Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Schlagwort: Komödie Seite 1 von 25

Bullet Train

Inhalt

Für Auftragskiller „Ladybug“ sollte es ein einfacher Job werden, doch dann laufen die Ereignisse aus dem Ruder. Er sollte lediglich eine Zielperson in einem Hochgeschwindigkeitszug ausschalten, trifft dabei aber auf jede Menge Kollegen – die es gegenseitig aufeinander abgesehen haben und das blanke Chaos bricht aus…

Fazit

Nach den eher wenig sagenden Trailern und Vorab-Berichten, waren meine Erwartungen ehrlich gesagt eher gering und am Ende war ich mir noch immer unschlüssig. „Bullet Train“ war an sich kein schlechter Film, aber trotz seiner prominenten Besetzung nicht das Gelbe vom Ei.

Während man bei anderen Streifen schon früh ein gewisses Kultpotential herauslesen kann, blieben diese Vibes hier leider aus. Man gab sich um schräge Charaktere, bunte Bilder und viel Gewalt spürbar um einen bleibenden Eindruck bemüht, doch letztlich servierte uns David Leitch „nur“ solides Popcorn-Kino ohne erhoffte Nachhaltigkeit.

Das Treiben läuft unterhaltsam vor sich hin, echte Highlights blieben inmitten der irren Aufmachung nicht im Gedächtnis hängen. Alles fühlt sich wie ein lockerer Snack für Zwischendurch an, muss aber nicht unbedingt noch einmal geschaut werden oder gar fest in die Sammlung wandern.

Brad Pitt macht seine Sache gut und hatte – im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen – auch eine ordentliche Screentime. Manche Akteure hatten wirklich nur kleine Auftritte, was in Anbetracht der witzigen, „richtigen“ Hauptdarstellern nicht so tragisch war. Die Chemie aller Beteiligten hat gepasst und gab keinen Grund zur Klage.

Das Pacing hätte für meinen Geschmack einen Ticken besser sein können. Mit rund zwei Stunden nahm man sich für die mickrige Geschichte und den überschaubaren Inhalt eigentlich viel zu viel Zeit und hätte das Ganze deutlich komprimieren können. Es gab ein paar launige Momente und optische Highlights, dennoch auch kleinere Längen – die gerade besagten Popcorn-Kino nicht gut zu Gesicht standen.

Richtig gut gefielen mir hingegen Härtegrad und durchgestylte Optik. Alles schaute extrem hochwertig und makellos aus – was gut ins Gesamtbild gepasst hat. Die Blutfontänen und herumfliegenden Körperteile haben hierbei einen guten Kontrast, unterstrichen sie einen gewissen Trash-Faktor und lockeren Umgangston.

„Bullet Train“ ist kein Hit, aber auch kein Flop. Er ist ein netter, unterhaltsamer und weitestgehend leichtgängiger Film für Zwischendurch – aber eben nicht mehr. Das ist durchaus in Ordnung, wenngleich ich auf höheres Kultpotential gehofft hätte. Unterm Strich ein kurzweiliges Event, welches wohl schnell wieder in Vergessenheit geraten wird. Einmal Anschauen geht vollkommen klar. Knappe 7 von 10…

7/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Do Revenge

Inhalt

Durch ein unabsichtlich veröffentlichtes Video, wird ein beliebtes Mädchen von ihrem Thron gestürzt und fällt aus dem Kreis der angesagtesten Kids der Schule. Sie glaubt jedoch nicht an einen Hackerangriff und vermutet hinter dieser Sache pure Absicht ihres Ex-Freundes. Zusammen mit einer neuen Bekanntschaft arbeitet sie einen Racheplan aus…

Fazit

„Do Revenge“ war ein äußerst komischer Film, aber unverhoffter Glückstreffer zugleich. Hätte mir Netflix diesen Titel nach dem Einloggen nicht direkt vorgeschlagen, hätte ich wohl weitergezappt – und mich um einen unterhaltsamen Abend gebracht.

