4)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle der jungen Kriegerin Aloy, die mit ihrem Vater einst vom eigenen Stamm verstoßen wurde. Die Erde ist verwüstet, seltsame Maschinen bewegen sich auf der Oberfläche und bedrohen das Leben der unterschiedlichen Clans jeden Tag aufs Neue. Aloy möchte herausauffinden, wie es mit der Zivilisation soweit kommen konnte und welche Last ihr dabei auf die Schultern gelegt wurde…

Einleitung

Bereits auf der Playstation 4 (R) war „Horizon Zero Dawn“ ein tolles und vor allem wunderschönes Spiel. Nun ist das gute Stück auf dem PC erschienen und dies nahm ich zum Anlass das Game noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Gameplay

Am ehesten lässt sich das Spielprinzip mit „The Witcher 3“ oder ähnlich gelagerten „Open World“-Titeln vergleichen. Der Spieler übernimmt ausschließlich die Kontrolle von Aloy und steuert die Dame (manchmal auch reitend) durch eine recht große Spielwelt. Hier bleibt dem Anwender überlassen, der durchaus interessanten Handlung zu folgen oder kleinere Nebenmissionen anzunehmen. Es kann zwar nicht frei gespeichert werden, doch in der Landschaft sind reichlich Lagerfeuer (=Speicherpunkte) verteilt und gelegentlich gibt es automatische Rücksetzpunkte.

Gekämpft wird klassisch in Echtzeit – was aktuell bei der PC-Version prima mit Maus und Tastatur ablief. Hin- und wieder gab es kleinere Sprung- und Klettereinlagen, die ein wenig an „Uncharted“ erinnerten und grundsätzlich keine echte Herausforderung darstellten. Der Abwechslung kam es jedoch zu Gute.

Meine Spielzeit auf einfacher Schwierigkeitsstufe betrug etwa 15 Stunden, wobei ich mich hauptsächlich auf die Hauptstory konzentriert habe und so gut wie keinerlei Nebentätigkeiten erledigte. Es blieb dabei stets unterhaltsam und lediglich ein paar längere Botengänge im Endgame sorgten für einen kleineren Dämpfer.

Präsentation

Grafisch gehört „Horizon Zero Dawn“ meiner Meinung nach zu den aktuell schönsten Spielen, welches in 4K und Details auf „Ultra“ selbst den betagten „Witcher“ mit diversen Verschönerungs-Mods in den Schatten stellt. Figuren, Kulissen, Bauwerke – alles sorgt für regelmäßiges Staunen und offene Mundwinkel. Wenn man dazu noch die Open-World-Bauweise einbezieht, ist der technische Aspekt umso herausragender zu betrachten. Übrigens kommt das Ganze ohne Ladezeiten und nur seltensten Mikrorucklern daher. Offenbar haben die Programmierer alles perfekt mit den sehenswerten Zwischensequenzen (in Spieloptik) verbandelt und eine schöne Immersion geschaffen.

Auch akustisch muss sich der Titel ebenfalls nicht verstecken. Die komplett deutsche Synchronisation war zwar nicht immer hundertprozentig lippensynchron, überzeugte jedoch mit tollen Sprechen – die auch viel Gefühl in ihre Dialoge stecken und nicht alles langweilig heruntergelesen haben.

Positiv:
– herausragende Grafik
– tolle Lokalisation
– lebendige Open-World mit vielen Aufgaben
– interessante Storyline
– gute Steuerung
– schönes Charakter- und Monsterdesign

Neutral:
– hin und wieder längere Laufwege (ohne Reisepacks)

Negativ:
– recht verspätet auf dem PC erschienen
– minutenlange „Spieloptimierung“ bei jedem Grafikkartentreiber-Update (PC)
– große Installationsgröße (PC)
– Gamepad-Support (PC) erst nach Patch

Fazit

„Horizon Zero Dawn“ war seinerzeit zurecht ein Kritiker- und Publikumsliebling und nach ein paar Jährchen nichts von seinem Glanz und seiner Faszination verloren.

Die audiovisuelle Präsentation war auf der Konsole schon hochwertig, aber die aktuelle PC-Version legt einfach noch eine Schippe drauf. Letztlich hat mich dann auch die tolle Grafik noch einmal enorm getriggert und eigentlich DIE Motivation zum erneuten Durchgang geboten.

Die Handlung wirkt noch immer angenehm frisch und bietet mit kleinen Häppchen stets einen Anreiz zum Weiterzocken. Dazu gesellen sich Kämpfe, die im Laufe der Zeit immer besser von der Hand gehen und eine nette Dynamik aufwiesen.

In seinen stärksten Momenten fühlte sich „Horizon“ wie eine gelungene Mischung aus „The Witcher 3“ und „Uncharted“ an – welche ja sowieso zu meinen Favoriten gehören. Zwar bietet der Hexer insgesamt einen kleinen Ticken besseres Gesamtpaket, doch gehört Aloys Ausflug mit zum Besten, was man derzeit überhaupt zocken kann.

Wer einen halbwegs ordentlichen PC sein Eigen nennt, sollte zu dieser Variante greifen. Preislich haben Konsolenjünger jedoch schon einen enormen Vorteil und erhalten die „Game of the Year“-Edition mittlerweile für recht kleines Geld. Egal, welche Plattform letztlich den Vorzug bekommt – „Horizon Zero Dawn“ gehört einfach in die gut sortierte Sammlung und die Erwartungen an einen Nachfolger (bereits für Playstation 5(R) angekündigt) sind enorm.

Grafik: 10/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 9/10

Fotocopyright: Guerrilla Games / Sony Interactive Entertainment

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