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Tribes of Europa

Inhalt

Die Zukunft. Die Europäische Union ist zerbrochen und die Völker des Kontinents leben wieder in gespaltenen Stämmen und bekriegen sich regelmäßig. Als ein fremder Flugkörper im Wald der „Originals“ abstürzt, sind plötzlich viele Parteien an dem Frack und dessen Ladung interessiert…

Fazit

Nach Hochkarätern wie „Dark“ oder „Barbaren“ war mein Vertrauen in deutsche Produktionen eigentlich fest erstarkt, doch was sich jetzt zuletzt bei „Tribes of Europa“ präsentierte, machte diesen Glauben fast vollends zu Nichte. Während man sich immerhin um eine nette Rahmenhandlung bemüht, zeigt sich bereits nach den ersten Minuten der ersten Episode, wohin die traurige Reise geht.

Hatte man vor Monaten „Barbaren“ noch eine Art von Laientheater vorgeworfen, dann frage ich, was „Tribes“ hier darstellen möchte. Es gab zwar ein paar durchaus bekannte (und geschätzte) Gesichter aus der hiesigen Medienlandschaft, doch deren Auftritt lud meist nur zum Fremdschämen oder bestenfalls zum verzweifelten Lachen ein. Lausige Deutsch-Englisch-Mischmasch-Dialoge und Kostüme aus der Designhölle waren nicht nur unfreiwillig komisch, sondern eine echte Beleidigung für die Sinne des Zuschauers. Selbst die merkwürdige Musikuntermalung war bestenfalls als anstrengend zu bezeichnen und zum Teil völlig unpassend zu den eigentlich ganz nett eingefangenen Bildern.

Die gesamte Serie wirkte billig. Nicht bescheiden-stilvoll, sondern wirklich maßlos billig. Es gab nur wenige extrem karge Settings und gefühlt nur eine Handvoll CGI-Effekte, die zumeist eher klein vom Ausmaß waren und trotz des glanzlosen Restes eher untergingen. Sicherlich bewegen wir uns hier in einer fast völlig zerstörten und deprimierenden Zukunft, doch hier wollte sich beim besten Willen keine stimmige Endzeit-Atomsphäre auftun. Spartanisch okay, aber dann bitteschön alles zumindest in den Köpfen etwas größer wirken lassen und die Fantasie gekonnter anregen.

Die Serie trägt den Namen „Europa“ im Titel und fühlte sich dennoch so klein an. Gefühlt hab es nur einen Wald und drei mickrige Häuschen. Nichts erschien monumental oder zumindest in irgendwelchen gedanklichen Spinnereien auch nur ansatzweise episch. Man erkannte keine Kulissen, man erhielt keinen Überblick über das gesamte Geschehen – und wurde als dank nicht nur mit bescheuerten Clan- sondern auch peinlich-ausgefallenen Städtenamen belohnt. Berlin wollte wohl seinen Namen nicht hergeben…

Versteht mich nicht falsch. Ich habe durchaus ein Faible für Trash und einheimische Werke haben in der Regel schon vor der Sichtung einen kleinen Stein im Brett. „Tribes of Europa“ konnte jedoch in keiner Disziplin glänzen und wirkte mit seinen unverständlichen Designentscheidungen fast schon ein wenig beleidigend. Stellenweise wollte ich mich echt für diese Serie schämen und am liebsten gar nicht an Reaktionen aus dem Ausland denken. Andere liefern hier bei „Netflix“ richtige Knaller ab und wir tischen einen unausgegorenen, schwachen Schrott mit Hang zur Selbstgeißelung auf. Unfassbar schwache Vorstellung. Besonders schade um das Talent von Oliver Masucci – der mein einziger Lichtblick blieb und nicht einmal recht überzeugen konnte.

