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Schlagwort: Horror Seite 1 von 20

The Dark Pictures: The Devil In Me (PC)

Inhalt

Der Nachbau eines Horror-Hotels motiviert ein kleines Filmteam zum einem Besuch. Ihr Gastgeber scheint jedoch nicht nur vom Gebäude an sich, sondern auf von seinem ursprünglichen Erbauer – einen Serienkiller – äußerst fasziniert zu sein…

Gameplay

In bester Serientradition kombiniert auch ein „The Devil In Me“ Adventure-Elemente mit kleinen Rätseln, Entscheidungsfindungen und Quicktime-Events miteinander. Der Spieler steuert verschiedene Figuren aus der Third-Person Perspektive und entscheidet via Dialogauswahl oder Geschick beim Tastenhämmern über deren Schicksaal. Wirklich „stecken bleiben“ oder vorzeitig „Game Over“ ist auch hier nicht drin – ihr seht halt am Ende, wie viele eurer virtuellen Egos am Leben geblieben sind oder vorher das Zeitliche gesegnet haben.

Die spärlich eingestreuten Knobeleien sind vergleichsweise simpel und beschränken sich auf das richtige Aktivieren von Sicherungen in Elektrokästen oder schlichtweg der Suche nach passenden Schlüsseln für verschlossene Türen. Nicht wirklich herausfordernd, aber immerhin auch keine unnötige Blockade oder Streckung der Spielzeit.

Spielzeit

Mit rund 5 bis 6 Stunden liegt „The Devil In Me“ im üblichen Rahmen des Genres. Auch hier animieren unterschiedliche Enden und Szenen des Ablebens der Darsteller zum erneuten Durchspielen – was dann natürlich die Gesamtdauer entsprechend nach Oben treiben kann.

Präsentation

Optisch macht der Titel eine überwiegend gute Figur. Die Charaktere sahen ordentlich aus und eine stimmige Beleuchtung sorgt stets für Atmosphäre. Hin und wieder wirken einige Kulissen etwas gleichförmig oder karg, aber letztlich war dies auch irgendwo dem Setting geschuldet.

Kleinere Clippingfehler möchte ich nicht unerwähnt lassen, doch dies habe ich – genau wie die stellenweise englischen Dialoge – in gleicher Form bei sämtlichen Vorgängern gehabt. Patches werden hier helfen.

Positiv

  • interresantes Szenario
  • einfacher Einstieg
  • solide Technik
  • spannende Passagen / starker Schlusspart

Neutral

  • einfache Puzzle-Aufgaben
  • vergleichsweise wenig Quicktime-Events

Negativ

  • es dauert eine Weile, bis das Geschehen in Fahrt kommt
  • wenige und mäßig funktionierende Jumpscares
  • einfach & gradinig
  • kleinere Kameraprobleme
  • Steuerung manchmal etwas hakelig

Fazit

Ich mag die „Dark Pictures“ Reihe trotz ihrem arg eingeschränkten Gameplays sehr und habe mich entsprechend wieder auf den diesjährigen Ableger gefreut. Im Grunde bediente er dann auch alle Erwartungen, lieferte vertraue Kost und dennoch spang der Funke nicht vollends über. Da sich die Hauptelemente von Titel zu Titel gleichen, müssen Geschichte und Setting dann umso mehr überzeugen – und das taten sie hier einfach nicht.

Für manche Kritiker handelt es sich hierbei um den besten Teil der Reihe – für mich war er nicht wesentlich schlechter, aber eben auch nicht eindeutig besser, als seine Vorgänger. Die Handlung brauchte etwas länger, um in Fahrt zu kommen und viele Jumpscares wollten nicht vollends zünden. Trotz nettem Horror-Häuschen wurde es nur selten gruselig und man fühlte etwas Potential verschenkt. Ich hatte zwar wieder meinen Spaß mit dem kurzen Adventure – aber 40 Euro würde ich dafür nicht noch einmal hinblättern wollen…

Grafik: 8/10
Sound: 6/10
Gameplay: 4/10
Gesamt: 6/10

Fotocopyright: Supermassive Games/Bandai Namco Entertainment

Last Days of Lazarus

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle von Lazarus, der aufgrund des Todesfalles seiner Mutter wieder in die alte Heimat zurückkehrt. Kaum in der Wohnung angekommen, ereignen sich bizarre Ereignisse und er kann seltsame Visionen kaum noch von der Wirklichkeit unterscheiden…

