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Schlagwort: Komödie (Seite 1 von 3)

Die Hochzeit

Inhalt

Nach dem großen Klassentreffen wird endlich geheiratet. Thomas scheint endgültig sesshaft zu werden, doch eine ausgerechnet eine unerwartete Beerdigung stellt seine Loyalität auf eine harte Probe. Gemeinsam mit seinen Kumpels tragen sie einen ehemaligen Mitstreiter zu Grabe und verbringen eine gemeinsame Nacht auf einem luxuriösen Anwesen mit allerlei anderen und insbesondere weiblichen Gästen…

Fazit

Auch wenn ich gerade an deutschen Komödien oftmals kein gutes Haar lasse und sie sicherlich nie zu meinen Lieblingsfilmen gehören werden, schaue ich mir die vermeintlichen Highlights doch regelmäßig an und bleibe stets mit gemischten Gefühlen zurück.

Der Vorgänger „Klassentreffen 1.0“ war schon kein allzu hervorragender Titel, doch scheinbar haben die Zahlen soweit gepasst und dieser Nachfolger wurde produziert. Hoch anrechnen dabei die konsequente Weitererzählung, die sich nahtlos einreiht und einen schnellen Einstieg ermöglicht. Der allgemeine Klamauk-Faktor ist zwar weiterhin allgegenwärtig, wurde allerdings etwas zurückgeschraubt und der Titel wirkt etwas erwachsener. Es gab war immer noch ein paar Gags unter der Gürtellinie, insgesamt ging der Humor jedoch in Ordnung.

Die Chemie zwischen Schweiger und seinen Kumpanen hat soweit gepasst und die wohl auch reale Freundschaft ist den Akteuren deutlich anzumerken. Sie spielen sich die Bälle unbeschwert zu und scheinen sich – genau wie Ihre Filmfiguren – gut leiden zu können. Teile der echten Familie sind natürlich auch wieder am Start – sonst hätten wir keinen hundertprozentigen Schweiger vor uns.

Wer den Vorgänger kennt, kann die Machart von „Die Hochzeit“ recht gut erahnen. Es handelt sich um eine typisch deutsche Fließbandkomödie, die Vieles erstaunlich gut, aber nichts übermäßig lobenswert macht. Ohne Vorkenntnis ist das Ding jedenfalls anschaubar, gewinnt durch die Vorgeschichte jedoch etwas an Tiefe – sofern man bei einem solchen Werk hiervon überhaupt sprechen kann. Da ich letztlich passabel unterhalten wurde und Til insgemein sowieso sympathisch finde, bleibt es bei einer überdurchschnittlichen Bewertung – und für Genrefreunde natürlich bei einer Empfehlung.

6/10

Fotocopyright: Warner Home Video

Der Professor

Inhalt

Das Leben von Hochschulprofessor Richard wird nach einer schrecklichen Diagnose endgültig aus der Bahn geworfen. Laut seinem Arzt ist er unheilbar krank und hat ungefähr noch ein Jahr zu Leben.

Fortan bricht der Professor aus seinem bisherigen Alltag aus, trinkt, raucht und ist fast schon schmerzlich ehrlich zu seinen Mitmenschen…

Fazit

Manche Filme schaut man nur wegen seiner Darsteller und genau dies war hier der Fall. Die Inhaltsangabe allein hätte nicht unbedingt Begeisterungsstürme hervor gerufen, doch der Name Depp sorgt für ein wenig Aufmerksamkeit. Es war quasi von vorn herein klar, dass ihm diese Rolle durchaus auf den Leib geschneidert ist – betrachtet man sein wildes Leben mit seinen vielen realen Eskapaden.

Man kann über Depp sagen, was man will – aber hier macht er seine Sache erwartungsgemäß gut und vor allem glaubwürdig. Auch wenn die Handlung an sich gar nicht mal so stark oder außergewöhnlich ist, wertet sie der liebenswert agierende Darsteller zur absoluten Sehenswürdigkeit auf.

Die Geschichte wird dank seiner Hauptfigur herrlich unterhaltsam präsentiert und trotz seiner vielen Dialoge wird es eigentlich nie langweilig. Man folgt dem zuweilen leicht verstörenden Geschehen und fragt sich, welche Dinge wohl noch passieren werden – oder wie man selbst in dieser Lage handeln würde.

