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Devil in Ohio – Staffel 1

Inhalt

Eine junge Frau mit seltsamen Verletzungen wird in ein Krankenhaus eingeliefert. Die zuständige Chefärztin will der Sache auf den Grund gehen und vermutet Rituale einer Sekte hinter diesen körperlichen Spuren. Vorsichtshalber nimmt sie die Patientin bei sich auf…

Fazit

Die Idee hinter dieser Serie war gut, die zunächst etwas gemächliche Inszenierung allerdings Geschmackssache. „Devil in Ohio“ nimmt sich zu Beginn sehr viel Zeit für die Zeichnung seiner Figuren und dem Erläutern des allgemeinen Sachverhaltes – was bei mir schon fast zum Skippen der Serie geführt hätte. Ist man allerdings drin, so wollte man auch stets wissen, wie es mit unserer mysteriösen Patientin weitergeht und erste Eindrücke von Charakteren nicht trügen.

Nach zähem Auftakt baut die Serie eine Spannungskurve auf, die sich bis zum bitteren Ende auf einem guten Level hält. Man folgt einigermaßen gebannt den Ereignissen, die in erster Linie durch ihren tollen Darsteller an Kontur gewannen. Besonders die jungen Akteure überzeugen mit tollen Spiel und der richtigen Mine zur passenden Zeit. Sie trugen das Geschehen oftmals von allein – und bauten eine ansprechende Atmosphäre auf.

Die Handlung war nicht nur auf den ersten Blick recht interessant, sondern auch insgesamt hervorragend umgesetzt. Man ging auch einfach mal so nebenbei auf Themen wie häusliche Gewalt, was für eine Unterhaltungsproduktion eigentlich nicht ganz selbstverständlich ist. Einige Seiten bemühten sich um die Auflösung des Finales, was ich allerdings nicht wirklich für nötig erachte. Ohne zu spoilern sei verraten, das man nicht nur der Geschichte und der verbundenen Motivationen der Figuren gut folgen, sondern auch das Ende einfach verstehen konnte.

Mit „Devil in Ohio“ hat Netflix eine rundum solide Serie im Sortiment – die man entweder weiterführen oder als abgeschlossen ansehen könnte. Der lahme Auftakt war ein wenig anstrengend, die dann aufgebaute Spannung hingegen sehr gut. Inmitten des unüberschaubaren Serien-Dschungels bin ich zudem für abgeschlossene Handlung froh und gebe letztlich eine kleine Empfehlung raus.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Cyberpunk: Edgerunners – Staffel 1

Inhalt

Nach dem Tod seiner Mutter, steht David völlig mittellos da und hat zunächst keinen Plan, wie es weitergeht. Im Nachlass der Verstorbenen stolpert er über ein merkwürdiges Implantat, welches er erst beim nächsten „Ripper-Doc“ zu Geld machen möchte und sich dann selbst implementieren lässt…

Fazit

„Cyberpunk 2077“ gehört schon seit seiner Veröffentlichung und trotz seiner diversen Bugs zu meinen absoluten Lieblingsspielen und entsprechend habe ich mich auf eine Umsetzung in Film- oder Serienform gefreut. Bei Netflix hatte ich dabei keine Bedenken – eher wegen der Art dieser Apdation.

Die Macher haben sich für eine animierte Inszenierung in bester Anime-Tradition entscheiden und das mag Fluch und Segen zugleich darstellen. Ich hätte mir eine realere und düstere Aufmachung ala „Blade Runner“ – was höchstwahrscheinlich den Kostenrahmen gesprengt hätte und viele Dinge nicht so einfach abzubilden gemacht hätte.

„Edgerunners“ zieht die Register seiner Machart und serviert uns vor allem Actionszenen, die streckenweise völlig over-the-top und nicht gerade unblutig daher kommen. Auch setzt man auf überzeichnete Charakterzeichnung, die sich zum Glück gut in das Setting einfügt und nicht mit der eigentlichen Materie bricht.

Die Handlung war eigenständig und erforderte keine Vorkenntnisse. Kenner des Spiels erkennen jedoch ein paar vertraute Charaktere oder Ereignisse, die mal so nebenbei angesprochen wurden. Die Geschichte an sich war okay, auch wenn es an Originalität mangelte. Es hab nicht so viele oder zumindest nicht so schöne Wendungen wie in der Vorlage, stattdessen verlief das Geschehen sehr gradlinig.

Die Zeichnungen waren sicherlich gewöhnungsbedürftig, qualitativ aber nicht schlecht. Der Stil passte – wie die Figuren – eben ganz gut ins Setting und gab keinen Grund zur Klage. Die deutsche Synchro ging ebenso in Ordnung, bekannte Soundsamples aus dem Spiel sorgten für einen guten Wiedererkennungswert.

Unterm Strich war „Edgerunners“ eine solide Adaption des vielseitigen Stoffs. Man findet sich hier weniger als beispielsweise beim „Witcher“ wieder, aber das war sowieso nicht die Intention der Macher. Vielleicht bekommen wir ja noch eine detailreichere Nacherzählung – und dann sogar in realer Form. Bis dato muss diese Serie herhalten und deren Unterhaltungswert kann man durchaus zufrieden sein. Nicht mehr, nicht weniger.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Do Revenge

Inhalt

Durch ein unabsichtlich veröffentlichtes Video, wird ein beliebtes Mädchen von ihrem Thron gestürzt und fällt aus dem Kreis der angesagtesten Kids der Schule. Sie glaubt jedoch nicht an einen Hackerangriff und vermutet hinter dieser Sache pure Absicht ihres Ex-Freundes. Zusammen mit einer neuen Bekanntschaft arbeitet sie einen Racheplan aus…

Fazit

„Do Revenge“ war ein äußerst komischer Film, aber unverhoffter Glückstreffer zugleich. Hätte mir Netflix diesen Titel nach dem Einloggen nicht direkt vorgeschlagen, hätte ich wohl weitergezappt – und mich um einen unterhaltsamen Abend gebracht.

Am Anfang fühlte sich das Geschehen wie eine austauschbare und recht seichte Teenie-Klamotte an und entsprach so gar nicht meinem üblichen „Beuteschema“. Zunächst lief das Ding so nebenbei während ich am Handy noch ein paar Einkäufe erledigte, doch irgendwann zog das vermeintlich oberflächliche Geplänkel gehörig in seinen Bann.

Von einer richtig guten Story und ausgezeichneten Darstellern vermag ich eigentlich nicht zu sprechen, aber dennoch war das Gesamtbild stimmig. Nicht nur die Figuren, auch sämtliche Kulissen waren auf Hochglanz getrimmt und stets perfekt ausgeleuchtet. Man fühle sich wie in einer typisch amerikanischen Daily-Soap, wobei die Rachethematik und nette Wendungen das heile Weltbild auf angenehme Weise ins Wanken brachten.

Auch wenn ich mich nicht wirklich in die Lage der allermeisten Figuren hineinversetzten konnte, machte das Zuschauen irgendwo Spaß. Die fehlende Identifikation wurde zur Nebensache und der Unterhaltungsfaktor stand klar im Vordergrund. Man konnte sich prima zurücklehnen und die bitterböse Aktionen unserer fiesen Akteure einfach genießen.

Der Verlauf war kurzweilig – und wie bereits angedeutet – sogar recht spannend gestrickt. Das Pacing insgesamt und die Mischung aus Gags und kruden Situationen haben gepasst und ließen trotz knapper zwei Stunden Laufzeit keinerlei Leerläufe aufkeimen. Wir reden hier nicht von höchster Kunst auf AAA-Niveau, aber durchwegs solider Kost ohne größere Patzer (von einigen weit hergeholten Story-Zusammenhängen mal abgesehen).

Ich wiederhole mich nicht unbedingt gerne, aber auf diesen Film trifft es wieder eindeutig zu. Dank Netflix schaut man über den Tellerrand und wird auch hin und wieder mit schönen Titeln beglückt – die für mich sonst definitiv unter dem Radar geflogen wären. Klar gibt es anspruchsvollere, schlüssigere und interessantere Werke – aber die man muss man auch das nicht immer haben. „Do Revenge“ war ein toller Snack für Zwischendurch!

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Echoes (Mini-Serie)

Inhalt

Das Verschwinden ihrer Zwillingsschwester bringt Leni auf eine dumme Idee. Wie in früheren Zeiten nimmt sie einfach die Rolle der Vermissten ein und versucht so die potentiellen Täter aus der Reserve zu locken. Leider geht ihre krude Rechnung nicht auf…

Fazit

Das beachtliche Doppelspiel von Michelle Monaghan verdient großes Lob, die hübsche Inszenierung ebenso – doch ganz wollte das Gezeigte trotz dieser vielversprechenden Ansätze nicht zünden.

Mir war schon recht früh klar, dass es aufgrund des Rollenwechsel zu einigen Ungereimtheiten kommen musste und so kam es dann letztlich auch. Man stand immer wieder vor unglaubwürdigen Situationen und hatte dabei dann immer das Gefühl, dass sich die Autoren viele Dinge einfach passend zurechtgebogen haben und die berechtigten Einwände der Zuschauer mutwillig ignorieren wollten.

Im Grunde war dieser Ansatz nicht verwerflich und eine spanende Serie benötigt auch mal ein paar konstruierte Elemente – nur waren sie hier schlicht zu offensichtlich und störend. Selbst beim – soviel sei verraten – eher mauen Finale ließ man die Bombe nicht unbedingt platzen und lieferte keine dramatisch gute Erklärung für manch Verbiegung seiner Figuren. Eher ließ man viele Fragen unbeantwortet und die führte die zuvor gemächlich aufgebaute Spannung aufs Abstellgleis.

Auch wenn es sich hier offiziell um eine abgeschlossene Mini-Serie handelt, wurde ich das Gefühl nicht los, dass hier bei allgemeinem Interesse wohl noch Mehr folgen könnte. Obwohl im letzten Drittel viel Leerlauf und wenig neue Erkenntnisse offeriert wurden, fühlet sich das Geschehen nicht richtig beendet an. Ein Ausgang mit gewissem Interpretationsfreiraum ist okay, doch hier riss das Geschehen mittendrin ab.

Der Twist war gut, die Umsetzung erwartungsgemäß holprig. Gute Momente wurden immer wieder von Ungereimtheiten gestört und trotz gewissem Unterhaltungswert wollte der Funken nicht vollends überspringen. Das Ende enttäuschte dann auf ganzer Linie und ab einem gewissen Punkt gingen viele der eigentlich guten Ansätze vollends flöten Für mich somit zwar ein solider Snack für Zwischendurch, aber nicht der große Wurf und erst recht keine uneingeschränkte Empfehlung.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

I Came By

Inhalt

Ein junger Sprayer wird vermisst und seine Mutter macht sich mit seinem besten Freund auf die Suche nach ihm. Schnell führt die Spur zum protzigen Anwesen eines ehemaligen Richters, doch nicht einmal die Polizei kann Beweise für dessen Verwicklung ermitteln…

Fazit

„I Came By“ war ein seltsamer Film. Anfangs habe ich zu Handlung und Figuren keinen Zugang bekommen, war kurz vorm Abschalten und dann entwickelte sich unverhofft ein kleiner Sog, der bis zum bitteren Ende am Bildschirm verweilen ließ.

Nicht nur der Einstieg, auch seine gesamte Art war etwas sperrig. Man konnte bis zuletzt die Motive der meisten Beteiligten nicht vollends begreifen und sah sich oft großen Fragezeichen gegenüber. Eine gewisse Grundspannung konnte man dem Treiben allerdings nicht absprechen – weshalb man trotz dieser Hürden am Ball blieb. Irgendwann war die Grenze zu „jetzt will ich aber wissen, wie es ausgeht“ erreicht und die Fernbedienung trotzig zur Seite gelegt.

Die Geschichte war in Grundzügen nicht sonderlich ausgefeilt, trotzdem nicht völlig uninteressant. Man hoffe stets auf einen genialen Twist oder etwas völlig unvorhersehbares – auch wenn diese Wünsche weitestgehend unerfüllt blieben. Man präsentierte solide Hausmannskost mit einem (zumindest nach einer gewissen Zeit) gutem Unterhaltungsfaktor.

Die Darsteller haben ihre Sache recht solide gemacht, wurden bedauerlicherweise eher mittelprächtig synchronisiert. Dies störte tatsächlich immer mal wieder und schmälerte ein wenig den eigentlich so hochwertigen Gesamteindruck. Optisch gab es nämlich nichts zu bemängeln und man rangierte mindestens auf gehobenem TV-Niveau.

Auf der einen Seite war ich nach dem großartigen „Liebe für Erwachsene“ wieder ein wenig von den Qualitäten des Streaming-Giganten ernüchtert, auf der anderen Seite irgendwo doch ganz zufrieden. Als typischer „Mitnahme-weil-eh-dabei“-Artikel geht „I Came By“ vollkommen klar, als Aushängeschild für Netflix würde ich ihn keinesfalls bezeichnen.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Liebe für Erwachsene

Inhalt

Durch die Krankheit ihres Sohnes, hat sich das Leben und somit die Ehe von Christian und Leonora gravierend verändert. Er hat sich auf eine Affäre mit einer Kollegin eingelassen und sie kommt schließlich dahinter…

Fazit

Aufgrund der vielen, eher mittelmäßigen Werke in der letzten Zeit, habe ich ernsthaft für die Kündigung des Netflix-Abos nachgedacht. Glücklicherweise gibt es dann aber Filme wie diesen – die unverhoffte Lichtblicke im Streaming-Dschungel darstellen. Was für mich anhand der Überschrift zunächst nach einer Komödie klang, entpuppte sich beim Überfliegen der Inhaltsangabe als waschechter Thriller, der bereits nach kurzer Zeit von seinen Qualitäten überzeugen konnte.

Die Geschichte begann zunächst gemächlich und wenig spektakulär. Schon früh fällt jedoch das sagenhaft gute Zusammenspiel von Dar Salim und Sonja Richter auf, dass alsbald für manch brenzlige Situation sorgen sollte. Die Beiden ergänzten sich in jeder Lage prima und trieben sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Man konnte sich dabei aber nie für eine Seite entscheiden. Jede Figur hatte ihre Vorzüge, aber auch gewaltige Abgründe. Keiner war hier ohne Makel und dies machte das Geschehen letztlich so unglaublich spannend.

Mit einfachen Kniffen bauten die Macher eine subtile Stimmung auf, die sich bis zur letzten Minute halten sollte. Sicherlich ging das manchmal auf Kosten der allgemeinen Glaubwürdigkeit, doch hier konnte ich ganz gut damit leben. Die zum Teil arg konstruierten Situationen stießen nicht negativ auf, animierten eher zum leichten grinsen. So wurde auf einem packenden Thriller auch eine schwarzhumorige Satire mit den passenden Zwischentönen.

„Liebe für Erwachsene“ ist kein Titel für eine mehrfache Sichtung, aber spannende Angelegenheit bei seiner Premiere und deshalb auch eine echte Empfehlung wert. Anfangs habe ich nebenbei noch am Handy gespielt, dann bin ich voll eingestiegen und kam bis zum bitteren Ende absolut auf meine Kosten. Solche Werke geben den Glauben an Streaming-Produktionen zurück und gehören einfach mal weggeschaut. Ein kleiner Geheimtipp!

8/10

Fotocopyright: Netflix

Me Time

Inhalt

Frau und Kinder sind für ein paar Tage weg und Sonny hat endlich mal wieder ein bisschen Zeit für sich selbst. Auf der Suche nach Abwechslung klappert er seine Kumpels ab, bis er letztlich bei seinem alten Buddy Huck landet. Eigentlich wollte er mit diesem Lebemann nicht mehr abhängen, doch vielleicht hat er sich ja seit dem letzten Treffen etwas verändert…

Fazit

Filme mit Mark Wahlberg sind für mich immer eine Sichtung wert. Der ehemalige Musiker und Tänzer hat sich über die Jahre so stark in Hollywood bewährt, dass er mittlerweile zu einer festen Größe geworden sind. Vor allem im Comedy-Bereich ist er sonst so richtig stark, doch bei „Me Time“ sollten ein paar seiner charmanten Gags leider auch das echte Highlight bleiben…

Die Handlung war simpel, aber zweckdienlich und im Grunde vollkommen in Ordnung. Leider nutzten die Macher jedoch nicht deren volles Potential und so wirkte der Streifen trotz einiger minimal anzüglichen Momente nicht sein erhofftes Potential. Das Zusammenspiel von Hart und Wahlberg war gut, aber weit davon entfernt perfekt ineinander zu greifen und sich gegenseitig zu Höchstleistungen anzuspornen. Sie lieferten sich nette Wortgefechte, echte Knaller blieben hingegen aus.

Alles fühlte sich nach Standardware und somit etwas seelenlos an. Alle spulten ihr Programm herunter und die Story verlief nach bewährtem Muster. Man langweilte sich nicht wirklich und dennoch schlich sich die Resignation ein. Erhofft habe ich mir ein paar feuchte Augen wegen lustiger Gags, bekommen habe ich lediglich ein paar Schmutzler – und immerhin ein paar Klemmbaustein-Objekte in den Kulissen des Kinderzimmers.

Unterm Strich war „Me Time“ kein Hit, aber ein grundsolider Titel im Programm des Streaming-Giganten. Wiedermal gilt, dass man als Bestandskunde gerne reinschnuppern darf, jedoch nicht zu viel erwarten sollte. Unterhaltsam war das Gebotene schon, allerdings kein Quell an Innovation oder außerordentlicher Darstellerleistungen.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Extraction

Inhalt

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind im Besitz von zwei Abwehrstationen, die das Land vor fremden Raketenbeschuss schützen sollen. Als eine von ihnen gekapert wird, macht sich große Sorge breit und kurz darauf scheint die Nächste von einem unbekannten Feind eingenommen zu werden…

Fazit

Actionfilme in gewohnter „Stirb Langsam“-Manier gibt es reichlich auf dem Markt und seit einigen Wochen wurde das Sortiment von Netflix mit einem weiteren Kandidaten dieser Kategorie bereichert. Zu dessen Release habe ich bereits kurz reingeschaut, doch am gestrigen Abend erst die Motivation zum Weiterschauen finden können.

Der Plot ist so simpel, wie bekannt und vorherschaubar – aber immerhin recht launig in Szene gesetzt. Es gab zwar durchaus ein paar kleinere Längen, doch insgesamt war der Film erfreulich kurzweilig und bot neben reichlich harter Action auch immer ein paar unfreiwillige Lacher mit sich.

Auf der einen Seite versucht man sich recht hart und schnörkellos zu präsentieren, auf der anderen Seite wurde der Bogen immer mal wieder heftig überspannt. Da werden Gliedmaßen gebrochen, anschließend noch der Kopf abgetrennt und dann mit einem einzigen Arm noch waghalsige Stunts durchgeführt. Klingt bizarr, war aber so – und somit allerdings auch sehr spaßig.

Die Darsteller haben ihre Sache ganz ordentlich erledigt, neigten aber allesamt zum leichtem Overacting. Das passte dann glücklicherweise schön zum Rest, denn sonst hätte es hier Abzüge in der Bewertung gegeben. Das Charakterdesign war dezent überzogen und voller Klischees konstruiert, ging im gegebenen Rahmen schon klar.

Optik und Inszenierung waren grundsätzlich gefällig. Hochwertige Bilder, schnelle Schnitte und coole Kamerafahrten wußten zu überzeugen. Ein paar CGI-Effekte (besonders zum Finale) brachen jedoch mit dem hochwertigen Look und scheinen auf Engpäasse bei Zeit oder Budget hinzuzeigen.

Im Vergleich zu vielen ähnlich gelagerten Mitstreitern, schlägt sich „Extraction“ relativ gut. Die Geschichte um die bekannte Prämisse war ganz in Ordnung und die Umsetzung überwiegend gelungen. Ein paar Szenen standen im etwas krassen Kontrast zueinander, doch darüber konnte man schmunzelnd hinwegschauen. Unterm Strich zwar kein unbedingtes „Must-See“, aber leichte Kost nach einem stressigen Arbeitstag.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Kleo – Staffel 1

Inhalt

Kleo ist Geheimagentin für die DDR und geht für ihrem Job wortwörtlich über Leichen. Als sie eines Tages abgeführt und verhaftet wird, versteht sie die Welt nicht mehr. Keiner ihrer alten Freunde und Kollegen scheint mehr zu ihr zu halten, harte Jahre im Knast stehen auf dem Programm. Mit dem Mauerfall erhält sie als politischer Gefangener allerdings Amnesie und sieht mit der neuen Freiheit endlich die Zeit für Rache gekommen…

Fazit

Wenn ich eine Serie an einem einzigen Tag „durchbinche“, dann muss sie schon verdammt gut sein – und genau dies war hier der Fall. Sicherlich umspannte die erste Staffel lediglich 8 Episoden, doch die waren immerhin jeweils knapp eine Stunde lang und somit nicht von Pappe.

Grundsätzlich interessierte mich das Setting rund um DDR, Stasi und Geheimagenten wenig, aber hier ging man die Sache wesentlich unkonventioneller als üblich an. Man nahm reale Ereignisse und Figuren lediglich als Eckpfeiler, kreierte damit eine eigene Geschichte, die jedem Aluhut-Träger dicke Tränen der Freude in die Augen zaubern dürfte.

„Kleo“ war auf der einen Seite brutal und vielleicht gar nicht mal so abwegig, auf der anderen Seite jedoch herzhaft überzogen, satirisch und zynisch. Man scherrte sich nicht um politische Korrektheit und zog alle Seiten, alle Organisationen und alle Arten von Charakteren durch den Kakao. Dabei schaffte man es aber stets cool und interessant, nie allzu lächerlich rüber zu kommen.

Wenn ich mich noch an „Fack ju Göhte“ zurück erinnere, dann hätte ich nicht gedacht, dass Chantal mal anderweitig so exzellent auftrumpfen würde. Man kennt Jella Haase zwar ebenfalls aus „Kriegerin“ oder „Berlin Alexanderplatz“, doch hier trägt sie das Geschehen als Hauptdarstellerin wirklich von allein. Ihr stehen zwar einige bekannte Gesichter der hiesigen TV-Landschaft zur Seite, ihre Leistung übertrumpft sie alle. Beim Trailer war ich noch skeptisch, beim fertigen Produkt nach wenigen Sekunden überzeugt.

Nach einigen eher soliden Produktionen hat Netflix mit „Kleo“ endlich mal wieder einen kleinen Knaller im Portfolio und eine Empfehlung geht raus. Lasst euch von der Grundthematik nicht abschrecken, denn diese Serie ist viel leichtgängiger, unterhaltsamer und packender, als es zunächst den Eindruck macht. Die Geschichte scheint nun erst einmal auserzählt, doch vielleicht knüpfen sich die Macher mit ihrem eigenem Stil noch eine andere Epoche vor.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

Codewort: Kaiser

Inhalt

Juan arbeitet beim spanischen Geheimdienst und ist dabei eine Art von Problembeseitigter, der sich dabei auch mal über die Grenzen des Gesetzes hinwegsetzt. Bei seinem aktuellen Fall soll er Informationen über Geschäfte eines undurchsichtigen Extremisten erlangen, doch bringt dabei leider auch seine Gefühle mit hinein…

Fazit

Die Spanier und Netflix. Mit schöner Regelmäßigkeit liefern unsere Freunde echt gelungene Werke ab und im Großen und Ganzen darf sich auch „Codewort: Kaiser“ ebenfalls dazu zählen. Dem Geschehen fehlt es manchmal ein bisschen an Drive, aber gut aufgelegte Darsteller machen dieses kleine Manko wieder wett.

Die Handlung mag das Genre nicht neu definieren, geht allerdings vollkommen in Ordnung. Sie lieferte einen brauchbaren Rahmen, damit sich insbesondere die Charaktere schön entfalten konnten – was sie glücklicherweise auch taten.

Luis Tosar beweis erneut, dass er ein vielfältiger Akteur ist und trug das Geschehen mit seiner Präsenz weitestgehend von allein. Seine Partner lieferten ebenfalls ab und eine hochwertige Inszenierung rundete den guten Eindruck ab. Der Film besaß tolle Aufnahmen, schöne Schnitte und roch nach Kino.

So solide und hübsch, so austauschbar das Ganze leider auch. Wie bereits erwähnt schraubte man die Originalität zu Gunsten anderer Elemente zurück und setzte spürbar auf „Nummer sicher“. Man blieb stets ein wenig nüchtern, wollte nichts riskieren und blieb damit berechenbar.

„Codewort: Kaiser“ mag in meinen Augen ein paar Kritikpunkte aufweisen, ist mir unterm Strich aber dennoch eine Empfehlung wert. Zwar blieb es insgesamt bei solider Hausmannskost, doch wirklich schlimm war dies eigentlich nicht. Man wurde weitestgehend bei Laune gehalten, konnte nach der Arbeit mal abschalten und erfreute sich am sehenswerten Spiel von Tosar. Für mich also wieder ein äußerst brauchbarer „Abo-Titel“, der sich ideal für die heimische Sichtung eignet.

7/10

Fotocopyright: Netflix

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