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Senior Year

Inhalt

Die High School ist fast zu Ende und die ehrgeizige Schülerin Stephanie steht kurz vor der Erfüllung ihrer Träume. Sie ist talentierte Cheerleaderin, mit einem tollen Typen zusammen und hat beste Chancen die diesjährige Abschlusskönigen zu werden. Leider landet sie nach einem schweren Sturz im Komma und wacht erst 20 Jahre später wieder auf…

Fazit

Es gibt Filme, die einfach irgendwas im Inneren des Betrachters triggern und genau diesen Effekt hat „Senior Year“ bei mir ausgelöst. Ich habe zwar mit dem eigentlichen Setting wenig Berührungspunkte, aber Erzählweise, Humor, Ausstattung und Darsteller haben bei mir wohlige Gefühle geweckt und mich bis zum famosen Ende herausragend bei Laune gehalten.

Bei diesem Titel hat einfach alles gestimmt und ich komme kaum noch aus dem Schwärmen heraus. Die Geschichte mag in weiten Teilen vorherschaubar und keineswegs neu gewesen sein, aber dies war hier erstaunlicherweise überhaupt kein Problem. Das Gezeigte wurde so kultig in Szene gesetzt und die sympathischen Darsteller taten ihr Übriges.

Bisher fand ich Rebel Wilson immer ganz okay, doch hier wurde ihr die Rolle absolut auf den Leib geschneidert. Man konnte sich gut in ihre Lage hineindenken, ihre Tun und Handeln nachvollziehen und selbst die krassesten Wandlungen gut verstehen. Gleiches galt allerdings auch für den Rest des großartiges Casts. Jeder Einzelne hat seine Sache hervorragend gemacht und seinen Teil zum Gelingen beigetragen. Selbst die kleinsten Figuren wurden prima gesetzt und waren immer mal wieder für einen Lacher gut. Besonders der Vertrauenslehrer hat es mir hierbei angetan.

Womöglich resultierte das Eingangs erwähnte „triggern“ auch daher, weil ich viele Dinge aus meiner Jugend wiedererkannt habe und oftmals nostalgische Gefühle geweckt wurden. So musste ich beim Blick durch Stephanies Zimmer unentwegt grinsen und bei der Wahl ihrer Outfits dann endgültig kapitulieren. Viele Elemente der 90iger wurden perfekt getroffen und in diesem Zuge sogar perfekt auf aktuelle Wandlungen projiziert. Man kritisierte spielend die Verweichlichung einiger Gegebenheiten und zog sie brillant durch den Kakao – ohne dabei seine allgemeine Familientauglichkeit zu mindern und trotz kleinerer Schimpfworte ein gewisses Niveau beizubehalten.

Allgemein waren die Gags einwandfrei geschrieben. Sie gingen immerzu auf und fügten sich mühelos in den geschmeidigen Verlauf ein. Es gab keinerlei Durchhänger oder Abnutzungserscheinungen. Die knappen zwei Stunden vergingen wie im Flug und hätten von mir aus auch noch einen Nachschlag verkraften können. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann mir ein Film zuletzt so kurzweilig vorgekommen ist und wo die Gagdichte so unverschämt hoch gewesen ist. Dabei waren es nicht einmal die vielen Lacher, sondern vor allem auch die dramatischeren Parts, die sich eingebrannt haben. Man verstand es, traurige Momente gefühlvoll mit Witzen zu verknüpfen und trotz aller Berechenbarkeit gewaltige Emotionen beim Betrachter auszulösen.

Berits der Trailer hat mir gut gefallen, doch das fertige Endergebnis konnte alle Erwartungen toppen und sich bereits jetzt zu einem meiner Filme des Jahres mausern können. „Senior Year“ war ein genial inszeniertes Meisterstück mit unvergleichbar hohem Unterhaltungswert und tollen Darstellern in Höchstform. Das Ganze mag insgesamt eher simpel gestrickt gewesen sein, hat aber genau die richtigen Synapsen in meinem Hirn bedient und sich weit vorne in meiner Gunst positioniert. Jetzt wünsche ich mir eine Fortsetzung oder gar einen völlig neuen Streifen – von und mit den gleichen Beteiligten wie hier. Für solche Erlebnisse lohnt sich das Abo von Netflix auf jeden Fall!

