Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Schlagwort: Fantasy Seite 1 von 15

Phantastische Tierwesen 3: Dumbledores Geheimnisse

Inhalt

Der Wahlkampf um den Vorsitz der Zaubergilde läuft auf Hochtouren, als sich plötzlich ein neuer Kandidat zur Wahl stellt. Grindelwald wurde überraschend von allen bisherigen Anschuldigungen freigesprochen und scharrt nun seine Anhänger um sich. Dumbledore und seine Freunde wollen dessen Wahl und die absehbaren Konsequenzen natürlich mit allen Mitteln verhindern…

Fazit

Mit dem Prozess um Johnny Depp gab es im Vorfeld mehr ungeliebte Publicity, als den Machern höchstwahrscheinlich recht war und so musste grundlegend gehandelt werden. Klar war der Abgang der Ikone ein herber Einschnitt, doch mit Mads Mikkelsen hat man einen mehr als adäquaten Ersatz hervorzaubern können. Er mimt die Rolle des Bösewichtes so, als wäre er schon ewig in der Harry Potter-Welt zu Hause und bedurfte keinerlei Eingewöhnung beim Zuschauer.

Neben seinem großartigen Auftritt gab es jedoch noch ein paar weitere Stars (u.A. aus der hiesigen TV- und Kinolandschaft) zu bestaunen und zumindest hier hatte ich dem Werk nichts anzukreiden. Erstaunt hat mich übrigens auch der einfache Einstieg und das gute Folgen der Handlung. „Grindelwalds Geheimnisse“ wirkte weit weniger verschachtelt und mit doppelten Böden bestückt, als dessen Vorgänger und ermöglichte so einen störungsfreien Genuss ohne die ersten Teile noch genauer im Hinterkopf gehabt zu haben.

Der Streifen bestach erneut mit einer hochwertigen und detailverliebten Optik. Kulissen wie das Zauberministerium wirkten fantastisch und realistisch zugleich. Der Ausflug nach Hogwarts entzückt zudem die Freunde des Franchise und sorgte für ein Lächeln auf den Lippen. Einzig die CGI-Wesen erschienen gelegentlich wie Fremdkörper und fügten sich nicht so prächtig im Geschehen ein. Ihre Computerherkunft war stets klar zu erkennen und die Gestiken der realen Darsteller nicht immer zu hundertprozentig auf deren Animationen abgestimmt.

Wie bereits erwähnt war die Gesichte nicht allzu verschachtelt – um nicht ganz das Wort „simpel“ zu gebrauchen. Die Ausgangslage war schnell klar und die eigentliche Entwicklung und Ausgang der Ereignisse relativ vorhersehbar gestaltet. Gut und Böse waren klar getrennt, es gab keine zögerlichen Momenten bei denen irgendwelche Zweifel aufkeimten. Für mich war das so okay – da ich weder in den Vorgängern, noch im gesamten Rowling-Universum enorm sattelfest bin und viele Dinge hier einfach so hingenommen habe.

Zu Beginn hatte ich meine Bedenken. Die Vorgänger waren bei mir nicht mehr so richtig präsent und vor allem der zweite Streich nur noch wegen seiner leicht verqueren Erzählweise im Gedächtnis geblieben. Letztlich konnte ich mich aber wunderbar im Geschehen fallen lassen und wurde hervorragend bei Laune gehalten. Sicherlich hätten einige Effekte besser und namensgebende Tierwesen durchaus einen Ticken präsenter auftreten dürfen, doch unterm Strich bleibt ein mehr als solider Fantasy-Film mit schönen „Harry Potter-Vibes“. Kein übermäßig brillanter Titel, aber für seine knappen 2,5 Stunden überwiegend angenehm kurzweilig.

7/10

Fotocopyright: Warner

Gray Dawn (PC)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Priesters, der mit dem Verschwinden eines Kindes in Zusammenhang gebracht wird und dieses Missverständnis aufzuklären versucht. Dabei kämpft er aber in erster Linie gegen seine eigenen Dämonen…

Gameplay

„Gray Dawn“ ist ein klassischer „Walking Simulator“, der seinen Fokus klar auf das Erzählen seiner zuweilen recht bizarren Geschichte legt. Der Spieler kann weder sterben, noch sollte er sich zu lange an den kleinen Rätseln auf Wimmelbild-Niveau aufhängen.

Das Spiel ist gradlinig und lädt nur selten zum Verlaufen ein. Die Anzahl der Schauplätze ist obendrein recht eingeschränkt, womit uns lange Laufwege erspart bleiben.

Bei den Kopfnüssen gilt es meist darum, die richtigen Knöpfe in der richtigen Kombination zu drücken – was aufgrund der einfachen Aufgaben kein echtes Problem stellt und simples herumklicken dann schnell zum Erfolg führt.

Spielzeit

Nach rund 3,5 Stunden ist der Abspann über den Bildschirm geflackert. Bei einem Invest von knapp 2 Euro (Steam-Key) war die kompakte Spielzeit absolut zu verschmerzen – denn großartig Leerlauf gab es zum Glück nicht. Gegen Ende fühlt sich das Geschehen zwar leicht gestreckt an, doch die Macher schufen ein insgeamt zufriedenstellendes Ergebnis.

Präsentation

Vor allem Optisch hat das Spiel so Einiges auf dem Kasten. Das komplette Art-Design war originell und grafisch erstklassig in Szene gesetzt. Innenaufnahmen, sowie Außenareale wirkten jedoch so realistisch, dass sich die puppenhaften Figuren darin fast schon wie Fremdkörper anfühlten. Das störte die Immersion ein wenig und sorgt für einen halben Punkt Abzug bei der Technik.

Die Musik hielt sich meist angenehm zurück, dreht zu den passenden Momenten aber ordentlich auf. Die englische Sprachausgabe war gut, auch wenn nicht alle Kommentare zur jeweiligen Situation angemessen erschienen.

Positiv

  • schöne audiovisuelle Präsentation
  • ausgefallene Design-Elemente
  • detailreiche Kulissen
  • guter Spielfluss, keine Hänger
  • ein paar nette Rätsel…

Neutral

  • … ein paar viel zu simple Rätsel
  • recht viel religiöse Symbolik sicherlich nicht Jedermanns Geschmack
  • vorhersehbare Jumpscars

Negativ

  • Figuren passen nicht ganz zum restlichen Grafikstil
  • beschränkte Interaktion, selbst bei Rätseln
  • kleinere Bugs (Trigger können erneut aktiviert werden)

Fazit

Grundsätzlich ist „Gray Dawn“ ein interessanter Kandidat für Liebhaber guter Story-Spiele. Die allgegenwärtige religiös angehauchte Thematik und ein paar überdrehte Bilder mögen möglicherweise abschrecken – weshalb ich die vorherige Sichtung eines Trailers ans Herz legen möchte.

Mir hat der Tripp (teilweise im wortwörtlichen Sinne) insgesamt recht gut gefallen und für einen heißen Sonntag-Nachmittag angenehm bei Laune gehalten. Technisch war das Ding – mal abgesehen von seinen merkwürdigen Charaktermodellen – erfreulich beeindruckend und ließ das kleine Entwicklerteam (ich glaube 3 Mann) oftmals völlig vergessen.

Unterm Strich war „Gray Dawn“ ein netter „Walking Simulator“ mit verrückten Anstrichen und unterhaltsamen Spielfluss. Wer das Genre mag, macht nichts verkehrt und darf sich ruhig mal Zeit für diesen Ausflug nehmen.

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Interactive Stone

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Inhalt

Die Welt steht vor einem großen Krieg und nur ein paar ganz auserwählte Helden könnten dies in einer verborgenen Geheimmission noch verhindern. Noch ahnen die außergewöhnlichen Gentleman nicht, wer genau hinter diesem Vorhaben steht und ob es nicht sogar Verrat in den eigenen Reihen gibt…

Fazit

Ich hatte immer so den Eindruck, dass „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ immer etwas geschmäht wurde und sich neben den krachenden Marvel- oder DC-Produktionen nicht so recht behaupten konnte. Gerüchte um eine Neuauflage gab es Indies auch schon etwas länger, doch am vergangenen Wochenende war erst einmal wieder die Sichtung des Originals an der Reihe.

Grundsätzlich gefiel mir die Inszenierung und besonders die Wahl der Darsteller sehr gut. Sean Connery passt zum Setting wie die Faust aufs Auge und trug mit seiner tollen Präsenz das Geschehen oftmals von ganz allein. Optisch machte das Treiben dann ebenfalls einen prächtigen Eindruck und erinnerte an klassische Abenteuer wie „Sherlock Holmes“ und stand damit von Beginn an recht hoch in meiner Gunst.

Leider schwächelt der Titel bei seinem Erzählfluss. Es gab durchaus unterhaltsame Passagen und witzige Dialoge, aber leider auch ein paar Längen und offenkundige Ungereimtheiten. Manchmal schien man einfach zu viel Content in die knappen zwei Stunden hineinquetschen zu wollen, um an anderer Stelle trotzdem langatmige Momente zu präsentieren. Man ließ die Aufmerksamkeit immer mal wieder schleifen und am Ende konnte auch kein bombastisches Finale dieses Manko wieder ausbügeln.

Obwohl sich „Die Liga“ erfrischend aus der breiten Maße der üblichen Genrevertreter abhebt, hält sich die Begeisterung insgesamt leider etwas in Grenzen. Er macht zwar überall einen soliden Job, sticht aber abgesehen von einigen fantastischen Bildern kaum irgendwo sonderlich heraus. Zu Vorhersehbar, zu gemächlich und wenig mitreißend gab sich der Titel. Größtenteils zwar unterhaltsam, aber nicht zu hundertprozentig überzeugend und ein durchaus interessanter Kandidat für eine weitere Umsetzung – die dann aber hoffentlich nicht im Effektgewitter untergeht. Solides Fantasy-Kino. Nicht mehr, nicht weniger.

6,5/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder’s Revenge (PC)

Inhalt

Das Böse in Form von Shredder und seinen finsteren Konsorten bedrohen mal wieder die Stadt und die kampferprobten Schildkröten nehmen selbstverständlich den Kampf auf…

Gameplay

Da sich das Spiel als Fortsetzung des Super Nintendo Klassikers „Turtles in Time“ versteht, wurden natürlich auch dessen wesentlichen Gameplay-Elemente übernommen. „Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder’s Revenge“ ist ein klassisches Side-Scroll/Beat ’em up in 16Bit Optik und bietet mit einem unkompliziertem Einstieg den perfekten Snack für Zwischendurch.

Der Spieler kann aus den vier bekannten Turtles-Figuren, deren Meister Splinter oder Reporterin April auswählen. Alle haben unterschiedliche Stärken, Reichweiten oder Geschwindigkeiten, die sich in den Kämpfen spührbar unterscheiden. Auf Knopfdruck kann zudem eine zuvor aufgeladene Spezialattacke freigesetzt werden.

Im Story-Modus gibt es eine Karte, auf denen die einzelnen Level eingezeichnet sind – ähnlich der Oberwelt von Beispielsweise „Super Mario 3“ oder „Mario World“. So können wir bereits besuchte Locations noch einmal aufsuchen und bis dato unerledigte Aufgaben zu erledigen. Erfreulicherweise gibt es nun auch eine Speicherfunktion, so dass man nicht jedes Mal von Neuem beginnen muss.

Spielzeit

Zu Zweit haben wir die Kampange in rund 3 Stunden bezwungen. Das mag zwar nicht nach sonderlich viel klingen, übertrifft das Original aber um Längen und bot durchgehend hohen Spielspaß. Durch bereits erwähnte Aufgaben und der Jagd nach neuen Highscores ist allerdings für längere Motivation gesorgt.

Präsentation

Besonders optisch orientiert sich der Titel klar am SNES Vorbild und überzeugt mit tollen Animationen, flüssigen Ablauf und vielen witzigen Details am Rande. Natürlich wirkt das grafische Gesamtpaket nicht mehr zeitgemäß, doch auf seine Weise stimmig und der Sache absoult angemessen. Ich hätte mir kein Spiel mit gerenderten Schildkröten oder den „Schauspielern“ aus dem Film vorstellen wollen und bin über diese weitere Hommage an die alten Tage wirklich dankbar.

Im Gegensatz zur visuellen Präsentation kommt der Soundtrack jedoch wesentlich moderner daher. Neben den serientypischen Klängen, gefiel vor allem der dröhnende Metall-Sound, der dem Geschehen eine weitere Dynamik hinzufügt und zum Schunkeln animiert. Die Sprachausgabe war ebenfalls recht gut gemacht.

Positiv

  • herrliche Retro-Präsentation
  • tolle Animationen
  • fetziger Soundtrack
  • schneller Einstieg
  • flüssiges Gameplay
  • fühlbar unterschiedliche Charaktere
  • Kampange mit Speicherfunktion

Neutral

  • kurze Spielzeit
  • viel Recycling, wenig richtig neue Ideen
  • technisch gewollt altbacken

Negativ

  • stellenweise etwas unübersichtlich
  • Kämpfe aus der Luft suboptimal steuerbar

Fazit

Für mich gehört „Turtles in Time“ zu den besseren Titeln für das Super Nintendo und landet auch heute noch regelmäßig im Modulschacht der alten Konsole. „Shredder’s Revenge“ mag wegen seiner Präsentation auf Neulinge vielleicht etwas verstörend wirken, doch alte Hasen fühlen sich sofort heimisch und drehen im Kopf die Zeit zurück.

Das Spiel fühlt sich tatsächlich wie ein Nachfolger des Klassikers an und erinnert in vielen Momenten an vergangene Tage. Das ist auf der einen Seite sehr gut, doch auf der anderen Seite leider auch ein wenig ernüchternd. So verlässt man sich voll auf den alten Charme und vergisst dabei grundlegend neue Mechaniken einzuführen. Selbst die Gegner wurden allesamt neu aufgewärmt und auf neue Figuren hofft man vergebens.

Unterm Strich erhalten Fans einen schönen Retro-Flashback, der für ein paar Stündchen vorzüglich unterhalten könnte – bei mir aber höchstens für 20 Euro eine echte Empfehlung verdienen würde.

Grafik: 6,5/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: DotEmu / Gamera Games

Dead Silence

Inhalt

Nach dem Tod seiner Frau zieht es Jamie zu seinem Vater zurück. Statt hier etwas abzuschalten, wird er jedoch wortwörtlich mit Geistern aus der Vergangenheit konfrontiert – die scheinbar seiner gesamten Familie nach dem Leben trachten…

Fazit

„Dead Silence“ erschien in einer Zeit, als der „Puppen-Terror“ besonders angesagt war und auch „Saw“ noch etwas höher in der Gunst der Zuschauer lag. Bei mir ging das Teil damals in der breiten Maße etwas unter, doch vor einigen Tagen habe ich spontan mal wieder die (günstig auf dem Flohmarkt erworbene) Blu-Ray in den Player legen und eine konzentrierte Sichtung vornehmen können.

Im Großen und Ganzen hat mir der Streifen eigentlich ganz gut gefallen – auch wenn er ein paar durchaus offenkundige Schwächen aufzuweisen hat. Problematisch ist seine leicht unausbalancierte Erzählweise und das übliche Hadern mit der gesamten Glaubwürdigkeit seiner Thematik.

Während der Titel sehr interessant begann, plätscherte der Mittelteil gemütlich vor sich hin und verlor dabei fast die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Zwar konnte ein geschickt konstruiertes Finale erneut viel Sympathie für sich gewinnen, doch blieben weiterhin inhaltliche Fehler und schwammige Konstruktionen offenkundig.

Einen derartigen Film mit logischen Maßstäben zu betrachten ist natürlich etwas schwierig, doch selbst mit wohlwollenden Blicken waren eklatante Lücken und Ungereimtheiten einfach nicht zu übersehen. So überzeugten einige Nebenfiguren, sowie deren seltsamen Auftritte überhaupt nicht und die Nachvollziehbarkeit war beim besten Willen nicht gegeben.

Wer nach einem anstrengenden Arbeitstag einen lockeren und keineswegs perfekten Grusel verlangt, der bekommt mit „Dead Silence“ trotz seiner teils störenden Macken einen soliden Genrevertreter. Dank seines witzigen Endparts entließ er mich entspannt in den wohlverdienten Schlaf und so bleibt die Bewertung gnädig. Wie gesagt – ein netter Titel, aber eben auch nichts weltbewegendes.

