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Schlagwort: Komödie Seite 1 von 23

Senior Year

Inhalt

Die High School ist fast zu Ende und die ehrgeizige Schülerin Stephanie steht kurz vor der Erfüllung ihrer Träume. Sie ist talentierte Cheerleaderin, mit einem tollen Typen zusammen und hat beste Chancen die diesjährige Abschlusskönigen zu werden. Leider landet sie nach einem schweren Sturz im Komma und wacht erst 20 Jahre später wieder auf…

Fazit

Es gibt Filme, die einfach irgendwas im Inneren des Betrachters triggern und genau diesen Effekt hat „Senior Year“ bei mir ausgelöst. Ich habe zwar mit dem eigentlichen Setting wenig Berührungspunkte, aber Erzählweise, Humor, Ausstattung und Darsteller haben bei mir wohlige Gefühle geweckt und mich bis zum famosen Ende herausragend bei Laune gehalten.

Bei diesem Titel hat einfach alles gestimmt und ich komme kaum noch aus dem Schwärmen heraus. Die Geschichte mag in weiten Teilen vorherschaubar und keineswegs neu gewesen sein, aber dies war hier erstaunlicherweise überhaupt kein Problem. Das Gezeigte wurde so kultig in Szene gesetzt und die sympathischen Darsteller taten ihr Übriges.

Bisher fand ich Rebel Wilson immer ganz okay, doch hier wurde ihr die Rolle absolut auf den Leib geschneidert. Man konnte sich gut in ihre Lage hineindenken, ihre Tun und Handeln nachvollziehen und selbst die krassesten Wandlungen gut verstehen. Gleiches galt allerdings auch für den Rest des großartiges Casts. Jeder Einzelne hat seine Sache hervorragend gemacht und seinen Teil zum Gelingen beigetragen. Selbst die kleinsten Figuren wurden prima gesetzt und waren immer mal wieder für einen Lacher gut. Besonders der Vertrauenslehrer hat es mir hierbei angetan.

Womöglich resultierte das Eingangs erwähnte „triggern“ auch daher, weil ich viele Dinge aus meiner Jugend wiedererkannt habe und oftmals nostalgische Gefühle geweckt wurden. So musste ich beim Blick durch Stephanies Zimmer unentwegt grinsen und bei der Wahl ihrer Outfits dann endgültig kapitulieren. Viele Elemente der 90iger wurden perfekt getroffen und in diesem Zuge sogar perfekt auf aktuelle Wandlungen projiziert. Man kritisierte spielend die Verweichlichung einiger Gegebenheiten und zog sie brillant durch den Kakao – ohne dabei seine allgemeine Familientauglichkeit zu mindern und trotz kleinerer Schimpfworte ein gewisses Niveau beizubehalten.

Allgemein waren die Gags einwandfrei geschrieben. Sie gingen immerzu auf und fügten sich mühelos in den geschmeidigen Verlauf ein. Es gab keinerlei Durchhänger oder Abnutzungserscheinungen. Die knappen zwei Stunden vergingen wie im Flug und hätten von mir aus auch noch einen Nachschlag verkraften können. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann mir ein Film zuletzt so kurzweilig vorgekommen ist und wo die Gagdichte so unverschämt hoch gewesen ist. Dabei waren es nicht einmal die vielen Lacher, sondern vor allem auch die dramatischeren Parts, die sich eingebrannt haben. Man verstand es, traurige Momente gefühlvoll mit Witzen zu verknüpfen und trotz aller Berechenbarkeit gewaltige Emotionen beim Betrachter auszulösen.

