Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Schlagwort: Drama (Seite 1 von 50)

Verlorene Liebe

Inhalt

Bestsellerautorin Grace quartiert sich bei ihrer Schwester ein, die alsbald Opfer eines Verbrechens wird und tot im Haus aufgefunden wird. Bei den Aufklärungsarbeiten stolpert die Polizei rasch über ihr Doppelleben als Webcam-Girl und vermutet den Täter in diesen dubiosen Kreisen. Grace dagegen versteht die Welt nicht mehr und greift den Ermittlern mit ihrer Roman-Expertise hilfreich unter die Arme…

Fazit

Ich muss zugeben, dass ich Alyssa Milano schon länger nicht mehr auf dem Schirm hatte und angenehm von ihrem zuweilen dich recht reizvollen Auftreten in diesem Streifen angenehm überrascht war. Sie hat nie besser ausgesehen und vor allem war ihr Schauspiel – gemessen am Rahmen – war ebenfalls nicht übel. Der Film selbst wirkte allerdings eher wie eine Adaption eines beliebigen Groschenromans und damit nicht unbedingt wie ein unentbehrliches Highlight.

Die Handlung an sich offerierte uns wenig Neues und beschränkt sich von seinem Personalaufwand auf das Nötigste. Der Kreis der Verdächtigen war also relativ gering und die potentiellen Motive äußerst transparent. Die Auflösung warf dann folgerichtig nicht unbedingt vom Hocker, war immerhin halbwegs nachvollziehbar konstruiert und befriedigend auserzählt. Kleinere Klischees, eine eingeflochtene Romanze und ein vorhersehbares Finale inklusive.

Was sich im Grunde alles gar nicht mal so positiv anhört, war jedoch nur halb so wild. Sicherlich erfindet „Verlorene Liebe“ das Rad nicht neu und marschiert ziemlich seicht gen Abspann, doch wirklich gelangweilt habe ich mich zu keiner Sekunde. Alles war irgendwie ungemein sympathisch, flüssig und vor allem kurzweilig gemacht. Die simple Handlung hatte keinerlei Durchhänger und selbst die vorhersehbaren Momente waren keine Showstopper.

Man konnte dem gemütlichen Treiben nicht nur unkompliziert folgen, sondern einfach mal abschalten und den Akteuren stressfrei bei der Arbeit zuschauen. Hier und da sogar ein wenig Miträtseln, über die gebotene Liebelei schmunzeln und dann am Ende mit einem „war ja klar“ den Fernseher ausschalten. Alles nicht hitverdächtig, doch unerwartet leichtgängig und anschaubar. Wer nichts gegen eher flache Berieselung hat, darf also gerne mal reinzappen – und wenn es nur wegen Milano in schicken Outfits ist.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Weihnachtsjagd – Das Fest der Spiele

Inhalt

Weihnachten 1988. Der kleine Jake wünscht sich nichts sehnlichster als ein eigenes Nintendo Entertainment System und glaubt, kein Leben mehr ohne dieses technische Wunderwerk fortführen zu können. Seinen Eltern ist das Gerät aber nicht nur zu teuer, sondern sie stehen diesen neuartigen Videospielen mit ihren bedenklichen Nebenwirkungen sehr kritisch gegenüber…

Fazit

Es gibt Filme, die nüchtern betrachtet gar nicht mal so gut sind, aber einfach diverse Trigger im Kopf bedienen und dann doch extrem viel Laune bereiten. „8 Bit Christmas“ gehörte für mich jedenfalls in diese Kategorie – und wenn nicht alle Dinge bis ins kleinste Detail auf die eigene Kindheit übertragbar waren, so gut konnte man sich dennoch in die meisten Aspekte hineindenken und den Titel einfach nur genießen.

Auch meine Eltern standen seinerzeit solchen elektronischen Spielzeugen sehr kritisch gegenüber und ich bekam in Folge dessen keinen Gameboy zu Weihnachten. Als dann erste Geräte in der Verwandtschaft auftauchten, ist aber kurz darauf der Knoten geplatzt und die Anschaffung wurde dann zu Ostern endlich getätigt. Ein NES folgte im Sommer darauf und seitdem sind diese Geräte nicht mehr aus meine Leben wegzudenken.