Man schafft übrigens sehr toll den Spagat aus witzigen Momenten und trotzdem einer gewissen Ernsthaftigkeit, die mit der dramatischen Ausgangslage unweigerlich einher gehen sollte. Obwohl sich die Hauptfigur ein paar absurde Ausreißer seinen Mitmenschen gegenüber leistet, vergisst er jedoch nie wer seine Freunde sind und ehrt diese durch zunächst gar nicht geahnte Lobeshymen. Durch diesen guten Kern kann man dem Sterbenden seine Taten sowieso nicht mehr übel nehmen und fühlt deutlicher mit ihm mit. Neben deftigen Schenkelklopfern gibt es immer wieder besinnliche, gar traurige Momente – die irgendwo immer mit Hoffnung gespickt sind und den Betrachter in kein Loch werfen.

Der englische Originaltitel „Richard Says Goodbye“ gefällt mir eigentlich besser als der Deutsche, doch ändert dies grundsätzlich nichts an dessen Qualität. Depp macht Spaß und gibt dem eher unspektakulären Szenario einen angenehmen Touch. Wer sich mit der Geschichte anfreunden kann und keinen Actiontitel oder Ähnliches erwartet, darf ruhig mal reinschauen. Trotz deprimierender Thematik regiert die Kurzweil und ein versöhnliches Lächeln auf den Lippen.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

The Kissing Booth 1+2

Inhalt – Teil 1

Quasi schon seit ihrer Geburt sind Elle und Lee beste Freunde und in jeder Lebenslage unzertrennlich. Ihre Freundschaft wird dabei geordnet, durch selbst aufgelegte Regeln – wie beispielweise nichts mit näheren Verwandten des Gegenüber anzufangen. Dumm nur, dass Elle im Laufe der Zeit immer größere Gefühle für Lees älteren Bruder Noah entwickelt…

Inhalt – Teil 2

Elle und Noah sind endlich offiziell ein Paar, welches durch ihre Schulen jedoch räumlich weit voneinander getrennt lebt. Um sich ebenfalls die Elite-Universität „Harvard“ leisten zu können, muss Elle kreativ werden. Zusammen mit einem eher ungeliebten neuen Mitschüler schreibt sie sich für einen Tanzwettbewerb ein…

Fazit

Zwei Filme und eine Besprechung? Ähnlich wie bei „Dark“ fasse ich mal die beiden Titel zusammen, da sich in getrennten Texten einfach zu viel überschneiden würde. Normalerweise mache ich so eine Pauschalisierung nicht, aber bei solchen Werken dürfte es verzeihlich sein.

Bei beiden Filmen handelt es sich um lockere Teenie-Romanzen, die mit witzigen Elementen durchaus angenehm bei Laune halten. Hoch anrechnenden möchte ich dabei, dass der Humor nicht so flach wie bei „American Pie“ und Konsorten ist -sondern sich nur selten kleinere Niveau-Ausrutscher nach Unten erlaubt. Die meiste Zeit bleibt alles absolut Jugendfrei (oder: US-TV-tauglich) und kommt damit prima über die Runden.

Besonders gut haben mir die Erzählungen auf dem Off gefallen. Kompakt, zielgerichtet und amüsant wird der Zuschauer schnell über neue Situationen und Charaktere eingeführt, so dass der rote Faden nie verloren ging. Zumal der zweite Teil direkt und ohne Unterbrechung Ankünfte und keine großartig erklärenswerte Zeit dazwischen lag.

Größte Stärke waren sicherlich die hervorragenden, jungen Darsteller – die ihre Sache allesamt sehr gut machten. Die Chemie untereinander hat absolut gepasst und selbst die Fortsetzung konnte dies mit Einführung neuer Figuren perfekt beibehalten. Für einen kurzen Moment hat mich höchstens gestört, dass alle Darsteller wieder einmal einem Modellkatalog entsprungen schienen und weniger hübsche Menschen eigentlich gar nicht zugegeben waren.

