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Schlagwort: Horror Seite 1 von 18

Brahms: The Boy II

Inhalt

Nach einem dramatischen Ereignis möchte sich eine junge Familie eine kleine Auszeit gönnen. Sie beziehen ein abgeschiedenes Ferien-Häuschen in der Nähe eines Waldes und versuchen wieder mit sich ins Reine zu kommen. Als ihr aktuell stumm gewordener Sohn eine seltsame Puppe im Wald entdeckt, sollte sich das neu geschaffene Idyll bald ändern…

Fazit

Seit Klein auf liebe ich Horrorfilme, doch außer „Chucky“ standen Titel mit Puppen noch nie besonders hoch in meiner Gunst. Zu gleichförmig, zu uninteressant und infolgedessen zu langweilig waren die meisten dieser Vertreter für mich und so habe ich das Unter-Genre eher stiefmütterlich behandelt. Der erste „The Boy“ kam jedoch irgendwann mal als Beilage einer Fernsehzeitschrift ins Haus und hatte mich doch unerwartet gut unterhalten. Gleiches habe ich mir nun vom Nachfolger erhofft und ihn gestern endlich mal in den Player legen können.

Vorweg sei gesagt, dass auch „The Boy 2“ keine wirklich neuen Impulse in die Sache bringt und ein schemenhafter Film nach bewährtem Muster war. Nicht unbedingt schlecht, aber auch ein wenig träge, uninspiriert und arg auf „Nummer sicher“ konstruiert.

Seine Ausgangslage hebt sich vielleicht ein bisschen von der breiten Maße ab, doch letztlich spielt der Rahmen auch nur eine sehr untergeordnete Rolle. Im Grunde ging es um einen subtilen Puppen-Horror, der mit den üblichen Ideen um die Ecke kam und wenig zu Erschrecken vermochte. Da sich ein eigenes Szenario bot, waren immerhin keinerlei Kenntnisse des Vorgängers erforderlich und man konnte dem Treiben gut folgen.

Während ein „Chucky“ sehr aktiv über den Bildschirm huscht, gehört „Brahms“ eher zu den ruhigeren Kollegen. Der Horror ist abermals unterschwellig und somit ebenfalls für ein jüngeres Publikum geeignet. So wechselt unser Protagonist mal heimlich die Räume oder Körperhaltung – ist aber nie dabei zu sehen und schwingt erst recht kein Messer. Er manipuliert vielmehr die Menschen um ihn herum – was spannungstechnisch jedoch nur bedingt zu überzeugen vermöchte. Vielleicht war mir das Ganze etwas zu blutleer und undramatisch gestaltet.

Technisch gab sich das Werk hingegen extrem hochwertig und gab keinen Grund zur Lage. Die Optik war auf A-Niveau und die Inszenierung fühlte sich ebenso an. Damit lag das Gezeigte weit über Mitstreitern mit ähnlicher Thematik und zumindest für mich direkt wesentlich ansprechender. Der Soundtrack war unauffällig und somit tendenziell eher in Ordnung.

Von seiner Inszenierung und von seinen Darstellern ist „The Boy 2“ eine hochwertige Angelegenheit, doch der grundsätzlich äußerst stabile Rest kommt da nicht ganz mit. Die Macher liefern uns hier eine Standardwerk, welches zwar passabel unterhielt, aber nirgends so recht hervorstechen wollte. Genrefans dürfen reinschauen, der Rest getrost ignorieren.

5,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

The Beast Inside (PC)

Inhalt

Um etwas Abstand zu gewinnen, zieht ein junges Paar in das leer stehende Elternhaus des Mannes auf dem Land. Statt sich in Ruhe auf die Arbeit zu konzentrieren, holen sie allerdings wortwörtlich die Geister der Vergangenheit ein…

Gameplay

„The Beast Inside“ vereint mehrere Genres in einem Spiel. Größtenteils haben wir es zwar mit einem Adventure in Form eines „Walking Simulators“ zu tun, doch hin und wieder geben andere Elemente der Sache einen gewissen Pepp.

So durchstreifen wir nicht nur unbedarft das Haus und die nähere Umgebung, sondern müssen hin und wieder Flucht- oder Sprungpassagen meistern. Sogar Ballern steht mal kurz auf der Tagesordnung. Hieraus ergibt sich, dass wir im Gegensatz zu anderen Mitstreitern durchaus das zeitliche segnen können – was an und für sich kein Problem wäre, manchmal jedoch etwas unfair verpackt wurde.

Spielzeit

Das Spiel gliedert sich in 13 Episoden, die jeweils zirka 35-45 Minuten beanspruchen, was uns letztlich zu einer soliden Gesamtspielzeit von ungefähr 8,5 Stunden führte.

Präsentation

Audiovisuell wusste der Titel zu überzeugen. Vermutlich war das Entwicklerteam eher klein, weshalb hübsch ausgestaltete Kulissen und tolle Physikelemente nicht selbstverständlich erschienen und immer mal wieder für kleineres Staunen sorgten. Besonders gut hat mir hierbei die Gestaltung der Vegetation gefallen, die tatsächlich nicht den Eindruck eines stumpfen Baukastens machte.

Auch die Vertonung wirkte durchwegs professionell und die eingestreuten Musikstücke sorgten für Stimmung.

Positiv

  • schöne Präsentation
  • nette Gruselatmopshäre
  • spannende und gut erzählte Handlung
  • vergleichsweise vielfältige Aufgaben
  • interessante & teils überspringbare Rätsel
  • gelungene Jumpscars

Neutral

  • Steuerung manchmal hakelig
  • Physikelemente manchmal nervig

Negativ

  • Minenlevel
  • Trial & Error Momente
  • stellenweise viel zu dunkel/unübersichtlich

Fazit

Der günstige Erwerb des Steam-Keys war ein Blindkauf und auch ein Glücksgriff zugleich. „The Beast Inside“ war abgesehen von ein paar kleineren spielerischen Macken ein schönes Erlebnis mit viel Herzblut und Liebe zum Detail. Die interessante Handlung wurde mit gutem Pacing erzählt und die unterschiedlichen Gameplay-Elemente brachten Schwung in die Sache.

Zwar funktionierten nicht alle Mechaniken perfekt, doch in ihrem überschaubaren Umfang war das in Ordnung. Die Rätsel waren nicht zu leicht und nicht zu schwer, hielten nie unnötig lange auf – abgesehen vom nervigen Kapitel, welches in einer Mine spielte und ordentlich an den Nerven zerrte. Spätestens hier war eine gewisse Frustresistenz nicht unangebracht.

Da der Ekelfaktor eher gering und die Jumpscars nicht zu heftig ausfielen, sei das Game nicht nur puren Horrorfreunden wärmstens empfohlen. In „The Beast Inside“ steckt ein rundherum rundes Adventure, welche sich Genrefreunde ruhig mal auf ihrem Wunschzettel notieren dürfen.

Grafik: 8/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 7,5/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Illusion Ray Studio/PlayWay

Don’t Be Afraid (PC)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle des 11jährigen David, der orientierungslos in einem dunkeln Raum erwacht und nach einem Ausweg sucht…

Gameplay

„Don’t Be Afraid“ ist ein klassischer Horrorspiel-Genrevertreter, der mehrere beliebte Mechaniken miteinander kombiniert. Über weite Teile fühlt sich das Treiben wie ein „Walking Simulator“ mit relativ einfach Rätseleinlagen an, stellenweise bricht bei wilden Verfolgungsjagden allerdings auch echter Stress aus und der Puls schlägt höher.

Zu Beginn solcher Passagen fühlt sich das Geschehen durchaus unfair an, doch bei genauerer Betrachtung vermeiden einige Komfortfunktionen durchaus den großen Frust. So behalten wir unsere bis dato eingesammelten Gegenstände im Inventar und müssen so z.B. nur noch einen Bruchteil der Strecke zum nächsten Ausgang absolvieren.

Spielzeit

Einige Streamer haben das Spiel in rund 1,5 Stunden absolviert, doch ich würde dem Titel bei entspannter Erzählweise (und einigen Ableben) etwa 2,5 bis 3 Stunden attestieren.

Präsentation

Technisch gab sich der Titel durchwachsen. Zwar sorgen nette Licht- und Schatteneffekte für eine nette Gruselstimmung, doch grobe oder gar fehlende Texturen reißen immer mal wieder kurz aus der Immersion. Auch die immergleichen Gegenstände (Regale, Statuen, etc.) sprechen wohl für ein eher kleines Team von Programmierern. Akkustisch gibt man sich immerhin stimmig und einigermaßen gut (englisch) vertont.

Positiv

  • angenehme Horror-Atmosphäre
  • ein paar gute Rätsel
  • faire Rücksetzpunkte
  • angemessene Spielzeit (für einen kleinen Titel)

Neutral

  • technisch eher mittelprächtig
  • Steuerung manchmal hakelig

Negativ

  • nervige Fluchteinlagen
  • Trial & Error Abschnitte

Fazit

Mit gemischten Gefühlen blicke ich auf dieses Spiel zurück. „Don’t Be Afraid“ hatte seine stimmigen Momente und interessante Ansätze, aber so richtig wollte der Funke im Gesamten nicht überspringen. Für ein paar Stündchen wurde man passabel bei Laune gehalten, doch einige Designmacken waren dabei nicht zu übersehen und stellenweise ein wenig frustig.

Wer Horrorspiele mag, mit dem „Escape Room“-Szenario etwas anfangen kann und obendrein nichts gegen einige unabdingbare Tode hat, darf bei einem Angebotspreis ruhig mal reinschauen. Ich habe schon wesentlich schlechteres gespielt.

Grafik: 6,5/10
Sound: 6,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 6/10

Fotocopyright: Hydra Games, Drageus Games

Outlast 2 (XBOX One)

Inhalt

Auf den Spuren einer brutal verstümmelten Leiche stürzen Kameramann Blake und seine als Reporterinn agierende Frau Lynn mit einem Hubschrauber über den Wäldern des Unglücks ab. Als Blake wieder zu sich kommt, sieht er das brennende Wrack, jedoch nicht die Leiche seiner Gattin. Kurzum begibt er sich auf die Suche…

Gameplay

Wie auch beim ersten Teil begeben wir uns einzig mit einer Kamera bewaffnet in das große Abenteuer. Diesmal müssen wir zwar nicht aus einer Irrenanstalt fliehen, dennoch wirkt das wesentlich weitläufigere Setting mit seinen verrückten Gestalten ähnlich.

Wir schleichen uns an seltsamen Typen vorbei, verstecken uns in Fässern oder Schränken und gehen sparsam mit den Batterien für das Nachsicht-Feature unsrer Kamera um. Nachwievor können wir weder kämpfen, noch Fallen aufstellen. Wir entdecken zwar hilfreiche Gegenstände, können sie jedoch nicht ergreifen und gegen die Feinde einsetzen.

Spielzeit

Die Spielzeit war unterm Strich ein wenig höher als beim Erstling. Ich habe auf einfachem Schwierigkeitsgrad zirka 6 Stunden mit dem Titel verbracht und hielt diese Zeit in Angebracht seines eingeschränkten Gameplays für absolut in Ordnung. Man muss sagen, dass sich die Kulisse umfangreicher anfühlte, aber die Pfade insgesamt recht gradlinig verliefen und man sich eigentlich nie verlaufen konnte.

Präsentation

Besonders optisch hat der zweite Part sichtbar zugelegt. Die Umgebungen wirken feiner aufgelöst und die Figuren einen Hauch realistischer. Erneut gefielen die schönen Licht und Schatteneffekte, obwohl das häufige Verwenden der Nachsicht manchmal aufs Gemüt schlug und uns lediglich eine blase Farbpalette präsentierte.

Der Sound war unauffällig, doch soweit stimmig. Die englische Sprachausgabe überzeugte und war besser als beim Vorgänger abgemischt. Endlich waren die Figuren klarer zu verstehen – das war zuvor ein seltsames Manko.

Positiv

  • gute Atmosphäre
  • verbesserte Technik
  • spannende Passagen
  • nettes Setting
  • gradlinige Spielweise ohne Leerläufe

Neutral

  • vorhersehbare Jumpscars
  • Handlung insgesamt durchschnittlich
  • fühlt sich manchmal etwas gestreckt an

Negativ

  • erneut nur schleichen und verstecken
  • Trial & Error Abschnitte

Fazit

Wer A sagt, der muss auch zwangsläufig B sagen und so habe ich mich zeitnah nach dem ersten Teil nun auch um den Nachfolger gekümmert. „Outlast 1“ war soweit in Ordnung und kurz gesagt vermag ich das auch über den Nachfolger berichten.

Man hat in allen Bereichen einen Ticken zugelegt, aber die vertraute Mechanik ohne Kampfsystem beibehalten. Dies ist Fluch und Segen zugleich – stößt mich das passive Vorgehen eigentlich etwas ab.

Nichtsdestotrotz erhalten Genrefans dennoch einen passablen Schocker mit spannenden Passagen und netter Handlung. Wem der Erstling gefiel darf auch hier wieder reinschauen. Da ich den Titel sowieso im Rahmen der Collection günstig erworben habe, kann ich nicht großartig meckern und stelle die Scheibe gerne ins Regal.

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Red Barrel

Outlast (XBOX One)

Inhalt

Unter dem Vorwand einer interessanten Geschichte wird ein Reporter zu einem seltsamen Gefängnis mit angeschlossener Nervenheilanstalt gelotst. Angeblich sollen sich hier merkwürdige Dinge abspielen, doch bei seiner Ankunft scheint das Gebäude verlassen…

Gameplay

„Outlast“ als simplen „Walking Simulator“ zu bezeichnen wäre nicht korrekt. Zwar streifen wir hier waffenlos durch die Gänge der Heilanstalt, doch in einigen Szenen müssen wir entweder die Beine in die Hand nehmen oder uns gut verstecken.

Hin und wieder sind krude Gestalten hinter uns her und stören uns beim Aufsammeln von Akten oder dem Erkunden der arg eintönig gestalteten Locations. Dabei steigt der Puls immer wieder in die Höhe – und leider ergeben sich damit auch immer wieder ein paar Trial & Error-Passagen, bei denen das simple Auswendiglernen der Abläufe deutlichen helfen kann.

Spielzeit

Für den Durchgang auf normalen Schwierigkeitsgrad habe ich zirka 3 bis 4 Stunden benötigt und dabei gefühlt so ziemlich alles gesehen. Die Level sind recht gradlinig gestaltet und das nächste Ziel stets klar vorgegeben.

Präsentation

Der erste Teil hat mittlerweile ein paar Jährchen auf dem Buckel und das sieht man ihm leider auch an. Zwar sorgt die Unreal-Engine für stimmige Licht und Schatteneffekte, doch hin und wieder nerven mangelnde Details in Nahansichten und sich ständig wiederholende Assets. Viele Abschnitte gleichen sich enorm (was auch dem Schauplatz geschuldet ist), aber vor allem die immer gleichen Splatter-Elemente wirken lieblos und nutzten sich schnell ab.

Der Soundtrack war eher unauffällig, peitschte aber in den richtigen Momenten ordentlich an. Leider war die – eigentlich solide – englische Sprachausgabe schlecht abgemischt und manche Szenen ohne Untertitel kaum nachzuverfolgen.

Positiv

  • stimmige Atmosphäre
  • witziges Spielprinzip
  • angemessene Spielzeit
  • witziges Finale

Neutral

  • technisch durchwachsen
  • schlecht verständliche Sprachausgabe
  • hin und wieder arg dumme K.I.

Negativ

  • Trial & Error Passagen
  • keine Waffen, keine Fallen
  • fühlt sich gelegentlich etwas gestreckt an

Fazit

Die Outlast-Spiele sprechen eine bestimmt Zielgruppe an – zu der ich mich leider nicht vollends zählen dürfte. Ich habe den günstigen Kauf der Collection nicht bereut, wurde aber auch nicht sonderlich überrascht. Für mich sind solche Titel eher Stress, denn lockere Entspannung nach dem Feierabend und seine eingeschränkte Mechanik macht es da nicht besser.

Die Hilflosigkeit des Hauptprotagonisten konnte ich anhand seiner Lage leider nicht ganz nachvollziehen und so nervte es mich, dass man keine Waffen in die Hand oder zumindest irgendwelche Fallen konstruieren konnte. Man traute sich die waghalsigen Klettereinlagen zu, konnte aber nicht keine Holzlatte in die Hände nehmen.

Wie dem auch sei: wer mal für rund 3 bis 4 Stunden einen überwiegend erhöhten Puls benötigt und sich mit dem Spielprinzip anfreunden kann, erhält mit „Outlast“ einen soliden Horror für Zwischendurch. Wer es hingegen etwas beschaulicher mag, greift zu einem anderen Titel.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 6,5/10

Fotocopyright: Red Barrels Games

Evil Inside (PS5)

Inhalt

Nach dem Tod seiner Mutter kehrt ein junger Mann ins verlassene Elternhaus zurück. Ganz allein scheint er allerdings nicht zu sein, denn Geister aus dem Jenseits scheinen den Kontakt zu ihm aufzunehmen…

Gameplay

„Evil Inside“ lässt sich am besten als schlichten „Walking Simulator mit Jumpscars“ beschreiben, wobei seine eingeschränkten Schauplätze und die verwendeten Routinen sich von den meisten seiner Konkurrenten abheben. Statt einer großen Entdeckungsreise beschränkt sich das Erforschen auf ein kleines Häuschen mit einer überschaubaren Anzahl an Räumen.

Dabei wird immer vorgegeben, in welcher Reihenfolge wir welche Zimmer betreten dürfen. Das Spiel sieht hierbei Runden vor, die immer wieder auf ähnlichen Wegen zum gleichen Start- und Endpunkt führen.

Mal ist eine neue Tür geöffnet, mal hat sich am bekannten Schauplatz etwas geändert. Der Spieler muss stets den neuen Trigger finden, damit die Runde beendet werden und ein neuer Durchlauf durch das Haus stattfinden kann. Gibt es bei anderen Titeln einen Tageswechsel, so wird man hier schlicht mit einem Counter für die nächste Etappe über den Fortgang informiert.

Glücklicherweise sind die Trigger der jeweiligen Runde immer recht einfach zu finden und langwieriges Absuchen wird uns wegen eingeschränkter Handlungsfähigkeit und dem kleinen Haus sowieso erspart. Meistens machen defekte Lampen oder Geräusche rasch auf das aktuelle Ziel aufmerksam.

Spielzeit

Mit knapp unter 1,5 Stunden gehört „Evil Inside“ definitiv zu den kürzeren Genrevertretern und bietet zum Ausgleich leider auch keine alternativen Routen oder verschiedene Enden an. Durch seine eingeschränkten Räumlichkeiten und mangelnder Interaktion ließ sich leider nicht mehr herausholen. Positiv sollte man jedoch vermerken, dass es auch keinerlei Längen oder trotz seiner leicht eintönigen Weise keine Abnutzungserscheinungen gab.

Präsentation

Audiovisuell konnte mich der Titel überzeugen. Die Locations waren zwar etwas karg ausgestattet, dafür fast fotorealistisch und jederzeit flüssig abgebildet. Es gab weder Abstürze, noch Grafikfehler, die Ladezeiten waren extrem kurz.

Der Soundtrack trug seinen Teil zur schaurigen Atmosphäre bei und gefiel mit stimmigen Klängen, aber auch mysteriösen Geräuschen. Die eher selten genutzte (englische) Sprachausgabe war sehr gut.

Positiv

  • schöne Präsentation
  • tolle Musikuntermalung
  • spannende Grundstimmung
  • fabelhafte Immersion
  • keine Leerläufe

Neutral

  • wenig Interaktionsmöglichkeiten
  • einfache Rätsel
  • repetitive Abläufe
  • austauschbare Handlung

Negativ

  • kurze Spieldauer

Fazit

Für Genrefans ist „Evil Inside“ eine gute Wahl. Das Spiel ist technisch auf der Höhe der Zeit und konnte mit seinen kleinen Jumpscars schon ganz gut überraschen und bei Laune halten. Zwar bot die simple Handlung wenig Neues, aber das Abtauchen in den dunklen Gemäuern gelang dennoch ganz vorzüglich und mit einem guten Headset konnte man die Außenwelt prima vergessen.

Mit seiner extrem kurzen Spielzeit stellt sich das Programm jedoch selbst ein Bein. Grundsätzlich wäre dies kein Problem, doch bei einem (Retail-) Verkaufspreis von 20 bis 30 Euro schaut das Preis-/Leistungsverhältnis leider nicht mehr ganz so optimal aus. Hierfür gibt es einen kleinen Wertungsabzug – was euch bei Interesse aber nicht vom Spiel abhalten soll. Kauft es zur Not einfach mal in einem digitalen Sale und dann passt das auch.

Grafik: 8/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: JanduSoft

Dead Silence

Inhalt

Nach dem Tod seiner Frau zieht es Jamie zu seinem Vater zurück. Statt hier etwas abzuschalten, wird er jedoch wortwörtlich mit Geistern aus der Vergangenheit konfrontiert – die scheinbar seiner gesamten Familie nach dem Leben trachten…

Fazit

„Dead Silence“ erschien in einer Zeit, als der „Puppen-Terror“ besonders angesagt war und auch „Saw“ noch etwas höher in der Gunst der Zuschauer lag. Bei mir ging das Teil damals in der breiten Maße etwas unter, doch vor einigen Tagen habe ich spontan mal wieder die (günstig auf dem Flohmarkt erworbene) Blu-Ray in den Player legen und eine konzentrierte Sichtung vornehmen können.

Im Großen und Ganzen hat mir der Streifen eigentlich ganz gut gefallen – auch wenn er ein paar durchaus offenkundige Schwächen aufzuweisen hat. Problematisch ist seine leicht unausbalancierte Erzählweise und das übliche Hadern mit der gesamten Glaubwürdigkeit seiner Thematik.

Während der Titel sehr interessant begann, plätscherte der Mittelteil gemütlich vor sich hin und verlor dabei fast die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Zwar konnte ein geschickt konstruiertes Finale erneut viel Sympathie für sich gewinnen, doch blieben weiterhin inhaltliche Fehler und schwammige Konstruktionen offenkundig.

Einen derartigen Film mit logischen Maßstäben zu betrachten ist natürlich etwas schwierig, doch selbst mit wohlwollenden Blicken waren eklatante Lücken und Ungereimtheiten einfach nicht zu übersehen. So überzeugten einige Nebenfiguren, sowie deren seltsamen Auftritte überhaupt nicht und die Nachvollziehbarkeit war beim besten Willen nicht gegeben.

Wer nach einem anstrengenden Arbeitstag einen lockeren und keineswegs perfekten Grusel verlangt, der bekommt mit „Dead Silence“ trotz seiner teils störenden Macken einen soliden Genrevertreter. Dank seines witzigen Endparts entließ er mich entspannt in den wohlverdienten Schlaf und so bleibt die Bewertung gnädig. Wie gesagt – ein netter Titel, aber eben auch nichts weltbewegendes.

6,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Silver Chains (PC)

Inhalt

Nach einem Autounfall erwacht der Spieler in einem mysteriösen Herrenhaus und steht zunächst vor vielen verschlossenen Türen. Anhand von Fotos und Aufzeichnungen erkennt er jedoch, dass er einen gewissen Bezug zu diesem Anwesen besitzen muss…

Gameplay

Das Gameplay orientiert sich klar an den meisten seiner Mitbewerber und präsentiert sich somit als „Walking Simulator“ mit Knobelaufgaben und kleineren Jumpscars. Hier gibt es jedoch immer mal wieder hektischere Momente, in denen unser Spiel Ego auch das Zeitliche segnen kann – ansonsten liegt der Fokus klar auf dem gemütlichen Erkunden der Räumlichkeiten.

Es gilt Gegenstände miteinander zu kombinieren, Schlüssel oder Zahlenkombinationen zu finden und den Trigger für die nächsten Events zu aktivieren. Man kann übrigens keine Zahlenschlösser ohne das vorherige Auffinden der Lösung öffnen – das blinde Herumprobieren (oder mit Hilfe einer Komplettlösung) funktioniert nicht.

Spielzeit

Mit rund drei bis vier Stunden vermag der Titel keine neuen Rekorde aufzustellen, schägt sich im direkten Vergleich jedoch recht gut. Da das Spielprinzip genaues Absuchen aller Räumlichkeiten abverlangt, dürfte schon beim ersten Durchgang kaum etwas entgangen sein.

Präsentation

Optisch hinterließ das Spiel einen äußerst soliden Eindruck. Die Figuren waren zwar nicht immer allzu schön gestaltet, doch die düsteren Kulissen mit interessanten Licht- und Schatteneffekten wußten zu gefallen. Alles wirkte schön duster, ohne dabei zu Dunkel zu sein und der dezente Soundtrack unterstrich diesen Grusel enorm.

Positiv

  • schöne Gruselatmosphäre
  • spannendes Gameplay
  • weitestgehend faire Rätsel
  • ordentliche Spielzeit

Neutral

  • Trial & Error-Momente
  • teils schwer erkennbare Items
  • Geschichte eher so lala

Negativ

  • nerviger Finalkampf
  • dürftiges Ende

Fazit

Das kleine Entwicklerteam von „Cracked Heads“ hat bei „Silver Chains“ so viel richtig gemacht, um dann beim verkorkstem Finale nochmal ordentlich Kritik einstecken zu müssen. Ich habe die tolle Gruselatmoshäre über weite Teile sehr genossen und konnte locker über kleinere Trial & Error Passagen hinwegsehen, doch beim hektischen „Bosskampf“ war der Frust extrem groß. Das Event stand vom Schiwerigkeitsgrad her in keinem Verhältnis zum Rest und zerrte mit seiner dämlichen Mechanik an den Nerven. Für mich kostet dieser Lapsus letztlich einen guten Punkt auf dem Wertungskonto und so gibt es nur eine eingeschränkte Empfehlung. Echt schade, da das Game bis dato enorm viel Laune gemacht hat und sich definitiv zu einem der besseren Genrevertreter zählen dürfte.

Grafik: 7/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Cracked Heads/Headup Games

Insomnis (PC)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Mannes, der das Haus seines Großvaters erbt und es nach langer Zeit wieder betritt. Schnell holen ihn die alten Erinnerungen und wortwörtlich die Geister der Vergangenheit ein…

Gameplay

„Insomnis“ is ein Gruselspiel aus der Ego-Perspektive, welches sich grob als „Walking-Simulator“ mit kleineren Jumpscars umschreiben lässt. Der Spieler kann nicht sterben, erkundet vergleichsweise gemütlich das riesige Haus und muss sich durch wirklich gut gemachte Rätsel knobeln.

Die Geschichte wird größtenteils anhand von gefundenen Schriftstücken erzählt und entfaltet sich auf verständliche Weise. Während man bei anderen Titeln schonmal den Überblick verlieren kann, gibts hier keinerlei Verständigungsprobleme.

Die Kopfnüsse waren durchwegs logisch und fair. Es gab immer gut dosierte Hinweise, die weder zu leicht, noch zu schwer aufzufinden waren. Es machte sogar Spaß bereits bekannte Räume erneut aufzusuchen, darin nach neuen Dingen zu suchen – oder schlichtweg bisher verschlossene Türen endlich öffnen zu können.

Spielzeit

Für den ersten Durchgang wurden knapp 2 Stunden benötigt, wobei hier wirklich alles abgesucht und jedes einzelne Dokument ausführlich studiert wurde. Im Internet kursieren Walktroughs von knapp 30 Minuten – was beim Auswendiglernen der einzelnen Schritte sicherlich nicht abwegig – doch vom Spaßfaktor fragwürdig ist.

Präsentation

Optisch gab sich „Insommis“ zeitgemäß, aber auch nicht übertrieben spektakulär. Das Setting wurde stimmig in Szene gesetzt, die Performance hat gepasst und das Design der Figuren war in Ordnung. Mir sind keine Grafikfehler oder Abstürze untergekommen.

Der Sound unterstrich die düstere Atmosphäre gelungen und gab keinen Grund zur Klage. Kritisieren muss ich allerdings die schwache deutsche Vertextung, die scheinbar durch einen schlechten Online-Übersetzer gejagt wurde und kuriose Wortschöpfungen mit sich brachte. Inhaltlich konnte man sich die Handlung zwar stets problemlos herleiten, manchmal allerdings ein wenig dabei schmunzeln.

Positiv

  • schöne Gruselgeschichte
  • entspannte Spielweise
  • gut platzierte und nicht zu nervige Jumpscars
  • hübsche Präsentation
  • stimmige Atmosphäre
  • gute Rätselaufgaben

Neutral

  • Handlung stellenweise etwas vorhersehbar
  • relativ kurze Spielzeit

Negativ

  • Schwächen bei der Übersetzung

Fazit

Ich liebe Walking Simulatoren und habe in der letzten Zeit auch meine Freude an Gruselspielchen gefunden. „Insommis“ war zwar recht kurz und knapp, vereint die beiden Genres aber auf unterhaltsame Weise miteinander und leistete sich nirgendwo grobe Patzer.

Die tolle Atmosphäre zog direkt in den Bann und die durchwegs logischen Aufgaben hielten gekonnt bei Laune. Es gab weder Frust wegen unbezwingbaren Gegnern (es wurde gar nicht gekämpft oder weggelaufen), noch bei abstrakten Knobeleien. Der „Wiederspielwert“ dürfte in der nächsten Zeit eher gering sein, doch in einigen Monaten könnte ich mir durchaus einen weiteren Abstecher ins mysteriöse Anwesen vorstellen.

Genrefans machen hier definitiv nichts verkehrt und erhalten einen unterhaltsamen Snack für Zwischendurch. Auch Gelegenheitsspieler kommen aufgrund der fairen Gangart auf ihre Kosten und dürfen reinschauen.

Grafik: 8/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Path Games/Gammera Nest

Lake Placid

Inhalt

Eine Tierattacke am Lake Placid ruft die Forstbehörde auf den Plan. Zunächst geht man noch einem riesigen Bären aus, doch schon bald befürchten die Wissenschaftler ein anderes Wesen hinter den blutigen Ereignissen…

Fazit

Tierhorrorfilme sind ein Untergenre für sich und schwanken für mein Empfinden oft stark in der Qualität. „Lake Placid“ markierte seinerzeit sicherlich kein unabdingbares Highlight, doch mit ein paar Jahren Abstand ein durchaus gelungenes Ereignis.

Dem Streifen fehlt es hin und wieder an einer klaren Ausrichtung – was wahrscheinlich aber auch seinen spröden Charme vortrefflich unterstrich. Man konnte sich nicht immer zwischen Horror oder Komödie entscheiden, vermischte beide Genres mal mehr und mal weniger gut. Wichtig war hierbei aber, dass der Unterhaltungsfaktor gegeben war und trotz der lediglich kurten 80 Minuten kein Leerlauf aufgekommen ist.

Bei den Darstellen zeichnete sich ähnlich Bild war. Aich sie fanden nicht immer die Balance zwischen glaubwürdiger und aufgesetzter Ernsthaftigkeit, doch ihr Spiel war einfach in Ordnung und der Sache vollkommen angemessen. Es gab verrückte Typen mit irrwitzigen Aktionen, trotzdem fühlt sich das Geschehen insgesamt nicht zu abgedreht und lachhaft an. Selbst krasse Charakterwendungen nahm man mit einem Lächeln hin – was bei anderen Streifen definitiv weniger geschmeidig über die Bühne ging.

„Lake Placid“ hat mich irgendwie an den zuletzt mal wieder gesichteten „The Faculty“ erinnert. Beide erfinden das Genre nicht neu, nutzen bekannte Versatzstücke und liefern einen kurzweiligen Spaß, der nie sonderlich lange im Gedächtnis bleibt und in regelmäßigen Abständen für unterhaltsame Abende sorgt. Unterm Strich nichts wirklich besonders, aber nett anschaubar und auf jeden Fall sehr kurzweilig. Für eine höhere Wertung fehlt es zwar an Klasse, aber eine kleine Empfehlung gibt es dennoch.

6,5/10

Fotocopyright: Studiocanal

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