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Live A Live (Nintendo Switch)

Inhalt

„Live a Live“ erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern die von verschiedenen Charakteren in verschiedenen Zeiten. Auf seltsame Weise scheinen ihre Schicksale jedoch miteinander verwebt zu sein…

Gameplay

Das Spiel erstreckt sich über mehrere Zeit-Epochen, die allerdings nicht chronologisch abgearbeitet werden müssen. Man kann sich entscheiden, ob man erst mit der Steinzeit oder der Zukunft anfangen möchte. Sind alle sechs Kapitel nach eigener Reihenfolge absolviert, folgen vorgegebene Routen.

Kein Kapitel gleicht dabei dem Anderen. Sicherlich sind Steuerung, Kampfsystem und Grafik identisch, doch die Mechanik variiert. Müssen wir uns in der Gegenwart nur durch Gegnerhorden schnetzeln, müssen wir in der Westernzeit ein Dorf mit Fallen verteidigen oder im feudalen Japan einen Auftragskiller durch ein riesiges Anwesen dirigieren.

Die Kämpfe sind rundenbasiert, einfach zu verstehen und auch recht simpel zu meistern. Über ein Schachbrettmuster steuert man seine Figuren und löst – je nach Verfügbarkeit – diverse Angriffsformationen aus.

Für Erwähnenswert halte ich übrigens noch das eingebaute „Navigationssystem“, welches uns auf Wunsch die nächsten Ziele markiert. Manch unnötige Laufwege werden uns zwar trotzdem nicht erspart, doch eine große Hilfe war diese Komfortfunktion für mich schon.

Spielzeit

Die insgesamt 8 unterschiedlichen Kapitel nehmen jeweils eine Spielzeit von zirka 1 bis 2 Stunden ein – was mich am Ende auf knapp über 14 Stunden brachte.

Präsentation

Optisch ist das Spiel eine Mischung aus klassischen 16Bit-Rollenspielen und dem markanten „2,5d Look“, den beispielsweise „Octopath Traveller“ oder zuletzt „Triangle Story“ auf der Switch geprägt haben. Die Kombination aus großen Pixeln und schicken 3D-Hintergründen sorgte auch hier für Stimmung und erweckte ein tolle Retro-Feeling. Mir kam es sogar vor, als ob die Figuren noch einen Ticken bunter als bei den Mitstreitern waren und so die „SNES-Vibes“ noch deutlicher aufflammten.

Die Sprachausgabe war leider nur auf englisch oder japanisch verfügbar, aber immerhin ganz passabel. In der Urzeit gab es passenderweise nur Grunzlaute und entsprechende Symbolik in den Sprechblasen der Akteure.

Positiv

  • bunte Präsentation
  • abwechslungsreiche Kapitel
  • charmante Figuren
  • witzige Dialoge
  • interessantes Gesamtkonzept
  • gute Kampfmechanik
  • einfacher Einstieg / einfacher Schwieriegkeitsgrad
  • angenehme Spielzeit
  • brauchbares „Navigationssystem“

Neutral

  • Musik manchmal etwas eintönig
  • keine deutsche Sprachausgabe
  • Kapitel nicht alle gleich gut
  • Ausrüstung nicht optisch an Figuren erkennbar

Negativ

  • Areale teils recht unübersichtlich
  • arg kampflastige Phasen
  • in den jeweiligen Epochen vergleichsweise wenig Gegnervielfalt

Fazit

„Live A Live“ war ein Fehler im positiven Sinne. Eigentlich wollte ich mit dem heiß erwarteten „Xenoblade Chronicles 3“ durchstarten, doch dann ist mir dieser Titel dazwischen gekommen. Ich wollte nur mal kurz reinschauen – und nach dem kurzen Antesten wurde erst einmal kein anderes Spiel mehr auf der Switch gestartet.

Durch seine abwechslungsreiche Gestaltung, seiner intuitiven Mechanik und dem tollen Grafikstil konnte mich das Geschehen schnell begeistern und bis zum bitteren Ende nicht mehr vom Haken lassen. Sicherlich gibt es hübschere, komplexere und vielleicht auch noch besser erzählte Spiele, doch seine unkomplizierte Art machte einfach Laune. Der Retro-Charme war sowieso toll und das Finale konnte selbst eingefleischte Kenner der Materie noch etwas überraschen.

Wer mal wieder Bock auf ein „oldschooliges“ Rollenspiel hat, darf hier gerne mal reinschnuppern und genießen. Zwar schwankten die Kapitel etwas in ihrer Qualität, aber letztlich ist dies sowieso eine Geschmackssache. RPG-Fans machen hier definitiv nichts verkehrt.

Grafik: 7/10
Sound: 6,5/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Square Enix

South of the Circle (Nintendo Switch)

Inhalt

Ein Zeiten des kalten Krieges müssen zwei Forscher in der Arktis notlanden. Der Spieler übernimmt die Steuerung von einem von Ihnen und versucht in der Einöde irgendwie Hilfe zu finden. Auf seiner beschwerlichen Reise wird er grübelt er jedoch über die Vergangenheit nach…

Gameplay

Die Spielmechanik von „South of the Circle“ lässt sich schwer umschreiben. Das Spiel nimmt den Spieler stark bei der Hand beziehungsweise läuft fast schon selbst ab. An einigen Stellen dürfen wir die Gesprächsverläufe beeinflussen, manchmal sogar die Figur oder ein Fahrzeug entlang eines vorgegebenem Weges manövrieren.