Berits der Trailer hat mir gut gefallen, doch das fertige Endergebnis konnte alle Erwartungen toppen und sich bereits jetzt zu einem meiner Filme des Jahres mausern können. „Senior Year“ war ein genial inszeniertes Meisterstück mit unvergleichbar hohem Unterhaltungswert und tollen Darstellern in Höchstform. Das Ganze mag insgesamt eher simpel gestrickt gewesen sein, hat aber genau die richtigen Synapsen in meinem Hirn bedient und sich weit vorne in meiner Gunst positioniert. Jetzt wünsche ich mir eine Fortsetzung oder gar einen völlig neuen Streifen – von und mit den gleichen Beteiligten wie hier. Für solche Erlebnisse lohnt sich das Abo von Netflix auf jeden Fall!

9/10

Fotocopyright: Netflix

Ein Mordsteam

Inhalt

Die Leiche einer Frau bringt zwei ungleiche Polizisten in den Ermittlungen zusammen. Während der Eine mit Stil und Bedacht vorgeht, geht der Andere direkt auf die Menschen zu und kennt keinerlei Scheu…

Fazit

Bei Filmen wie diesem hat man zu Beginn eine gewisse Erwartungshaltung und bekam am Ende auch genau das, was man sich erhofft hat. Eine austauschbares, aber trotzdem unterhaltsames „Buddy“-Movie – bei dem Figuren und Pacing soweit gepasst haben.

Wirklich Neues servieren uns die Macher zwar nicht, doch setzten bewährte Elemente routiniert in Szene und boten eine rundherum gute Unterhaltung. Es machte Spaß, den beiden Hauptfiguren bei ihren Ermittlungen zu folgen und deren bissigen Wortgefechten zu lauschen. Dabei fand ich sehr gut, dass die beiden Persönlichkeiten nicht zu stark überzeichnet wurden und jeder für sich tiefere Charakterzüge vorzuweisen hatte.

Die Mischung aus Krimi, Action und Humor war genau richtig. Das Geschehen behielt stets eine gewisse Grundspannung und wurde nicht durch unpassende Blödeleien verwässert. Es gab zwar schonmal was zum Lachen, aber höchstens mit und nicht über die Figuren. Man ließ die Handlung nie zu einer plumpen Satire werden und behielt kontinuierlich ein ordentliches Niveau bei.

Französische Filme sind zumeist etwas speziell und treffen gerade beim Witz nicht immer meinen Geschmack. Während ich beispielsweise mit „Ziemlich beste Freunde“ überhaupt nichts anfangen konnte, hatte ich hier allerdings richtig Spaß und wurde bis zum Ende prima bei der Stange gehalten. Natürlich hat man Alles schon irgendwo einmal gesehen, doch bei diesen „Mords-Team“ hat die Mischung einfach gepasst. Ein grundsolider, guter Film.

7/10

Fotocopyright: Universum Film

The Lost City – Das Geheimnis der verlorenen Stadt

Inhalt

Ein schräger Geschäftsmann ist verzweifelt und entführt eine Bestseller-Autorin. Diese kennt sich zumindest in ihrem Romanen bestens mit versunkenen Städten aus und genau aus diesem Gebiet wird ihre Expertise benötigt. Sie wird an eine Ausgrabungsstätte gebracht und soll dem Team beim Übersetzen alter Texte behilflich sein. Zum Glück ist aber bereits ein Rettungstrupp auf dem Weg zu ihr….

Fazit

Schon der Trailer hat mich enorm zum Lachen gebracht und prima auf dieses Werk eingestimmt. Natürlich wurden darin die richtig dicken Highlights bereits vorweggenommen, doch war das Gebotene abseits dessen absolut kein Reinfall und eine entspannt-unterhaltsame Angelegenheit.

Die Geschichte war eher so lala und höchstens als Rahmen für seine markanten Figuren und die überwiegend gelungenen Gags zu betrachten. Während die Handlung an sich kaum Überraschungen bereit hielt, wussten die Figuren umso mehr zu Glänzen und kontinuierlich bei Laune zu halten.

Die Rollen wurden perfekt besetzt und mit den richtigen Parametern umgesetzt. Die Darsteller nahmen sich nicht zu ernst und scheinen sichtlich Spaß an ihren zuteilten Charakteren und der Gesamtsituation zu haben. Besonders Pitt war absolut grandios und sorgte für ein breites Grinsen im Gesicht. Schade, dass sein Part etwas kurz ausfiel – aber immerhin deutlich umfangreicher als beispielsweise noch bei „Deadpool 2“.

Auch die Chemie beim Rest hat gepasst. Daniel Radcliffe gab einen tollen Bösewicht, Sandra Bullock kam besonders hübsch zur Geltung und ein Channing Tatum war prädestiniert für seinen Part. Man nahm ihm sein Spiel vollkommen und irgendwie wirkte er trotz oder grade wegen seiner Tollpatschigkeit so sympathisch.

Auf dem Schirm war immer was los und das Tempo durchwegs hoch. Es gab keinerlei schmerzliche Längen, von einem leicht behäbigen Start mal abgesehen. Sobald es in exotische Gefilde ging, hat das Abenteuerfieber gepackt und bis zum bitteren Ende nicht mehr vom Haken gelassen. Eine wunderschöne Optik und ein eingängiger Soundtrack taten dabei ihr Übriges.

„The Lost City“ überbrückt die Wartezeit auf den neuen „Indiana Jones“ mit Bravour. Weil er seine Sache etwas lockerer anging und mit Übertreibungen agierte, gefiel er so gut. Sicherlich mag unterm Strich kein neues Meisterwerk vor unseren Augen über die Leinwand huschen – aber ein grundsolider Titel mit jeder Menge Kurzweil und tollen Darstellern.

7,5/10

Fotocopyright: Paramount

Money Train

Inhalt

John und Charlie sind ungleiche Brüder, die dennoch wie ein perfekt eingespieltes Team agieren und ihrem Job als Polizisten mit Hingabe nachkommen. Selbst ungemütliche Vorgesetzte können diesen Bund nicht schwächen, doch eine neue Kollegin bringt plötzlich alles durcheinander…

Fazit

Mit Lopez, Snipes und Harrelson lieferte man uns anno 1995 einen Cast, der heute vielleicht noch beeindruckender als damals erscheint und gewisse Erwartungen weckte. Während das Zusammenspiel der Superstars auch prima funktionierte, hing das eigentliche Storytelling leider manchmal ein wenig durch und hinterließ am Ende einen durchwachsenen Eindruck.

Für meinen Geschmack hätte man den Fokus eher auf den eigentliche „Heist“-Part, sprich den Überfall auf den namensgebenden „Money Train“ und weniger das Liebesgeplänkel der Darsteller untereinander setzten sollen. So spielt sich zwar eine nettes, aber auch leider austauschbares Drama ab – was hauptsächlich von seinen sympathischen Figuren, nicht aber von der Ausarbeitung seiner Szenen profitiert.

Man hat alles irgendwo schon einmal gesehen und geht der Romanze mit laufender Spielzeit nicht mehr mit voller Aufmerksamkeit nach. Gen Ende versucht man zwar mit actionreicheren Einlagen diesen verlorenen Boden wieder gut zu machen, doch irgendwie gelingt dies nur mittelprächtig und es fühlt sich sogar leicht aufgesetzt an. Man brachte Schwung in die Sache, stellte sich aber technischen Limitierungen und einer eher harmloseren Gangart entgegen. Es knallte nicht so wirklich und manch optischer Eindruck wirkte billig getrickst.

Ich hätte es witziger gefunden, wenn das Trio den Coup mit dem Zug gemeinsam geplant und trickreich durchgeführt hätten. Sicherlich wäre dies auch nicht sonderlich innovativ, aber vielleicht wesentlich spaßiger gewesen. Das Geschehen hätte eine andere Perspektive gefunden und wäre trotzdem im Einklang mit seinem eingeschlagenen Weg gewesen – gar wären die Charaktere noch einen Ticken interessanter geworden. Man hätte sie auch hier nicht gegeneinander ausspielen müssen.

Lange habe ich „Money Train“ nicht mehr gesehen, doch die verwaschenen Erinnerungen konnten sich doch soweit bestätigen. Der Cast mag nachwievor gefällig sein, der Film an sich bleibt unterm Strich eher okay und markiert kein unverzichtbares Highlight. Ein wenig mehr Action hätte dem Treiben keineswegs geschadet – als Actionthriller oder Komödie erschien mit alles viel zu zahm.

6,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Lake (PC)

Inhalt

Nach rund 22 Jahren kehrt Meredith in die alte Heimat zurück. Sie benötigt eine Pause vom harten Job in der Großstadt und hütet das Haus der Eltern, die sich in den Urlaub verdrückt haben. So richtig Abschalten kann die junge Dame allerdings nicht, denn so ganz nebenbei muss sie für ihren Vater als Postbote einspringen…

Gameplay

Erwartet habe ich eine Art von Adventure, bekommen habe ich einen Lebens-Simulator – der einen großen Fokus auf das Ausliefern von Briefen und Paketen legte. Das Spiel erstreckt sich dabei über 2 virtuelle Spielwochen, in denen der Spieler neben dem Austragen der Post auch Kontakt mit den Anwohnern knüpft.

Eine jederzeit zuschaltbare Karte zeigt an, wo genau eine Lieferung stattfinden muss und ob es sich dabei um einen Brief oder ein Paket handelt. Schnell lernen wir dabei die Straßenkarte bzw. die wichtigsten Locations auswendig und werden bei unserem Touren immer schneller.

Das eigentliche Spielprinzip hinter dem Spielprinzip ist aber das Kommunizieren mit den Einwohnern der Kleinstadt. Gelegentlich kommt Meredith mit ihren Kunden ins Gespräch, erfüllt kleinere (Fahr-)Aufträge oder verabredet sich nach der Arbeit mit ihnen. Sie baut eine Beziehung zu den unterschiedlichsten Charakteren auf und der Spieler entscheidet anhand von einigen Antwortmöglichkeiten, wie sehr dies in die Tiefe geht. Ob Freundschaften oder gar Beziehungen entstehen oder nicht.

Spielzeit

Die 2 Spielwochen InGame-Spielzeit entsprachen bei mir ungefähr 4 Abende zu je zirka 1 – 1,5 Stunden. Gespeichert werden konnte zu jeder Zeit, so dass theoretisch auch kurze Botengänge ohne den kompletten Spieltag zu absolvieren möglich waren.

Präsentation

Optisch hat mir der Titel recht gut gefallen. Sicherlich stellt er keinerlei neue Referenzen auf, doch die Comic-Grafik ist stimmig und lud mit ihren bunten, warmen Farben zum Abtauchen ein. Die Landschaft war wunderhübsch und vergleichsweise detailreichreich gestaltet, doch auch so sprangen witzige Elemente (z.B. Filmcover in der Videothek) positiv ins Auge. Schade, dass bei den Fahrten einige Objekte sichtbar ins Bild „ploppten“, was sich allerdings nicht spielerisch auf das Geschehen an sich ausgewirkt hat.

Menüs und Untertitel waren auf deutsch, doch Sprachausgabe gab es lediglich auf Englisch. Diese war allerdings leicht verständlich und somit kein Problem. War allemal besser, als eine schlechte Synchronisation.

Positiv

  • hübsche Präsentation
  • netter Soundtrack
  • interessantes Spielkonzept
  • entspannte Spielweise

Neutral

  • simple Spielmechanik
  • langsames Spieltempo
  • mittelprächtige Spielzeit

Negativ

  • insgesamt sehr repetitiv

Fazit

Mit „The Lake“ liefern uns die Programmierer von Gamious ein eigenwilliges, aber keineswegs schlechtes Spiel ab. Hat man sich erst einmal mit der ungewohnten Mechanik angefreundet, geht das Zocken ganz gut von der Hand und irgendwann stellte sich dann auch eine gewisse Entspannung ein. Was sich zu Beginn etwas nach Arbeit anfühlt, wird nach kurzer Zeit immer eingängiger und macht dann irgendwo schon Laune.

Die begrenzte Spielzeit tat dem Geschehen allerdings gut, denn so richtig viel Spieltiefe mag sich einfach nicht entfalten. Obwohl die Randgespräche durchaus Charme besaßen und einen gewissen Unterhaltungswert boten, stieg man nicht zu heftig ins Szenario ein und errichtete eher oberflächliche Bindungen zu den meisten Figuren. Ales schien ein wenig belanglos und leider nicht so richtig packend. Auch schien die Entscheidungsvielfalt sehr beschränkt und die möglichen Konsequenzen relativ überschaubar.

Für ein paar kurze Abende geht der Titel vollkommen in Ordnung, doch eine uneingeschränkte Empfehlung vermag ich derzeit nicht aussprechen. Für knapp 30 Euro wird vergleichsweise wenig geboten und günstige Sales (zumindest für den PC) lassen garantiert nicht lange auf sich warten. Idealerweise nimmt man es aber in Zuge des Gamepasses mit (so wie ich) und kann bei Nichtgefallen überhaupt nicht Meckern. Unterm Strich ein spezielles, sympathisches, aber auch arg repetitives Spiel.

Grafik: 7,5/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 5,5/10
Gesamt: 6/10

Fotocopyright: Gamious / Whitethorn Games / Whitethorn Digital LLC

Marry Me – Verheiratet auf den ersten Blick

Inhalt

Kurz vor der Hochzeit auf der Bühne, erfährt Superstar Kat vom Fremdgehen ihres Verlobten. Aus Trotz möchte sie die Show dennoch durchziehen und greift sich einfach einen Besucher aus dem Konzertpublikum. Die Wahl fällt dabei auf den unscheinbaren Mathelehrer Charlie, der den Spaß kurzerhand einfach mitmacht…

Fazit

Wie es Trailer und Inhaltsangabe bereits im Vorfeld vermuten ließen, war „Marry Me“ eine seichte Romanze – die hauptsächlich von ihren charmanten Hauptdarstellern lebte und insgesamt auf „Nummer sicher“ ging. Dies hinterließ zwar einen kleinen Beigeschmack, funktionierte aber auf seine Weise recht gut und sorgte für einen unterhaltsamen Abend.

Die Geschichte mag sicherlich an den Haaren herbeigezogen wirken, gab sich mit seiner Grundidee immerhin um etwas Innovation bemüht und stellte insgesamt einen brauchbaren Rahmen für tolle Hauptdarsteller und so manch witzige Situationskomik. Man konnte das Treiben zwar nie für Ernst nehmen, dennoch wollte man sich dank der leichtgängigen Erzählweise gerne darauf einlassen.

Die Chemie zwischen Jennifer Lopez und Owen Wilson hat gepasst. Es machte Spaß ihnen beim Aufkeimen ihrer Beziehung beizuwohnen und gemeinsam mit ihnen über kleine Gags lachen zu können. Das verlief zwar alles sehr berechnend und nach gewohntem Schema, hielt trotzdem überaus passabel bei Laune. Die Beiden haben sich jederzeit gut ergänzt und vor allem die gemeinsamen Momente markierten die Highlights des Ganzen.

Technisch gab es natürlich auch nichts zu bemängeln. Hochwertige Bilder, teils opulente Kostüme und ein grandioser Soundtrack mit vergleichsweise vielen Gesangseinlagen wussten zu gefallen. Man fühlte sich sofort wohl und konnte schnell im Geschehen versinken. Zum Glück nicht zu kitschig, aber arg dem Thema entsprechend in Szene gesetzt.

„Marry Me“ ist sicherlich kein unverzichtbares Highlight und fühlt sich ein wenig als „Kino von der Stange“ an, machte aber dennoch eine Menge Laune. Das Tempo war sehr angenehm, die Dialoge nicht zu schnulzig und ein paar Passagen (z.B. im Klassenraum, auf dem Schulball) waren echt spaßig gemacht. Wer romantische Komödien mag, kommt hier voll auf seine Kosten! Ganz knappe 7 von 10.

7/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Der Wendepunkt

Inhalt

Mit einem guten Gewissen könnte man Ludovico als Langweilig bezeichnen. Der Student wirkt antrieblos, menschenscheu und möchte sich am liebsten mit seinen Zeichnungen zu Hause vergraben. Als er eines Tages die ungewöhnliche Bekanntschaft mit dem Kriminellen Jack macht, wird sein Leben allerdings heftig durcheinander gewirbelt…

Fazit

Die Prämisse dieses Filmes ist so ungewöhnlich, wie gut. Nicht unbedingt sonderlich glaubwürdig, aber eine stabile Grundlage für einen unterhaltsamen Abend und eine insgesamt solide Netflix-Produktion aus Italien.

Die beiden Hauptdarsteller ergänzen sich prächtig und es macht Laune, ihnen bei ihrem Aufbau einer ungewöhnlichen Freundschaft zuzuschauen. Man hadert zwar immer ein wenig mit dem Gesamtkonstrukt, doch an vielen Stellen rückt dies problemlos in den Hintergrund und man kann den kurzweiligen Verlauf unbeschwert genießen.

Der Streifen hält stets die Balance aus seinen unterschiedlichen Genres und fährt damit bis zum bitteren Ende recht gut. Neben einem guten „Buddy“-Movie, spüren wir die „Vibes“ eines Gangsterfilmes, der sich überraschenderweise sogar um Dimensionalität bemüht. Hier sind nicht alle Handlanger loyal und vor allem deren Motive gut begründet. Zwar mag dies in einer gewissen Vorherschaubarkeit münden, dem kurzweiligen Treiben tut dies jedoch keinen Abbruch.

Zur passenden Zeit streuen die Macher sogar kleine Späße ein, die den eigentlich eher ernsteren Grundton angenehm auflockern. Dies sorgt dafür, dass man sich nicht zu ernst nahm und so größeren Unmut über mangelnde Authentizität verhindert. Man lenkt perfekt von der „Außenwelt“ ab und zeigt eine stimmige Beziehung der beiden unfreiwilligen Leidensgenossen.

„Der Wendepunkt“ mag für mich nicht unbedingt der beste Name für diesen Titel sein, hat allerdings auch nicht völlig unrecht mit seiner Bezeichnung. Das Gebotene mag nüchtern betrachtet recht absurd wirken, konnte aber durchwegs bei Laune halten und hatte – abseits seines geschichtlichen Rahmens – keine groben Schnitzer aufzuweisen. Von mir gibt es jedenfalls eine kleine Empfehlung und vor allem einen Daumen hoch für das italienische Kino – vom dem ich gerne wieder etwas Mehr auf der heimischen Leinwand sehen möchte.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Die Rettung der uns bekannten Welt

Inhalt

Hardy hat es nicht einfach im Leben. Seit dem Tod seiner geliebten Ehefrau muss er sich allein um die drei Kinder kümmern und so nebenbei seinen stressigen Job als Architekt meistern. Er kann dabei zwar auf die Hilfe seines ältesten Sohnes zurückgreifen, doch als dieser wegen einer Erkrankung in ein Pflegeheim muss, schwimmt alles aus dem Ruder…

Fazit

„Die Rettung der uns bekannten Welt“ ist im Kern ein typischer Schweiger-Film, mit allen allseits bekannten Vor- und Nachteilen. Die Geschichte war eher seicht und vorhersehbar, die eigentliche Aussage aber herzensgut. Die Umsetzung gewohnt routiniert, der Unterhaltungswert trotz vieler Makel dennoch gegeben. Man versucht uns gar nicht erst auf falsche Fährten zu locken oder sich abzeichnende Beziehungen zu verändern, sondern spult wieder sein erstaunlich gut funktionierendes Standard-Programm beharrlich herunter.

Im Gegensatz zu anderen Werken fand ich den Cast bzw. das Spiel der Charaktere nicht immer ganz optimal. So waren vor allem die Abschnitte im Pflegeheim nicht gut gespielt und raubten dem Geschehen enorm viel an Glaubwürdigkeit, obwohl der Hintergrund doch eigentlich recht bedeutsam war. Genau wie die viel zu „altklugen“ Kinder präsentierten sich hier die Figuren viel zu nett und ihre Krankheiten kamen fast schon symphytisch rüber. Beispielsweise wurde das Tourette natürlich immer passend zur richtigen Stelle eingesetzt und Situationskomik auf Biegen und Brechen erzwungen.

Scheinbar hatten einige Dinge auch gar keine Konsequenzen und am Ende war alles zu stark auf Harmonie gebürstet. Keine Strafen, keine ernsten Worte, einfach lockere Stimmung und zuvor begangene Straftaten einfach vergessen. Ziemlich glatt im Vergleich zur Realität und dank der hübsch auf Hochglanz getrimmten Aufmachung fast schon verträumt und unbeschwert an den Mann (oder die Frau) gebracht. Klar will man, dass der Zuschauer nach knapp über zwei Stunden mit einem guten Gefühl abschaltet und dabei möglicherweise auch die ernsten Zwischentöne vergisst – was doch sehr bedauerlich erscheinen würde.

Strahlende Bilder, ein lockerer Soundtrack und fröhliche Gesichter. „Die Rettung der uns bekannten Welt“ fährt in sicheren Gewässern und hält keine Überraschungen bereit. Dies ist den Machern nicht zu verdenken und auch für uns Zuschauer eine verlässliche Angelegenheit, aber leider auch nicht mehr. Man wurde zwar überwiegend bei Laune gehalten und amüsierte sich selbst bei den ältesten Gags auf Neue, doch ein wenig mehr Innovation oder Dramatik hätten nicht geschadet. Man weiß was man bekommt, verzichtet dennoch auf bleibende Eindrücke.

6,5/10

Fotocopyright: Warner

Small Engine Repair

Inhalt

Da das letzte gemeinsame Zusammenkommen in einem heftigen Streit endete, habe sich drei Freunde schon länger nicht mehr sehen wollen. Die Situation schien verfahren, die Hürden unüberwindbar. Eines Tages jedoch finden sie sich – unter Vorspiegelung falscher Tatsachen – wieder zusammen und Einer bittet die Gruppe um einen verzweifelten Gefallen…

Fazit

Filme über die Freundschaft von Männern gibt es wie Sand am Meer, doch „Small Engine Repair“ stach trotz vieler vertrauter Elemente äußerst positiv hervor. Zwar gewinnt die Handlung erst im letzten Drittel an Brisanz, doch bis dorthin ging es keineswegs langweilig zur Sache und man zeichnete ein unterhaltsames Portrait von Typen in ihren besten Jahren – und wie sie miteinander verbandelt sind.

Man konnte sich gut in die sympathischen Figuren hineindenken und vor allem ihre Beziehung zueinander gut verstehen. Die Streitereien waren dabei so dämlich, wie alltäglich und das Zusammenraufen dann dennoch selbstverständlich. Man verstand wie der Hase läuft, wie dieses Dreieck funktioniert und versank dabei angenehm im Geschehen. Es entwickelte sich ein ordentlicher Sog, bei dem das aufreibende und kontrastreiche Finale nicht vollends deplatziert wirkte.

