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Schlagwort: Krimi (Seite 1 von 3)

The Little Things

Inhalt

Eine Serie von grausamen Morden an jungen Frauen bringt zwei ungleiche Cops auf die gleiche Spur. Sie arbeiten fortan mehr oder weniger gemeinsam an dem Fall und haben auch irgendwann einen Verdächtigen im Visier. Die Beiden sind sich um seine Schuld recht sicher, doch die offizielle Beweislage ist nicht eindeutig…

Fazit

Allein beim Cast habe ich vor der Sichtung des Trailers schon leichte Schnappatmung bekommen. Denzel Washington, Rami Malek und Jared Leto gemeinsam in einem Film ist schon ziemlich beeindruckend und da ist der Inhalt zunächst fast schon Nebensache. Zwar ist unterm Strich kein allzu schlechtes Ergebnis herausgekommen, doch abseits der großen Namen herrschte etwas Ernüchterung.

Die Story ist an für sich nicht übel und bietet eine gute Ausgangslage für spannende Ermittlungen. Dazu gesellt sich ein zuweilen recht düsterer Look, der fast ein wenig an „Sieben“ erinnerte und das Treiben angemessen unterstreicht. Leider hapert es ein bisschen am Erzählfluss beim dem sich kleinere Längen immer mal wieder in den Vordergrund drängten und sogar bei entscheidenden Momenten Einzug hielten.

Im einen Moment ist das stimmige Treiben noch sehr spannend und interessant, doch im nächsten Augenblick empfand ich so manchen Dialog einen Ticken zu ausufernd. Selbst bei Schlüsselmomenten wirkt dieses Verhältnis nicht ganz ausgewogen und man bringt sich selbst um einen entscheidenden Knall beim Finale. Wirklich schade, da sonst alles gefällig und halbwegs nachvollziehbar konstruiert wurde.

Obwohl die Schauspieler allesamt ihre hohen Erwartungen erfüllten, hat mir besonders bei Leto das letzte Quäntchen Durchgeknalltheit gefehlt. Er gibt den Verdächtigen schon ziemlich gut, doch irgendwie hätte er mit seinen Dialogen und Gestiken noch schräger rüberkommen dürfen – doch vielleicht hatte ich bei ihm nur ein zu starkes Bild vom „Joker“ im Hinterkopf.

Mit knapp über zwei Stunden ist „The Little Things“ eigentlich nicht zu lang, doch mit kompakteren Konversationen und vielleicht ein wenig Action hätte man den Thrill schon aufwerten können. So blieb ein toll besetzter und durchaus solider Titel, der allerdings hinter seinen Möglichkeiten zurück blieb.

7,5/10

Fotocopyright: Warner

Silk Road

Inhalt

Auf der Suche nach einer lukrativen Einkommensquelle, greift Ross die verrückte Idee eines Freundes auf. Er gründet einen Online-Marktplatz, auf dem mit Drogen gehandelt wird und dessen guter Ruf in der Szene schnell die Runde macht. Ross kassiert in vermeintlicher Anonymität ordentlich Bitcoin-Kohle, doch die Behörden sind dem selbsternannten Genie alsbald auf den Fersen…

Fazit

„Silk Road“ erzählt eine wahre Geschichte, die in heutigen Zeiten nicht gerade unüblich erscheint und durch seine relativ einfache Darstellung komplexer Inhalte auch für Unkundige recht gut verfolgbar und vor allem recht unterhaltsam erscheinen sollte.

Es stellt sich rasch ein netter Erzählfluss ein, der bis zum bitteren Ende an den Schirm fesselt. Zwar nicht unbedingt übertrieben spannend oder mega wendungsreich – aber durchaus so unterhaltsam, dass keine Langweile aufkeimt und man dem Ausgang schon ein wenig entgegenfiebert.

Wie Eingangs erwähnt werden Sachverhalte wie der Handel über das Darknet oder Zahlungsabwicklung via Bitcoin relativ simpel erklärt und geben Unkundigen einen netten Einblick in die Sache. Ich könnte mir zwar gut vorstellen, dass speziell in diesem Bereich letztlich noch ein paar Verständnislücken bleiben, doch zum Verfolgen der Handlung sollten die Ausführungen dennoch genügen.

Besonders gut hat mir das Tempo des Films gefallen. Es gab zwar immer wieder kleinere Szenen am Computer, doch überhand nahmen die eher trockenen Passagen dann glücklicherweise nicht. Sie waren der Handlung genau angemessen und unterbrachen nicht den geschmeidigen Flow. Es gab immer mal wieder Schauplatzwechsel und viele kleine Ausstattungsdetails, die Kennern durchaus ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern. Nerd-Klischees wurden ebenfalls nicht ausschweifend bedient und verärgerten nicht.

Einen packenden Nervenkitzel ala David Fincher sollte man nicht erwarten, eher einen kleinen Thriller, der als Happen für Zwischendurch geeignet ist und nicht zu sehr überfordert. „Silk Road“ lebt von einer zeitgemäßen Prämisse, gut agierenden Darstellern und viel Kurzweil. Mir hat das Werk überraschend gut gefallen und gebe für Interessierte gerne eine klare Empfehlung. Wer es nicht immer düster und blutig mag, liegt genau richtig.

7/10

Fotocopyright: Ascot Elite Filmverleih

Passagier 23 – Verschwunden auf hoher See

Inhalt

Polizeipsychologe Martin Schwartz wird von einer Schriftstellerin auf ein Kreuzfahrtschiff eingeladen. Diese arbeitet gerade an einem neuen Buch, welches sich mit dem Verschwinden von Passagieren auf hoher See beschäftigt. Sie weiß, dass ausgerechnet Frau und Tochter des Gastes vor exakt fünf Jahren an Board des Schiffes verschwunden sind…

Fazit

Bekannterweise schaue ich nicht mehr oft lineares Fernsehen und verbringe meine wertvolle Freizeit lieber mit werbefreieren Medien und angemessener Qualität. Ich habe vor einigen Jahren jedoch das Buch zu „Passagier 23“ gelesen und wollte mir die TV-Adaption (als Aufzeichnung) in ruhiger Minute mal zu Gemüte führen – und genau das tat ich am gestiegen Abend dann auch.

Insgesamt sei gesagt, dass die Umsetzung erwartungsgemäß etwas von der Vorlage abweicht – aber insgesamt recht passabel ausgefallen ist. Die Hauptrolle war mit Lucas Gregorowicz ziemlich cool und passend besetzt, was der Sache einen zusätzlichen Reiz verliehen hat.

Die Handlung war interessant und der Spannungsbogen nett konstruiert worden. Die schönen Bilder an Deck des Kreuzfahrtschiffes standen im schicken Kontrast zu den schlimmen Ereignissen und alles wirkte dabei sehr hochwertig inszeniert. Die Optik hebt sich vom üblichen Soap oder „Tatort“-Niveau ab, wirkt schon wie ein echter Kinofilm.

Ich konnte viele Elemente nicht mehr exakt mit der Vorlage vergleichen, da das Lesen des Buches einfach zu lange her war – doch im Großen und Ganzen habe ich Nichts schmerzlich vermisst. Ein oder zwei Ereignisse (und Schauplätze) sind der Schere zum Opfer gefallen, aber das war zu erwarten und sind für das Gesamtbild auch nicht kriegsentscheidend gewesen.

„Passagier 23“ spricht sicherlich nicht jeden Zuschauer an, doch wer sich mit deutschen Krimis einigermaßen arrangieren kann, erhält einen soliden Vertreter seiner Zunft. Über knapp zwei Stunden hielt das Gebotene recht gut bei Laune, auch wenn am Ende eine wichtige Botschaft der Vorlage nicht ganz so drastisch rüber kam. Das TV-Event war auf Unterhaltung getrimmt und genau dort gab es wenig zu bemängeln und qualifiziert sich als angenehme Kost für Genrefreunde.

7/10

Fotocopyright: RTL

Das Kindermädchen

Inhalt

Anwalt Joachim Vernau steht kurz vor der Heirat in eine renommierte Adelsfamilie und schnuppert schon an den Vorteilen des neuen Lebensabschnitts. Als dann eines Tages eine junge Frau vor der Tür steht und schier unglaubliche Anschuldigungen gegen seine künftigen Schwiegereltern aufstellt, kommt er ins Grübeln. Er nimmt sich der Sache an und stößt selbst bei seiner Zukünftigen auf taube Ohren…


Fazit

So richtig überzeugt bin ich von der „Vernau“-Reihe zwar noch immer nicht, doch ich habe mittlerweile ein paar Teile geschaut und fühlte mich stets passabel unterhalten. „Das Kindermädchen“ mag auch insgesamt kein unbedingter Pflichttitel sein, passte aber genau in die angepeilte Sparte und ließ sich gut wegschauen.

