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Schlagwort: Drama Seite 1 von 66

The Dark Pictures: The Devil In Me (PC)

Inhalt

Der Nachbau eines Horror-Hotels motiviert ein kleines Filmteam zum einem Besuch. Ihr Gastgeber scheint jedoch nicht nur vom Gebäude an sich, sondern auf von seinem ursprünglichen Erbauer – einen Serienkiller – äußerst fasziniert zu sein…

Gameplay

In bester Serientradition kombiniert auch ein „The Devil In Me“ Adventure-Elemente mit kleinen Rätseln, Entscheidungsfindungen und Quicktime-Events miteinander. Der Spieler steuert verschiedene Figuren aus der Third-Person Perspektive und entscheidet via Dialogauswahl oder Geschick beim Tastenhämmern über deren Schicksaal. Wirklich „stecken bleiben“ oder vorzeitig „Game Over“ ist auch hier nicht drin – ihr seht halt am Ende, wie viele eurer virtuellen Egos am Leben geblieben sind oder vorher das Zeitliche gesegnet haben.

Die spärlich eingestreuten Knobeleien sind vergleichsweise simpel und beschränken sich auf das richtige Aktivieren von Sicherungen in Elektrokästen oder schlichtweg der Suche nach passenden Schlüsseln für verschlossene Türen. Nicht wirklich herausfordernd, aber immerhin auch keine unnötige Blockade oder Streckung der Spielzeit.

Spielzeit

Mit rund 5 bis 6 Stunden liegt „The Devil In Me“ im üblichen Rahmen des Genres. Auch hier animieren unterschiedliche Enden und Szenen des Ablebens der Darsteller zum erneuten Durchspielen – was dann natürlich die Gesamtdauer entsprechend nach Oben treiben kann.

Präsentation

Optisch macht der Titel eine überwiegend gute Figur. Die Charaktere sahen ordentlich aus und eine stimmige Beleuchtung sorgt stets für Atmosphäre. Hin und wieder wirken einige Kulissen etwas gleichförmig oder karg, aber letztlich war dies auch irgendwo dem Setting geschuldet.

Kleinere Clippingfehler möchte ich nicht unerwähnt lassen, doch dies habe ich – genau wie die stellenweise englischen Dialoge – in gleicher Form bei sämtlichen Vorgängern gehabt. Patches werden hier helfen.

Positiv

  • interresantes Szenario
  • einfacher Einstieg
  • solide Technik
  • spannende Passagen / starker Schlusspart

Neutral

  • einfache Puzzle-Aufgaben
  • vergleichsweise wenig Quicktime-Events

Negativ

  • es dauert eine Weile, bis das Geschehen in Fahrt kommt
  • wenige und mäßig funktionierende Jumpscares
  • einfach & gradinig
  • kleinere Kameraprobleme
  • Steuerung manchmal etwas hakelig

Fazit

Ich mag die „Dark Pictures“ Reihe trotz ihrem arg eingeschränkten Gameplays sehr und habe mich entsprechend wieder auf den diesjährigen Ableger gefreut. Im Grunde bediente er dann auch alle Erwartungen, lieferte vertraue Kost und dennoch spang der Funke nicht vollends über. Da sich die Hauptelemente von Titel zu Titel gleichen, müssen Geschichte und Setting dann umso mehr überzeugen – und das taten sie hier einfach nicht.

Für manche Kritiker handelt es sich hierbei um den besten Teil der Reihe – für mich war er nicht wesentlich schlechter, aber eben auch nicht eindeutig besser, als seine Vorgänger. Die Handlung brauchte etwas länger, um in Fahrt zu kommen und viele Jumpscares wollten nicht vollends zünden. Trotz nettem Horror-Häuschen wurde es nur selten gruselig und man fühlte etwas Potential verschenkt. Ich hatte zwar wieder meinen Spaß mit dem kurzen Adventure – aber 40 Euro würde ich dafür nicht noch einmal hinblättern wollen…

Grafik: 8/10
Sound: 6/10
Gameplay: 4/10
Gesamt: 6/10

Fotocopyright: Supermassive Games/Bandai Namco Entertainment

Lucy

Inhalt

Durch einen unglücklichen Zufall wird eine junge Dame zum Kurier der Unterwelt. In ihrem Körper transportiert sie ein Päckchen mit einer neuartige Droge, welches sich fatalerweise öffnet und den Körper verseucht. Nun fängt ihr Hirn plötzlich an, auf Höchstleistung zu arbeiten und immer weitere Fähigkeiten zu entwickeln…

Fazit

Im Laufe der Jahre habe ich „Lucy“ schon einige Male gesehen und bin mir mit dem Gebotenen noch immer etwas unschlüssig. Die Geschichte wirkt zwar relativ frisch, viele Inhalte wurden jedoch schon in Werken wie „Ohne Limit“ aufgegriffen. Glücklicherweise schaut Luc Besson allerdings über den Tellerrand hinaus und bringt die Entwicklung des Hirnes auf ein neues und wesentlich bizarreres Level.

Der Film ist grundsätzlich unterhaltsam und von seiner Abfolge verständlich gestrickt. Vermutlich störten mich einige arg abstrakte Elemente, um besser in die Handlung hin einzutauchen und eine größere Begeisterung zu entwickeln. Scarlett Johansson war zwar gewohnt klasse, dennoch war der Streifen nicht so recht nahbar für mich. Man wohnte den interessanten Ansätzen und bildstarker Umsetzung wissenschaftlicher Theorien bei, konnte aber nur selten richtig „mitreden“ und musste die Eindrücke auf sich wirken lassen.

Die Action war wirklich schön gemacht, top choreografiert und unterhaltsam. Abseits dessen verlor man sich aber in vielen philosophischen Themen und stellte uns vor das ein oder andere Rätsel. Auf der einen Seite wollte man leichtgängig und kurzweilig rüberkommen, auf der anderen Seite uns zum Nachdenken animieren, was zumindest bei mir nach einem langen Arbeitstag und dem ursprünglich gegebenen Rahmen nur bedingt auf Gegenliebe stieß.

Nichts gegen intelligente Sci-Fi-Filme mit einem guten Maß an Action, aber bei „Lucy“ haut mich das Gebotene selbst nach mehrmaliger und durchaus kritischer Sichtung einfach nicht vom Hocker. Der Film an sich ist nett und dank kurzer Laufzeit (<90 Minuten) ein Snack für Zwischendurch – aber leider auch nichts Tiefgründiges, welches unbedingt einer Empfehlung bedarf.

6,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Stundenplan

Inhalt

Der Tod eines Freundes rüttelt einen ehemaligen Polizisten auf. Er schreibt sich als Lehrer an der selben Schule wie der Verstorbene ein und versucht bereits hier den mysteriösen Umständen auf den Grund zu gehen…

Fazit

Als wirklich originell würde ich die Geschichte von „Stundenplan“ (welch dämlicher deutscher Titel) nicht unbedingt bezeichnen, doch bei einer guten Umsetzung wäre dies absolut verschmerzbar gewesen. Leider ließen sich die Macher auf eine bereits bekannte und relativ wackelige Handlung ein – garnierten sie obendrein mit weiteren Ungereimtheiten und technischen Problemen.

Zunächst besaß der Streifen eine seltsame Optik. Zwar nicht wirklich wie mit einem Handy gefilmt, aber irgendwie auch nicht auf dem Niveau einer aktuellen TV-Produktion. Mit teils anstrengenden Filtern wollte man das Gebotene hochwertiger erscheinen lassen, schoss dabei oft am Ziel vorbei und zauberte stellenweise seltsame Bilder auf den Schirm.

Als besonders bizarr entpuppten sich vor allem die Kampfeinlagen, die stellenweise wie in Zeitlupe wirkten und kein echtes „Trefferfeedback“ suggerierten. Normalerweise beschleunigt man solche Aufnahmen und versucht dem Zuschauer zumindest vorzugaukeln, dass die Schläge ihr Ziel nicht verfehlen – was hier aber teils offensichtlich nicht der Fall war. Unfreiwillige Komik das Resultat.

Der Verlauf gab sich stets bemüht einen passenden Rahmen für Action zur Verfügung zu stellen und bekleckerte sich damit ebenfalls nicht mit Ruhm. Hapert es sowieso schon bei der kruden Ausgangslage an sich, zerschmettern die stets aufgesetzt wirkenden und schlecht gemachten Kämpfe final die Glaubwürdigkeit der gesamten Angelegenheit. Bei mir hat das traurige Schauspiel nicht einmal zu unfreiwilligen Lachern und vielleicht auch damit verbundener Kurzweil geführt.