9/10

Fotocopyright: Netflix

Anatomie eines Skandals (Mini-Serie)

Inhalt

James Whitehouse hat alles, was man sich im Leben erträumen kann. Er besitzt eine hübsche Frau, hat tolle Kinder und ist recht erfolgreicher Politiker. Als ihm dann eines Tages jedoch eine Anzeige wegen Vergewaltigung ins Haus flattert, gerät die heile Welt ins Wanken…

Fazit

„Anatomie eines Skandals“ war eine spannende und extrem gut gespielte Serie, die auf den letzten Metern leicht ins Stocken geraten ist. Ich habe jede einzelne Episode mit Hochspannung verfolgt, um dann an Ende etwas resigniert vor dem Empfangsgerät zu verweilen. Zwar kam die wichtige Aussage der Macher absolut verständlich rüber, aber irgendwie ging es – gemessen am furiosen Verlauf – beim Finale fast schon etwas unspektakulär zur Sache.

Die Serie ist kurz, bot aber keinen Leerlauf und handelte seine Geschichte weitestgehend mustergültig ab. Man wurde schnell mit den wichtigsten Charakteren vertraut und spürte schon früh, dass hier längst nicht alle Karten auf dem Tisch lagen. Zwar waren die Vorzeichen hier stellenweise eindeutiger, als bei manchen Konkurrenten – doch so richtig sicher wollte man sich besonders bei seiner Hauptfigur einfach nicht sein.

Die Produktion lebte von ihren vielen Dialogen, die vor allem in den Szenen vor Gericht zur intensiven Angelegenheit avancierten. Die Darsteller blühten richtig auf, überzeugten in hitzigen Verhören und mit drastischen Blicken sich gegenüberstehend. Man bekam teilweise echte Schauer über die Haut getrieben und konnte dabei durchaus auch die gute deutsche Synchronisation loben. Im O-Ton wären die Konversationen sicherlich noch überzeugender, doch selbst in der lokalisierten Fassung war deren Darbietung ziemlich treffsicher.

Dreh- und Angelpunkt war natürlich die ernste Grundthematik, die mit deutlich erkennbaren Seitenhieben auf das wahre Leben. Die Geschichte um Machtmissbrauch und einer gewissen Narrenfreiheit wird hier sogar so verständlich skizziert, dass man stellenweise fast schon Mitgefühl oder gar Sympathie für seine Täter aufbringen möchte. Auch diese leben untereinander eine gewisse Loyalität, die man hier durchaus verständlich greifen kann – ob man es möchte oder nicht.

In anderen Besprechungen wurde dieser Serie viel Mut zugesprochen, was ich hier in mehreren Ebenen so unterschreiben möchte. Mutig, wie sich direkte oder indirekte Opfer verhielten, mutig für die vermenschlichte Darstellung seiner Bösewichte. Unterm Strich jedenfalls eine extrem spannende Angelegenheit, die lediglich aufgrund ihres abrupten Finales einen kleinen Nachgeschmack hinterließ. Sehenswert ist „Anatomie eines Skandals“ auf jeden Fall.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Der Wendepunkt

Inhalt

Mit einem guten Gewissen könnte man Ludovico als Langweilig bezeichnen. Der Student wirkt antrieblos, menschenscheu und möchte sich am liebsten mit seinen Zeichnungen zu Hause vergraben. Als er eines Tages die ungewöhnliche Bekanntschaft mit dem Kriminellen Jack macht, wird sein Leben allerdings heftig durcheinander gewirbelt…

Fazit

Die Prämisse dieses Filmes ist so ungewöhnlich, wie gut. Nicht unbedingt sonderlich glaubwürdig, aber eine stabile Grundlage für einen unterhaltsamen Abend und eine insgesamt solide Netflix-Produktion aus Italien.

Die beiden Hauptdarsteller ergänzen sich prächtig und es macht Laune, ihnen bei ihrem Aufbau einer ungewöhnlichen Freundschaft zuzuschauen. Man hadert zwar immer ein wenig mit dem Gesamtkonstrukt, doch an vielen Stellen rückt dies problemlos in den Hintergrund und man kann den kurzweiligen Verlauf unbeschwert genießen.