Am Anfang fühlte sich das Geschehen wie eine austauschbare und recht seichte Teenie-Klamotte an und entsprach so gar nicht meinem üblichen „Beuteschema“. Zunächst lief das Ding so nebenbei während ich am Handy noch ein paar Einkäufe erledigte, doch irgendwann zog das vermeintlich oberflächliche Geplänkel gehörig in seinen Bann.

Von einer richtig guten Story und ausgezeichneten Darstellern vermag ich eigentlich nicht zu sprechen, aber dennoch war das Gesamtbild stimmig. Nicht nur die Figuren, auch sämtliche Kulissen waren auf Hochglanz getrimmt und stets perfekt ausgeleuchtet. Man fühle sich wie in einer typisch amerikanischen Daily-Soap, wobei die Rachethematik und nette Wendungen das heile Weltbild auf angenehme Weise ins Wanken brachten.

Auch wenn ich mich nicht wirklich in die Lage der allermeisten Figuren hineinversetzten konnte, machte das Zuschauen irgendwo Spaß. Die fehlende Identifikation wurde zur Nebensache und der Unterhaltungsfaktor stand klar im Vordergrund. Man konnte sich prima zurücklehnen und die bitterböse Aktionen unserer fiesen Akteure einfach genießen.

Der Verlauf war kurzweilig – und wie bereits angedeutet – sogar recht spannend gestrickt. Das Pacing insgesamt und die Mischung aus Gags und kruden Situationen haben gepasst und ließen trotz knapper zwei Stunden Laufzeit keinerlei Leerläufe aufkeimen. Wir reden hier nicht von höchster Kunst auf AAA-Niveau, aber durchwegs solider Kost ohne größere Patzer (von einigen weit hergeholten Story-Zusammenhängen mal abgesehen).

Ich wiederhole mich nicht unbedingt gerne, aber auf diesen Film trifft es wieder eindeutig zu. Dank Netflix schaut man über den Tellerrand und wird auch hin und wieder mit schönen Titeln beglückt – die für mich sonst definitiv unter dem Radar geflogen wären. Klar gibt es anspruchsvollere, schlüssigere und interessantere Werke – aber die man muss man auch das nicht immer haben. „Do Revenge“ war ein toller Snack für Zwischendurch!

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Massive Talent

Inhalt

Der abgehalfterte Schauspieler Nick Cage hat Geldsorgen und hofft auf bessere Zeiten. Aus Verzweiflung nimmt er sogar die gut dotierte Einladung eines wohlhabenden Typen an und besucht ihn auf Mallorca. Da das FBI seinen Gastgeber für einen kriminellen Waffenschieber hält, muss Cage nun unerwartet die Rolle seines Lebens schlüpfen…

Fazit

Im Vorfeld gab es bereits etliche Vorschlusslorbeeren für dieses Werk und ließen auf einen echten Kracher hoffen. Für mich mag „Massive Talent“ nicht zu den besten Filmen von Cage gehören – aber immerhin mit zu dem Besten was er Abseits von „Pig“ in den letzten Jahren abgeliefert hat.

Der Streifen ist angenehm selbstironisch und steckt voller Zitate. Cage greift seine alten Erfolge humoristisch auf, ohne dabei zu dick aufzutragen. Man hatte sogar das Gefühl, dass er hier richtig Spaß an der Arbeit hatte, was übrigens auch auf seinen Filmpartner Pedro Pascal zutrifft. Die Beiden ergänzten sich prima und sorgen mit ordentlicher Situationskomik für gute Unterhaltung. Zwar zündete nicht jeder Gag, aber die Quote war schon recht gut und einige Einlagen zum Tränenlachen.

Die Handlung war an den Haaren herbeigezogen und nicht wirklich schlüssig. Glücklicherweise war dies aber verkraftbar und war lediglich als Bühne für seinen Hauptdarsteller anzusehen. Sie war weder sonderlich originell, noch spannend umgesetzt. Sie lief eigentlich so nebenbei und blockierte den überwiegend unterhaltsamen Verlauf nicht weiter, gab einfach immer mal wieder ein paar nette Vorlagen für die spaßigen Ereignisse.

