Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Schlagwort: Komödie (Seite 1 von 10)

Faking Bullshit – Krimineller als die Polizei erlaubt

Inhalt

Das Polizeirevier 23 steht auf dem Prüfstand und könnte aufgrund mangelnder Einsätze möglicherweise geschlossen werden. Für die Bediensteten würde dies Versetzung und wohl auch ein auseinanderbrechen ihrer bisherigen Gemeinschaft bedeuten. Glücklicherweise macht die Not erfinderisch und das fingieren von Straftaten könnte dem angeschlagenen Laden wieder zu neuem Leben verhelfen…

Fazit

Deutsche Komödien haben oftmals einen sehr speziellen Humor und „Faking Bullshit“ macht da im Grunde keine Ausnahme. Auf der einen Seite ist es ja schon etwas fraglich, wie die hiesige Polizei dargestellt wird – doch auf der anderen Seite haben wir eine seichte Komödie vor uns und sollten nicht alles zu ernst nehmen.

Die Geschichte ist so simpel, wie effektiv und fast zu jeder Zeit flott erzählt. Das Geschehen braucht zwar anfänglich ein paar Minuten, um in die Gänge zu kommen – doch dann hält der hohe Unterhaltungswert bis zum versöhnlichen Finale an.

Manche Gags sind sicherlich unter der Gürtellinie, doch das haben die Macher wohl selbst erkannt und nehmen manch dummen Spruch im nächsten Satz selbst wieder auf die Schippe. Die durchwegs sympathischen Figuren lassen es zwar auch hin und wieder an Glaubwürdigkeit mangeln, doch als Gegenleistung für den hohen Unterhaltungswert hält man sich da gerne mit weiterer Kritik zurück. Es ging um die Gestaltung eines bunten Haufens – und genau das ist hier gelungen.

Alle Darsteller harmonierten perfekt miteinander und Bjarne Mädel war wieder das Sahnehäubchen obendrauf. Mit seiner gewohnten Lässigkeit haut er einen witzigen Kommentar nach dem Anderen heraus und kein Auge bleibt trocken. Allein durch seine Gestik hat er mich schon immer wieder bekommen und wenn er den Mund aufmachte, konnte man kaum an sich halten.

Ich habe nichts erwartet und wurde angenehm überrascht. „Faking Bullshit“ ist ein sympathischer kleiner Steifen, der – nicht zuletzt dank Bjarne Mädel – für ein paar echt starke Brüller geeignet war und für knapp 1,5 Stunden insgesamt blendend unterhielt. Als neuen Lieblingsfilm würde ich ihn keineswegs einstufen – aber hoffentlich als witzige Perle in Erinnerung behalten.

7/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Buddy Games

Inhalt

Regelmäßig veranstalten Bob und seine Freunde die so genannten „Buddy Games“, bei denen sie in verrückten Spielen gegeneinander antreten und hauptsächlich den unbeschwerten Spaß an der Freude genießen.

Seit einem tragischen Unfall ruht das Event nun allerdings seit fünf Jahren und endlich soll die alte Truppe wieder zusammengetrommelt werden. Leider treffen dann auch alte Streithähne erneut aufeinander…

Fazit

Manchmal braucht man nach einem anstrengen Arbeitstag einfach mal einen seichten Film und genau in diesen Bedarf vermag „Buddy Games“ zu bedienen. Mit gesundem Menschenverstand könnte man aufgrund seiner dumpfen Machart und seinen zum Teil extrem platten Gags sicherlich abwinken, doch mit den richtigen Erwartungen funktioniert das Konzept der Macher dann relativ gut.

Die Handlung an sich mag jetzt nicht sonderlich originell erscheinen, bietet aber einen durchaus brauchbaren Rahmen für spaßige Ideen und regelmäßige Exzesse unserer Darsteller. Niveautechnisch sollte man nicht zu viel erwarten und sich bereits mit flachem „Pipi-Kaka“-Humor zufrieden geben.

