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Schlagwort: Netflix (Seite 1 von 4)

Point Blank

Inhalt

Unfreiwillig gerät Pfleger Paul zwischen die Fronten zwischen Gangstern und Polizisten. Als ein Mordverdächtiger auf seiner Station eingeliefert wird, dauert es nicht mehr lang, bis er zum Komplizen wird…

Fazit

Mit „Point Blank“ präsentiert uns Netflix wieder so einen Film, der sich nicht richtig für eine Richtung entscheiden kann und am Ende recht unausgegoren wirkt.

Ständig schwankt der Titel zwischen Action und Komödie hin und her, konnte sich nie auf ein Genre festlegen und brachte keinen Part gut zueinander. Es fing eigentlich schon bei der merkwürdigen Musik an, die nie mit den Bildern harmonieren wollte. So gab es grundsätzlich coole Punk- oder Pop-Songs, die jedoch nie zur jeweiligen Szene passten. Das habe ich so selten und vor allem durchgängig noch nie erlebt. Ob der stümperhafte Mix so gewollt ist, vermag ich nicht zu sagen. Als Stilmittel gefällt es jedenfalls mir nicht.

Die Darsteller machen ihre Sache okay, mehr aber auch nicht. Sie agierten bestenfalls auf einfachem Serien-Niveau und somit oft zu hölzern. Ihr Auftreten erschien viel zu ernst, was – wie beim Soundtrack – nicht immer mit der jeweiligen Situation funktionieren wollte. Immerhin sorgt das gar nicht mal so gute Spiel für eine sonderbare Chemie zwischen den Hauptcharakteren, die eigentlich prima funktionierte.

Die Handlung bedient sich ungeniert beim anderen Genrevertretern, ohne deren Stärken zu übernehmen. Es war irgendwie von Anfang klar, dass ein falsches Spiel gespielt wird und die Übeltäter geben durch ihre gekünstelte Mimik ihre Hintergründe zu früh Preis. Selten konnte man sich von Anfang an seinen Figuren so sicher sein und sie so leicht einschätzen. Überraschungen blieben somit komplett aus und das war schon irgendwo sehr schade. Auch um neue Ideen war man nicht bemüht.

Die Mängelliste von „Point Blank“ ist lang und dennoch fällt das Urteil gnädig aus. Wollte ich die Sichtung nach einigen Minuten sogar abbrechen, entfaltete sich durch seine Unausgewogenheit ein seltsamer Flow, der bis zum Ende unerwartet unterhalten konnte. Die ersten halbe Stunde war wirklich für die Tonne, aber danach steigerte sich zumindest der Unterhaltungsfaktor und man blieb dran. Nachdem man sich innerlich mit dem Trash abgefunden hatte, war das Ergebnis ganz in Ordnung – und dennoch weit von echten Knüllern entfernt. Netflix bietet uns so viele Highlights, da darf es auch mal sowas seichtes für Zwischendurch sein.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80221677

Jo Pil-ho: Der Anbruch der Rache

Inhalt

Jo Pil-ho ist ein Cop, der hin und wieder die Hand aufhält und manchmal seine eigene Auffassung von Gerechtigkeit hat. Eines Tages wird er verhaftet und ihm der Brand eines Polizeilagers vorgeworfen. Zwar war Jo Pil-ho schon an Ort und Stelle, will aber seine Unschuld diesbezüglich beweißen…

Fazit

Nach all den – in letzter Zeit überwiegend spanischen Filmen – muss ich etwas zu den Wurzeln dieser Seite zurückkehren und habe mir dafür am gestrigen Abend mal wieder ein Werk aus Südkorea zu Gemüte geführt.

Netflix hatte sich die internationalen Rechte an „Jo Pil-ho“ gesichtet – und das war, was den Film betrifft vielleicht auch die beste Entscheidung für ihn. Das Teil ist grundsätzlich nicht schlecht und unterhält ganz ordentlich, aber es gab wenig Innovation und wenig, was man den größeren Referenzen des eigenen Landes entgegen zu setzten hätte.