Man konnte sich sicherlich über den Ausgang der Geschichte streiten, doch irgendwo waren die Macher hier auch sehr konsequent. Ich hätte mir als unbedarfter Zuschauer etwas mehr „Befriedigung“ erhofft – habe aber gemerkt, dass der Fokus deutlich auf der Männerfreundschaft und weniger auf der Rache lag. Im Nachhinein hat uns der ganze Schlusspart wenig bis gar nicht voran gebracht, immerhin aber einen glaubwürdigen Abgang aufs Parkett gelegt.

Über weite Teile war „Small Engine Repair“ sicherlich eine simple Ansammlung von wenig gehaltvollen Männerkonversationen, doch irgendwie gab es dem Streifen auch einen sympathischen und greifbaren Anstrich. Zwar hätte ich mir einen derberen Ausgang gewünscht, respektiere aber den hier eingeschlagenen und eigentlich gar nicht mal so unintelligenten Weg. Unterm Strich ein sehenswerter Titel mit guter Balance aus gediegener Proll-Unterhaltung und ordentlichem Tiefgang.

7,5/10

Fotocopyright: Vertical Entertainment

Metal Lords

Inhalt

Zwei Außenseiter wollen an einem Bandwettbewerb der Schule teilnehmen, doch scheinen aufgrund ihrer schrägen Art nur wenig Aussicht auf Erfolg zu haben. Dies hindert sie jedoch nicht, hart für Ihr Ziel zu proben und die Kreditkarte des Vaters für den Erwerb angemessener Instrumente ausgiebig zu belasten…

Fazit

Mit „Metal Lords“ hat Netflix eine lockere Komödie mit viel Herz und reichlich biografischen Zügen im Sortiment. Auch wenn ich mit der im Fokus stehenden Musikrichtung relativ wenig anzufangen vermochte, konnte ich mich wunderbar in die Figuren hineindenken und ihre streckenweise herrlich humoristisch überzeichnete Situation in vollen Zügen genießen.

Der Film verarbeitet viele Themen rund um das Thema Erwachsenwerden und erhebt dabei niemals den mahnenden Finger. Man verstand die Handlungsweise aller Parteien und konnte die meisten Aspekte durchaus gut verstehen. In einigen Momenten fühlte man sich an die eigene Jugend erinnert und betrachtete manche Dialoge nun allerdings schon aus anderen Blickwinkeln – was hier nicht unbedingt verkehrt war und so den Titel für mehrere Zuschauerschichten interessant macht.

Die Darsteller haben ihre Sache hervorragend und vor allem glaubwürdig gemacht. Sie brachten ihre Emotionen einwandfrei rüber und ließen keinen Zweifel an ihren Zielen und Motivationen aufkeimen. Sie waren auf Anhieb sympathisch und erlaubten das unbeschwerte Abtauchen im Szenario. Schade fand ich lediglich, dass mir aufgrund mangelnder Fachkenntnisse nicht alle prominenten Nebenfiguren ein Begriff waren und so die ein oder andere Anspielung nicht vollends zünden konnte.

Die knappen 1,5 Stunden vergingen fast wie im Flug und zeigten keine gravierenden Längen auf. Auch wenn man sich den Ausgang der Handlung schon nach wenigen Minuten zusammenreimen konnte, war der Weg wieder das Ziel. Die gut geschriebenen Dialoge wussten immer bei Laune zu halten und irgendwo war der simpel gestrickte Verlauf auch recht entspannend. Man musste nicht um tausend Ecken denken und konnte seinen wilden Jungs auf dem Schirm einfach folgen.

„Metal Lords“ beweist, dass selbst ein abgedroschener Plot noch prima funktionieren kann. Sicherlich verlief hier Alles nach einem bewährtem und vorherschaubaren Schema, doch charmante Figuren und ein kurzweiliger Verlauf lassen darüber hinwegsehen. Als Genre-Referenz würde ich das Teil sicherlich nicht betiteln, doch als unterhaltsamen Snack für Zwischendurch allen Interessierten auf jeden Fall empfehlen.

7/10

Fotocopyright: Netflix

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