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Schlagwort: Drama (Seite 1 von 5)

Jo Pil-ho: Der Anbruch der Rache

Inhalt

Jo Pil-ho ist ein Cop, der hin und wieder die Hand aufhält und manchmal seine eigene Auffassung von Gerechtigkeit hat. Eines Tages wird er verhaftet und ihm der Brand eines Polizeilagers vorgeworfen. Zwar war Jo Pil-ho schon an Ort und Stelle, will aber seine Unschuld diesbezüglich beweißen…

Fazit

Nach all den – in letzter Zeit überwiegend spanischen Filmen – muss ich etwas zu den Wurzeln dieser Seite zurückkehren und habe mir dafür am gestrigen Abend mal wieder ein Werk aus Südkorea zu Gemüte geführt.

Netflix hatte sich die internationalen Rechte an „Jo Pil-ho“ gesichtet – und das war, was den Film betrifft vielleicht auch die beste Entscheidung für ihn. Das Teil ist grundsätzlich nicht schlecht und unterhält ganz ordentlich, aber es gab wenig Innovation und wenig, was man den größeren Referenzen des eigenen Landes entgegen zu setzten hätte.

Der Verlauf ist überwiegend in Ordnung, gerne hätte man die ein oder andere Szenen etwas straffen und vielleicht eine Laufzeit von deutlich unter zwei Stunden erreichen können. Das hätte der allgemeinen Kurzweil und dem Tempo gut getan. So gab es immer mal wieder Momente, die den eigentlich soliden Flow ins Stocken bringen und etwas unausgereift wirken.

Der Inhalt jongliert zwischen Ernsthaftigkeit, ein wenig Komödie und vor allem auch ein bisschen Gesellschaftskritik. Mancher Seitenhieb ist erst nach kurzer Nachdenkzeit aus den Dialogen zu entnehmen und immerhin dies stellt ein kleines Alleinstellungsmerkmal gegenüber manchem Konkurrenten dar. Arg politisch ist der Titel auf keinen Fall, aber die Regierung wird durchaus kritisch angegangen.

In Sachen Action gibt es bestenfalls Standardkost, aber nichts Überragendes. Die kleinen Rangeleien waren nett choreografiert und zumeist mit etwas Witz umgesetzt. Das nimmt dem Film an Härte – wobei er grundsätzlich nicht allzu düster rüber kommen möchte und seine dramatischen Elemente nicht mit aufgesetzter Düsternis verwässert. Das Resultat diesbezüglich war ganz okay, windet sich jedoch nicht um die Austauschbarkeit herum.

Bei den Koreanern weiß man eigentlich immer, was man bekommt und so auch hier. Weder technisch, noch auf Seiten der Darsteller kann man der Produktion etwas vorwerfen und die Geschichte entfaltet sich trotz leichter Überlänge äußerst passabel. Leider gab es dabei keinerlei echte Highlights und alles wirkte fast schon zu vertraut und zu austauschbar. Letztlich also kein schlechter Film, nur eben nicht vollends Konkurrenzfähig. Nette, seichte Kost – die bei einem Streaming-Anbieter als Inklusivartikel vollkommen richtig aufgehoben ist und nebenbei mal schnell und günstig weggeschaut ist.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80244640

Don’t Let Go

Inhalt

Jack Radcliff ist Cop und wie ein Vater für seine junge Nichte. Als die Kleine und deren Familie kaltblütig umgebracht wird, bricht für Jack eine Welt zusammen. Zwar übernimmt sein Partner die Ermittlungen, doch entgegen des Rates seines Chef recherchiert er selbst in dem Fall. Er bekommt die Puzzlestücke einfach nicht zusammen, bis auf einmal sein Telefon klingelt und die Stimme der Ermordeten auf der anderen Gesprächsseite ist..

Fazit

Mit seiner Prämisse rangiert „Don’t Let Go“ irgendwo zwischen „Butterfly Effect“ und „Frequency“ ohne deren starken Momente zu kopieren. Man hat die Geschichte also schon einige Male gesehen – und dies zumeist etwas besser.