Größte Kritik wiederum die Länge der Filme. Für meinen Geschmack hätten beide Romanzen ein paar Minuten kürzer und somit straffer erzählt ausfallen können. Auftakt und Mittelpart waren jeweils Unterhaltung in reinster Form, beim letzten Drittel schwächelten Beide. Ähnlich wie in manch koreanischen Werken wussten die Macher einfach nicht wann Schluss ist und setzten immer noch einen drauf. Wäre im Grunde nicht dramatisch gewesen, doch leider passieren in diesen lang gezogenen Enden einfach keine überzeugenden Dinge oder gar Überraschungen mehr. Dies kostet einfach Punkte auf dem Wertungskonto und schadet der Kurzweil.

Die „Kissing Booth“-Filme sind sicherlich keine Titel, die man unbedingt empfehlen müsste – aber abraten würde ich davon auf keinen Fall. Dank sympathischer Figuren und überwiegend kurzweiliger Inszenierung machen Sie auf ohne großen Tiefgang mächtig Spaß und dürften Genrefreunden gefallen. Teil Zwei ist vielleicht ein wenig schwächer, insgesamt für Freunde des Vorgängers aber unbedingt ans Herz gelegt. Schade, dass beide Enden etwas zu lang ausgefallen sind. Ansonsten wirklich gute „Snacks“ für Zwischendurch.

Teil 1:

7/10

Teil 2:

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Die Truman-Show

Inhalt

Wohlbehalten und im guten Glauben ist Truman Burbank in der Kleinstadt Seaheaven aufgewachsen und hat Kariere bei einer Versicherungsgesellschaft gemacht. Er ahnt nicht, dass die Welt um ihn herum Fassade ist und seine Freunde eigentlich nur Statisten sind. Truman befindet sich in seiner eigenen Fernsehshow, die nunmehr seit 30 Jahre erfolgreich ausgestrahlt wird und nicht mehr frei von Fehlern ist. Langsam, aber sicher misstraut der Hauptprotagonist der heilen Welt und testet seine Grenzen aus…

Fazit

Bei Jim Carry ist es bei mir so ähnlich wie mit Tom Hanks: ich fand früher schon einige Streifen durchaus in Ordnung, doch so richtig konnte ich mich mit den Schauspielern nicht anfreunden. Über die Jahre hat sich allerdings meine Liebe zum Film an sich weiter verfestigt und so manche Darsteller habe ich umso mehr zu schätzen gelernt. Während Hanks nunmehr einer meiner absoluten Lieblinge ist, weiß ich nun vor allem die weniger platten Werke von Herrn Carry mehr anzuerkennen.

Die Truman-Show ist einer jener Klassiker, die zwar technisch leicht angestaubt, inhaltlich aber noch immer frisch erscheinen. Die Idee mit einer Reality-Show um einen Menschen wirkt sicherlich auf den ersten Moment befremdlich, ist dann letztlich gar nicht mehr so weit vom aktuellen Geschehen entfernt und eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Irgendwann sind die einfühlsam geschilderten moralischen Elemente gebrochen und wir erleben vielleicht wirklich so eine abstruse Sendung.

Richtig gut haben mir besonders die Einblicke hinter die Kulissen gefallen. Eindrucksvoll werden Zahlen und Aufwände präsentiert, so dass das Szenario immer glaubwürdiger erschien. Die Macher haben sich um den Rahmen sichtlich Gedanken gemacht und ein durchaus authentisches Setting abgeliefert.

Carry spielt hervorragend und gibt in keiner Sekunde nur einen kleinen Zweifel seiner Unkenntnis. Mit einer unbeschwerten Weise macht er Freude, ohne dabei in jedwede Blödelei abzudriften. Er agiert vergleichsweise ernst und zeigt somit erst recht, was er auf dem Kasten hat. Der restliche Cast ist ebenfalls in Ordnung, von Ed Harris hätte ich gerne noch etwas mehr gesehen – aber seine Figur stand ja auch nicht so sehr im Vordergrund und damit war es okay so.

Zur „Truman-Show“ muss man eigentlich nicht mehr viel schreiben. Film oder zumindest das Konzept ist so bekannt, wie sehenswert umgesetzt. Carry macht auf eher ungewohnte Weise mächtig Spaß und stellt das erwartungsgemäße Highlight einer unterhaltsam inszenierten Story – die bis zum Ende einfallsreich, glaubwürdig und liebenswert umgesetzt wurde. Technisch zwar nicht mehr ganz Up-To-Date, empfehlenswert auf jeden Fall weiterhin. Danke an Netflix (unbezahlte Werbung) für diesen Klassiker.