Witzigerweise ist der Streifen in seinen peinlichsten Momenten, aber auch am stärksten. Einige Passagen sind so daneben, dass man sich nach leichtem Fremdschämen doch ein paar Lacher abringen und nicht mehr an sich halten konnte. Man hat zwar alles irgendwo schonmal gesehen, aber Verkneifen funktioniert halt nicht immer – und vielleicht schwimmt auch etwas Verzweiflung über das Gezeigte mit.

Für mich persönlich haben die sympathischen Darsteller die Sache halbwegs vor dem Totalausfall gerettet. Neben schwacher Story und nicht immer zündenden Zoten, machen Josh Duhamel und Konsorten eigentlich immer eine vergnügliche Mine zum bösen Spiel. Die Chemie der zum Teil wirklich bescheuert angelegten Figuren hat gepasst und für ein Quäntchen heitere Laune gesorgt.

Im Grunde ist „Buddy Games“ kein guter Film. Er ist dämlich und uninspiriert, aber dennoch mit einem gewissen Charme – dem man sich stellenweise nicht vollends entziehen kann. Wer Nichts erwartet und mal was zum Abschalten braucht, darf gerne mal reinschauen – der Rest wendet sich (vielleicht nach einem Trailer) entgeistert ab. Ich fand den Titel zum einmaligen Anschauen eigentlich ganz okay, aber streng genommen darf ich keine höhere Wertung geben.

5,5/10

Fotocopyright: WWE Studios/Saban Films

The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte

Inhalt

Leichenbestatter Montgomery Dark sucht einen Nachfolger und plötzlich steht die bezaubernde Sam vor seiner Tür. Um zu prüfen, ob sie den künftigen Aufgaben überhaupt gewachsen sei, beginnen die Beiden sich gegenseitig mit morbiden Geschichten einschüchtern…

Fazit

„The Mortuary“ fühlt sich irgendwie herrlich an. Herrlich altbacken und erinnert an Klassiker wie „Geschichten aus der Gruft“ bzw. den kultigen „Gespenster“-Heftchen, die man als Kind verschlungen hat. Wir bekommen hier wirklich morbide und bitterböse Kurzgeschichten, die es nicht nur handlungstechnisch in sich haben, sondern dank hübscher und nicht minder blutiger Inszenierung optisch mächtig auftrumpfen können.

Eine richtige Lieblingsgeschichte hatte ich jetzt nach der ersten Sichtung zwar nicht, kann aber allen Episoden eine sehr gute Unterhaltung bescheinigen – was letztlich viel wichtiger als nur einzelne Highlights ist. So machen alle Abenteuer ordentlich Laune und stehen sich in Sachen Ekelhaftigkeit und Gedärm in Nichts nach. Erstaunlich auch, dass man nicht nur hierauf, sondern auch auf witzige Wendungen geachtet hat und den Zuschauer mit brauchbaren Twists immer mal wieder zum Schmunzeln brachte.

Im Gegensatz zu anderen Mitstreitern empfand ich den Rahmen um die kurzen Ausflüge ebenfalls als sehr gelungen erdacht. Gerade weil die Figuren von Dark und Sam so geheimnisvoll erschienen, machte deren Wortduell besonders viel Spaß. Man hängt förmlich an deren Lippen und weiß nie, wie sich das zwischenmenschliche Spiel entwickeln wird und vor allem – wie das gegenseitige Anstacheln wohl enden wird. Bei anderen Titeln gibt es oftmals nur blasse Erzähler, die einfach nur irgendwie zur nächsten Folge überleiten und zum Teil gar nicht notwendig gewesen wären.

Die Darsteller haben ihre Sache allesamt sehr gut gemacht. Es gab einige mehr oder weniger bekannte Gesichter, die sich lustigerweise in manchen Episoden auch mal doppelt eingeschlichen haben. Besonders gut hat mir jedoch der charismatische Leichenbestatter (Clancy Brown) gefallen – der auf der einen Seite recht einschüchtern wirkte und trotzdem irgendwie eine gewisse Sympathie erzeugen konnte. Mal was anderes, als der allseits bekannte „Crypt Keeper“.

