Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Schlagwort: Krimi (Seite 1 von 4)

Verlockende Falle

Inhalt

Eine Versicherungsagentin wird auf einen alten Gauner angesetzt. Trotz anfänglicher Vorbehalte kann sie sei Vertrauen gewinnen und ihm zu einem – für beide Parteien – lukrativen Raubzug überreden…

Fazit

Filme wie „Verlockende Falle“ sind für mich in erster Linie „Charakterfilme“, die ich mir eigentlich nur wegen der Hauptdarsteller anschaue und erst im zweiten Moment auf den eigentlichen Inhalt achte. So bot das Geschehene dann auch durchaus einige erwartete Schauwerte, doch filmisch rudert das Treiben deutlich im Mittelfeld.

Die Geschichte war überschaubar und die Wendungen kaum der Rede wert. Man schafft es nur selten beim Zuschauer leichte Zweifel anzuregen und fuhr die meiste Zeit in sicheren Gewässern. Die Affäre zwischen den beiden Hauptfiguren war so unabdingbar wie das Amen in der Kirche und auch sonst wage die Handlung keine gröberen Sprünge.

Das Geschehen lebte von der gelungenen Chemie zwischen Catherine Zeta-Jones und Sean Connery, rückte alles Andere deutlich in den Hintergrund. Man konnte ihnen entspannt von der Couch aus zuschauen und sich in erster Linie an durchaus leicht erotisch angehauchten Momenten erfreuen.

Die Inszenierung gab sich mit hochwertigen Bildern und sehenswerten Schauplätzen keine blöse. Alles lud zum Abtauchen ein und das gelang zum aller größten Teil auch ganz passabel. Natürlich werden immer mal wieder kleinere Unzulänglichkeiten der Handlung – insbesondere kleinere Längen – mit großartigen Aufnahmen kaschiert.

„Verlockende Falle“ ist elegant, unterhaltsam, aber auch belanglos. Ein seichter Film für Zwischendurch, aber sicherlich keine neue Referenz im Heist- oder Romantikgenre. Zeta-Jones und Connery, waren wie immer eine Freude für die Sinne, der Rest eher Standardkost ohne echtem Mut zur Innovation.

6/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

American Gangster

Inhalt

Das Jahr 1968. Während die amerikanischen Truppen im desaströsen Vietnam-Krieg vermehrt den dortigen Drogen erliegen, hält das Gift nun vermehrt Einzug in den Straßen Amerikas. Nach dem Tod seines Mentors, beschließt dessen Assistent Frank Lucas nun selbst ein Imperium aufzubauen. Er nutzt seine Kontakte zur Army und importiert den Stoff direkt aus dem Krisengebiet…

Fazit

Ich hatte zwar schon die HD-DVD, doch als mir die Blu-Ray auf dem Flohmarkt für kleines Geld in die Hände fiel, musste ich erneut zuschlagen. Mit „American Gangster“ schuf Regie-Legende Ridley Scott abermals einen kultverdächtigen Titel, der sich besonders wegen seiner großartigen Akteure im Kopf eingebrannt hat.

Washington und Crowe standen sich hier vielleicht nicht zum ersten Mal gegenüber, doch ihre Leistung überzeugte wie nie zuvor. Sie blühten in ihren jeweiligen Rollen auf und gaben ihren völlig unterschiedlichen Figuren ordentlich Kontur. Dabei half sicherlich, dass die Autoren nicht nur zwei einfache Typen hingestellt – sondern auch eine ordentliche Tiefe um sie gezeichnet haben.

Bei „American Gangster“ hat alles zwei Seiten und vor allem erkauft sich seine geschickte Machart das Verständnis in vielen Bereichen. Frank Lucas ist nicht nur knallharter Dealer, sondern zeigt durch Momente mit seiner Familie auch andere Eigenschaften. Cop Richie Roberts mag in den meisten Situationen der gesetzestreue Cop sein, um dann wiederum auf Partys bei Gangstern abzuhängen und damit gut leben zu können.

Nicht nur durch seine interessanten Figuren, auch durch seinen tollen Flow ergibt sich trotz enormer Überlänge (gerade im Director`s Cut) keine langweilige Minute und der Zuschauer blieb stets am Ball. Scott bewiess erneut sein Talent für ansprechende Erzählweisen und hielt das Tempo stets auf ordentlichem Niveau. Die Bilder waren erneut hochwertig, die Schnitte präzise. Der Soundtrack zeitgemäß und immerzu passend gewählt.

„American Gangster“ definiert das Genre sicherlich nicht neu, doch seine grandiosen Darsteller und seine konsequente Struktur zaubern selbst bei wiederholter Sichtung ein breites Grinsen ins Gesicht. Die teilweise extrem positive Darstellung des Bösewichtes mag vielleicht etwas kontrovers erscheinen, ist aber letztlich Teil des hervorragend gelungenen Gesamtkonzeptes und gibt dem Epos einen gewissen Kick. Unterm Strich ein aufregender und in sich enorm stimmiger Ausflug auf die Straßen von Eighth Avenue.

8,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Verhandlungssache

Inhalt

Der Tod eines Kollegen rückt Danny Roman plötzlich unerwartet ins Visier der Ermittlungen. Angeblich soll der Tote herausgefunden haben, wer sich an den Pensionskassen der Polizei bedient und nun soll Danny als Sündenbock herhalten…

Fazit

Per Zufall ist mir „Verhandlungssache“ mal wieder in die Hände gefallen – und glücklicherweise lag die letzte Sichtung so lange zurück, dass ich die größten Teile seiner Handlung schon wieder völlig vergessen habe und das Geschehen so aufs Neue voll in seinen Bann ziehen konnte.

Von Kevin Spacey kann man ja mittlerweile halten, was man will. Für mich war er immer ein großartiger Darsteller, der sich hier neben einem ebenfalls famosen Jackson auf Augenhöhe messen konnte und ein intensives Spiel ablieferte. Es machte Spaß den beiden Akteuren bei ihren Konversationen zuzuschauen und zu beobachten, wie sich die Dinge wohl entwickeln.

Bei einem Hollywoodfilm war eigentlich schon im Vorfeld klar, dass die Sache wohl einen guten Ausgang haben wird und der zu Unrecht beschuldigte sicherlich einen Freispruch erfährt – doch hier ging es wirklich um die Konstruktion zum abschließen Ergebnis und das haben die Autoren seinerzeit recht geschickt hinbekommen.

Hierdurch, dass sich hier zwei Fronten mit tiefergehenden Kenntnissen gegenüberstanden, war die Vorgehensweise so spannend wie glücklicherweise auch unterhaltsam gestaltet. Man konnte sich dem Verlauf nie so sicher sein und man hat sich selbst Gedanken bezüglich der Täter gemacht.

„Verhandlungssache“ mag mit seinen knappen 2,5 Stunden sicherlich kein Leichtgewicht sein, doch seine enorme Länge wird mit einer packenden Handlung durchwegs unterhaltsam erzählt und die grandiosen Akteure haben einfach Spaß gemacht. Zwar keiner meiner absoluten Favoriten, aber ganz klar großes Thrillerkino mit viel Spannung und hohem Schauwert.

8/10

Fotocopyright: Twentieth Century Fox

Unter Verdacht

Inhalt

England in den 1950igern. Der ehemalige Cop Tony Aaron verdient seinen Lebensunterhalt mit fingierten Ehebetrug, damit seine Klienten problemlos eine Scheidung vollziehen können. Eines Tages jedoch stolpert er bei einem seiner fragwürdigen Einsätze über Leichen und landet daraufhin selbst im Fokus der Ermittlungen seiner ehemaligen Kollegen…

Fazit

Schon oft waren Streaming-Dienste für kleinere Überraschungen gut – und so auch am gestrigen Abend. Diesmal handelte es sich zwar um keinen neuen und erst recht keinen exklusiven Titel, doch ohne Prime wäre diese ältere Perle wohl weiterhin völlig an mir vorbei gegangen. Ich hab nur Liam Neeson erblickt und musste sofort auf die „Play-Taste“ meiner Fernbedienung drücken.

Die Handlung ist so charmant wie unerwartet packend und hatte mich bereits nach wenigen Minuten vollends in ihren Bann gezogen. Der Erzählfluss war unglaublich dicht und hielt durchwegs bei der Stange. Es wurde nie langweilig und der Spannungsbogen stieg kontinuierlich an.

Auch wenn sich auf der Zielgeraden schon vor dem großen Knall eine einleuchtende Auflösung abzeichnete, schmälerte dies nicht den extrem geschmeidigen Verlauf bis dorthin. Selbst nach dem Paukenschlag hielt sich die dichte Atmosphäre und man lieferte uns noch ein paar schöne Augenblicke bis zum finalen Abspann.

Eine weitere große Stärke war die gelungene Zeichnung der Figuren. Man konnte sich selbst der kleinsten Nebenrolle keineswegs sicher sein und wollte Niemanden als Verdächtigen ausgrenzen. Der Kopf würfelte die wildesten Konstellationen zusammen und so hielt sich auch der hohe Unterhaltungswert auf ganzer Linie.

Im letzten Drittel wandelt sich der Krimi zu einem Gerichtsdrama, welches durchaus mit den Größen des Genres mithalten konnte. Hier konnte der Zuschauer herrlich mitfiebern und die verzweifelte Stimmung förmlich inhalieren.

Wie bereits erwähnt, war Liam Neeson unfassbar gut. Manchmal war sein Acting an der Grenze zur Übertreibung, aber unterm Strich war seine Darbietung einfach spitzenmäßig. Auch wenn mir die Geschichte auf den ersten Blick noch wenig imponiert hat, wurde ich innerhalb kürzester Zeit abgeholt und blieb durchgehend konzentriert am Ball. Der „Wiederschau-Wert“ wird wohl eher gering sein, aber für die einmalige Sichtung ist „Unter Verdacht“ großartiges Krimi-Kino der feinsten Sorte!

8/10

Fotocopyright: Columbia Pictures

15 Minutes

Inhalt

Eigentlich wollten sich zwei osteuropäische Gangster in Amerika nur ihren verdienten Anteil an einem Bankraub abholen, doch dann kommt alles anders als geplant. Sie hinterlassen eine Leichenspur quer durch New York und Superermittler Eddie Flemming hat bereits die Fährte aufgenommen…

Fazit

Es gibt Darsteller, die eigentlich immer geschaut werden können und bei mir persönlich fällt De Niro in solch eine Kategorie. Zwar sind seine Filme nicht immer auf Referenzniveau, aber an seinen Auftritten gibt es nur selten etwas zu mäkeln.

Vielleicht liegt es an seiner hohen Altersfreigabe (immerhin ist der Streifen noch ab 18) oder an anderen Dingen, weshalb „15 Minutes“ all die Jahre immer etwas unter dem Radar flog. Wie Eingangs bereits angedeutet, haben wir hier nicht unbedingt ein Meisterwerk vor uns – aber einen mehr als soliden Action-Thriller, der in einigen Momenten sogar richtig stark daher gekommen ist.

Besonders gut gefiel mir seine düstere, dreckige und leicht raue Atmosphäre. Sicherlich mögen seine warmen, gut gefilmten und auf Hochglanz polierten Bilder zunächst eine andere Sprache sprechen, doch viele Momente brachen mit diesem Eindruck. Die beiden Gangster sind wirklich schräge Psychopaten und manch surreale Aktion unterstreicht dies nur. Man geht hier wirklich verächtlich mit Menschenleben um und selbst das erst belächelte Motiv war gar nicht so dumm.

Weniger geschickt jedoch die Betrachtung als Mediensatire an sich. Man zeigte stellenweise echt gelungene Ansätze, doch gerade das viel zu abrupte Finale verspielte zuvor erworbene Gunst. Man schien nach knapp zwei Stunden keinen richtigen Plan mehr zu haben uns brachte die Sache einen Ticken zu überdramatisch zu Ende. Plötzlich wurde das Fernsehen zu einem allzu offensichtlichen Mittäter und die Motivation der Bösewichter irgendwie nicht mehr so klar.

De Niro war gut wie immer und sogar Teil einer krassen Wendung, die ich so nicht unbedingt erwartet hätte – und trotzdem schafft es der Film nicht auf eine Spitzenposition. Mit seinem blöden Ende zog er sich selbst einen Punkt auf dem Wertungskonto ab und hinterließ einen kleinen Nachgeschmack. Ansonsten blieb ein netter und relativ harter Trip durch New York, den man sich durchaus noch einmal geben kann.

7/10

Fotocopyright: STUDIOCANAL

The Saint – Der Mann ohne Namen

Inhalt

Simon Templar ist mit allen Wassern gewaschen und verspricht einem wohlhabenden Geschäftsmann gegen ein hohes Honorar die Formel für eine kalte Fusion zu erbeuten. Dummerweise freundet er sich mit seiner Zielperson an und hinterfragt den Sinn seines Auftrags, bei dem bald beide auf der Abschussliste landen…

Fazit

Manche Filme altern recht gut und einige wirken nach einigen Jahren recht angestaubt – was leider auch bei der 97er Variante von „The Saint“ leider der Fall war. Während Val Kilmer seine Sache grundsätzlich passabel machte, sich Elisabeth Shue als hübsches Beiwerk erweis, hapert es bei Handlung, Erzählfluss und vor allem den Effekten.

Die Geschichte verspricht auf den ersten Blick eine passable Agentenpistole, doch der träge und stellenweise gar wenig packende Verlauf trüben den Gesamteindruck am meisten. Man hat das Gefühl, dass sich relativ wenig Inhalt über knapp zwei Stunden dehnen musste und viele Passagen lediglich der Straffung dienten.

Die Sache mit den wechselnden Masken hatte schon ein Jahr zuvor beim ersten „Mission: Impossible“ prima funktioniert, wirkt hier durch technisches Mittelmaß jedoch nur wie ein müder Abklatsch dessen. Irgendwie schauten die Outfits und Make-Ups des Hauptakteures eher unfreiwillig komisch und gar nicht mal so professionell.

Das Geschehen plätschert über weite Teile vor sich hin und jeder Anflug von Dynamik wird nach kurzer Zeit wieder ausgebremst. Es gab wenig Überraschendes und gerade im Angebracht der Thematik zu wenig Raffiniertes. Es fehlte an ausgeflippten Ideen, bewundernswerten Kniffen oder typischen Gadgets. Zwar erzeugten die unterkühlten Kulissen stellenweise ansprechendes Feeling, doch unterm Strich war das einfach zu wenig.

Während man den Auftakt der legendäre Reihe von Tom Cruise noch immer richtig gut anschaubar ist, habe ich mich bei der Serien-Umsetzung von Simon Templar zuletzt eher gelangweilt und konnte ihm nur noch wenig abgewinnen. Für mich blieb nur noch ein halbgarer, bemühter aber letztlich wenig überzeugender Genrevertreter zurück, doch eine zeitgemäße Neuauflage wäre noch immer zu begrüßen.

5,5/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Der einzige Zeuge

Inhalt

Auf einer Reise wird ein kleiner Junge zufällig der Zeuge eines Mordes und wird einem ermittelten Polizisten zugeteilt, der bald selbst auf der Abschlussliste steht. Gemeinsamen tauchen sie bei der Amisch-Gemeinde ab, welcher der Kleine zugehörig ist…

Fazit

Schon im Jahre 1985 war das Thriller-Genre recht ausgelutscht und mit dem Setting in der Amish-Gemeinde gelang Regisseur Peter Weir ein frischer Anstrich, der weitestgehend solide funktioniert hat.

Aus heutiger Sicht bemängele ich jedoch seine gemächliche, fast schon hypnotische Art – die eindeutig für seine Entstehungszeit sprechen und die 80iger letztlich auch durch seinen Look nicht verleugnen können.

Stellenweise beobachten wir Ford und die Amish-Leute gefühlt minutenlang beim Errichten eines Hauses und wünschen uns etwas mehr Tempo. In dieser Zeit wird dann außerdem bewusst, dass die schmale Handlung locker auf einen Bierdeckel passt und warum die Häscher die richtige Fährte nicht schon weitaus früher aufgenommen hatten.

Abgesehen von diesen Kritikpunkten erwiess sich das Werk als weitestgehend spannend und vor allem sehr atmosphärisch. Sicherlich stoßen besagte Dinge auf, unterm Strich war der Flow gerade noch in Ordnung und man wollte schon wissen, wie die Geschichte letztlich ausgeht. Der eher unaufgeregte Einblick in Welt der Amish war zudem schön gelungen.

Ford hat seine Sache gewohnt gut gemacht, wobei aber insbesondere sein junger Kollege ihm oftmals die Schau stielt. Technisch gab es auch nichts zu bemängeln, wirkt die Produktion durchgehend wie ein Kind seiner Zeit. Optik und Soundkulisse passen zur überwiegend ruhigen Gangart und erfordern eine gewisse innerliche Einstellung zur Thematik – ging mir jedenfalls so.

„Der einzige Zeuge“ war bzw. ist ein grundsolider Thriller, der mit Kniffen um Innovation bemüht war und heute noch als netter Genrevertreter für einen unterhaltsamen Abend sorgt. In meinen Augen ist er kein absolutes Highlight und nicht der beste Titel in Fords endlos langer Filmografie, aber einen gewissen Reiz übt er schon aus.

7/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Sörensen hat Angst

Inhalt

Der stets von Angst geplagte Kommissar Sörensen lässt sich vom hektischen Hamburg in einen kleinen und auf den ersten Blick sehr beschaulichen Vorort versetzten. Statt Friede und Entspannung, wartet jedoch schon gleich am ersten Tag ein brutaler Mordfall auf ihn und sein neues Team…

Fazit

Wo Bjarne Mädel draufsteht, ist auch reichlich Bjarne Mädel drin. Streng genommen ist „Sörensen hat Angst“ nur ein weiterer, netter, fast schon belangloser TV-Krimi – der allerdings unglaublich von seiner sympathischen Hauptfigur profitiert und einige Momente besonders mit seiner allseits beliebten Art extrem aufwertet.

Die Handlung ist schnell erzählt und passt fast schon auf einen Bierdeckel. Aufgrund seiner gemächlichen Erzählweise, der kompakten Laufzeit und der überschaubaren Anzahl an Darstellern ergaben sich keine sonderlich gravierenden Überraschungen, aber das empfand ich nicht als sonderlich schlimm.

Obwohl die Geschichte recht dünn und zuweilen sehr humorvoll daher kommt, steht eine ernstes und gut interpretiertes Motiv hinter dem Ganzen. Der Spagat zwischen lustig und eindringlich ist hierbei erstaunlich geschmeidig gelungen und zeigt selbst die seltsame Wahrnehmung einiger Menschen in Extremsituationen beschaulich auf.

Der Film lebt von seinem eigenwilligen Figurendesign und vor allem einem prima aufgelegten Mädel, der durchwegs in gewohnter Manier daher kam. Er verkörperte den ängstlichen Kommissar mit Hingabe und fast schon seltsamer Glaubwürdigkeit – wobei man seine Mitstreiter nicht außer Acht lassen sollte. Mit ihren Macken ergänzen sie den Hauptdarsteller ziemlich gelungen und animierten nicht selten mit simplen Mitteln zum kräftigen Schmunzeln.

„Sörensen hat Angst“ ist sicherlich kein absoluter Top-Hit, hat seine an ihn und Mädel gestellten Anforderungen jedoch klaglos erfüllt und einen unterhaltsamen Abend bereitet. Der Titel wäre jetzt nichts, was ich brennend empfehlen würde – aber Freunde der Materie bzw. des Schauspielers kommen definitiv auf Ihre Kosten. Man bekommt, was man erwartet – nicht mehr, nicht weniger.

6,5/10

Fotocopyright: ARD

Gutland

Inhalt

Nach einem erfolgreichen Casino-Überfall haben sich Jens und seine Komplizen erst einmal getrennt. Sie wollen warten, bis Gras über die Sache gewachsen ist und so lange nicht großartig in Erscheinung treten. Jens taucht in einem kleinen Örtchen in Luxemburg ab und hält sich als Erntehelfer über Wasser. Niemand weiß von seinem Background und schnell wird der Deutsche in die eigenwillige Gemeinschaft integriert…

Fazit

Vielleicht lag es an der bisher mangelnden Auswertung auf DVD/Blu-Ray, weshalb dieser Streifen vollkommen an mir vorbeigegangen war – denn an mangelnder Qualität kann es sicherlich nicht gelegen haben. Per Zufall bin ich bei Amazon Prime über diesen Titel gestolpert und habe am gestrigen Abend mal die Sichtung vollzogen.

Mit einfachen Worten lässt sich das Gesehene schwierig umschreiben. „Gutland“ vereint mehrere Genres gekonnt miteinander und stellt etwas völlig Eigenständiges dar. Seine unberechenbare Erzählweise erzeugt eine enorm hohe Spannungskurve und seine fast schon hypnotische Art einen tollen Sog.

Die Darsteller – allen voran Frederick Lau und Vicky Krieps – machen ihre Sache ganz ausgezeichnet und luden perfekt zum Identifizieren und Abtauchen ein. Dabei erleben wir Elemente aus Krimi, Thriller, Drama und sogar dem klassischen Heimatfilm. Lange erlaben wir uns an der Arbeit auf dem Land und trotz dieser ruhigen Aufnahmen sorgt eine unbehagliche Grundstimmung dafür, dass wir durchwegs am Ball bleiben.

Durch seine Dialekte und dem Sprachen-Misch-Masch (mit Untertiteln) wirkt das Ganze zudem authentisch und irgendwie bizarr zugleich. Man versteht immer mal wieder, was die schrulligen Einwohner wollen und kann sich dennoch super in die Rolle des Fremde hineinversetzten. Dies hat selten besser funktioniert, als hier – obwohl das Setting schon ungewöhnlich war.

Ganz toll war zudem die Handlung auf mehreren Ebenen, die sich erst mit Geduld und Hirnschmalz nach und nach herauskristallisieren. Der eigentliche Fokus des Geschehens verschiebt sich erst unterschwellig, um dann in voller Breitseite beim Betrachter einzuschlagen – vorausgesetzt, er hat die vielen kleinen Puzzlestücke auch richtig miteinander kombinieren können. Gegen Ende könnte sonst mächtig Verwirrung herrschen. Auch ich musste das Gezeigte nach der Sichtung noch einmal vor geistigem Auge ablaufen lassen.

Fast bis zu seinem genialen Ende wusste ich nicht so recht, was ich von „Gutland“ halten sollte. Die merkwürdige Genremischung hielt trotz vieler „hä?-Momente“ prima bei Laune und immer wenn sich eine Vorahnung einschlich, lenkte das Treiben wieder in eine andere Richtung. Das erinnerte irgendwie an „Twin Peaks“ und sei allen Freunden solcher Werke absolut an Herz gelegt. Schaut diesen Film aber nicht „nebenher“ und schenkt ihm verdiente Aufmerksamkeit – nur so kann er sich richtig entfalten und am Schluss ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

8,5/10

Fotocopyright: Amazon Prime Video

The Little Things

Inhalt

Eine Serie von grausamen Morden an jungen Frauen bringt zwei ungleiche Cops auf die gleiche Spur. Sie arbeiten fortan mehr oder weniger gemeinsam an dem Fall und haben auch irgendwann einen Verdächtigen im Visier. Die Beiden sind sich um seine Schuld recht sicher, doch die offizielle Beweislage ist nicht eindeutig…

Fazit

Allein beim Cast habe ich vor der Sichtung des Trailers schon leichte Schnappatmung bekommen. Denzel Washington, Rami Malek und Jared Leto gemeinsam in einem Film ist schon ziemlich beeindruckend und da ist der Inhalt zunächst fast schon Nebensache. Zwar ist unterm Strich kein allzu schlechtes Ergebnis herausgekommen, doch abseits der großen Namen herrschte etwas Ernüchterung.

Die Story ist an für sich nicht übel und bietet eine gute Ausgangslage für spannende Ermittlungen. Dazu gesellt sich ein zuweilen recht düsterer Look, der fast ein wenig an „Sieben“ erinnerte und das Treiben angemessen unterstreicht. Leider hapert es ein bisschen am Erzählfluss beim dem sich kleinere Längen immer mal wieder in den Vordergrund drängten und sogar bei entscheidenden Momenten Einzug hielten.

Im einen Moment ist das stimmige Treiben noch sehr spannend und interessant, doch im nächsten Augenblick empfand ich so manchen Dialog einen Ticken zu ausufernd. Selbst bei Schlüsselmomenten wirkt dieses Verhältnis nicht ganz ausgewogen und man bringt sich selbst um einen entscheidenden Knall beim Finale. Wirklich schade, da sonst alles gefällig und halbwegs nachvollziehbar konstruiert wurde.

Obwohl die Schauspieler allesamt ihre hohen Erwartungen erfüllten, hat mir besonders bei Leto das letzte Quäntchen Durchgeknalltheit gefehlt. Er gibt den Verdächtigen schon ziemlich gut, doch irgendwie hätte er mit seinen Dialogen und Gestiken noch schräger rüberkommen dürfen – doch vielleicht hatte ich bei ihm nur ein zu starkes Bild vom „Joker“ im Hinterkopf.

Mit knapp über zwei Stunden ist „The Little Things“ eigentlich nicht zu lang, doch mit kompakteren Konversationen und vielleicht ein wenig Action hätte man den Thrill schon aufwerten können. So blieb ein toll besetzter und durchaus solider Titel, der allerdings hinter seinen Möglichkeiten zurück blieb.

7,5/10

Fotocopyright: Warner

« Ältere Beiträge