3/10

Fotocopyright: Netflix

Neues aus der Welt

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Der ehemalige Kriegsveteran Jefferson Kyle Kidd verdient sein Geld, indem er von Stadt zu Stadt reist und dort aus Zeitungen vorliest. Zwar sind die Bürger nicht immer über alle Nachrichten erfreut, doch seine charmante Art gleicht den Inhalt seiner Lesung stets aus und er kommt mit seinem Einkommen halbwegs über die Runden.

Eines Tages läuft ihm ein elternloses Mädchen über den Weg. Die Kommunikation verläuft zunächst sehr schleppend, doch er vermutet, wohin sie gehört und beschließt sie zu ihrer ursprünglichen Siedlung zu bringen. Die Reise durchs halbe Land ist sehr beschwerlich und nicht frei von Gefahren…

Fazit

Ich habe es wahrscheinlich schon oft gesagt, aber es entspricht einfach der Wahrheit. Filme von Tom Hanks gehen eigentlich immer und seit den ersten Informationen zu diesem Titel war die Vorfreude schon ein wenig geweckt. Man wusste, dass auch dieser Streifen nicht im Kino, sondern direkt bei Netflix landet wird und so war der Start am gestrigen Abend schon seit einiger Zeit fest bei mir eingeplant.

Die Grundgeschichte über den reisenden Vorleser war eigentlich ganz sympathisch, aber im Prinzip nicht sonderlich originell. Die teils schon episodenhaft anmutende Handlung bot nicht nur viele altbackende Elemente, sondern leider auch wenig überraschende Wendungen. Man hat das Meiste irgendwo schon einmal gesehen und konnte den Verlauf stets ein wenig erahnen.

Was bei anderen Werken sicherlich fast nach einem K.O.-Kriterium anmutet, macht „Neues aus der Welt“ mit seiner lockeren und unterhaltsamen Art weitestgehend wieder wett. Man stört sich nicht allzu sehr an den bekannten Versatzstücken, sondern freut sich vielmehr auf die recht geschmeidige Verwebung selbiger.

Besonders gut hat mir die Optik gefallen. Alles schaut herrlich altmodisch nach einem klassischen Western aus und erleichtert damit das Abtauchen ungemein. Grelle Farben, viel Staub und ein zuweilen recht rauer Umgangston bringen ordentlich Stimmung und hebt sich vom Rest der geschauten Filme in den letzten Monaten angehem ab.

Seine junge Filmpartnerin stahl Hanks in einigen Szenen fast die Schau, doch insgesamt hat mir das Spiel von Beiden hervorragend gefallen. Sie tragen das Geschehen selbst bei kleineren filmischen Durchhängern und ergänzen sich bis zum bitteren Ende ganz prima. Es macht Spaß den beiden bei ihren Kommunikationsversuchen zuzuschauen und man spürte, wie sehr im die Begleiterin ans Herz wuchs.

„Neues in der Welt“ hat mich weder besonders begeistert, noch irgendwie enttäuscht. Das Gebotene fühlte sich atmosphärisch dicht an, war gut gespielt – war aber leider auch uninspiriert und wenig überraschend erzählt. Der Flow war in Ordnung, das Finale hingegen schon früh erahnbar. Wer eine Schwäche für Western und idealerweise auch für Tom Hanks hat, darf ruhig mal reinschnuppern.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Meine Freunde sind alle tot

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Es war eine Neujahrsparty, die sich alle Teilnehmer sicherlich anders vorgestellt haben. Erst fing alles ganz harmlos an, dann fand ein Pärchen eine Waffe und letztlich geriet alles außer Kontrolle…

Fazit

So überraschend der Titel erschienen ist, so schnell wird er wahrscheinlich auch wieder vergessen sein – doch ich hatte durchaus meine gute Zeit mit dem hier auf Netflix präsentierten Klamauk.

Geschichte und Charakterdesign sind ganz klar ziemlich überzogen und machen auch keinen Hehl daraus. Der Film nimmt sich selbst nicht zu ernst und wartet mit einigen echt lustigen Szenen und derben Sprüchen auf. Das Konzept funktioniert und Kurzweil wird hier echt groß geschrieben.