Gameplay

„Last Days of Lazarus“ lässt sich am einfachsten als „Walking Simulator“ mit kleineren Knobelaufgaben umschreiben. Das Spiel ist in mehreren Kapitel aufgeteilt, in denen es in zumeist stark eingegrenzten Schauplätzen etwas zu absolvieren gilt. Entweder müssen wir einfach nur bestimmte Gegenstände in einer gewissen Reihenfolge inspizieren, Dinge von A nach B bringen oder Elemente miteinander kombinieren. Der Anspruch war hierbei eher gering und die größte Hürde stellt manchmal das schlichte Auffinden besagter Objekte inmitten der enorm hübschen, aber auch grellen Optik dar.

Spielzeit

Man konnte weder sterben, noch sich längere Zeit in Sackgassen verrennen. Manchmal hielt besagtes Auffinden von Objekten ein wenig auf, ansonsten war das Geschehen in rund 4 bis 5 Stunden gemütlich zu Ende gebracht und bot im Schnitt ein solides Pacing.

Präsentation

Optisch war „Last Days“ durchwegs auf einem sehr hohen Niveau, stellenweise sogar fast fotorealistisch. Manchmal gestaltete sich das Erkennen von Gegenstände schwierig, dennoch war das Gesamtbild äußerst stimmig und (zumindest auf der Series X) jederzeit flüssig. Besonders gut gefiel hierbei das opulente Art-Design, welches auch sicherlich einige Texturen aus dem Vorgänger (Gray Dawn) entliehen hat. Auch hier standen christliche Symbole in bunter Präsentation im Fokus, welche in einem krassen Kontrast zu den eher düster angelegten Kulissen standen.

Sprachausgabe und Untertitel waren zum Testzeitpunkt jeweils nur auf Englisch verfügbar, glücklicherweise aber nicht allzu schwierig zu verstehen. Die Sprecher waren wahrscheinlich keine absoluten Profis, jedoch unterm Strich ganz in Ordnung.

Positiv

  • hervorragende Präsentation
  • interessante Geschichte
  • einfache Spielmechanik
  • gelungenes Art-Design
  • vielfältige Inetrpretationsmöglichkeiten

Neutral

  • eingeschränkte Schauplätze mit Backtracking
  • simple Rätsel

Negativ

  • Rätsel erschienen nicht immer logisch, waren meist mit Herumklicken zu lösen
  • Handlung allgemein etwas schräg und bewußt auf Verwirrung getrimmt
  • einige angefangene Rätsel in einigen Locations wurden nicht zu Ende gebracht/nicht erneut besucht

Fazit

Schon der geistige Vorläufer „Gray Dawn“ wusste mit seiner eigensinnigen Weise zu faszinieren und Gleiches hat mich hier dann wieder ereilt. „Last Days of Lazarus“ mag wegen seiner bewusst spröden Art etwas zu polarisieren, doch letztlich führte dies – zumindest bei mir – für erhöhte Aufmerksamkeit und durchwegs hervorragende Unterhaltung.

Alle Details der Handlung habe ich beim ersten Durchgang nicht verstanden, was jedoch nicht nur an der ausschließlich englischen Version lag. Viele Dinge waren verkopft, mit Metaphern bestückt und leicht holprig erzählt dazu. Das hatte seinen Charme, erforderte aber erst recht ein wenig Aufmerksamkeit – die ich abermals sehr gerne investiert habe.

Schaut euch am besten mal ein paar Bilder oder kurze Videos an und prüft, ob ihr euch mit dem Setting anfreunden könnt. Ich konnte mich nach kurzer Eingewöhnung jedenfalls gut im Geschehen fallen lassen und habe das Spiel weitestgehend genossen. Zwar blieben am Ende ein paar Fragezeichen und man hatte das Gefühl, dass einige Baustellen unbearbeitet blieben – trotzdem habe ich den Kauf nicht bereut und würde mich über weitere solcher Werke der Macher freuen.

Grafik: 8,5/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: GrimTalin

The Watcher – Staffel 1

Inhalt

Der Traum vom neuen Haus, wird für Familie Brannock schon kurz nach dem Einzug zu einem echten Horrortrip. Die neuen Nachbarn sind schräg und scheinen sie nicht gerade Willkommen zu heißen, doch anonyme Drohbriefe sorgen noch mehr für Bauchschmerzen…

Fazit

„The Watcher“ ist eine Serie mit Potential zur Spaltung. Ich habe mehrmals gelesen, wie sehr sich einige Kritiker über das Werk aufgeregt und es als „hat mir definitiv nicht gefallen“ tituliert haben und so war ich zu Beginn etwas verunsichert. Nachdem ich allerdings mal kurz eingezappt habe, blieb ich bis zum bitteren Ende am Ball und kann im Nachhinein ein äußerst positives Fazit ziehen.

Die Serie beginnt langsam, aber nicht uninteressant. Während wir zunächst die vielen unterschiedlichen Charaktere kennenlernen, ziehen sich schon die ersten Fäden für die komplexe Handlung im Hintergrund zusammen. Anfangs werden die Fragezeichen immer größer, die Dinge immer verworrener, doch die Übersicht leidete nicht vollends und die Neugier gewann überhand.

Größte Stärke war eindeutig die Handlung und deren spannende und gut strukturierte Umsetzung. Man verlor trotz besagtem Umfang nie den Überblick und konnte selbst wunderbar ins Rätselraten einsteigen. Die Geschichte war so gut, so schräg und so interessant – so dass sie nur das wahre Leben schreiben und nicht komplett aus Autorenfeder stammen konnte.

Es gab so viele kleine Details, die Aufmerksamkeit verdienten und den Komplex behutsam ausbauten. Die Wendungen waren jederzeit überraschend und konsequent. Das Interesse flachte nie ab und der nach kurzer Zeit erreichte Spannungsbogen blieb bis zur letzten Sekunde ganz oben.

Sieben Episoden sind selbst für eine aktuelle Serie nicht unbedingt üppig, haben für diese Thematik aber vollkommen ausgereicht und uns auf einen unterhaltsamen Horror-Trip vor realen Hintergründen geschickt. Hier gab es kein Blut und Gekröse, vielmehr einen wahren, greifbaren Grusel, der mich als Hausbesitzer viel mehr als mancher Konkurrent abholen konnte. Letztlich eine packende und empfehlenswerte Angelegenheit, wenn explizierte Darstellung nicht im Vordergrund stehen muss und das echte Leben wesentlich eindringlicher auf uns wirken darf.

8/10

Fotocopyright: Netflix

X

Inhalt

Die USA im Jahre 1979. Die Pornoindustrie boomt und auch ein paar junge Leute wollen dabei einen guten Schnitt machen. Sie besorgen sich eine professionelle Ausrüstung und mieten ein Häuschen auf dem Lande an. Bevor der Streifen abgedreht ist, häufen sich die Leichen…

Fazit

Der Filmtitel ist extrem kurz und sonderlich lang möchte ich dieses Review auch nicht halten. Wenn ich mir die meisten Lobeshymnen auf anderen Seiten anschaue, komme ich nämlich stark ins Grübeln. Entweder habe ich einen anderen Streifen gesehen – oder ich bin einfach nicht mehr richtig kompatibel mit solchen Werken. Ich gehe einfach mal von Letzterem aus und möchte meine Sicht mal kurz begründen.

„X“ erfindet das Genre nicht neu, sucht sich auch keinerlei neues Setting oder überrascht mit ungewöhnlichen Ideen. Vielmehr hat das gute Stück über weite Teile ziemlich gelangweilt und mit schwachen Dialogen enttäuscht. Vielleicht mag das Ganze – genau wie sein blasser, körniger, altmodischer Look – ja so gewollt sein, mochte bei mir jedenfalls nicht zünden.

Durch seine langsame Herangehensweise, den wenig sympathischen Figuren obendrein, wollte kaum Stimmung, geschweige denn Spannung aufkeinem. Erst in den letzten Minuten geht es zur Sache und da überschlugen sich die Ereignisse schon fast wieder. Besonders schade, der eher geringe Härtegrad – der selbst im Anbetracht der 16er Plakate auf dem Cover durchaus höher hätte ausfallen können. Viele Dinge wurden angetäuscht und nicht explizit zu Ende gezeigt. Klingt blöd, hätte aber – ähnlich dem letzten Halloween – vielleicht einen Bonuspunkt aufs Wertungskonto gezaubert.

Ich bin kein Kostverächter, sehe in vielen Film Kultpotential und achte die Klassiker des Genres. Ich erkenne den Machern die Anleihen bei Referenzen wie TCM oder „Freitag der 13te“ an, fühlte mich trotz allem konstruierten Charmes überhaupt nicht abgeholt und ziemlich angeödet. Es ist okay wenn manche Titel erst am Ende zum großen Schlag ausholen, doch selbst hier vermag ich wenig Erbauliches zu vermelden. Handwerklich in Ordnung, von Inhalt für mich zu wenig.

4/10

Fotocopyright: Capelight Pictures

Old People

Inhalt

Die Hochzeit ihrer jüngeren Schwester treibt Ella zurück in die alte Heimat. Schnell kochen alte Erinnerungen hoch und die Begegnung mit ihrem Ex-Mann macht es nicht einfacher. Schlimmer jedoch, dass das Fest bald von den Einwohnern des örtlichen Altenheimes überrannt wird…

Fazit

Selbst nach einer Nacht kann ich noch nicht recht beurteilen, was genau ich da am vergangenen Abend auf Netflix zu sehen bekommen habe. „Old People“ gefiel auf Anhieb mit einer richtig opulenten Optik, tollen Farbe, kreativen Kameraeinstellungen und einem insgesamt extrem hochwertigen Look – ließ bei Handlung, Ablauf und Message jedoch große Fragezeichen zurück.

Der Film erklärt nicht viel und lässt die wilden Bilder einfach mal auf den Betrachter los. Ohne kurzes Studieren der Inhaltsangabe wäre nicht klar geworden, worum es eigentlich geht – zu Beginn waren auch noch alle Wege offen und irgendwo blieb oft Raum für Interpretation ohne echte Orientierung. Als das Geschehen dann aber zu einem richtigen Horror mutiert, wird ordentlich zugelangt, nicht an ekligen Szenen gespart, aber die Fragen wurden nicht kleiner.

Der Härtegrad war recht hoch und durch seine nüchterne und ebenfalls enorm schnittige Präsentation ziemlich aufrührend. Während andere Mitstreiter ein bisschen Humor ins Gemetzel einbringen, blieb „Old People“ bitterernst und mutete hierdurch noch viel verstörender an. Weil der Zuschauer eben so wenig über Geschichte und deren Entwicklung begriff, baute sich im Kopf kein durchschaubares Bild zusammen.

Vermutlich sieht sich das Treiben als Satire, da hier durchaus einige Spitzen zu erkennen waren. Die Alten überrennen die Jugend und wollen nicht vergessen werden – eine nette Prämisse, aber aufgrund der überdrastischen Darstellung umso befremdlicher und nicht klar einzuordnen.

Großes Lob ging an die Darsteller. Jung und Alt haben ihre Sache sehr gut gemacht und bewahrten jederzeit die bereits erwähnte düstere Grundstimmung, ohne die Dinge ins lächerliche abdriften zu lassen. Überdies bewiesen grade die älteren Semester durchaus Mut zur Hässlichkeit und scheuten nicht vor freizügigieren Einblicken.

„Old People“ war ein seltsamer, verstörender und nicht vollends in Worten greifbarer Titel. Irgendwo durchaus anschaubar und unterhaltsam, irgendwo zu abgedreht und ohne so richtig verständliche Aussage oder Grundmotiv. Eine Empfehlung fällt mir schwer, doch immerhin gab die technische Seite keinen Grund zur Klage. Schaut bei Interesse mal rein und prüft, ob euch das seltsame Werk zu packen vermag.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Dahmer – Staffel 1

Inhalt

Diese Serie rekonstruiert das Leben von Jeffrey Dahmer, dem fast 20 Morde zugeschrieben wurden. Die Erzählung beginnt bei seiner Verhaftung und springt immer wieder in die Vergangenheit des Sonderlings…

Fazit

Ähnlich wie „Squid Game“ gehört „Dahmer“ zu den Serien, die im Netz ziemlich gehypt wurden und dann entsprechende Rekordzahlen verbuchen konnten. Das lag auch hier natürlich an der brisanten Grundthematik – aber auch einer hochwertigen und weitestgehend dichten Inszenierung.

Im Gegensatz zu anderen Produktionen wurden reale Aufnahmen nur sehr behutsam eingesetzt und es gab auch keine Kommentare aus dem Off. „Dahmer“ gibt sich wie eine normale Serie, bei der man aufgrund seiner tatsächlichen Begebenheiten jedoch immer ein ungutes Gefühl im Magen verspürte und sich deshalb ein interessanter Sog aufbauen konnte.

Die eigentlich krassen Szenen waren allerdings gar nicht mal so explizit dargestellt, vielmehr spielte sich der Horror im Kopf ab. Evan Peters verkörperte den Psychopaten mit Hingabe und Fingerspitzengefühl. Die menschliche Seite ging nie ganz verloren, nie war man von der Figur angewidert und dennoch schüttelte man oft den Kopf. Man sah viele Hilferufe und verstand nicht, warum das Umfeld nicht darauf reagierte.

Die Episoden sprangen oft zwischen den Zeiten umher, aber eine Orientierung fiel zum Glück nicht schwer. Man fand eigentlich immer recht schnell einen Einstiegspunkt und konnte rasch erahnen, in welchem Zeitabschnitt man sich befand. Die Inszenierung war hochwertig und entsprach aktuellen Sehgewohnheiten – wobei die eher ruhigere Gangart vielleicht für den Ein oder Anderen durchaus gewöhnunsbedürftig erscheint.

Der Hype war groß und in meinen Augen nicht ganz gerechtfertigt. Man verließ sich zwar nicht nur auf seine grausamen Hintergründe und lieferte auch eine schicke Inszenierung, doch manchmal zog sich das Gebotene ein bisschen in die Länge. Jeder muss grundsätzlich für sich selbst entscheiden, ob er sich mit der Materie beschäftigen möchte – die zugehörige Aufmachung ist jedenfalls zeitgemäß und grundsolide.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Halloween Ends

Inhalt

Auch in diesem Jahr nähert sich Halloween und die Bürger von Haddonfield leben weiterhin in Angst und Schrecken. Zwar wurde Michael Myers schon seit vier Jahren nicht mehr gesehen, doch die Unsicherheit ist geblieben…

Fazit

Als der Abspann über die Leinwand flackerte und ich den Saal verlass, habe ich mich gefragt, ob ich wirklich noch zur Zielgruppe solcher Filme gehöre. „Halloween Ends“ hatte ein paar wirklich gute und deftige Momente, war unterm Strich aber trotzdem überwiegend langweilig und von seiner Handlung her äußerst seltsam gestrickt.

Sicherlich stand die „Halloween“-Reihe noch nie für großen Anspruch oder realistische Inszenierung, doch hier wollte die krude Handlung einfach nicht zünden. Statt auf übernatürliche Elemente zu setzten, hätte man gerne die Gangart des direkten Vorgängers beibehalten können – was letztlich auch mehr Kurzweil in Aussicht gestellt hätte.

Gab es zuvor Action im Dauertakt, plätschert „Ends“ gefühlt ewig vor sich hin, um in ein paar richtig hübsch gemachten Metzel-Szenen zu münden – die im Vergleich leider viel zu kurz kamen und den insgesamt eher durchwachsenen Eindruck nicht retten konnten. Die Geschichte war schräg, aber simpel und leider auch ziemlich vorsehbar gestaltet. Außer zu Curtis konnte man wenig Sympathie zu den Figuren herstellen, was der Sache nicht gerade zuträglich war.

Technisch gab es wenig zu Meckern. Der Film besaß einen hübschen Look und orientierte sich von Auftakt bis Abspann am alten Klassiker, griff sogar ein paar markante Kameraeinstellungen auf. Hierdurch sollte wohl auch der Übergang zu einem neuen Unhold gewährleistet werden, doch seine Präsenz war noch nicht überzeugend.

Es lässt sich nur schwerlich sagen, ob nun wirklich Schluss ist. Schon oft haben wir einen Michael oder Jason sterben sehen und selbst das Zerlegen in Einzelteilen machte dabei keinen Halt. Dank übersinnlicher Einflüsse wurde jedenfalls auch hier eine Begründung für mutmaßliche Fortsetzungen gelegt – die bei passendem Einspielergebnis nur eine Frage der Zeit bleiben dürften. Das Franchise hat weiterhin Potential und nach den ungewöhnlichen Ansätzen von Rob Zombie wollte ich es keinesfalls für Tod erklären, doch mit diesem Part sollte zumindest das Ende der Curtis-Ära erreicht sein.

Der Streifen besaß Schauwerte, aber eben auch einen langweiligen Verlauf, der keine euphorische Empfehlung verdient. Sieht man von ein paar wenigen Lichtblicken ab, verpasst der geeignete Zuschauer hier leider recht wenig.

6,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Mr. Harrigan’s Phone

Inhalt

Seit vielen Jahren hat sich eine besondere Freundschaft zwischen Craig und Mr. Harrigan entwickelt. Bereits als junger Knabe hat er dem alten Mann aus Büchern vorgelesen und seinen Ratschlägen für das Leben gelauscht. Als er seinem Mentor jedoch ein brandneues Smartphone überreicht, sollte sich deren beider Leben verändern…

Fazit

Erst am Ende habe ich bemerkt, dass dieser Film aus einer Geschichte als der Feder von Stephen King basiert – denn sonst hätte ich dem Teil schon wesentlich früher eine Chance gegeben. Nach einem langen Arbeitstag war dieser Film nun aber genau richtig und machte mit einem guten Pacing und seinen sympathischen Hauptfiguren jede Menge Spaß.

Der eigentlich Inhalt war eher simpel und klar strukturiert, jedoch nicht uninteressant. In groben Zügen erinnerte der Plot an „Death Note“, womit ich hoffentlich nicht allzu viel darüber verrate. Das Geschehen lebt von seinen großartigen Hauptdarstellern, die sich prima ergänzten und selbst ruhigere Momente nicht langweilig werden ließen.

Jaeden Martell und Urgestein Donald Sutherland harmonierten hervorragend miteinander und ließen den Zuschauer in ihrem Kammerspiel versinken. Obwohl das allgemeine Tempo etwas gemächlich, teilweise gar unspektakulär erschien, riss der rote Faden nicht ab. Man blieb gebannt am Ball und harrte der kommenden Ereignisse. Diese waren zwar irgendwann nicht vollkommen überraschend, aber gut begründet umgesetzt.

Allgemein wurde es nie langweilig. Das Tempo mag zwar nicht das Höchste gewesen sein, dennoch konnte man sich prima damit arrangieren. Man nahm sich Zeit für den Ausbau seiner Figuren und formte den eigentlichen Twist ganz behutsam. Vielleicht hätte man dann die „Action“ einen Ticken mehr ausbauen können, doch für meinen Geschmack war es durchaus okay so. Man hat das Prinzip verstanden und es hätte nicht weiterer Wiederholung bedarft – es sein denn die Ereignisse hätten sich noch drastischer entwickeln sollen.

„Mr. Harrigan’s Phone“ war ein angenehme Kost für Zwischendurch und leistete sich keine gravierenden Schwächen. Der Streifen lebte von einer witzigen Grundidee und vor allem von seinen tollen Darstellern. Auf den seichten Verlauf muss man sich vielleicht kurz einstellen, aber dann läuft das Teil ganz angenehm vor sich hin. Für mich erneut ein empfehlenswerter Titel im Angebot des Streaming-Giganten.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Jeepers Creepers: Reborn

Inhalt

Ein paar junge Leute wollen ein paar schöne Stunden auf einem Horrorfestival verbringen und werden von einem Fremden zu einem in der Nähe liegenden Anwesen gebracht. Hier soll es angeblich nicht mit rechten Dingen zugehen – und das merkt die Gruppe schon bald am eigenen Leib…

Fazit

Die alten „Jeepers Creepers“-Filme (insbesondere der erste Teil) waren ganz okay, gehören aber bei Weitem nicht zur Spitze des Genres. Erwartungen an das Reboot hatte ich eigentlich keine, wollte dem Teil trotzdem gerne eine Chance geben und habe auf eine lockere Unterhaltung gehofft – die ich so leider nicht bekommen sollte.

Schon zu Beginn fiel die seltsame Optik ins Auge. Sicherlich waren die Aufnahmen irgendwo hochwertig, aber irgendwie auch nicht besonders atmopshärisch. Alles wirkte wie mit einem Handy aufgezeichnet – glatte Gesichter, Farbfilter und nervig verzerrte Perspektiven inklusive. Mag durchaus aktuellen YouTube-Sehgewohnheiten entsprechen, hat aber mit einem Kinofilm weniger zu tun und sorgte keineswegs für den großen Grusel.

Im Nachhinein betrachtet, war die Technik jedoch das kleinere Übel. Über eine schwache Rahmenhandlung hätte man ebenfalls noch hinwegschauen können, beim Rest verging jedoch gehörig der Spaß. Schlechte Darsteller, eine schwache Synchronisation, ein nerviger Soundtrack, billige Kostüme und lachhafte Effekte wären nur ein paar traurige Beispiele. Alles war dermaßen beleidigend, dass man nicht einmal von einem gewissen Trash-Charme sprechen konnte und selbst über das Fremdschämen schnell hinaus war.

Der Streifen kommt weder richtig in die Gänge, noch entwickelt er sich irgendwie weiter. Die Figuren blieben allesamt oberflächlich, vom vermeintlichen Kult um den Creeper erfährt man nichts. Man versucht zwar mit verstörenden Ritual-Aufnahmen einen Hintergrund der Sache anzudeuten, lässt uns am Ende eher entnervt und desinteressiert zurück. Das Grundthema wurde komplett verschenkt und selbst dem kleinen Storyinhalt des ersten Teiles konnte man nicht das Wasser reichen bzw. mehr über den Antagonisten vermitteln.

Eigentlich hätte es ganz unterhaltsam werden können, doch statt spaßigem Monster-Horror gab es einen heftigen Schlag ins Gesicht. „Jeepers Creepers: Reborn“ ist weder für hartgesottene Fans der stetig schwächer gewordenen Reihe, noch ein launiges Event für Trash-Freunde. Der Film ist immerhin konsequent schlecht, doch dieser traurige Fakt qualifiziert ihn nicht für einen Preis. Für mich wird das Teil selbst in etlichen Jahren noch kein Kult werden und deshalb gibt es keine Empfehlung. Manche Werke reifen mit der Zeit, bei diesem wird es uns sicherlich erspart.

2/10

Fotocopyright: splendid film

The Autopsy of Jane Doe

Inhalt

Eigentlich wollten Vater und Sohn schon Feierabend machen, da flattert noch eine neue Leiche mit der Bitte um schnelle Obduktion ins Haus. Sie weiter sie den toten Patienten bearbeiten, desto unheimlichere Dinge spielen sich im Labor ab…

Fazit

Filme mit Leichen, genauer gesagt Obduktionen sind nicht gänzlich neu und zumeist auch ziemlich eintönig gestaltet – nehmen wir beispielsweise „Anatomie“ mal aus den üblichen Vertretern aus. „The Autopsy of Jane Doe“ kann sich zumindest von seinem eingeschränkten Szenario (Leichenhalle) nicht freisprechen, macht aber sonst das Beste aus seiner Lage.

Für ein Werk mit relativ überschaubarer Handlung, wenigen Darstellern und wenigen Schauplätzen, hat man sich sichtlich Mühe gegeben und das Beste aus den Umständen gemacht. Der Film steigert seine Spannung gemächlich und versucht sich erzählerisch in kleinen Etappen stets zu steigern.

Die Effekte waren gut und in ihrer Anzahl unerwartet reichlich. Man hat recht viel an optischen Reizen in die kleinen Kulissen gepackt und einen hochwertigen Look abgeliefert – der besonders in 4K auch kleinste, ekligste Details eindrucksvoll auf den Schirm zauberte.

Der Erzählfluss war jederzeit gut und die knappe Laufzeit (etwas über 80 Minuten) dem Geschehen angemessen. Es wurde nie langweilig und man verlor nie das Interesse. Das Finale (welches natürlich nicht verraten wird) war ab einem gewissen Punkt zwar vorhersehbar, aber an sich vollkommen in Ordnung und konsequent.

„The Autopsy of Jane Doe“ ist ein guter Genrefilm, der Fans solcher Titel gefallen durfte. Er definiert seine Nische zwar nicht neu, liefert aber unterhaltsame Kost mit hübscher Inszenierung. Kein Megahit, trotzdem sehenswert. Bleibt nicht in Erinnerung – muss er aber auch nicht.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

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