„The Mortuary“ ist ein Segen für die Fans Eingangs erwähnter Kultobjekte. Er transferiert altbekannten Charme in ein technisch aktuelles Korsett und bietet wirklich sehenswerte Geschichten, denen es an Nichts mangelt. Für mich ein kleiner Überraschungstitel, der sicherlich noch einmal im Player landen wird.

8/10

Fotocopyright: Capelight Pictures

Tribes of Europa

Inhalt

Die Zukunft. Die Europäische Union ist zerbrochen und die Völker des Kontinents leben wieder in gespaltenen Stämmen und bekriegen sich regelmäßig. Als ein fremder Flugkörper im Wald der „Originals“ abstürzt, sind plötzlich viele Parteien an dem Frack und dessen Ladung interessiert…

Fazit

Nach Hochkarätern wie „Dark“ oder „Barbaren“ war mein Vertrauen in deutsche Produktionen eigentlich fest erstarkt, doch was sich jetzt zuletzt bei „Tribes of Europa“ präsentierte, machte diesen Glauben fast vollends zu Nichte. Während man sich immerhin um eine nette Rahmenhandlung bemüht, zeigt sich bereits nach den ersten Minuten der ersten Episode, wohin die traurige Reise geht.

Hatte man vor Monaten „Barbaren“ noch eine Art von Laientheater vorgeworfen, dann frage ich, was „Tribes“ hier darstellen möchte. Es gab zwar ein paar durchaus bekannte (und geschätzte) Gesichter aus der hiesigen Medienlandschaft, doch deren Auftritt lud meist nur zum Fremdschämen oder bestenfalls zum verzweifelten Lachen ein. Lausige Deutsch-Englisch-Mischmasch-Dialoge und Kostüme aus der Designhölle waren nicht nur unfreiwillig komisch, sondern eine echte Beleidigung für die Sinne des Zuschauers. Selbst die merkwürdige Musikuntermalung war bestenfalls als anstrengend zu bezeichnen und zum Teil völlig unpassend zu den eigentlich ganz nett eingefangenen Bildern.

Die gesamte Serie wirkte billig. Nicht bescheiden-stilvoll, sondern wirklich maßlos billig. Es gab nur wenige extrem karge Settings und gefühlt nur eine Handvoll CGI-Effekte, die zumeist eher klein vom Ausmaß waren und trotz des glanzlosen Restes eher untergingen. Sicherlich bewegen wir uns hier in einer fast völlig zerstörten und deprimierenden Zukunft, doch hier wollte sich beim besten Willen keine stimmige Endzeit-Atomsphäre auftun. Spartanisch okay, aber dann bitteschön alles zumindest in den Köpfen etwas größer wirken lassen und die Fantasie gekonnter anregen.

Die Serie trägt den Namen „Europa“ im Titel und fühlte sich dennoch so klein an. Gefühlt hab es nur einen Wald und drei mickrige Häuschen. Nichts erschien monumental oder zumindest in irgendwelchen gedanklichen Spinnereien auch nur ansatzweise episch. Man erkannte keine Kulissen, man erhielt keinen Überblick über das gesamte Geschehen – und wurde als dank nicht nur mit bescheuerten Clan- sondern auch peinlich-ausgefallenen Städtenamen belohnt. Berlin wollte wohl seinen Namen nicht hergeben…

Versteht mich nicht falsch. Ich habe durchaus ein Faible für Trash und einheimische Werke haben in der Regel schon vor der Sichtung einen kleinen Stein im Brett. „Tribes of Europa“ konnte jedoch in keiner Disziplin glänzen und wirkte mit seinen unverständlichen Designentscheidungen fast schon ein wenig beleidigend. Stellenweise wollte ich mich echt für diese Serie schämen und am liebsten gar nicht an Reaktionen aus dem Ausland denken. Andere liefern hier bei „Netflix“ richtige Knaller ab und wir tischen einen unausgegorenen, schwachen Schrott mit Hang zur Selbstgeißelung auf. Unfassbar schwache Vorstellung. Besonders schade um das Talent von Oliver Masucci – der mein einziger Lichtblick blieb und nicht einmal recht überzeugen konnte.

3/10

Fotocopyright: Netflix

Arac Attack

Inhalt

Durch einen Unfall gelangen merkwürdige Chemikalien in einen See in der Nähe einer amerikanischen Kleinstadt. Das Ganze hat dann insofern Konsequenzen, dass die Spinnen einer benachbarten Farm innerhalb kürzester Zeit zu riesigen Monstern mutieren und die Einwohner schon bald in Schach halten…

Fazit

Bei seiner damaligen Erstveröffentlichung auf DVD, war „Arac Attack“ ein absoluter Blindkauf und ich würde glücklicherweise nicht enttäuscht. Sicherlich ist die Story nichts weiter, als ein einfacher Rahmen für vergleichsweise plumpe Action und auch bei den Dialogen ist nicht viel tiefgründiges enthalten – aber genau das erwartet man bei einer solchen Produktion bereits im Vorfeld schon.

„Arac Attack“ ist ehrlich und verstellt sich nicht. Er zielt klar auf eine Fanbase alter Klassiker ab und trifft damit voll ins Schwarze. Trotz gewaltigem technischen Fortschritt fängt der Streifen den Charme vergangener Tage perfekt ein und unterhält damit sehr gut. Natürlich sind die Effekte heute wiederum ein wenig angestaubt, aber insgesamt noch gut anschaubar und tragen in meinen Augen durchaus zum leicht trashigen Eindruck bei.

Die Handlung ist so simpel, wie effektiv. Es gibt keine größeren wissenschaftlichen Abhandlungen, doppelte Böden oder Verschwörungen. Ein paar Fässer giftiges Material und schon mutieren die Langbeiner. Kein drumherum, keine Hintermänner – einfach unkomplizierte Action und der geeignete Zuschauer ist nach einem langen Arbeitstag damit nicht überfordert.

Das Tempo ist angenehm hoch und bremst nicht mit langen Dialogen oder unnötigen Schnickschnack aus. Zwar konnte man sich eine kleine Lovestory nicht verkneifen, aber die fiel nicht negativ ins Gewicht. Sie war so klein und witzig gemacht, dass man getrost ein Auge zukneifen konnte. Überhaupt hat sie mit ihrer naiv-blöden Machart gut zum Rest gepasst.

„Arac Attack“ ist ein herrlich altbacken wirkender Film, der sein angepeiltes Zielpublikum auch nach Jahren noch ganz gut unterhält. Er ist zwar unterm Strich nicht wirklich zu ernsthafteren Werken konkurrenzfähig, doch war das wohl nie so recht die Intention der Macher. Alles fühlt sich unkompliziert, leichtgängig und spaßig an – und mehr braucht es manchmal einfach nicht.

7/10

Fotocopyright: Warner Home Video

Sechzehn Stunden bis zur Ewigkeit

Inhalt

Teenager Mark steckt in einer sonderbaren Zeitschleife und erlebt den selben Tag immer wieder. Er kennt die Abläufe der Menschen mittlerweile perfekt auswendig und es gibt keine echten Überraschungen mehr. Plötzlich tauch jedoch ein Mädchen auf, welches sich nicht so gleichförmig wie der Rest verhält und scheinbar auch in diesem merkwürdigen Komplex festsitzt…

Fazit

Obwohl Filme mit dieser Thematik nicht unbedingt sonderlich neu sind, hat mich auf den ersten Blick die sympathische Inszenierung angesprochen und ich wollte „Sechzehn Stunden bis zur Ewigkeit“ unbedingt mal eine Chance einräumen.