Die Zufälle und Verkettung waren hierbei erwartungsgemäß arg konstruiert, doch im Gesamtkontext vollends zu verschmerzen. Die Darsteller waren allesamt gut aufgelegt und punkteten durch ihre Individualität. Es wurden viele Charaktere zusammengeworfen und inmitten derber Zoten sogar ein paar sinnvolle Themen oder zumindest ansatzweise interessante Theorien aufgegriffen.

Die Inszenierung war hochwertig und gab keinen Grund zur Klage. Die paar Splatter-Effekte waren nicht zu übertrieben, dafür handwerklich schön gemacht und halbwegs originell ausgedacht. Kleines Highlight war für mich jedoch der Soundtrack. Wummernde Beats haben hervorragend zum Setting gepasst und den Zuschauer immer mal wieder Mitnicken lassen. Schade, dass die mittelprächtige deutsche Synchronisation da nicht ganz mithalten konnte. Unter diesem Manko müssen wohl derzeit einige Produktionen leiden, aber immerhin müssen wir uns nicht mit Untertiteln allein herumschlagen.

„Meine Freunde sind alle tot“ ist ein witziger kleiner Spaß für Zwischendurch und damit ein prima Kandidat für das Streaming-Format. Man kann ihn locker nebenbei wegschauen und findet aufgrund seiner von vornherein eher schlichten Erzählweise eigentlich keine echten Kritikpunkte. Kein Hit, aber ein sympathischer „kann man mal schauen“-Titel.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Outside the Wire

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In naher Zukunft herrscht Krieg in Osteuropa und Amerika steht mit neuer Technologie hilfreich zur Seite. Durch einen fatalen Fehler wird ein Drohnenpilot zu einem Spezialkommando abberufen, welches offenbar eigene Ziele verfolgt…

Fazit

Ich bin froh, dass „Outside the Wire“ (im Rahmen des Abos) kostenfrei auf „Netflix“ lief und keine zusätzlichen Kosten verursachte. Der Streifen ist in vielen Bereichen gar nicht mal so schlecht und dennoch vermochte der Funken einfach nicht überzuspringen.

Die Handlung war nett, mehr aber auch nicht. Das Szenario mit Osteuropa wirkte erwartungsgemäß kühl und eher uninteressant – was durch grundsolide Technik jedoch wieder ein wenig aufgewertet wurde. Die Action sah gut aus und gab sich von der Inszenierung keine Blöße.

So etwas wie Tiefgang hat mir allerdings durchwegs gefehlt. So wurden die Hintergründe des Konfliktes zwar zaghaft im Intro abgefrühstückt, aber ansonsten hat mir eine bessere Verwebung mit dem Rest gefehlt. Haupt- und Randfiguren blieben eher blass und man hatte eher das Gefühl vom simplen Abklappern von Stationen, statt ernsthaftes Eingehen auf bestimmte Charaktere oder Zustände.

Spätestens gen Finale wurden einige gute Ansätze zu Nichte gemacht und der Streifen schadete sich selbst. Man vermutete zwar, dass es so oder so ähnlich mit unseren Recken ablaufen würde, aber sonderlich Originell war es dann eben nicht. Wieder lagen allseits bekannte Motive zu Grunde und am Ende gab man außer lahmen Wort Phrasen und ein bisschen Geballer nicht mehr viel zum Besten.

„Outside the Wire“ ist im Grunde nicht übel und hält trotz etlicher Manko ganz passabel bei Laune. Richtig empfehlen vermag ich ihn allerdings nicht und rate nur zur Sichtung falls einem beispielsweise der Trailer halbwegs zusagt. Geboten wird ein mittelprächtiger Actionfilm, der höchstens beinharte Fans über seine moderate Laufzeit ausreichend zu bespaßen vermag.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Pieces of a Woman

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Bei einer Hausgeburt verliert ein Paar ihr gerade auf die Welt gebrachtes Baby und kann diesen Verlust kaum mehr richtig verarbeiten. Während die Familie Anklage gegenüber der Hebamme erhebt, bricht das junge Glück jeden Tag weiter auseinander…

Fazit

Es gibt Filme, die so richtig den Finger auf Wunden drücken und „Pieces of a Woman“ gehört für mich definitiv in diese Kategorie. Er zeigt nicht nur schonungslos (aber ohne eindeutige Aufnahmen) eine schier endlos lange Geburtsszene, sondern porträtiert Menschen, die Stück für Stück kaputt zu gehen drohen mit einer selten zuvor gezeigten Geduld.

