Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Schlagwort: Krimi (Seite 1 von 3)

Resurrection – Die Auferstehung

Inhalt

Nachdem die Polizei erste Leichen mit abgetrennten Gliedmaßen findet, wird schnell klar, was der Täter damit vorhaben könnte. Detective Prudhomme und seinem Partner geht die Angelegenheit sichtlich an die Nieren, doch sie müssen den Täter überführen, bevor er seine grausame Liste abgearbeitet hat…

Fazit

Mit dem grandiosen „Sieben“ hatte David Fincher einige Jahre vor diesem Titel eine echte Messlatte geschaffen, an der sich mancher Konkurrenz die Zähne ausgebissen hat. „Resurrection“ schlug grob gesagt ebenso in diese Kerbe, hat aber irgendwie genügend Eigenständigkeit mitgebracht und war grundsätzlich gar nicht mal so schlecht. Am gestiegen Abend habe ich die DVD nach langer Zeit mal wieder im Player gehabt und wurde trotz vieler Parallelen zum vermeintlichen Vorbild doch wieder recht gut unterhalten.

Ich rechne diesem Werk hoch an, dass er viele seiner Karten recht schnell auf den Tisch legt und den Zuschauer nicht allzu lang mit seiner durchschaubaren Prämisse beglückt. Auch ist der Flow recht gut, da es immer wieder zügig zur nächsten Leiche geht und mit der eingestreuten Detektivarbeit nicht zu viel Tempo herausgenommen wird.

Lambert wirkt manchmal etwas blass, aber das sind wir von ihm gewohnt und insgesamt geht seine Leistung hier vollkommen in Ordnung. Der nimmt ihm den gebrochenen Familienvater jederzeit ab und kann sich gut in seine Lage hinein denken.

Der Film lebt größtenteils von seiner düsteren Stimmung und die wird auch bis zum bitteren Ende jederzeit beibehalten. Die Aufnahmen sind überwiegend düster, verkommen aber nicht zu einem Tappen im Dunkeln. Man erkennt genügend Details und die Dunkelheit schlägt nicht zu sehr aufs Gemüt. Der Härtegrad ist der Freigabe entsprechend und präsentiert uns nicht übertriebene Gewaltdarstellung oder Gedärm. Alles in etwa auf dem Niveau von „Sieben“.

An die vermeintliche Inspirationsquelle reicht dieser Titel nicht heran, doch unterm Strich ist „Resurrection“ ein äußerst unterhaltsamer Genrevertreter mit ansprechendem Plot. Vielleicht hätte man aus der Thematik noch etwas mehr herausholen oder seinen Bösewicht charismatischer ausbauen können, aber letztlich kann man mit diesem Ergebnis zufrieden sein. Ein atmosphärischer kleiner Film, der für Zwischendurch vollkommen in Ordnung geht und keineswegs angestaubt wirkt.

7/10

Fotocopyright: Kinowelt

Requiem für einen Freund

Inhalt

Rechtsanwalt Joachim Vernau ist immer knapp bei Kasse und als wäre dies nicht genug, findet ein Mordfall in den bescheidenen Räumlichkeiten seiner Kanzlei statt. Bei diesem Attentat ging es anscheinend um einen harmlosen Bewirtungsbeleg, der als ein Alibi für eine weitaus größere Angelegenheit gilt…

Fazit

Dank Streaming-Anbietern und umfangreicher Sammlung, schaue ich nur noch äußerst selten Filme im normalen Fernsehen. Am gestrigen Abend jedoch konnte ich mich für keinen Titel aus dem Bestand entscheiden und habe spontan zum aktuellen Tagestipp („TV Movie“) eingeschaltet – was sich als keine schlechte Entscheidung erwiess.

Der Streifen bot eine nette Story, die nicht bereits nach wenigen Minuten durchschaut wurde und mit einigen angenehmen Wendungen immer wieder bei der Stange hielt. Der Verlauf war kurzweilig und die Inszenierung technisch einwandfrei. Natürlich reden wir hier immer noch von einem Fernsehfilm, aber selbst im Vergleich mit deutschen Kinofilmen konnte man prima mithalten.