Cage ist schon eine Klasse für sich und hat mit solch einer Selbstreflexion scheinbar kein Problem. „Massive Talent“ richtet sich in erster Linie an seine Fans und verwöhnt diese mit lustigen Einlagen und vielen kleinen Details. Andere Zuschauer bekommen zwar auch ein paar kleinere Lacher, dennoch funktioniert der Streifen erst mit gewisser Vorkenntnis. Unterm Strich also eine kleine Empfehlung wert – auch wenn letztlich nicht das allergrößte Meisterwerk herausgekommen ist.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

Das fünfte Element

Inhalt

Alle 5000 Jahre greift das unsagbar Böse nach der Erde und droht mit ihrer Vernichtung. Diesmal liegt unser Schicksal in den Händen von Taxifahrer Korben Dallas, der sich mit einer überraschenden Fracht eher unfreiwillig seiner überwältigen Aufgabe stellt…

Fazit

Zu einem Film wie diesen gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Mit „Das fünfte Elemente“ schuf Luc Besson vor nunmehr 25 Jahren einen Kult, um dessen Ausmaß ich mir schon als Jugendlicher im damaligen Kinositz vollkommen bewusst war. Ich hatte zwar keinen „Krieg der Sterne“ vor mir, aber einen großartiges und vor allem eigenständiges Sci-Fi- Erlebnis mit Unterhaltungswert auf höchstem Niveau – dass selbst nach dutzenden Sichtungen nichts von seinem großartigen Charme verlieren möchte.

Am vergangen Wochenende gab es diesen Kultstreifen endlich in 4K auf der heimischen Leinwand und rief erneut Begeisterungsstürme hervor. Weniger wegen seiner mittelprächtigen Handlung, vielmehr wegen der grandiosen Effekten, der hohen Gag-Dichte und dem geschmeidigen Tempo.

Die Optik ist durchwegs knallbunt, dennoch „seriös“ und irgendwie realistisch. Alles wirkt aus einem Guss, in sich stimmig und überhaupt total liebevoll ausgestaltet. CGI war zwar schon damals halbwegs ausgereift, dennoch beschränkten sich diese Effekte auf das Nötigste. Gerade in den „Morph“-Szenen sieht man der Produktion ihr Alter an, doch der stimmige und handwerklich perfekte Rest übertüncht dies mit Leichtigkeit. Die schwebenden Fahrzeuge und die tollen Stadt-Panoramas wirken noch immer sehr eindrucksvoll und gaben nichts zu meckern.

Die Geschichte hat noch nie einen Oscar verdient, doch schlimm war das nicht. Eigentlich ganz im Gegenteil: der simple Plot ist leicht zu verstehen, die Grenzen zwischen Gut und Böse klar getrennt und das Hirn kann einfach mal runterfahren. So bleibt mehr Konzentrationen für die kleinen Randelemente und vor allem auch für die unzähligen Anspielungen an andere Werke, bei denen sich der Regisseur teilweise selbst zitiert.

Auch wenn Bruce Willis zunächst gar nicht für seine Rolle vorgesehen war, hat er sich als Korben Dallas neben seinem berüchtigten John McClane im Hirn eingebrannt. Er war genau der richtige Gegenpart zur jungen Milla und brachte den unfreiwilligen Helden mit Glaubwürdigkeit rüber – sofern man dies in dem schrägen Gesamtkontext irgendwie behaupten kann.

Alle Charaktere hatten etwas schräges, etwas absurd überzeichnetes und dennoch viel sympathisches. Viele Dinge waren extrem „drüber“ und dennoch ergab sich ein stimmiges Gesamtbild ohne dabei lächerlich rüber zu kommen oder wie eine billige Space-Opera zu wirken. Man schien immer genau die Kurve zu bekommen, was beispielsweise in den Szenen von Chris Tucker prächtig rüberkam.

„Das fünfte Element“ ist ein fantastisches Weltraum-Abenteuer und gehört eigentlich in jede gut sortierte Filmsammlung. Die Macher gaben sich Mühe, behielten einen Blick für tolle Details und lieferten am Ende einen handwerklich eindrucksvollen Kracher mit hohem „Wiederschauwert“ ab!

