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Schlagwort: Horror (Seite 1 von 14)

Saw: Spiral

Inhalt

Der frappierend an die Taten von Jigsaw erinnernde Mord an einem Polizisten erweckt die Aufmerksamkeit eines Ermittler-Teams. Sie heilten den perfiden Serienkiller eigentlich für tot – oder gibt es einen Nachahmungstäter mit Insider-Wissen?…

Fazit

Ich kann mich noch gut an den ersten Teil der Reihe zurück erinnern. Schon vor seiner hiesigen Veröffentlichungen hat seine innovative Weise für Begeisterungsstürme gesorgt und den Weg für seine unzähligen Nachfolger bereitet.

Nun sind wir bereits beim neunten Streich anerkannt und trotz kleinem Gastauftritt von Samuel L. Jackson und einiger originellen Splattereinlagen sind die Spuren einer Abnutzung kaum überschaubar. Nach wie vor lebt das Geschehen weniger von einer ausgefeilten Handlung, vielmehr steht das Springen von Opfer zu Opfer im tatsächlichen Vordergrund.

Mit diesem simplen Twist könnte man eigentlich recht gut leben – wären die ekligen Momente nicht so rar gesät und die Momente dazwischen nicht so sehr mit Längen durchzogen. Die eigentliche Polizeiarbeit war etwas austauschbar, träge und leider auch gar nicht mal so gut gespielt.

Es war extrem ungewohnt Chris Rock in einer so ernst angelegten Rolle zu sehen – und genau hier lag wahrscheinlich auch mein Problem mit der Immersion oder der allgemeinen Glaubwürdigkeit. Er (und natürlich auch sein Filmvater, gespielt von Jackson) sind für sich coole Typen, doch mit Blick auf das hier präsentierte Szenario waren die Kontraste zu hart.

Über den Sinn weiterer „Saw“-Auskopplungen vermag ich eigentlich gar nicht zu diskutieren. Die schier endlose Saga hat schon lange ihren Zenit überschritten, doch besitzt offensichtlich noch immer eine gewisse Fanbase, für die sich das Produzieren der Streifen lohnt. Für sich gesehen ist „Spiral“ auch gar nicht mal so übel, liefert uns jedoch nicht mehr als bewährte Hausmannskost ohne frische Impulse. Das geht für Zwischendurch sicherlich in Ordnung, doch den Gang ins Kino darf man sich ruhig sparen – so schwer es on aktuellen Zeiten auch fallen mag.

6,5/10

Fotocopyright: STUDIOCANAL

Anatomie

Inhalt

Kurz nach ihrer Ankunft in Heidelberg wird Studentin Paula mit merkwürdigen Ereignissen konfrontiert. Scheinbar treiben ein paar unehrenhafte Gauner im Pathologiebereich ihr böses Spiel und plötzlich landen bekannte Gesichter auf dem Seziertisch…

Fazit

Für mich ist und bleibt der erste Teil von „Anatomie“ ein wirklich herausragender deutsche Beitrag zum Horror-Genre. Er besitzt alles, was einen spannenden Streifen ausmacht und überzeugt selbst nach erneuten Durchgängen und bekanntem Finale immer noch auf ganzer Linie.

Mit Heidelberg und dem Anatomiebereich hat man nicht nur ein interessantes Setting, sondern auch ein ansprechendes Thema rund um die geheimen Logen gefunden. Die Atmosphäre passte ab der ersten Minute und wurde bis zum bitteren Ende grandios beibehalten. Alles wurde spannend, witzig und auf jeden Fall jederzeit kurzweilig erzählt. Trotz kleinerer Gags wurde die unheimliche Stimmung nie verwässert, aber irgendwie nahm man sich auch nicht zu ernst.

Die Darsteller – allein voran natürlich Franka Potente – haben ihre Sache sehr gut gemacht und vor allem gut miteinander harmoniert. Auch wenn man sich nicht in jegliche Lage hineinversetzten konnte, so sehr hat das Zuschauen dennoch Spaß gemacht und man wollte den Aktionen unbedingt folgen. Sicherlich waren einige Figuren arg schablonenhaft gezeichnet, doch der Spannung tut dies keinen Abbruch. Hin und wieder ein kleines Augenzwingern war schon in Ordnung.

Tolle Darsteller, tolle Lokationen, ein hochinteressantes Grundthema und ein hervorragendes Drehbuch machen Laune. „Anatomie“ gehört nachwievor zu meinen persönlichen Referenzen beim deutschen Film abseits von allgegenwärtigen Filmen über das Dritte Reich. Die Schöpfer haben alles richtig gemacht und die bewährtem Elemente funktionieren sogar nach mehreren Sichtungen und sogar in der heutigen, in vieler Hinsicht veränderten Zeit noch immer ganz ausgezeichnet. Unterm Strich ein sehenswerter Genrebeitrag, der durchaus Potential für einen besseren Nachfolger gehabt hätte.

8,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Texas Chainsaw 3D

Inhalt

Als das kannibalistische Treiben der Sawyer-Familie enttarnt wird, gibt es für den Lynch Mob kein Halten mehr und selbst der Sheriff konnte diesem Treiben nur ohnmächtig zuschauen. Ein kleines Mädchen konnte in Sicherheit gebracht werden, doch der Rest der Familie fiel den Angreifern zum Opfer. Nun sind etliche Jahre vergangen und aus dem Kleinkind ist eine junge Frau geworden, die endlich ihr Erbe antritt…

Fazit

Für mich bleibt der erste Teil dieser mitunter leicht kontroversen Filmreihe absolut unerreicht, doch mit diversen Fortsetzungen habe ich mich ebenfalls prächtig amüsiert. Bauten die Teile zuweilen recht lose auf dem spannenden Grundgerüst auf, hat man sich mit „Texas Chainsaw“ an eine konsequente Fortsetzung bzw. Weiterentwicklung des Originals gewagt und sich gar nicht erst als Reboot versucht.

Schon das Intro mit seinen altbekannten Ausschnitten sorgt für gute Laune und lässt das Fanherz schneller schlagen. Die Handlung an sich mag simpel, doch irgendwo auch recht konsequent weitererzählt worden sein. Der Verlauf ist natürlich arg um die vorherigen Ereignisse herum konstruiert, aber gar nicht mal so schlecht gelungen.

Was diesem Teil – fast schon erwartungsgemäß – abging, war der „Terror-Faktor“ des Erstlings. Fehlenden Grusel kaschierte man mit deftigen Zertückelungseinlagen und allerlei derben Momenten, doch die große Gänsehaut blieb dabei aus. Das mag jetzt enttäuscht klingen, aber irgendwie auch nicht. Die Sehgewohnheiten haben sich im Laufe der Jahre geändert und ein eher simpler Psycho-Horror hätte beim aktuellen Zielpublikum möglicherweise kein Stück mehr funktioniert.

Der Verlauf an sich gestaltete sich dann vergleichsweise Konservativ. Das Schema ist schnell durchschaut, die Figuren recht oberflächlich ausgearbeitet und Überraschungen blieben aus. Immerhin war das blutige Treiben jederzeit angenehm kurzweilig und so gab es wenig zu beklagen. Über Logiklücken oder fragwürdige Verhaltensweisen mancher Figuren machte man sich keinen Kopf.

„Texas Chainsaw“ ist ein prima Film zum Entspannen nach einem harten Arbeitstag. Er schlägt für alte Fans die Brücke zu einem Klassiker und bietet Neueinsteigern als seichter Splatterspaß durchaus erinnerungswürdige Momente. Der Film ist nüchtern betrachtet sicherlich kein Meisterwerk, aber mit den richtigen Erwartungen eine kurzweilige Weiterführung des schrecklichen „Sawyer“-Mythos.

7/10

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

The Forever Purge

Inhalt

In diesem Jahr haben sich die Regeln geändert. Für Einige ist eine kurze „Purge-Nacht“ einfach nicht genug und so geht das grausame Morden an den Folgetagen einfach weiter. Die Regierung verurteilt diese Aktionen, doch kann die Lage nicht mehr unter Kontrolle bringen…

Fazit

Die „Purge“-Filme (und auch die Serie) standen für mich immer für brauchbare Unterhaltung – die sich von ihrer witzigen Prämisse jedoch immer weiter abgenutzt hat. Mit „The Forever Purge“ versucht man dem Treiben einen neuen Aspekt hinzuzufügen, doch letztlich reicht es nicht für eine höhere Bewertung meinerseits.

Die Handlung ist erneut recht simpel gestrickt und verlässt sich nach wie vor auf seine bekannte Ausgangslage. Ich finde jedoch gut, dass viele Ereignisse am hellen Tage abliefen und dem Szenario nicht mehr den typischen Stempel des Verbarrikadieren aufdrückten. Alles wirkt etwas weitläufiger, größer und durchaus ansprechender als noch bei den letzten Ausflügen.

Erneut hatte ich allerdings das Gefühl, dass man einige Ideen zwar angerissen, aber nicht genügend ausgebaut hat. Gute Ansätze wurden teils halbherzig und zu wenig zu Ende gedacht ausgeführt. Oft hatte man das Gefühl, dass es wohl am mangelnden Budget lag und den Machern hierdurch die Hände gebunden waren. Eigentlich mochte ich ja den Charme der bisherigen B-Produktionen, aber mittlerweile zieht es einfach nicht mehr – dafür ist das Franchise einfach zu groß geworden.

Die Darsteller haben ihre Sache soweit ordentlich gemacht, warfen nicht vom Hocker. Sie agierten im gegebenen Rahmen ganz solide, die deutsche Synchronisation hingegen war nicht sonderlich prickelnd. Gelangweilte Sprecher und mangelnde Betonung waren für einen aktuellen Kinofilm äußerst ungewöhnlich. Effekte und Maske waren in Ordnung, der Splatter-Gehalt angenehm noch.

Mangelnde Innovation sind wir ja von der Reihe gewohnt und auch die fortgesetzte Menschenhatz bei Tageslicht können dem altbackenen Thema nur wenig neue Impulse verleihen. Zwar habe ich mich nicht großartig gelangweilt, aber irgendwie fehlt der gewisse Kick. Man hebt sich nicht mehr aus der breiten Masse hervor – denn allein der Plot haut heute keinen Zuschauer mehr vom Hocker. Unterm Strich ein netter Actionfilm, dem es leider an Grusel mangelt und seine tolle Idee immer weiter verwässert.

6,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

The Green Mile

Inhalt

Bei einem Plausch im Altenheim erzählt Paul Edgecomb einer Freundin von seiner Zeit als Wärter im Todestrakt eines Gefängnisses. Er hat seinen Job und vor allem seine Kollegen sehr gemocht, bis eines Tages ein neuer Häftling eingeliefert wurde und sich seitdem merkwürdige Ereignisse abspielten…

Fazit

Es gibt wirklich viele Umsetzungen von Werken von Meister King und nicht wenige blieben beim breiten Publikum nachhaltig in Erinnerung. Zieht man einmal die reinen Horrorstücke ala „ES“ ab, so bleiben sicherlich „Die Verurteilten“, „Stand by Me“ und eben „The Green Mile“ als grandioser Rest über.

Was uns der Autor mit diesem Geniestreich ablieferte, mischt nicht nur verschiedene Genres gekonnt miteinander – sondern fängt dank der Meisterhand von Frank Darabont auch wieder das geliebte Flair und die Leichtgängigkeit der „Verurteilten“ ein. Inwiefern das Werk von der Vorlage abweicht, kann ich diesmal allerdings nicht sagen, denn an die Bücher habe ich mich bis dato noch nicht gewagt. Bescheinigen möchte ich dem Titel aber einen runden Verlauf, der trotz erneuter Überlänge zu keiner Sekunde langweilig erschien.

Komödie, Gefängnisfilm, Charakterstudie, Fantasie und religiöse Elemente. In „The Green Mile“ werden viele Themen gekonnt miteinander verwurstet und sogar mit einem kleinlauten, aber mehr als gelungenen Abschluss beendet. Man hing jederzeit an den Lippen unserer großartigen Akteure, konnte mit ihnen lachen – und auch mit ihnen weinen. Traurige Momente gingen eng mit hoffnungsvollen Passagen und kleineren Lachern einher. Die Balance hat genau gepasst, was sicherlich nicht nur King, als auch den Drehbuchautoren zu verdanken war.

Für ein dreistündiges Epos war die Handlung gar nicht mal so komplex und einige Szenen vergleichsweise lang geraten, doch wie bereits erwähnt wurde es nie langweilig. Der Film bestach mit seinen hypnotisierenden Bildern und zog in seinen Bann. Tom Hanks und eigentlich auch alle anderen Darsteller wie Michael Clarke Duncan oder David Morse zeigten sich in Bestform. Der Cast an sich war schon beachtlich, aber deren Leitungen übertraf die Erwartungen noch um Längen.

„The Green Mile“ bietet viel, bleibt aber im Kern nach all den Jahren noch immer ein brillanter und zeitloser Klassiker mit viel Herz, famosem Personal und unterhaltsamem Verlauf. Zwar kann man sich wieder über die Grundaussage und einige symbolträchtige Momente streiten – nicht aber über seine sagenhaft gute Inszenierung. Dieser Titel macht so viel richtig und erinnert auf äußerst positive Weise an andere Werke des Klassikers – ohne sie zu direkt zu zitieren. Ganz großes Kino!

9/10

Fotocopyright: Warner

Blood Red Sky

Inhalt

Die Entführung eines Flugzeuges haben sich ein paar Terroristen sicherlich vollkommen anders vorgestellt. Während der perfide Plan zu Beginn noch aufzugehen scheint, werden sie bald von einer fremden Macht überrascht…

Fazit

Es gibt Filme, auf die man sich schon eine Zeitlang im Vorfeld freut und so war das auch hier der Fall. Ich mag die Werke von Peter Thorwarth und die Vampirthematik sowieso, doch was hier herauskam wollte irgendwie nicht so recht zünden.

Das Werk war insgesamt nicht schlecht und hatte ein paar wirklich gute Momente, aber seine Spieldauer war einfach einen Ticken zu lang. Man hätte das Ganze wesentlich kompakter und kurzweiliger auf den Schirm bringen können, ohne dabei zu viele Details einbüßen zu müssen. Die Handlung war immerhin recht überschaubar und machte seine Eckpfeiler schnell verständlich klar. Längere Ausführung waren gar nicht notwendig.

Die – selbst für unsere Verhältnisse – eher unbekannten Darsteller haben mir gut gefallen. Zu oft bekommt man die „üblichen Verdächtigen“ serviert und kann hierdurch nicht immer im Geschehen abtauchen, aber hier gelang es überraschend gut. Vor allem unser junger Hauptdarsteller hat seine Sache sehr schön gemacht und hat wohl noch eine strahlende Zukunft vor sich.

Im Vorfeld wurden wir auf einen der blutigsten deutschen Filme überhaupt eingeschworen, aber wieder einmal schlug die Werbemaschine zu. Es gab selbstredend ein paar blutige Passagen, jedoch nichts worüber man sich das Maul zerreißen könnte. Alles lag auf einem gesunden Niveau und eine 16er Freigabe somit kein Thema. Die Effekte waren hierbei erfreulich gut, obwohl die Masken hin und wieder für (unfreiwillige) Schmutzler sorgten.

Die Idee mit einem deutschen Vampirfilm war grandios und Umsetzungen wie „Wir sind die Nacht“ konnten schon positive Vibes verbreiten, doch hier ging der Schuss ins Leere. „Blood Red Sky“ hatte ein paar Schauwerte und eine rundherum angenehm düstere Grundstimmung, doch seine Erzählweise hätte einfach straffer sein müssen. Zu oft starrt man Löcher in die Decke und wünscht sich mehr Tempo. Bei Darstellern und visuellen Eindrücken hat man hingegen alles richtig gemacht und so gibt es eine Empfehlung für knallharte Genrefreunde – die dem deutschen Film an sich nicht abgeneigt sind.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Fear Street – Teil 3: 1666

Inhalt

Das Jahr 1666. Sarah Fier führt ein unbedarftes Leben, bis in ihrem Dorf ein Unglück geschieht und die Hexenjagd beginnt. Wegen ihrer Zuneigung zu Frauen steht sie schnell unter Generalverdacht und soll hingerichtet werden…

Fazit

Nach den ersten beiden Teilen habe ich mich durchaus auf vergangenen Freitag und somit auf die Sichtung von „1666“ gefreut. Die Reihe hatte mir bis dato jede Menge Freude bereitet und so war ich auf das große Finale gespannt – welches erst einmal mit einem gewaltigen Dämpfer begann.

Ich muss zugeben, dass mir das Mittelalter-Setting recht wenig gefiel und dessen Umsetzung in der ersten Filmhälfte auch nur leidlich unterhaltsam daher kam. Der Kontrast zu den vorherigen Ereignissen war groß, doch nicht unbedingt dem Gesamten behilflich. Die Hexenjagd war langatmig und zäh, bot weder neue Ideen, noch irgendwie gelungene Gags oder zumindest ein paar Splatter-Effekte.

Glücklicherweise wechselte man nach einer knappen Stunde wieder zur Gegenwart (in diesem Falle das Jahr 1994) und das Treiben nahm wieder gewohnte Fahrt auf. Es folgten endlich wieder unterhaltsame Konversationen, coole Metzeleien und ein paar wirklich spaßige Passagen. Erneute Anspielungen auf Klassiker natürlich inklusive.

Abermals hielten sich neue Impulse zurück, aber die vielen Zitate sorgten für Laune und breites Grinsen. Der Gewaltgrad war ebenfalls wieder angenehm hoch und somit nicht unbedingt für die Zielgruppe der Buchvorlage geeignet – im eher lockeren Gesamtbild wirkte jedoch alles nicht zu gruselig oder ekelhaft. Es hat einfach wunderbar gepasst.

Der Anfang verlief halbwegs katastrophal, doch dank einer gelungenen zweiten Filmhälfte erreichte der Streifen die altbekannten Stärken der Vorgänger und rundete die Trilogie mit einem blauen Auge ab. Die 7 von 10 waren extrem knapp, aber am Ende noch verdient erreicht. Komplett betrachtet bleibt „Fear Street“ auf jeden Fall eine sehenswerte Angelegenheit.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Der Exorzismus von Emily Rose

Inhalt

Ein Priester steht vor Gericht. Er soll einer kranken Dame zur Absetzung ihrer Medikamente geraten und so ihren frühen Tod verursacht haben. Nun liegt es an seinen Anwälten nicht nur die Unschuld, sondern auch die vermeintliche Besessenheit von dunklen Mächten des Opfers zu beweisen…

Fazit

Das Thema „Exorzimus“ wurde bereits in vielen Werken aufgegriffen und hat einige Kultfilme hervorgebracht. „Der Exorzismus von Emily Rose“ dreht die altbekannte Perspektive jedoch ein klein wenig und stellt nun die vermeintlich „Guten“ vor Gericht. Der Twist ist eigentlich recht gut, die Umsetzung leider mit spürbaren Längen zersetzt.

Im Gegensatz zu einigen Mitstreitern geht es in „Der Exorzismus der Emily Rose“ überwiegend beschaulich, gar ruhig und gemächlich zu. Das Treiben spielt vor einem großen Teil im Gerichtssaal und lebt von teils langatmigen Dialogen, die hin und wieder mit Rückblenden veranschaulicht werden.

An krassen „Dämonenszenen“ oder ekelhaften Momenten wurde zu Gunsten der Glaubwürdigkeit gespart – was ich im Grunde gar nicht mal so übel empfand. Deutlicher haben mich da die vielen Durchhänger gestört, die immer wieder die Aufmerksamkeit auf eine harte Probe stellten.

Sicherlich wollten die Macher eher die moralischen Konflikte, denn die Geisterbekämpfung an sich in den Vordergrund stellen, doch waren mir deren Thesen nicht kritisch genug. Man kratzt immer an der Oberfläche und brachte den Kern des Glaubenskrieges nicht richtig aufs Tablet bzw. blieb alles viel zu zahm.

Wiedermal war die Grundidee recht interessant, doch bei der Umsetzung hapert das Konstrukt. „Der Exorzismus von Emily Rose“ war stellenweise packend und dann wieder einen Ticke zu Langatmig. Für mich bleibts letztlich ein passabler, aber kein überragender Gerichtsfilm mit ungewöhnlichem Hintergrund. Durchaus gut anschaubar, teils etwas zäh.

5,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Home Entertainment

Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen

Inhalt

Seit seiner traumatischen Kindheit wird Danny Torrance von seltsamen Visionen geplagt und hat den Umgang damit über die Jahre irgendwie erlernt. Er heuert in einem Hospiz an und gibt dank seiner besonderen Fähigkeiten einen hervorragenden Sterbegleiter. Eines Tages jedoch wird er von einem Mädchen mit ähnlichen Kräften um seine Hilfe auf der Suche nach einem vermissten Jungen mit abermals ähnlichen Begabungen gebeten…

Fazit

Fortsetzungen von großen Klassikern sind immer eine Sache für sich – zumal wenn die Vorgänger schon etliche Jahre auf dem Buckel haben und seinerzeit in sich vollkommen stimmig und abgeschlossen waren. Trotz der erneuten Vorlage von King waren die Bedenken bei „Doctor Sleep“ im ersten Moment sicherlich gerechtfertigt, doch nach wenigen Minuten glücklicherweise vollkommen in Rauch aufgelöst.

„Doctor Sleeps Erwachen“ ist Fortsetzung und liebevolle Hommage in Einem. Der Film macht über knappe zwei Stunden sein komplett eigenes Ding und fährt am Ende mit einem gelungenen Nostalgiefaktor auf – ohne direkt bei „Shining“ abzukupfern. Er recycelt zwar alte Locations, doch im neuen Kontext wirken sie frisch und absolut passend. Die Verwendung alter Schnipsel wirkt nicht erzwungen, sondern konkret in die neue Handlung eingebettet – und herrlich schaurig.

Der Grundton war jederzeit düster und beklemmend. Selbst in strahlenden Szenarien mit warmen Farbtönen fühlte man stets einen seltsamen Unterton – und das hat so richtig in seinen Sog gezogen. Man konnte viele Elemente auf den ersten Blick noch nicht greifen, hatte dennoch ein Interesse an deren Aufklärung. Während ich bei manch verwirrendem Konkurrenten durchaus mal schnell die Lust verliere, hielt mich „Dr. Sleep“ mit seiner eigenen, unvergleichbaren Art an den Schirm gefesselt.

Ewan McGregor ist eigentlich immer eine sichere Bank und auch hier war Verlass auf sein Talent. Obwohl wir ihn im Kopf bereits mit vielen anderen Rollen assoziieren, konnte man sich hier prima mit ihm als Danny Torrance anfreunden. Er gab seiner Figur jede Menge Sympathie und Verständnis – was übrigens auch für die anderen ausgezeichneten Akteure galt. Alle harmonierten hier wunderbar miteinander und selbst die kleinste Nebenrolle wurde mit Sorgfalt besetzt.

Mit seiner deutlichen Überlänge setzt „Doctor Sleep“ ein klares Zeichen. Er ist kein seichter Spaß für Zwischendurch – sondern ein äußerst stimmiges Werk, welches eine gewisse Aufmerksamkeit erfordert und dafür angenehm in seine großartig inszenierte Geschichte zieht. Ich habe mich jedenfalls keine Sekunde gelangweilt und gebe nicht nur allen Fans von Jack Torrance eine uneingeschränkte Empfehlung. Eine Sichtung von „Shining“ ist zudem nicht unbedingt nötig – der Tiefe und den Anspielungen schadet eine Vorkenntnis jedoch nicht. Man hätte es kaum gedacht, aber diese King-Adaption ist DAS großartige Horror-Spektakel, welches ich mir eigentlich von der Neuverfilmung von „ES“ erhofft hätte.

8,5/10

Fotocopyright: Warner

Fear Street – Teil 2: 1978

Inhalt

Die Legende um die Hexe von Shadyside führt uns diesmal in das Jahr 1978, wo sie bei mehr oder wenigen unschuldigen Campbesuchern in Erscheinung tritt und die Kontrolle über einen Betreuer übernimmt. Dieser richtet sogleich ein entsetzliches Blutbad an…

Fazit

Ich habe ein Faible für die „Freitag der 13te“-Reihe und hatte bei dieser mehr als eindeutigen Hommage so richtig Spaß. Der zweite Teil von „Fear Street“ bedient sich ungeniert beim Flair des großen Vorbildes – und macht glücklicherweise sein eigenes, modernes Ding aus den bekannten Vorzeichen.

Die Handlung knüpft nahtlos an den Vorgänger an und begründet seinen Zeitsprung einigermaßen verständlich. Abermals ist es den Machern gelungen, den Geist der Epoche einzufangen und mit vielen Details für ein stimmiges Gesamtbild zu sorgen. Kostüme, Musik und Optik passen abermals wie die Faust aufs Auge und machen das Abtauchen sehr einfach.

Der Flow war nahezu perfekt ausgelotet. Nach einem gemächlichen – aber keineswegs langweiligen – Auftakt und einer ordentlichen Charaktereinführung geht es alsbald so richtig in die Vollen. Der Härtegrad war dabei angenehm hoch, so dass man die FSK18 Freigabe schon irgendwo vertreten konnte.

Besonders lobe ich die großartigen Einfälle, die die Geschichte immer wieder spannend und unterhaltsam gestalteten. Auch bei den Attentaten ging es erstaunlich originell zur Sache und dem alteingesessenen Genrefan immer wieder ein Lächeln abringen konnte. Da war der im Kern eher simple Polt schnell vergessen.

Die Effekte waren gut gemacht, wobei die Herkunft aus dem Computer hin und wieder nicht ganz zu verleugnen war. Die Optik war hochwertig und erinnerte trotzdem mit einem gelungenen Look an die alten Genrevertreter aus unserer Jugend. Die eher unbekannten Darsteller haben ihre Sache toll gemacht.

Um ehrlich zu sein waren meine Erwartungen nach dem mehr als gelungenen Vorgänger schon etwas höher und ich wurde nicht enttäuscht. „Fear Street 2“ war sogar noch einen Ticken kurzweiliger ausgefallen und das liebevoll parodierte Setting hat mich sogar noch etwas mehr abgeholt. Ich freue mich schon auf das große Finale einer bis dato ganz hervorragenden Horror-Trilogie.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

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