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Schlagwort: Fantasy (Seite 1 von 11)

Eternals

Inhalt

Schon seit langer Zeit weilen die sogenannten „Eternals“ unter den Menschen und haben ein wachsames Auge. Die Unsterblichen dürfen zwar nicht unmittelbar in die Geschicke ihrer Schützlinge eingreifen, sie aber vor anderen bösen Wesen, den Deviants beschützen. Bisher war das auch kein Thema, doch nun ist der Feind ungewohnt stark geworden und trachtet den Wächtern nach dem Leben…

Fazit

Gerade erst im Kino und nun schon als Stream für zu Hause verfügbar. „Eternals“ erging es damit so wie etlichen anderen Kollegen, doch über Qualität sagt eine so rasche Heimauswertung natürlich nichts aus. In einigen Kritiken ist er schon als langweiligster Marvel-Film aller Zeiten betitelt worden, aber so harsch möchte ich auch unabhängig von seiner Veröffentlichungsform nicht ins Felde ziehen.

„Eternals“ ist sicherlich nicht der Beste seiner Zunft, trotz spürbarer Längen allerdings auch nicht vollkommen uninteressant. Die Grundgeschichte um Wächter der Menschheit ist zwar nicht völlig neu, aber zuweilen bildgewaltig und vor allem recht atmosphärisch umgesetzt worden. Bereits die ersten Trailer vermittelten davon brauchbare Eindrücke und das Endprodukt konnte durchaus damit punkten.

Ebenfalls schön war ebenfalls, dass die Produktion seitens seiner Figuren und Kulturen recht vielfältig erschien. Es gab Charaktere aus aller Welt und viele Eindrücke aus den unterschiedlichsten Ländern. Leider gab man sich hier nicht immer amüsant, sondern stellenweise ordentlich beladen an Klischees und sorgte für gelegentliches Schnaufen beim Betrachter. Man hätte sich einige Elemente schenken und nebenbei weitaus mehr Kurzweil generieren können.

Der Film ist lang, aber nicht immer kurzweilig. Man verliert sich gelegentlich in esoterischen Momenten und zu verträumten Momenten. Das Storytelling macht oftmals kaum Fortschritte und der gar nicht mal so komplexe Plot kommt deutlich zu Tage. Die Machart mag zwar eine passende Schwermut unterstreichen, schießt manchmal über das Ziel hinaus.

Die Action war schön choreografiert und hätte gerne noch eine Ticken zahlreicher daher kommen dürfen. Nicht so übertrieben wie beispielsweise den „Avengers“, aber gerne ein Quäntchen mehr. Sie war nämlich gut gemacht und überzeugte mit kreativ gestalteten Widersachen und brachialer audiovisueller Umsetzung. Wenn es auf dem Schirm rundging, dann auch richtig und der Subwoofer hatte ordentlich was zu tun.

Das Kostüm- und Setdesign ging vollkommen in Ordnung. Eine Angelina Jolie strahlte in ihrem Outfit und erinnerte an eine elegante Königin. Dazu gesellte sich eine recht gut brauchbare schauspielerische Leistung, die ich auch dem Rest so unterschreiben würde. Das bunte Team passte gut zusammen und sorgte für ein paar spaßige Momente.

„Eternals“ ist weder Meisterwerk, noch Totalausfall. Er funktioniert über weite Teile recht gut, erwähnte Längen zerren jedoch am Erzählfluss. Sicherlich wollte man seinen epischen Background mit entsprechender Spielzeit hervorheben, doch zwingend notwendig wäre dies in meinen Augen nicht gewesen. Etwas Straffung an den richtigen Stellen hätte Wunder bewirkt und die Punkteskala nach Oben geschraubt. So bleibts ein anschaubarer Titel, den man im Rahmen des Abos einfach mal mitnimmt und sich selbst ein Bild macht.

6,5/10

Fotocopyright: Walt Disney

Die Einöde

Inhalt

Eine kleine Familie flüchtet vor dem Krieg aufs Land. Sie verbringen ihre Tage in der Einöde, bis sich der Vater zum Aufbruch entscheidet. Bange warten Frau und Sohn auf seine Wiederkehr und erleben währenddessen die Hölle in der Einsamkeit…

Fazit

Für viele Filme muss man in einer gewissen Stimmungslage sein und „Die Einöde“ macht da keine Ausnahme. Der Titel ließ schon vermuten, dass es hier etwas ruhiger zugehen könnte – und genau hier teilt sich die Spreu vom Weizen.