Ich konnte mich also gut in Jake hineinversetzen und ordentlich mit dem jungen Akteur mitfiebern. Alte Erinnerungen wurden wach und die Spannungskurve stieg von Minute zu Minute. Man wollte unbedingt wissen, wann unser tragischer „Held“ endlich zu seinem Glück kommt und welche Strapazen (aus kindlicher Sicht) dabei zu bewältigen waren.

Neben einer sympathischen Rahmenhandlung haben die Macher dabei sehr genau auf viele Kleinigkeiten geachtet – und dabei bewiesen, dass sie wohl auch Kinder dieser Zeit sind. Nicht nur die Konsole mitsamt extraganten Zubehör, sondern auch andere Spielzeuge und Gegebenheiten (Kleidung, Poster, etc.) dieser Epoche waren zu allgegenwärtig – ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu drängen, wie es mir beispielsweise bei „Stranger Things“ etwas missfiel. So wanderten die Augen nicht nur über schrecklich-schöne Winterstiefel, sondern auch über ein Plakat der „Goonies“ im Hintergrund, um nur ein paar Beispiele zu benennen.

Beim Cast hat man ebenfalls ins Schwarze getroffen. Neil Patrick Harris als Erzähler war genauso ein Glücksgriff, wie seine jungen Kollegen. Während man ihm die Rolle als NES-liebender Familienvater abnahm, konnte man unbeschwert in die Welt der jungen Wilden abtauchen. Man hat es zwar mit deren Charakterzeichnung hier und da leicht übertrieben – aber niemals so, dass man sich bzw. seine Bekanntschaften aus der Jugend nicht darin wiederfinden würde.

„Weihnachtsjagt“ hat mich so gut unterhalten, wie kaum ein Film in der letzten Zeit. Die charmante Atmosphäre, die witzige Geschichte und die tollen Darsteller haben mich schnell in ihren Bann gezogen und bis zum bitteren Ende nicht mehr vom Haken gelassen. Die unzähligen Parallelen zum eigenen Leben und die im Grunde herzensgute Aussage haben mich vollkommen überzeugt und so möchte ich allen Seelenverwandten eine mehr als warme Empfehlung aussprechen. Nicht Jeder wird mit dem Werk etwas anfangen können, doch „Nerdherzen“ schlagen garantiert höher. Der Streifen ist angenehm leichtgängig, gefühlvoll und schlichtweg hochgradig unterhaltsam bis zur letzten Minute.

8,5/10

Fotocopyright: Warner

Eternals

Inhalt

Schon seit langer Zeit weilen die sogenannten „Eternals“ unter den Menschen und haben ein wachsames Auge. Die Unsterblichen dürfen zwar nicht unmittelbar in die Geschicke ihrer Schützlinge eingreifen, sie aber vor anderen bösen Wesen, den Deviants beschützen. Bisher war das auch kein Thema, doch nun ist der Feind ungewohnt stark geworden und trachtet den Wächtern nach dem Leben…

Fazit

Gerade erst im Kino und nun schon als Stream für zu Hause verfügbar. „Eternals“ erging es damit so wie etlichen anderen Kollegen, doch über Qualität sagt eine so rasche Heimauswertung natürlich nichts aus. In einigen Kritiken ist er schon als langweiligster Marvel-Film aller Zeiten betitelt worden, aber so harsch möchte ich auch unabhängig von seiner Veröffentlichungsform nicht ins Felde ziehen.

„Eternals“ ist sicherlich nicht der Beste seiner Zunft, trotz spürbarer Längen allerdings auch nicht vollkommen uninteressant. Die Grundgeschichte um Wächter der Menschheit ist zwar nicht völlig neu, aber zuweilen bildgewaltig und vor allem recht atmosphärisch umgesetzt worden. Bereits die ersten Trailer vermittelten davon brauchbare Eindrücke und das Endprodukt konnte durchaus damit punkten.

Ebenfalls schön war ebenfalls, dass die Produktion seitens seiner Figuren und Kulturen recht vielfältig erschien. Es gab Charaktere aus aller Welt und viele Eindrücke aus den unterschiedlichsten Ländern. Leider gab man sich hier nicht immer amüsant, sondern stellenweise ordentlich beladen an Klischees und sorgte für gelegentliches Schnaufen beim Betrachter. Man hätte sich einige Elemente schenken und nebenbei weitaus mehr Kurzweil generieren können.

Der Film ist lang, aber nicht immer kurzweilig. Man verliert sich gelegentlich in esoterischen Momenten und zu verträumten Momenten. Das Storytelling macht oftmals kaum Fortschritte und der gar nicht mal so komplexe Plot kommt deutlich zu Tage. Die Machart mag zwar eine passende Schwermut unterstreichen, schießt manchmal über das Ziel hinaus.

Die Action war schön choreografiert und hätte gerne noch eine Ticken zahlreicher daher kommen dürfen. Nicht so übertrieben wie beispielsweise den „Avengers“, aber gerne ein Quäntchen mehr. Sie war nämlich gut gemacht und überzeugte mit kreativ gestalteten Widersachen und brachialer audiovisueller Umsetzung. Wenn es auf dem Schirm rundging, dann auch richtig und der Subwoofer hatte ordentlich was zu tun.

Das Kostüm- und Setdesign ging vollkommen in Ordnung. Eine Angelina Jolie strahlte in ihrem Outfit und erinnerte an eine elegante Königin. Dazu gesellte sich eine recht gut brauchbare schauspielerische Leistung, die ich auch dem Rest so unterschreiben würde. Das bunte Team passte gut zusammen und sorgte für ein paar spaßige Momente.

„Eternals“ ist weder Meisterwerk, noch Totalausfall. Er funktioniert über weite Teile recht gut, erwähnte Längen zerren jedoch am Erzählfluss. Sicherlich wollte man seinen epischen Background mit entsprechender Spielzeit hervorheben, doch zwingend notwendig wäre dies in meinen Augen nicht gewesen. Etwas Straffung an den richtigen Stellen hätte Wunder bewirkt und die Punkteskala nach Oben geschraubt. So bleibts ein anschaubarer Titel, den man im Rahmen des Abos einfach mal mitnimmt und sich selbst ein Bild macht.

6,5/10

Fotocopyright: Walt Disney

Desperate Measures

Inhalt

Ein Cop sucht einen inhaftierten Schwerverbrecher auf, um dessen Hilfe zu erbitten. Der Junge des Gesetzeshüters ist schwer krank und benötigt eine Knochenmarkstransplantation, für die nur der Kriminelle in Frage kommt. Nach anfänglichem Zögern willigt der mutmaßliche Spender ein, doch sieht in Wahrheit nur einen guten Plan zur Flucht…

Fazit

„Desperate Measures“ ist ein Bühnenstück für Michael Keaton, der in der Rolle des Fieslings wirklich überzeugen und stellenweise für leichte Schauer sorgen konnte. Haben wir ihn doch sonst eher als Familienvater oder gar Superhelden auf dem Schirm gehabt, bewies er hier eine Tauglichkeit für völlig andere Charaktere.

Die Handlung an sich war okay und weitestgehend ordentlich erzählt, ein paar kleinere Längen waren besonders zu Beginn nicht von der Hand zu weisen. Der Spannungsbogen entfaltete sich langsam, zog dann aber solide und hielt den Betrachter letztlich mit gut und vergleichsweise hart gemachten Actionszenen bei Laune.

Man konnte sich gut in die Lage unserer Figuren – besonders der von Andy Garcia – hineindenken, aber natürlich auch die Motivation des Antagonisten verstehen. Selbstverständlich wollte der Kriminelle aus seiner Gefangenschaft ausbrechen, doch so kühl und gnadenlos hätte ich mir den Typ beim besten Willen nicht erwartet. Keaton war einfach überragend.

Die Inszenierung war schön düster und unterstrich die härtere Gangart enorm. Alles wirkte schön trostlos und die unschuldigen Blicke des kranken Jungens stachen so noch mehr hervor. Auf manch schmalzigen Dialog hätte man verzichten können, aber Schwamm drüber.

Als Heftbeilage hatte ich diesen Titel seinerzeit mal günstig erworben und etliche Jahre nicht mehr zu Gesicht bekommen. Nach der Auffrischung steht jedoch fest, das der Streifen an sich recht gut gealtert ist und man vor seinen Darstellern noch immer den Hut ziehen sollte. Thriller-Fans erhalten hier auf jeden Fall brauchbare Kost und dürfen mal reinschauen.

7/10

Fotocopyright: VCL

The Many Saints of Newark

Inhalt

In den 60iger Jahren sind die Straßen von Newark hart umkämpft. Während sich die Einen für Ihre Rechte und gegen ausufernde Polizeigewalt engagieren, versuchen die Anderen mit krummen Geschäften zu einem besseren Leben zu kommen. Dabei wird die Front zwischen Farbigen und der italienischen Mafia immer größer…

Fazit

„The Many Saints of Newark“ erzählt die Vorgeschichte der Serie „Die Sopranos“, die damals mit recht großen Erfolg eingeschlagen hat. Ich persönlich habe seinerzeit nur eine oder zwei Staffeln verfolgt, konnte mit diesem – zum Glück absolut unabhängigen Film – dennoch sehr viel anfangen.

Schon zu Beginn fiel mir die tolle Optik ins Auge. Das stark gefilterte Bild vermittelte auf der einen Seite einen charmanten Retro-Look, wirkte auf der anderen Seite jedoch hochwertig und stilvoll. Es kamen direkt die passenden Vibes, die durch die entsprechend gekleideten Figuren und der tollen Ausstattung noch einmal deutlich unterstrichen wurden.

Das Werk fühlt sich wie ein klassischer Mafiafilm an – und das ist in meinen Augen als großes Lob zu verstehen ist. Das Geschehen war zwar überwiegend ruhig und mit verhältnismäßig wenigen Actionszenen gesegnet, der Erzählfluss dennoch prima. Alles ging locker über die Bühne und die Übersicht ging trotz umfangreichem Familienstammbaums nicht verloren.

Trotz einer Laufzeit von knappen zwei Stunden ging es auch nie langweilig oder uninteressant zu. Es gab immer wieder ordentlich geschriebene und halbwegs glaubwürdige Wendungen.

Das Cast war einsame Spitze! Neben einem charmanten und zwielichtigen Alessandro Nivola in der Hauptrolle, standen Jon Bernthal, Vera Farmiga oder auch ein im Genre bestens etablierter Ray Liotta auf der Bühne. Man nahm ihnen ihre Charaktere zu hundertprozent ab und amüsierte sich köstlich mit ihnen.

Selbst wer die „Sopranos“ nicht kennt, aber ein Faible für das Genre hat, kommt auf seine Kosten. Ich mochte die beschauliche, jedoch niemals langweilige Weise von „The Many Saints of Newark“ enorm und konnte wunderbar in der Welt der Gauner versinken. Hier hat von den Darstellern, bis zur Ausstattung einfach alles gepasst und die 60iger Jahre kamen richtig plastisch daher. Unterm Strich ein absolut lohnenswerter Titel mit hohem Unterhaltungswert. Hat vielleicht nicht ganz das Zeug zum großen Kult, doch ein ehrenvoller Mafiaspaß ists dennoch geworden.

8/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

Sløborn – Staffel 2

Inhalt

Evi hat es zurück auf die Insel und in die Arme ihrer Brüder geschafft, doch von ihren Eltern gibt es nachwievor keine Spur. Sie arrangieren sich mit dem Leben mit wenigen anderen Überlebenden, wissen allerdings auch nicht, wie es im Rest der Welt mit der Pandemie ausschaut. Bald werden auch neue Gefahren auf sie zukommen…

Fazit

Kaum habe ich die ersten Staffel auf Netflix abgeschlossen, stand auch schon die Fortsetzung in der Mediathek vom ZDF zum Abruf bereit. Lange habe ich natürlich nicht gefackelt und die Produktion am Wochenende komplett durchgezogen.

Die Geschehnisse knüpfen nahtlos an die Vorherigen an. Noch immer befinden wir uns auf Sløborn und treffen auf vertraute Gesichter. Aufgrund der herrschenden Isolation und Einsamkeit konnte man sich gut in deren Lage hineindenken und schmerzlich mit ihnen fühlen. Die Thematik hat nichts an Aktualität verloren und zeigt schmerzliche Parallelen zu realen Gegebenheiten auf.

Besonders gut hat Alvart die trostlose Atmosphäre eingefangen. Die leeren Straßen sorgen für Gänsehaut und lassen uns prima darin abtauchen. Dabei wirkt das Gebotene glaubhaft und nicht einfach wie bei einem 08/15-Endzeitfilm dahingeklatscht. Alles hat einen verständlichen Ursprung und eine konsequente Weiterentwicklung erlebt.

In den gerade einmal 6 Episoden macht die Handlung keine extremen Sprünge, gefiel aber mit dichter und ungemein spannender Erzählweise. Es gab keinerlei Durchhänger und man blieb gebannt am Ball. Die großartigen Darsteller wuchsen weitestgehend ans Herz (sofern nicht durch den Vorgänger schon geschehen) und boten interessante Eindrücke in deren unterschiedlichen Verhaltensweisen.

Zum Horror gesellte sich die Gesellschaftskritik noch deutlicher hinzu. Eindrucksvoll erleben wir erneut, wie Menschen sich in Extremsituation verändern, aber auch wie so etwas zusammenschweißen kann. Richtig gut gefiel hierbei die Zeichnung von Gruppendynamiken und wie schnell eine aussichtsreiche Stimmung noch einmal umschlagen kann.

„Sløborn“ geht ein bisschen in die Richtung „Herr der Fliegen“ und macht grundsätzlich wieder alles richtig. Die Spannungskurve passt und der Unterhaltungswert ist gegeben. Man suchtete das neue Futter innerhalb kürzester Zeit durch und bot am Ende einen Cliffhanger, der natürlich zum Dranbleiben animiert. Ich freue mich jedenfalls schon auf weiteres Material!

8/10

Fotocopyright: ZDF

Die Einöde

Inhalt

Eine kleine Familie flüchtet vor dem Krieg aufs Land. Sie verbringen ihre Tage in der Einöde, bis sich der Vater zum Aufbruch entscheidet. Bange warten Frau und Sohn auf seine Wiederkehr und erleben währenddessen die Hölle in der Einsamkeit…

Fazit

Für viele Filme muss man in einer gewissen Stimmungslage sein und „Die Einöde“ macht da keine Ausnahme. Der Titel ließ schon vermuten, dass es hier etwas ruhiger zugehen könnte – und genau hier teilt sich die Spreu vom Weizen.

Zu Beginn der Erzählfluss noch ganz in Ordnung, doch spätestens als der Vater den Rest verlässt wird das Geschehen zu einem Kammerspiel, bei dem Aufmerksamkeit abverlangt wird. Man konzentriert sich ganz auf die beiden verbleibenden Personen, was mitunter recht anstrengend erschien.

Die Bilder insgesamt waren zwar sehr hochwertig, aber auch sehr ruhig und boten optisch wenig an Abwechslung. Es gab eigentlich nur die kleine Hütte und mal kurze Ausschnitte vor deren Tür, weitere Schauplätze Fehlanzeige. Das muss nicht unbedingt verkehrt sein (ich liebe effiziente Filme ohne großen Aufwand), machte die Sache hier allerdings nicht viel runder.

Der Horror war erwartungsgemäß subtil und endete nicht in Gewaltexzessen. Die Einsamkeit und Ungewissheit waren greifbare Ausgangslagen, doch nur bis zu einem gewissen Punkt mitgehen konnte. Irgendwann übernahm das „Übersinnliche“ die Kontrolle und man konnte dem Geschehen dann nur noch relativ emotionslos beiwohnen.

Die Darsteller haben ihre Sache gut gemacht, ohne sonderlich aus dem Rahmen zu fallen. Natürlich war der kleine Junge aber besonders hervorzuheben, denn er hat für sein junges Alter doch wirklich gut performt. Ansonsten wurde die ordentliche Optik bereits erwähnt, der Soundtrack war eher unauffällig.

„Die Einöde“ setzt auf Effektivität, was in diesem Falle wenige Kulissen und eine überschaubare Anzahl an Figuren bedeutet – und damit leider nur ein eingeschränktes Ergebnis liefert. Das Treiben kommt zu schwerfällig in die Gänge und macht im letzten Drittel auch keinen verlorenen Boden mehr gut. Sicherlich mag die langsame und eher unterschwellige Art dem Ein oder Anderen gefallen – mein Ding ists allerdings nicht und so gibt es nur eine eingeschränkte Empfehlung.

5/10

Fotocopyright: Netflix

Kitz – Staffel 1

Inhalt

Lizzi lebt im Kitzbühl und stammt aus eher einfachen Verhältnissen. Vor einem Jahr hat ihren geliebten Bruder verloren und diesen Schmerz noch nicht überwunden. Sie gibt den Kids der reichen Touristen aus Deutschland dafür die Schuld und hat einen perfiden Racheplan ausgearbeitet…

Fazit

Die Kritiken zur ersten Staffel von „Kitz“ waren eher gemischt und in vielen Punkten muss ich den Autoren auch recht geben. Man griff viele Vorurteile und Klischees auf und setzte mit aller Gewalt auf eine hippe Darstellung der Ereignisse – aber trotzdem war das Gebotene irgendwie sehr unterhaltsam.

Die Welt der Reichen und Schönen ist sicherlich nicht mein Milieu und so fiel das Hineindenken in die Figuren nicht gerade einfach, trotzdem konnte man sich gut fallen lassen. Es ging jederzeit recht kurzweilig zur Sache und Längen waren in den gebotenen 6 Episoden nicht zu verzeichnen.

Das ganze Konstrukt hat etwas an „Revenge“ erinnert, da die Prämisse doch recht ähnlich ausfiel. Auch hier zogen sich Rache-Motive durch die ganze Serie und es gab immer mal wieder interessante Wendungen – inklusive Cliffhanger am Ende der Staffel.

Lebenswert die hochwertige, fast schon verschwenderische Inszenierung – die natürlich optimal zum Setting gepasst hat. Teure Klamotten, dicke Autos und verschwenderische Partys inklusive. Alles wirkte sehr stimmig und glaubhaft – ohne es bis ins Detail mit eigenen Erfahrungswerten bestätigen zu können. Dies hatte durchaus einen Touch von amerikanischen Soaps ala „Reich und Schön“, ohne seine europäische Herkunft zu leugnen.

Man muss sich nicht immer mit allen Dingen identifizieren müssen und auch einfach mal was unterhaltsames für Nebenbei laufen haben. Die Welt von „Kitz“ konnte ich eigentlich nur belächeln und trotzdem habe ich das Ding an zwei Tagen – wie gesagt nebenher – „durchgebincht“ und mich nicht unbedingt gelangweilt gefühlt. Die Parallelen zu US-Produktionen waren nicht zu übersehen, doch schlimm war das nicht. Der Erzählfluss war prima, die kleinen Intrigen und Wendungen grundsolide – eine zweite Staffel würde hier sicherlich auch über den Bildschirm flackern.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Vier Brüder

Inhalt

Vier ungleiche Brüder finden sich nach dem Tod ihrer Adoptivmutter wieder in der alten Heimat ein und ergeben sich in tiefster Trauer. Schon bald merken sie jedoch, dass es sich um einen Auftragsmord gehandelt haben könnte und recherchieren auf eigene Faust…

Fazit

Ich habe diesen Film schon einige Male gesehen und am gestrigen Abend auch sicherlich nicht zum letzten Mal in Player gehabt. „Vier Brüder“ bot seinerzeit eine recht erfrischende Prämisse, die mit guten Darstellern und einem perfekten Flow umgesetzt wurde – und nach all den Jahre nichts von seinem hohen Unterhaltungswert eingebüßt hat.

Der Film beginnt langsam, aber nicht uninteressant. Wir werden mit Figuren und Ausgangslage vertraut gemacht, ohne uns dabei zu langweilen. Recht früh zeichnet sich ab, dass hier kein Unfall zu Grunde lag und natürlich weitaus Mehr hinter der ganzen Sache steckt.

Das Geschehen lebt von der unkonventionellen „Ermittlungsarbeit“ der vier arg unterschiedlichen Persönlichkeiten, die mit absoluter Entschlossenheit auf Rache ausgerichtet sind. Dabei wurde alles weitestgehend schlüssig konstruiert und den einzelnen Schritten ist jederzeit gut zu folgen. Zwar kann man sich über die gelegentlichen Schusswechsel und dem ständigen Zücken von Waffen – was anscheinend nie die Polizei auf den Plan rief – streiten, aber im Zuge der Kurzweil war dies locker verzeihlich.

Besonders gut hat mir der Handlungsaufbau und deren Verlauf gefallen. Als wäre die Ausgangslage an sich nicht schon vergleichsweise frisch, so hat man im Laufe des Geschehens immer wieder kleine Finten eingebaut. Schon recht früh erahnt der Zuschauer, wie der Hase möglicherweise läuft und wer Drahtzieher der Ereignisse ist – bis wieder neue Erkenntnisse dazwischen kamen. Zu allem übel waren dann die eigenen Theorien nichts vollends für die Katz, sondern zumindest ansatzweise gar nicht allzu verkehrt gedacht. Raffiniertes Drehbuch.

Die Inszenierung war hochwertig und der Cast klasse. Man hat auf verschiedene Persönlichkeiten geachtet, ohne den Bogen dabei zu überspannen. Es gab keine Paradiesvögel, noch irgendwelche Minderheiten, nur um der Vielfalt willen. Die Figuren waren unterschiedlich, dennoch glaubhaft in ihrer Gesamtkonstellation und überzeugt von den jeweiligen Akteuren gespielt. Man besten hat mir dabei Wahlberg gefallen – der als echter Bad Boy trotzdem das Herz an der richtigen Stelle hatte und wunderbar in seiner Rolle aufging.

„Vier Brüder“ ist ein Streifen, der einfach Spaß macht. Er ist jederzeit höchst unterhaltsam und bietet eigentlich alles, was das Herz begehrt. Hervorragende Darsteller, witzige Dialoge und einen bis zum bitteren Ende spannenden Plot. Die allgemeine Glaubwürdigkeit mag zwar an einigen Stellen durchaus in Frage gestellt sein, dennoch erschien das Drehbuch absolut rund – und ich hätte sogar irgendwie Bock auf eine Fortsetzung, obwohl diese Geschichte im Grunde auserzählt ist.

8/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

The Green Knight

Inhalt

König Arthur hat seine Ritter der Tafelrunde zu einer rauschenden Weihnachtsfeier eingeladen, zu der sich natürlich auch sein Neffe Gawain nicht lange bitten lässt. Als dann plötzlich ein mysteriöser grüner Ritter auftaucht und den besten Kämpfer des Herrschers zum Duell auffordert, ergreift Gawain zum ersten Mal die Initiative…

Fazit

Das Beste kommt bekanntlich oft zum Schluss und so ähnlich war es auch hier. Das Kinojahr 2021 war recht durchwachsen und zum Silvesterabend gab es – ganz ohne Erwartungen – diesen Streifen und die letzten Stunden schwelge ich ihn wohlige und noch immer leicht verwirrte Erinnerung daran.

„The Green Knight“ will viel und schafft auch viel. Er präsentiert uns eine interessante Prämisse, von der ich selbst nach einer Nacht Schlaf nicht genau weiß, was sie eigentlich von uns wollte. Er war dieser Fremde und warum bot er ein solch merkwürdiges Abkommen? Stand er für eine der vielen Metaphern, mit denen der Film nahezu überhäuft war oder bin ich einfach nicht genug mit der Arthus-Saga vertraut? Egal, denn was uns Regisseur David Lowery hier offerierte, war schon sagenhafte Kost, die auch ohne vertiefte Kenntnisse rund um die Legenden der Tafelrunde funktionierte.

Im Kern bildet die Handlung eine klassische „Heldenreise“ ab. Ein junger Mann, bis dato ohne Ritter-Status, macht sich auf einen langen, beschwerlichen Tripp – auf dem er langsam an sich selbst wächst und irgendwo auch zu sich selbst findet. Er wird vor Herausforderungen und Versuchungen gestellt, um an Ende sein bisheriges Leben vor seinen Augen Revue passieren zu lassen. Mit langen Kameraeinstellungen, gefühlt minutenlang am Stück und ohne Dialog gedreht, lässt man uns an seinem Schicksal teilhaben.

Das Bild vom Mittelalter ist trostlos und wenig einladend. Statt Glanz und Krone regiert hier Dreck und Düsternis. Das Setting wirkt rau und wahrscheinlich auch deshalb recht authentisch. Keiner der Figuren scheint strahlend und elegant – die Ritter der Tafelrunde sind satt und wenig zu neuen Abenteuern motiviert. Selbst Gawain ist kein typischer Held und mit Lasten überladen. Die Identifikation – zumindest in seine Lage – fällt hierdurch nicht schwer.

Manche Werke wollen mit aller Gewalt anders sein und hierdurch um Aufmerksamkeit buhlen. Ehrlich gesagt habe ich bei diesem Titel anfangs ähnlich gedacht und stand manchen extravaganten Einlagen ziemlich kritisch gegenüber. Ich hatte sogar dein Eindruck, dass die Effekte etwas billig erschienen und wurde dann mit laufender Spielzeit zum Glück eines besseren belehrt. Man setzt auf eine schlichte Eleganz und auf den zweiten Blick waren grade die vom Computer unterstützten Szenen gar nicht mal so übel. Allein der hübsch animierte Fuchs sorgte immer wieder für Schmutzler – andere Highlights möchte ich hier nicht spoilern.

Eher selten oder zumindest mit kurzen Halbsätzen fertige ich sonst die musikalische Begleitung von Filmen ab. Ich achte eher selten auf den Soundtrack und lebe nach dem Motto „wenns nicht gestört hat, war es wohl nicht schlecht“. Bei „The Green Knight“ jedoch, spielt die Audiokomponente eine extrem wichtige und deutlich spürbare Rolle. Die orchestralen Klänge sorgen nicht selten für Gänsehaut und tragen ihren ganz eigenen Charme zum Abtauchen im Geschehen bei. Sie präsentieren quasi auch die Gefühlslage unserer Hauptfigur, mal ruhig, mal treibend und jederzeit extrem eingängig. Audiovisuell ist der Streifen ein Genuß.

In letzter Zeit hat mich kein Film im Nachgang so beschäftigt wie dieser. Nicht etwas weil ich von den Bildern verstört wurde, vielmehr weil ich versuche die zahlreichen Eindrücke zu ordnen und die ganzen gefilterten Botschaften herauszulesen. Die Reise hatte zwar kleinere Längen, die ich keineswegs verleugnen möchte – doch trotzdem glaube ich, dass ich sie spätestens beim zweiten Durchgang noch einmal kräftig auf mich wirken lassen möchte und die stillen Momente zum Grübeln verwenden will. Wer sich auch nur ansatzweise für experimentelle Werke begeistern kann und ungewöhnliches Kino zu schätzen weiß, sollte hier definitiv mal einen Blick riskieren. „The Green Knight“ bietet alles, was das Herz des echten Cineasten auflodern lässt und Einem nicht jeden Tag begegnet. Ich liebe diese gewisse Sperrigkeit, die mich wohl die nächste Zeit angenehm beschäftigen wird.

8,5/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

« Ältere Beiträge