7,5/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Männer

Inhalt

Ein über die Jahre nicht immer treuer Ehegatte wird von der Affäre seiner Frau überrascht und vollkommen vor den Kopf gestoßen. Aus Trotz zieht er direkt ins Hotel und weiß, dass dies auch keine Dauerlösung darstellt.

Eines Tages folgt er dem Liebhaber seiner Ex und quatscht ihn spontan an. Er gibt sich jedoch nicht zu erkennen und schafft es sogar, sein neuer Mitbewohner zu werden. Eine seltsame Freundschaft nimmt ihren Lauf…

Fazit

Die Geschichte klingt schon ein wenig an den Haaren herbeigezogen, stellt jedoch eine schöne Grundlage für eine launige Charakterstudien par exellance und gefällt mit hohem Unterhaltungswert.

Insbesondere bei den Darstellern macht sich zwar das Alter des Titel bemerkbar, doch der guten Unterhaltung tut dies keinen Abbruch. Die eher klassische und weniger technisch geprägte Inszenierung macht Spaß und geht jederzeit gut voran. Alles wirkt herrlich altbacken und dennoch verhältnismäßig hochwertig in Szene gesetzt – und irgendwie immer zum Wohlfühlen.

Uwe Ochsenknecht und Heiner Lauterbach zeigen sich von Ihrer besten Seite und liefern sich amüsante Wortgefechte, die stellenweise gar nicht mal so dumm sind. Auf den ersten Blick wirken manche Elemente wie Blödeleien, beim genaueren Hinsehen sind sie jedoch mit Lebensweisheiten und entlarvenden Beobachtungen bestückt. Hinter der unbeschwerten Fassade werden emotionale Themen angesprochen und mit Feingefühl abgehandelt. Dabei geht es nie zu moralisch und deprimierend zu – die Kurzweil passt und der Spaßfaktor auf beiden Seiten (die der Darsteller und die des Zuschauers) ist vorhanden.

Deutsche Produktionen sind immer ein Fall für sich und gerade bei Komödien sind sie oft ein zweischneidiges Schwert. Während mir die weichgespülten Werke der letzten Jahre weniger gefielen, danke ich Netflix für das Anbieten von Klassikern – wie eben diesen. „Männer“ ist geschickt geschrieben, sehenswert gespielt und hält launig präsentierte Tipps für den Alltag bereit. Kurzum: dieser Film ist absurd, trotzdem nachvollziehbar, unerwartet tiefgängig und dabei noch so locker unterhaltsam. Wer solchen Titeln nicht abgeneigt ist, sollte ruhig mal (wieder) reinschauen. Bei mir muss es jedenfalls nicht immer Hollywood oder Schweighöfer sein.

7/10

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

Desperados

Inhalt

Endlich hat Wes den Mann ihres Lebens gefunden. Dumm nur, dass er sich für ein paar Tage nicht meldet und sogleich eine böse eMail geschickt bekommt. Als Wes erfährt, dass er wegen einem Unfall verhindert war und keineswegs das Interesse an ihr verlor, bereut sie ihren Schrieb. Gemeinsam mit Ihren besten Freundinnen macht sie sich auf einen Roadtrip zur Verhinderung der Sichtung seiner Nachrichten…

Fazit

Wer den Filmtitel mit einem Klassiker mit Banderas assoziiert, schwimmt in etwa auf einer Welle mit mir. Bei diesem „Desperados“ hingegen handelt es sich um eine flache Komödie von Netflix – bei der sicherlich weniger Anschaupflicht als beim nahezu gleichnamigen Streifen von Robert Rodriguez besteht.

Was Netflix uns diesmal präsentiert, bedient sich teilweise äußerst ungeniert bei anderen Werken und bietet insgesamt zu wenig Eigenständigkeit oder neue Akzente. Die Gesichte kennen wir beispielsweise von „Road Trip“ – nur, dass hier eine Videokassette gegen eine eMail ausgetauscht wurde und auch der Rest wirkt – abgesehen von den hübschen Darstellern – zu keiner Zeit besonders frisch.