Zu Beginn der Erzählfluss noch ganz in Ordnung, doch spätestens als der Vater den Rest verlässt wird das Geschehen zu einem Kammerspiel, bei dem Aufmerksamkeit abverlangt wird. Man konzentriert sich ganz auf die beiden verbleibenden Personen, was mitunter recht anstrengend erschien.

Die Bilder insgesamt waren zwar sehr hochwertig, aber auch sehr ruhig und boten optisch wenig an Abwechslung. Es gab eigentlich nur die kleine Hütte und mal kurze Ausschnitte vor deren Tür, weitere Schauplätze Fehlanzeige. Das muss nicht unbedingt verkehrt sein (ich liebe effiziente Filme ohne großen Aufwand), machte die Sache hier allerdings nicht viel runder.

Der Horror war erwartungsgemäß subtil und endete nicht in Gewaltexzessen. Die Einsamkeit und Ungewissheit waren greifbare Ausgangslagen, doch nur bis zu einem gewissen Punkt mitgehen konnte. Irgendwann übernahm das „Übersinnliche“ die Kontrolle und man konnte dem Geschehen dann nur noch relativ emotionslos beiwohnen.

Die Darsteller haben ihre Sache gut gemacht, ohne sonderlich aus dem Rahmen zu fallen. Natürlich war der kleine Junge aber besonders hervorzuheben, denn er hat für sein junges Alter doch wirklich gut performt. Ansonsten wurde die ordentliche Optik bereits erwähnt, der Soundtrack war eher unauffällig.

„Die Einöde“ setzt auf Effektivität, was in diesem Falle wenige Kulissen und eine überschaubare Anzahl an Figuren bedeutet – und damit leider nur ein eingeschränktes Ergebnis liefert. Das Treiben kommt zu schwerfällig in die Gänge und macht im letzten Drittel auch keinen verlorenen Boden mehr gut. Sicherlich mag die langsame und eher unterschwellige Art dem Ein oder Anderen gefallen – mein Ding ists allerdings nicht und so gibt es nur eine eingeschränkte Empfehlung.

5/10

Fotocopyright: Netflix

Ghostbusters Legacy

Inhalt

Da Callie mit ihren beiden Kindern vor dem finanziellen Ruin steht, kommt die Aussicht auf ein Erbe von ihren verstorbenen Vater gerade recht. Mit Entsetzen muss sie allerdings feststellen, dass ihr entfremdeter Erzeuger wohl nur eine Bruchbude und weitere Schulden hinterlassen hat. Immerhin entdecket der Nachwuchs interessante Dinge…

Fazit

Fan-Service ist eigentlich immer eine schöne Sache – doch ob man einzig damit allein knappe zwei Stunden Laufzeit füllen kann, ist fraglich. Vorweg sei gesagt, dass mich „Ghostbusters Legacy“ leider ziemlich enttäuscht hat und seine Trailer – wie schon so oft – bereits das beste Material präsentiert haben.

Über weite Strecken ist der Streifen leider sehr langweilig und sitzt auch oft zwischen den Stühlen. Alte Hasen vermissen den kernigen Humor der früheren Werke, Neueinsteiger können spätestens beim großen Finale wenig mit der gebotenen Nostalgie-Keule anfangen – und sich höchstens fragen, wer diese betagten Gestalten eigentlich sind.

Man hat zwar durchaus den ein oder anderen rührenden Moment unterbringen können, doch unterm Strich bot das Geschehen zu wenig Unterhaltungswert und plätscherte überwiegend vor sich hin. Alles war zwar irgendwie nett gemacht, aber das wars dann auch schon. Man hat das meiste zum Thema „Erwachsenwerden“, „Schulwechsel“, „Neue Freunde“, etc. schon dutzende Male gesehen und keinerlei neuen Erkenntnisse gewonnen. Alles soweit ordentlich, aber auch sehr austauschbar gestaltet.

Besonders vermisst habe ich die Gänsehaut-Einlagen, die uns die Bilder im Vorfeld versprachen. Weniger wegen der Geister (von denen gab es hier so gut wie nichts zu sehen), vielmehr wegen der Atmosphäre. Irgendwie blieb das gewünschte Feeling fast vollständig auf der Strecke und das Ende schoss dann fast über das Ziel hinaus. Zum Großteil herrschte gähnende Leere und plötzlich standen alle Figuren geballt auf einem Haufen und radierten den harmlosen „Endgegner“ mit peinlich berührten Sprüchen mehr als flott aus. Nicht nur, dass es sich hier fast wie ein Aufguss der Storyline vom ersten Teil anfühlte, sondern weil der letzte Akt kurz und unspektakulär erschein.