Dies findet auf der Third-Person Perspektive statt und steuert sich leider ziemlich ungenau. Glücklicherweise sind hier keine schnellen Reaktionen erforderlich und im gemächlichen Ganzen stört dies nicht wirklich.

Nerviger hingegen das Interpretieren seiner Symbolik. So erschienen bei den Dialogen immer mal wieder verschiedene Icons über seiner Figur – bei denen ich bis zuletzt nie genau wusste, inwiefern ich nun die Handlung bzw. das aktuelle Gespräch auf welche Weise beeinflusse. Statt einem Daumen nach oben oder unten gab es seltsame Kreise, Quadrate oder mal ein Bildchen einer Sonne.

Spielzeit

Wie so oft habe ich auch hier die Zeit nicht exakt gestoppt und in 3 Etappen etwa 3 bis 3,5 Stunden bis zum Abspann benötigt.

Präsentation

Das außergewöhnlichste an diesem Spiel war sicherlich seine Präsentation. Während die akustische Seite mit ordentlichen Synchronsprechern überzeugen konnte, machte die malerische Optik Einiges her. Realistisch wirkende Figuren und Kulissen wurden mit einem Aquarell-Look und körnigem Filter unterzogen, so dass eine ganz eigene Komposition entstand. Schade, dass die kleine Switch das Treiben trotz verschwommener Darstellung nicht immer flüssig darstellen konnte.

Positiv

  • cineastische Inszenierung
  • skurriler Grafikstil
  • gute englische Sprecher
  • ungewöhnliches Szenario

Neutral

  • überschaubare Spielzeit
  • überschaubare Interaktivität
  • kleinere Ruckler
  • ungenaue Steuerung
  • nur englische Dialoge

Negativ

  • Längen trotz kurzer Spielzeit
  • Symbolik nicht immer klar

Fazit

Trotz seiner ungewöhnlichen Aufmachung wollte der Funken nicht vollends überspringen. „South of the Circle“ ist ein interessantes „Kunstprojekt“, aber kein so richtig überzeugendes Spiel.

Man fühlte sich wie in einem Bilderbuch, dessen Dialoge und Wendungen gefühlt gar nicht gravierend beeinflusst werden konnten und das Meiste automatisch vorm Betrachter ablief. Dies bieten andere Games zwar auch, aber zumeist noch etwas packender, kurzweiliger und von der Symbolik deutlich verständlicher.

Unterm Strich habe ich den Ausflug in die eisige Gefilde nicht bereut, aber eine echte Empfehlung fällt schwer. Wer kein Problem mit wenig Interaktion, aber Interesse an einer „reifen“ Handlung hat, darf mal reinschauen. Genügend bessere Alternativen gibt es allerdings schon.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 4/10
Gesamt: 6/10

Fotocopyright: State of Play / 11 Bit Studios

The House of the Dead 2 (Sega Dreamcast)

Inhalt

Eine Truppe von Geheimagenten soll mysteriöse Ereignisse in einem kleinen Städtchen untersuchen und trifft dabei auf allerlei Zombies und anderes Ungetier…

Gameplay

Auch beim zweiten Teil des erst kürzlich neu aufgelegen Erstlings (Review) handelt es sich um einen astreinen Lightgun-Shooter der alten Schule, sprich: ein relativ kurzes, aber knackiges Arcade-Game mit hohem Spaßfaktor.

Im Gegensatz zum Vorgänger sind Locations und Gegnervielfalt allerdings weitaus umfangreicher geworden und das Geschehen fühlt sich dank Fahreinlagen auch spielerisch großflächiger an – auch wenn man natürlich nur vorgefertigten Wegen folgt und nur selten echte Abzweigungen einschlagen kann.

Abseits dessen, bleibt es beim Altbewährten. Gute Reaktionen zeigen, alles abknallen und das Nachladen nicht vergessen. Bossgegner haben bestimmte Schwächen, die euch vor Kampfantritt aber aufgezeigt werden und nicht selbst erkundet werden müssen.

Spielzeit

Genau gestoppt habe ich die Spielzeit nie, würde aber rund 45-60 Minuten für einen lockeren Durchgang inklusive der kultigen Zwischensequenzen veranschlagen. Das ist nicht viel, doch bei gebotenen Wiederspielwert absolut zu vertreten und im Standardbereich des Genres.

Präsentation

Seinerzeit war die Technik schon durchwachsen und kein absoluter Hingucker, aber der Stil hat sich bis heute gehalten. Vor allem die abwechslungsreichen Garfiksets und die hübsch gestalteten Kreaturen können noch heute auf ganzer Linie überzeugen. Die schlechte Lokalisation war hingegen gewollt und unterstreicht das Serientypische B- oder gar C-Movie-Flair.

Bei aktueller Emulation gab es bei mir ein paar Bildfehler, doch spielbar blieb das Geschehen immer. Meistens flackerte es etwas am Rande, doch im Fokusfeld war alles in Ordnung.

Positiv

  • stimmige Präsentation
  • viele unterschiedliche Locations
  • großartiges Monsterdesign
  • guter Spielflow
  • spaßige Boss-Kämpfe

Neutral

  • technisch leicht angestaubt
  • magerer Spielumfang
  • krude Rahmenhandlung

Negativ

  • keine Waffenauswahl
  • schlecht abgemischte Vertonung

Fazit

Stolze 180 Mark habe ich für dieses Spiel inklusive der hochwertig verarbeiteten Lightgun auf die Ladentheke des örtlichen Videospiele-Händlers gelegt und den Kauf trotz vergleichbar mageren Umfangs nicht bereut. Auch wenn die Gun heute nur noch in der Vitrine Verwendung findet, macht das Game auch auf diversen Emulationen (zuletzt auf dem Steam Deck durchgezockt) eine Menge Spaß und zeigt durch gelegentliches Abtauchen auch keine Abnutzungserscheinungen auf.

„The House of the Dead 2“ ist sicherlich nicht perfekt, gehört für mich aber definitiv zur Elite des Genres und übertrifft die anderen Teile der Reihe um Längen. Zwar lassen sich Allesamt recht gut zocken, doch hier stimmt die Abwechslung (wenn man das bei solchen Spielen mit eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten sagen darf) und das geniale Gegnerdesign. Schade, dass es ziemlich kurz ist – aber so ists halt immer mal wieder ein kleines Highlight zum kurzweiligen Abreagieren.

Grafik: 7/10
Sound: 6,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Sega

Xenoblade Chronicles (Nintendo Switch/Wii/3DS)

Inhalt

Vor langer Zeit haben zwei gigantisch große Wesen gegeneinander gekämpft und sind bei ihrem Duell im All erstarrt. Nun sind auf ihren Körpern etliche Zivilisationen herangewachsen und Kriege ließen nicht lange auf sich warten. Zwar herrscht nun aktuell weitestgehend Frieden im Land, doch Menschen und Maschinen führen kein geordnetes Zusammenleben. In diesen Wirren wächst der Knabe Shulk heran – der scheinbar für hehre Aufgaben bestimmt ist…

Gameplay

„Xenoblade Chronicles“ ist ein klassisches JRPG, mit Allem, was dazu gehört. Das Spiel findet in einer bizarr und dennoch wunderschön gestalteten 3D-Umgebung statt und wartet mit vielen Kämpfen auf. Diese lassen sich am treffendsten als Mischung aus Echtzeit UND Rundentaktik beschreiben.

Eure Figuren wirbeln ohne Pause um die Gegner herum, schlagen automatisch zu und warten immer wieder, bis Spezialfähigkeiten erneut aufgeladen sind. Es gilt die Schwächen der Feinde ausfindig zu machen und die passenden Aktionen anzuwenden. Ganz harte Brocken müssen sogar mit ganzen Aktions-Ketten ausgeschaltet werden, für die der Spieler quasi Angriffe seines Teams durchkonzipieren muss. Beispielsweise bringt man das Gegenüber ins Wanken, bringt ihn dann zu Fall, um dann den entscheidenden K.O.-Schlag auszuführen.

Das Kampfsystem ist am Anfang etwas unübersichtlich und wird im Laufe der Zeit immer komplexer, doch irgendwann blickt man gut durch und das Treiben macht Laune. Nicht zuletzt durch eine tolle, wendungsreiche und vor allem unverbrauchte Geschichte und den grandiosen, abwechslungsreichen Schauplätzen blieb man sowieso am Ball.

Spielzeit

Eigentlich bin ich ja immer der „Wochenend-Spieler“ und begrüße überschaubare Spielzeiten, doch „Xenoblade“ hatte mich seinerzeit knapp 80 Stunden an den Schirm gefesselt. Ich habe über ein ganzes Jahr verteilt an dem Werk weitergezockt und nicht selten an vielen Tagen nach der Arbeit mal locker ein Stündchen investiert – auch wenn mittlerweile schon andere Games parallel im Fokus standen. Für manche Zocker mag diese Zahl gar nicht so krass klingen – für mich gehörte der Titel zu den Rekordhaltern.

Präsentation

Ich habe den Titel hauptsächlich auf der Wii gezockt (und auch dort durchgespielt), mir die Varianten auf 3DS und Switch ebenfalls zu Gemüte geführt. Technisch war das Spiel schon bei seinem Release auf der Wii vergleichsweise durchwachsen, konnte aber mit seinem wunderschönen Design und anständig proportionierten Figuren glänzen.

Die vielen unterschiedlichen Landschaften wurden optisch sehr variantenreich in Szene gesetzt und die vielen abwechslungsreichen Gegnertypen detailreich ausgearbeitet. Auf der Switch lief das Geschehen gefüllt am rundesten (weniger kleinere Ruckler bei umfangreichen Gebieten mit enormer Weitsicht), aber selbst auf dem pixeligeren 3DS konnte man das Epos prima genießen.

Die englische Sprachausgabe war sehr gut und einige Dialoge wirklich filmreif umgesetzt. Highlight war aber der orchestrale Soundtrack, der über die komplette Spielzeit nie leiser gestellt werden musste und immer wieder Schauer über den Rücken jagte.

Positiv

  • stimmiges Weltendesign
  • tolles Charakterdesign
  • ansprechendes Setting
  • spannende Geschichte
  • Innovatives Kampfsystem
  • lange Spieldauer

Neutral

  • technisch eher durchwachsen

Negativ

  • Kampfsystem erfordert Einarbeitung
  • einige Kämpfe etwas kniffelig & langwierig
  • seltene Orientierungsprobleme in unüberschaubaren Locations

Fazit

Das erste „Xenoblade“ aus der „Chronicles“ Reihe gehört für mich nicht nur zu den besten Rollenspielen, sondern auch zu den besten Spielen überhaupt. Zwar konnten die direkten Nachfolger (bzw. der direkte Nachfolger und sein Stand-Alone-Addon) ebenfalls von sich überzeugen, doch sich nicht so sehr wie dieser Teil in meinem Hirn einbrennen können.