Die Gags zünden nur selten und bieten keine Schenkelklopfer, die in Erinnerung bleiben. Hin und wieder ringt man sich ein kleines Lächeln ab, weitestgehend plätschert das Geschehen einfach nur vor sich hin und die Frage nach der Sinnhaftigkeit bleibt stets im Hinterkopf bestehen.

Was haben wir uns damals bei „Road Trip“ und Konsorten amüsiert… Heutzutage möchte man diese Werke jedoch lieber als unterhaltsam im Hinterkopf behalten, denn Filme wie „Desperados“ machen klar, das so schwache Stories nicht mehr zeitgemäß sind. Was Netflix uns hier diesmal auftischt ist sicherlich kein Totalausfall und geht für Zwischendurch irgendwo klar, aber eine echte Empfehlung vermag ich nicht auszusprechen. „Desperados“ bietet anschaubare Figuren und eine hochwertige Inszenierung – was unterm Strich dank des leidlich unterhaltsamen Verlaufs leider keine Höchstwertung mehr herausholt.

4/10

Fotocopyright: Netflix

El Camino Christmas

Inhalt

Ausgerechnet an Heiligabend wird eine Gruppe wild zusammengewürfelter Menschen in einem Schnapsladen als Geisel gehalten. Eigentlich ist ihr Entführer unfreiwillig in diese Rolle gerutscht und kann sich dank den dussligen Ordnungshütern nicht mehr aus dieser Lage erwehren…

Fazit

Ausgerechnet im Hochsommer schlägt mir Netflix eine Weihnachtskomödie vor. Da schon der Trailer nicht nach Wintermärchen ausschaute und Tim Allen als Darsteller aufgeboten wurde, war eine Sichtung jedoch relativ unproblematisch und leider weit weniger unterhaltsam als gehofft.

Problem an „El Camino Christmas“ ist eine langsame, streckenweise langweilige Handlung. Während der Anfang mit seinen Charaktereinführungen noch relativ gut über die Bühne geht, hängt der Streifen ab seiner Geiselnahme ordentlich durch. Es passiert wenig und die Figuren entwickeln sich nicht weiter. Motive sind auf allen Seiten kaum mehr nachvollziehbar und nicht einmal ein paar solide Gags machen das Manko wieder wett. Alles plätschert uninspiriert vor sich hin und selbst überraschende Wendungen waren nicht anzutreffen. Herrschte zu Beginn wirklich noch Unklarheit über manche Personen, verlor sich dieses Interesse schnell in Gleichgültigkeit und man wollte gar nicht mehr erfahren.

Die Darsteller machten ihre Sache ordentlich, aber Niemand stach sonderlich hervor. Es tat gut, mal wieder Tim Allen zu sehen und zumindest seine gebotene Leistung hob das allgemeine Level etwas an. Insgesamt hat man von ihm schon deutlich spaßigeres erlebt.

„El Camino Christmas“ ist eine nette, aber leider auch arg belanglose Komödie für Zwischendurch. Highlights waren keine auszumachen, dafür ein paar Längen und immerhin ein paar halbwegs witzige Aktionen. Für mal eben so nebenbei sicherlich geeignet, für einen launigen Komödienabend hat Netflix weit besseres zu bieten.

4/10

Fotocopyright: Netflix

Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga

Inhalt

Seit Ihrer Kindheit träumen die beiden Freunde Sigrit und Lars von der Teilnahme beim Eurovision Song Contest. Über die Jahre von Allen belächelt, führen verschiedene, eher äußerst unglückliche Umstände dennoch zur ihrem Auftritt bei der Qualifikation. Die Beiden wollen unbedingt durchstarten, doch ihre Heimat fürchtet um eine herbe Blamage…

Fazit

Ich sage es ja oft, doch gerade bei Filmen von und mit Will Ferrel muss man mit den richtigen Erwartungen an die Sache heran gehen und dann passt das Ergebnis auch ungefähr.

