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Schlagwort: Krimi

Inspector Mathias – Mord in Wales – Staffel 1

Inhalt

Laut Angaben seines Vorgesetzten ist Tom Mathias „das beste Pferd im Stall“ und immer für die Lösung verzwickter Fälle zu gebrauchen. In der ersten Staffel kämpft er sich durch vier Ermittlungen in Spielfilmlänge und lässt sich dabei nicht von beeindruckenden Kulissen von Wales ablenken.

Fazit

Gelegentlich mal eine kleine Krimi-Serie geht in Ordnung und zu einem Preis von gerade einmal einem Euro (EuroShop) konnte man sowieso nicht „nein“ sagen. Selbst wenn die Erwartungen eher gering sind – für das kleine Geld würde man nicht unbedingt Meckern wollen.

Ich könnte jetzt alle vier Filme einzeln besprechen, doch wie zuletzt bei „Kissing Booth“ würden sich zu viele Phrasen wiederholen. Da alle Episoden zudem auf etwa gleichem Niveau waren und ich bei Serien grundsätzlich die gesamte Staffel betrachte, bliebt es halt bei einer – leider eher durchwachsenen – Bewertung.

Grundsätzlich bietet die Produktion wenig Neues. Sie verknüpft Standard-Kriminalfälle mit hübschen Kulissen und einer etwas schrulligen Hauptfigur – und vielleicht lag auch hier Eines der offensichtlichen Probleme. Während dem gesamten Verlauf bin ich weder mit Mathias, noch mit seinen Assistenten warm geworden. Sie waren sympathisch, machten ihre Sache unterm Strich recht gut – aber irgendwie schienen sie nicht „kantig“ bzw. charismatisch genug. Sie boten wenig Wiedererkennungswert und schon gar keine kultverdächtigen Eigenheiten.

Die Fälle wurden nach Routine abgefertigt und boten wenig Raum zum „miträtseln“. Es ging manchmal recht schleppend, immer aber wenig überraschend voran. So plätscherten die Ermittlungen weitestgehend vor sich her und führten nie auf eine falsche Spur bzw. zu falschen Verdächtigen. Selbst als ungeübter Tatort-Zuschauer stand man nie vor unüberwindbaren Wendungen und fühlte sich gelegentlich eher etwas gelangweilt – statt vom Geschehen gepackt.

Genrefreunde bekommen mit „Inspector Mathias“ einen soliden, aber keineswegs überragenden Vertreter auf die Mattscheibe. Nichts sticht hier sonderlich hervor, aber größere Patzer waren glücklicherweise auch nicht zu verzeichnen. Als seichte Unterhaltung zum Einschlafen sicherlich geeignet, jedoch weit von einem Geheimtipp entfernt. Sollten weitere Staffeln ebenfalls so verramscht werden, würde ich zuschlagen – ansonsten bestünde jetzt nicht der zwingende Drang zu Weiterschauen. Ingesamt okay, aber kein Pflichtprogramm. Einen halben Bonuspunkt für die nette Technik und die schönen Landschaften.

5,5/10

Fotocopyright: Polyband/WVG

Freies Land

Inhalt

Deutschland 1992. Die Mauer ist gefallen, trotzdem klaffen noch immer Schranken in den Köpfen der Menschen. Als ein Hamburger Kommissar ins östliche Hinterland zur Aufklärung eines Vermisstenfalls berufen wird, sind die Einheimischen äußerst skeptisch. Gemeinsam mit einem einst linientreuen Kollegen aus der ehemaligen DDR soll der das Verschwinden von zwei jungen Mädchen aufklären…

Fazit

Für einen deutschen Film kommt „Freies Land“ ungewohnt düster und rau daher, was ihn letztlich auch sehr positiv von anderen Werken unserer Heimat unterscheidet. Schon nach wenigen Moment begeistert die trostlose und dennoch hochwertige Optik, nach den ersten Minuten ist man von der spannenden Handlung gefesselt.

In vielen Momenten hat mich der Film an die Serie „True Detective“ erinnert, bei dessen erste Staffel sich ebenfalls alles um zwei Polizisten auf einer beschwerlichen Suche gedreht hat. Hier ging es ähnlich verloren und dennoch packend zu, viele Orte wirkten befremdlich und interessant zugleich. Alle Charaktere waren nicht nur hervorragend geschrieben, sondern auch ausgezeichnet gespielt. Großer Fokus lag natürlich auf den beiden überragenden Hauptdarstellern, doch auch Nebenfiguren wie von Nora Waldstätten verkörpert machten Ihre Sache ohne Makel.