Unterm Strich war „Don’t Let Go“ allerdings kein schlechter Film. Trotz Innovationsarmut konnte er durchgehend passabel bei Laune halten und leistete sich keine größeren Ausreißer. Einige Lücken bzw. die allgemein zweifelhafte Glaubwürdigkeit sind dem zu Grunde liegenden Kern geschuldet und ziehen keine Punkte in der Bewertung ab.

In meinen Augen lag das größte Manko in der Ausdruckslage der Akteure geschuldet. Alle agierten ganz ordentlich, aber so richtig abgeholt hat mich das Ganze nicht. Bei beispielsweise „Frequency“ konnte mich nicht nur in die Rollen hineinversetzten, sondern wurde auch gefühlstechnisch total mitgenommen. Durch die Bindung zu den Darstellern baute sich ein unglaublich dichter Bann auf, der hier leider vollkommen ausgeblieben ist. Sicherlich wollte man wissen, wie es weitergeht und wer der Täter ist – die Figuren ließen hingegen etwas kalt.

Zweites – immerhin deutlich kleineres – Problem, betrifft die Technik. Der Titel strotzt vor Filtern und Unschärfen, was mich zumindest zu Beginn sichtlich genervt hat. Irgendwie schien der Fokus nicht immer zu sitzen – oder Jemand hielt die falschen Schärfeeinstellungen wohl für ein modernes Stilmittel. Der Soundtrack hingegen war unauffällig und kaum kaum der Rede wert.

„Don’t Let Go“ macht wenig falsch, wirkt aber insgesamt kühl und uninspiriert. Gegen die recycelte Thematik habe ich erst einmal nichts, jedoch hätte die Umsetzung etwas packender und unvorhersehbarer sein können. Letztlich ein solider, durchaus schaubarer Titel, der nicht im Ansatz mit den Referenzen im Genre mithalten kann.

5,5/10

Fotocopyright: Blumehouse Productions

Crash

Inhalt

Nach einem Unfall ist James nicht mehr der Selbe. Er spürt seine Verletzung, aber auch seine Erregung so stark wie nie zuvor. Das neu entflammte Liebesleben mit seiner Frau ist jedoch nicht genug und er schaut sich in einer seltsamen Autocrash-Szene um…

Fazit

Für gradlinige, schnörkellose Werke ist Meister Cronenberg weniger bekannt und „Crash“ passt schon irgendwo in sein fantastisches Portfolio. Was er hier umgesetzt hat, ist kaum zu beschreiben und erst recht nicht mit anderen Werken vergleichbar. Eine Bilanz zu ziehen fällt dabei extrem schwer – schließlich sind die Bilder so verstörend und die Aussage so schwer ersichtlich.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diesen Film zu interpretieren. Sei es die fatale Anziehung vom Tod oder die geistige Zerbrochenheit nach einem Unfall. Wie die überaus gut agierenden Darsteller handeln, ist schwer mit logischen Gedanken in Einklang zu bringen und so muss man sich dem sprichwörtlichen Treiben einfach hingeben. Einem Werk wie „Crash“ muss man einfach folgen und erst gar nicht versuchen, den weiteren Verlauf zu erahnen – es würde höchstwahrscheinlich scheitern.

Insgesamt war der Streifen relativ unterhaltsam und bot keine größeren Längen. Man wollte schließlich immer wissen, wie es weitergeht und welches tragische Ende seinen Protagonisten bevor steht. Die Dialoge (welche laut Wikipedia teils 1:1 von der Buchvorlage übernommen wurden) sind schon recht krass und passen somit hervorragend zu den verstörenden Aufnahmen.