Der Verlauf ist überwiegend in Ordnung, gerne hätte man die ein oder andere Szenen etwas straffen und vielleicht eine Laufzeit von deutlich unter zwei Stunden erreichen können. Das hätte der allgemeinen Kurzweil und dem Tempo gut getan. So gab es immer mal wieder Momente, die den eigentlich soliden Flow ins Stocken bringen und etwas unausgereift wirken.

Der Inhalt jongliert zwischen Ernsthaftigkeit, ein wenig Komödie und vor allem auch ein bisschen Gesellschaftskritik. Mancher Seitenhieb ist erst nach kurzer Nachdenkzeit aus den Dialogen zu entnehmen und immerhin dies stellt ein kleines Alleinstellungsmerkmal gegenüber manchem Konkurrenten dar. Arg politisch ist der Titel auf keinen Fall, aber die Regierung wird durchaus kritisch angegangen.

In Sachen Action gibt es bestenfalls Standardkost, aber nichts Überragendes. Die kleinen Rangeleien waren nett choreografiert und zumeist mit etwas Witz umgesetzt. Das nimmt dem Film an Härte – wobei er grundsätzlich nicht allzu düster rüber kommen möchte und seine dramatischen Elemente nicht mit aufgesetzter Düsternis verwässert. Das Resultat diesbezüglich war ganz okay, windet sich jedoch nicht um die Austauschbarkeit herum.

Bei den Koreanern weiß man eigentlich immer, was man bekommt und so auch hier. Weder technisch, noch auf Seiten der Darsteller kann man der Produktion etwas vorwerfen und die Geschichte entfaltet sich trotz leichter Überlänge äußerst passabel. Leider gab es dabei keinerlei echte Highlights und alles wirkte fast schon zu vertraut und zu austauschbar. Letztlich also kein schlechter Film, nur eben nicht vollends Konkurrenzfähig. Nette, seichte Kost – die bei einem Streaming-Anbieter als Inklusivartikel vollkommen richtig aufgehoben ist und nebenbei mal schnell und günstig weggeschaut ist.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80244640

Die Turteltauben

Inhalt

Ein frisch getrenntes Pärchen ist auf dem Weg zu Bekannten und überfährt dabei unachtsam einen Radfahrer. Als dann auch noch ein seltsamer Cop auftaucht, beginnt deren unverhofftes Abendteuer…

Fazit

Wer nicht viel erwartet, wird auch nicht groß enttäuscht. So ungefähr lautete mein Motto, als ich diesen Titel bei Netflix erblickte und ohne die Inhaltsangabe zu studieren den „Play-Button“ betätigte.

Was sich hier bot ist eine seichte und etwas ausgefallene Komödie, die hin und wieder ein paar überraschend gute Gags aufgefahren hat. Da der Verlauf durch seine Verrücktheit relativ unvorhersehbar verlief, war die Spannung sogar angenehm hoch und die verquere Handlung motivierte bis zum Ende.

Man hatte grundsätzlich nie das Gefühl erstklassig, aber irgendwie schon ganz passabel unterhalten worden zu sein. Echte Highlights waren eigentlich nicht zu verzeichnen, doch ein paar bissige Dialoge sorgten schon für einige Lacher. Zu Verdanken ist dies den wunderbaren Hauptdarstellern, deren Chemie zu jeder Zeit prima gepasst hat. Trotz der absurden Ereignisse, spielen sie das zankende Pärchen witzig-glaubwürdig und trösteten über manch unspektakuläre Szene hinweg.

Allgemein war die überraschend kurzweilige Handlung das größte Problem zugleich. Alles ergab irgendwie wenig Sinn und war an Löchern kaum zu überbieten. Wahrscheinlich sorgte gerade diese Prämisse für einen gewissen Spaßfaktor – bei dem man die Patzer einfach mal ausblendet und viele Dinge bewußt nicht hinterfragt.