Das Werk wurde über seine Laufzeit von knapp zwei Stunden nie langweilig und peitschte seine Spannungskurve immer wieder gekonnt nach Oben. Es blieb immer hochgradig unterhaltsam und immer irgendwo nachvollziehbar konstruiert. Man konnte sich hervorragend in viele Elemente hineindenken und war im Hinterkopf stets am zusammenpuzzeln der einzelnen Teile. Am Ende (welches hier nicht verraten wird) wurde dann alles verständlich und vor allem zufrieden stellende aufgelöst. Alle Steinchen ergaben ein rundes Bild und ein gutes, obgleich auch etwas mulmiges Gefühl blieb zurück.

„Freies Land“ ist ein Fingerzeig, wie ansprechend deutsche Filme in der heutigen Zeit gemacht sein können. Anleihen bei „True Detective“, „Twin Peaks“ und vielleicht auch ein wenig „Dark“ ergeben ein tolles Thriller-Erlebnis mit Tiefgang und herrlich kaputten Gestalten. Wer einen spannenden Film, gespickt mit innerdeutschen Konflikten erleben möchte, sollte unbedingt mal reinschauen. Es lohnt sich definitiv!

8,5/10

Fotocopyright: Euro Video

Mord im Orientexpress

Inhalt

Während der Überfahrt zu seinem neuen Fall muss Detektiv Hercule Poirot einen mysteriösen Mordfall im weltberühmten Orientexpress aufklären…

Fazit

Auch wenn das Original als großer Klassiker gilt, bin ich nie so recht damit warm geworden. Weder damals als kleiner Pimpf, noch heute bei erneuter Sichtung im Zuge des Kinostarts der Neuauflage.

Obwohl die beiden Titel neben der Grundgeschichte auch das reichhaltige Staraufgebot gemein haben, fällt meine persönliche Wahl auf das Remake. Die aktuelle Variante ist zeitgemäß inszeniert und bietet insgesamt den angenehmeren Stil. Eine äußerst hochwertige Technik und innovative Kameraeinstellungen sorgen überdies für Begeisterung – vielleicht, weil man so eindrucksvolle Aufnahmen von einem Film dieses Genres nicht unbedingt erwartet hätte. Trotz aller technischen Schönheit versetzt der Streifen gekonnt in eine andere Zeit und verwässert das Szenario nicht.

Das Aufgebot der Darsteller ist beeindruckend und einigermaßen gut ausbalanciert. Von Depp bis Dench oder Pfeiffer – alle bekommen ausreichend Raum, um von ihrem Können zu überzeugen und verkörpern ihre Figuren nicht selten mit einem Augenzwingern. Es schien, als haben die Promis richtig Spaß an der Arbeit und als wolle man sich vor der Vorlage verneigen.

Den bekannten Gesichtern ist es natürlich auch geschuldet, dass der Erzählfluss überwiegend ganz ausgezeichnet ist. Action war zwar Mangelware, die teils amüsanten Dialoge halten dennoch bei Laune und die gemächliche Gangart verkommt nie zur Langweile. Es geht genau im richtigen Takt voran und der Urgedanke eines klassischen Krimis geht nie abhanden. Der Zuschauer wird weder mit hektischen Schnitten, noch unüberschaubaren Wendungen erschlagen. Man lehnt sich zurück und folgt ganz sachlich dem nüchternen Treiben.

Über Sinn und Unsinn von Neuverfilmungen habe ich schon oft geschrieben und meist zum Ergebnis der Überflüssigkeit gekommen. Manche Evergreens sollte man wirklich ruhen lassen, doch bei „Mord im Orientexpress“ muss ich mich für die neuere Variante entscheiden. Aus meiner Sicht ist der „Flow“ besser und die Bilder beeindruckender. Letztendlich ist alles Geschmacksache und Interessierte sollten sich gerne beide Varianten zu Gemüte führen. Unterm Strich bieten alle Adaptionen starbesetzte Krimiunterhaltung mit viel Charme – die jeweils die Machart ihrer Epoche wiederspiegeln.