Für die allermeisten Titel von Cronenberg bin ich sehr empfänglich und zähle Einige sogar zu meinen absoluten Favoriten, doch mit „Crash“ bin ich zumindest nach der ersten Sichtung nicht warm geworden. Ich liebe die bizarren und teils wirklich unerwartet erotisch gestalteten Szenen, aber irgendwie gibt mir das Gesamtresultat keinen Kick. Zur einmaligen Betrachtung – allein aus Komplettheitsgründen – sicherlich nicht verkehrt – ob sowas in die Sammlung muss, steht auf einem anderen Blatt. Die Scheibe von Turbine ist jedenfalls mal wieder erstklassig und präsentiert das polarisierende Werk in nie gesehener Pracht und schier endlosem Bonusmaterial.

6/10

Fotocopyright: Turbine Medien

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Crash – Mediabook Modern (+ DVD) [Blu-ray]

Queen & Slim

Inhalt

Nach einem mehr oder weniger erfolgreichen Tinder-Date will Slim seine Bekanntschaft pflichtbewußt nach Hause bringen. Bei einer dabei stattfindenden Polizeikontrolle eskaliert die Situation und der Ordnungshüter geht erschossen zu Boden. Fortan ist das unfreiwillige Pärchen auf der Flucht…

Fazit

Ich vermute, dass „Queen & Slim“ in erster Linie auf gefühlt tagtägliche Missstände aufmerksam machen möchte. Die zu Grunde liegende Thematik ist nach all den Jahren immer noch hochbrisant und durchaus einer weiteren Verfilmung wert.

Der Film lebt in erster Linie von seinen hervorragenden Darstellern, die ihren Teil zum Gelingen beitragen. Ohne ihre sympathische Art hätte der Streifen vermutlich alles verspielt und seine Botschaft nicht transferieren können. Man nimmt ihnen die ungemütliche Rolle vollkommen ab und kann sich gut in ihr Schicksal hinein versetzen.

Der Zuschauer ist stets mit sich im Zwiespalt. Zwar handelt es sich bei dem Pärchen klar um Täter, aufgrund deren Umstände sieht man sie durchaus auch als tragische Opfer. Die Grenzen zwischen Recht und Gerechtigkeit verschwimmen, der ruppige Abschluss holt dann wieder auf den Boden der traurigen Tatsachen zurück. Ein nachhaltiger Schlag in die Magengrube bleibt zurück.

So insgesamt war der Streifen recht unterhaltsam, stellenweise aber auch etwas langatmig erzählt. Man nimmt sich zwar ausführlich Zeit für die Zeichnung seiner Figuren und begründet deren Verhalten ziemlich exakt – dennoch hätten es ein paar Minuten weniger auch getan.

„Queen & Slim“ ist ein wichtiger und mitreißender Beitrag zum Dauerthema Rassismus. Die Darsteller agieren wuchtig, die Handlung zieht trotz minimalen Optimierungspotential in den Bann und überwiegend regiert die Kurzweil. Wer mit der Handlung ansatzweise etwas anfangen kann, sollte mal reinschauen.

7,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

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Queen & Slim – Blu-ray

Jojo Rabbit

Inhalt

Deutschland in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Noch einmal wird die Jugend mobilisiert und für die Verteidigung der Heimat abgerichtet. Unter ihnen auch Johannes Betzler, der von seinen Kameraden schlicht Jojo Hasenfuss genannt wird. Was die Anderen allerdings nicht wissen – er besitzt Adolf Hitler höchstpersönlich als imaginären Freund und versucht es ihm jederzeit Recht zu machen…

Fazit

Die Satire darf bekanntlich Alles und genau diesen Leitspruch vereinnahmt dieses schräge Machwerk von und mit Taika Waititi für sich. Wie spielerisch und unterhaltsam hier mit ernsten Themen umgegangen wird, ist einfach fantastisch und sucht seines Gleichen. Ohne die tragischen Hintergründe zu verwässern bekommt der Zuschauer ein unglaublich lustigen und dabei zum Nachdenken animierenden Film serviert – den es so in der Form noch nicht gegeben hat.

Der ganze sprichwörtliche Wahnsinn beginnt bereits mit der Eröffnungssequenz. Begleitet zu Musik von den „Beatles“ sehen wir Aufnahmen der Wochenschau und können diese Eindrücke im Hirn kaum ordnen. Alles wirkt so surreal und dennoch beängstigend. Die Macher versuchen geschickt die junge Generation abzufangen und die im ersten Moment doch sehr trockene Thematik ansprechbar zu vermitteln.

Der Humor – mal fein, mal mit dem Holzhammer – zieht sich wie ein roter Faden durch den kompletten Film. Selbst in eher bedrückenden Momenten bleibt man aufmerksam am Ball und verliebt nie das Interesse. Sicherlich ist das Ende irgendwo bekannt – aber der Weg dorthin so unvorhersehbar und sehenswert gestaltet. Es gab so viel zu entdecken und die Liebe zum Detail schier unermeßlich.

Bei den Akteuren hat natürlich der kleine Roman Griffin Davis die größte Aufmerksamkeit auf seiner Seite. Er – und auch die anderen Kinderdarsteller – machen ihre Sache ganz hervorragend und eine erfolgreiche Zukunft sei ihnen gegönnt. Taika Waititi hat zwar grundsätzlich nicht die krasseste Ähnlichkeit zu seiner Figur, passt mit seinen schrägen Grimassen dann doch irgendwo super in die unliebsame Rolle. Die eher moderne Sprechweise sorgt für Lacher und zielt ebenfalls auf bereits erwähntes, neues Publikum ab.

Ob in heutigen Tagen oder irgendwann anders. Ich denke, dass „Jojo Rabbit“ ein zeitloses Meisterwerk geworden ist, welches seine Botschaft immer und überall vermitteln kann. Wie hier mit brisanten Dingen umgegangen wurde ist vorbildlich und mit ruhiger Hand ausbalanciert. Das Szenario wirkt erstaunlich frisch und trotz seiner Lustigkeit auch noch sehr respektvoll. Der Trailer verrät wiedermal arg viel, trotzdem sollte man damit austarieren, ob man mit dem Streifen grundsätzlich kompatibel ist. Ich hoffe es für euch – denn dieser Streifen lohnt ohne jeglichen Zweifel.

8,5/10

Fotocopyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment

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Jojo Rabbit [Blu-ray]

Diener der Dunkelheit

Inhalt

Ein seit 15 Jahren vermisstes Mädchen taucht plötzlich wieder auf und stellt die Polizei vor Rätsel. Sie war angeblich in einem Labyrinth verschwunden und musste immer wieder Aufgaben knacken, um Belohnungen zu erhalten.

Ein Privatdetektiv, der aufgrund einer seltenen Krankheit dem Tod ins Auge schaut, hat sich der Aufklärung eines alten Falles verschworen…

Fazit

Italienische Produktionen und Hollywood-Urgestein Dustin Hoffmann passen wunderbar zusammen – wie dieser Titel eindrucksvoll beweist. Zwar agiert er hier nicht an vorderster Front, dennoch sehe ich ihn immer wieder gerne und habe mich hier zudem über einen spannenden Thriller gefreut.

Wie bei vielen anderen Werken auch, ist hier Einiges passend konstruiert worden und eine logische Betrachtung fällt gelegentlich schwer. Dank des hierdurch entstehenden flüssigen Verlaufs ist dies jedoch einigermaßen zu verschmerzen und man gibt sich voll den düsteren – und zuweilen sehr bizarren Eindrücken hin.

Der Film spielt ein wenig mit verschiedenen Genres und geht bekannte Elemente mit einem anderen Betrachtungswinkel an. Beispielsweise ist hier die vermisste Person direkt aufgetaucht und die Hatz nach ihrem Peiniger steht fortan im Vordergrund. Der Hauptermittler kämpft gegen die Zeit – jedoch gegen seine eigene und nicht gegen die des Opfers.