Geduld ist hier das Zauberwort, da der Film auf der einen Seite sehr dialoglastig und auf der anderen Seite wieder sehr wortkarg daher kommt. Stellenweise werden wir minutenlang zu stillen Beobachtern verdonnert und das Geschehen keinerlei Schnitte notwendig zu haben. Das mag sicherlich ein interessanter Erzählstil sein, könnte aber definitiv einige Zuschauer kosten.

Durch seine langwierige Inszenierung bleibt nicht wirklich Platz für großes Storytelling und so passt die Inhaltsangabe schon fast auf einen Bierdeckel. Man geht hier sehr auf die Figuren und deren Charakterentwicklung ein, statt viele Stationen ihres Lebens aufzuzeigen und irgendwie eine komplexe Handlung offenbaren zu wollen.

Am Anfang hatte ich so meine Bedenken wegen Shia LaBeouf, doch um Grunde hat er seine Sache recht solide gemacht. Es hat wohl eher etwas mit den Schlagzeilen in den letzten Wochen auf sich, dass man ihn sich nicht so sehr in dieser Rolle vorstellen mochte, doch nach einer gewissen Zeit war alles in Ordnung. Seine Filmpartnerin Vanessa Kirby überstrahlt sowieso den Rest vom Cast – mit ihrer Schönheit und ihren bis dato unbekannten Talent für gefühlvolle Auftritte. Bislang habe ich sie wesentlich anders kennengelernt.

„Pieces of a Woman“ ist eine anspruchsvolle Angelegenheit, die das Portfolio von Netflix um einen weiteren hochwertigen Film bereichert. Man schaut dieses Teil nicht so nebenher und muss nervlich mit der bodenständigen Thematik umgehen können. Wenn ich ganz ehrlich bin, so ist das Ganze eigentlich nicht so ganz mein Fall – doch die tollen Darsteller und die stillsichere Umsetzung einer solchen Alltagsgeschichte verdienen durchaus Lob. Interessierte schauen mal rein.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Wir können nicht anders

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Das geplante Liebesspiel mit der neuen Flamme gerät für einen jungen Lehrer zum waschechten Alptraum. Er verlässt das gemeine Wohnmobil und wird im angrenzenden Wald fast zum Zeugen einer Einrichtung. Da seine Anwesenheit nicht unbemerkt blieb, beginnt die Hetzjagd…

Fazit

Es ist Anfang Dezember und so langsam geht das Sichten der Weihnachtsfilme los. Bei „Wir können nicht anders“ kommen trotz weihnachtlicher Elemente keine andächtigen Gefühle auf, aber immerhin für ein paar Lacher war das aktuelle Werk vom deutschen Kultregisseur Buck gut.

„Wir können nicht anders“ vereint verschiedene Genres in sich, sticht aber nirgendwo besonders hervor. Die Mischung aus Komödie, Liebesfilm und Actionthriller weißt zwar überall gelungene Momente auf, wirkt aber oft zu oberflächlich und zu wenig mitreißend inszeniert. Seine mangelnde Tiefe sorgt hingegen für seichte Unterhaltung, die sich prima nebenbei wegschauen lässt und im Rahmen des sowieso schon bestehenden Netflix-Abos dann wiederum keinen echten Grund zur Klage gibt.