7/10

Fotocopyright: 20th Century Fox Home Entertainment

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Boy Missing

Inhalt

Ein Junge verschwindet und taucht kurz darauf verängstigt wieder auf. Da seine Aussagen nicht eindeutig sind, steht die Polizei vor einem Rätsel. Trotz dieser Umstände steht relativ schnell ein Verdächtiger fest, der von der Mutter des Kindes am liebsten für immer hinter Gittern verschimmelt…

Fazit

Liebhaber grundsolider Thriller liegen hier vollkommen richtig. Der Streifen ist zwar eher ruhig, entwickelt aber einen angenehmen Sog und bietet überdies auch ein paar ordentliche Wendungen. Gute Schauspieler und eine hochwertige Inszenierung runden den guten Eindruck ab und geben keinen Grund zur Klage.

Persönlich hätte ich mir vielleicht ein bisschen mehr Action oder ein etwas höheres Tempo gewünscht, unterm Strich war das Resultat dennoch weitestgehend gefällig.

Die Geschichte entwickelte sich naturgemäß nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint und hält witzige Überraschungen parat. Es war zwar alles sehr gemächlich – doch grade so ausbalanciert, um das Interesse nicht zu verlieren. Natürlich habe ich mich in ein oder zwei Momenten nach der Logik gefragt, trotzdem konnte man die Handlung hinnehmen.

Bei den Darstellern glänzte vor allem die junge Hauptfigur, der Rest ging in Ordnung. Gut besonders deren Look, denn normal anmutende Gesichter sind gerade bei solchen Filmen wesentlich glaubwürdiger als glatte Models. Die Akteure wirkten aus dem Leben gegriffen, boten Ecken und Kanten.

Gerade aus Spanien gibt es ein paar bessere Genrevertreter, doch richtig schlecht war „Boy Missing“ keinesfalls. Er hielt auf ruhige Art bei Laune und bot eine halbwegs ausgefeilte Story. Kein Highlight, aber durchaus brauchbar – und somit (wie Eingangs erwähnt) für Liebhaber nicht verkehrt.

6,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

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Exposed – Blutige Offenbarung

Inhalt

Detective Scotty Galban ist hinter den Mördern seines Partners her und trifft bei seiner Hatz auf die hübsche Isabel de La Cruz, die von merkwürdigen Visionen geplagt wird. Als sich immer mehr Leichen auftun und sich ein kleines Wunder abzeichnet, ist ein Abbruch der Recherche keine Option mehr…

Fazit

Da der Film zum Reviewzeitpunkt gerade als Heftbeilage „verramschst“ wird, möchte ich die Gelegenheit nutzen und ein paar Zeilen dazu verfassen. Ich habe den Streifen schon kurz nach seinem damaligen Videotheken-Release gesehen, traurigerweise aber nahezu komplett vergessen und nun die Gunst der Stunde zur erneuten Sichtung genutzt.

Die meisten Filmfreunde wissen, dass Keanu Reeves leider nicht immer ein Garant für gute Produktionen ist und so sei auch hier etwas Vorsicht geboten. „Exposed“ war wirklich kein Totalausfall, aber leider auch kein unbedingt sehenswerter Film – auch wenn Einer der ganz Großen aus Hollywood als Hauptfigur fungiert.

Die Handlung rund um die Suche nach Mördern des Partners ist weder neu, noch durch seine übernatürlichen Elementen sonderlich spektakulär erzählt. Man nimmt sich zu Beginn reichlich Zeit und beginnt den Betrachter schon fast zu langweilen. Alles plätschert relativ uninspiriert und langatmig dahin. Es passiert wenig und die Einführung der Charaktere hätte gerne etwas kürzer ausfallen dürfen.

Nachdem „Exposed“ an Fahrt aufgenommen hatte, war der Verlauf einigermaßen erträglich, aber nie überzeugend rund. Er lässt sich wegschauen, belohnt aber nicht mit irgendwelchen Highlights. Selbst die technische Seite wirkte eher angestaubt-routiniert, statt ansatzweise aufregend. Die Bilder wurden mit immenser Ruhe und gemächlichen Schnitten aufbereitet – was heutzutage schon fast aus der Mode gekommen ist. Persönlich fand ich das nicht schlecht, doch Alleinstellungsmerkmale sind was andres.

Neben Galionsfigur Reeves liefert Ana de Armas ein beachtliches Spiel ab. Sie stiehlt dem alteingesessenen Superstar fast die Schau und gefiel mit überzeugender Mimik und echt wirkenden Gefühlsausbrüchen. Insgesamt würde ich beider Leistung aber als gewohnt stabil, statt absolut überragend titulieren – denn irgendwie halfen sie der stockenden Geschichte trotz Bemühungen nicht gravierend weiter.

Kommt man günstig an die Scheibe ran (oder hat ihn bei einem Streaming-Dienst inklusive) darf man ruhig mal einen Blick riskieren, aber Unsummen würde ich auf keinen Fall investieren. Der Titel ist Durchschnitt auf der ganzen Linie und hebt sich nicht durch interessante Ideen in irgendeiner Form von der Konkurrenz ab. Die Darsteller waren okay, die Handlung überwiegend schleppend erzählt und erinnerungswürdige Momente quasi nicht vorhanden.

4/10

Fotocopyright: KSM GmbH/Koch Films

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Bad Times at the El Royale

Inhalt

1969. Mehrere Personen checken im „El Royale“-Hotel ein und scheinen die einzigsten Gäste zu sein. Jeder von Ihnen ist nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint…

Fazit

„Bad Times at the El Royale“ ist keine leichte Kost – denn ich hatte stets das Gefühl, dass der Film mehr sein wollte, als er eigentlich ist.

Das Szenario erinnert frappierend an „The Hateful Eight“ von „Meister“ Tarantino, der mir leider auch nicht sonderlich gefallen hat. Auch hier treffen unterschiedliche Charaktere in einem Hotel zusammen und sind gezwungen, die gemeinsame Zeit irgendwie zu überbrücken.

Während besagter, ähnlicher Titel wenigstens noch ein paar markante Persönlichkeiten hatte, gefielen die Figuren in „El Royale“ dagegen weitaus weniger. Alles fiel trotz respektabler Besetzung mindestens eine Nummer uninteressanter aus und dank der schleppenden Erzählweise verlor man immer wieder das Interesse an deren Geschichten.

Ich mag besonders Jeff Bridges und habe absolut nichts gegen Chris Hemsworth oder Dakota Johnson, aber keiner der genannten Akteure verhalf dem Streifen zu Kontur. Alles plätscherte langatmig vor sich her und Highlights waren selten. Über knappe 2,5 Stunden passiert arg wenig und nicht einmal spitzfindige Dialoge können die Laune steigern.

Das Setting mit dem Hotel, welches sich zugleich auf mehreren Bundesstaaten befindet war witzig – trug mit diesem „Fun-Fact“ aber auch nicht zur besseren Unterhaltung bei. Schnell hat man sich satt gesehen und vergaß die Kulisse inmitten der schleppenden Langeweile schon wieder.

Aufgrund vieler unterschiedlicher Kritiken lässt sich erkennen, dass „Bad Times at the El Royale“ seine Fans und Gegner hat. Ich wollte mich gerne auf das Geschehen und die tollen Darsteller einlassen, habe mich aber fast durchwegs gelangweilt und konnte der pseudo-düsteren Inszenierung beim besten Willen nichts abgewinnen. Das Teil mag berechtigterweise seine Freunde haben, mich spricht es überhaupt nicht an.

4/10

Fotocopyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment

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The Untouchables – Die Unbestechlichen

Inhalt

Gangsterboss Al Capone hält das Land in Atem und die Polizei scheint machtlos. Immer wenn Zugriffe stattfinden, ist der Übeltäter den Beamten einen Schritt voraus. Finanzermittler Eliot Ness vermutet ein Spitzel in den eigenen Reihen und beschließt ein neues Team aus loyalen Kollegen zu gründen..

Fazit

Dank Netflix bin ich nach etlichen Jahren mal wieder in den Genuss dieses Klassiker von Briam De Palma gekommen und wurde zumindest mit einer etwas besseren Bildqualität, als bei meiner uralt-DVD beglückt. Leider ist die Zeit nicht spurlos an diesem Werk vorbei gegangen und so blieb etwas Ernüchterung zurück.

Der Film erzählt seine ansprechende Geschichte reichlich gemächlich und überfordert den Betrachter nicht mit schnellen Schnitten oder dergleichen. Man nimmt sich Zeit, um die Charaktere ausführlich zu beleuchten und deren Motive nachvollziehbar zu machen. Capone wird nicht als flacher Bösewicht dargestellt, sondern (auch dank eines hervorragenden De Niro) deutlich vermenschlicht.

Im Vordergrund stehen natürlich Kevin Costner und Sean Connery, die mit markanten Sprüchen um sich werfen und ein tolles Duo bilden. Auch hier nimmt man den Darstellern ihre Rollen ab und kann sich gut in sie hinein versetzen.

Fans von Gangsterfilmen ala „Scarface“ kommen hier nur bedingt auf Ihre Kosten. Die Inszenierung ist – wie bereits erwähnt – eher ruhig und bietet nicht allzu viel an Action. Man fokusiert sich eher auf die Ermittlungsarbeit, statt von einem Kugelhagel zum nächsten zu schreiten. Das verleiht den „Unbestechlichen“ einen eigenen Touch und verstärkt den „Film Noir“-Anteil enorm.

„The Untouchables“ ist ein Klassiker, bricht jedoch mit heutigen Sehgewohnheiten und ist daher nicht für Jedermann geeignet. Wer die eigenwillige Aufmachung, den großartigen Cast und die fantastische Musik zu schätzen weiß, sollte das Teil mit gutem Gewissen in der Sammlung behalten. Neueinsteiger stören sich gegebenenfalls an der leichten Trägheit und sind bei einigen Konkurrenten wohl besser aufgehoben. Ich mag den Titel schon irgendwo, einen Platz im persönlichen Filmolymp bleibt ihm aber verwehrt. Für mich hätte es etwas kurzweiliger und actionreicher zugehen können. Technisch ists leider auch etwas altbacken.

7/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

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The Untouchables

Knives Out – Mord ist Familiensache

Inhalt

Ein erfolgreicher Buchautor und Oberhaupt einer egozentrischen Familie wird tot aufgefunden und die Polizei, samt Privatdetektiv ermitteln am Ort des Geschehens. Beinahe Jeder ist verdächtig – selbst die junge Haushaltshilfe, die dem alten Mann wohl als einziges am Herzen lag…

Fazit

Allein wegen der heftigen Starbesetzung dürften Kinofreunde leichte Schnappatmung bekommen und das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Was die Macher hier alles an Prominenz gepaart haben, sucht wahrlich seines Gleichen – und weckt entsprechend auch eine gewisse Erwartungshaltung.

Die Geschichte ist nett, bietet im Grunde jedoch nichts Neues. Man erzählt eine relativ bekannte Handlung, die vor gar nicht einmal so langer Zeit auch ähnlich in „Das krumme Haus“ adaptiert wurde. Ich glaube allerdings, dass man bewusst auf einen altbackenen Rahmen gesetzt hat – da man sich hiermit durchaus vor großen Klassikern verbeugt und diese einfach mit etwas moderneren Stars bestücken wollte.

Trotz mangelnder Innovation, tut sich ein spannendes Kammerspiel auf, bei dem alle Promis ein bisschen glänzen dürfen. Der Titel ist zwar sehr dialoglastig und Arm an Action, gefällt aber mit seinem eigenen Tempo – welches vielleicht nicht Jedermanns Sache ist.

Figuren werden ausführlich erklärt und polarisieren auf unterschiedliche Weise. Man kann deren Motivationen verstehen, obwohl man sich nie komplett auf deren Persönlichkeit versteifen möchte. Neben einer gewissen Sympathie, ist auch immer etwas Abneigung zugegen.

Die Inszenierung ist – wie bereits erwähnt – sehr ruhig und somit Geschmackssache. Hat man sich auf die langsame Gangart eingestellt, achtet man jedoch viel besser auf die Charaktere und vor allem auf die Details im Hintergrund. Es gibt im schrägen Wohnsitz der verrückten Familie so viel zu entdecken. Bei jedem Gespräch sind bunte Gegenstände im Hintergrund – und irgendwie baut sich so ein eigenes Flair auf, sofern man sich darauf einlassen kann und möchte.

„Knives Out“ (passender Name übrigens) ist fast schon erschreckend klassisch und altbacken, funktioniert hierdurch aber wirklich geschmeidig. Mir hat das laber-lastige Zusammenspiel der hervorragend agierenden Stars unerwartet gut gefallen und so spreche ich für Krimifans eine uneingeschränkte Empfehlung aus.

8/10

Fotocopyright: LEONINE

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Die Stille des Todes

Inhalt

Die Polizei untersucht eine Mordserie, die dem Schema eines Verbrechens vor 20 Jahren stark ähnelt. Alle Details deuten auf den gleichen Täter hin – der allerdings seit Ende der letzten Taten im Gefängnis verweilt…

Fazit

Spanien und Netflix. Diese beiden Komponenten haben es mir in der letzten Zeit angetan und deshalb nahm ich mir den nächsten Vertreter dieser Gattung vor. Statt komplett eigenständiger Handlung bedient man sich hier bei bekannten Genrevorbildern und versucht dem Ganzen einen eigenen Stempel aufzudrücken.

Die Ausgangslage erinnert zunächst frappierend an „Das Schweigen der Lämmer“, bei dem die Ermittler in ähnlicher Beziehung zu einem inhaftierten Straftäter stehen und von ihm neue Hinweise erwarten. Auf der anderen versucht sich die düstere Grundstimmung ein bisschen an „Sieben“ zu orientieren und erreicht nicht ganz das anstrengende Level.

Der Titel war zwar spannend, aber immer wieder mit kleineren Längen und unlogischen Momenten durchsiebt. Man konnte nicht alle Handlungen der gut agierenden Figuren nachvollziehen und alles verlief irgendwie etwas zu zahm.

In meinen Augen wurden wichtige Details viel zu früh preisgegeben und ab einem gewissen Punkt verrät sich der Ausgang selbst. Im Finale gab es zwar eine konstruierte Überraschung, die im Gesamtkontext allerdings wenig ins Gewicht fällt und fast schon gleichgültig erscheint. Hollywood hätte hier wahrscheinlich anders entschieden, letztlich wäre es mir persönlich egal gewesen.

Der Look orientiert sich an anderen Werken des Landes. Alles wirkt gelbstichig, aber hochwertig. Die Kamera hat ein paar überraschende Fahrten drauf und ingesamt gab es hier nichts zu kritisieren. Die minimalen CGI-Effekte waren erkennbar, aber vollkommen akzeptabel.

Erneut haben wir es hier mit einem äußerst interessanten, aber nur leidlich anschaubaren Titel unserer europäischen Nachbarn zu tun. Das Bedienen bei bekannten Vorbildern empfand ich als unproblematisch, die simple und arg konventionelle Auflösung dagegen störender. Wäre der Streifen über seine komplette Laufzeit einen Ticken kurzweiliger, würde es dieses Manko besser kaschieren. Unterm Strich ein solider Thriller mit gewohnt stabiler Technik.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Plagi Breslau – Die Seuchen Breslaus

Inhalt:

Nachdem die Polizei von Breslau mehrere verstümmelte Leichen findet, zeichnet sich ein grauenvolles Bild ab. Jemand scheint eine alte Mordserie aus dem 18. Jahrhundert nachzustellen und kennt bei seiner Brutalität keine Grenzen…

Fazit:

Für Filme, wie diesen, bin ich Netflix dankbar. Nicht weil er etwa ein krasser Geheimtipp wäre – sondern für das Hineinschnuppern in Werke, für die ich sonst keine Kohle locker gemacht hätte.

„Plagi Breslau“ ist nicht nur ein merkwürdiger Name, sondern insgesamt auch ein sehr merkwürdiger Film mit verworrener Handlung. Verworren deshalb, weil man oftmals weder den Ordnungshütern, noch den Aktionen des Täters folgen kann. Motive können absolut nicht nachvollzogen werden bzw. sind überaus schlecht begründet und alles ist irgendwie sehr holprig erzählt.

Echte Sympathie kann zu keiner der Figuren auch nur im Ansatz aufgebaut werden. Alle wirken kühl, befremdlich, schlecht frisiert und schlichtweg uninteressant. Durch Randnotizen versucht man deren Hintergründe geringfügig verständlicher zu machen, im allgemeinen Desinteresse geht jedoch das meiste vollkommen unter und die Geschichte wird hierdurch nicht durchsichtiger.

Audiovisuell wird bestenfalls Mittelmaß geboten. Verwackelte Aufnahmen erinnern eher an billige Kameraführung, denn gewollte Effekte und von der schwachen deutschen Synchronisation braucht man gar nicht zu sprechen. Im direkten Vergleich wirken die „Tatorte“ der letzten Jahre wesentlich hochwertiger und zumeist runder inszeniert. Positiv eigentlich nur die derben Szenen, bei denen sichtlich die meiste Mühe in ordentliche Handarbeit und hohen Ekelfaktor gesteckt wurde. Statt einer 18er Freigabe hätte es eine Jugendfreigabe ab 16 allerdings auch getan. Da sind wir heute entspannter drauf.

„Plagi Breslau“ mag nette Ansätze aufweisen, bleibt unterm Strich nicht mehr als ein verschrobener Thriller mit nicht immer nachvollziehbaren Momenten. Mein Ding wars jetzt nicht, aber vielleicht findet es trotzdem seine Fans – zumal die Hürden seiner Sichtung durch Netflix nicht allzu hoch erscheinen. Empfehlen würde ich da eher ein erneuter Filmabend mit „Sieben“, „The Horsemen“ oder den erstklassigen Jussi Adler Olsen Buchumsetzungen.

4,5/10

Fotocopyright: Netflix