Streng und objektiv betrachtet, würde ich „Die Turteltauben“ gnadenlos auf der Wertungsskala durchfallen lassen. Auf seine spezielle Art hingegen, hat das doofe Werk irgendwo schon halbwegs bei Laune gehalten und zwei wirklich tolle Darsteller aufgeboten. Manchmal muss man den klaren Verstand bei Seite schieben und sich Zwischendurch auch mal so einen Titel geben. Vielleicht spiegelt die Punktwertung nicht ganz meinen Spaß wieder – aber höher kann ich das Gebotene dann doch nicht einordnen.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/81248748

Wounds

Inhalt

Nach einer Schlägerei in seiner Bar findet Will ein Handy auf dem Boden und nimmt es mit nach Hause. Bei einem Bierchen knackt er den Entsperrcode und findet auf dem Gerät einige Dinge, die er besser nie gesehen hätte…

Fazit

An der Geschichte vermag man grundsätzlich zu zweifeln, doch zu Gunsten der Spannung nimmt man dieses Konstrukt schonmal in Kauf. Wird anderen Titeln stets mangelnde Innovation vorgeworfen, kann „Wounds“ zumindest diesbezüglich schon etwas punkten.

Die Atmosphäre des Films ist von Beginn an sehr düster und fast schon bedrohlich, was dank einer intensiven Musikuntermalung noch einmal verstärkt wird. Alles wirkt soweit recht stimmig, wären da nicht ein paar Löcher in der Handlung – die man zwar irgendwo geschluckt werden, dennoch den Eindruck ein wenig trüben. Im Grunde baut die ganze Geschichte auf solchen Kompromissen auf und bietet überdies diverse Interpretationsmöglichkeiten.

Man könnte dieses Werk als Horror-Thriller, oder einfach nur überspitze Gesellschaftskritik bezeichnen. Für Ersteres geht es trotz aller Düsternis vielleicht doch ein wenig zu blutleer und für letzteres etwas verworren zu. Man ehesten könnte man noch die fatalen Folgen von Alkoholkonsum als Fazit herbeiziehen – was mir als Einziges relativ logisch erschien und sich mit besagten Lücken gut vereinbaren ließ.

Die Darsteller gaben hin und wieder Grund zur Sorge. Bei Armie Hammer war zwischen ziemlich gut bis katastrophal alles dabei. Auch seine Partnerin Dakota Johnson rangierte zwischen nettes Beiwerk und unfreiwillig komisch, die mit der gesamtem Situation sichtlich überfordert schien. Von Zazie Beetz hätte ich hingegen gern mehr gesehen.

„Wounds“ ist eine Sache für sich. Die schwammige Kernaussage hat mir weniger, die interessante Atmosphäre hingegen passabel gefallen. Als kostenloser Inklusivtitel ging das Gebotene sicherlich in Ordnung, in der Sammlung bräuchte ich ihn allerdings nicht.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80207495

Ich liebe dich, Spinner!

Inhalt

Als Marcos von seiner fast Verlobten verlassen wird, bricht eine Welt zusammen und der Mittdreißiger muss wieder bei seinen Eltern einziehen. Mit Hilfe einer dubiosen Webseite und einer alten Schulfreundin versucht er mit frischem Mut und neuem Styling zum Frauenheld zu werden…

Fazit

Konnte mich Spanien zuletzt mit außergewöhnlich spannenden Thrillern und Horrorfilmen begeistern, musste ich dieser neuen Netflix-Komödie auch einmal eine Chance geben. Was sich mir bot, lag jedenfalls irgendwo zwischen mäßig spannend und leidlich unterhaltsam.

Wie zuletzt beim deutschen „Traumfrauen“ kritisiere ich auch hier die mangelnde Innovation. Die Geschichte gab es in ganz ähnlicher Form schon dutzende Male und kaum ein Alleinstellungsmerkmal könnte diesen Streifen aus der breiten Masse hervor heben. Seine leicht eingeflochtene Dramatik war kaum der Rede wert und lenkt nicht vom absehbaren Finale ab. Man weiß nach kurzer Zeit, wie die Sache ausgehen wird und kein Bluff in der Handlung konnte einen Zweifel entfachen.

Dank seiner sympathischen (und für uns eher unbekannten) Darsteller kann man dem Teil einen gewissen Unterhaltungswert jedoch nicht absprechen. Sie machten ihre Sache gut und gaben keinen Grund zur Klage. Einige Gags waren durchaus in Ordnung und ein paar hübsche Bilder übertünchen die angesprochenen Mankos immerhin für ein paar Minuten. Ein netter Soundtrack tat sein Übriges.