Man verliert keine großen Worte und wirft den Zuschauer direkt ins Geschehen. Nach wenigen Momenten ist klar, dass sich unser Protagonist bereits in der Zeitschleife befindet und sich so gut wie möglich damit arrangiert hat. Genauere Hintergründe lernen wir erst mit der Zeit kennen – obwohl streng wissenschaftliche Aspekte hier eher zu vernachlässigen waren.

Es geht hier klar um gute Laune und Fantasien, was dem Ganzen selbstredend einen gewissen Reiz und Unterhaltungswert beschert. Die meiste Zeit geht es angenehm locker zu und die traurigeren Passagen wurden gefühlvoll inszeniert. Man merkt, dass der Fokus eher auf diesen Momenten, statt der Logik oder der Technik der Zeitschleife an sich lagen. So war dann auch eine leicht haarsträubende Auflösung nicht weiter verwunderlich, sondern ordentlicher Teil des Konzeptes.

Die Chemie der beiden Hauptfiguren hat soweit gepasst, täuscht aber nicht über offenbare Lücken in der Handlung hinweg. Man konnte sich zwar gut auf deren charmantes Zusammenspiel einlassen und Beweggründe durchaus nachvollziehen, doch so richtig begeistern wollte das Geschehen dann trotzdem nicht. Ab einer gewissen Stelle nimmt die Leichtigkeit ab und weicht der traurigen Filmrealität – die zumindest in mir nach einem nachvollziehbareren Konstrukt schreit.

„Sechzehn Stunden bis zur Ewigkeit“ fängt überraschend unterhaltsam an, um dann besonders gegen Ende hin erzählerisch ein bisschen einzuknicken. Richtig schlecht wird es zwar nie, doch man sollte das Gezeigte schon mit viel Wohlbehagen und wenig Anspruch auf irgendeine sinnvolle Begründung betrachten. Dies schmälert den Gesamteindruck, doch unterm Strich bleibt ein solider Titel für Zwischendurch – den Prime-Kunden ruhig mal mitnehmen dürfen.

6,5/10

Fotocopyright: Amazon

Mutter muss weg

Inhalt

Tristan ist so gewaltig genervt von seiner Mutter, dass er sogar regelmäßig einen Psychiater aufsucht und dort sein Leid klagt. Als ihm dann auch noch das Kapital für eine neue Geschäftsidee fehlt, denkt er über ein vorzeitiges Erbe nach. Er begibt sich in eine zwielichtige Kneipe, um dort seinen Killer anzuheuern…

Fazit

Ich hab eine kleine Schwäche für den Künstler Bastian Pastewka und als ich zufälligerweise in der Mediathek über diesen älteren Titel gestolpert bin, ließ eine Sichtung nicht allzu lange auf sich warten. Die Erwartungen waren eher gering – und deshalb wurde ich von diesem eher durchschnittlichen Event auch nicht sonderlich enttäuscht.

Natürlich sollte man das Geschehen nicht zu ernst nehmen – denn es tut dies ebenfalls nicht. Die Geschichte mag zwar hin und wieder düstere Elemente und sogar etwas Blut beinhalten, unterm Strich geht es aber munter und zuweilen sehr schwarzhumorig zur Sache.

Der Verlauf ist geprägt von Zufällen und seltsamen Verkettungen – trotzdem kommt das Treiben viel zu selten so richtig in Schwung. Pastewka hatte zwar seine witzigen Momente, aber es zündeten nicht alle Gags und Lacher fielen oft sehr verhalten aus. Irgendwie konnte er sich in diesen Rollenkorsett nicht so entfalten, wie ich es vielleicht erwartet hätte – und vielleicht musste er zum damaligen Zeitpunkt (Produktion ist aus 2012) einfach noch etwas (bei mir) reifen.