6,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

American Ultra

Inhalt

Auf den ersten Blick scheint Mike ein richtiger Looser und Kleinkrimineller zu sein – der neben dem Kiffen und Zeichnen aber immerhin seiner halbwegs geregelten Arbeit in einer Tankstelle nachgeht. Eines Tages jedoch wird ein Trigger in ihm aktiviert, der auf ein gänzliches anderes Vorleben schließen lässt und sogar ihn völlig verwundert…

Fazit

Gestern Abend wurde mir klar, warum ich diesen Streifen nach seiner damaligen Sichtung zu Blu-Ray-Release nahezu vollständig aus meinem Gedächtnis gestrichen habe. Die Macher haben sich hier an einer wilden Mischung versucht, die in keinem Bereich so richtig überzeugen konnte und durchwegs zum Fremdschämen animierte.

Positiv möchte ich zunächst die soliden Leistungen der Akteure und ein paar schönen und teils äußerst blutig choreografierte Actionszenen hervorheben. Stewart und Eisenberg gaben ein nettes Paar ab und machten zu Beginn wirklich List auf Mehr – doch beim traurigen Rest haperte es dann qualitativ gewaltig und Kopfschütteln gehörte zum Standardprogramm beim Zuschauer.

Über die schwache Story hätte ich bei einem brauchbaren Unterhaltungswert noch hinwegschauen können, aber nicht einmal dieser Punkt war gegeben. Das anfänglich nette Geschehen plätscherte trotz erster Krawallszenen irgendwann vor sich hin, wühlte ständig fragen auf und schoss bei vielen Ideen unschön über das Ziel hinaus.

Statt seine Handlung zu ergründen und den Figuren einen Hauch von Kontur zu verleihen, verrannte man sich in immer ausgefallenere Action und versuchte von seinem mageren Inhalt abzulenken. Man gab uns keine sinnvolle Botschaft, keine halbwegs verkraftbare Begründung für den Quatsch und ließ uns nach hektischen Bildern einfach enttäuscht zurück. Was bei anderen Mitstreitern in ähnlicher Manier sogar halbwegs funktioniert, war hier ein totaler Fehlschlag und eine Vergeudung seiner überaus bekannten Stars.

Stellenweise erinnerte mich das wilde Treiben an „Smokin Aces“, der ebenfalls mit verrückten Charaktere aufwartete und brachiale Gefechte mit derben Humor in den Fokus rückte. Bei „American Ultra“ jedoch mag diese gar nicht mal schlechte Grundidee gar nicht zünden. Hier war alles zu weit drüber, arg zusammenhangslos und völlig ohne Konzept in den Raum geworfen. Nichts gegen sinnfreie Unterhaltung mit hohen Schauwerten – aber hier war ich trotz deftiger Momente meilenweit von guter Laune entfernt. Einer der größten Flops der letzten Zeit, trotz gratis Beigabe zum Prime-Abo…

3,5/10

Fotocopyright: Leonine

Hexenjagd in L.A.

Inhalt

In einem alternativen Los Angeles der 40iger Jahre verdient sich Philip Lovecraft seinen Lebensunterhalt als Privatdetektiv. Er gehört zu den wenigen Personen, die sich dabei nicht die Kraft der weit verbreiteten Hexerei zu nutzen machen und auf herkömmliche Weise an die Arbeit geht. Eines Tages bekommt er den Auftrag ein geheimnisvolles Buch zu finden und dramatische Ereignisse nehmen ihren lauf…

Fazit

Als großer Fan von Lovecraft kam ich nicht um diesen Film umher. Ich habe den Eintrag zufällig auf einer Liste seiner adaptierten Werke erspäht und war von den positiven Kritiken bei einem großen Versandhändler mehr als angetan. Nach der Sichtung muss sich jedoch einigen der angemahnten Punkten recht geben – denn so richtig nach den Legenden „der Alten“ fühlt sich das Werk nur selten an.

Der Streifen an sich war gut und durchwegs unterhaltsam, dafür wenig gruselig und überhaupt nicht düster. Es wurden zwar vertraute Elemente des Meisters eingeflochten, jedoch wirkten sie stellenweise fast schon ein wenig aufgesetzt und unnötig. Die Handlung wird von ihrer eigenen Kreativität getragen und setzt überhaupt nicht auf das, was ich eigentlich gehofft hätte. Vielleicht war dies dann letztlich auch besser so – denn stellenweise war der Humor recht albern, Dialoge zum Fremdschämen und die Optik viel zu bunt.

Da es sich um einen ursprünglich für das TV entwickelten Film handelt, muss man bei der Technik natürlich Abstriche machen. „Hexenjagd“ stammt noch aus einer Epoche, wo es noch kein Netflix-Bombast-Kino für Daheim gab und das Budget für derartige Produktionen knapper bemessen war. Die Effekte sind also eher so lala, aber immerhin haben die handgemachten Kostüme und Gummi-Monster einen gewissen Charme. Sicherlich Nichts für die aktuelle Generation, doch eine nette Hommage an die Anfänge des Genres.

Wer nicht unbedingt den blanken Horror erwartet und sich mit einem leicht altbackenden Detektiv-Film mit dezent übernatürlichen Randerscheinungen zufrieden gibt, erhält einen brauchbaren Zeitvertreib. Ich fand das Ding insgesamt in Ordnung – es war eben nur nicht ganz das, was ich mir eigentlich gewünscht hätte.

6/10

Fotocopyright: Cargo Records DVD

Crowns and Pawns: Kingdom of Deceit (PC)

Inhalt

Milda wird über den Tod ihres Großvaters und dem damit verbundenen Erbe in der alten Heimat unterrichtet. Kurzerhand macht sie sich auf den Weg nach Litauen – um dort zu erfahren, woran der Verstorbene zuletzt geforscht hat und um in besonderes Abenteuer hineinzustürzen…

Gameplay

Bei „Crowns & Pawns“ handelt es sich um ein sehr klassisches Point-and-Click Adventure der alten Schule. Wer „Monkey Island“, „Indiana Jones“ oder „Baphomets Fluch“ kennt, fühlt sich sofort zu Hause und reibt sich die Hände. Statt moderner 3D Kulissen, gibt es hier handgezeichnete Hintergründe in 2D Optik und darin geschmeidig animierte Comicfiguren – wie zumindest in den ersten Teilen der eindeutigen Vorbilder.

Man steuert Milda mit der Maus und kann auf Wunsch bestimmt Hotspots in der Umgebung hervorheben. Erwartungsgemäß geht es stellenweise recht dialoglastig zur Sache und dazwischen gibt es unterschiedlich geschickt designte Rätsel.

Zwar haben mir die Knobelleien überwiegend gut gefallen (und sie folgten stets einer gewissen Logik), aber manchmal fühlten sie sich arg aufgesetzt an und nervten mit genauem Timings. Man konnte zwar nie sterben, durfte sich manche (nicht überspringbare) Animationen bei den ständigen Neuversuchen dann immer wieder anschauen.

Spielzeit

„Crwons & Pawns“ bot ein paar kniffelige Kopfnüsse, die trotz hohem „Ausprobier-Faktor“ aber nicht ewiglich ausbremsten. Ich würde die Spielzeit auf etwa 3 bis 4 Stunden beziffern, wobei Genre-Vorkenntnisse aufgrund der individuellen Rätsel nur bedingt weiterhalfen. Ich habe schon viele Adventures gezockt, konnte hier aber nur wenig ähnliche Aktionen ausfindig machen – was letztlich auch gut so war.

Präsentation

Wie beim „Gameplay“ bereits erwähnt, gibt es hier toll gezeichnete 2D-Hintergründe und hübsch animierte Figuren zu bestaunen. Der Zeichenstil hat mir wirklich prima gefallen und die passenden (leider englischen) Sprecher trugen ihren Teil zum runden Eindruck bei. Bei einem Download von gerade einmal 500 MB sollte man vielleicht auch nicht zu viel an Opulenz erwarten.

Positiv

  • wunderhübsche Präsentation
  • spannende Geschichte
  • symphatische Figuren
  • tolle Dialoge

Neutral

  • kurze Spielzeit
  • Qualität der Rätsel schwankend
  • bestimmte Timings leicht nervig

Negativ

  • nicht unterbrechbare Animationen
  • nur englische Sprachausgabe
  • doofes Roller-Wettrennen

Fazit

Am Ende reicht die sympathische Machart von „Crowns“ zwar nicht zur Höchstwertung, doch Freunde von klassischen Point-and-Click Adventures sollten trotzdem blind zugreifen und die Programmierer unterstützen. Der Titel hat mir für 2 kurze Abende ein wirklich nettes Retro-Feeling beschert und mich letztlich auch über das nicht immer runde Rätseldesign hinwegsehen lassen.

Technisch ist man sicherlich nicht auf dem Stand der Technik, doch ehrlicherweise wurde dies weder erwartet, noch zwingend verlangt. Die hübsche 2D-Optik erinnert nicht nur an die Urahnen im Genre, sondern gibt sich äußerst bescheiden bei den Anforderungen an den Rechner. Die fehlende deutsche Sprachausgabe war zunächst ärgerlich, doch tolle Originalsprecher und leicht verständliche Dialoge (deutsche Untertitel optional) trösten schnell darüber hinweg.

Gerne hätte ich noch ein paar zusätzliche Stunden mit Milda verbracht, aber vielleicht reichen uns die Macher noch ein paar weitere Abenteuer nach – ich wäre auf jeden Fall wieder mit dabei!

Grafik: 7/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Tag of Joy / Thunderful

Weitere Infos: Crowns and Pawns: Kingdom of Deceit – an adventure game

Moon Knight – Staffel 1

Inhalt

Museumsmitarbeiter Steven wird von seltsamen Visionen geplagt und muss sich während der Nacht sogar an sein Bett fesseln. Er erwacht regelmäßig an den unterschiedlichste Orten und hat keinerlei Erinnerung an seine seltsamen Reisen. Eines Tages jedoch, wird er mit der erstaunlichen Wahrheit konfrontiert…

Fazit

„Moon Kinght“ war wieder so eine Serie, bei der sich viele Kritiken völlig überschlugen und sie als heiligen Gral anpriesen. Entsprechend hoch waren dann meine Erwartungen, die ich nach den ersten Vorschaubildern eigentlich gar nicht so heftig nach Oben schrauben wollte.

Disney präsentierte uns hier eine Produktion, die für mich in erster Linie durch ihren frischen und unverbrauchten „Superhelden“ punkten konnte. „Moon Knight“ war durch seine verschiedenen Persönlichkeiten ein Charakter mit Kontur und wesentlich unberechenbarer als das übliche Genre-Klientel. Die witzigen inneren Konversation sorgten immer wieder für kleine Schmutzler und hoben das tolle Spiel von Oscar Isaac umso höher empor.

Überhaupt bekamen wir hier eine originelle Prämisse, die sich lobenswerterweise von den üblichen Verdächtigen abhob. Natürlich waren auch hier Gut und Böse klar in ihren Rollen getrennt, doch die Geschichte drumherum war interessant und mit vielen kleinen Details ausgearbeitet. Es gab auch mal so eben Nebenbei einen kleinen Unterricht in ägyptischer Mythologie und so fühlte man seinen gewissen Abendteuer-Drang stets gut befriedigt – immerhin wurde die Produktion auch mit Anleihen aus „Indiana Jones“ beworben.

Zwar umfasst die erste Staffel lediglich 6 Episoden, doch deren Balance war meist genau auf den Punkt und traf immer wieder den richtigen Nerv. Es gab nur selten kleinere Durchhänger, überwiegend ging es dafür flott und spaßig zur Sache. Ruhigere und actionreiche Ereignisse wechselten sich im passenden Rahmen ab und gaben dem Betrachter stets die Zeit zum Durchatmen.

Optisch wurden ein paar echt sehenswerte Schmankerl geboten, wobei man das stellenweise eher durchschnittliche CGI auch nicht unerwähnt lassen sollte. In jüngster Vergangenheit haben wir technisch definitiv bessere Werke gesehen, doch unterm Strich ging das hier Präsentierte schon in Ordnung. Neben ein paar merkwürdig konstruierten Figuren gab es nämlich ein paar echt hübsche Kulissen zu bestaunen und die Atmosphäre war eigentlich immer richtig klasse.

Mit seinen vielen frischen Elementen hebt sich „Moon Knight“ angenehm aus der Serienflut der letzten Monate hervor und liefert uns einen kurzen, aber weitestgehend spaßigen Tripp mit skurrilen Typen durch ferne Länder. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen in weiteren Filmen oder gar neuen Episoden der Serie – den unser neuer Held hat durchaus Potential zu weiteren unterhaltsamen Auftritten.

8/10

Fotocopyright: Disney

Shinobi X / Shinobi Legions (Sega Saturn)

Inhalt

Die bezaubernde Aya wird entführt und der Spieler geht in Form des Ninja Sho auf die Suche nach ihr. Die Spur führt zu Bruder Kazuma, der anscheinend höhere Ziele mit der jungen Dame verfolgt…

Gameplay

Obwohl sich „Shinobi X“ seinerzeit mit gefilmten Darstellern und Videosequenzen präsentierte, blieb das eigentliche Gameplay seinen Vorgängern treu. Ihr übernehmt die Rolle des Sho und schnetzelt euch durch die Gegnerhorden – was in der Praxis wesentlich einfacher, als so manch Geschicklichkeitseinlage ausgefallen ist.

Hin und wieder müsst Ihr nämliche kniffelige Sprungeinlagen – etwa dem Erklimmen von Bäumen oder Schächten oder dem Überwinden von Abhängen – absolvieren. Dies ist stellenweise frustrierend, denn die Sprünge müssen gut getimt werden und verbrauchen schnell das Konto eurer verbleibenden Leben.

Die Level sind gradlinig aufgebaut und die Orientierung fällt meist nicht schwer. Das komplette Geschehen findet in 2D statt und das Scrolling erfolgt typisch von links nach rechts. Natürlich geht es dabei auch mal nach Oben oder Unten – verlaufen tut man sich aber nicht.

Spielzeit

Auch leichtesten Schwierigkeitsgrad habe ich rund 1,5 Stunden mit dem Titel verbracht und hatte fast fortwährend schweißnasse Hände. Die Spielzeit mag sich nach nicht viel anhören, jedoch erfordert das Werk nicht nur bereits angesprochene Frustresistenz, sondern auch ordentlich an Übung. Da man während dem Zocken nicht speichern kann (so war das damals), kommt zusätzlicher Druck dazu. Ich muss gestehen, den Titel damals nie durchgerockt zu haben und nun erst mit dem Steam Deck (und den wertvollen Save-Stats des Saturn-Emulators) das Trauma abarbeiten konnte.

Präsentation

Optisch macht der Titel zwar heutzutage nicht mehr allzuviel her, aber seinerzeit konnten mich die digitalisierten Schauspieler, die realitätsnahen Hintergründe und die nett produzierten (und leider extrem verpixelten) Videosequenzen in ihren Bann ziehen. Ich habe das Spiel allerdings erst einige Zeit nach dem Erwerb des Saturns in die Sammlung holen können und zu diesem Zeitpunkt war man schon opulentere 3D-Welten gewohnt – die ehrlicherweise aber teils deutlich schlechter gealtert sind.

Positiv

  • hübsche Präsentation
  • guter Soundtrack
  • flottes Gameplay
  • spaßiges Geschnetzel
  • abwechslungsreiche Locations

Neutral

  • wenig unterschiedliche Gegnertypen
  • Story eher so lala
  • Videosequenzen von mäßiger Qualität
  • kurze Spielzeit

Negativ

  • frustige Sprungeinlagen
  • häufig wiederholende Animationen
  • … mittlerweile recht teuer geworden

Fazit

Als Kind habe ich die „Shinobi“und „Ninja Gaiden“-Titel geliebt und hauptsächlich auf dem legendären „Game Gear“ bestritten. Als dann die ersten Bilder zu „X“ in den Heften veröffentlicht wurden, war ich hin und weg – auch wenn ich erst mit leichter Verzögerung zugegriffen hab.

Die Spielbarkeit dieses 2D-Plattformers ist nach wie vor recht gut, auch wenn die Sprungpassagen noch immer nicht meinen Geschmack treffen. Zum Glück macht der Rest aber so Laune, dass man diese Gameplay-Kröte schlucken und insgesamt grade noch darüber hinwegschauen kann.

Habt Ihr den Nerv für schwierige Stellen, aber Freunde an der Reihe – und mittlerweile auch die Motivation die aufgerufenen Preise für die Scheibe auf den Tisch zu legen – dann erwartet euch ein netter Ninja-Slasher für Zwischendurch. Zockt es idealweise auf einem Emulator und nutzt euch die Funktion der Save-Stats – dann ist alles noch gut meisterbar und man kann sich mal eine Pause gönnen…

Ich bin froh, diese „Perle“ in meiner Sammlung zu wissen und regelmäßig das Schwert durch die Gegnerhorden gleiten zu lassen.

Grafik: 7/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Sega

Seite 1 von 15

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén