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Schlagwort: Netflix (Seite 1 von 5)

The Hater

Inhalt

Ein junger Studienabbrecher findet eine Anstellung bei einer dubiosen Internetagentur, wo er zunächst im Content-Management, später bei fragwürdigen Anti-Kampagnen tätig ist. Das Manipulieren von Produkten und Personen geht wunderbar mit seiner realen Einstellung einher und so arbeitet er sich auf verschiedenen Wegen nach Oben. Mit der Zeit muss er jedoch schmerzlich feststellen, das Verleumdungen im Internet auch reale Konsequenzen mit sich ziehen können…

Fazit

Mit „The Hater“ hat mich „Netflix“ so völlig ohne Vorahnung überrascht und umso größer die Freude, meine kostbaren – immerhin fast 2,5 Stunden – nicht sinnlos verschwendet zu haben.

Die Geschichte ist zwar gespickt mit einigen Übertreibungen oder Ungereimtheiten, fängt trotzdem den aktuellen Nerv recht gut und vor allem sehr unterhaltsam sein. Vereinfacht – und damit für Unkundige gut verständlich – wird hier der Aufstieg und Fall von Internetphänomen zelebriert und aufgezeigt, wie viel Macht eine virtuelle Kampagnen haben kann.

Durch seine – zumindest in unseren Breiten – eher unbekannten Darsteller gewinnt die Handlung an zusätzlichem Reiz, da man sich vollends auf deren Leistungen konzentrieren kann und nicht mit gedanklichen Vorbelastungen ans Werk geht. Kein Gesicht ist innerlich bereits einer Rolle verschrieben und der Betrachter somit völlig unbedarft. Das Konstrukt lebt schon deutlich von seiner Unberechbarkeit, welche hierdurch nur weiter erhöht wird. Man weiß nie, ob der Hauptdarsteller noch einmal auf den rechten Weg kommt oder zum ultimativen Antagonist verkommt.

Nicht unbedingt extrem aufwändig und schon gar nicht mit großen Effekten, erzählt uns „The Hater“ eine durchaus wichtige und aktuelle Geschichte – die durchwegs spannend und gut besetzt ist. Glücklich bin ich zudem über das gut gemachte Ende, welches den richtigen Ton trifft und die bisherigen Ereignisse nicht verwässerte. Unterm Strich ein sehenswerter Titel, mit dem mich der Streaminganbieter wiedermal sehr angenehm überrascht hat.

8/10

Fotocopyright: Netflix

The Kissing Booth 1+2

Inhalt – Teil 1

Quasi schon seit ihrer Geburt sind Elle und Lee beste Freunde und in jeder Lebenslage unzertrennlich. Ihre Freundschaft wird dabei geordnet, durch selbst aufgelegte Regeln – wie beispielweise nichts mit näheren Verwandten des Gegenüber anzufangen. Dumm nur, dass Elle im Laufe der Zeit immer größere Gefühle für Lees älteren Bruder Noah entwickelt…

Inhalt – Teil 2

Elle und Noah sind endlich offiziell ein Paar, welches durch ihre Schulen jedoch räumlich weit voneinander getrennt lebt. Um sich ebenfalls die Elite-Universität „Harvard“ leisten zu können, muss Elle kreativ werden. Zusammen mit einem eher ungeliebten neuen Mitschüler schreibt sie sich für einen Tanzwettbewerb ein…

Fazit

Zwei Filme und eine Besprechung? Ähnlich wie bei „Dark“ fasse ich mal die beiden Titel zusammen, da sich in getrennten Texten einfach zu viel überschneiden würde. Normalerweise mache ich so eine Pauschalisierung nicht, aber bei solchen Werken dürfte es verzeihlich sein.

Bei beiden Filmen handelt es sich um lockere Teenie-Romanzen, die mit witzigen Elementen durchaus angenehm bei Laune halten. Hoch anrechnenden möchte ich dabei, dass der Humor nicht so flach wie bei „American Pie“ und Konsorten ist -sondern sich nur selten kleinere Niveau-Ausrutscher nach Unten erlaubt. Die meiste Zeit bleibt alles absolut Jugendfrei (oder: US-TV-tauglich) und kommt damit prima über die Runden.

Besonders gut haben mir die Erzählungen auf dem Off gefallen. Kompakt, zielgerichtet und amüsant wird der Zuschauer schnell über neue Situationen und Charaktere eingeführt, so dass der rote Faden nie verloren ging. Zumal der zweite Teil direkt und ohne Unterbrechung Ankünfte und keine großartig erklärenswerte Zeit dazwischen lag.

Größte Stärke waren sicherlich die hervorragenden, jungen Darsteller – die ihre Sache allesamt sehr gut machten. Die Chemie untereinander hat absolut gepasst und selbst die Fortsetzung konnte dies mit Einführung neuer Figuren perfekt beibehalten. Für einen kurzen Moment hat mich höchstens gestört, dass alle Darsteller wieder einmal einem Modellkatalog entsprungen schienen und weniger hübsche Menschen eigentlich gar nicht zugegeben waren.

Größte Kritik wiederum die Länge der Filme. Für meinen Geschmack hätten beide Romanzen ein paar Minuten kürzer und somit straffer erzählt ausfallen können. Auftakt und Mittelpart waren jeweils Unterhaltung in reinster Form, beim letzten Drittel schwächelten Beide. Ähnlich wie in manch koreanischen Werken wussten die Macher einfach nicht wann Schluss ist und setzten immer noch einen drauf. Wäre im Grunde nicht dramatisch gewesen, doch leider passieren in diesen lang gezogenen Enden einfach keine überzeugenden Dinge oder gar Überraschungen mehr. Dies kostet einfach Punkte auf dem Wertungskonto und schadet der Kurzweil.

Die „Kissing Booth“-Filme sind sicherlich keine Titel, die man unbedingt empfehlen müsste – aber abraten würde ich davon auf keinen Fall. Dank sympathischer Figuren und überwiegend kurzweiliger Inszenierung machen Sie auf ohne großen Tiefgang mächtig Spaß und dürften Genrefreunden gefallen. Teil Zwei ist vielleicht ein wenig schwächer, insgesamt für Freunde des Vorgängers aber unbedingt ans Herz gelegt. Schade, dass beide Enden etwas zu lang ausgefallen sind. Ansonsten wirklich gute „Snacks“ für Zwischendurch.

Teil 1:

7/10

Teil 2:

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Fatal Affair

Inhalt

Eine erfolgreiche Anwältin trifft per Zufall eine Bekanntschaft aus der Jugend wieder. Spontan verabreden sich die Beiden zum gemeinsamen Abendessen und alte Sympathien entfachen. Obwohl die Dame schon lange verheiratet ist, geraten ihre Gefühle ins Schwanken. Bald jedoch zeigt die Affäre ihr wahres Gesicht…

Fazit

Über „Fatal Affair“ muss man eigentlich nicht viel schreiben. Netflix präsentiert uns hier einen Thriller, der sich durchwegs an bekannten Mustern bedient und keinerlei Alleinstellungsmerkmale aufzubieten hat.

Die Darsteller machen ihre Sache allesamt recht gut, können sie jedoch nicht über die ausgelutschte Handlung hinwegtäuschen. Man hat alles irgendwo schon einmal gesehen und der Spannungsbogen hält sich somit stark in Grenzen. Am Ende kommen dann noch die mangelnde Innovation hinzu, die dem Streifen keinerlei eigenen Stempel aufzudrücken vermag. Egal wo – Nirgends ließ man eigene Elemente einfließen.

Für eine unterm Strich gnädige Bewertung spricht eigentlich nur der relativ solide Unterhaltungsfaktor. Die Filmlänge ist mit knapp 1,5 Stunden in Ordnung und trotz der fehlenden Neuerungen durchwegs unterhaltsam gemacht. Man ärgert sich zwar über Altbewährtes, fühlt sich dennoch ganz okay bei Laune gehalten.

Einen Preis für neue Geschichten oder überragende Wendungen wird „Fatal Affair“ sicherlich nicht erhalten. Die Patzer werden durch nette Figuren und eine durchwegs stimmige Inszenierung jedoch halbwegs kaschiert und so bleibt mein Eindruck durchwachen. Die hervorragende technische Seite rettet ebenfalls noch ein paar Punkte. Genrefans schauen rein – dürfen sich aber nicht wegen der fehlenden Innovation beschweren.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Desperados

Inhalt

Endlich hat Wes den Mann ihres Lebens gefunden. Dumm nur, dass er sich für ein paar Tage nicht meldet und sogleich eine böse eMail geschickt bekommt. Als Wes erfährt, dass er wegen einem Unfall verhindert war und keineswegs das Interesse an ihr verlor, bereut sie ihren Schrieb. Gemeinsam mit Ihren besten Freundinnen macht sie sich auf einen Roadtrip zur Verhinderung der Sichtung seiner Nachrichten…

Fazit

Wer den Filmtitel mit einem Klassiker mit Banderas assoziiert, schwimmt in etwa auf einer Welle mit mir. Bei diesem „Desperados“ hingegen handelt es sich um eine flache Komödie von Netflix – bei der sicherlich weniger Anschaupflicht als beim nahezu gleichnamigen Streifen von Robert Rodriguez besteht.

Was Netflix uns diesmal präsentiert, bedient sich teilweise äußerst ungeniert bei anderen Werken und bietet insgesamt zu wenig Eigenständigkeit oder neue Akzente. Die Gesichte kennen wir beispielsweise von „Road Trip“ – nur, dass hier eine Videokassette gegen eine eMail ausgetauscht wurde und auch der Rest wirkt – abgesehen von den hübschen Darstellern – zu keiner Zeit besonders frisch.

Die Gags zünden nur selten und bieten keine Schenkelklopfer, die in Erinnerung bleiben. Hin und wieder ringt man sich ein kleines Lächeln ab, weitestgehend plätschert das Geschehen einfach nur vor sich hin und die Frage nach der Sinnhaftigkeit bleibt stets im Hinterkopf bestehen.

Was haben wir uns damals bei „Road Trip“ und Konsorten amüsiert… Heutzutage möchte man diese Werke jedoch lieber als unterhaltsam im Hinterkopf behalten, denn Filme wie „Desperados“ machen klar, das so schwache Stories nicht mehr zeitgemäß sind. Was Netflix uns hier diesmal auftischt ist sicherlich kein Totalausfall und geht für Zwischendurch irgendwo klar, aber eine echte Empfehlung vermag ich nicht auszusprechen. „Desperados“ bietet anschaubare Figuren und eine hochwertige Inszenierung – was unterm Strich dank des leidlich unterhaltsamen Verlaufs leider keine Höchstwertung mehr herausholt.

4/10

Fotocopyright: Netflix

Cube

Inhalt

Eine Gruppe wild zusammengewürfelter Menschen erwacht in einer Art Labyrinth. Es handelt sich jedoch um kein klassisches Modell, sondern einer Anordnung von würfelförmigen Räumen, die ihre Konstellation verändern. In manchen befinden sich tödliche Fallen, andere wiederum die Aussicht auf einen Ausgang…

Fazit

Dank Netflix bin ich nach etlichen Jahren endlich mal wieder in den Genuß von „Cube“ gekommen. Ich weiß noch, wie wir uns damals die Videokassette aus der Videothek ausgeliehen haben und seitdem ist er erstaunlicherweise auf keinem Medium in die Sammlung gewandert.

Heutzutage sieht man der Produktion das niedrigere Budget mehr, als damals an – was dank seiner interessanten Handlung jedoch noch immer zu vernachlässigen ist. Das Kammerspiel klappt über weite Teile recht gut und hält den Zuschauer immer an der Hand. Ein roter Faden ist zwar jederzeit ersichtlich, allerdings kein allzu befriedigendes Finale.

Man erahnt mit fortschreitender Handlung, wie die Sache wohl ausgehen bzw. wer überlegen könnte, trotzdem bleibt man mit gemischten Gefühlen zurück. Eine richtige Aufklärung bleibt man dem Publikum schuldig und die Sinnhaftigkeit damit in der Schwebe. Immerhin machen die Darsteller ihren Job weitestgehend gut und laden zum Mitfiebern ein. Deren Tode sind dann recht kreativ und gemessen an den finanziellen Mitteln ganz nett umgesetzt. Die Synchro hat auch gepasst.

„Cube“ war seinerzeit kein absoluter Überflieger, konnte aber Aufmerksamkeit bei Filmfans erlangen und sogar ein paar Fortsetzungen mit sich ziehen. Mir hat der Titel laut meinen Erinnerungen ganz gut gefallen, mittlerweile ist er noch nur „ganz okay“. Er lebt von seiner witzigen Grundidee und hält trotz kleiner Längen passabel bei Laune.

6,5/10

Fotocopyright: WVG Medien GmbH

The Old Guard

Inhalt

Eine Eliteeinheit sorgt seit Jahrhunderten für ein wenig Ordnung in der Gesellschaft. Sie befreit Geiseln oder versucht mit anderen Dingen zu helfen. Ein großer Konzern ist dem Trupp jedoch auf die Schliche gekommen und möchte sich deren Unsterblichkeit zu Nutze machen…

Fazit

Bei der Kombination „Netflix“ und „Charlize Theron“ konnte eigentlich wenig schief gehen, doch unterm Strich enttäuschte das Ergebnis allerdings.

Die Geschichte gab sich im Grunde ganz solide und bot einen brauchbaren Rahmen – der leider nicht immer optimal genutzt wurde. Neben einigen wirklich guten Actionpassagen schlichen sich immer wieder kleinere Längen und unnötig ausufernde Dialoge ein.

Das gar nicht mal üble Grundgerüst wurde insgesamt zu wenig ausgereizt, was für mich die vielleicht größte Enttäuschung darstellte. Der vermeintliche Bösewicht erschien trotz fieser Aktionen irgendwo viel zu zahm und oberflächlich dargestellt. Zwar begründete seine Gier seine Motivation, überzeugen vermochte deren Inszenierung aber nicht. Höchstwahrscheinlich lag es einfach an seinem blassen und wenig charismatischen Gesichtsausdruck.

Es tat mir schon fast weh, Frau Theron in diesen Outfits und diesem Styling zu sehen. Ähnlich wie bei „Aeon Flux“ ging es kreativ, aber eher zum Fremdschämen zur Sache. Sie bewies etwas Mut zur Hässlichkeit – was sie durchaus aus anderen Titel („Monster“) allerdings schon gewohnt ist und irgendwo von ihrem Können zeigt. Der Rest vom Fest war (bis auf den Gegenspieler) ganz in Ordnung, rief aber keine Begeisterungsstürme hervor.

Wer mit der Story etwas anfangen kann und bereit für ein paar Längen und Ungereimtheiten ist, bekommt mit „The Old Guard“ einen durchschnittlichen Genrebeitrag – der als Inklusivtitel bei Netflix wenigstens kein Geld kostet. Der Streifen ist insgesamt okay, in Anbetracht seiner Bestandteile hätte ich jedoch weitaus mehr erwartet. Zum Weggucken durchaus geeignet.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Dark – Die komplette Serie

Inhalt

Alles beginnt mit dem Selbstmord eines Familienvaters und dem Verschwinden eines Kindes. Die kleine Stadt Winden ist in Aufruhr und hat Angst.

Einige Personen erinnern sich derweil an ähnlich gelagerte Fälle aus der Vergangenheit. Was hat die mysteriöse Höhle im Wald oder das benachbarte Atomkraftwerk damit zu tun?…

Fazit

Auf meiner alten Webseite habe ich seinerzeit bereits die erste Staffel besprochen und war dabei voller warmer Worte. Da relativ früh bekannt wurde, dass es insgesamt drei Staffeln geben wird, habe ich die Zweite direkt übersprungen und mir das Gesamtwerk nun am Stück (inklusive der erneuten Sichtung der ersten Staffel) betrachtet und komme trotz kleiner Haken zu einem versöhnlichen Urteil.

Man kann den Machern Vieles vorwerfen – nicht aber, dass es keinen Masterplan gab. Die Serie ist von Anfang bis Ende bis ins kleinste Detail durchkonstruiert und greift „flüssig“ die offenen Punkte vorheriger Episoden auf. Im Gegensatz zu anderen Produktionen wirkte das Zusammenziehen der einzelnen Fäden nicht krampfhaft und künstlich, sondern durchdacht und konsequent. Mit fortlaufender und stets komplexer werdenden Handlung hatte ich so meine Bedenken, doch letztlich erschien alles sorgfältig geplant und sinngemäß Richtung Finale zu laufen. Dieses war dann an sich sehr stimmig und entschädigte für einige Lücken, die bei einer „Nebenher-Sichtung“ schnell auftaten. Dies fand ich sehr genial, denn mit dem überaus verständlichen Abschluss schlossen sich kleinere Fragen und waren dann nicht mehr der Rede wert.

„Dark“ lebt von einem grandios gestrickten Mikrokosmos, dem besagte Sorgfältigkeit absolut in die Hände spielt. Schnell baut der Zuschauer eine Bindung zu den überschaubar vorhandenen, aber umso besser agierenden Darstellern auf. Man durchblickt ihre Figuren nach etwas Übung relativ gut, wird jedoch durch gewisse Handlungselemente (keine Spoiler an dieser Stelle) immer wieder aus der bisherigen Denkschiene geschleudert. Man muss sich stets auf neue Situationen einstellen und die teilweise etwas heftigen Sprünge dazu addieren. Dies sorgt durchaus für ein paar Fragezeichen und stellenweise für leichten Frust – beweißt man allerdings Durchhaltevermögen kommt das befriedigend erklärende Finale daher und macht diese Patzer wieder wett.

Ich kenne mich in der deutschen Serienlandschaft leider nicht so gut aus, daher waren die meisten Gesichter für mich relativ unbekannt – was durch mangelnde Unbefangenheit sogar ein Vorteil gewesen sein könnte. Persönlich hat mich Oliver Masucci („Er ist wieder da“, „4 Blocks“) am meisten beeindruckt, wobei der Rest sich überdies keine Schwäche leistete. Egal ob alt oder jung – die Charaktere hatten Profil und wurden mit Hingabe verkörpert. Geschliffene Dialoge rundeten den hervorragenden Eindruck ab.

Technisch muss sich „Dark“ vor keiner anderen Serie verstecken. Angefangen bei der kalten, mysteriösen Optik, bis zum krassen Soundtrack. Keine andere Produktion erweckte allein durch seine Akustik solch eine Gänsehaut und Stimmung. Natürlich wiederholen sich die Effekte sehr oft, aber jedes Mal packen sie den Betrachter und deuten unbehagliches an. Selten hat eine Klangkulisse so intensiv zum Geschehen beigetragen.

Man ist fast schon froh, mal keine deutsche Produktion, die sich ausschließlich um den Zweiten Weltkrieg (oder dessen unmittelbar folgende Epoche) handelt vor sich zu haben. „Dark“ ist eine Ausnahmeserie, die in allen Belangen auf internationalem Niveau rangiert und dank Netflix hoffentlich auch entsprechend aufschlägt und eine Lanze bricht. Die Serie erfordert Aufmerksamkeit, belohnt aber mit Details ohne Ende und einem durchgängigen roten Faden. „Dark“ sollte auf jeden Fall als Ganzes angesehen und idealerweise ohne Unterbrechung durchgesuchtet werden. Es lohnt sich definitiv!

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

365 Days

Inhalt

Getreu einer alten Saga hält Gangsterboss Massimo seine Angebetete Laura ein ganzes Jahr als persönliche Geisel und hofft, dass sie sich während dieser Zeit in ihn verliebt. Er erfüllt der Dame zwar alle Wünsche, lässt sie jedoch nicht von seiner Seite weichen…

Fazit

Eigentlich hat mich „365 Days“ zunächst gar nicht so interessiert, doch der allgemeine Medienrummel hat mich dann schon zur Sichtung überredet. Auch hier gilt, das mal wieder mehr Aufruhr als nötig gemacht wurde – die eigentliche Botschaft hinter dem Werk dennoch etwas fragwürdig erscheint.

Besonders die technische Inszenierung sollte man in den Vordergrund rücken, war sie letztlich doch die größte Stärke an diesem Titel. Tolle Aufnahmen vermittelten abseits einiger dämlicher Handlungsabschnitte schon irgendwo Urlaubsfeeling und zeugten vom Können der Macher auf diesem Sektor.

Neben der hervorragenden visuellen Seite gibt es jedoch hauptsächlich negative Kritik zu verrichten. Die Geschichte ist simpel, fast schon frauenfeindlich und insgesamt wenig gehaltvoll. Deutliche Anleihen bei „Shades of Grey“ vermag man noch zu verkraften, wie hier teilweise mit Menschen umgegangen wird eher weniger. Man schien rein auf Empörung aus zu sein – um damit Unzulänglichkeiten zu kaschieren.

Die Aussage sich mit Gewalt alles nehmen zu können ist dumm und besonders in heutigen Zeiten einen Fingerzeig wert. Große Hasstriaden oder Boykotte würde ich allerdings nicht vom Zaun brechen – gilt diese Art von Provokation um Aufmerksamkeit zu generieren und mehr Zuschauer zum Anschauen zu überreden. Hat ja auch bei mir ganz gut geklappt.

Die Schauspieler waren in erster Linie hübsch und agierten bestenfalls überdurchschnittlich. Besonders der männlichen Hauptfigur konnte man die Rolle schon irgendwo abkaufen – übertriebene Gestiken gab es von seiner Seite dennoch zu Hauf. Krampfhaft versuchte er Gefühle zum Ausdruck zu bringen und erntete hin und wieder kleinere Lacher meinerseits. Über einige Konversationen sollte man zudem den Mantel des Schweigens legen – konkurrieren sie mit schlechten Porno-Geplapper und können keinesfalls ernst genommen werden.

Zieht man den Skandalfaktor ab, bleibt „365 Days“ ein leidlich unterhaltsamer Titel, der sich irgendwo zwischen solider „Shades“-Kopie und Softporno einreiht. Ein paar Bilder waren sehenswert, über die Geschichte darf man sich streiten. Da ich dem Film trotz oder gerade wegen seiner Fremdschäm-Momente einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann, gibt es eine vorsichtige Empfehlung. Allein zur Diskussion darf man mal reinzappen, hochwertigere Filme gibt es insbesondere bei Netflix sowieso.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

El Camino Christmas

Inhalt

Ausgerechnet an Heiligabend wird eine Gruppe wild zusammengewürfelter Menschen in einem Schnapsladen als Geisel gehalten. Eigentlich ist ihr Entführer unfreiwillig in diese Rolle gerutscht und kann sich dank den dussligen Ordnungshütern nicht mehr aus dieser Lage erwehren…

Fazit

Ausgerechnet im Hochsommer schlägt mir Netflix eine Weihnachtskomödie vor. Da schon der Trailer nicht nach Wintermärchen ausschaute und Tim Allen als Darsteller aufgeboten wurde, war eine Sichtung jedoch relativ unproblematisch und leider weit weniger unterhaltsam als gehofft.

Problem an „El Camino Christmas“ ist eine langsame, streckenweise langweilige Handlung. Während der Anfang mit seinen Charaktereinführungen noch relativ gut über die Bühne geht, hängt der Streifen ab seiner Geiselnahme ordentlich durch. Es passiert wenig und die Figuren entwickeln sich nicht weiter. Motive sind auf allen Seiten kaum mehr nachvollziehbar und nicht einmal ein paar solide Gags machen das Manko wieder wett. Alles plätschert uninspiriert vor sich hin und selbst überraschende Wendungen waren nicht anzutreffen. Herrschte zu Beginn wirklich noch Unklarheit über manche Personen, verlor sich dieses Interesse schnell in Gleichgültigkeit und man wollte gar nicht mehr erfahren.

Die Darsteller machten ihre Sache ordentlich, aber Niemand stach sonderlich hervor. Es tat gut, mal wieder Tim Allen zu sehen und zumindest seine gebotene Leistung hob das allgemeine Level etwas an. Insgesamt hat man von ihm schon deutlich spaßigeres erlebt.

„El Camino Christmas“ ist eine nette, aber leider auch arg belanglose Komödie für Zwischendurch. Highlights waren keine auszumachen, dafür ein paar Längen und immerhin ein paar halbwegs witzige Aktionen. Für mal eben so nebenbei sicherlich geeignet, für einen launigen Komödienabend hat Netflix weit besseres zu bieten.

4/10

Fotocopyright: Netflix

Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga

Inhalt

Seit Ihrer Kindheit träumen die beiden Freunde Sigrit und Lars von der Teilnahme beim Eurovision Song Contest. Über die Jahre von Allen belächelt, führen verschiedene, eher äußerst unglückliche Umstände dennoch zur ihrem Auftritt bei der Qualifikation. Die Beiden wollen unbedingt durchstarten, doch ihre Heimat fürchtet um eine herbe Blamage…

Fazit

Ich sage es ja oft, doch gerade bei Filmen von und mit Will Ferrel muss man mit den richtigen Erwartungen an die Sache heran gehen und dann passt das Ergebnis auch ungefähr.

Wie bei den meisten seiner Werke ist die Handlung eher schnödes Beiwerk und lediglich ein Rahmen für Gags am laufenden Band. Da sogar am Ende eine brauchbare Aussage herumkam war da umso erstaunlicher und auf jeden Fall begrüßenswert. Wichtigstes Merkmal jedoch der Unterhaltungsfaktor – der wiedermal besonders hoch ausgefallen ist und nicht Jedem so viel Freude, wie mir bereiten wird.

Auch wenn der Humor nicht immer ins Schwarze trifft, ging es überwiegend sehr launig zu und gelegentlich konnte lautes Lachen nicht verhindert werden. Zwar hat der Trailer – wie üblich – ein paar derbe Highlights gespoilert, doch abseits dessen gab es noch genug zum Schenkelklopfen und amüsieren.

In einigem Momenten gab sich der Streifen sogar – verhältnismäßig – tiefsinnig und ernst. Auch wenn viele Elemente auf den ersten Blick überzogen erschienen, war die Aussage dahinter nicht völlig sinnlos und deshalb sollte man den Titel nicht als dämliche Unterhaltung abtun. Klar sind die politischen Aussagen – besonders gegenüber Amerika – eher plump und vielleicht etwas deplatziert, dafür trotzdem einigermaßen witzig.

Die Chemie zwischen McAdams und Ferrel hat gepasst – was das eigentlich recht schwierige Hineinsetzten in deren Rollen deutlich erleichterte. Es hat wirklich Spaß gemacht den Beiden bei ihrem verrückten Treiben zuzuschauen und manch Nebenrolle war ebenfalls ganz köstlich gestaltet. Besonders das Engement von Pierce Brosnan hat es mir angetan – denn er schien einfach Bock auf seinen Part zu haben und ihn wegen der Gage angenommen zu haben.

Wer die bisherigen Filme von Ferrel kennt und mag, kommt hier definitiv auf seine Kosten. „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga“ definiert das Genre nicht neu, liefert aber mehr vom Altbekannten und hält damit prima bei Laune. Als Inklusivbeigabe zum bestehenden Netflix-Abo für Fans unbedingt einen Blick wert – alle Anderen versuchen sich am Trailer. Ich hab eine gewisse Schwäche für den Künstler und seine absurden Ergüsse, weshalb eine gute Wertung unbedingt drin ist.

7/10

Fotocopyright: Netflix

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