Liefers gab hier sein Debüt als aufstrebender Anwalt und machte dabei eine überzeugende Figur. Er verkörpert seine Rolle mit Hingabe, Witz und Charme – und trägt somit die ganze Produktion. Manchmal dachte man, dass er etwas besser hätte durchgreifen können, doch ansonsten kommt man hervorragend mit seiner hier präsentierten Rolle zurecht und fühlt sich gut unterhalten.

Die Geschichte ist vergleichsweise bodenständig und spricht ein allgemein unangenehmes Thema doch recht locker an. Nichts wirkt zu anklagend, aber auch nicht zu sehr verharmlost. Die Mischung ist so gut, wie halbwegs spannend und hinterließ am Ende einen passablen Eindruck. „Happy End“ natürlich inklusive.

Ich weiß nicht genau, ob es am Konzept der Reihe liegt – oder weil ich die Episoden im Moment völlig durcheinander aus der Mediathek anschaue, aber manchmal fühle ich mich ein wenig verwirrt. Gefühlt in jeder Folge hat Vernau eine andere Frau, Freundin oder Verlobte – etliche Affären nicht mitgerechnet. Außerdem scheinen manche Randpersönlichkeiten etwas zu variieren, was die Orientierung kurzzeitig leicht beeinträchtigt. Da hier allerdings auch wieder eine abgeschlossene Handlung vorliegt, ist dies nicht weiter tragisch und kein „Showstopper“. Man muss sich einfach drauf einlassen.

Liefers ist ein cooler Typ und „Das Kindermädchen“ unterm Strich ein mehr als solider Auftakt einer sehenswerten TV-Reihe. Das Gezeigte präsentierte ein strittiges Thema auf unterhaltsame Art und geht so insgesamt vollkommen in Ordnung. Nichts wofür ich (abgesehen von meinen Gebühren) extra Geld ausgeben würde, aber zum Streamen (oder im Live-Fernsehen) absolut machbar.

6/10

Fotocopyright: ZDF

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* externer Link, keine Gewähr!

Der Mann ohne Schatten

Inhalt

Was zunächst nach einem relativ leichten Auftrag klingt, entwickelt sich rasch zu einer komplexeren Angelegenheit. Anwalt Joachim Vernau soll auf Kuba einen abgetauchten Mann ausfindig machen und für dessen Schwester eine Unterschrift zum Verkauf des gemeinsamen Elternhauses eintreiben. Jedoch scheint die dort gefundene Person nicht der echte Bruder zu sein…

Fazit

Requiem für einen Freund“ hat mich mit der Reihe etwas angefixt und so habe ich mich ein wenig in der Mediathek umgeschaut und diesen Teil ausfindig gemacht. An „Requiem“ kam man insgesamt zwar nicht ganz heran, doch lieferte solide TV-Unterhaltung mit teils wunderschönen, exotischen Bildern ab.

Es war klar, dass sich die Geschichte weitaus komplexer entwickelt, als es zunächst den Anschein macht und der Zuschauer nur auf die ersten Auffälligkeiten wartet. Die Zusammenhänge an sich mögen dann auf den ersten Blick recht ungewöhnlich, doch bei genauerer Betrachtung gar nicht so abwegig erscheinen. Mit kleineren Rückblenden und fortschreitender Spielzeit werden die Brocken immer besser erläutert und am Ende ergab sich ein relativ rundes Bild.

Bei den Schauplätzen ging es zwischen Deutschland und Kuba hin und her, doch überwiegend gab es träumerische Aufnahmen von der Insel. Dies verlieh dem ganzen nicht nur einen Bezug zum Thema rund um die ehemalige DDR, sondern verstärkte den Agenten-Charakter der ganzen Sache. So erscheinen manche Nebenfiguren auch nicht mehr zu sehr aus der Luft gegriffen, sondern halbwegs hinnehmbar begründet.

Während Liefers natürlich wieder im Fokus stand und das Geschehen mit seiner sympathischen Art über weite Teile von ganz allein trug, gefielen auch seine durchaus prominenten Mitstreiter. Henry Hübchen hat perfekt in die Rolle des mysteriösen Fremden gepasst und Alina Levshin („Kriegerin“) gab eine prima Randfigur ab – die zunächst nicht minder geheimnisvoll erschien.

Ganz realistisch betrachtet, ist „Der Mann ohne Schatten“ kein wirklich konkurrenzfähiger Spielfilm, aber für eine seichte TV-Unterhaltung reicht es allemal. Die Story war nett, die Figuren erfrischend und der Unterhaltungswert gegeben. Wer solche Filme mag kommt also definitiv auf seine Kosten.

6,5/10

Fotocopyright: ZDF

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* externer Link, keine Gewähr!

Tatort: Hetzjagd

Inhalt

Während einer Fahrzeugkontrolle wird eine Polizistin erschossen und der Täter in Gewahrsam genommen. Man wirft ihm einen weiteren Mord am Morgen des gleichen Tages vor, doch der Beschuldige weißt vehement alle Vorwürfe diesbezüglich von sich…

Fazit

Als regelmäßiger Tatort-Zuschauer würde ich mich nicht betrachten, jedoch zappe ich nach einigen Berichten im Vorfeld aus Interesse immer mal wieder rein. Die Stimmen zu „Hetzjagd“ waren insgesamt eher negativ und nun wollte ich mir spontan mal ein eigenes Urteil erlauben. Diesmal haben „Spiegel“ und Co. das Machwerk allerdings zurecht in der Luft zerrissen, denn es krankte an allen Ecken und Enden gewaltig…

Während die Grundgeschichte nicht mal unbedingt so schlecht erschien, patzt die Umsetzung alle paar Meter und die Auflösung war viel zu hanebüchen. Man hätte so viel aus dem Thema zaubern können, doch am Ende rangierte alles wieder auf Daily-Soap-Niveau und war somit nicht wirklich ernst zu nehmen.

Die Dialoge waren stellenweise zum fremdschämen und manche Akzente gingen gar nicht. Nicht nur, dass man einige Personen überhaupt nicht verstanden hat, auch weil es irgendwie ein wenig unrealistisch erschien. Ich denke vor allem im Dienst (Funk) sollte man sich sprachlich etwas arrangieren und nicht noch gekünstelt und um aller Sympathie willen einen Dialekt einbauen.

Ebenso daneben die musikalische Begleitung. „Song 2“ beispielsweise ist ein genialer Song, doch im gezeigten Kontext direkt zu Beginn schonmal völlig fehl am Platz und eine denkbar schlechte Einleitung für das Kommende. Überhaupt haben für das Setting szenetypische Symbole gefehlt – wobei dies wohl auch nach hinten losgegangen wäre, egal auf welcher Seite.

Wiedermal regieren die Zufälle und trotzdem wird das Geschehen ab einem gewissen Punkt sehr vorhersehbar und schafft es einfach nicht mehr, den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken. Schon früh ist alles klar – und besser macht es die Handlung im Gesamten auch nicht. Man greift sich höchstens an den Kopf und denkt sich einfach seinen Teil. Warum haben die Autoren die Figuren so zusammengeworfen und musste es zu so einem billigen Showdown kommen?

Egal ob gut oder schlecht – der Tatort hat seine Stammzuschauer und die nehmen die hier besprochene Episode sowieso blindlings mit und die Quote passt. Als Gelegenheits-Schauer bot sich ein eher trauriges Bild mit vielen vergebenen Chancen und blöden Nachgeschmack. Angefangen bei einer schlecht gescripteten Handlung über Laiendarsteller mit Sprachproblemen und ernüchterndem Ausgang ohne Nachwirkung. „Hetzjagd“ war bestenfalls ein schwacher Standard-TV-Krimi, der sich leider nicht unbedingt lohnt.

3,5/10

Fotocopyright: ARD

Die Toten vom Bodensee: Der Wegspuk

Inhalt

In einer verlassenen Villa wird eine Leiche gefunden und der offenkundig tatverdächtige wendet sich sofort an seine Anwältin, um alle Vorwürfe direkt zu entkräften. Die Beweise sind erdrückend, doch irgendwas scheint an dem Fall nicht zu passen…

Fazit

„Der Wegspuk“ ist nur Einer von mittlerweile vielen angehäuften Titeln aus diversen Mediatheken und gestern Abend eigentlich nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden. Ich kannte die gesamte „Die Toten vom Bodensee“-Reihe bisher nur aus der Werbung und dies war dann endlich mein erster Einblick darin.

Die Machart entspricht einem typischen TV-Krimi und wartet mit charismatischen Hauptfiguren (Nora Waldstätten und Micha Oberländer) auf. Die Story ist nicht weltbewegend, aber ganz okay. Man weiß natürlich sofort, dass alles weitaus komplexer als auf den ersten Blick sein muss und wird diesbezüglich auch nicht enttäuscht.

Natürlich fehlten mir ein wenig die Vorkenntnisse und somit das bessere Verständnis für die Charaktere und deren Werdegänge, doch man gab sich für Neueinsteiger relativ bemüht. So wurden Hintergründe noch einmal kurz zusammengefasst bzw. so verständlich in Dialoge verwoben, dass man einigermaßen gut folgen konnte und nicht ganz im Regen stand.

Während das Setting durchaus gefällig und die Figuren vom Design in Ordnung waren, so belanglos der Verlauf. Man wurde nicht unbedingt schlecht, aber leider auch nicht sonderlich aufregend bei der Stange gehalten und wollte gar nicht so recht mit rätseln. Die Handlung plätscherte vor sich hin und das leicht verworrene Ende rüttelte nicht mehr wach. Alles lief nach bewährtem Muster und nach 90 Minuten war der Fall gegessen.

Wer gerne mal einen Fernsehfilm schaut und dabei nicht unbedingt die größte Hochspannung erwartet, dürfte trotz eher unspektakulärer Machart mit diesem Werk weitestgehend zufrieden sein. „Der Wegspuk“ hält durchaus bei Laune, doch eine echte Anschaupflicht besteht sicherlich nicht.

5,5/10

Fotocopyright: ZDF

Link zur Mediathek*: [Klick]

*externer Link, keine Haftung

Red Corner – Labyrinth ohne Ausweg

Inhalt

Seine Geschäftsreise nach China hat sich Jack sicherlich anders vorgestellt. Am Morgen erwacht er in seinem Hotelzimmer neben einer Leiche und die Polizei ist sofort am Ort des Geschehens. Ohne sich groß zu verteidigen landet er hinter Gittern und wird innerhalb kürzester Zeit angeklagt. Nun geht es um Leben und Tod…

Fazit

Bei „Red Corner“ handelt es sich wieder um einen Titel, dessen letzte Sichtung so viele Jahre zurückliegt und die Erinnerung daran stark verblasst ist. Nun habe ich das gute Stück für mich quasi neu entdeckt und bin gemischter Gefühle.

Auf der einen Seite haben wir einen soliden Gerichtsfilm, der mit ein paar kleineren und nicht sonderlich unrealistischen Actionenszenen ordentlich garniert wurde. Man konnte sich gut in die Rolle der Hauptfigur hineinversetzen und seine Lage schmerzlich nachvollziehen. Gere spielt dabei heraussagend und zeigt, warum er zum besten und beliebtesten seines Faches gehört.

Bei so viel Licht gab es allerdings auch etwa Schatten, der hier in Form von kleineren Längen immer wieder auf die Bremse tritt. Man verlor zwar nie vollends das Interesse (dafür war der Rahmen zu spannend), doch immer mal wieder wollte man kurz vorspulen. Dazu kommen viele Dialoge auf chinesisch, die das Lesen von Untertiteln erforderten und so nicht zur allgemeinen Kurzweil beitrugen.

Mit einem Ticken mehr an Kurzweil wäre eine weitaus höhere Bewertung drin gewesen. So bleibt „Red Corner“ zwar ein sehenswerter, aber nicht immer spaßiger Thriller mit beklemmendem Szenario und einigermaßen glaubwürdigem Verlauf. Für Fans von Gere sowieso schon lange Pflicht, für alle anderen ein solider Genrevertreter.

7/10

Fotocopyright: Studio Hamburg Enterprises GmbH

Die Schlange – Killer vs. Killer

Inhalt

Die Polizei findet mehrere Leichen und kann diese dank Spezialkräften schnell identifizieren. Scheinbar ist mit diesem Attentat ein Drogenkrieg nach Europa übergeschwappt und der Verantwortliche noch auf der Flucht. Jetzt stellt sich die Frage, wer ihn zuerst findet…

Fazit

Sperrige Filme sind nicht immer schlecht, doch bei „Killer vs. Killer“ habe ich den Zugang einfach nicht gefunden. Der Zuschauer wird direkt ins kalte Wasser geworfen und hat von der Handlung an sich zunächst keinen Schimmer. Man klebt an den Lippen der Leichenbetrachter, um überhaupt zu erfahren, wer die Opfer waren und was die möglichen Motive – des zu Beginn nicht näher erklärten – Killers seien könnten.