Die Darsteller machten ihre Sache so lala und vermochten durch die Bank nicht richtig zu überzeugen. Besonders die Kriminellen fühlten sich absolut fehl besetzt an und wurden dank einer mittelprächtigen Synchronisation nicht unbedingt beeindruckender dargestellt. Die mäßigen Dialogen waren wohl der mitunter äußerst hanebüchenen Story geschuldet und nicht einmal Manko der Akteure an sich. Das Drehbuch war einfach nicht gut.

Hartgesottene und Trash-erfahrene Actionfreunde mit Netflix-Abo könnten sich „Stundenplan“ durchaus mal reinziehen, alle Anderen sollten von diesem kruden Werk eher Abstand nehmen. Hier passt nicht wirklich viel zusammen und selbst die unfreiwilligen Elemente sorgen kaum für echte Laune. Schaut euch lieber nach besseren Titeln aus dem umfangreichen Sortiment des Streaming-Giganten um…

4/10

Fotocopyright: Netflix

John Wick

Inhalt

Einst galt John Wick als einer der besten Auftragskiller überhaupt. Der Liebe wegen hat er sich allerdings zurück gezogen und immerhin für einige Jahre ein normales Leben geführt. Der krankheitsbedingte Tod seiner Frau belastete ihn dann äußerst schwer und kurz darauf zwingen ihn die Umstände zu einem Rückfall in alte Gewohnheiten…

Fazit

Die „John Wick“-Saga hat es mittlerweile auf 3 bereits veröffentlichte und weitere in Planung befindliche Titel gebracht. Dieses Eregbnis kommt nicht von ungefähr – denn über die Jahre hat sich der symphatische Killer zu einer echten Kultmarke etabliert und mittlerweile stehe ich dem Franchise auch ein wenig anders als zu Release gegenüber.

Als ich den ersten Teil zum ersten mal sah, wusste man noch nicht genau um die allgemeine Ausrichtung. Der Film besaß einen eigenen, zuweilen recht trockenen Humor und bedient sich vieler Genres. Zum Einen wirkt er wie ein harter Actionfilm mit passablem Pacing, zum Anderen wie eine schräge Comicverfilmung mit eigenem Regelwerk. Man nahm sich selbst nie zu ernst und nach echter Logik sollte der Zuschauer nicht fragen. Der gezeigte Kosmos folgt eigenen Gesetzten und die galt es schlichtweg hinzunehmen – und niemals ernsthaft zu hinterfragen.

Blendet man also ein paar Fragen und möglicherweise auch offensichtliche Ungereimtheiten aus, präsentiert sich ein unterhaltsamer Streifen, der mit überschaubaren 90 Minuten auch keineswegs zu lang ausgefallen ist. Die Schusswechsel waren hübsch choreografiert, die blasse Optik stimmig und Keanu Reeves als Hauptdarsteller sowieso wieder extrem gefällig. Es gab nur wenige, kurze Leerläufe und das Aufregen über den arg konstruierte Verlauf hat sich nach kurzer Zeit von selbst erledigt – der Zuschauer hat irgendwann die Regeln verstanden.

Aus heutiger Sicht vermag man vielleicht die mittelprächtigen CGI-Effekte anzumerken, ansonsten macht das wilde Treiben noch immer eine ansprechende Figur. Erwähnenswert vielleicht auch noch der restliche Cast abseits von Reeves – der mit Mikael Nyqvist und William Dafoe ein paar echte Hingucker bot.

„John Wick“ ist eigen und hat sich deshalb eine gewisse Fanbase erarbeiten können. Zunächst fand ich den Titel etwas doof gemacht, mittlerweile (dritte Sichtung am gestrigen Abend) habe ich begriffen worauf das Geschehen abzielt und habe meinen Spaß damit. Für einen Platz im persönlichen Olymp reicht es zwar mit weitem Abstand nicht – aber als gern gesehener „Snack“ wanderte die Scheibe trotzdem gern in die Sammlung.

7/10

Fotocopyright: Studiocanal

Last Days of Lazarus

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle von Lazarus, der aufgrund des Todesfalles seiner Mutter wieder in die alte Heimat zurückkehrt. Kaum in der Wohnung angekommen, ereignen sich bizarre Ereignisse und er kann seltsame Visionen kaum noch von der Wirklichkeit unterscheiden…

Gameplay

„Last Days of Lazarus“ lässt sich am einfachsten als „Walking Simulator“ mit kleineren Knobelaufgaben umschreiben. Das Spiel ist in mehreren Kapitel aufgeteilt, in denen es in zumeist stark eingegrenzten Schauplätzen etwas zu absolvieren gilt. Entweder müssen wir einfach nur bestimmte Gegenstände in einer gewissen Reihenfolge inspizieren, Dinge von A nach B bringen oder Elemente miteinander kombinieren. Der Anspruch war hierbei eher gering und die größte Hürde stellt manchmal das schlichte Auffinden besagter Objekte inmitten der enorm hübschen, aber auch grellen Optik dar.

Spielzeit

Man konnte weder sterben, noch sich längere Zeit in Sackgassen verrennen. Manchmal hielt besagtes Auffinden von Objekten ein wenig auf, ansonsten war das Geschehen in rund 4 bis 5 Stunden gemütlich zu Ende gebracht und bot im Schnitt ein solides Pacing.

Präsentation

Optisch war „Last Days“ durchwegs auf einem sehr hohen Niveau, stellenweise sogar fast fotorealistisch. Manchmal gestaltete sich das Erkennen von Gegenstände schwierig, dennoch war das Gesamtbild äußerst stimmig und (zumindest auf der Series X) jederzeit flüssig. Besonders gut gefiel hierbei das opulente Art-Design, welches auch sicherlich einige Texturen aus dem Vorgänger (Gray Dawn) entliehen hat. Auch hier standen christliche Symbole in bunter Präsentation im Fokus, welche in einem krassen Kontrast zu den eher düster angelegten Kulissen standen.

Sprachausgabe und Untertitel waren zum Testzeitpunkt jeweils nur auf Englisch verfügbar, glücklicherweise aber nicht allzu schwierig zu verstehen. Die Sprecher waren wahrscheinlich keine absoluten Profis, jedoch unterm Strich ganz in Ordnung.

Positiv

  • hervorragende Präsentation
  • interessante Geschichte
  • einfache Spielmechanik
  • gelungenes Art-Design
  • vielfältige Inetrpretationsmöglichkeiten

Neutral

  • eingeschränkte Schauplätze mit Backtracking
  • simple Rätsel

Negativ

  • Rätsel erschienen nicht immer logisch, waren meist mit Herumklicken zu lösen
  • Handlung allgemein etwas schräg und bewußt auf Verwirrung getrimmt
  • einige angefangene Rätsel in einigen Locations wurden nicht zu Ende gebracht/nicht erneut besucht

Fazit

Schon der geistige Vorläufer „Gray Dawn“ wusste mit seiner eigensinnigen Weise zu faszinieren und Gleiches hat mich hier dann wieder ereilt. „Last Days of Lazarus“ mag wegen seiner bewusst spröden Art etwas zu polarisieren, doch letztlich führte dies – zumindest bei mir – für erhöhte Aufmerksamkeit und durchwegs hervorragende Unterhaltung.

Alle Details der Handlung habe ich beim ersten Durchgang nicht verstanden, was jedoch nicht nur an der ausschließlich englischen Version lag. Viele Dinge waren verkopft, mit Metaphern bestückt und leicht holprig erzählt dazu. Das hatte seinen Charme, erforderte aber erst recht ein wenig Aufmerksamkeit – die ich abermals sehr gerne investiert habe.

Schaut euch am besten mal ein paar Bilder oder kurze Videos an und prüft, ob ihr euch mit dem Setting anfreunden könnt. Ich konnte mich nach kurzer Eingewöhnung jedenfalls gut im Geschehen fallen lassen und habe das Spiel weitestgehend genossen. Zwar blieben am Ende ein paar Fragezeichen und man hatte das Gefühl, dass einige Baustellen unbearbeitet blieben – trotzdem habe ich den Kauf nicht bereut und würde mich über weitere solcher Werke der Macher freuen.

Grafik: 8,5/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: GrimTalin

Raymond & Ray

Inhalt

Viele Jahre haben sich die einst sehr eng verbundenen Brüder Raymond und Ray nicht mehr gesehen. Der Tod des Vaters führt die Beiden jedoch auf einen unfreiwilligen Roadtrip, bei dem sie sich endlich wieder etwas näher kommen. Sie hatten kein gutes Verhältnis zu ihrem Erzeuger und versuchen nun gemeinsam ihren Frieden mit dem eigenwilligen Kautz zu machen und erleben hierbei die ein oder andere Überraschung…

Fazit

„Raymond & Ray“ ist kein Film für jeden Tag und erst recht kein Film für mal eben Zwischendurch. Er mag zwar grundsätzlich nicht allzu komplex angelegt sein, doch seine melancholische Grundstimmung erfordert eine gewisse Konzentration – oder zumindest die passende Stimmungslage beim Betrachter vor der Mattscheibe.

Das Erzähltempo war gemächlich, aber immer irgendwie passend gewählt. Bevor einige Szenen zu lang erschienen, bekam man immer einigermaßen elegant die Kurve und ließ das Interesse beim Zuschauer nicht abreißen. Zwar lieferte man insgesamt eher bodenständige und wenig aufregende Kost, dennoch vermochte die fast schon hypnotisch aufgemachte Inszenierung uns jederzeit an den Schirm zu fesseln.

Die Geschichte war simpel, aber trotz kleinerer inhaltlicher Ausreißer aus dem Leben gegriffen und gut nachvollziehbar konstruiert. Man konnte sich anschaulich in Ausgangslage, sowie Figuren hineindenken und eigene Schlüsse aus den gewonnen Erkenntnissen ziehen. Dabei haben sich Ewan McGregor und Ethan Hawke als symphytische Brüder hervorragend ergänzt und eine tolle Leistung an den Tag gelegt. Sie gaben sich äußerst bodenständig und vor allem mit verständlichen Motivationen und Handlungen.

„Raymond & Ray“ ist kein lauter Blockbuster und erfindet das filmische Rad sicherlich auch nicht neu. Er ist einfach eine kleine Perle, die in erster Linie von der guten Chemie seiner beiden Hauptdarsteller profitierte und trotz gemächlicher Passagen nicht zur langweiligen Nummer verkommt. Unterm Strich also ein sehenswerter kleiner Titel mit viel Herz und Verstand.

7/10

Fotocopyright: Apple

The Takeover

Inhalt

Eine Hackerin wird zum Spielball eines chinesischen Großkonzerns. Eigentlich wollte sie nur eine Sicherheitslücke bei ihrem Kunden schließen und hat somit eine Hintertür für die Asiaten geschlossen. Diese wollen das Tor jedoch wieder öffnen und die unliebsame Computerexpertin ausschalten…

Fazit

In Filmen gelingt es nicht oft, das Thema „Hacken“ ordentlich zu präsentieren und auch hier schwächelt das neue Werk von Netflix zuweilen gewaltig. In diesen Phasen wirkte das Geschehen eher unfreiwillig komisch und der Rest bestenfalls grundsolide – mehr aber auch nicht.

Das Niveau bewegte sich in etwa auf einer durchschnittlichen Folge eines Tatorts – was nicht unbedingt supergut, aber kein Totalausfall darstellen sollte. Das Geschehen plätscherte vor sich hin, war weder sonderlich aufregend, noch großartig langweilig. Die Handlung ging irgendwie voran, auch wenn sie recht vorhersehbar und simpel gestrickt war.

Im Anbetracht der Laufzeit von knapp unter 1,5 Stunden war klar, dass es nicht allzu komplex zugehen sollte und die Handlung keine größeren Wendungen einnehmen sollte. Motive und Motivationen waren schnell durschaut und deren Ablauf vergleichsweise unaufgeregt und – wie bereits erwähnt – sehr vorhersehbar in Szene gesetzt.

Gut gefielen mir die Anspielungen auf reale Themen bzw. besorgniserregende Missstände, die dem Zuschauer in wenigen Worten recht gut begreifbar gemacht wurden. Leider kratzten die Macher hier nur an der Oberfläche und lieferten nur eine kleine Bühne zum Nachdenken über den Abspann hinaus. Es schien, als wolle man durchaus auf Dinge aufmerksam machen, dennoch keine rote Linie überschreiten und das Konstrukt vergleichsweise unkritisch halten.

Die Darsteller präsentierten ebenfalls solide, lieferten aber keineswegs überragende Leistungen. Auch hier fühlte sich alles eher nach Fernsehfilm, statt richtiger Kinoproduktion an. Das galt leider auch für die durchschnittliche Synchronisation, die gelegentlich ziemlich lustlos wirkte und zusätzlich an der Atmosphäre zerrte.

„The Takeover“ war Durchschnittsware auf ganzer Linie. Nicht übel, aber eben auch nicht weltbewegend oder sonst wie der größeren Rede wert. Nach einem langen Arbeitstag geht das Gebotene schon in Ordnung, eine uneingeschränkte Empfehlung gibt es von meiner Seite allerdings nicht.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Im Westen nichts Neues

Inhalt

Der erste Weltkrieg mit seinen grausamen Zügen tobt in vollen Zügen. Es hat nicht lange gedauert, bis Paul und seine Freunde begriffen haben, wofür sie anfänglich gerne losgezogen sind. Nun gilt es zu überleben, bis das traumaische Ereignis endlich vorüber ist und die Familie wieder in den Arm genommen werden kann…

Fazit

Die Thematik ist alt, scheint aber leider nie aus der Mode zu geraten. Mit der Neuverfilmung zu „Im Westen nichts Neues“ hat Netflix einen ganz besonderen Titel im Angebot – der sich keineswegs hinter den ganz großen Genre-Blockbustern verstecken muss und in vielerlei Hinsicht wesentlich intensiver unter die Haut gegangen ist.

Auch wenn der tobende Krieg mit wuchtigen und nicht minder blutigen Eindrücken anzutreffen ist, liegt der wahre Horror in den menschlichen Schicksalen seiner Figuren. Wir erleben hier ganz konkret den Leidensweg einiger junger Menschen, die sich das Treiben zunächst wie ein Abenteuer vorgestellt haben und schnell zur Resignation gekommen sind.

Das Konzept ist simpel, wie brillant und fesselt bis zum bitteren Ende an den Schirm. Trotz Überlänge gab es keinerlei Längen und kleinere Variationen bei der altbekannten Handlung hielten die Motivationskurve gelungen ganz oben. Man wollte stets wissen, ob es unsere lieb gewonnen Figuren schaffen oder welchen Tragödien sie erleiden – der Ausgang des Krieges war ja im Vorfeld sowieso schon bekannt.

Optisch war der Streifen enorm stark. Die Kulissen wirkten glaubhaft, jagen oftmals Schauer über den Rücken. Man konnte sich das traurige Leben in den Schützengräben bildhaft vorstellen und musste hin und wieder richtig schlucken. Die allgemeine Immersion war perfekt und das Abtauchen gelang ohne Probleme. Die CGI-Effekte waren dezent und auf hohem Niveau, müssen sich im internationalen Vergleich ebenfalls nicht verstecken.

„Im Westen nichts Neues“ ist großes europäisches Kino und zurecht ein vermeintlicher Anwärter für eine Oscar-Nominierung. Die Schauspieler waren überragend, das Pacing ausgezeichnet und der unvermeidbare Pathos in einem gesunden Verhältnis zum Rest – obgleich er auch viel zum allgemeinen Verständnis beitrug und nicht zum Selbstzweck wie bei vielen amerikanischen Produktionen verkam. Die Sinnlosigkeit des Krieges wurde verständlich und nicht minder spannend an dem Mann gebracht. Dieser Film ist eine echte Empfehlung wert und mit seiner modernen Optik erst recht ein Tipp auch für die jüngere Generation.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

The Watcher – Staffel 1

Inhalt

Der Traum vom neuen Haus, wird für Familie Brannock schon kurz nach dem Einzug zu einem echten Horrortrip. Die neuen Nachbarn sind schräg und scheinen sie nicht gerade Willkommen zu heißen, doch anonyme Drohbriefe sorgen noch mehr für Bauchschmerzen…

Fazit

„The Watcher“ ist eine Serie mit Potential zur Spaltung. Ich habe mehrmals gelesen, wie sehr sich einige Kritiker über das Werk aufgeregt und es als „hat mir definitiv nicht gefallen“ tituliert haben und so war ich zu Beginn etwas verunsichert. Nachdem ich allerdings mal kurz eingezappt habe, blieb ich bis zum bitteren Ende am Ball und kann im Nachhinein ein äußerst positives Fazit ziehen.

Die Serie beginnt langsam, aber nicht uninteressant. Während wir zunächst die vielen unterschiedlichen Charaktere kennenlernen, ziehen sich schon die ersten Fäden für die komplexe Handlung im Hintergrund zusammen. Anfangs werden die Fragezeichen immer größer, die Dinge immer verworrener, doch die Übersicht leidete nicht vollends und die Neugier gewann überhand.

Größte Stärke war eindeutig die Handlung und deren spannende und gut strukturierte Umsetzung. Man verlor trotz besagtem Umfang nie den Überblick und konnte selbst wunderbar ins Rätselraten einsteigen. Die Geschichte war so gut, so schräg und so interessant – so dass sie nur das wahre Leben schreiben und nicht komplett aus Autorenfeder stammen konnte.

Es gab so viele kleine Details, die Aufmerksamkeit verdienten und den Komplex behutsam ausbauten. Die Wendungen waren jederzeit überraschend und konsequent. Das Interesse flachte nie ab und der nach kurzer Zeit erreichte Spannungsbogen blieb bis zur letzten Sekunde ganz oben.

Sieben Episoden sind selbst für eine aktuelle Serie nicht unbedingt üppig, haben für diese Thematik aber vollkommen ausgereicht und uns auf einen unterhaltsamen Horror-Trip vor realen Hintergründen geschickt. Hier gab es kein Blut und Gekröse, vielmehr einen wahren, greifbaren Grusel, der mich als Hausbesitzer viel mehr als mancher Konkurrent abholen konnte. Letztlich eine packende und empfehlenswerte Angelegenheit, wenn explizierte Darstellung nicht im Vordergrund stehen muss und das echte Leben wesentlich eindringlicher auf uns wirken darf.

8/10

Fotocopyright: Netflix

Don’t Worry Darling

Inhalt

Für Alice scheint das Leben perfekt zu sein. Sie hat einen tollen Ehemann, ein bezauberndes Häuschen und lebt zusammen mit sympathischen Nachbarn in einer perfekten Kleinstadt. Eines Tages jedoch beginnt sie an der glänzenden Fassade zu zweifeln und scheinbar den Verstand zu verlieren…

Fazit

Große Erwartungen hatte ich an „Don’t Worry Darling“ wahrlich nicht und saß am Ende mit einem breiten Grinsen vor der Leinwand. Sicherlich waren viele Elemente altbekannt und der Verlauf insgesamt recht vorhersehbar konstruiert – aber das Geschehen hat dank toller Darsteller und hochwertiger Inszenierung richtig Spaß gemacht und einen äußerst unterhaltsamen Abend bereitet.

Regisseurin Olivia Wild spielt auf gelungene Weise mit dem Publikum, indem sie mit deren Erfahrungen und Vermutungen spielt, dennoch die Karten nicht direkt auf den Tisch legt. Man wusste die ganze Zeit, in welche Richtung sich die Ereignisse entwickeln werden – nur eben nicht genau, wie und vor allem wann die Bombe platzen wird.

Dank der schönen Bilder und der kuriosen 50iger Atmosphäre hebt man sich angenehm aus der breiten Masse hervor und ergänzt die bizarre Grundthematik hiermit perfekt. Alles wirkt noch verstörender, auch wenn man sicherlich die schönen Seite des Settings nicht verschweigen möchte. Man fühlt sich (beim eher behäbigen Beginn) durchaus wohl und kann dem Amerika einer vergangenen Epoche mit ihrem Charme etwas abgewinnen.

Die Darsteller haben allesamt prima miteinander harmoniert und gaben keinen Grund zur Klage. Sie fügten sich mit ihren ebenfalls teils seltsamen Verhaltensweisen super ins Gesamtgefüge ein und trugen ihren Teil zur unbehaglichen Stimmung bei. Man konnte deren Beweggründe – besonders im Nachhinein – allerdings verstehen – was die Handlung vielleicht noch einen Ticken besser begründen ließ.

„Don’t Worry Darling“ erfindet was Rad nicht neu und möchte uns auch gar nicht mit absurden neuen Ideen vor den Kopf stoßen. Olivia Wild lieferte uns einen runden Thriller, der sich bekannte Elemente zu nutzen macht und dennoch ein extrem spannendes Vehikel daraus präsentiert. Mir hat das Gebotene unterm Strich sehr gut gefallen – auch wenn sich das erneute Schauen leider in Grenzen halten wird.

8/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

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