Die Darsteller – allen voran Jan Josef Liefers – machten nicht nur einen sympathischen Eindruck, sondern spielten im gegebenen Rahmen sehr annehmbar. Von seinem unfreiwilligen Filmpartner Kida Khodr Ramadan hätte ich gerne noch etwas mehr gesehen, aber immerhin steht hier ja Anwalt Vernau im Vordergrund und dann war das okay so.

„Requiem für einen Freund“ ist solide Unterhaltung ohne Schnörkel oder Längen. Die Geschichte war recht ausgefeilt und die Akteure allesamt gut aufgelegt. Mit einem großen Blockbuster konnte man – gerade Actiontechnisch – nicht mithalten, aber das war hier auch nie verlangt. Ich werde die Reihe auf jeden Fall mal im Auge behalten und gerne nochmal reinzappen oder die Mediathek des Senders bemühen – schließlich zahle ich ja auch Gebühren für solche Produktionen.

7/10

Fotocopyright: ZDF

Stream in der ZDF Mediathek*: (Klick)

*externer Link: keine Verantwortung für Inhalte bzw. Verfügbarkeit des Streams.

Wasabi – Ein Bulle in Japan

Inhalt

Der französische Polizist Fiorentini ist nicht gerade für eine zimperliche Gangart bekannt und wird deshalb vorübergehend vom Dienst suspendiert. Da kommt für ihn ein Ausflug nach Japan gerade recht, denn er soll dort das unerwartete Erbe einer alten Geliebten im Empfang nehmen…

Fazit

Es gab eigentlich keinen triftigen Grund, warum ich mir vorhin ausgerechnet „Wasabi“ zur Sichtung ausgewählt hab. Ich bin am Filmregal vorbei und habe spontan die Scheibe ins Auge gefasst und ohne großartige Überlegung in den Player geworfen. Die letzte Sichtung war so lange her, dass die Erinnerungen ziemlich verblichen waren und ehrlich gesagt habe ich nur lockere Unterhaltung erhofft – und zum Glück auch wieder bekommen.

So ingesamt ist „Wasabi“ ein grundsolider Action-Klamauk, der wenig falsch macht und mit einer kompakten Laufzeit von rund 90 Minuten auch nicht zu lang ausgefallen ist. Das Tempo ist durchwegs hoch und Reno kam in Höchstform daher. Am Anfang musste ich mich noch ein wenig an den eigenwilligen Humor gewöhnen, doch im Laufe der Handlung hat man die flachen Gags zum Glück etwas zurück gefahren und nur vereinzelt besser ausgearbeitet eingeflochten.

Japan hat sich als das ideale Setting für den Film herausgestellt, obwohl man hier weit weniger als manch Konkurrent auf die Kulturunterschiede an sich eingeht und einfach den lockeren Unterhaltungswert in den Vordergrund stellt. So wird der Eindruck vom fremdem Land zwar abgeschwächt, trotzdem ist ein angenehm anderer Grundton zugegen. Ich hätte es langweilig gefunden, einen Reno wieder in französischen Kulissen zu erblicken – denn so hätte etwas exotisches gefehlt, obwohl dieser Aspekt hier gar nicht so drastisch ausgearbeitet wurde.

Auch dieser Film ist bereits vor etlichen Jahren „Opfer“ einer Heftbeilagen-Auswertungen geworden, doch mindert dies noch heute nichts an seiner Qualität. „Wasabi – Ein Bulle in Japan“ ist ein munterer Action-Spaß mit gut aufgelegten Darstellern und kurzweiligem Verlauf. Nichts sonderlich Tiefgründiges – aber das muss es ja nicht immer sein. Mit Auftritten wie diesen werde ich einen Jean Reno auch immer in Erinnerung behalten und wissen, warum er auch international zur absoluten Elite gehört – man muss neben ernsten Rollen auch mal solch einen humorigen Typen verkörpern.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

Das Imperium der Wölfe

Inhalt

Die Polizei ermittelt in den Mordfällen von drei jungen Frauen in einem türkischen Teil von Paris. Alle Damen weißen optisch eine gewisse Ähnlichkeit auf, doch stehen scheinbar nicht direkt in Verbindung. Die Ermittler vermuten, dass der Täter sein tatsächliches Opfer noch nicht gefunden hat und die Serie weitergeht…