Wie bei den meisten seiner Werke ist die Handlung eher schnödes Beiwerk und lediglich ein Rahmen für Gags am laufenden Band. Da sogar am Ende eine brauchbare Aussage herumkam war da umso erstaunlicher und auf jeden Fall begrüßenswert. Wichtigstes Merkmal jedoch der Unterhaltungsfaktor – der wiedermal besonders hoch ausgefallen ist und nicht Jedem so viel Freude, wie mir bereiten wird.

Auch wenn der Humor nicht immer ins Schwarze trifft, ging es überwiegend sehr launig zu und gelegentlich konnte lautes Lachen nicht verhindert werden. Zwar hat der Trailer – wie üblich – ein paar derbe Highlights gespoilert, doch abseits dessen gab es noch genug zum Schenkelklopfen und amüsieren.

In einigem Momenten gab sich der Streifen sogar – verhältnismäßig – tiefsinnig und ernst. Auch wenn viele Elemente auf den ersten Blick überzogen erschienen, war die Aussage dahinter nicht völlig sinnlos und deshalb sollte man den Titel nicht als dämliche Unterhaltung abtun. Klar sind die politischen Aussagen – besonders gegenüber Amerika – eher plump und vielleicht etwas deplatziert, dafür trotzdem einigermaßen witzig.

Die Chemie zwischen McAdams und Ferrel hat gepasst – was das eigentlich recht schwierige Hineinsetzten in deren Rollen deutlich erleichterte. Es hat wirklich Spaß gemacht den Beiden bei ihrem verrückten Treiben zuzuschauen und manch Nebenrolle war ebenfalls ganz köstlich gestaltet. Besonders das Engement von Pierce Brosnan hat es mir angetan – denn er schien einfach Bock auf seinen Part zu haben und ihn wegen der Gage angenommen zu haben.

Wer die bisherigen Filme von Ferrel kennt und mag, kommt hier definitiv auf seine Kosten. „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga“ definiert das Genre nicht neu, liefert aber mehr vom Altbekannten und hält damit prima bei Laune. Als Inklusivbeigabe zum bestehenden Netflix-Abo für Fans unbedingt einen Blick wert – alle Anderen versuchen sich am Trailer. Ich hab eine gewisse Schwäche für den Künstler und seine absurden Ergüsse, weshalb eine gute Wertung unbedingt drin ist.

7/10

Fotocopyright: Netflix

The Gentlemen

Inhalt

Die Gangsterszene in London ist gespalten. Verfeindete Parteien versuchen sich gegenseitig das Drogengeschäft abspenstig zu machen und Jeder spielt den Anderen dabei aus.

Mittendrin Raymond – seines Zeichens die rechte Hand von einem mächtigen Boss -, der von einem alten Kumpel ein Angebot zum Aufruhr in der gesamten Unterwelt bekommt…

Fazit

Die Zutaten waren da, doch das Ergebnis überzeugt bei den ersten beiden Sichtungen leider nur bedingt. „Guy Richie“ hat sich im Genre einen hochkarätigen Namen gemacht und deshalb waren die Erwartungen wohl ein wenig zu hoch.

Schon nach wenigen Minuten wirkte „The Gentleman“ etwas reifer und besonnener als die bisherigen Werke des Machers. Die Figuren sind nicht mehr ganz so schräg und deren Aktionen nicht mehr ganz so überzogen, wie es bei „Snatch“ und Konsorten oft der Fall war. Die Geschichte baut zwar durch Handlung und Inszenierung schnell mehrere Ebenen auf, wirkt dabei jedoch gut überschaubar und nicht zu verworren. Kann durchaus als Vorteil angesehen werden, das Grübeln beim Zusammenziehen der Fäden war allerdings immer ein Heidenspaß.

Die Figuren sind – wie bereits erwähnt – nicht mehr so schrill, womit auch ein großer Sympathiefaktor verloren geht. Zum Glück spielen insbesondere die gealterten Grant und McConaughey so überzeugend, dass sie das Manko einigermaßen ausgleichen können. Die Dialoge erreichten insgesamt nicht das alte, bissige Level – sorgen dennoch für kleinere Lacher.