Der Streifen hält stets die Balance aus seinen unterschiedlichen Genres und fährt damit bis zum bitteren Ende recht gut. Neben einem guten „Buddy“-Movie, spüren wir die „Vibes“ eines Gangsterfilmes, der sich überraschenderweise sogar um Dimensionalität bemüht. Hier sind nicht alle Handlanger loyal und vor allem deren Motive gut begründet. Zwar mag dies in einer gewissen Vorherschaubarkeit münden, dem kurzweiligen Treiben tut dies jedoch keinen Abbruch.

Zur passenden Zeit streuen die Macher sogar kleine Späße ein, die den eigentlich eher ernsteren Grundton angenehm auflockern. Dies sorgt dafür, dass man sich nicht zu ernst nahm und so größeren Unmut über mangelnde Authentizität verhindert. Man lenkt perfekt von der „Außenwelt“ ab und zeigt eine stimmige Beziehung der beiden unfreiwilligen Leidensgenossen.

„Der Wendepunkt“ mag für mich nicht unbedingt der beste Name für diesen Titel sein, hat allerdings auch nicht völlig unrecht mit seiner Bezeichnung. Das Gebotene mag nüchtern betrachtet recht absurd wirken, konnte aber durchwegs bei Laune halten und hatte – abseits seines geschichtlichen Rahmens – keine groben Schnitzer aufzuweisen. Von mir gibt es jedenfalls eine kleine Empfehlung und vor allem einen Daumen hoch für das italienische Kino – vom dem ich gerne wieder etwas Mehr auf der heimischen Leinwand sehen möchte.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Metal Lords

Inhalt

Zwei Außenseiter wollen an einem Bandwettbewerb der Schule teilnehmen, doch scheinen aufgrund ihrer schrägen Art nur wenig Aussicht auf Erfolg zu haben. Dies hindert sie jedoch nicht, hart für Ihr Ziel zu proben und die Kreditkarte des Vaters für den Erwerb angemessener Instrumente ausgiebig zu belasten…

Fazit

Mit „Metal Lords“ hat Netflix eine lockere Komödie mit viel Herz und reichlich biografischen Zügen im Sortiment. Auch wenn ich mit der im Fokus stehenden Musikrichtung relativ wenig anzufangen vermochte, konnte ich mich wunderbar in die Figuren hineindenken und ihre streckenweise herrlich humoristisch überzeichnete Situation in vollen Zügen genießen.

Der Film verarbeitet viele Themen rund um das Thema Erwachsenwerden und erhebt dabei niemals den mahnenden Finger. Man verstand die Handlungsweise aller Parteien und konnte die meisten Aspekte durchaus gut verstehen. In einigen Momenten fühlte man sich an die eigene Jugend erinnert und betrachtete manche Dialoge nun allerdings schon aus anderen Blickwinkeln – was hier nicht unbedingt verkehrt war und so den Titel für mehrere Zuschauerschichten interessant macht.

Die Darsteller haben ihre Sache hervorragend und vor allem glaubwürdig gemacht. Sie brachten ihre Emotionen einwandfrei rüber und ließen keinen Zweifel an ihren Zielen und Motivationen aufkeimen. Sie waren auf Anhieb sympathisch und erlaubten das unbeschwerte Abtauchen im Szenario. Schade fand ich lediglich, dass mir aufgrund mangelnder Fachkenntnisse nicht alle prominenten Nebenfiguren ein Begriff waren und so die ein oder andere Anspielung nicht vollends zünden konnte.

Die knappen 1,5 Stunden vergingen fast wie im Flug und zeigten keine gravierenden Längen auf. Auch wenn man sich den Ausgang der Handlung schon nach wenigen Minuten zusammenreimen konnte, war der Weg wieder das Ziel. Die gut geschriebenen Dialoge wussten immer bei Laune zu halten und irgendwo war der simpel gestrickte Verlauf auch recht entspannend. Man musste nicht um tausend Ecken denken und konnte seinen wilden Jungs auf dem Schirm einfach folgen.

„Metal Lords“ beweist, dass selbst ein abgedroschener Plot noch prima funktionieren kann. Sicherlich verlief hier Alles nach einem bewährtem und vorherschaubaren Schema, doch charmante Figuren und ein kurzweiliger Verlauf lassen darüber hinwegsehen. Als Genre-Referenz würde ich das Teil sicherlich nicht betiteln, doch als unterhaltsamen Snack für Zwischendurch allen Interessierten auf jeden Fall empfehlen.

7/10

Fotocopyright: Netflix

The In Between

Inhalt

Seit dem Unfalltod ihres Freundes ist Tessa völlig in sich gekehrt. Per Zufall lernt sie jedoch eine alte Dame kennen, die an übersinnliche Phänome und vor allem an den Kontakt zu den Toten glaubt. Plötzlich scheinen kleinere Nebensächlichkeiten einen größeren Sinn zu ergeben und Tessa glaubt, dass ihr Geliebter noch einmal mit ihr sprechen möchte…

Fazit

Dieser Titel hat mich am gestriegen Abend beim ersten Blick auf die Startseite von Netflix begrüßt und mir zunächst einen weiteren Teil der unterhaltsamen „Kissing Booth“-Reihe suggeriert, bis ich mir Namen und Inhaltsangabe etwas genauer angeschaut habe. Zwar wirkt auch hier wieder die bezaubernde Joey King mit, doch mit der erfolgreichen Komödien-Reihe hatte der Rest leider wenig am Hut.

Erwartet habe ich einen Film im Stil von „Ghost – Nachricht von Sam“, erhalten habe ich allerdings eine behäbige Schnulze, die trotz ihrer mysteriös-angehauchten Thematik erstaunlich wenig Geisteraufkommen zu bieten hatte. Während sich die erste halbe Stunde noch relativ geschmeidig wegschauen ließ, war irgendwann klar, dass man sein ruhiges Fahrwasser nicht verließ und gar nicht so sehr auf übernatürliche Elemente abzielte – allerdings auch als Liebes-Drama zu wenig mitreißen konnte.

Es ging um ein gebrochenes Mädchen, das langsam wieder zur Normalität und dem Leben ohne seinen geliebten Partner zurückfindet. Mit vielen Rückblenden wurde deren aufkeimende Beziehung skizziert, jedoch sehr träge und insgesamt leider auch ein wenig austauschbar präsentiert. Man hat alles irgendwo schon einmal gesehen und zumeist auch etwas unterhaltsamer erlebt. Der Streifen setzt nur wenig auf Humor und wollte eher das Herz erobern – was ihm leider nicht gelang und mich Emotional überhaupt nicht berühren konnte.

Der Film mag seine Fans finden, doch ich gehöre nicht zur anvisierten Zielgruppe. Ich wollte dem Teil eine Chance geben – schließlich fand man in der Jugend auch ein „Ghost“ nicht übel – doch der Funke sprang beim besten Willen nicht über. Der Anfang war in Ordnung, doch dann stellte sich die gepflegte Langweile ein und das Gebotene wirkte immer beliebiger. Es gab einfach nichts Neues und selbst die vertrauten Elemente waren nicht sonderlich aufregend abgelichtet. Technisch war der Titel in Ordnung, von der Handlung ließ er mich trotz aller Bemühungen und gutem Willen schlichtweg kalt. Sicherlich kein richtig schlechter Film, aber einfach nicht mein Ding.

5/10

Fotocopyright: Netflix

The Bubble

Inhalt

Der nächste Teil einer großen Actionfilmreihe steht an und die Darsteller versammeln sich für die Dreharbeiten in einem abgeschiedenen Hotel. Leider hat das Corona-Virus die Menschheit noch voll im Griff und so müssen die prominenten Gäste zunächst in Quarantäne und darüber hinaus auch weiterhin von der Außenwelt abgeschirmt werden. Dies hebt nicht gerade die allgemeine Stimmungslage, die sowieso zu eskalieren droht…

Fazit

Es gibt Filme, die man eigentlich richtig gut finden möchte, aber so einige Ungereimtheiten einfach eine höhe Bewertung verhindern. Bei „The Bubble“ hat auf den ersten Blick viel gepasst, doch leider stellte sich die Inszenierung zu oft selbst ein Bein.

Natürlich sprang der prominente Cast als Erstes ins Auge. In vielen Rollen sind bekannte Gesichter zu erblicken und auch bei kleineren Gastauftritten wurde nicht mit Stars gegeizt. Leider schlug zunächst die schwache deutsche Synchronisation etwas aufs Gemüt und dann fühlte man, dass die Harmonie der Charaktere irgendwie nicht so ganz passen wollte.

Ich weiß nicht, ob es an den Darstellern an sich lag – vermute vielmehr, dass sich das Werk allgemein mit seiner Erzählweise schwer tat. So war das halbwegs glaubwürdige Grundgerüst ganz in Ordnung, doch die unentschiedene Machart ein größeres Problem. Das Werk saß zu oft zwischen den Stühlen, konnte sich nicht zwischen Komödie und Drama entscheiden. Manche Überzeichnungen und Dialoge funktionierten prima, bei Anderen hingegen wurde der Bogen überspannt – doch sie waren schlichtweg langweilig.

Der Humor verweilte nicht immer auf einem gleichbleibenden Niveau, sondern schwankte von seiner Art zuweilen recht stark. Auf köstliche Anspielungen folgten platte Gags, auf interessante Momente ein dämlicher Abschluss. Immerhin lag hier eine gewisse Kontinuität, die vielleicht auch zu erwähnen wäre. Ansonsten gab es hier und da ganz nette Special Effects, was man von einem solchen Film zunächst gar nicht vermutet.

Mit ein paar kleineren Straffungen und etwas Optimierung bei den Dialogen wäre „The Bubble“ ein ausgezeichnete Angelegenheit geworden. So bleibt letztlich eine beachtlich besetzte Tragi-Komödie, die nicht ihr volles Potential ausschöpfen konnte und leider nicht auf allen Ebenen überzeugen konnte. Ein netter Zeitvertreib, jedoch nicht frei von Längen.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Apollo 10 ½: Eine Kindheit im Weltraumzeitalter

Inhalt

Amerika in den 60iger Jahren. Das Land ist nur in einen Vietnam-Krieg verwickelt, sondern auch voll im Weltraum-Fieber versunken. Der 19jährige Stan lebt mit seiner Familie in Houston und sein Vater arbeitet auch für die NASA. Als eines Tages zwei merkwürdige Agenten an seiner Schule auftauchen, sollte sich sein Leben alsbald gravierend verändern…

Fazit

Nicht nur aufgrund seiner bizarren Optik ist „Apollo 10 1/2“ ein ungewöhnlicher Film, sondern weil er vor allem mit einer ganz eigenen Erzählweise überraschen konnte – und mit seiner Vorschau gekonnt vom eigentlichen Thema abgelenkt hat.

Es geht hier nicht um einen Jungen, der ins All geschickt wird, vielmehr ums simple Erwachsenwerden in seltsamen Zeiten und seine Art, all die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Das Werk weißt klar biografische Züge aus und spiegelt sicherlich die Kindheit seines Autos wieder.

Der Zuschauer wurde zugebombt mit Produkten, Musik, aber auch Gebräuchen aus der damaligen Zeit, so dass man – gepaart mit der Comic-Optik – fast schon einer Reizüberflutung unterliegt. Zum Glück ist das Tempo dann stellenweise so gemächlich, dass man immer wieder Durchschnaufen und sich sortieren konnte. Es wurde fast schon zu viel reingestopft, aber im Nachgang auch irgendwo gerechtfertigt.

Klar konnte ich mich nicht zu hundertprozentig in die Figuren hineindenken, viele Passagen dennoch einwandfrei nachvollziehen. Es wurde schon recht eindrucksvoll geschildert, welche Themen die damalige Epoche geprägt haben und vor allem wie unterschiedlich die Generationen damit umgegangen sind. Tatsächlich verkam der Krieg in Vietnam zu einem leidigen Nebenthema, während die Kritik an den kostspieligen Weltraum-Experimenten zurecht kritisiert wurde.

Der Film wurde mit realen Darstellern gedreht und nachträglich zur bunten Comic-Grafik konvertiert. Das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen, obwohl mich solche Spielerein eigentlich eher abschrecken. Hier hat es gut zur Handlung gepasst und die Retro-Erzählweise prima verstärkt. Dazu kamen noch ein paar handgemalte Einspieler, die ebenfalls hervorragend mit dem Rest harmonierten und gar nicht aus dem Rahmen fielen.