Zuweilen hat mich „Diener der Dunkelheit“ etwas an den genialen „Donnie Darko“ erinnert, da dessen Story zum Teil ähnlich verworren und einer seiner Hauptfiguren ähnlich visualisiert wurde. Natürlich haben die beiden Werke rein gar nichts miteinander zu tun, doch als eingefleischter Filmfan zieht man im Kopf so seine Parallelen.

Letztlich war „Darko“ der größere „Mindfuck“, aber dieser Streifen ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Zuweilen gab er sich herrlich schräg und blieb dabei trotzdem extrem spannend. Trotz leichter Überlänge in keinem Moment langweilig oder lächerlich. Immer angenehm düster und mit unheilvollem Unterton. Selbst das Finale hat prima gepasst und bricht nicht mit dem bis dato etablierten Stil. Sorgt es doch für ein kleines „aha“ auf den Lippen, was bei „Vielschauern“ wie mir doch immer seltener wird.

Als Freund gut gemachter Thriller, hat mir „Diener der Dunkelheit“ wirklich gut gefallen. Bedrohlich, packend und ein wenig verrückt sind die Zutaten für eine dichte Unterhaltung mit leichtem Gruselfaktor. Eine technisch einwandfreie Inszenierung und hochkarätige Darsteller runden das nahezu tadellose Gesamtbild ab. Kritik mag die gekünstelte Handlung einstecken – der spannende Rest überspielt das mit Leichtigkeit.

8/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

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Diener der Dunkelheit [Blu-ray]

Left Behind

Inhalt

Aus weiteren Himmel lösen sich Menschen auf der ganzen Welt in Luft auf und nur deren Kleidung bleibt zurück. Chaos bricht nicht nur auf dem Boden, auch in einem gut besetzten Flugzeug aus. Dort geht zudem der Sprit zu Neige und das Terminal antwortet nicht…

Fazit

„Left Behind“ ist eine schwierige Angelegenheit – denn ohne diverse Hintergründe zu recherchieren, bleibt der unbedarfte Zuschauer durchaus etwas im Regen stehen und kann sich auf viele Dinge einfach keinen Reim bilden.

Im Gegensatz zu meinen ursprünglichen Erwartungen, ist der Film sehr religiös angehaut und verzichtet auf großartige Erklärungen. Es sei verraten, dass seine schräge Handlung gar nicht richtig zu Ende erzählt wird, sondern höchstens eine erste Etappe eines umfangreicheren Ganzen darstellt. Man spürt dies leider an vielen Ecken und Enden, denn so richtig auf eine Grundaussage, geschweige denn Lösung des Problems wird gar nicht eingegangen. Ohne Erklärungen wäre man aufgeschmissen gewesen und hätte kleinere Details erst gar nicht beachtet. Immerhin werden so die eigentlich recht krassen christlichen Untertöne nicht so deutlich, wie beispielsweise „Gott ist nicht tot“ ins Gesicht geschlagen – was ich Wiederrum sehr gut finde.

Die Inszenierung war weder besonders hochwertig, noch besonders schlecht. Die glasklaren Aufnahmen hätten mit einem modernen Handy gemacht sein können und Effekte wurden oft mit schlichten Tricks etwas kaschiert. Es gab zwar einige Außenaufnahmen vom Flugzeug oder Brücken – auf A-Hollywood-Niveau rangierte dies aber nicht. Allgemein war man sich nicht immer sicher, ob die Darsteller wirklich vor Ort waren oder nur vor einem Green-Screen standen. Insgesamt etwa die Optik einiger hochwertigerer Serien – die allerdings schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben und mit aktuellsten Produktionen nicht mehr ganz mithalten können.

Bei Cage weiß man ja ungefähr, dass er für fast alles zu haben ist und nicht unbedingt als Garant für höchste Unterhaltung stehen muss. Er machte seine Sache lediglich solide, nicht überragend. Er verkörperte den coolen Piloten, der mit seiner hektische Mimik den eher traurigen Rest immerhin locker an die Wand spielte. Zudem war die deutsche Synchronisation stellenweise etwas zu monoton und insgesamt eher mittelprächtig.