Die Darsteller machten ihre Sache soweit ganz ordentlich, obwohl ich mit bis zum Verlassen des Kino nicht ganz über deren Geschlechter klar war. Jungs und Mädels waren nicht unbedingt leicht zu unterscheiden, aber das muss wohl heute einfach so machen – die Anzahl an möglicherweise leicht frauenfeindlichen Kommentaren wurde ja ebenfalls drastisch reduziert. Murray gab sich bei seinem kleinen Auftritt ungewohnt zahm und nur als Schatten seiner selbst bzw. seines geliebten Charakters.

Oft versuche ich mich in unterschiedliche Perspektiven hineinzudenken und Filme mit anderen Ausgangslagen zu betrachten – was bei „Legacy“ für stark gemischte Gefühle gesorgt hat. Wie Eingangs erwähnt hat mich manch Seitenhieb tatsächlich leicht berührt, doch bestimmt nicht Jedem ist dieser Bonus vergönnt. Neueinsteiger erhalten einfach einen Jugendfilm mit ein paar übernatürlichen Einlagen – und vor allem Figuren mit denen sie am Ende kaum etwas anfangen dürften. Der Film baut stark auf Nostalgie und holt – zumindest in meinen Augen – die neue Generation zu wenig ab. Möglicherweise hätte es hierzu mehr Action benötigt – denn hier hätte man sich kreativ ausleben können.

Nach den überwiegend sehr positiven Kritiken war ich guter Dinge und sogar ein bisschen auf den neuen Ableger der Kultmarke gehypt. Mit dem Erreichen alter Qualitäten habe ich natürlich nicht gerechnet, aber um Wiedergutmachung für den letzten Streifen gehofft. Weil sich dieser Titel allerdings nur schwerlich mit den Anderen vergleichen lässt und quasi ein echten Neuanfang einleitet, hinkt zumindest der Vergleich zu den Mädels gewaltig und ich betrachte ihn gesondert. „Legacy“ war letztlich kein schlechter Film, erweckte in mir jedoch nicht die Gefühle, auf die mich Poster und Trailer im Vorfeld erfreulich eingestimmt haben. Einige Ansätze und Gags waren gelungen, der Rest leider etwas zäh und belanglos.

6,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens

Inhalt

Archäologin Lara Croft befindet sich mit Wettlauf mit einem fiesen Geschäftsmann. Dieser möchte die sagenumwobene Büchse der Pandora aufspüren und deren verehrenden Kräfte an den Höchstbietenden verkaufen…

Fazit

Nachdem ich mir noch einmal das geniale „Shadow of the Tomb Raider“ zu Gemüte geführt habe, war die Lust auf eine filmische Umsetzung geweckt. Da ich den ersten Teil schon zu oft und das Reboot erst vor ein paar Wochen gesehen habe, fiel die Wahl auf „Die Wiege des Lebens“ – welcher sich natürlich auch in der gut sortierten Filmsammlung befindet.

Im Kern bietet uns das Werk alles, was einen klassischen Abenteuerfilm auszeichnet und dennoch fehlt der gewisse Kick. Es gab einen fiesen Bösewicht, exotische Kulissen, ein geheimnisvolles Artefakt und über die Laufzeit passabel verteilte Action. Irgendwie schien man aber einfach nur eine Checkliste abzuarbeiten und hat die Seele dabei etwas außer Acht gelassen.

Der Film fühlt sich nicht vollkommen schlecht, aber irgendwie auch ziemlich kalt an. Man hastet von einer Station zur Nächsten und bleibt in allen Bereichen sehr oberflächlich. Weder die Schusswechsel waren extrem außergewöhnlich, noch die eigentliche Forschungsarbeit immens spannend. Man schnitt alle Elemente alibimäßig an, ohne auch nur Eines davon richtig abzuarbeiten.

Der Verlauf war trotz besagter Patzer verhältnismäßig kurzweilig und das „Wegschauen“ an sich war kein Problem. Größtes Manko stellte für mich jedoch der unausgegorene Schlusspart dar. Auch wenn die Schatzsuche bis dato auf Sparflamme kochte, hätte ich mir einen opulenteren Ausgang gewünscht. Die verschachtelten Höhlen boten nicht nur wenig für das Auge, sondern wurden auch dröge in Szene gesetzt.

Meiner Meinung nach war Jolie die damalige Optimal-Besetzung und daran hat sich bis heute nichts geändert. Sie verkörpert die Powerfrau ziemlich gut und besaß neben den optischen Reizen auch den passenden Umgangston. Neben ihr blieben Gerad Butler und erst recht ein Til Schwaiger enorm blass.