Alles ist relativ vorhersehbar – soweit es die gekünstelten Wendungen überhaupt hergaben und weitestgehend unterhaltsam gemacht. Anhand von kleineren Rückblenden wird die Charakterzeichnung angenehm vertieft und anfänglich leicht absurde Hintergründe relativieren sich einigermaßen wieder. Obwohl das Werk mit rund 90 Minuten keineswegs zu Lang ausfiel, stolpert man immer mal wieder über kleinere Längen – die sich hauptsächlich durch die nicht immer ausgegorenen Sketche abzeichneten.

„Mutter muss weg“ ist seichte TV-Unterhaltung, wie sie im Lehrbuch steht. Leichtgängig, für Kenner entsprechend hochwertig besetzt und am Ende wohl schnell wieder vergessen. Prinzipiell also schon okay, doch für meine Ansprüche leider ein bisschen zu wenig. Ich bereue die investierte Zeit zwar nicht, aber werde von erneutem Anschauen wohl weiten Abstand nehmen.

5,5/10

Fotocopyright: ZDF

O Brother, where art thou? – Eine Mississippi-Odyssee

Inhalt

Wir schreiben das Jahr 1937. Irgendwo in den tiefsten Südstaaten gelingt drei aneinandergeketteten Sträflingen die Flucht. Sie wollen eine versteckte Beute bergen und sich dann endgültig aus dem Staub machen – doch leider wird der Trip zur einer echten Herausforderung…

Fazit

„O Brother, where art thou?“ ist keine vermeintlich einfache Gaunerkomödie mit ungewöhnlichem Setting, sondern vielmehr ein unerwartet tiefgründiges Werk mit etlichen historischen Verzweigungen und Anspielungen.

Zwar lässt sich das Gebotene relativ einfach nebenher wegschauen, doch erst mit etwas Aufmerksamkeit und zumindest einigen geschichtlichen Grundkenntnissen lässt sich das volle Potential ausschöpfen. So verkommt die Flucht wirklich zur namensgebenden Odyssee und viele Ereignisse und Personen stehen stellvertretend für Abenteuer der Antike.

Diese ungewöhnliche Machart funktioniert nicht zuletzt dank brillanter Darsteller und einer tollen Inszenierung sehr gut. So zeigt ein George Clooney, was in ihm steckt – während Nebenfiguren wie beispielsweise John Goodman ebenfalls immer wieder positiv ins Auge springen. Dazu gesellt sich ein eingängiger und für die Handlung wichtiger Soundtrack, der auf seine Weise Teile der Geschichte ergänzt. Eine tolle Optik gehört ebenfalls zur Stärke der Produktion.

Der Humor ist sicherlich Geschmackssache, aber ebenfalls nicht so flach, wie beim ersten Hinhören vermutet. Hier werden ernste Themen gezielt aufs Korn genommen und kritische Andeutungen nicht hinter dem Berg gehalten. Hier bekommen allerdings viele Parteien ihr fett weg und Keiner kann sich beschweren.

„O Brother, where art thou?“ mag damals wie heute nicht zu meinen absoluten Favoriten gehören, aber diese bunte Wundertüte ist wirklich einen genaueren Blick wert. Es steckt so viel darin und trotzdem bleibt der Flow sehr kurzweilig und man muss auch nicht mit Gewalt alle Elemente im Detail verstehen. Ein intelligenter Film, der mit überzeugenden Darstellern und doppelten Böden daher kommt.

7,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Kokon

Inhalt

Erwachsen zu werden ist nicht immer leicht – besonders in Berlin, wo viele Kulturen und Eindrücke auf die Jugend hereinbrechen. Inmitten bunter Partys entdeckt die junge Nora ihre Gefühle…

Fazit

Auch wenn die eigene Jugend weit weniger ausschweifend verlief, so konnte man sich gut in die Lage der hier präsentierten Figuren hin versetzen und ihre Gefühle und Handlungen durchaus nachvollziehen.

Regisseurin Leonie Krippendorff hat sich sicherlich nicht allzu viel aus den Händen saugen müssen und einfach mal eine durchaus alltägliche Geschichte zu einem sehenswerten Spielfilm zusammengebastelt. Durch die authentischen Figuren und Kulissen konnte man sich hervorragend fallen lassen und uneingeschränkt der ganz eigenen Dynamik des Titel folgen.