Während bei anderen Titeln eine solche Herangehensweise durchaus lohnt, bin ich trotz schrittweiser Auflösung der Umstände kaum so richtig mit dem Gezeigten warm geworden. Die Geschichte plätscherte trotz angenehm düsterer Stimmung vor sich hin und den Hauptfiguren wollte man allesamt nicht über den Weg trauen.

Es fiel schwer, sich für eine Seite zu entscheiden – da alle Parteien eher befremdlich rüberkamen und wenig Raum zur Identifikation ließen. Die Darsteller machten ihre Sache zwar allesamt sehr gut, konnten aber an diesem Fakt einfach nichts ändern. Dies ist insofern schade, da sich so das mögliche Ende bereits im Vorfeld etwas egalisiert und keine großen Emotionen mehr zu wecken weiß.

Nach anfänglicher Verwirrung pendelt sich das Erzählfluss dann irgendwann auf einem soliden Niveau ein – ohne dabei sonderlich hervorzustechen. Es gab ein paar richtige Actionszenen und die schöne Optik überzeugte hierbei zusätzlich. Die Atmosphäre ist jederzeit rau und geheimnisvoll, was in diesem Falle eindeutig für die Macher sprach.

Ich mag europäische Filme und hatte aufgrund seiner Herkunft keinerlei Vorbehalte und mich sogar ein wenig auf die Sichtung gefreut. Auf Seiten der Technik und Akteure war auch alles in Ordnung, nur die Geschichte vermochte mich nicht abzuholen und so komme ich über ein bestenfalls überdurchschnittliches Fazit nicht hinaus.

6/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Resurrection – Die Auferstehung

Inhalt

Nachdem die Polizei erste Leichen mit abgetrennten Gliedmaßen findet, wird schnell klar, was der Täter damit vorhaben könnte. Detective Prudhomme und seinem Partner geht die Angelegenheit sichtlich an die Nieren, doch sie müssen den Täter überführen, bevor er seine grausame Liste abgearbeitet hat…

Fazit

Mit dem grandiosen „Sieben“ hatte David Fincher einige Jahre vor diesem Titel eine echte Messlatte geschaffen, an der sich mancher Konkurrenz die Zähne ausgebissen hat. „Resurrection“ schlug grob gesagt ebenso in diese Kerbe, hat aber irgendwie genügend Eigenständigkeit mitgebracht und war grundsätzlich gar nicht mal so schlecht. Am gestiegen Abend habe ich die DVD nach langer Zeit mal wieder im Player gehabt und wurde trotz vieler Parallelen zum vermeintlichen Vorbild doch wieder recht gut unterhalten.

Ich rechne diesem Werk hoch an, dass er viele seiner Karten recht schnell auf den Tisch legt und den Zuschauer nicht allzu lang mit seiner durchschaubaren Prämisse beglückt. Auch ist der Flow recht gut, da es immer wieder zügig zur nächsten Leiche geht und mit der eingestreuten Detektivarbeit nicht zu viel Tempo herausgenommen wird.

Lambert wirkt manchmal etwas blass, aber das sind wir von ihm gewohnt und insgesamt geht seine Leistung hier vollkommen in Ordnung. Der nimmt ihm den gebrochenen Familienvater jederzeit ab und kann sich gut in seine Lage hinein denken.

Der Film lebt größtenteils von seiner düsteren Stimmung und die wird auch bis zum bitteren Ende jederzeit beibehalten. Die Aufnahmen sind überwiegend düster, verkommen aber nicht zu einem Tappen im Dunkeln. Man erkennt genügend Details und die Dunkelheit schlägt nicht zu sehr aufs Gemüt. Der Härtegrad ist der Freigabe entsprechend und präsentiert uns nicht übertriebene Gewaltdarstellung oder Gedärm. Alles in etwa auf dem Niveau von „Sieben“.

An die vermeintliche Inspirationsquelle reicht dieser Titel nicht heran, doch unterm Strich ist „Resurrection“ ein äußerst unterhaltsamer Genrevertreter mit ansprechendem Plot. Vielleicht hätte man aus der Thematik noch etwas mehr herausholen oder seinen Bösewicht charismatischer ausbauen können, aber letztlich kann man mit diesem Ergebnis zufrieden sein. Ein atmosphärischer kleiner Film, der für Zwischendurch vollkommen in Ordnung geht und keineswegs angestaubt wirkt.

7/10

Fotocopyright: Kinowelt

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