Technisch gab es wenig zu kritisieren, die Aufnahmen waren überwiegend sehenswert und weckten durchaus Sehnsucht nach der Ferne. Umso trauriger, dass bereits beanstandetes Finale optisch besonders schwach daher kam. Vielleicht hätte man sich zuvor ein paar Stunts sparen und so mehr Budget für das letzte Drittel aufsparen können.

Unterm Strich bleibt „Die Wiege des Lebens“ ein brauchbarer Genrebeitrag, der allerdings einen kleinen Nachgeschmack und einen irgendwie nicht ganz zufriedenstellenden Schlusspart ablieferte. Das Gebotene war nett, lief aber nicht immer ganz rund und plätscherte oft belanglos vor sich hin. Das war insgesamt knapp überdurchschnittlich und hätte mit einem originellen Endspurt durchaus gewaltig aufgewertet werden können. Für mich bleibt Jolies zweiter Ausflug sicherlich nicht die schlechteste Adaption eines Videospieles, doch so richtig überzeugen konnte das Werk leider noch nie.

6,5/10

Fotocopyright: Concorde Video

The Green Knight

Inhalt

König Arthur hat seine Ritter der Tafelrunde zu einer rauschenden Weihnachtsfeier eingeladen, zu der sich natürlich auch sein Neffe Gawain nicht lange bitten lässt. Als dann plötzlich ein mysteriöser grüner Ritter auftaucht und den besten Kämpfer des Herrschers zum Duell auffordert, ergreift Gawain zum ersten Mal die Initiative…

Fazit

Das Beste kommt bekanntlich oft zum Schluss und so ähnlich war es auch hier. Das Kinojahr 2021 war recht durchwachsen und zum Silvesterabend gab es – ganz ohne Erwartungen – diesen Streifen und die letzten Stunden schwelge ich ihn wohlige und noch immer leicht verwirrte Erinnerung daran.

„The Green Knight“ will viel und schafft auch viel. Er präsentiert uns eine interessante Prämisse, von der ich selbst nach einer Nacht Schlaf nicht genau weiß, was sie eigentlich von uns wollte. Er war dieser Fremde und warum bot er ein solch merkwürdiges Abkommen? Stand er für eine der vielen Metaphern, mit denen der Film nahezu überhäuft war oder bin ich einfach nicht genug mit der Arthus-Saga vertraut? Egal, denn was uns Regisseur David Lowery hier offerierte, war schon sagenhafte Kost, die auch ohne vertiefte Kenntnisse rund um die Legenden der Tafelrunde funktionierte.

Im Kern bildet die Handlung eine klassische „Heldenreise“ ab. Ein junger Mann, bis dato ohne Ritter-Status, macht sich auf einen langen, beschwerlichen Tripp – auf dem er langsam an sich selbst wächst und irgendwo auch zu sich selbst findet. Er wird vor Herausforderungen und Versuchungen gestellt, um an Ende sein bisheriges Leben vor seinen Augen Revue passieren zu lassen. Mit langen Kameraeinstellungen, gefühlt minutenlang am Stück und ohne Dialog gedreht, lässt man uns an seinem Schicksal teilhaben.

Das Bild vom Mittelalter ist trostlos und wenig einladend. Statt Glanz und Krone regiert hier Dreck und Düsternis. Das Setting wirkt rau und wahrscheinlich auch deshalb recht authentisch. Keiner der Figuren scheint strahlend und elegant – die Ritter der Tafelrunde sind satt und wenig zu neuen Abenteuern motiviert. Selbst Gawain ist kein typischer Held und mit Lasten überladen. Die Identifikation – zumindest in seine Lage – fällt hierdurch nicht schwer.

Manche Werke wollen mit aller Gewalt anders sein und hierdurch um Aufmerksamkeit buhlen. Ehrlich gesagt habe ich bei diesem Titel anfangs ähnlich gedacht und stand manchen extravaganten Einlagen ziemlich kritisch gegenüber. Ich hatte sogar dein Eindruck, dass die Effekte etwas billig erschienen und wurde dann mit laufender Spielzeit zum Glück eines besseren belehrt. Man setzt auf eine schlichte Eleganz und auf den zweiten Blick waren grade die vom Computer unterstützten Szenen gar nicht mal so übel. Allein der hübsch animierte Fuchs sorgte immer wieder für Schmutzler – andere Highlights möchte ich hier nicht spoilern.