9/10

Fotocopyright: LEONINE

Me Time

Inhalt

Frau und Kinder sind für ein paar Tage weg und Sonny hat endlich mal wieder ein bisschen Zeit für sich selbst. Auf der Suche nach Abwechslung klappert er seine Kumpels ab, bis er letztlich bei seinem alten Buddy Huck landet. Eigentlich wollte er mit diesem Lebemann nicht mehr abhängen, doch vielleicht hat er sich ja seit dem letzten Treffen etwas verändert…

Fazit

Filme mit Mark Wahlberg sind für mich immer eine Sichtung wert. Der ehemalige Musiker und Tänzer hat sich über die Jahre so stark in Hollywood bewährt, dass er mittlerweile zu einer festen Größe geworden sind. Vor allem im Comedy-Bereich ist er sonst so richtig stark, doch bei „Me Time“ sollten ein paar seiner charmanten Gags leider auch das echte Highlight bleiben…

Die Handlung war simpel, aber zweckdienlich und im Grunde vollkommen in Ordnung. Leider nutzten die Macher jedoch nicht deren volles Potential und so wirkte der Streifen trotz einiger minimal anzüglichen Momente nicht sein erhofftes Potential. Das Zusammenspiel von Hart und Wahlberg war gut, aber weit davon entfernt perfekt ineinander zu greifen und sich gegenseitig zu Höchstleistungen anzuspornen. Sie lieferten sich nette Wortgefechte, echte Knaller blieben hingegen aus.

Alles fühlte sich nach Standardware und somit etwas seelenlos an. Alle spulten ihr Programm herunter und die Story verlief nach bewährtem Muster. Man langweilte sich nicht wirklich und dennoch schlich sich die Resignation ein. Erhofft habe ich mir ein paar feuchte Augen wegen lustiger Gags, bekommen habe ich lediglich ein paar Schmutzler – und immerhin ein paar Klemmbaustein-Objekte in den Kulissen des Kinderzimmers.

Unterm Strich war „Me Time“ kein Hit, aber ein grundsolider Titel im Programm des Streaming-Giganten. Wiedermal gilt, dass man als Bestandskunde gerne reinschnuppern darf, jedoch nicht zu viel erwarten sollte. Unterhaltsam war das Gebotene schon, allerdings kein Quell an Innovation oder außerordentlicher Darstellerleistungen.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Sonic the Hedgehog 2

Inhalt

Dem fiesen Dr. Robotnik ist die Flucht aus seinem Exil gelungen und zusammen mit einem neuen Partner geht er auf die Hatz nach dem blauen Igel Sonic. Dieser wollte nun eigentlich ein paar freie Tage genießen und muss nun erneut die Welt retten…

Fazit

Der erste Teil hat mich seinerzeit echt positiv überrascht und als das „Sega“-Logo über den Bildschirm huschte, war die Gänsehaut sofort zu spüren. „Sonic 2“ holt sich zudem ein paar weitere Charaktere aus dem bekannten Universum zur Hilfe, bleibt aber nüchtern betrachtet ein Film rein für das jüngere Publikum.

Die Geschichte war so lala und durfte als Rahmen für witzige Momente und flinke Action herhalten. Sie war nichts Besonderes, verband Figuren und Referenzen immerhin recht solide. Fans werden abseits der vertrauten Gesichter viele Anspielungen und Hintergrunddetails entdecken, die sie zum Schmunzeln bringen werden – was im Gesamtkontext leider nur bedingt anzuerkennen ist.

Wie Eingangs erwähnt, handelt es sich bei „Sonic 2“ um einen Film für die jungen Zuschauer. Dialoge und Humor wollten bei mir nicht so ganz zünden, selbst wenn ich mir große Mühe gab. Ich mag Jim Carrey und schätze seine beachtliche Gestik, doch ich fühlte mich stets zu alt für diese flachen Gags. Überhaupt war die Spielzeit mit knapp zwei Stunden viel zu lang und unschöne Längen immer mal wieder zugegen.