Fazit

Die letzte Sichtung vom „Imperium der Wölfe“ liegt schon etliche Jahre zurück und die Erinnerungen daran waren schwach. Ich habe das DVD-Steelbook seinerzeit mal günstig in der Videothek mitgenommen und weiß nur noch, dass ich trotz Jean Reno etwas enttäuscht vom Gebotenen war. Nun hat „Netflix“ das gute Stück ins Sortiment aufgenommen und ich wollte mir noch einmal ein Urteil darüber bilden.

In seinen starken Momenten erinnert das Werk durchaus an Streifen wie „Die purpurnen Flüsse“, ohne jedoch jemals dessen annähernde Perfektion zu erreichen. Die düsteren Bilder, die unheimliche Grundstimmung und die im Grunde tollen Darsteller werden immer wieder durch Längen in der Inszenierung ausgebremst und können ihr Potential nicht vollends entfachen.

Die Handlung flacht immer mal wieder ins Uninteressante ab, um an anderer Stelle plötzlich doch wieder anzuziehen. Dieses Auf und Ab war in meinen Augen leider nicht allzu sehr geglückt und insgesamt zu unstetig. Da können selbst die ernsten Hintergründe und manch authentische Darstellung die Kohlen auch nicht mehr ganz aus dem Feuer holen.

Immerhin überzeugte die Inszenierung auf ganzer Linie. Die überwiegend dunklen Bilder hatten etwas atmosphärisches und drückten stellenweise aufs Gemüt. Dies meine ich allerdings nicht negativ, sondern absolut im positiven Sinne. Man fühlt die trostlose Situation, das angeschlagene Wesen der Protagonisten und die ständige Bedrohungslage.

Jean Reno hat seine Sache gewohnt gut gemacht, wobei er für meinen Geschmack ruhig ein wenig ins Geschehen hätte eingreifen dürfen. So vergeht schon eine gewisse Zeit, bis er seinem bemühten, aber sichtlich überforderten Kollegen zur Seite stand. Gut gefiel der Bösewicht, der hier in einer real existierenden Organisation stets über Allem schwebte und mit einem Hauch von Mysteriösen behaftet war. Der Widersacher war nur bedingt greifbar und trotzdem überall zugegen.

Optisch auf jeden Fall ne Hausnummer, doch inhaltlich leider nicht so gut wie manch Vertreter aus dem eigenem Lande. „Das Imperium der Wölfe“ verwässert seinen soliden Plot mit leichten Längen und hätte entweder dichter oder kürzer erzählt werden müssen. Das Ergebnis ist zwar nicht schlecht, aber wahrscheinlich wäre Mehr drin gewesen.

6,5/10

Fotocopyright: LEONINE

Quick – Die Erschaffung eines Serienkillers

Inhalt

Reporter Quick erhält einen ungewöhnlichen Anruf. Der Typ an der anderen Leitung behauptet ein Serienkiller zu sein und dass ein Anderer für diese Taten seit nunmehr 25 Jahren unschuldig im Gefängnis einsitzt. Dies lässt dem Journalist keine Ruhe und er versucht diesen Behauptungen auf den Grund zu gehen…

Fazit

Die Grundlage von „Quick“ ist spannend und orientiert sich an wahren Begebenheiten. Passend hierzu dann auch die fast schon dokumentarische Inszenierung, die mit über zwei Stunden allerdings auch etwas Aufmerksamkeit abverlangt.

Mit geteilten Bildschirmen und ungewöhnlichen Blickwinkeln versuchen die Macher die zuweilen etwas trockene Thematik aufzulockern und dennoch kämpft der Titel immer ein wenig mit kleineren Längen. Die Handlung an sich ist grundsätzlich ansprechend, doch mit seiner behäbigen und mit langen Dialogen gespickten Machart gibt man sich nicht immer kurzweilig.