Eher selten oder zumindest mit kurzen Halbsätzen fertige ich sonst die musikalische Begleitung von Filmen ab. Ich achte eher selten auf den Soundtrack und lebe nach dem Motto „wenns nicht gestört hat, war es wohl nicht schlecht“. Bei „The Green Knight“ jedoch, spielt die Audiokomponente eine extrem wichtige und deutlich spürbare Rolle. Die orchestralen Klänge sorgen nicht selten für Gänsehaut und tragen ihren ganz eigenen Charme zum Abtauchen im Geschehen bei. Sie präsentieren quasi auch die Gefühlslage unserer Hauptfigur, mal ruhig, mal treibend und jederzeit extrem eingängig. Audiovisuell ist der Streifen ein Genuß.

In letzter Zeit hat mich kein Film im Nachgang so beschäftigt wie dieser. Nicht etwas weil ich von den Bildern verstört wurde, vielmehr weil ich versuche die zahlreichen Eindrücke zu ordnen und die ganzen gefilterten Botschaften herauszulesen. Die Reise hatte zwar kleinere Längen, die ich keineswegs verleugnen möchte – doch trotzdem glaube ich, dass ich sie spätestens beim zweiten Durchgang noch einmal kräftig auf mich wirken lassen möchte und die stillen Momente zum Grübeln verwenden will. Wer sich auch nur ansatzweise für experimentelle Werke begeistern kann und ungewöhnliches Kino zu schätzen weiß, sollte hier definitiv mal einen Blick riskieren. „The Green Knight“ bietet alles, was das Herz des echten Cineasten auflodern lässt und Einem nicht jeden Tag begegnet. Ich liebe diese gewisse Sperrigkeit, die mich wohl die nächste Zeit angenehm beschäftigen wird.

8,5/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Don’t Look Up

Inhalt

Wissenschaftler haben festgestellt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein großer Meteor auf der Erde aufschlagen und das Leben aller Menschen auslöschen wird. Bei der Präsidentin von Amerika stoßen sie zunächst auf taube Ohren und der Auftritt in Talkshows und Internetvideos macht es einfach nicht besser…

Fazit

Nach den ersten Informationen und Trailern war ich sehr gespannt auf diesen Streifen und konnte auf eine Sichtung pünktlich zu Heiligabend natürlich nicht verzichten. Die skurrile Handlung und der ansprechende Cast haben natürlich gewisse Erwartungen geweckt – die das Endergebnis leider nicht in allen Punkten erfüllen konnte.

So richtig originell war die Geschichte an sich ja nicht, aber die Herangehensweise schon. Während bei anderen Titeln wie Armageddon klar der Fokus auf der Zerstörung des bedrohlichen Meteors lag, standen hier der satirische Kampf um Gehör und der entstandenen Medienrummel viel deutlicher im Vordergrund. Auf witzige und zumeist sehr unterhaltsame Weise werden nicht nur Staatsoberhäupter, sondern das Verhalten der Menschen insbesondere in sozialen Netzwerken auf die Schippe genommen. Die schnelle Verbreitung von News und vor allem von Hasskommentaren wurden anschaulich präsentiert und vergleichsweise locker an den Zuschauer herangetragen.

In Sachen Satire funktionierte der Film also sehr gut, doch leider schlichen sich gelegentlich kleinere Längen ein. Auf manche Dialoge oder Szenen hätte man zu Gunsten der Kurzweil sogar gänzlich verzichten oder sie zumindest dramatisch zurechtstutzen können. Mit knapp über zwei Stunden war das Geschehen einen Ticken zu lang und beispielsweise den Strang mit der Liebelei von Jennifer Lawrence hätte man komplett streichen dürfen. Sie wirkte aufgesetzt und trug keine wichtigen Aspekte bei.

Die Darsteller haben allesamt gute Arbeit abgeliefert und vor allem unsere beiden Hauptdarsteller gaben ein schönes Duo ab. Sie bewiesen einen gewissen Mut zur Hässlichkeit und überzeugten vor allem in gelungenen Charakterwandlungen, denen man perfekt folgen konnte. Während Leonardo DiCaprio anfangs noch kaum ein Wort herausbrachte, wurde er im Laufe der Zeit zu einer ganz anderen Persönlichkeit mit massig Selbstbewusstsein. Bei den Nebenfiguren konnte vor allem Meryl Streep als Art Karikatur eines ehemaligen US-Präsidenten glänzen. Jonah Hill hatte als deren Sohn ebenfalls ein paar gute Sketche, blieb ansonsten etwas blas.

Mit ein paar kleinen Optimierungen wäre „Don’t Look Up“ ein kurzweiliges Vergnügen geworden. In seiner aktuellen Form ist er zwar auch nicht übel, aber stellenweise etwas langatmig ausgefallen. Als Abonnent schaut mal auf jeden Fall mal rein und freut sich über manch gelungene Gags und einen halbwegs launigen Abend. Ich hätte mir zwar unterm Strich irgendwie mehr erhofft, doch so richtig enttäuscht war ich dann auch nicht und so manch schräger Moment ist dann doch im Gedächtnis geblieben.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Matrix Resurrections

Inhalt

Thomas Anderson ist Programmierer, der vor allem durch seine „Matrix“-Spiele zu einer echten Ikone geworden ist. Während der Publisher unbedingt einen vierten Teil entwickelt haben möchte, wird Thomas geplagt von seltsamen Visionen und vermeintlichen Déjà-vus…

Fazit

Das „Matrix“-Franchise und ich werde werden wohl keine Freunde mehr. Hat mich der erste Teil seinerzeit schon nur bedingt von sich überzeugen können, so ließ mich der aktuelle Aufguss herzlich kalt und erinnerte mehr an ein „Reunion-Spezial“, denn echten Spielfilm.

Doch fangen wir erst einmal von Anfang an.

Die Story gab sich in bester Serien-Tradition, sprich verschachtelt, pseudo-Tiefgründig und Möchtegern Esoterisch obendrauf. Warum sich Neo wieder in der Matrix befand wurde mir zu wenig begründet und so stand das Vehikel schon zu Beginn auf eher wackeligen Beinen.

Überhaupt wurde mir zuweilen wieder zu viel philosophiert und Thesen in den Raum geworfen – die mich überhaupt nicht für sich begeistern konnten. Vieles viel sich bereits dutzende Male abgefertigt an, während neue Ideen viel zu sehr an meiner Vorstellungskraft vorbei gingen. Am schlimmsten jedoch, dass sich alles recht langweilig und zäh anfühlte. Der Film kam nur selten von der Stelle und die durchaus nett gemachten Actionszenen waren vergleichsweise kurz. Sicherlich wollte man diese nicht unbedingt in den Fokus drängen und nicht von seiner mysteriösen Schiene ablenken, doch hier wäre es der Unterhaltung unglaublich zuträglich gewesen.

Es war natürlich schön einige bekannte Darsteller erneut zu Gesicht zu bekommen, doch die Freude über Neo und Trinitiy konnte nicht über den Austausch anderer Figuren hinwegsehen lassen. Die jüngere Version eines Morpheus war nur ein Schatten seiner selbst und von fehlender Eleganz möchte ich in diesem Zusammenhang gar nicht sprechen. Es hat einfach etwas essentielles gefehlt und man schien den Weg für Fortsetzungen ebenen zu müssen.

Eingangs wurde bereits erwähnt, dass sich der Streifen sehr wie ein Reunion-Spezial angefühlt hat, was nicht nur an den Schauspielern, sondern eher an den verschwenderisch vielen Rückblenden bzw. Ausschnitten aus den Vorgängern lag. Nichts gegen einen kleinen Einspieler, doch hier wurde Bogen eindeutig überspannt und zu sehr auf Nostalgie und vergangenen Flair bemüht. Immerhin war der Soundtrack mit bekannten Versatzstücken ganz in Ordnung.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Macher lange mit sich gerungen haben und möglicherweise auch ihre Probleme beim Schreiben eines neues Drehbuchs hatten. Die letzten beiden Vorgänger waren schon mehr als fragwürdig, doch dieser Aufguss ziemlich unnötig. Für Anhänger gibt es zwar viel Fan-Service und neue Theorien zum Rätseln – für mich eher ein müdes Gähnen und kein Titel, der später auf Blu-Ray ins Regal müsste.

4/10

Fotocopyright: Warner

Hawkeye – Staffel 1

Inhalt

Für Clint sollte es endlich mal wieder ein gemeinsames Weihnachten mit der Familie werden, doch dann gerät ihm eine junge Dame in die Quere. Kate kann ebenfalls gut mit dem Bogen umgehen und zieht mit ihren waghalsigen Aktionen die Aufmerksamkeit der Unterwelt auf sich…

Fazit

Ich bin zwar weder großer Fan der „Avengers“, noch explizit der Figur von „Hawkeye“ und trotzdem wollte ich dieser kleinen Serie mal eine Chance geben. Bereits jetzt darf ich schon verraten, dass mir das Ergebnis erstaunlich gut gefallen hat und die 6 Episoden an gerade einmal zwei Abenden „durchgebincht“ wurden.

Die überschaubare Spielzeit kam der Kurzweil ungemein zu Gute. Man bewahrte jederzeit ein hohes Tempo mit einer guten Mischung aus Charakterentwicklung, Humor und Action bei. Kein Part kam zu kurz, kein Part nahm irgendwie die Überhand. Der Handlung war einfach zu folgen, dennoch bot sie eine gewisse Komplexität mit Tiefgang.

Die Figuren fühlten sich – im Gegensatz zu den gängigen Superhelden – angenehm frisch und unverbraucht an. Man erfährt zwar nicht wirklich viel über den Background von „Hawkeye“ himself, lernt ihn aber als sympathischen Familienvater kennen, der keine Scheu vor peinlichen Aktionen oder großen Gefühlen hat. Dabei wirkt alles harmonisch und keineswegs so aufgesetzt wie bei anderen Werken.

Überhaupt hat die Chemie zwischen den Hauptfiguren hervorragend gepasst. Das Geschehen fühlte sich nur selten wie ein typischer Buddymovie an, vielmehr zeigte es seine Akteure auf Augenhöhe und rasch als gleichwertige Partner. Flotte Sprüche – zum Teil auch während der hübsch gefilmten Action – machten ebenfalls einen großen Reiz aus und trugen ihren Teil zum Gelingen bei.

Optisch hat mir das Ganze sehr gut gefallen. Die Locations waren liebevoll ausgeschmückt und die gekonnt eingesetzte Action grandios inszeniert. Es ging verhältnismäßig wenig zu Bruch, dafür aber mit viel Stil und lockerer Gangart.

Für mich war „Hawkeye“ eine wunderschöne Serie zur Weihnachtszeit – auch wenn sie das Thema mehr oder weniger am Rande streift. Durch seine reichlich geschmückten Kulissen kamen ordentliche Vibes auf und der Rest hat sowieso gepasst. Klar schien Effekttechnisch alles eine Nummer kleiner, als bei den Kinofilmen, aber grade dieser Punkt hat mir wahrscheinlich am besten gefallen. Die Serie war greifbarer, menschlicher und insgesamt viel besser ausgelotet. Nicht zu viel Krawum und auch nicht zu wenig. Unterm Strich also eine runde Sache mit einwandfreiem Flow – gerne Mehr davon.

7,5/10

Fotocopyright: Disney

The Witcher – Staffel 2

Inhalt

Nach der großen Schlacht sind Gerald und Ciri auf dem Weg nach Kaer Morhen, der Zufluchtsstätte der Hexer. Dort soll die junge Dame zur schlagfertigen Kriegerin ausgebildet werden, während parallel im Lande eine Säuberungsaktion der Herrschenden im vollen Gange ist…

Fazit

Nachwievor gehört „The Witcher“ und dabei insbesondere der dritte Teil zu meinen absoluten Lieblingsspielen und der Hunger auf weitere Geschichten in Serienform war nach der ausgezeichneten ersten Staffel noch lange nicht gestillt. Nun kam endlich die zweite Season daher – und wurde an einem Wochenende durchgesuchtet.

Die Handlung knüpfte nahtlos an die vorherigen Ereignisse an und hält uns nicht länger mit Rückblenden oder Erklärungen auf. Wir werden direkt ins Geschehen geworfen – weshalb Neueinsteiger zunächst wirklich von Anfang an beginnen sollten.

Freunde des Videospieles dürften sich auch spätestens jetzt die Hände reiben. Waren viele Elemente für Unkundige der Bücher zunächst noch etwas abstrakt, kommen hier wesentlich mehr bekannte Elemente aus den Games zum Tragen. Neben bereits bekannten Figuren reisen wir auch in vertraute Städte oder vernehmen die Namen von Kreaturen, die wir schon selbst gebändigt haben. Dies sorgte für einen unglaublichen Atmosphäre-Bonus, der mir in dieser Form beim Auftakt seinerzeit noch etwas verwehrt blieb.

An der hochwertigen Inszenierung hat sich zum Glück auch nichts verändert. Die Serie bietet eine geniale Optik, einen wunderschönen Soundtrack und eine tolle deutsche Vertonung. Die deutsche Stimme von Gerald dröhnt fast schon Gänsehaut-erregend aus dem Subwoofer und gibt dem Kerl einen coolen Touch. Erneut gefielen Outfits, Waffen und die Interpretation der zum Teil bereits im Spiel erkundeten Landschaften. Man konnte sich wunderbar im düsteren Fantasy-Setting fallen lassen und dem spannenden Verlauf frönen.

Das Geschehen gab sich dabei sehr reif und erwachsen, was sich nicht nur am hohen Härtegrad abzeichnete. Vielmehr stach die allgegenwärtige Gesellschaftskritik mehr als deutlich hervor und schien keinen Hehl aus seinen Aussagen zu machen. Man konnte die Botschaften – durch Zwerge und Elfen verkörpert – gar nicht missverstehen und trotzdem hat das Konzept hier prima funktioniert. Nichts wirkte aufgesetzt oder irgendwie bemüht.

Mit etwas Kritik möchte ich dennoch nicht hinter dem Berg halten. Manche Kämpfe sahen – im Vergleich zum bombastischen Rest – nicht ganz so elegant und manchmal fast schon ein bisschen unbeholfen aus. Irgendwie flogen mir die Akteure zuweilen etwas „billig“ durch die Luft und das „Treffer-Feedback“ kam nicht so gut rüber. Abgesehen davon schwächelte die Produktion auch beim Schlusspart – den ich hier natürlich nicht spoilern werde. Es sei gesagt, dass alles etwas laberlastig und leider auch zu vorhersehbar daher kam. Das war vermutlich der Buchvorlage geschuldet und kostet daher auch keine Punkte auf dem Wertungskonto.

Während die erste Staffel von „The Witcher“ mit seiner leicht verschachtelten Erzählweise teils auf berechtigte Kritik stieß, hat man besonders in diesem Punkt nachgebessert und die Handlung der aktuellen Episoden in chronologischer Reihenfolge aufgebaut. Dies und andere Faktoren kamen der zweiten Staffel immens zu Gute, weshalb sich Fans erneut auf aufregende Fantasykost freuen dürfen. Das Finale bot zwar ein paar fiese Cliffhanger – doch ich bin guter Dinge, dass es weitere Abenteuer mit unseren lieb gewonnen „Helden“ geben wird.

8/10

Fotocopyright: Netflix

Prisoners of the Ghostland

Inhalt

Häftling Hero bekommt die Chance zur Rehabilitation. Er soll die Tochter des Gouverneurs auftreiben und zurückbringen – doch diese Aufgabe gestaltet sich natürlich alles andere als einfach…

Fazit

An aktuelle Filme mit Nicholas Cage sollte man mit Vorsicht heran gehen. Zwar hatte der gute Mann mit Titeln wie „Pig“ zuletzt einigermaßen solide Ware abgeliefert, doch „Prisoners of the Ghostland“ markiert dagegen wieder einen kleinen Tiefpunkt.

Viele Dinge an diesem Titel waren einfach so schlecht, dass es leider nicht einmal zu einem trashigen Geheimtipp reicht. Während man über die schwache Rahmenhandlung noch so halbwegs hinwegsehen konnte, krankte es sonst an allen Ecken und Kanten gewaltig.

Das Werk wurde als knallbunte Mischung aus Eastern und Western angekündigt, doch so richtig vermag keines dieser Elemente zu zünden. Zwar fühlt sich das Setting auf der einen Seite spürbar befremdlich an – doch auf der anderen Seite einfach nicht so, dass es mir gefallen hätte.

Viele Dinge wirkten konzeptlos zusammengewürfelt und sogar recht anstrengend gemacht. Seien es die total übertrieben designten Figuren oder deren unfreiwillig komischen Kostüme. Nichts schien aufeinander abgestimmt worden zu sein und die langweilige Inszenierung tat ihren Rest. Es gab zwar einen roten Faden, doch inmitten der skurrilen Inszenierung ging dieser gerne mal verloren.

Cage agierte wohl so, wie es der bescheidene Rahmen zugelassen hat. Er machte zumeist eine nette Mine zum bösen Spiel, überzeugte insgesamt aber nicht wirklich. Sein Auftritt war auch viel zu ernst, um das Gebotene als Satire oder Sonstwas abzutun. Der Rest war halt drüber und zum Großteil extrem nervig.

Mit schillerndsten Worten wurde uns „Prisoners of the Ghostland“ angepriesen und ein Funken von Hoffnung auf launige Unterhaltung war geweckt. Zwar gab es bereits im Vorfeld eine gewisse Skepsis, doch das Endprodukt legte die Latte um Einiges tiefer. Für mich war der Streifen ein richtiger Totalausfall, dessen Sichtung nach den ersten, durchaus brauchbaren Minuten noch nur Überwindungsarbeit war. Sicherlich nicht das mieseste Werk der Geschichte, aber in keinerlei Belangen eine Empfehlung wert.

3/10

Fotocopyrigt: Falcom Media

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