Mit knapp über 1,5 Stunden ist das Gezeigte weder zu kurz, noch zu lang ausgefallen. Ein – ich möchte sagen natürlicher – Spannungsbogen war von Anfang bis Ende gegeben und ließ keine Langweile aufkommen. Warme, klare Bilder und ein minimalistischer, aber ins Ohr hüpfender Soundtrack taten dann ihren Rest zum Gelingen des Ganzen und vermittelten einen Hauch von Sommer – selbst in diesen eher ungemütlichen Tagen.

Während Jella Haase bezaubernd und keck wie eh und je aufspielt, stiehlt ihr Filmpartnerin Lena Urzendowsky jederzeit die Schau. Die jungen Akteure animieren sich gegenseitig zu Höchstleistung, ohne dabei gekünstelt oder theaterhaft rüber zu kommen.

Ich rechne „Kokon“ sehr hoch an, dass er sich jederzeit absolut „echt“ anfühlt und trotzdem einen schönen Sog generiert. Seien es die Darsteller, der Sprachton oder die gewisse Berliner Schroffheit – ich bedanke mich für diesen herrlichen Trip ins Leben der heutigen Jugend und gebe diesen – man möge sagen- Geheimtipp mit Freude weiter.

8/10

Fotocopyright: Salzgeber & Co. Medien GmbH

Yes, God, Yes – Böse Mädchen beichten nicht

Inhalt

Alice ist ein braves Mädchen und geht zu einer katholischen Schule. Trotz mehrerer belastender Unwahrheiten über sie, begibt sie sich auf einen Ausflug mit der Kirchengruppe. Es dauert nicht lang, bis ihre Gefühle in Wallung geraten und sie nicht weiß, wie sie damit umgehen soll…

Fazit

Auch wenn mich die Thematik schon im Vorfeld nicht sonderlich berührte, hätte aus der witzigen Ausgangslage und der sympathischen Hauptdarstellerin ein durchaus unterhaltsamer Film werden können. Die gewollt biedere und insgesamt zu wenig mit Witz bestückte Inszenierung erstickt jedoch so manch guten Einsatz fast im Keim und so geht es überwiegend wenig berauschend zur Sache.

Die Handlung plätschert vor sich hin und gute Gags sind eher selten. Es passiert nicht wirklich viel auf dem Schirm und alles fühlt sich nicht nur träge, sondern wie schon etliche Male gesehen an. Zum Glück gab Natalia Dyer ihr bestes und rettete so manche Situation mit ihrem unschuldigen Aussehen und ihrem bezaubernden Lächeln.

Es ging weder besonders Freizügig, noch sonst wie frivol zur Sache, doch erwartet hätte ich dies im Anbetracht der Freigabe sowieso nicht. Andere Mitstreiter drehen bei einer FSK 12 etwas mehr auf, aber hier ging es fast so gesittet wie in der Kirche zu.

Technisch wurde nicht sonderlich viel geboten und so hält sich die Kritik diesbezüglich auch in Grenzen. Es gab wenige Schauplätze, wohl gewollt veraltete Requisiten und dem Szenario entsprechend angekleidete Personen. Klare Bilder und ein unauffälliger Soundtrack gingen soweit in Ordnung.

Ich weiß auch nicht genau, warum ich mir dieses Werk angetan habe – aber irgendwie habe ich vielleicht insgeheim mit einer halbwegs brauchbaren Unterhaltung gerechnet. „Yes, God, Yes“ ist zwar ein nett gemachtes Teil, traf jedoch überhaupt nicht meinen Nerv – weshalb ich keine echte Empfehlung aussprechen möchte. Mit hoher Sicherheit gehöre ich einfach nicht in die Zielgruppe und es werden sich schon irgendwo Fans dafür finden.

5/10

Fotocopyright: Capelight Pictures

« Ältere Beiträge