„Apollo 10 1/2“ ist ein knallbunter Tripp in die Vergangenheit und damit nicht nur wegen seiner Technik ein spezieller Fall. Ich könnte mir vorstellen, dass das hiesige junge Publikum eher wenig mit dem Geschehen anfangen kann, aber zumindest interessierte aus meiner Generation dann durchaus ihre Freude haben werden. Prüft vielleicht vor dem Sichten, ob ihr irgendwie mit den Ereignissen der späten 60iger kompatibel seit und euch eine Schilderung der damaligen Kindheit Spaß machen könnte – dann erwartet euch ein tolles Filmerlebnis, dass abgesehen von ein paar kleineren Durchhängern alles richtig macht.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Toubab

Inhalt

Frisch aus dem Knast entlassen, droht Babtou das nächste Unheil. Der junge Mann soll in seine ursprüngliche Heimat abgeschoben werden, hat aber keine Verbindung dorthin und möchte auch seine Freunde nicht verlassen. Glücklicherweise erinnert ihn das Amt an eine kleine Hintertür, die er natürlich schnellstmöglich zu nutzen versucht…

Fazit

„Toubab“ ist ein interessanter Film, der er sich auf mehreren Ebenen bewegt und hierbei stets die richtige Stimmungslage ablichtet. Auf der einen Seite erleben wir eine tragische Geschichte aus dem Alltag, auf der anderen Seite eine gewisse Leichtgängigkeit und gute Laune – die man im Anbetracht der Situation so gar nicht vermutet hätte.

Die jungen Darsteller machten Ihre Sache allesamt hervorragend und glaubwürdig. Man nahm ihnen ihr Spiel jederzeit ab und konnte sich gut in deren Sicht hineindenken. Vor allem konnte man sich gut vorstellen, mit welchen inneren Konflikten unser Hauptakteur – trotz stets guter Mine – wohl ankämpfen musste und gleichzeitig für beachtlich erachten, wie souverän er mit diesen Gegebenheiten umgeht.

Während andere Titel in tiefer Dramaturgie versinken, wirkt „Toubab“ angenehm lebensbejahend und kraftvoll. Es gab enorm viele Gags, die aus natürlichen Dialogen entstanden und nicht aufgesetzt oder gar deplatziert wirkten. Man konnte streckenweise herzhaft lachen, um an anderer Stelle wieder auf dem Boden der Tatsachen anzugelangen. Die Mischung hat genau gepasst und vor allem der Unterhaltungsfaktor war durchwegs hoch. Es hab keinerlei Längen oder störende Momente. Man konnte genießen und sich gleichzeitig Gedanken machen.

Die spontane und ohne jedwede Vorbereitung getätigte Sichtung war keine Zeitverschwendung. Mit „Toubab“ bot mir Netflix einen kurzweiligen Streifen, der in vielen Bereichen gut funktionierte und niemals die Balance verlor. Die hervorragenden Akteure konnten begeistern und in allen vertrackten Situationen uneingeschränkt abholen. Unterm Strich ein wirklich empfehlenswerter Film mit vielen richtig guten Aussagen – die teils wunderbar-locker verpackt waren und dennoch ihre Wirkung nicht verfehlten.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix/Camino Filmverleih

Operation schwarze Krabbe

Inhalt

Der große Krieg ist fast vorüber und es schaut nicht gut für den Wiederstand aus. Die letzten Reserven werden nun mobilisiert und unter ihnen auch die verzweifelte Mutter und Kämpferin Caroline Edh. Gemeinsam mit ein paar anderen Soldaten soll sie den Feind mit einer waghalsigen Aktion überraschen…

Fazit

Die Dreharbeiten waren sicherlich nicht einfach, doch die Mühen haben sich zumindest optisch gelohnt. Der Film vermittelt dank grandioser und zum Teil beängstigend wirkenden Kulissen eine Endzeitstimmung, wie ich sie schon lange nicht mehr erleben durfte. Dabei wirkte alles rau, kühl, nass und beängstigend glaubhaft. Dazu kamen körnige Bilder und realistisch gemachte Schusswechsel, wie man sie beispielsweise aus Hollywood nur selten erhält.

Noomi Rapace bewies einmal mehr ihre enorme Wandlungsfähigkeit und überzeugte hier quasi in einer Doppelrolle. In Rückblenden als liebevolle Mutter, in der aktuellen Zeit als knallharte Soldatin mit klarem Ziel vor den Augen. Leider kämpfte sie hierbei – wie auch der gut agierende Rest – gegen eine gewöhnungsbedürftige und nicht immer vollends befriedigende Erzählstruktur an.

Die Macher verrieten uns hier nämlich gar nicht, welche Parteien sich überhaupt im Krieg befinden oder um was es bei der ganzen Sache eigentlich geht. Der Zuschauer wird ins kalte Wasser geworfen und stand selbst am Ende noch ziemlich ratlos da. Man muss für sich sortieren, was man gerade gesehen hat und die vielen Eindrücke verarbeiten – sich idealerweise selbst ein Reim auf einige Dinge machen.

Ich möchte nicht spoilern, nur auf diese Umstände hinweisen – denn möglicherweise findet nicht Jeder eine solche Inszenierung gut. Was auf der einen Seite durchaus innovativ wirkte, stellte sich in meinen Augen manchmal selbst ein Bein. Man hätte uns ruhig ein paar zusätzliche Brotkrummen hinwerfen können, denn die gebotenen Elemente ließen fast schon zu viel Interpretationsfreiraum. Das ist okay, aber in seiner präsentierten Form schon leicht verbesserungswürdig.

Mit „Operation schwarze Krabbe“ hat Netflix einen ungewöhnlichen und teils schauerlich schönen Kriegsfilm im Sortiment. Er ließ viele Fragen offen, unterhielt größtenteils dennoch sehr gut. Die frischen Ideen vermag ich zu loben, doch gleichzeitig wieder einiger Punkte auf dem Wertungskonto zu berauben. Untern Strich trotzdem ein guter und innovativer Streifen, der mich eben nicht zu hundertprozentig überzeugen konnte.

7/10

Fotocopyright: Netflix

The Adam Project

Inhalt

2050. Um großes Unglück zu verhindern, reist Adam in die Vergangenheit zurück und landet versehentlich im falschen Jahr. Dort trifft er auf sein jüngeres Ich und versucht gemeinsam mit ihm, die Dinge wieder ins Lot zu bringen…

Fazit

Filme über das Zeitreisen gibt es wie Sand am Meer. Auch der Ansatz mit dem Aufeinandertreffen mit der eigenen Familie ist nicht unbedingt neu und wurde seinerzeit mit „Zurück in die Zukunft“ mehr als perfektioniert. Nun schickt Netflix einen Titel mit ähnlicher Prämisse ins Rennen – und dieser kann trotz einiger netter Ansätze leider nicht vollends überzeugen.

Die Rahmenhandlung ist also nicht neu, was bei entsprechend guter Umsetzung aber locker zu verkraften gewesen wäre. Damit will ich allerdings nicht behaupten, dass „The Adam Project“ schlecht gewesen wäre, vielmehr, dass er gehörig Potential auf der Strecke gelassen hat und in vielen Momenten zu stark auf „Nummer sicher“ gesetzt hat.

Der Film war ordentliche Familienunterhaltung, aber insgesamt arg harmlos und seicht gestrickt. Die schön choreografierten Actionszenen waren optisch ein echter Hingucker, von der Härte hingegen ziemlich lasch. Auch bei den Gags hatte man immer wieder das Gefühl, dass man mehr machen, jedoch weniger umsetzen durfte.

Wie es zu vermuten war, hat man viele Elemente schon einmal gesehen oder konnte deren Ausgang recht einfach vorhersehen. Man versuchte erst gar nicht ein komplexes Konstrukt zu errichten und setzte klar auf Popcorn-Unterhaltung, was immerhin über weite Strecken auch recht gut funktionierte. Man konnte den Kopf ausschalten und sich leichtgängig bespaßen lassen.

Rynolds hat seine Sache gewohnt gut und mit seiner bekannt-sympathischen Art erledigt. Sein jüngeres Ego hat ihn dabei prima ergänzt und für echt witzige Momente gesorgt. Die Chemie der Beiden hat gepasst und hätte auch in anderer Film-Konstellation super funktioniert. Mit Zoe Saldana, Jennifer Garner und Mark Ruffalo konnte man zudem ein paar etablierte Stars für brauchbare Nebenrollen engagieren.

Ich habe es schon oft geschrieben und kann es hier wiederholen. Im Kino hätte man sich sicherlich etwas über die Qualität des von „The Adam Project“ geärgert, doch bei Netflix drückt man ein Auge zu. Man erhält einen soliden Streifen ohne echte Highlights, aber glücklicherweise auch ohne Durchhänger oder Showstopper. Alles nicht wirklich aufregend, immerhin kurzweilig und zuweilen sogar recht spaßig. Ordentliche Hausmannskost und ein prima Snack für Zwischendurch.

7/10

Fotocopyright: Netflix

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