Größte Kritik aus meiner Sicht kommt dem Erzählfluss zu Teil. „The Gentlemen“ verliert sich hin und wieder in seinen langen Konversationen und bremst sich hierdurch immer wieder aus. Es hat eigentlich weniger mit der Gesamtlänge zu tun – denn Richie kann so etwas normalerweise ganz gut mit durchwegs hohem Tempo befüllen. Hier gabs halt kleinere Längen, die in Kombination mit der eher unspektakulären Story auf den Unterhaltungsfaktor drückten.

Neue Werke von Richie, müssen sich definitiv mit denen aus der Vergangenheit messen und hier zieht „The Gentlemen“ trotz netter Vorstellung leicht den Kürzeren. Wer die bisherigen Filme mochte, wird auch diesen gut anschauen können. Ich vermute, dass es sich gut mit Wein vergleichen lässt – denn dieser Titel hat das Potential mit jeder Sichtung besser werden zu können und somit im Alter ein wenig nachzureifen. So bleibt ein sehr guter, aber auch irgendwie leicht ernüchterter Blick zurück. Ein guter, jedoch nicht überragender Genrebeitrag für Liebhaber.

7,5/10

Fotocopyright: Concorde Video

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Der Spion von Nebenan

Inhalt

Bei seinem neusten Auftrag wird Agent JJ an eine besondere Front geschickt: dem Mehrparteienhaus einer Familie, die er beschatten soll. Ausgerechnet durch die kleine Tochter seines Observationszieles fliegt seine Tarnung auf und er muss erst recht den netten Nachbarn mimen. Es dauert nicht lang, bis sich dabei eine besondere Beziehung zu seinen Mandanten entwickelt…

Fazit

Anscheinend gibt es ein ungeschriebenes Gesetz, dass bekannte Muskelmänner auch mal in weiche Familienrollen schlüpfen müssen und so folgt „Der Spion von Nebenan“ seinen Kollegen „Der Kindergarten-Cop“ oder „Der Babynator“ – und platziert sich letztlich irgendwo dazwischen.

Die Geschichte kann man getrost vergessen und sollte als Rahmen für ein paar ordentliche Situations-Gags und ein wenig Action gesehen werden. Nach Logik oder dergleichen sollte man gar nicht erst fragen und den Kopf ausschalten.

Mit den richtigen Voraussetzungen ist der Titel dann genau das, was man von Anfang an erwartet hat – eine solide Unterhaltung für die ganzen Familie und durch seine kurzweilige Art eigentlich nie wirklich langweilig.

Die Chemie der Hauptpersonen (insbesondere von Bautista und seiner jungen Mitstreiterin) hat gepasst und für ein paar echte Lacher gesorgt. Sicherlich sehr simpel gestrickt, durch deren charmante Weise allerdings gefällig und witzig. Bautista zeigt nach einigen eher durchwachsenen Auftritten ausgerechnet in der Komödie, wozu er im Stande ist. Seine Mimik und Gestik überzeugt – insbesondere in slapstickhaften Situationen.

Die rund 100 Minuten vergingen nicht ganz wie im Flug, waren jedoch überwiegend sehr kurzweilig und sehenswert gestaltet. Man wußte, dass weder Handlung noch Charakterentwicklung ernst zu nehmen waren und kein überraschende Ende zu erwarten ist und trotzdem fühlte man sich jederzeit nett unterhalten. Die Mischung aus Action, Herzschmerz und Humor war genau richtig ausgelotet und sorgte für einen angenehmen Verlauf.

Technisch gab man sich keine Blöße und zeigte insbesondere in den kleinen Actionszenen, dass die Macher weitaus mehr als witzige Dialoge drauf haben. Selbst bei den temporeichen Elementen kam der Witz nie zu kurz und die Gags fühlten sich nicht zu abgegriffen an.

Mit den richtigen Erwartungen ist „Der Spion von Nebenan“ ein durchaus kurzweiliger Spaß, der Interessierte bestimmt erfreuen dürfte. Der Film setzt zwar in keinster Weise neue Maßstäbe oder sprudelt vor innovativen Ideen – die gute Unterhaltung steht klar im Vordergrund und sollte nicht weiter hinterfragt werden. Eine höhere Bewertung vermag ich mir nicht abzuringen – eine Empfehlung gibts dennoch. Bautista war nie besser und insgesamt halte ich den hohen Unterhaltungswert für absolut lobenswert.

6,5/10

Fotocopyright: LEONINE

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