Mit „Ich liebe dich, Spinner!“ beweisen die Spanier, dass sie Komödien können. Nicht auf Referenzniveau – aber genau so, dass man von passabler Unterhaltung sprechen konnte. Ohne großartige Kosten geht der Film damit schon irgendwo klar, aber sonst würde ich mir mit einer kleinen Empfehlung schwer tun. Freunde seichter Schnulzen schauen mal rein, der Rest sollte sich lieber bei anderen Werken des Landes umschauen.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/81043103

Highway 10 nach San Bernardino

Inhalt

Unverhofft kommen zwei Freunde an seltene Konzerttickets und beschließen einen letzten Roadtrip mit ihrer Karre, die eigentlich zum Verkauf steht. Statt einer reibungslosen Reise erleben die Beiden jedoch ein wildes Abendteuer – bei dem sogar die Drogenmafia ihre Wege kreuzt…

Fazit

Auch auf Netflix muss es zur Abwechslung mal flache Komödien nach altbewährtem Stil geben und so ist „Highway 10 nach San Bernardino“ in deren Portfolio vertreten.

Für mal eben Zwischendurch geht der sinnfreie Titel vollkommen in Ordnung, doch wer tiefgründige Unterhaltung sucht, sollte unbedingt weiterzappen. Flacher Humor und versaute Sprüche gehören hier zur Tagesordnung, allerdings alles ein wenig unter Referenzen im Genre und nicht immer auf dem Punkt.

Die mittelprächtige deutsche Synchronisation passt im Grunde ganz gut zum Geschehen und verstärkt den C-Movie-Charme immens. In kleineren Nebenrollen sind ein paar bekannte Gesichter zu erblicken, der Hauptcast war mir zumindest eher unbekannt – was nicht wirklich schlimm war und für keinerlei Vorbehalte sorgte.

Die Story ist arg schwach auf der Brust, doch glücklicherweise recht kurzweilig umgesetzt. Es passiert eigentlich immer was auf dem Schirm und ein gewisser Erzählfluss ist durchaus gegeben. Zwar nie sonderlich hochwertig, aber immerhin ganz passabel und nie total langweilig.

Zu Filmen, wie diesem muss man eigentlich keine großen Worte verlieren. Er ist technisch anschaubar gemacht, aber trotzdem sehr austauschbar und mit keinerlei Innovationen bestückt. Für seinen gewissen Unterhaltungswert gibt’s eine kleine Anerkennung, aber keine echte Empfehlung. Wer nicht viel erwartet und vielleicht nur ein bißchen Gedudel für Nebenbrei braucht, kann gerne mal reinschauen. Für einen richtigen Kinoabend würde ich zu anderen Titeln auf der Streaming-Plattform raten.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80100936

Umweg nach Hause

Inhalt

Nach den Tod seines Kindes, ist auch die Ehe nicht mehr zu retten. Schriftsteller Ben fällt in eine Depression und versucht sich durch ein Hilfsprogramm wieder aufzurichten. Er absolviert die Ausbildung zur Pflegekraft und wird schon bald mit seinem ersten Fall betraut – der ihm Einiges abverlangt…

Fazit

Keine allzu leichte Kost, die uns Netflix hier serviert. Der Trailer versprach eine relativ beschwingte Komödie, doch zunächst muss der Zuschauer das Tief seiner Hauptfigur durchleben und bekommt immer wieder harte Brocken aufgetischt.

Loben möchte ich, dass die Balance aus Dramaturgie und witzigen Elementen passt. Der Film gibt sich jederzeit angenehm ausgewogen und behandelt keinen Part stiefmütterlich. Bevor man zu traurig wird, holen gelungene Gags immer wieder zur rechten Zeit ab und vermitteln irgendwie auch so etwas wie Hoffnung – die hier das zentrale Thema bildet.

Alle Figuren haben einen Sprung in der Schüssel und finden durch die gemeinsame Reise zusammen. Nach anfänglichen Berührungsängsten, halten sie aneinander fest und geben sich gegenseitig neuen Mut. Dies ist nicht nur sehr gut, sondern auch glaubhaft gespielt. Paul Rudd zeigt, was er abseits von eher platten Comedyeinlagen drauf hat und Selena Gomez kommt ebenfalls ungewohnt ernst daher. Natürlich übertüncht sie oftmals Craig Roberts, der vor allem mit bissigen Dialogen punkten konnte.

Technisch gab sich das Spektakel eher unauffällig und solide. Großartige Effekte waren nicht gefragt und die dezente Musikuntermalung passt zu feinfühligen Momenten, ohne Aufdringlich zu wirken.

Für Filme wie „Umweg nach Hause“ muss man wirklich in der geeigneten Stimmung sein, aber dann wird man mit einem sehenswerten Ereignis beglückt. Der Streifen ist wunderbar kleinlaut, nah am Leben und trotz tiefsinniger Momente sehr feinhumorig gestaltet. Vielleicht nicht ganz mein Genre, aber eine heiße Empfehlung für alle Interessierten.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80097349

The Wrong Missy

Inhalt

Bei einem Betriebsausflug nach Hawaii, hat Tim versehentlich die falsche Frau eingeladen und sieht dank ihrer verrückten Art seine Aufstiegschancen in der Firma schwinden…

Fazit

Geschmäcker und Humor sind bekanntlich verschieden – und das ist so auch vollkommen in Ordnung. Im Gegensatz zu vielen Bekannten, kann ich mit der Art von Adam Sandler und dessen Komödien durchaus etwas anfangen und hatte wahrscheinlich auch deshalb so sehr meine Freude an „The Wrong Missy“, der aktuell auf Netflix zu bestaunen ist.

Im Grunde reiht der Streifen einen flachen Gag nach dem Anderen und versucht erst gar nicht eine sonderlich tiefgründige Aussage zu kaschieren. Hauptdarsteller David Spade bleibt einfach nichts erspart und das stark konstruierte Geschehen nimmt immer einen ungünstigen Verlauf. Dies ist immerhin gut gespielt und schnell wächst seine Figur ans Herz.

Es geht immer launig voran und der berühmte rote Faden geht nie verloren. Auch wenn alles sehr unwirklich erscheint, kann man prima abtauchen und der sogar halbwegs spannenden Handlung folgen. Man möchte schon irgendwo wissen, wie sich die Geschichte weiterentwickelt – und was auf dem Weg zum obligatorischen Happy-End noch alles erfolgt. Schließlich ist die weibliche Hauptfigur arg unberechenbar.

Als größte Stärke wäre eigentlich nur die hervorragende technische Seite zu nennen. Die kristallklaren, mitunter farbenprächtigen Aufnahmen und ein stimmiger Soundtrack entfachen Urlaubssehnsucht beim Zuschauer. Selbst die kleinen CGI-Effekte schauten fabelhaft aus und gaben nichts zum Meckern.

Fans der „Happy Madison Productions“ (die Produktionsfirma von Adam Sandler) erkennen zudem in kleineren Nebenrollen altbekannte Gesichter (die eigentllich immer in dessen Filmen mitmachen) und erfreuen sich an deren schrägen Auftritten – die kein Auge trocken lassen.

Flach, flacher, „The Wrong Missy“. Der Titel ist irgendwie doof und gerade deshalb auch so unterhaltsam. Ich habe teilweise richtig laut lachen müssen und mich zu keiner Zeit gelangweilt. Dies schafft nicht jeder Film und deshalb muss es einfach eine Empfehlung geben. Wer mit dem speziellen Humor klar kommt, sollte unbedingt mal reinschauen – dank Netflix ist es ja problemlos möglich und ohne Zusatzkosten verbunden.

8/10

Fotocopyright: Netflix

Reichlich verliebt

Inhalt

Ein junger Tomatenbauer trifft endlich auf die Frau seines Lebens, möchte sie aber nicht mit seinem Reichtum vergraulen. Er gibt sich als einfacher Angestellter aus uns versucht das Herz der Auserwählten nur durch seine charmante Art zu erobern…

Fazit

Auch in Brasilien sind die bewährten Muster für einen Liebesfilm von der Stange angekommen und so präsentiert man uns mit „Reichlich verliebt“ im Grunde nichts, was man nicht schon tausendmal gesehen hätte.

Alles zielt auch ein harmonisches Finale hin und auf dem Weg zu selbigen, gab es keine echten Überraschungen oder gar „Showstopper“. Die sympathischen Charaktere gaben Ihr Bestes, obwohl sich alles wie eine Daily-Soap, statt einem echten Kinofilm anfühlt. Alle schauen immer nett dreien und richtig dramatische Momente blieben ihnen und dem Zuschauer erspart.

Die Lockerheit und die fröhliche Inszenierung sorgen immerhin für ein wenig gute Laune und holen in einigen Momenten durchaus ab. Schöne Menschen, schöne Kulissen, fette Autos und pompöse Partys laden zumindest für kurze Zeit in eine fremde Welt ein und lenken vom tristen Alltag ab.

Freunde absolut seichter Unterhaltung kommen bei „Reichlich verliebt“ trotz aller Vorherschaubarkeit irgendwo schon auf Ihre Kosten. Dieser Streifen bietet alles, was belanglose Unterhaltung benötigt und stimmt in diesem schwierigen Tagen zumindest ein wenig versöhnlich – da es hier wirklich keinerlei negativen Schwingungen gibt. Für mich unterm Strich viel zu austauschbar und zuweilen langweilig, aber für mal eben Nebenbei gerade noch in Ordnung.

4,5/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/81047512

1922

Inhalt

Im Jahr 1922 erlebt ein Farmer die Höhen und Tiefen seines Lebens. Gemeinsam mit seinem Sohn, bringt er seine quengelnde Frau um und damit beginnt sein Höllentrip. Sie verscharren die Leiche im Brunnen neben dem Haus, doch ihr Geist scheint den Beiden anzuhaften…

Fazit

Basierend auf einer Kurzgeschichte von Stephen King, präsentiert uns Netflix seit einigen Monaten schon diesen kleinen Titel und endlich habe ich die Zeit zur Sichtung gefunden.

In erster Linie überzeugt ein großartiger Thomas Jane, der bereits bei „Der Nebel“ oder „Dreamcatcher“ des gleichen Autos überzeugen konnte. Er lebt den schwitzenden, eigenwilligen Farmer – der beim Reden kaum die Zähne auseinander bekommt.

Ein überragender Schauspieler ist auch bitter nötig, trägt er doch die Handlung in weiten Teilen von Allein. Es passiert – fast schon Genre-typisch – relativ wenig und oft betrachtet der Zuschauer nur die Hauptfigur, die sichtlich am Abdrehen ist. Man spürt schon, das eine Novelle zu Grunde liegt, denn so richtig umfangreich fühlt sich die Gesichte leider nicht an – ist neben Jane aber glücklicherweise auch in einem ansprechenden Setting präsentiert.

Im Großen und Ganzen würde ich behaupten, dass der Erzählfluss recht ausgewogen ist. Manchmal driftet das Geschehen fast ins Langatmige ab, fängt sich davor aber immer wieder und verkommt nicht zur Einschlafhilfe. Man setzt die kleinen Highlights gezielt ein und hält hierdurch immer wieder bei Laune. Vor der Abflachung erfolgt noch immer etwas aufregendes und man bleibt mit neuer Spannung am Ball.

Ich liebe die Romane des Meister und habe durchaus Gefallen an einigen seiner Filmadaptionen, die mich seit Klein auf begleiteten. „1922“ ist kein großer Big-Budget-Titel und kann seine Kurzgeschichtenherkunft nicht verleugnen, überzeugt dennoch auf ganzer Linie und sei Fans damit ans Herz gelegt. Es gibt bessere, aber auch wesentlich schlechtere Interpretationen – und diese hier gehört definitiv zum oberen Bereich. Seit allerdings für etwas ruhigeres in der Laune, sonst klappt das Erlebnis vielleicht nicht.

7/10

Fotocopyright: Netflix

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