Die Effekte und der Soundtrack waren hingegen sehr gut und ließen die CGI-Figuren toll mit den realen Hintergründen verschmelzen. Animationen und Synchronisation passten wie die Faust aufs Auge und beim Einfallsreichtum der Designer konnte man nichts kritisieren. Alles fühlte sich stimmig gemacht an und passte zur Welt aus den Spielen (kleinere Namens-Anspielungen inklusive).

Als großer Videospielfan begleitet mich der blaue Igel schon seit den ersten Tagen auf dem Mega Drive und Game Gear. So insgesamt bin ich mit seinem zweiten Ausflug auf die große Leinwand zufrieden, auch wenn ich nicht mehr ganz der Adressat für den bunten Spaß bin. Mir hätte das Treiben mit etwas kürzer Laufzeit vielleicht einen Ticken mehr Unterhaltung geboten, aber unterm Strich war der Titel schon absolut in Ordnung.

6,5/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Stichtag – Staffel 1 + 2

Inhalt

In beiden Staffeln geht es um einen bestimmten Stichtag im Leben junger Menschen. Während unsere Protagonisten zunächst noch mit der Eroberung der Damenwelt beschäftigt sind, drängt das Bezahlen von Schulden innerhalb einer knappen Frist schon heftiger…

Fazit

Mit „Stichtag“ verfolgt Streaminganbieter Joyn ein interessantes Konzept, welches in meinen Augen in den bisher zwei Staffeln vollkommen aufgegangen ist. „Stichtag“ ist eine so genannte Web-Serie, welche die Dinge mit kurzen Episoden auf den Punkt bringt und die Konzentrationsspanne der (wahrscheinlich überwiegend jungen) Zuschauer nicht überreizt. Ich habe den bisherigen Output innerhalb kürzester Zeit durchgeschaut und gebe beide Daumen nach oben.

Durch ihren einfachen und dennoch eleganten Look wirkt die Produktion sehr authentisch, fast schon dokumentarisch. Der Cast bestand aus Laiendarstellern, die direkt aus dem Leben gegriffen wurden und schnell große Sympathie für sich verbuchen konnten. Sicherlich mag die reichlich vorhandene Jugendsprache zunächst etwas befremdlich erscheinen, doch trägt auch sie ihren Teil zum glaubwürdigen Ganzen bei. Man konnte sich gut in die Charaktere hineinversetzen und deren Sorgen und Nöte prima verstehen – mit ihnen lachen oder weinen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Konkurrenten waren die Ereignisse hier wesentlich näher am Leben bzw. konnte ich mich wesentlich besser darauf einlassen. Auch trug die Location um München ihren Teil zum positiven Gesamtbild bei und war noch nicht so verbraucht wie beispielsweise Köln oder Berlin. Er herrschten andere Dialekte und das tat wirklich mal gut, hob sich definitiv mit vom Einheitsbrei ab.

Wie erwähnt, sind die einzelnen Folgen mit jeweils rund 15 Minuten sehr überschaubar ausgefallen, kommen aber ohne Längen daher und reden nicht um den heißen Brei. Das Tempo war stets angenehm hoch und dennoch ging die Übersicht nicht verloren. Manchmal wirkten die Szenen improvisiert oder wie bei einer Schulaufführung vorgetragen, doch gestört hat dies nicht wirklich. Vielmehr gab es dem Gezeigten einen gewissen Reiz und eine Naivität, die andere Produktionen längst verloren haben.

„Stichtag“ mag nicht für Jedermann sein, war für mich jedoch eine kurzweilige Angelegenheit mit hohem Unterhaltungswert. Sicherlich konnte man für sich selbst nicht alle Verhaltensweisen der hier gezeigten Jugendlichen nachvollziehen, doch das Verstehen ihrer Motivationen war einer der großen Stärken der ganzen Sache. Die Macher haben eine Wandlung der Figuren zwischen den beiden Staffel schon eindrucksvoll aufgezeigt und ich hoffe, dass es bald wieder Nachschub an neuen Abenteuern geben wird. Die tollen Darsteller werden hoffentlich ebenfalls noch von sich hören lassen!

8/10

Fotocopyright: Joyn

Kleo – Staffel 1

Inhalt

Kleo ist Geheimagentin für die DDR und geht für ihrem Job wortwörtlich über Leichen. Als sie eines Tages abgeführt und verhaftet wird, versteht sie die Welt nicht mehr. Keiner ihrer alten Freunde und Kollegen scheint mehr zu ihr zu halten, harte Jahre im Knast stehen auf dem Programm. Mit dem Mauerfall erhält sie als politischer Gefangener allerdings Amnesie und sieht mit der neuen Freiheit endlich die Zeit für Rache gekommen…

Fazit

Wenn ich eine Serie an einem einzigen Tag „durchbinche“, dann muss sie schon verdammt gut sein – und genau dies war hier der Fall. Sicherlich umspannte die erste Staffel lediglich 8 Episoden, doch die waren immerhin jeweils knapp eine Stunde lang und somit nicht von Pappe.

Grundsätzlich interessierte mich das Setting rund um DDR, Stasi und Geheimagenten wenig, aber hier ging man die Sache wesentlich unkonventioneller als üblich an. Man nahm reale Ereignisse und Figuren lediglich als Eckpfeiler, kreierte damit eine eigene Geschichte, die jedem Aluhut-Träger dicke Tränen der Freude in die Augen zaubern dürfte.

„Kleo“ war auf der einen Seite brutal und vielleicht gar nicht mal so abwegig, auf der anderen Seite jedoch herzhaft überzogen, satirisch und zynisch. Man scherrte sich nicht um politische Korrektheit und zog alle Seiten, alle Organisationen und alle Arten von Charakteren durch den Kakao. Dabei schaffte man es aber stets cool und interessant, nie allzu lächerlich rüber zu kommen.

Wenn ich mich noch an „Fack ju Göhte“ zurück erinnere, dann hätte ich nicht gedacht, dass Chantal mal anderweitig so exzellent auftrumpfen würde. Man kennt Jella Haase zwar ebenfalls aus „Kriegerin“ oder „Berlin Alexanderplatz“, doch hier trägt sie das Geschehen als Hauptdarstellerin wirklich von allein. Ihr stehen zwar einige bekannte Gesichter der hiesigen TV-Landschaft zur Seite, ihre Leistung übertrumpft sie alle. Beim Trailer war ich noch skeptisch, beim fertigen Produkt nach wenigen Sekunden überzeugt.

Nach einigen eher soliden Produktionen hat Netflix mit „Kleo“ endlich mal wieder einen kleinen Knaller im Portfolio und eine Empfehlung geht raus. Lasst euch von der Grundthematik nicht abschrecken, denn diese Serie ist viel leichtgängiger, unterhaltsamer und packender, als es zunächst den Eindruck macht. Die Geschichte scheint nun erst einmal auserzählt, doch vielleicht knüpfen sich die Macher mit ihrem eigenem Stil noch eine andere Epoche vor.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

Day Shift

Inhalt

Damit Ex-Frau und Tochter nicht wegziehen, will Bud das benötigte Geld für die lokale Schule in kürzester Zeit auftreiben. Zwar geht er augenscheinlich einem normalen Job nach, doch hin und wieder geht er auf die Jagd nach Vampiren. Bei seinem aktuellen Auftrag legt er sich allerdings mit den Falschen an und bringt sein Umfeld in Gefahr…

Fazit

Vampirfilme gibt es wie Sand am Meer, doch hin und wieder gibt es darunter ein paar echt launige Vertreter. Es wäre vermessen zu behaupten, dass „Day Shift“ hier irgendwelche neuen Impulse einbringt – doch sein Unterhaltungsfaktor hat unterm Strich soweit gestimmt.

