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Schlagwort: Netflix Seite 2 von 16

Toubab

Inhalt

Frisch aus dem Knast entlassen, droht Babtou das nächste Unheil. Der junge Mann soll in seine ursprüngliche Heimat abgeschoben werden, hat aber keine Verbindung dorthin und möchte auch seine Freunde nicht verlassen. Glücklicherweise erinnert ihn das Amt an eine kleine Hintertür, die er natürlich schnellstmöglich zu nutzen versucht…

Fazit

„Toubab“ ist ein interessanter Film, der er sich auf mehreren Ebenen bewegt und hierbei stets die richtige Stimmungslage ablichtet. Auf der einen Seite erleben wir eine tragische Geschichte aus dem Alltag, auf der anderen Seite eine gewisse Leichtgängigkeit und gute Laune – die man im Anbetracht der Situation so gar nicht vermutet hätte.

Die jungen Darsteller machten Ihre Sache allesamt hervorragend und glaubwürdig. Man nahm ihnen ihr Spiel jederzeit ab und konnte sich gut in deren Sicht hineindenken. Vor allem konnte man sich gut vorstellen, mit welchen inneren Konflikten unser Hauptakteur – trotz stets guter Mine – wohl ankämpfen musste und gleichzeitig für beachtlich erachten, wie souverän er mit diesen Gegebenheiten umgeht.

Während andere Titel in tiefer Dramaturgie versinken, wirkt „Toubab“ angenehm lebensbejahend und kraftvoll. Es gab enorm viele Gags, die aus natürlichen Dialogen entstanden und nicht aufgesetzt oder gar deplatziert wirkten. Man konnte streckenweise herzhaft lachen, um an anderer Stelle wieder auf dem Boden der Tatsachen anzugelangen. Die Mischung hat genau gepasst und vor allem der Unterhaltungsfaktor war durchwegs hoch. Es hab keinerlei Längen oder störende Momente. Man konnte genießen und sich gleichzeitig Gedanken machen.

Die spontane und ohne jedwede Vorbereitung getätigte Sichtung war keine Zeitverschwendung. Mit „Toubab“ bot mir Netflix einen kurzweiligen Streifen, der in vielen Bereichen gut funktionierte und niemals die Balance verlor. Die hervorragenden Akteure konnten begeistern und in allen vertrackten Situationen uneingeschränkt abholen. Unterm Strich ein wirklich empfehlenswerter Film mit vielen richtig guten Aussagen – die teils wunderbar-locker verpackt waren und dennoch ihre Wirkung nicht verfehlten.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix/Camino Filmverleih

Operation schwarze Krabbe

Inhalt

Der große Krieg ist fast vorüber und es schaut nicht gut für den Wiederstand aus. Die letzten Reserven werden nun mobilisiert und unter ihnen auch die verzweifelte Mutter und Kämpferin Caroline Edh. Gemeinsam mit ein paar anderen Soldaten soll sie den Feind mit einer waghalsigen Aktion überraschen…

Fazit

Die Dreharbeiten waren sicherlich nicht einfach, doch die Mühen haben sich zumindest optisch gelohnt. Der Film vermittelt dank grandioser und zum Teil beängstigend wirkenden Kulissen eine Endzeitstimmung, wie ich sie schon lange nicht mehr erleben durfte. Dabei wirkte alles rau, kühl, nass und beängstigend glaubhaft. Dazu kamen körnige Bilder und realistisch gemachte Schusswechsel, wie man sie beispielsweise aus Hollywood nur selten erhält.

Noomi Rapace bewies einmal mehr ihre enorme Wandlungsfähigkeit und überzeugte hier quasi in einer Doppelrolle. In Rückblenden als liebevolle Mutter, in der aktuellen Zeit als knallharte Soldatin mit klarem Ziel vor den Augen. Leider kämpfte sie hierbei – wie auch der gut agierende Rest – gegen eine gewöhnungsbedürftige und nicht immer vollends befriedigende Erzählstruktur an.

Die Macher verrieten uns hier nämlich gar nicht, welche Parteien sich überhaupt im Krieg befinden oder um was es bei der ganzen Sache eigentlich geht. Der Zuschauer wird ins kalte Wasser geworfen und stand selbst am Ende noch ziemlich ratlos da. Man muss für sich sortieren, was man gerade gesehen hat und die vielen Eindrücke verarbeiten – sich idealerweise selbst ein Reim auf einige Dinge machen.

Ich möchte nicht spoilern, nur auf diese Umstände hinweisen – denn möglicherweise findet nicht Jeder eine solche Inszenierung gut. Was auf der einen Seite durchaus innovativ wirkte, stellte sich in meinen Augen manchmal selbst ein Bein. Man hätte uns ruhig ein paar zusätzliche Brotkrummen hinwerfen können, denn die gebotenen Elemente ließen fast schon zu viel Interpretationsfreiraum. Das ist okay, aber in seiner präsentierten Form schon leicht verbesserungswürdig.

Mit „Operation schwarze Krabbe“ hat Netflix einen ungewöhnlichen und teils schauerlich schönen Kriegsfilm im Sortiment. Er ließ viele Fragen offen, unterhielt größtenteils dennoch sehr gut. Die frischen Ideen vermag ich zu loben, doch gleichzeitig wieder einiger Punkte auf dem Wertungskonto zu berauben. Untern Strich trotzdem ein guter und innovativer Streifen, der mich eben nicht zu hundertprozentig überzeugen konnte.

7/10

Fotocopyright: Netflix

The Adam Project

Inhalt

2050. Um großes Unglück zu verhindern, reist Adam in die Vergangenheit zurück und landet versehentlich im falschen Jahr. Dort trifft er auf sein jüngeres Ich und versucht gemeinsam mit ihm, die Dinge wieder ins Lot zu bringen…

Fazit

Filme über das Zeitreisen gibt es wie Sand am Meer. Auch der Ansatz mit dem Aufeinandertreffen mit der eigenen Familie ist nicht unbedingt neu und wurde seinerzeit mit „Zurück in die Zukunft“ mehr als perfektioniert. Nun schickt Netflix einen Titel mit ähnlicher Prämisse ins Rennen – und dieser kann trotz einiger netter Ansätze leider nicht vollends überzeugen.

Die Rahmenhandlung ist also nicht neu, was bei entsprechend guter Umsetzung aber locker zu verkraften gewesen wäre. Damit will ich allerdings nicht behaupten, dass „The Adam Project“ schlecht gewesen wäre, vielmehr, dass er gehörig Potential auf der Strecke gelassen hat und in vielen Momenten zu stark auf „Nummer sicher“ gesetzt hat.

Der Film war ordentliche Familienunterhaltung, aber insgesamt arg harmlos und seicht gestrickt. Die schön choreografierten Actionszenen waren optisch ein echter Hingucker, von der Härte hingegen ziemlich lasch. Auch bei den Gags hatte man immer wieder das Gefühl, dass man mehr machen, jedoch weniger umsetzen durfte.

Wie es zu vermuten war, hat man viele Elemente schon einmal gesehen oder konnte deren Ausgang recht einfach vorhersehen. Man versuchte erst gar nicht ein komplexes Konstrukt zu errichten und setzte klar auf Popcorn-Unterhaltung, was immerhin über weite Strecken auch recht gut funktionierte. Man konnte den Kopf ausschalten und sich leichtgängig bespaßen lassen.

Rynolds hat seine Sache gewohnt gut und mit seiner bekannt-sympathischen Art erledigt. Sein jüngeres Ego hat ihn dabei prima ergänzt und für echt witzige Momente gesorgt. Die Chemie der Beiden hat gepasst und hätte auch in anderer Film-Konstellation super funktioniert. Mit Zoe Saldana, Jennifer Garner und Mark Ruffalo konnte man zudem ein paar etablierte Stars für brauchbare Nebenrollen engagieren.

Ich habe es schon oft geschrieben und kann es hier wiederholen. Im Kino hätte man sich sicherlich etwas über die Qualität des von „The Adam Project“ geärgert, doch bei Netflix drückt man ein Auge zu. Man erhält einen soliden Streifen ohne echte Highlights, aber glücklicherweise auch ohne Durchhänger oder Showstopper. Alles nicht wirklich aufregend, immerhin kurzweilig und zuweilen sogar recht spaßig. Ordentliche Hausmannskost und ein prima Snack für Zwischendurch.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Ich schweige für Dich (Mini-Serie)

Inhalt

Am Rande eines Fußballspiels werden bei Adam böse Zweifel an seiner Frau gesät. Eine junge Dame behauptet, dass ihre damalige Schwangerschaft nur vorgetäuscht war und er hinterfragen soll, ob er wirklich der leibliche Vater seiner Söhne sei. Als er seine Gattin dann zur Rede stellen will, weicht diese aus und verschwindet kurz danach spurlos…

Fazit

In der letzten Zeit werden mir solche Mini-Serien immer sympathischer. Sie sind nicht allzu lang, bieten genügend Tiefe und sind normalweise auch abgeschlossen. Zwar muss man auch bei „Ich schweige für Dich“ mit einer arg zusammenkonstruierten Storyline leben, doch dafür stimmt hier der Unterhaltungsfaktor auf jeden Fall.

Bereits nach wenigen Minuten hatte mich diese wirklich gut und hochwertig gefilmte Produktion am Haken. Man stellt direkt zu Beginn eine interessante These in den Raum und rasch überschlugen sich die folgenden Ereignisse. Mitunter war es manchmal schwierig den Überblick zu behalten, doch es war auf jeden Fall machbar. Die Handlung war komplex, aber nicht zu überfrachtet. Die Anzahl an Figuren war perfekt ausgelotet und die Episodenanzahl (8 Stück) hierfür passend gewählt.

Wo andere Serien ihren Auflösung schon recht früh verraten, gab es hier Unklarheit und Spannung bis zum Schluss. Die Puzzlestücke wollten dank des tollen Drehbuchs lange Zeit überhaupt nicht zusammenpassen und entsprechend hoch war die Neugier. Man hangelte sich mit kleineren Brocken von Episode zu Episode, doch der „Draufblick“ ließ lange auf sich warten – was letztlich auch gut so war. Man konnte zwar miträsteln und sich die Geschehnisse so langsam rekonstruieren, doch es fehlte immer am wichtigen Hinweisen – die es tatsächlich erst beim Finale gab.

„Ich schweige für Dich“ ist eine Serie, die ohne übertriebene Gewaltspitzen oder viele Leichen daher kam und trotzdem sehr spannend und unterhaltsam war. Man könnte sie irgendwo zwischen Krimi, Drama und Mysterie verorten und in allen Bereichen gute Noten attestieren – auch wenn es am Ende eher realistisch-hanebüchen, statt mysteriös von statten ging. Es wurde wirklich nie langweilig und aufregende Wendungen fesselten bis zum bitteren Ende an den Schirm. Eine rundum sehr gut gemachte Produktion mit hohem Suchtfaktor und einer angenehmen Anzahl an Episoden. Nichts zu kurz und nicht zu lang – und vor allem komplett auserzählt.

8/10

Fotocopyright: Netflix

Against the Ice

Inhalt

Dänemark im Jahr 1909. Ein Forscher behauptet, dass die Ansprüche der USA auf Grönland nicht rechtens wären und möchte diese Ausführung durch eine Expedition in die Region untermauern. Da sein Schiff aber feststeckt und die Zeit davonrennt, macht er sich zusammen mit einem Mechaniker zu Fuß auf die anstrengende Reise…

Fazit

Wie es die Inhaltsangabe bereits vermuten ließ, war „Against the Ice“ ein recht spezieller Titel und wahrscheinlich nicht für die breite Masse gedacht. Das Thema an sich ist nicht unbedingt alltäglich und die Umsetzung erst recht Geschmackssache – was nicht unbedingt für einen schlechten Film sprechen muss.

Das Werk lebt in erster Linie von seinen hervorragenden Darstellern und dem Sog, der sich bei deren Beobachtung zwangsläufig ergibt. Über weite Teile tragen Nikolaj Coster-Waldau und Joe Cole das Geschehen nämlich von ganz Allein und richten den Fokus ausschließlich auf sich. Wir beobachten die Beiden beim Wandern, beim gemeinsamen campieren in einem Zelt oder dem Auftreiben von Nahrung.

Meist geht es dabei eher kleinlaut und schon fast dokumentarisch zur Sache. Großartige Action oder sonderlich aufreibende Momente sucht man eigentlich vergebens. Man ist konzentriert auf den Ehrgeiz der Beiden und ihrem Kampfs ums Überleben. Das ist zuweilen durchaus aufregend und spannend, teilweise etwas langatmig.

Durch das Setting bedingt, fehlt es dem Treiben an Abwechslung. Auch wenn wir hin und wieder einen Blick zu den Kollegen in der Ferne erhaschen dürfen, bleibt der Fokus beim namensgebenden Kampf gegen das Eis. Durch die besonne Erzählweise schleichen sich hier kleinere Längen ein. Man blieb zwar am Ball, hatte jedoch kleinere Durchhänger.

Großes Lob geht an die technische Seite. Nur nur, dass alles sehr glaubhaft inszeniert wurde, sondern, weil die Bilder zuweilen mächtig Eindruck schinden konnten. Man fühlte förmlich die eisigen Temperaturen, um beim Ausblick über die Gletscher ins Schwärmen zu geraten. Auch waren einige Momente wie das Einbrechen ins Wasser oder der Konflikt mit einem Eisbären höchst authentisch anzuschauen.

Von Inszenierung und Darsteller ausgezeichnet, vom eigentlichen Inhalt allerdings nur solide Kost. Man muss sich schon ein wenig für die Thematik von „Against the Ice“ interessieren, damit das Werk insgesamt etwas besser funktioniert. So fühlte man sich zwar gut unterhalten, aber die echte Begeisterung blieb weitestgehend aus. Allein wegen ein paar toller Aufnahmen, dürfen Unentschlossene aber gerne mal reinschauen. Schön, dass Netflix auch solche Titel in seinem Sortiment hat.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

The Weekend Away

Inhalt

Nach längerer Zeit treffen sich zwei alte Freundinnen endlich wieder und beschließen, mal ordentlich feiern zu gehen. Nach einer durchzechten Nacht erwacht eine von Ihnen, doch die Andere scheint verschwunden. Sie versucht den Abend zu rekonstruieren und letztlich auch Hilfe bei der Polizei zu finden…

Fazit

Beim Schauen dieses Filmes hatte ich ständig so ein gewisses Gefühl im Kopf. Ein Gefühl, dass besagte, dass man alles irgendwo schon einmal gesehen hat und sich trotz aller bemühten Versuche hier irgendwie kaum Spannung aufbauen will. Technisch war die Produktion sicherlich nicht verkehret, doch mittlerweile bewegen sich selbst normale Spielfilme im TV auf einem ähnlichen Niveau – weshalb er durchaus als ZDF-Montagskino aus eigenem Hause durchgehen könnte.

Die Ausgangslage ist altbekannt, der Verlauf insoweit vorhersehbar, dass einfachste Lösungen zunächst nicht immer die Richtigen sind. Ob nun die Ehefrau, Freundin oder gar die Familie verschwindet war da weniger relevant, vielmehr die Aufklärung der Geschichte und eine damit verbundene Spannung – die sich wie Eingangs bereits erwähnt hier kaum mitreißen konnte.

Zu oft blieb wohnte man dem Treiben unbeteiligt zu, blickte gar ans Handy oder auf die Uhr. Es ging zwar irgendwo solide voran, doch bei Weitem nicht so packend, wie bei manchen Konkurrenten. Zu viele Elemente wurden hier an den Haaren herbei gezogen und zu unglaubwürdig konstruiert. Das alles möchte in sich einen Sinn ergeben, schien jedoch nur bedingt nachvollziehbar oder gar falsch.

Mit dem Setting konnte man sich gut anfreunden. Immerhin kam optisch etwas Urlaubs-Feeling auf und die relativ unbekannten Darsteller haben ihre Sache ordentlich gemacht. Die Synchronisation hätte einen Ticken besser sein dürfen, aber die glänzenden Aufnahmen übertünchten dieses Manko weitestgehend.

Zum beiläufigen „Wegschauen“ geht „The Weekend Away“ völlig in Ordnung. Er ist grundsätzlich nicht schlecht, fühlte sich aber wie eine durchschnittlich zusammenkopierte Variante zahlreicher Klassiker an. Man bekam absolut nichts Neues zu Gesicht – was auch nicht immer per se Schlimmes bedeuten muss und trotzdem unterhaltsam sein kann. Dieser Streifen lag irgendwo dazwischen. Netflix-Kunden haben das Ding sowieso inklusive und können also ruhig mal reinschauen.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Kein Lebenszeichen (Mini-Serie)

Inhalt

Sozialarbeiter Guillaume Lucchesi hat eine traurige Vergangenheit, die bei der Beerdigung seiner Mutter wieder aufgewühlt wird. Vor Jahren verlor er bei einem Einbruch bereits seinen Bruder und musste der schreckliche Tat beiwohnen. Im Nachlass der Verstorbenen findet er nun allerdings Spuren, die Fragen aufwerfen…

Fazit

Mit gerade einmal fünf Episoden ist „Kein Lebenszeichen“ weder zu lang, noch zu kurz und ein prima Snack für ein langweiliges Wochenende. Die Geschichte war komplex, aber weitestgehend gut nachvollziehbar und vor allem richtig spannend. Es dauerte zwar ein paar Minuten, bis man gedanklich eingestiegen ist – doch dann spielte die Handlung ihre volle Stärke aus und fesselte bis zur letzten Sekunde an den Schirm.

Auf der einen Seite hat mich der stark von Zufällen geprägte Plot ein bisschen gestört, doch auf der anderen Seite waren ausgerechnet diese Verwebungen für das Gelingen zwingend notwendig. Es war stellenweise lachhaft, wie sehr die Figuren eigentlich miteinander verbunden waren – aber dann auch irgendwie wieder ziemlich ausgefeilt wie die Zahnrädchen für die Handlung ineinander gegriffen haben. Hier scheint sich Jemand hingesetzt und die groben Züge im Vorfeld sorgfältig geplant zu haben.

Die – zumindest für mich – größtenteils unbekannten Darsteller haben ihre Sache sehr gut gemacht. Auch ermöglichte die Erzählung sich in viele Perspektiven hineindenken und deren Aktionen nachvollziehen zu können. Einen großen Anteil zur verschachtelten Gesamtstruktur trugen viele Rückblenden bei – in denen unsere Charaktere zum Teil sehr verändert auftraten und ebenfalls mit ihrem Talent überzeugen konnten.

Dank der extremen Spannung konnte man über arg konstruierte Kleinigkeiten hinwegsehen und die Serie in vollen Zügen genießen. Ehrlich gesagt habe ich vor der Sichtung weder Inhaltsangabe, noch irgendwelche Kritiken durchgelesen und war am Ende doch sehr positiv überrascht. Mit „Kein Lebenszeichen“ liefern uns die Franzosen eine erstklassige (und glücklicherweise auch abgeschlossene) Unterhaltung, für die sich so ein Abo bei Netflix wirklich lohnt.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

Ruhelos

Inhalt

Weil er selbst keine weiße Weste besitzt und unnötigen Stress vermeiden möchte, steckt ein Polizist sein Unfallopfer einfach in den Kofferraum und verlässt den Tatort. Mit der Leiche an der Backe beginnt nun allerdings eine Tortur, die er sich vorher nicht ausrechnen konnte…

Fazit

Filme über korrupte Polizisten sind nicht unbedingt selten, aber zuweilen durch ihre unschöne Prämisse doch recht unterhaltsam gestaltet. Mit „Ruhelos“ hat nun „Netflix“ einen Vertreter dieser Gattung in seinem Sortiment und mein Urteil darüber fällt positiv aus.

Der Plot mag zwar stark konstruiert erscheinen und gelegentlich an der gesamten Glaubwürdigkeit zweifeln lassen, dennoch passte hier das Wichtigste: der Unterhaltungsfaktor. Der Streifen besaß ein ordentliches Tempo und ein paar echt spannende Passagen zum mitfiebern. Es ging zwar nicht immer sonderlich authentisch, dafür kurzweilig und launig zur Sache.

Die Charaktere haben mit ihren Ecken und Kanten durch die Bank weg überzeugt und gaben keinen Grund zur Klage. Man konnte sich gut in deren Lage hineindenken und besonders mit der tragischen Hauptfigur mitfühlen – obwohl dieses sich ja den ganzen Ärger selbst eingebrockt hatte. Die Darsteller haben gut in ihre Rollen gepasst.

Streng genommen ist „Ruhelos“ kein glänzendes, starbesetztes Hollywood-Kino und hat so seine Macken. Für Zwischendurch jedoch waren mangelnde Glaubwürdigkeit oder zu stark gekünstelte Handlung kein größeres Problem und der Spaßfaktor vergleichsweise hoch. Unterm Strich also Nichts wofür ich unbedingt ein Netflix-abo abschließen würde, doch ein netter Artikel für den sowieso bereits zahlenden Kunden.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Texas Chainsaw Massacre (2022)

Inhalt

Das blühende Leben hat Harlow schon lange verlassen und eine waschechte Geisterstadt mitten in der Einöde von Texas blieb zurück. Nun versuchen junge Leute durch den Kauf der günstigen Immobilien etwas Neues aufzubauen und Investoren mit vielversprechenden Ideen zu ködern. Sie haben allerdings nicht mit einem letzten verbleibenden Bewohner gerechnet, der seine Heimat um keinen Preis aufgeben möchte…

Fazit

Statt Kino mal wieder Netflix. Die direkte Fortsetzung zum bahnbrechenden und nachwievor unerreichten „Blutgericht in Texas“ knüpft 50 Jahre nach dessen Ereignissen an und transferiert die Thematik in vielen Belangen ins heutige Zeitalter.

So zeigen sich nicht nur die Darsteller optisch der aktuellen Epoche entsprechend, sondern haben auch Dinge wie selbst fahrende Elektroautos und vor allem Handy großspurig Einzug gehalten. Dies mag zwar grundsätzlich eine nette und zeitgemäße Idee sein, bricht jedoch mit einer recht angenehmen altmodischen Optik und der Gangart der Reihe.

Der stark gefilterte, vielleicht auch etwas dreckige Look war ansprechend und kam den Anforderungen an diese Produktion durchaus nach – der Rest jedoch war ansonsten leidlich unterhaltsam und trotz extrem kompakter Laufzeit von knapp 80 Minuten zu wenig Spaß. Es gab zwar durchaus ein paar heftige und hübsch inszenierte Gewaltspitzen, doch echte Spannung wollte einfach nie aufkommen. Nach kurzen Schockern brach die Aufmerksamkeitsspanne direkt wieder ein und das Geschehen plätscherte vor sich her.

Ich mag die gesamte Reihe und schätze die Einflüsse der jeweiligen Entstehungszeiten. Bei der nun vorliegenden 2022er Variante war ich aber froh kein großes Geld investiert zu haben und diesen Titel als Inklusiv-Artikel bei Netflix zu erhalten. Das Gebotene war irgendwo anschaubar, bot aber von beinah lachhaften neumodischen Gimmicks keine neuen Einblicke oder gar neue Einblicke in Sachen Charakterentwicklung von Leatherface oder seiner Familie. Das Franchise hat viel zu bieten, doch hier lag jedweder Tiefgang in diese Richtung brach. Für mal Zwischendurch ein netter Gruselstreifen mit ordentlicher Härte, doch unterm Strich kein richtig guter Film und erst recht nicht der beste Teil von Allen.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Das Privileg – Die Auserwählten

Inhalt

Seit dem Selbstmord seiner älteren Schwester, wird Finn von seltsamen Tagträumen geplant und Hilfe sucht er stets bei seiner besten Freundin Lena. Ihr kann er sich anvertrauen und auch mit ihr gemeinsam herausfinden, warum die merkwürdigen Visionen nicht aufhören…

Fazit

Am gestrigen Abend hatte ich endlich das Vergnügen, mal wieder einen deutschen Horrorfilm auf Netflix zu streamen und bin mir mit meiner Bewertung nun etwas unschlüssig. Die Mischung aus „Dark“, „Die dunkle Seite des Mondes“ und „A Cure for Wellness“ bot ein paar echt tolle Schauwerte, jedoch haderte ich hin und wieder mit der gebotenen Ernsthaftigkeit.

Der gesamte Grundton ist schön düster und geheimnisvoll, die Spannungskurve rangierte trotz minimaler Durchhänger und einigen eher unpassenden Szenen bis zum Ende auf einem ordentlichen Niveau. Manchmal jedoch wusste ich nicht, ob man sich fürchten oder eher Grinsen sollte. Einige Momente waren bizarr, andere wieder total interessant. Insgesamt ist der Spagat zwar schon irgendwo geglückt, doch manchmal war es aufgrund einiger seltsamen Gegebenheiten schon brenzlig.

Die Geschichte an sich war gar nicht mal so doof und hatte durchaus ein paar Züge vom großen Lovecraft. Man hat viele Elemente schonmal irgendwo gesehen, dennoch litt der Unterhaltungswert nicht sonderlich darunter. Man wollte unbedingt wissen, was hinter den Ereignisse steckt und wie die Sache wohl ausgehen wird. Man fand zwar einen witzigen Kompromiss, schien beim Finale die Ereignisse plötzlich viel zu überstürzen. Das brach mit der vorherigen, ruhigeren Gangart.

Die Darsteller haben ihre Sache allesamt recht gut gemacht und wirkten angenehm frisch. Die überwiegend jungen Gesichter waren unverbraucht und hatten Potential. Die Chemie untereinander hat prima gepasst und gerne würde ich sie in möglichen Fortsetzung noch einmal sehen wollen. Technisch gab sich das Werk hingegen durchwachsen. Während Kamera und allgemeine Optik irgendwo gepasst haben, waren die Computereffekte ausbaufähig. Nicht wirklich schlecht, aber im Vergleich leider kein Hollywood.

Aufgrund einiger kleiner Schnitzer schrammt „Das Privileg“ knapp an einer höheren Wertung vorbei. Das Teil hat Spaß gemacht, hätte an einigen Stellen jedoch ein wenig Feinschliff verkraften können. Der Plot war interessant und bot mehr als das Übliche, dennoch fehlt der letzte Kick zum endgültigen Abfeiern. Wer gediegenen Grusel mag und ein Netflix-Abo besitzt, sollte diesem heimischen Vertreter ruhig mal eine Chance geben.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

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