„Left Behind“ ist eine ganz komplizierte Kiste. Auf der einen Seite nehm ich den Machern übel, dass sie zu wenig verraten – auf der anderen Seite liebe ich Filme, die zum Nachschlagen motivieren und einige Puzzlestücken erst später mit einem breiten Grinsen zusammengesetzt werden. Eigentlich offenbart „Left Behind“ deutlich zu wenig und ist deutlich zu mittelmäßig inszeniert, doch irgendwie strahlt er einen gewissen Reiz auf mich aus und ich vermag ihn gar nicht in der Luft zu zerreißen. Ich kann mir vorstellen, dass er für Viele sicherlich einen Totalausfall gleichkommt, aber eine merkwürdige Faszination und eine stellenweise unfreiwillige Komik sorgten bei mir trotz langweiligem Auftakt für prima Unterhaltung bis zum Schluß. An diesem Werk scheiden sich die Geister – und ich fand’s irgendwie auf schräge Weise ganz kurzweilig. Die Blu-Ray hat nur knapp 1,50 Euro gekostet und dafür nehm ich ihn erst recht gerne in die Sammlung auf.

6,5/10

Fotocopyright: KSM GmbH

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Left Behind

Abgeschnitten

Inhalt

Rechtsmediziner Paul Herzfeld hat nicht nur ein kleines Aggressionsproblem, sondern auch eine sonderbare Leiche auf seinem Tisch im BKA liegen. Jemand hat der Person nicht nur die Kieferknochen, sondern auch die Hände entfernt – was eine Identifikation deutlich erschwert.

Zu seinem erstaunen, befindet sich eine Kapsel im Schädel des Opfers und darin befindet sich eine Telefonnummer – die ausgerechnet Pauls Tochter gehört…

Fazit

Mit einem leisen „okay“ auf den Lippen habe ich das Finale von „Abgeschnitten“ zur Kenntnis genommen und mich gefragt, ob dies in dieser Form wirklich nötig gewesen wäre. Es hat schon ein wenig aufgesetzt gewirkt und keineswegs passend zum eigentlich sehr gelungenen Rest – doch fangen wir einfach mal beim Anfang an.

Moritz Bleibtreu als fehlerbehafteter Rechtsmediziner zu sehen, war eine willkommene Abwechslung und beweist, dass er einfach alles spielen kann. Ich fand relativ schade, dass er überwiegend im Auto sitzt und mit der zweiten Hauptfigur – Jasna Fritzi Bauer – fast nur über das Telefon kommuniziert. Umgehauen hat mich aber Lars Eidinger, den ich eigentlich eher als lustig-charmanter Typ auf dem Radar hatte. Er verkörpert den gestörten Psychopathen, ohne sich dabei zur Witzfigur zu machen.

Früh fällt außerdem auf, das der Film mit dunklen Farben und harschen Filtern einen düsteren Grundton aufbaut und glücklicherweise bis zum Ende beibehält. Dabei gelingt es, durchwegs ernst zu bleiben und nicht ins Lächerliche abzudriften. Gerade bei deutschen Produktionen ist dies oft eine schwierige Balance, um nicht aufgesetzt cool wirken zu wollen. Wenn ich mich recht erinnere, gelang das nur wenigen Titeln, wie beispielsweise „Tattoo“ von Robert Schwentke.

Der Verlauf ist großenteils spannend, obwohl einige Szenen (Obduktion per Telefon) durchaus hätten etwas straffer ausfallen können. Insgesamt bleibt durch seine hoch interessante Ausgangslage die Spannungskurve jederzeit bis zum Anschlag oben und der Zuschauer an den Sitz gefesselt. Bei einigen Aktionen sollte man vielleicht nicht ganz nach Sinn und Logik fragen – zu Gunsten der dichten Atmosphäre und der Kurzweil muss man einige Gegebenheiten einfach mal so in Kauf nehmen. Besonders die Wandlung einiger Figuren habe ich als zu schnell empfunden – aber irgendwie muss die Geschichte ja in knapp zwei Stunden untergebracht werden.