Am Anfang habe ich geflucht, da Kampfmechanik und Interaktion mit Gegnern etwas unübersichtlich wirkten und manche Gefechte gar kein Ende finden wollten. Irgendwann ging die Steuerung und das Ausloten der effektiven Attacken dann aber ins Blut über und das Gameplay hat richtig aufgedreht. Davon abgesehen hatten mich das allgemeine Design, sowie die stimmig konzipierte Welt in ihren Bann gezogen und mit den sympathischen Helden viele Stunde verbringen lassen.

Ich gebe zu, dass ich hin und wieder wegen schweren Boss-Duellen oder Orientierungsproblemen das Handtuch hinwerfen wollte, doch letztlich hat mich der Ehrgeiz immer wieder gepackt und nach kurzer Pause wurde der Controller wieder in die Hand genommen. Wer epische Rollenspiele mag und nichts gegen eine kleine Lernkurve hat, kommt hier voll auf seine Kosten. Ich kenne die Versionen für Wii, Switch und (New-)3DS und kann sie eigentlich alle für sich empfehlen. Schaut einfach nach, welche Variante für euch am geeignetsten bzw. günstigsten ist – es lohnt sich allemal.

Grafik: 7,5/10
Sound: 9/10
Gameplay: 9/10
Gesamt: 9,5/10

Fotocopyright: Monolith Soft/Nintendo

The House of the Dead – Remake (Nintendo Switch)

Inhalt

Dubiose Experimente laufen aus dem Ruder und involvierte Wissenschaftler kontaktieren Geheimagenten, die sich alsbald auf den Weg zu den Laboren machen. Als sie das Anwesen erreichen, hat der Wahnsinn jedoch schon Einzug gehalten und Menschen in blutrünstige Monster verwandelt…

Gameplay

Genau wie das Spielhallen- (und Sega Saturn-) Original ist „The House of the Dead Remake“ ein Shooter in seiner reinsten Form. Man erlebt das Geschehen aus der Ego-Perspektive und fährt quasi wie auf Schienen durch die Level und steuert lediglich das Fadenkreuz. Hin und wieder dürfen wir über den Weg unserer Spielfigur entscheiden (z.B. auf das Schiessen auf Tasten eines Fahrstuhls), aber ansonsten bleibt das Gameplay simpel. Mit einer Taste Ballern, mit einer Anderen Nachladen.

Damals haben wir das Game mit der Lightgun gespielt, heute sind Joycons mit ihrer Bewegungssteuerng ein guter Ersatz. Ich habe mir das Gefuchtel allerdings nur kurz angeschaut und bin dann auf die klassische Stick-Variante mit dem Pro-Pad ausgewichen. Dank einiger neuer Komfortfunktionen (z.B. automatisches Nachladen, justierbare Zielhilfe) war dies auch kein Problem und ging unerwartet gut von der Hand.

Spielzeit

Etwas schwierig tue ich mir mit der Angabe der Spielzeit. Man kann die normale Hauptkampagne in unter einer Stunde durchackern, jedoch wäre diese nur die halbe Wahrheit. „The House of the Dead“ ist ein Spiel zum mehrfachen bestreiten, zum Verbessern der Bestzeiten und zum Erkunden aller Abzweigungen. Einfach ein Spiel, welches man Zwischendurch startet und einfach mal ne Runde daddelt – ohne großartigen Tiefgang oder ein komplexes Spielsystem zu erwarten.

Präsentation

Es gibt zwei verschiedene Modi, die allesamt nicht wirklich vom Hocker reißen. Einen äußerst flüssigen Performance-Modus und eine etwas hübschere, dafür nicht mehr ganz so geschmeidige Standard-Variante.

In beiden Fällen gibt es oft grobe Texturen, deutlich pixelanfälliges Kunstblut und hölzern animierte Figuren. Die „schöne“ Version bietet immerhin ein paar atmosphärische Lichteffekte, die trotz des spröden Erscheinungsbildes dennoch viel Charme erwecken und stellenweise ganz toll ausschauten.

Der Soundtrack ging in Ordnung. Fetzige Stücke wechselten sich mit teils nervigen Effektgeräuschen ab und die trashige Synchronisation durfte nicht fehlen.

Positiv

  • simples und spaßiges Gameplay
  • gewohnte Trash-Atmopshäre
  • viele neue Komfortfunktionen
  • neue Spielmodi
  • tolles Gegnerdesign

Neutral

  • technisch eher durchwachsen
  • kurze Kampagne
  • wenig Gegnervielfalt

Negativ

  • insgesamt wenig Abwechslungsreich

Fazit

Ich besitze zwar einen Sega Saturn, habe das Original aber nie gespielt und schwelge in meinen Erinnerungen eher bei dessen Fortsetzung auf der Dreamcast. Zu dessen Release habe ich ordentlich Kohle für Spiel mitsamt Lightgun in die Hand genommen und diesen Invest bis Dato nicht bereut.

Natürlich war nach Bekanntgabe dieses Remakes die Freude groß und die Konsole pünktlich zu Veröffentlichung bei der Hand. Nüchtern betrachtet war der Titel sicherlich kein unverzichtbares Highlight – aber ehrlich gesagt genau das, was ich im Vorfeld erwartet hatte: ein launiger Shooter mit simplen Gameplay und jeder Menge an purem Spielspaß.