Die Darsteller harmonierten allesamt perfekt miteinander, hätte jedoch hier und da etwas glaubwürdiger spielen können. So mögen manche Aktionen und vor allem Dialoge von den Machern ja so gewünscht sein, manchmal wirkt das Ganze aber eher wie Improvisationstheater mit merkwürdigem Humor. Besonders stark hingegen die Auftritte von Buck himself, der durch seine Art herrlich zum Schmunzeln anregt und viele Kritikpunkte mit wenigen Sätzen ausmerzt.

Wiedermal weder Fisch, noch Fleisch – aber im Grunde nicht schlecht und irgendwo schon sympathisch. Der neuste Buck ist im Vergleich zwar nur überdurchschnittlich gut, jedoch hatte ich irgendwo schon meinen Spaß. Wer seine bisherigen Filme mag und einfach nur einen seichten deutschen Streifen anschauen möchte, liegt hier nicht vollends verkehrt.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Dolemite Is My Name

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Rudy Ray Moore ist erfolgloser Künstler und hangelt sich von einem Job zum Nächsten. Seine Passion scheint in der Stand-Comedy zu liegen, doch auch hier bleibt die allgemeine Begeisterung eher aus. Erst als er aus Trotz mit knallharten, vulgären und beleidigenden Auftritten beginnt, wächst sein Sympathiefaktor…

Fazit

Wieder einmal ist es „Netflix“ (und natürlich auch Eddy Murphy) zu verdanken, dass man Biografien zu eher unbekannten Personen zu Gemüte führt und wieder um ein paar interessante Fakten bereichert wurde. In gewissen Kreisen schien Rudy Ray Moore nicht nur ein einfacher Künstler, sondern eine echte Inspirationsquelle gewesen zu sein.

Auf meiner Sicht wird der Film dem Andenken an diesen Menschen durchaus gerecht. Wenn der echte Kerl wirklich so durchgeknallt, wie hier präsentiert war, dann ist er garantiert zufrieden. Murphy verkörperte seine Rolle mit Hingabe und schien sichtlich Spaß an der Sache zu haben. Trotz nunmehr gehobenen Alters lässt er es krachen und ballert im Sekundentakt flotte Sprüche raus – die auch ihm auf den Leib geschneidert sein könnten und nicht allein für einen Moore stehen.

Das allgemeine Balancing des Titel ist gelungen. Ruhigere Passagen wechseln sich gekonnt mit etwas hektischeren Momenten ab und die knappen zwei Stunden vergingen jederzeit amüsant. Das ständige Auf und Ab bei den Stationen des Künstlers sorgen nicht nur für eine gewisse Abwechslung, sie halten auch Spannung und Spaßfaktor ganz oben. Natürlich muss man mit der Thematik bzw. dem umhergehenden Humor schon etwas kompatibel sein, sonst langweilt oder nervt das Geschehen möglicherweise auch.

Sicherlich wäre „Dolemite Is My Name“ ohne Murphy nur die halbe Miete. So hat man aber einen passenden Akteur zu einer witzigen Handlung gefunden und das Ergebnis überzeugt. Einen neuen Lieblingsfilm habe ich nicht bekommen, aber einen kleinen Geheimtipp aus dem breiten Sortiment eines gut aufgestellten Streaminganbieters erhalten. Interessierte Abonnenten schauen also mal rein – und merken wahrscheinlich relativ schnell, ob sie mit dem Werk etwas anfangen können.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Hillbilly-Elegie

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Lange war J.D. nicht mehr in der Heimat. Er stammt aus eher einfachen Verhältnissen und hat es trotzdem zum Jura-Studium geschafft. Kurz vor einem wichtigen Vorstellungsgespräch erhält er jedoch eine Hiobsbotschaft und muss kurzerhand zu seiner Mutter reisen. Innerhalb eines Tages kommen unliebsame Erinnerungen aus etlichen Jahren hoch…

Fazit

Das Filmjahr 2020 befindet sich im Endspurt und war bisher eher durchwachsen. Wenn ein Titel mich jedoch mehr als positiv überrascht und nachhaltig beeindruckt hat, dann war es dieses Drama hier. Die Inhaltsangabe von „Hillbilly-Elegie“ mag sich zunächst relativ unspektakulär anhören, doch der Streifen hat es gewaltig in sich.

Die Geschichte orientiert sich an wahren Begebenheiten und ist vielleicht auch deshalb so greifbar. Durch seine genialen Darsteller kann man sich erstklassig in die gezeigten Figuren hineinversetzen und deren Emotionen zutiefst begreifen. Dabei wurde jede noch so kleine Nebenrolle sorgsam besetzt und wirklich JEDER macht seine Arbeit hervorragend. Die Ähnlichkeit zu ihren realen Vorbildern (sind im Abspann zu sehen) ist verblüffend und sorgt im Nachhinein für kleine Schmunzler.

Die Handlung packt bereits nach wenigen Minuten und behält ihren Reiz bis zum durchaus versöhnlichen Ende bei. Das Auf- und Ab der Gefühle schlägt trotz mancher unangenehmer Situation nicht zu sehr auf das Gemüt und kleinere Lichtblicke wecken immer eine gewisse Hoffnung – auch beim Betrachter. Die Lage scheint immer wieder verfahren, doch die tapferen Pfeiler lassen sich nicht unterkriegen.

Ron Howard („A Beautiful Mind“, „Rush“, „Im Herzen der See“) fing das Geschehen mit tollen Bildern und viel Fingerspitzengefühl ein. Die Kamera verstärkt mit wilden Fahrten oder wackeligen Aufnahmen gekonnt die jeweilige Situation und alles ist auf den Punkt abgestimmt. Hier spürt man die erfahrene Hand des Regisseurs, die zudem mit viel Bedacht einen nicht ganz chronologischen Ablauf skizzierte. Der Film springt immer wieder zwischen den Zeiten hin und her und trotzdem verliert man nicht den Überblick. Man begreift immer direkt, an welcher Stelle wir uns befinden und sind sofort wieder auf dem aktuellen Stand der Dinge.

Neben den grandiosen Leistungen von Amy Adams, Glenn Close und Konsorten, möchte ich allerdings auch die Set-Gestalter loben. Zu jeder präsentierten Epoche gibt es nicht nur den passenden Kleidungs- und Schminkstil, sondern auch die passende Ausstattung – was Technik (Spielkonsolen) oder auch Dekoration (Filmposter) betrifft. Die Liebe zum Detail ist unglaublich und wäre im Grunde in dieser Form überhaupt nicht nötig gewesen, um die Identifikation greifbarer zu machen. Einfach bemerkenswert und keineswegs selbstverständlich.

Wieder einmal kann ich mich bei „Netflix“ nur bedanken. „Hillbilly-Elegie“ ist sicherlich keine millionenschwere Actionproduktion – vielmehr ein nachdenkliches Familiendrama mit Herz und Verstand, doch das Anschauen lohnt auf alle Fälle. Es schildert eindringlich das Leben in schwierigen Verhältnissen bzw. die Anstrengungen etwas Besseres aus sich zu machen und dabei fortwährend gegen Vorurteile ankämpfen zu müssen. Hier wurden sämtliche Komponente perfekt aufeinander abgestimmt und das Ergebnis fasziniert in jeder Hinsicht.

Sicherlich kein Film für „mal eben Zwischendurch“, aber ein fulminantes Ereignis, auf das man sich in ruhiger Minute unbedingt einlassen sollte. Howard hat erneut großes Kino abgeliefert und festigt seinen Ruf als Ausnahmetalent mit Gespür für kraftvolle Inszenierung.

9/10

Fotocopyright: Netflix

SpongeBob Schwammkopf: Eine schwammtastische Rettung

Inhalt

Um sich ein für alle Mal an Spongebob zu rächen, liefert der ewige Bösewicht Plankton Schnecke Gary an dem übellaunigen Herrscher aus Atlantic City aus. Dieser benötigt die Kriechtiere, um sich deren Schleim ins Gesicht zu schmieren und hierdurch einen jugendlichen Glanz zu erhalten. Klar, dass sich Spongebob und sein Freund Patrick bald auf den Weg ins sündige Viertel machen…

Fazit

Mit dem Kinostart hat es auch beim aktuellen Spongebob-Film nicht so ganz geklappt, aber Streming-Anbieter Netflix ist glücklicherweise in die Breche gesprungen und bringt uns das Werk bereits ins heimische Wohnzimmer.

Im Großen und Ganzen kann man behaupten, dass „Eine schwammtastische Rettung“ zwar passabel unterhalten hat, insgesamt aber nicht an die Qualität einer guten Serienfolge heran reicht. Es hab einige wirklich gute Gags, aber leider auch ein paar kleinere Längen oder eher unpassende Abschnitte – die man vielleicht lieber durchwegs mit komplett animierten Figuren umgesetzt hätte.

Der ominöse Auftritt von Keanu Reeves gleicht eher kurzen Drogentripps, denn erinnerungswürdigen Momenten – aber sei es drum. Die herrlich gefühlvollen Rückblenden in die Jugend unserer bekannten Protagonisten gleichen solche Patzer wieder aus uns stimmt sehr versöhnlich.

Zu den positiven Aspekten gehört insbesondere auch die Optik, die mit tollen Computeranimationen besticht und dabei nicht den Charme der Handzeichnung verliert. Auf der einen Seite wunderschön minimalistisch, aber der andren Seite dennoch mit vielen kleinen Details, die erst beim zweiten Blick ins Auge fallen. Die Synchro hält weitestgehend bekannte Sprecher parat und zum Glück mussten nur wenige Randfiguren ersetzt werden.

Fans der Serie freuen sich über neues Futter und nehmen „Eine schwammtastische Rettung“ natürlich gerne mit. Der Titel hat ein paar Schwächen, liefert aber durchaus prima Unterhaltung für Zwischendurch und viel mehr muss es bei einem solchen Werk letztlich gar nicht sein.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

His House

Inhalt

Eine nach England geflüchtete Familie wird endlich anerkannt und bekommt ein kleines, heruntergekommenes Häuschen in einem Sozialviertel. Trotz aller Einschränkungen fühlen sie sich glücklich und froh, den harten Weg bis hierhin überstanden zu haben. Leider verfolgt sie irgendetwas und macht ihnen das Leben im neuen Heim zur Hölle…

Fazit

„His House“ ist zuweilen schon ein recht krasser Film. Weniger wegen der relativ vorherschaubaren (und dennoch funktionierenden) Jumpscares, sondern vielmehr wegen seiner dramatischen Hintergrundgeschichte, die sich nach und nach entfaltet und böse Abgründe eröffnet.

So ziemlich das Heftigste sind die Bezüge zur Realität, die durchaus unter die Haut gehen und dem Titel eine neue Ansichtsweise anbringt. Ohne den ganzen Flucht-Background wäre „His House“ wahrscheinlich nichts weiter, als ein durchschnittlicher Grusel von der Stange und somit kaum der Rede wert.

Die eher unbekannten Darsteller machen ihre Sache sehr gut und tragen ihren Teil zur Entfaltung der Geschichte bei. Im Laufe der Handlung betrachtet man sie mit anderen Augen und ist innerlich ein wenig hin- und her gerissen. Man kann sich (soweit überhaupt möglich) einigermaßen in ihre Lage hineinversetzen und wüsste nicht, ob man in bestimmten Situationen ähnlich gehandelt hätte.

Bin ich am Anfang von einem normalen Horrorthriller nach bewährtem Muster ausgegangen, musste ich meine Einschätzung mit der Zeit ein wenig revidieren. „His House“ mag sich von seinen Gruselelementen nicht allzuweit von der Konkurrenz unterscheiden, doch sein dramatischer Hintergrund verändert Vieles. Er mag hierbei nicht unbedingt der sozialkritischste, aber auf jeden Fall ein eigenständiger Film mit hohem Spannungsbogen und hervorragenden Schauspielern sein. Unterm Strich ein gelungener Titel.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

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