Der Streifen folgt üblichen Mustern und weicht dabei nicht vom vorhersehbaren Wege ab. Alles verläuft so, wie man es von einem standardisierten Genrevertreter erwartet und große Wendungen blieben aus. Dies lässt uns dann aber immerhin auf die toll gemachten Actionszenen fokussieren – die optisch und vom Härtelevel wirklich Laune machten.

Die Kämpfe sind hübsch choreografiert, Blutfontänen spritzen und Gliedmaßen fliegen umher. Dabei ist jedoch auch gut, dass sich das Ganze nicht allzu ernst nimmt und mit lockeren Sprüchen die drastischen Bilder angenehm abfedert. Man fühlt sich stellenweise wie in einem modernen „Blade“, der mit wesentlich mehr Humor daher kam und somit ideales Popcorn-Kino darstellte.

Jamie Foxx hat seine Sache passabel, aber nicht überragend gemacht. Der Schauspieler hat schon wesentlich bessere Arbeit abgeliefert – hatte dafür aber allerdings auch die passenderen Rollen. Hier war er zu einem smarten Vampirjäger verdonnert, was immerhin ganz gut gelang. Gefallen hat mir vor allem Snoop Dogg in einer schrägen Nebenrolle, die unseren Helden prima ergänzte.

„Day Shift“ ist kein überragendes Kino, aber ein cooler Snack für Zwischendurch. Er definiert das Genre nicht neu, konnte selbst mit seinem Witz nicht immer vollends überzeugen – doch am Ende dominierte trotzdem sein Unterhaltungswert. Dieser Film ist ein prima Beispiel für einen netten Inklusivartikel, den man als Abonnent von Netflix einfach mal mitnimmt. Kein Überhit, aber immerhin keine allzu große Enttäuschung wie andere Titel (u.A. Der Spinnenkopf, The Gray Man) zuletzt.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Buba

Inhalt

Jakob und sein Bruder gehören nicht zu den schlausten Geschöpfen auf der Erde, möchten aber dennoch ihren Schnitt machen. Sie schließen sich der albanischen Mafia an und wollen sich fortan mit Schutzgelderpressungen und ähnlichen krummen Dingen ein gutes Einkommen sichern…

Fazit

„Buba“ ist nicht das erste interne Spin-Off einer Netflix-Produktion – und sicherlich auch nicht das Schlechteste. Klar wurden hier Figuren, Schauplätze und Abläufe arg überzeichnet, doch mit ihrer liebenswürdigen Umsetzung wieder gut verdaulich serviert.

Klar steht der namensgebende „Bubba“ (genial gespielt von Bjarne Mädel) klar im Vordergrund, aber der Rest vom Cast braucht sich keineswegs zu verstecken. Jeder Charakter hat seine Macken und vor allem auch seine individuellen Merkmale, die das Geschehen durchaus besonders machen. Wären es nun ausgefallene Dialekte oder optische Auffälligkeiten – der Titel wirkt bizarr und vielleicht auch deshalb sehr charmant.

Die eigenwillige Weise zieht sich auch bei der Handlung durch. Im Grunde ist der Inhalt schnell erzählt und relativ nüchtern strukturiert. Seine schrägen Elemente geben dem ganzen jedoch einen gewissen Kick, der uns bis zum bitteren Ende am Schirm hält. Schade allerdings, dass dem bunten Treiben zum Finale hin ein wenig die Puste ausgeht.

Die kreativen Ideen lassen auf der Zielgeraden federn und driften immer weiter in „sichere Gewässer“. Sicherlich musste man irgendwie die Kurve zur Serie hinkriegen, doch irgendwie wirkte das Gebotene im letzten Drittel nicht mehr ganz so crazy.

„Buba“ läuft nicht vollends rund, gleicht mit seinem besonderen Witz und spröden Charme Vieles wieder aus. Selbst wer die Serie („How to sell Drugs online (fast)„) nicht kennt, dürfte auf seine Kosten kommen – sofern er mit der eigenwilligen Art des Gesamten etwas anfangen kann. Ich wurde jedenfalls sehr gut bei Laune gehalten – auch wenn ich letztlich froh war, dass der Streifen kostenfrei im Abo enthalten war.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Seite 1 von 25

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén