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Schlagwort: Horror (Seite 1 von 9)

Resurrection – Die Auferstehung

Inhalt

Nachdem die Polizei erste Leichen mit abgetrennten Gliedmaßen findet, wird schnell klar, was der Täter damit vorhaben könnte. Detective Prudhomme und seinem Partner geht die Angelegenheit sichtlich an die Nieren, doch sie müssen den Täter überführen, bevor er seine grausame Liste abgearbeitet hat…

Fazit

Mit dem grandiosen „Sieben“ hatte David Fincher einige Jahre vor diesem Titel eine echte Messlatte geschaffen, an der sich mancher Konkurrenz die Zähne ausgebissen hat. „Resurrection“ schlug grob gesagt ebenso in diese Kerbe, hat aber irgendwie genügend Eigenständigkeit mitgebracht und war grundsätzlich gar nicht mal so schlecht. Am gestiegen Abend habe ich die DVD nach langer Zeit mal wieder im Player gehabt und wurde trotz vieler Parallelen zum vermeintlichen Vorbild doch wieder recht gut unterhalten.

Ich rechne diesem Werk hoch an, dass er viele seiner Karten recht schnell auf den Tisch legt und den Zuschauer nicht allzu lang mit seiner durchschaubaren Prämisse beglückt. Auch ist der Flow recht gut, da es immer wieder zügig zur nächsten Leiche geht und mit der eingestreuten Detektivarbeit nicht zu viel Tempo herausgenommen wird.

Lambert wirkt manchmal etwas blass, aber das sind wir von ihm gewohnt und insgesamt geht seine Leistung hier vollkommen in Ordnung. Der nimmt ihm den gebrochenen Familienvater jederzeit ab und kann sich gut in seine Lage hinein denken.

Der Film lebt größtenteils von seiner düsteren Stimmung und die wird auch bis zum bitteren Ende jederzeit beibehalten. Die Aufnahmen sind überwiegend düster, verkommen aber nicht zu einem Tappen im Dunkeln. Man erkennt genügend Details und die Dunkelheit schlägt nicht zu sehr aufs Gemüt. Der Härtegrad ist der Freigabe entsprechend und präsentiert uns nicht übertriebene Gewaltdarstellung oder Gedärm. Alles in etwa auf dem Niveau von „Sieben“.

An die vermeintliche Inspirationsquelle reicht dieser Titel nicht heran, doch unterm Strich ist „Resurrection“ ein äußerst unterhaltsamer Genrevertreter mit ansprechendem Plot. Vielleicht hätte man aus der Thematik noch etwas mehr herausholen oder seinen Bösewicht charismatischer ausbauen können, aber letztlich kann man mit diesem Ergebnis zufrieden sein. Ein atmosphärischer kleiner Film, der für Zwischendurch vollkommen in Ordnung geht und keineswegs angestaubt wirkt.

7/10

Fotocopyright: Kinowelt

Nightmares & Dreamscapes: Nach den Geschichten von Stephen King

Inhalt

Die Mini-Serie „Nightmares & Dreamscapes“ behandelt 8 Kurzgeschichten von Horrormeister Stephen King, die fast allesamt mit einem bösen Erwachen enden…

Fazit

Ich mache mir jetzt nicht die Mühe zu jeder einzelnen Episode eine ausführliche Inhaltsangabe zu schreiben und fasse das Gesamtwerk in dieser Kritik mal zusammen.

Erst vor ein paar Tagen habe ich mir noch eine Adaption der Geschichte „Verdammt gute Band haben die hier“ gewünscht und gar nicht bemerkt, dass sie schon etliche Jahre ungesehen in der Sammlung schlummert. Die DVD-Box von „Nightmares & Dreamscapes“ habe ich vor langer Zeit mal in der Videothek erworben – und bis auf die erste Folge nicht weiter geschaut. Nun hatte ich endlich die Muse dazu und bin am Ende etwas geteilter Meinung.

Die Geschichten sind teils recht originell („Battleground“, „Das Ende vom Ende“, „Rock ’n’ Roll wird niemals sterben“), aber teils auch bodenständig und relativ vorhersehbar. Die Qualität schwankt und obwohl es keine echten Ausreißer nach unten gab, gab es auch keine hervorstechenden Highlights.

Da die Serie schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, bemerkt man durchwegs den Zahn der Zeit. Alles ist auf TV-Niveau inszeniert und die paar CGI-Effekte heute nicht mehr der Rede wert. Zwar gab es die Beteiligung einiger cooler Gaststars wie William Hurt, Claire Forlani, Tom Berenger oder William H. Macy – die allesamt wohl eher wegen der Thematik an sich, statt des großen Geldes mitgewirkt haben.

Die meisten Handlungsstränge haben mich aufgrund ihrer hier präsentierten Erzählweise sehr an „Outer Limits“ erinnert, obwohl ein Moderator natürlich gefehlt hat. Die in sich abgeschlossenen – und nicht zusammenhängenden – Episoden hatten zumeist ein offenes Ende und klärten den Kern der Sache meistens nicht auf. Dies erwies sich stellenweise als korrekte Entscheidung, manchmal ließ es aber auch fragend zurück. Da ich allerdings einen Teil der Geschichten selbst gelesen habe, kann ich jedoch die korrekte Umsetzung derer in dieser Form bescheinigen.

Ich liebe King und sauge eigentlich alles an seinen Werken auf und hatte trotz kleinerer Unzulänglichkeiten durchaus meinen Spaß mit „“Nightmares & Dreamscapes“. Gute Folgen wogen eher unspektakuläre auf und so war das Gesamtresultat durchaus in Ordnung. Sicherlich bemerkt man das mangelnde Budget an vielen Ecken, doch unterm Strich zählt die Originalität und die war stellenweise außergewöhnlich hoch.

7/10

Fotocopyright: Warner Home Video

Die neun Pforten

Inhalt

Ein wohlhabender Buchliebhaber überträgt dem zwielichtigen Händler Dean Corso eine nahezu heilige Aufgabe. Dieser soll prüfen, ob sein Exemplar von „Die neun Pforten“ echt sei und dafür um die halbe Welt reisen, um es mit den restlichen verbleibenden Exemplaren zu vergleichen. Corso sieht die Kohle und nimmt den Job an, doch schon bald gerät er tief ins Schlamassel…

Fazit

Etliche Jahre nach Klassikern wie „Tanz der Vampire“ oder „Rosemaries Baby“ hat sich Roman Polański mal wieder an eine düsterere Romanumsetzung gewagt und sich anno 1999 auch schlagkräftige Unterstützung von Zugpferd Johnny Depp dazu geholt. Das Ergebnis überzeugte damals, wie heute und gehört in meinen Augen mit zu dem Besten, was die beiden jemals auf die Beine gestellt haben.

Der Film lebt von seiner unglaublich dichten Atmosphäre, die sofort in den Bann zieht und bis zum bitteren Ende nicht mehr vom Haken lässt. Schleichend, aber absolut stilsicher wird der Zuschauer in die spannende Handlung eingesogen und das Rätselraten um die Bücher fasziniert auf ganzer Linie.

Mit überwiegend simplen, aber wohl überlegten und geschickt integrierten Details wird ein ganz tolle Setting generiert, welches die wenigen eher angestaubten CGI-Effekte locker übersehen lassen und nie aus der Immersion reißen. Die Macher haben nicht nur großartige Schauplätze, sondern auch prachtvolle Gebäude und beneidenswerte Bibliotheken in Szene gesetzt, so dass im Vorfeld schon leichter Grusel zugegen ist.

Der Film weißt ein gutes Tempo auf, ohne zu hastig zu sein oder gar Längen aufzuweisen. Alles ist perfekt ausbalanciert und macht im richtigen Moment einen Schritt nach Vorn. Man nimmt sich dabei genügend Zeit, um seine Figuren ausführlich zu beleuchten und deren Motivationen verständlich zu machen. Obwohl fantastische Elemente eingeflochten wurden, bleibt das Treiben stets auf dem Teppich und vom Verlauf durchgehend nachvollziehbar konstruiert.

Depp spielt hier ungewohnt ernst und völlig ohne jegliche Übertreibung – was ihm wirklich gut tut und dem Streifen sichtlich zuträglich ist. Besonders fantastisch hat auch Frank Langella als verschrobener Auftraggeber gefallen, der eine zentrale Rolle im Geschehen einnimmt und stets herrlich undurchsichtig, gar furchteinflößend daher kommt.

Mit „den neun Pforten“ schuf Polański einen erstklassigen Horrorfilm, der ohne großes Blutvergießen oder sonderbare Monster daher kommt. Er baut mit tollen Kulissen eine grandiose Stimmung auf, die durch einen erstklassigen Depp auf spannende Weise abgeklappert werden. Der eher unterschwellige Grusel ist durchwegs vorhanden und hält selbst nach erneuter Sichtung noch immer an. Ich kann diesen Titel nur jedem Interessierten ans Herz legen und würde mich freuen, wenn mal wieder ein Werk ähnlicher Gattung produziert werden würde.

8,5/10

Fotocopyright: STUDIOCANAL

Trick – Dein letztes Halloween

Inhalt

Die Polizei fasst einen Psychopathen, der an Halloween auf einer Party ein paar Jugendliche umgebracht hat und keinerlei Regung für diese Tat zeigt. Noch im Krankenhaus gelingt dem Täter trotz enormer Verletzungen dann die Flucht und eine Leiche wurde nie gefunden. Fortan wird „Trick“ im Internet zu einem Phänomen und schlägt mit regelmäßiger Pünktlichkeit immer wieder bei Feiern am 31sten Oktober zu…

Fazit

Zum Review-Zeitpunkt ist das letzte Halloween schon wieder ein paar Tage her und das nächste Fest noch in weiter Ferne. Da gute Filme aber grundsätzlich unabhängig von der Jahreszeit sind, war das verspätete Aufschlagen von „Trick“ im Heimkino nicht weiter tragisch und eine Sichtung am gestrigen Abend sogleich vollzogen.

Um es kurz zu machen: „Trick“ hatte wirklich ein paar Stärken, konnte aber so manch guten Ansatz einfach nicht vollends ausbauen. So hat mir das rundum hohe Erzähltempo schon recht gut gefallen, doch gerade bei den häufigen Aktionsszenen blitzte das wohl eher geringe Budget einfach zu häufig durch.

Streckenweise gab es Morde und Blutspritzer am laufenden Band, doch irgendwann musste sich die technische Seite einfach geschlagen geben. Manche Effekte waren handwerklich nicht übel, andere Momente durch schlechte CGI-Unterstützung fast vollkommen versaut. Man wurde immer wieder rausgerissen und hatte zudem eine mögliche (und nicht unbedingt spektakuläre) Auflösung im Hinterkopf – die dann so auch eingetreten ist und letztlich nur ein müdes Lächeln abringen konnte. Die Idee an sich war nicht schlecht, aber einfach zu ausgelutscht.

So vom Setting, den Kostümen und den Darstellern war alles im grünen Bereich, wobei man diese Produktion nicht mit hochwertigen Blockbustern vergleichen sollte. Für das, was es ist (eher B oder C Kategorie) war das Gezeigte und gespielte soweit in Ordnung und gab keinen Grund zur Klage. Sicherlich kennen wir Darsteller wie Omar Epps aus anderen, wesentlich interessanteren Werken, doch im gezeigten Rahmen war auch sein Auftritt zufriedenstellend.

Ich lobe die hohe Schlagzahl und den reichlichen Splattergehalt, kann aber einige Unzulänglichkeiten einfach nicht übersehen und fühlte mich am Ende leider nicht mehr als solide bei Laune gehalten. Mit etwas Feinschliff hätte ein munteres Horrorstück entstehen können, obwohl man zu viele Elemente irgendwo schon einmal weitaus gelungener gesehen hat. Für Genrefans – die kein technisch ausgereiftes Erlebnis erwarten – einen Blick wert, der Rest darf trotz einiger bekannter Namen gerne verzichten.

6/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Lovecraft Country – Staffel 1

Inhalt

Die 50iger Jahre. Kriegsheimkehrer Atticus Freeman  erhält einen mysteriösen Brief von seinem Vater und will sich auf die Spuren von selbigen machen. Es wurde von einem geheimen Erbe gesprochen – und das lässt auch andere Teile seiner Verwandtschaft nicht kalt. Kurzum unternehmen die Neugierigen einen unvergesslichen Ausflug nach Ardham…

Fazit

Bisher habe ich es immer elegant vermieden, großartige Worte zur Person von H.P. Lovecraft himself zu verlieren – aber hier werden nicht nur Elemente aus seinen Werken, sondern auch eine gewisse Haltung zu seiner Einstellung aufgegriffen.

Lovecraft gilt nicht nur als einer der größten Autoren fantastischer Literatur, sondern auch als schwieriger Mensch und übler Rassist. Viele Menschen boykottieren deshalb mittlerweile seine Werke, aber die Macher dieser Serie fassten den richtigen Ansatz.

So wurden fast alle Rollen mit Farbigen besetzt und das Thema Rassismus ziemlich präsent in den vom Autor gegebenen Rahmen eingeflochten. Das nimmt nicht nur die Angst vor dem umstrittenen Schöpfer, sondern zeigt wie man trotzdem mit seinen positiveren Ergüssen umgehen kann und überhaupt nichts verteufeln muss.

Als Fan der Materie (egal ob Computer-, Brettspiel, Film oder Roman) war ich vom Gedanken der Serienadaption sofort hin und weg. Ich habe der Produktion wirklich entgegengefiebert, doch blieb am Ende ein wenig ernüchtert zurück.

Die ersten 3-4 Episoden des bis dato 10teiligen Auftakts waren recht gut und äußerst vielversprechend, aber dann wurde das Treiben selbst für meine Auffassung viel zu absurd und schwierig nachvollziehbar. Man sprang nicht nur zwischen diversen Schauplätzen und Charakteren hinterher, sondern sprang irgendwann auch ungeniert zwischen diversen Zeiten hin- und her.

Dabei klärte man den Zuschauer wenig auf und verlange das Zusammenbauten der Versatzstücke in Eigenregie – was nicht immer zu hundertprozent gelang und einige Fragen offen ließ. Manche Szenen hat man sogar überhaupt nicht kapiert – und dann auch nicht die Lust zum weiteren sinnieren darüber gehabt.

Sicherlich hat das Geschehen wegen seiner starken politischen Einflüsse und der unentwegten Gesellschaftskritik sowieso eine extra Portion Aufmerksamkeit verdient, doch selbst mit dieser Einstellung fiel das Folgen oftmals schwer. Dazu gesellte sich ein optischer Überreiz, der kaum bei einmaligen Betrachten vollends verarbeitet werden konnte. Die Serie bot extrem starke, aber auch teils äußerst blutige Bilder, die nichts für schwache Nerven sind und so prima zum Setting passten.

Die Darsteller wurden gut ausgewählt und haben ihren Rollen ordentlich Profil. Sie spielten allesamt wirklich hervorragend und haben keinerlei Grund zum Klagen. Die Alltagsprobleme kamen glaubwürdig und schmerzlich nachvollziehbar rüber – der Grusel lag eher in den realistischen Momenten, denn in der Fantasie von Howard Phillips.

Die Idee ist genial, die Umsetzung zumindest technisch und audiovisuell vorzüglich und dennoch hält sich meinen Gesamtbegeisterung etwas in Grenzen. Seine verworrene Inszenierung gab mir immer wieder kleinere Dämpfer und so reicht es nicht für höhere Wertungsregionen. Ich wurde bis zu einem gewissen Grad erstklassig unterhalten, aber dann auch wieder mit verworrenen Strängen genervt. Eine Fortführung wurde ich auf jeden Fall begrüssen und würde dann auf eine übersichtlichere Struktur hoffen.

7/10

Fotocopyright: Sky/HBO

Die Königin der Verdammten

Inhalt

Eigentlich sollten Vampire ihre Identität geheim halten, doch Lestat – der mittlerweile als Sänger einer Metalband weltberühmt wurde – outet sich ganz offen als Untoter und nicht Jeder glaubt an einen Marketing-Gag. Während Vampirjäger auf Hochtouren recherchieren, rasseln andere Blutsauger mit den Säbeln und wollen den Spalter bei einem großen Konzert hinrichten…

Fazit

Das Vampir-Genre ist so alt, wie der Film an sich und wurde schon in frühen schwarz-weiß Jahren mit berühmten Umsetzungen wie „Nosferatu“ aufgegriffen. Man hat in diesem Bereich extrem viel gesehen und oft waren Innovationen Mangelware. Um das Fazit ein wenig vorweg zu nehmen sei gesagt, das auch „Königin der Verdammten“ kein ultimatives Meisterwerk darstellte, aber immerhin sehr um neue Ideen und Ansätze bemüht war.

Nicht immer gelingt der Transfer alter Thematik in die aktuelle Zeit, doch hier ist die Transformation seinerzeit ganz ansehnlich gelungen. Ein Vampir, der in einer Gothic-Band auftritt ist so simpel, wie vortrefflich passend gewählt und der zugehörige Soundtrack verleiht dem Titel zu einem weiteren, sehr coolen Alleinstellungsmerkmal.

Die düstere Optik passt vorzüglich zum Setting und schlägt auch nicht zu sehr auf die Laune. Alles war sehr schön eingefangen und lediglich leicht angestaubte Effekte rissen stellenweise etwas aus der Immersion. Im Großen und Ganzen waren die meisten CGI-Einlagen noch sehr anschaubar, doch hin- und wieder war deren Mithilfe mehr als deutlich zu erkennen.

Die Darsteller haben recht gut harmoniert und deren Leistungen ging durchwegs in Ordnung. Kleines Highlight war natürlich die Coverfigur Aaliyah, die hier einen bemerkenswerten – und leider auch letzten – Auftritt an den Tag legte und Potential für einen eigenen, kompletten Film mit weitaus mehr Screentime gehabt hätte.

Nachdem ich in den letzten Tagen mal wieder den modernen Klassiker „Romeo must die“ angeschaut habe, wurde auch die Lust auf „Die Königin der Verdammten“ neu entfacht. Unterm Strich blieb der Film so gut, wie ich ihn noch in Erinnerung hatte und noch immer sprechen sehenswerte Ansätze absolut für ihn. Genrefans sollten den Titel unbedingt auf dem Zettel haben, der Rest bei Interesse gern mal reinzappen. Für mich definitiv einer der besseren aktuelleren Vampirfilmen – obwohl er mittlerweile auch schon fast wieder 20 Jahre auf dem Buckel hat.

7/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

Stephen King: Verdammt gute Band haben die hier

Inhalt

Fast schon haben Mary und Clark die Hoffnung aufgegeben. Seid Meilen nur Landweg und keine Menschenseele, doch plötzlich taucht ein Schild vor ihnen auf und die Straße wird besser. Der Schild preist die Ortschaft „Rock`n Roll Heaven“ an, welche ihrem Namen alsbald mehr als gerecht wird…

Fazit

Einer Geschichte wie diese gehört eigentlich eine tolle filmische Umsetzung spendiert. Zwar gab es meinen kurzen Recherche zur Folge einmal eine Serien-Episode, aber die wird dem Potential der Grundidee sicherlich nicht gerecht.

Selten habe ich in einer Kurzgeschichte so viel geschmunzelt und selten habe ich auch so viel parallel bei Wikipedia nachgeschaut. King bringt auf wenigen Seiten so viele Figuren unter, dass es einfach eine Freude ist, deren Auftritte zu erleben und deren Namen noch einmal nachzulesen. Er trifft mit seinem Umschreibungen voll ins Schwarze und vor geistigen Auge manifestiert sich eine perfekte Illusion seiner Gedanken. Ich konnte mein Kindle bis zum bitteren Ende kaum aus der Hand legen und noch hallen die Gedanken nach.

Zwar bin ich voll des Lobes und trotzdem schneidet das Spektakel insgesamt nur überdurchschnittlich gut ab. Das liegt an der Natur der Kurzgeschichte. Gerade kommt das Geschehen voll in Fahrt und der Leser ist voll dabei, da kommt der „Ende“-Schriftzug und es ist vorbei. Oftmals sollte man Aufhören, wenn es am Schönsten ist – hier aber hätte man sich noch so viel vorstellen können und die witzige Prämisse ruhig noch etwas ausschlachten können.

Wer sich ein bißchen für Rock`n Roll interessiert und nicht unbedingt ein großer Fan des Horrormeisters ist, sollte auf seine Kosten kommen. King serviert uns hier eine bitterböse und zugleich unfassbar schöne Handlung, die leider viel zu früh zum Ende kommt und locker für einen Wälzer herhalten könnte. Ich würde es begrüßen, wenn ich z.B. Netflix der Thematik annehmen und einen tollen Spielfilm aus dem bemerkenswerten Auftakt basteln würde. Gerade mit heutiger Technik sollte die Immersion perfekt sein.

7/10

Pakt der Wölfe

Inhalt

Frankreich im Jahr 1766. In einer Region hält eine schreckliche Bestie die Bewohner in Atem und fordert immer mehr Todesopfer. Der König entsendet daraufhin seinen besten Forscher aus Paris, um der Sache auf den Grund zu gehen…

Fazit

Seinerzeit galt „Pakt der Wölfe“ als echter Geheimtipp, den ich mir sogar als französische DVD weit vor dem Start in Deutschland importiert und eine Sichtung – vollkommen ohne Sprachkenntnisse – absolviert habe. Ich habe zwar so gut wie nichts verstanden, aber die starken Bilder sprachen für sich. Über die Jahre hat man ihn (u.A. dank Auswertung auf Heft-DVDs) auch mal auf deutsch gesehen und nun gibt es endlich mal ein kleines Fazit dazu.

An erster Stelle vermag ich eigentlich noch immer die hübsche Optik mitsamt der stimmungsvollen Atmosphäre loben, doch mittlerweile hat der berühmte Zahn der Zeit sichtbar an der Produktion genagt. So zerstören hoffnungslos veraltete CGI-Effekte die perfekte Immersion und reißen immer wieder unangenehm aus dem Geschehen heraus. Die Bestie wirkt stets wie ein Fremdkörper und je mehr von ihr sichtbar wird, desto schlimmer die Desillusion. Das ist mehr als bedauerlich, denn der Rest vom Film ist ordentlich gemacht.

Die Darsteller mir ihren zeitgenössischen Kostümen und Make-Up lassen eine vergangene Epoche aufleben. Die Ausstattung und der Detailgrad sind enorm und bewegen sich jederzeit auf höchstem Niveau. „Pakt der Wölfe“ kommt rundherum als aufwändiger Blockbuster daher und bot eine Menge an bekannter Gesichter aus der europäischen Filmlandschaft. Alle legten eine großartige Leistung an den Tag und gaben keinen Grund zur Klage.

Die Geschichte hat mir gut gefallen, auch wenn sie streng genommen schon viel zu früh ihre Auflösung preis gab und dem geübten Filmfan hierdurch nur ein kleines Lächeln abringt. Dies war aufgrund der erwähnten Machart jedoch gar nicht mal so tragisch, denn das Werk gab sich immer so geheimnisvoll und düster, dass man sich der Handlung nur bedingt sicher war und stets mit sich haderte. Mit etwas über zwei Stunden ist der „Director`s Cut“ für meinen Geschmack etwas zu lang ausgefallen und die Kinofassung könnte durchaus bevorzugt werden. Die Schere wurde an den richtigen Stellen angesetzt und manche Dialoge waren immer noch einen Ticken zu lang.

So sehr ich diesen Titel auch loben und gerne haben möchte. Aus aktueller Sicht macht seine Technik der grandiosen Inszenierung einen gewaltigen Strich durch die Rechnung und die Bedrohlichkeit des Monsters hat deutlich eingebüßt. Für einen europäischen Film war das Resultat seinerzeit eindrucksvoll, doch mittlerweile sind wir höhere Standards gewohnt. „Pakt der Wölfe“ ist trotzdem interessantes Kino, doch mit ein paar Reißern muss man einfach irgendwo klar kommen.

7/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

In einer kleinen Stadt – Needful Things

Inhalt

Castle Rock ist eine friedliche Kleinstadt, bis zu dem Punkt als Leland Gaunt seinen unscheinbaren Antiquitätenladen eröffnet und die Bewohner in Aufruhr versetzt. Scheinbar führt der eifrige Geschäftsmann alles, was das Herz begehrt – jedoch sind seine Händelchen immer mit Gegenleistungen verbunden…

Fazit

„Needful Things“ gehört sicherlich nicht zu den blutigsten, aber sicherlich zu den Besseren von Kings Werken bzw. deren Adaptionen für die Kinoleinwand. Die Geschichte ist bitterböse, geschickt konstruiert und mit einem gut aufgelegten Sydow als wahrhaftiger Satan überzeugend besetzt.

Durch eine magische, aber auch zugleich schon wieder bodenständige Handlung wird der Zuschauer für knapp zwei Stunden gefesselt und bei bester Laune gehalten. Durch seine dichte Atmosphäre wird ein guter Sog erzeugt und durch seine überwiegend natürlichen Charaktere eine tolle Identifikationsmöglichkeit geschaffen. Alle Figuren waren greifbar und deren Aktionen – zumindest in bestimmten Bereichen – durchaus nachvollziehbar.

Die Inszenierung war stilsicher und mit einem gewissen Retro-Charme. Ich kann es schlecht umschreiben, aber es wirkt nicht so geleckt wie bei aktuellen Produktionen, vielmehr mit dem Look hochwertiger Filme aus den frühen 90igern. Passend hierzu dann auch Darsteller, wie Ed Harris, die zu dieser Zeit in ihrer absoluten Blüte standen und wirklich gut gefielen.

„Needful Things“ ist fast schon mehr Gesellschaftskritik, denn offenkundiger Horror – wobei hier der Horror eher in den Handlungen der Menschen entwickelt und die Zuspitzung der Lage für Schauer sorgt. Der Zuschauer steht als Betrachter stets über den Dingen und erkennt, wie sich die Bewohner gegenseitig anstacheln und wie geschickt unser Antagonist die Fäden zieht. Das Konzept geht soweit auf, auch wenn ich mir ein wuchtigeres Finale zum Abschluss gewünscht hätte. Das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau, denn ansonsten wurde hier alles richtig gemacht.

8/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Dämon

Inhalt

Kaum hat Detective John Hobbes einen lang gesuchten Killer verhaftet und zur Hinrichtung verfrachtet, da erschüttert eine ähnliche Mordserie das Präsidium. Möglicherweise hatte der Verrückte doch Komplizen – die vielleicht in den eigenen Reihen der Polizei zu suchen sind…

Fazit

Auch die letzte Sichtung von „Dämon“ liegt schon wieder viel zu lange zurück und die Feiertage boten genügend Gelegenheit, auch diese angestaubte DVD mal wieder aus dem Regal zu ziehen und in den Player zu legen.

Noch immer kann die Geschichte trotz leicht altbackender Inszenierung überzeugen und schon nach kurzer Zeit in ihren Bann ziehen. Insbesondere der Auftakt mit einem überragend gespielten Bösewicht ist einfach zum Niederknien und führt schnell in die ungewöhnliche Handlung ein.

Zwar wartete der Plot mit einigen Logiklöchern und Ungereimtheiten auf, doch dem hohen Unterhaltungswert tat dies keinen Abbruch. Die Geschichte ist bis zum bitteren Ende spannend erzählt und die Atmosphäre gefiel.

Optisch gab es solide Hausmannskost ohne übertriebene Spezialeffekte – aber dies hatte die stimmige Aufmachung auch gar nicht nötig. Alles wirkt wie ein typischer Film der 90iger, von der Bildgestaltung, über Outfits, bis hin zur Kameraführung.

Prima ins Geschehen hat auch John Goodman gepasst, der sich mindestens auf Augenhöhe mit dem gewohnt guten Denzel Washington befand. Die Beiden gaben ein super Team ab und es macht Spaß ihren Konversationen zu lauschen.

„Dämon“ ist ein durch und durch solider Titel, der mit guten Darstellern und einer interessanten Prämisse aufwartet. Definitiv kein Film zum mehrfachen Anschauen innerhalb kürzester Zeit, aber alle paar Jahre auf Neue ein stimmiger Thrill.

7,5/10

Fotocopyright: Warner

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