Die Darsteller machen ihre Sache allesamt sehr gut, wobei natürlich die beiden Hauptdarsteller klar im Vordergrund stehen. Deren Zusammenspiel ist zuweilen erschreckend grandios, wobei auch hier die Konversationen streckenweise etwas ausufernd erscheinen und leichte Straffung nicht geschadet hätte.

Auch wenn die Aufmerksamkeit manchmal schwer viel, so war der rote Faden der Geschichte stets zu erkennen und nach kurzer Nachdenke war man nach Ablenkung sofort wieder im Geschehen. Das Werk baute schon irgendwo einen leichten Sog, aus dem mit Optimierung weitaus Mehr drin gewesen wäre.

„Quick“ ist kein schlechter Film, doch für meinen Geschmack einfach einen Ticken zu lang geraten. Sicherlich möchte man mit seinen detailreichen Ausführungen sein glaubwürdiges Fundament ausbauen, doch muss der geeignete Zuschauer dafür in der Stimmung sein. Die grundsätzliche Aussage ist sicherlich nicht verkehrt, doch an den Längen hätte man Pfeilen müssen. Unterm Strich durchaus sehenswert – aber mit leichten Einschränkungen.

6/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

The Night Clerk – Ich kann dich sehen

Inhalt

Bart ist Authist und studiert nach eigener Aussage am liebsten andere Menschen. Beste Gelegenheit dazu bietet ihm sein Job am Empfang eines Hotels, bei dem er allerdings nicht nur die öffentlichen Bereiche, sondern auch die Intimsphäre der Besucher mit verstecken Kameras im Auge behält. Eines Tages wird er bei seinen heimlichen Beobachtungen Zeuge eines Mordes und kann sich aufgrund seiner illegalen Überwachung nicht richtig bei der Polizei darüber aussprechen…

Fazit

Früher war es „Das Fenster zum Hof“ und in der heutigen Zeit eben die Beobachtung von Morden via iPad. Das mag zwar technologisch besser in unsere Zeit passen, erhöht bei eher unspektakulärer Inszenierung nicht unbedingt den Spannungsbogen.

Der Film an sich ist nicht schlecht gemacht, erinnert mit seiner Optik und ruhigen Erzählweise sehr an einen Fernsehkrimi, der sich mal eben wegschauen lässt – aber keineswegs in bleibender Erinnerung verbleiben mag. Alles plätschert vor sich hin und manche Dialoge fühlen sich einfach nur wie Lückenfüller an. Die Handlung passt auf einen Bierdeckel, doch alles wirkte künstlich gestreckt. Die enthaltenen Wendungen waren allenfalls nicht der Rede wert und passend unaufgeregt gestaltet.

Die Darsteller machen ihre Sache soweit ordentlich, aber nie auf einem Level, das man übermäßig loben möchte. Selbst die Verkörperung des autistischen Concierge ist eher solide, als beeindruckend – auch wenn sie schon irgendwo relativ glaubhaft schien und gut ins Setting passte. Mit Ana de Armas gab es zwar was fürs Auge, doch eine sichtlich gealterte Helen Hunt erschrak mit steifer Mimik genau wie zuletzt in „I See You – Das Böse ist näher als du denkst„.

„The Night Clerk“ ist solides Futter für Krimifans, aber nicht der erhoffte Geheimtipp, der aus dem Nichts gekommen ist. Das Resultat ist grundsätzlich nett, aber nichts, wofür man großes Geld ausgeben sollte. Für eine Sichtung im TV oder einem bereits vorhandenen Streamingdienst geht das Teil schon irgendwo in Ordnung – mehr aber auch nicht.

5,5/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Postcard Killings

Inhalt

Die Polizei findet ein grausam verstümmeltes Pärchen vor und obendrein handelte es sich bei einem Opfer um die Tochter eines ehemaligen Kollegen. Dieser nimmt natürlich sofort wieder die Ermittlungen auf und möchte dem Peiniger ans Leder…

Fazit

So rein von der Geschichte her betrachtet, finde ich „Postcard Killings“ hochgradig ansprechend und entsprechend habe ich mich auf die Sichtung gefreut.

Ich weiß nicht genau, woran es lag – aber der Funke sprang während seiner gesamten Laufzeit einfach nicht über. Der im Grunde spannende Plot wird immer wieder mit Längen und vollends nachvollziehbaren Aktionen zersetzt und so fiel das Abtauchen schwer. Kleinere Macken (dämliche Darstellung von Polizisten, merkwürdiges Gefühlsausbrüche bei den Hauptfiguren, etc.) verstärkten diesen Eindruck.

Die düstere, leicht trostlose Inszenierung stand dem Szenario ausgesprochen gut – ohne dabei größeren Vorbilder gefährlich zu werden. Alles rangierte in Etwa auf besserem TV-Niveau, reichte aber nicht an andere europäische Vertreter wie beispielsweise die „Millenium-Trilogie“ oder die „Dezernat Q“-Filme heran. Diese erscheinen einen Ticken finsterer, stimmiger und somit packender.

Jeffrey Dean Morgan hat gut in seine Rolle gepasst, wobei mir das Wiedersehen mit Famke Janssen das größere Lächeln auf die Lippen zauberte. Schauspielerisch bewegte ich zumindest beim Hauptcast alles auf einem soliden Niveau, doch manch Nebenfigur riss aus der Immersion. In so einem ernsten Setting wirkten einige Charaktere unfreiwillig komisch und brachen mit dem gesamten Stil.

Auf dem Papier ansprechend, in der Umsetzung eher stabiler Durchschnitt. „Postcard Killings“ ist ein grundsolider Thriller, der genauso gut im Abendprogramm der öffentlichen Sender laufen könnte. Er ist weitestgehend interessant gestaltet, leistet sich aber kleinere Patzer, die enorm an der Atmosphäre knabbern. Genrefreunde sehen gegeben falls darüber hinweg und geben dem Titel eine Chance.

6/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Veronica Mars – Staffel 4

Inhalt

Mit der Kariere beim FBI hat es nicht so recht geklappt und so fristet Veronica weiterhin Ihr Dasein als Privatdetektivin in Neptune. Die Geschäfte laufen halbwegs, doch die Beziehung mit Logan ist kompliziert. Aufgewirbelt wird die Situation jedoch durch ehemalige Gangster, die es auf Positionen im Stadtrat abgesehen haben und Bomben, die plötzlich an verschiedenen Orten von Neptune explodieren…

Fazit

Lange haben Fans auf neues Material gewartet und endlich wurden die Gebete erhört. Die Serie galt immer als Kritikerliebling, aber nie als Erfolg beim breiten Publikum und so standen die Chancen trotz treuer Fanbase (einschließlich mir) leider nur bedingt gut. Der Kinofilm war zwar ein nettes Gimmick, konnte mich trotz mehrmaliger und stets wohlwollender Sichtung aber nie wirklich überzeugen und keineswegs an die alte Genialität anknüpfen. Jetzt haben wir trotz aller Widrigkeiten ganze 8 neue Episoden bekommen – und ich bin restlos begeistert und mehr als nur positiv überrascht!

Die überschaubare Anzahl an Folgen hat es dermaßen in sich – daraus machen andere Studios mehrere Staffeln bei ihren Serien. Hier wurde wirklich alles reingepackt und dermaßen gelungen optimiert, dass man von Fanservice pur sprechen kann. Neben einer Handvoll neuen Figuren, geben sich hier die alten Veteranen beinahe im Sekundentakt die Klinke in die Hand. Dies wird keineswegs aufgesetzt, denn Jeder besetzt hier einen elementaren Part, der unweigerlich zum Gesamtbild passt.

Apropo Gesamtbild. Die Geschichte mag ihre fragwürdigen Abschnitte beinhalten, dennoch wirkt alles rund zusammengesetzt und jederzeit extrem kurzweilig inszeniert. Hektische und ruhigere Momente wurden perfekt ausbalanciert, gewohnt zynische Sprüche lockern das Geschehen auf. Allein die Dialoge zwischen Veronica und ihrem Vater sind oscarverdächtig und lassen kein Auge trocken. Überhaupt ist es erstaunlich, wie viele Details in diese kleine Anzahl an Episoden hineingequetscht wurden. Alles ergibt hier Sinn, kein Nebenstrang ist unwichtig oder uninteressant. Der Flow ist spitzenmäßig und langweilig wurde es keine Sekunde. Jede neue Figur ist ansprechend gestaltet und die Entwicklung aller bestehenden Charaktere ist so konsequent, wie gelungen. Die Menschen haben sich über die Jahre zur letzten Staffel absolut glaubhaft entwickelt und das Gefühl vom Wiedersehen mit alten Freunden war selten stärker als hier. Zwar hatte der Kinofilm ein ähnliches Flair erzeugt, konnte es durch seine Kompaktheit leider nicht so eindringlich entfalten.

Ich muss sagen, dass Kristen Bell nie hübscher als hier aufgetreten ist. Klar war sie damals schon ein echter Hingucker, aber nun gefällt sie als gestandene Frau umso mehr. Man sieht ihr die Erfahrung an und kauft ihre Handlungsweisen vollkommen ab. Sie ist nicht mehr der strahlende Teenie, sondern geprägt von Tiefschlägen und Enttäuschungen. Auch das ihre Beziehung zu Logan innerlich auf dem Prüftstand steht, kommt stets glaubwürdig und nachvollziehbar rüber. Der Rest ist natürlich ebenso schnell wieder zu erkennen und keiner hat sich großartig verändert. Beachtlich, wie alle wieder an einen Tisch bzw. Serie zu bekommen waren. Immerhin schien das Projekt allen zu gefallen – denn jeder gab sich von der besten Seite und tat seinen Teil zum Gelingen bei.

Wenn ich mir bei eine Serienfortsetzung gewünscht habe, dann von dieser. Zwar liebe ich auch „Buffy“ oder „Nip/Tuck“, aber diese Produktionen waren abgeschlossen und zu Ende bevor sie zu stark ausgelutscht erschienen. Von „Veronica Mars“ habe ich mir jedoch immer mehr gewünscht und möglicherweise hat die lange Pause nicht einmal geschadet. Zwar mussten Fans lange darben, doch die reifere Privatdetektiven war ein Glücksfall, den man anfänglich vielleicht gar nicht so herausragend erwartet hätte. Scheinbar hat der Gedanke einer Fortführung auch anderen Promis gefallen, denn allzu unbekannt waren die meisten der neuen Gesichter in den unzähligen Nebenrollen überhaupt nicht und das gab zusätzlichen Spaß beim Schauen. Nun hoffe ich inständig, dass dem Reboot nun ein gewisser Erfolg zu Teil wird und die Serie in dieser Manier weitergeführt wird – und wir nicht mehr so lange darauf warten müssen. Fazit: Operation gelungen, bitte mehr davon!

9,5/10

Fotocopyright: UPN/CW

Reviews aus dem Archiv:
Staffel 1 (http://archiv.hard-boiled-movies.de/r_veronicamars.php)
Staffel 2 (http://archiv.hard-boiled-movies.de/r_veronicamars2.php)
Staffel 3 (http://archiv.hard-boiled-movies.de/r_veronicamars3.php)
Der Film (http://archiv.hard-boiled-movies.de/r_veronica_mars.php)

Enola Holmes

Inhalt

Enola ist die kleine Schwester des berühmten Sherlock Holmes und wächst behütet bei Ihrer Mutter abseits der Großstadt in einen schnicken Anwesen auf. Ihre Welt gerät jedoch aus den Fugen, als ihre Mama verschwindet und auf den ersten Blick keinerlei Hinweise auf ihren Verbleib hinterlässt. Enola ist jedoch so aufgeweckt, dass sie einige Zeichen deutet und sich letztlich auf den Weg nach London macht…

Fazit

Und wieder hat sich Netflix eine äußerst interessante Literaturverfilmung geschnappt, die überdies sogar mit einigen bereits aus dem Streamingdienst bekannten Gesichtern besetzt wurde.

Die Geschichte an für sich ist nett ausgedacht und liebevoll inszeniert. Man freundet sich schnell mit den Charakteren an und ist gespannt auf den Fortgang der Handlung. Die anfängliche Begeisterung weicht jedoch schon bald einigen eher langatmigen Passagen und der Erzählfluss gerät vor allem in der zweiten Hälfte arg ins Stocken. Es kam mir so vor, als hätte man sich früh an vielen Elementen satt gesehen und man hätte irgendwie Größeres erwartet. Nicht unbedingt übersinnlich oder dergleichen, einfach etwas raffinierter und überraschender zu Ende gebracht.

Millie Bobby Brown (bekannt aus „Strange Things“) hat ihre Sache sehr gut erledigt und schöne Wandlungsfähigkeit bewiesen – nicht nur ihrer Rolle als „Elfie“ gegenüber, sondern auch innerhalb dieses Filmes. Tolle Kostüme und eine opulente Ausstattung lassen das Flair der dargestellten Epoche wunderbar aufleben und die Darsteller fügen sich gut darin ein. Henry Cavill („The Witcher“) gab einen ungewohnten, aber hervorragenden Sherlock ab – von dem man in dieser Form gerne noch mehr sehen dürfte.

Tolle Darsteller, beachtliche Aufmachung und eine frische Erzählweise einer frechen Hauptdarstellerin kaschieren leider nicht die bodenständige und teils etwas zu langwierig konstruierte Handlung. Ein netter Film für Zwischendurch, aber leider kein echtes Must-See – gegen Fortsetzung oder eigenständige Sherlock-Filme mit Cavill hätte ich allerdings nicht einzuwenden. Vielleicht war dieser Titel ja nur ein sanfter Einstieg für weitere Umsetzungen und von daher schon irgendwo respektabel. Fans des Stoffs addieren sowieso noch einen Punkt zur Wertung hinzu – und dann passt es für die auch.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Roter Drache

Inhalt

Ein brutaler Serienkiller, der selbst vor Kinder nicht zurückschreckt, zwingt den ehemaligen Agenten Will Graham wieder zurück in den aktiven Dienst. Die Suche nach dem Kriminellen gestaltet sich als Wettlauf gegen die Zeit und zum Vorankommen muss sogar ein alter Feind – Hannibal Lecter – um Hilfe gebeten werden…

Fazit

Ich muss zugeben, dass ich eigentlich ein großer Fan vom „Schweigen der Lämmer“ bin, aber „Roter Drache“ seit seiner damaligen Veröffentlichung nicht mehr gesehen habe. Nun habe ich das gute Stück für kleines Geld auf dem Flohmarkt entdeckt und mir die Blu-Ray am gestrigen Abend zu Gemüte geführt.

Was besonders gefiel, war die unbehagliche Atmosphäre – die den ganzen Film über bestehen blieb und für einen eigenwilligen Sog sorgte. Selten wurde eine Spannungskurve so akkurat gehalten und immer wieder durch nette Wendungen befeuert. Es gab praktisch keine Längen und immer sehenswerte Darbietungen der ausgezeichneten Akteure.

Auch wenn Anthony Hopkins in seinen kurzen Gastauftritten mal wieder für größte Schauer sorgt, macht Edward Norton seine Sache ebenfalls sehr gut. Er kommt zwar nicht ganz an Jodie Foster heran, ist seinem exzellenten Antagonisten Ralph Fiennes mindestens ebenbürtig. Die Chemie aller Beteiligten passt und so macht das Zuschauen richtig Spaß.

„Roter Drache“ gelingt, was vielen seiner Mitstreitern verwehrt bleibt. Er baut eine einigermaßen logische und nachvollziehbare Handlung auf – der man jederzeit gut folgen konnte. Er verläuft sich nicht in unwichtigen Details und springt nicht zu krass zu überraschenden Ermittlungsergebnisse, denen der Zuschauer kaum folgen kann. Man hat das Gefühl, tatsächlich bei den Recherchen dabei zu sein und ein wenig mit zu puzzeln.

Freunde packender Thriller kommen bei „Roter Drache“ definitiv auf Ihre Kosten. Atmosphärisch bis zum Ende, toll gespielt und erstklassig konstruiert. Regisseur Brett Ratner wandelt hier auf den Spuren von Fincher und liefert einen hervorragenden Genrebeitrag ab. Ich kann die Vorgeschichte zum „Schweigen der Lämmer“ auch für Unkundige absolut empfehlen.

8,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

« Ältere Beiträge