Über die kurze Spieldauer war ich zunächst etwas überrascht, doch im Anbetracht seines eigentliches Kernes und den weiteren Spielvarianten dann weniger enttäuscht. Die Mechanik gibt nicht viel her und hätte sich bei längerer Dauer garantiert gewaltig abgenutzt. So bleibt es ein launiger Titel, der immer mal kurz Zwischendrin angezockt werden kann und prima als Pausensnack zwischen anderen Schwergewichten herhalten darf.

Bei einem Preis von rund 20 Euro sollte man sich dem Spielprinzip und dessen Einschränkungen bewußt sein. Gibts das Teil dann mal für 10 Euro im Store, ists natürlich ein No-Brainer.

Grafik: 6,5/10
Sound: 7/10
Gameplay: 5/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Microids

Rise of Insanity (Nintendo Switch)

Inhalt

Der Spieler findet sich in einem scheinbar verlassenen Haus wieder und hat keine Erinnerung, wer er ist oder wie er hier her gekommen ist. Es beginnt eine gruselige Reise in die eigene Vergangenheit…

Gameplay & Steuerung

„Rise of Insanity“ ist eine Mischung aus simplen „Walking-Simulator“, rudimentärem Adventure und Grusel-Shocker. Man kann zwar hin und wieder aufgrund von Trial & Error-Passagen sterben, doch insgesamt geht es – abgesehen von gelegentlichen Jump-Scares – recht gemütlich zu und es besteht kein Zeitdruck oder Ähnliches.

Man merkt schon, dass dieses Game mit dem Fokus auf VR entwickelt wurde und der von mir gespielte Switch-Port technisch sowieso gewaltige Abstriche einfahren musste. Es ist schwer zu umschreiben, doch die Ego-Sicht fühlt sich nicht so direkt wie bei einem Shooter an und die Bewegung der Hauptfigur leicht behäbig. Es gab zwar eine Taste zum Rennen und trotzdem war man zuweilen arg gemächlich unterwegs – hängenbleiben an Gegenständen inklusive.

Präsentation

Grafisch gab sich der Titel durchwachsen. Man spürt die niedrige Auflösung der Switch jederzeit und trotz stark reduzierter Details (Texturen, Sichtweite) fühlt sich das Geschehen nicht immer flüssig an. Ordentliche Beleuchtungseffekte und eine dezent-stimmige Soundkulisse (idealerweise über ein Headset) stellten dennoch halbwegs zufrieden.

Auf der negativen Seite möchte ich allerdings kleinere Ruckler und Hänger beim Sound aufführen. Obwohl die Areale der einzelnen Kapitel sehr übersichtlich ausfielen kam die Switch hier mit dem Nachladen wohl nicht immer gut zurecht.

Spielzeit

Das Spiel besitzt nur einen Modus und einen Schwierigkeitsgrad. Ich war beim ersten Durchgang rund zwei Stunden beschäftigt, habe jedoch einige Items sicherlich übersehen. Der direkte Wiederspielwert mag gering sein, doch garantiert werde ich mich irgendwann erneut ins Abenteuer stürzen.

Positiv

  • angenehmer Schwierigkeitsgrad
  • tolle Gruse-Atmosphäre
  • einfache und gut konzipierte Rätsel
  • kompakte Erzählweise ohne Längen

Neutral

  • Präsentation mittelprächtig
  • sehr kurze Spielzeit
  • wenige Jump-Scares
  • sehr gradlinig

Negativ

  • kleinere technische Makel
  • hakelige Steuerung
  • Trial & Error-Passagen

Fazit

Ich mag „Walking-Simulatoren“ ala „Edith Finch“ und stehe hin und wieder auf gut gemachte Gruselspiele wie „Pineview Drive„. „Rise of Insanity“ kann zwar nicht ganz mit manchem „größerem“ Konkurrenten mithalten, wurde fairerweise auch nur für rund einen Euro im eShop erworben und brachte völlig andere Erwartungen mit sich.

Für das geringe Invest relativiert sich dann auch die Spielzeit und wird von daher nicht negativ von mir angekreidet. Auch die eher durchwachsene technische Seite war zu verschmerzen und die Immersion dennoch gelungen. Man konnte hervorragend in dieser interessanten und sich langsam entfaltetenden Geschichte abtauchen, hat sich zu keiner Zeit gelangweilt.

Sicherlich lag das Ende nach kurzer Zeit klar auf der Hand und dennoch wollte man wissen, wie sich die Dinge bis zum entscheidenden Punkt wohl hochgeschaukelt haben. Dies wurde audiovisuell trotz besagter Abstriche wunderschön in Szene gesetzt und hat den Spieler dann letztlich mit einem guten Gefühl vor dem Abspann zurück gelassen.

Für mich ein kleines, aber feines Games, welches sicherlich in Zukunft erneut durchschritten wird und hoffentlich wieder so gut bei Laune hält – auch wenn es natürlich recht kurz ausgefallen ist. In der Kürze liegt bekannterweise die Würze.

Grafik: 6/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Red Limb Studio, Pineapple Works Sp. z o.o.

Nintendo Switch OLED im Unboxing

Nach der ursprünglichen Switch und der kleineren Lite-Variante hat pünktlich zum Erscheinungstag auch die OLED-Version den Einzug in meine Sammlung gefunden. Primärer Kaufgrund war die Online-Fähigkeit, da meine erste Konsolengeneration aufgrund von Firmware-Modifikationen mittlerweile vom eShop ausgeschlossen wurde und Spiele-Updates fortan immer etwas komplizierter zu bewerkstelligen waren. Der etwas größere Bildschirm, die strahlenden Farben, sowie der LAN-Anschluss im neuen Dock waren natürlich auch nette Argumente für die neue Revision.

Obwohl die Konsole ab Werk bereits mit einem Schutzfolie kommt (diesmal kommt immerhin echtes Glas zum Einsatz), habe ich ein weiteres Gläschen angebracht und sie direkt in eine nettes Cases gepackt.

Besonders beim letzten Bild wird der Unterschied zum alten Display gut sichtbar. Beide Konsolen wurden jeweils auf maximale Helligkeitsstufe eingestellt und hier punktet der satte OLED-Schirm immens.

Fotocopyright: hard-boiled-movies.de

Resident Evil: Code Veronica

Inhalt

Der Spieler übernimmt de Rolle von Claire Redfield, die sich auf der Suche nach ihrem Bruder Chris befindet. Während der Recherchen wurde sie jedoch vom Umbrella Konzern verschleppt und in einen Knast auf einer abgelegenen Insel verfrachtet. Jetzt wo auch hier die Untoten das Kommando an sich reißen, muss sich der Spieler nicht nur mit einem Fluchtplan beschäftigen…

Gameplay

„Code Veronica“ kommt zwar mit überarbeitetem technischen Gewand daher, orientiert sich spielerisch und mechanisch noch ganz an den ersten drei Teilen der Reihe. Wir steuern Claire durch nicht mehr komplett vorgerenderte und niedrig aufgelöste, sondern erstmals komplett dynamisch modellierte Kulissen – kämpfen aber weiterhin mit der „Panzer“-Steuerung und manch ungünstigen Kameraperspektiven, wie wir es aus der Vergangenheit bereits gewohnt sind.

Der Titel bietet klassische Rätsel (tausche Wappen, finde Schlüssel) und fühlt sich hierdurch sehr vertraut an. Der Schwierigkeitsgrad der Action-Passagen ist gefühlt etwas höher als bei den Vorgängern und die Kampagne von der reinen Spielzeit mit rund 10 Stunden auch etwas länger.

Beim Inventar ist Geschick und vielleicht auch etwas Glück gefordert, da die Slots beschränkt sind und man nicht immer abschätzen kann, was überhaupt zu welchen Zeitpunkt mitgeschleppt werden sollte. Sicherlich ändert sich das beim erneuten Durchzocken, doch am Anfang kann es schon etwas stressig sein. Neben den bekannten Schreibmaschinen (=Speicherpunkte) befinden sich auch die hilfreichen Truhen zum Verstauen bzw. dem Entnehmen von Gegenständen.

Präsentation

Grafisch war das Spiel seinerzeit eine Augenweide. Ich habe es direkt zum Release auf dem Dreamcast erworben und bis dato kaum etwas Besseres auf der Konsole gesehen. Während die gerenderten Filmchen schon damals recht pixelig daher kamen, sorgten die Figuren während er Ingame-Zwischensequenzen für Staunen. Sie waren detailreich, schön animiert und toll ausgeleuchtet. Die Qualität reicht fast an bekannte Intro-Sequenzen heran und wirkten durch die nicht mehr allzu statischen Kulissen auch viel realer.

Der Soundtrack war eher unauffällig, bot aber ein paar eingängige Melodien und gute Effekte. Die englische Sprachausgabe war seinerzeit solide, heute sind manche seltsamen Stimmen eher für Lacher gut. Trotzdem gehört es irgendwie dazu und ich möchte die unfreiwilligen Schmutzler nicht mehr missen.

Positiv

  • klassisches RE-Gameplay
  • tolle Charaktermodelle
  • spannende Handlung
  • aufregende Zwischensequenzen
  • vergleichsweise lange Kampanie

Neutral

  • leicht hakelige Steuerung
  • Rätsel meist recht simpel
  • längere Laufwege
  • schräge Synchronstimmen

Negativ

  • Speichern nur an Schreibmaschinen (klassisches RE eben)
  • kleines Inventar (klassisches RE eben)
  • hin und wieder leichte Kameraprobleme

Fazit

Ich kann mich noch gut an den damaligen Erwerb des Titels erinnern und der noch immer in seiner Hülle befindliche Kassenzettel aus dem Jahre 2000 macht die Vorstellung noch immersiver. „Code Veronica“ wurde heiß herbei gesehent und hat allein schon wegen seiner fantastischen Grafik nicht enttäuscht. Der Schwierigkeitsgrad war vielleicht einen Ticken höher als bei den anderen Teilen, doch mit etwas Taktik kein großes Problem.

Aus heutiger Sicht wirkt die kleine technische Revolution vielleicht nicht mehr ganz so spektakulär, doch immerhin schaut dieser Teil nicht mehr ganz so angestaubt wie die ersten Titel der Reihe aus. Spielerisch orientierte man sich glücklicherweise noch sehr stark an den Vorgängern und kann trotz altbackener Mechaniken (Speichern, Inventar) noch vollends überzeugen.

Für mich ist „Veronica“ nicht der allerbeste Serienableger (Teil 1 und 2 sind unereicht), aber defintiv einer der besseren und lohnenswerteren Gruselspiele schlechthin. Es fühlt sich einfach „original“ an und sorgt für angenehmen Angstschweiß, der mit schönen Zwischensequenzen und viel Kurzweil belohnt. Ich hoffe, dass sich auch hier um ein hübsches Remake bemüht wird – schließlich hat Capcom das passende technische Grundgerüst bereits fertig in der Schublade.

Grafik: 7,5/10
Sound: 7/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 8/10

Wie heute noch zocken?

Ich besitze das Spiel auf Dreamcast, Playstation 2 und dem GameCube. In Japan ist überdies eine leicht aufpolierte Version für PS3 erhältlich. Ich bevorzuge zwar das Zocken auf den Originalkonsolen, habe aber alle drei Erstgenannten bereits auf diversen Emulatoren ausprobiert und konnte eine gute Spielbarkeit bescheinigen. Für diesen Test habe ich mir die GameCube-Variante per Dolphin-Emulator angeschaut und dabei natürlich von der Möglichkeit der Save-Stats profitiert. Durch den Wegfall niedrig aufgelöster, fest gerenderter Hintergründe schaute das Spiel mittels Hochskalierung auf dem 4k-Schirm recht anschaulich aus.

Fotocopyright: Capcom

I Saw Black Clouds

Inhalt

Der Selbstmord der besten Freundin hat Kristinas Leben aus der Bahn geworfen. Sie versucht die letzten Tage der Toten zu rekonstruieren und so beginnt der Alptraum für sie…

Gameplay

„I Saw Black Clouds“ ist ein klassischer interaktiver Film, mit all seinen Vor- und Nachteilen. Konkret gesagt besteht das Werk ausschließlich aus hochwertig gemachten Videosequenzen, bei denen ab und an mehr oder weniger tiefgreifende Entscheidungen getroffen werden können.

Manchmal dauert es etliche Minuten, manchmal liegen auch nur Sekunden dazwischen. Der selbst ablaufende Spielfilm hält für kurze Zeit an und der Spieler muss sich zwischen zwei oder drei alternativen Handlungsverläufen entscheiden. Wartet er zu lange, wird automatisch die erste Option ausgewählt und damit geht es dann weiter.

Bei meinem Test gab es hierbei keine Entscheidungen, die zum unweigerlichen Tod und zum Spielabbruch führten – vielmehr gab es einmal ein Zurücksetzen der Szene, nachdem die Akteurin meinte „Nein, so ist es nicht gewesen“. Konsequenz falscher Abzweigungen ist scheinbar nur eine kürzere Spielzeit und andere Abspänne.

Spielzeit

Die Zeit habe ich wieder mal nicht mit der Uhr gestoppt, doch rund 2 bis 2,5 Stunden habe ich für den ersten Durchgang gebraucht und laut abschließender Statistik dabei noch nicht einmal die Hälfte aller Filmsequenzen zu Gesicht bekommen. Auch gab es nur einen von fünf verschiedenen Abspännen. Mag grundsätzlich auf den ersten Blick nicht sonderlich umfangreich erscheinen, liegt aber meiner Meinung nach im üblichen Durchschnitt des Genres – und schlägt sich bestenfalls in einem günstigeren Kaufpreis nieder.

Technik

Die Videos wurden einigermaßen hochwertig produziert und mit guten Darstellern besetzt. Das Spiel kommt im einfach verständlichen O-Ton auf englisch daher, bringt aber auf Wunsch brauchbare deutsche Untertitel mit. Die Bildqualität auf der Switch ist sowohl im Handheld, als auch im Dock-Modus sehr gut. Die Filmschnipsel wurden nicht zu Tode komprimiert. Die Menüs sind schlicht und edel.

Fazit

Als Cineast habe ich eine natürliche Schwäche für interaktive Filme und bin mir mangelnder Entscheidungsfähigkeiten und kurzer Spielzeit durchaus bewusst. Auf den ersten Blick machten mir diese Kompromisse auch bei „I Saw Black Clouds“ keine Sorgen, doch vielmehr haperte es dann leider an seiner Geschichte. Sie ist zwar halbwegs interessant und bietet obgleich einfacher Mittel auch eine stimmige Atmosphäre, doch zumindest mein erlebter Abspann war relativ unbefriedigend und am Ende blieben gemischte Gefühle zurück.

Dummerweise hält sich der Wiederspielwert in Grenzen und so wird es wahrscheinlich Monate oder Jahre dauern, bis ich einen zweiten Durchlauf in Angriff nehmen und eventuell andere Enden zu Gesicht bekommen werde.

Am Ende bleibt ein technisch starker, aber inhaltlich schwacher Auftritt eines Titels, der durchaus Potential gehabt und bei Genrefreunden hätte punkten können.

Positiv:
– endlich Nachschub im Genre
– gute produzierte Videos
– gute Bildqualität
– schöner Flow, kurze Ladezeiten
– fünf verschiedene Abspänne

Neutral:
– Spielzeit überschaubar
– Darsteller nicht immer auf Hollywood-Niveau
– Effekte meist recht einfach

Negativ:
– Story nicht vollends packend
– trotz kurzer Laufzeit immer wieder Leerlauf
– Motivation zum direkten Neu-Durchgang nicht gegeben
– Gameplay erwartungsgemäß minimalistisch

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 3/10
Gesamt: 5,5/10

Fotocopyright: Wales Interactive

Super Metroid (Super Nintendo)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Kopfgeldjägerin Samus Aran und muss das letzte „Metroid“ aus den Fängen übler Weltraumpiraten befreien. Die „Metroids“ gelten in Sachen Energiegewinnung als große Hoffnung der Menschheit und sind daher äußerst wichtig für unseren Fortbestand…

Gameplay

„Super Metroid“ ist ein klassischer 2D-Plattformtitel nach allen Regeln der Zunft. Statt stur in eine Richtung zu marschieren, gilt es jedoch eine große Welt zu erkunden, um mit stetigen Verbesserungen anfänglich unerreichbare Areale betreten zu können. Was bei anderen Titel wie unnötiges „Backtracking“ wirkt, fühlt sich hier motivierend und spaßig an.

Es gibt unterschiedliche Waffentypen und Ausrüstungsgegenstände. Beispielsweise kann sich Samus in eine Kugel verwandeln, die im Laufe der Zeit sogar Bomben legen oder sich an Wänden anheften kann.
Neben dem Erkunden der Gegend und dem Herausfinden neuer Wege, stellen die Kämpfe gegen Bildschirmgroße Bossgegner ein weiteres Highlight dar. Jeder Endgegner benötigt seine eigene Strategie und fordert Konzentration und Geschicklichkeit. Das Spiel bleibt dabei jederzeit fair und erlaubt mit der passenden Herangehensweise sogar „Speed-Runs“. Nicht umsonst ist „Metroid“ in der Szene so beliebt.

Die Spielzeit variiert nach eingesammelten Gegenständen und wie groß der Drang zum Erkunden ist. Ohne „Speed-Run“ kommt man beim normalen durchzocken auf rund vier bis maximal fünf Stunden. Hört sich überschaubar an, war für damalige Verhältnisse aber vollkommen in Ordnung und fordert heutzutage keine wochenlange Abarbeitung.

Präsentation

Schon damals konnte ich manch negative Kritik in Bezug auf die Grafik nicht verstehen. So manch „Fachzeitschrift“ wollte wohl nicht erkennen, dass Nintendo hier alles aus seinem System rausgekitzelt hat und beeindruckende Bilder ablieferte. Nicht nur die Hauptfigur, sondern sämtliche Gegner – einschließlich der riesigen und abwechslungsreich gestalteten Bosse – sind perfekt animiert und das Geschehen läuft zumeist butterweich. Die Proportionen stimmen und man fand einen guten Weg aus Realismus und Comiclook, der keinerlei Staub angesetzt hat und heute noch gefällt.

Selten hab es sowohl optisch, als auch akustisch ein solch stimmiges Spiel gesehen. Jedes Areal hat seine unverkennbaren Merkmale, was Gestaltung und Musikuntermalung betraf. Die Melodien gehörten ebenfalls zum Besten der Konsole und blieben unverkennbar im Gehör. Von poppig bis düster-bedrohlich war alles vorhanden und im Intro verwöhnte sogar (englische) Sprachausgabe unser Ohr. Besonders als Kind war ich tief beeindruckt.

Positiv:

  • tolle Grafik
  • genialer Sound
  • riesige Bosse
  • zeitloses Gameplay
  • interessantes Setting
  • perfekte Spielbarkeit
  • ausgewogener Schwierigkeitsgrad
  • spaßiges Backtracking
  • mitgelieferter Spieleberater

Neutral:

  • Spielzeit könnte einen Ticken länger sein

Negativ:

  • Preisentwicklung der SNES-Fassung

Fazit

Schon seit seiner Veröffentlichung gehört „Super Metroid“ zu meinen absoluten Lieblingsspielen. Ich würde sogar behaupten, es führt die Liste mit weitem Abstand noch vor „Witcher 3“, „Resident Evil 2“ und diversen SNES-Rollenspielen an und besetzt einen dauerhaften Platz in meinem Gamer-Herzen. Ein kurzes Review war längst überfällig, auch wenn es diesem Ausnahmetitel in keiner Form gerecht werden kann.

Das Gameplay ist so zeitlos, wie die geniale audiovisuelle Umsetzung und das Abtauchen sorgt immer wieder für breites Grinsen. Es gibt trotz unzähliger Durchgänge immer wieder etwas Neues zu entdecken und die gewaltigen End-Duelle haben nie an Faszination verloren. Alles wurde perfekt miteinander verzahnt und der gut austarierte Schwierigkeitsgrad vermeidet Frust.

Selten haben verschiedene Ausrüstungsgegenstände so viel Mehrwert gebracht und selten war ein Backtracking so kurzweilig und unabdingbar. Statt nervender Pflichtaufgabe fühlt man sich her nicht nur kräftetechnisch überlegen, sondern freut sich sogar über das erneute Besuchen vertrauter Lokationen.

„Super Metroid“ ist für mich wie ein Urlaub. Alle paar Jahre schlüpfe ich für kurze Zeit in den Anzug von Samus und fühle mich mit altem Lösungsbuch und klassischem SNES-Pad wie ein Kind, welches damals eine persönliche Revolution in Sachen Gaming erlebte. Dieses Spiel fesselt und begeistert und will idealerweise auf alter Hardware erlebt werden. Zwar sind die Modulpreise auf hohem Niveau und weiterhin am Steigen, doch vielleicht habt Ihr mal auf dem Flohmarkt mal günstig Glück. (Legale) Emulation (z.B. auf der Virtual Console oder dem SNES Mini) tut es zwar auch, aber gerade bei diesem Titel ist originales Flair bei mir ein echter Pluspunkt.

Mir ist klar, dass dieses Spiel mittlerweile etwas aus der Zeit gefallen und höchstwahrscheinlich nichts für jeden (jungen) Zocker ist, doch gebt dem Teil einfach eine Chance. Lasst euch in das Abenteuer von Samus reinsaugen und verbringt abwechslungsreiche Stunden auf Planten Zebes.

Grafik: 9,5/10
Sound: 10/10
Gameplay: 9/10
Gesamt: 10/10

Fotocopyright: Nintendo

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