An vermeintliche Vorbilder wie „Sieben“ kommt die deutsche Variante nicht ganz heran, liefert jedoch ein beachtliches Ergebnis ab. Abgesehen von kleineren Ungereimtheiten hat Vieles gepasst und vor allem spannend unterhalten. Gewohnt großartige Stars und ein gutes Händchen bei der Inszenierung konnten bei mir ordentlich punkten. Für meinen Geschmack hätte man den letzten Abschnitt rausschneiden können, aber sei es drum. Thrillerfreunde ohne Phobie gegen Filme aus unserer Heimat dürfen gerne mal reinschauen.

7,5/10

Fotocopyright: Warner Home Video

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Abgeschnitten [Blu-ray]

Die Wütenden – Les Misérables

Inhalt

Während das Land aufgrund der Fussballweltmeisterschaft im Freudenrasch versinkt, müssen drei Polizisten in einem Problemviertel eines Vororts von Paris auf Streife gehen. Hier prallen Kulturen aufeinander und selbst ernannte Bürgermeister kontrollieren die Häuserblöcke. Die Gesetzeshüter geraten mitten in einen Bandenkonflikt und tragen ihren Teil zur aufgeheizten Stimmung bei…

Fazit

Beim Titel musste ich zunächst unweigerlich an ein Musical, beim Coverfoto an eine Dokumentation denken – doch hinter dieser unscheinbaren Fassade steckt ein Film, der es wahrlich in sich hat.

Durch seine fast schon dokumentarische, aber äußerst hochwertigen Inszenierung baut der Streifen schnell einen Sog auf, der bis zum bitteren Ende an den Bildschirm fesselt. Man bekommt einen beunruhigenden Eindruck vom Leben in den Problemvierteln, wobei das Werk mit seiner kurzen Laufzeit wohl nur an der Oberfläche kratzt. Man spürt das Regisseur Ladj Ly selbst in den Bezirken aufgewachsen und unliebsame Bekanntschaft – auch mit der Polizei – gemacht hat.

Alles wird sehenswert und vor allem nicht einseitig beschrieben. Wir betrachten stets alle Fraktionen und lernen, deren Handlungen zu verstehen. Dank der hervorragenden Schauspieler geht dies unter die Haut und hält die Spannungskurve durchwegs oben. Man kann sich erstaunlich gut in viele Charaktere hineinversetzen und deren Verzweiflung wahrlich greifen. Ich würde sogar sagen, dass in einigen Momenten das Gemüt des Betrachter erhitzt wird und Gefühle hochkochen. Dies schafft sicherlich kein unbedeutender Erguss, der mal eben vor sich hin plätschert.

Im Grunde erleben wir hier nur Opfer. Opfer ihrer eigenen Umstände, aus denen sie kaum hinaus kommen. Dies gilt für die Bewohner des Blocks, als auch für die augenscheinlich guten Gesetzeshüter. Dies sorgt für eine Dynamik, bei der die Luft brennt und die Laufzeit fast wie im Flug vergeht. Das Finale lässt überdies noch Raum für Spekulationen, wurde aber genau richtig gewählt.

„Die Wütenden – Les Misérables“ ist ein Film, der unter die Haut geht und wohl noch etwas im Gedächtnis verweilt. Er versucht in kompakter und unterhaltsamer Spielfilmform auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen und durchaus Verständnis zu vermitteln. Man spürt die Authentizität in jeder Sekunde und bleibt komplett vom Geschehen gefesselt. Eine erstklassige Inszenierung rundet das stimmige Gesamtbild ab und am Ende bleibt ein kleiner Überraschungshit.

8,5/10

Fotocopyright: Alamode Film

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Die Wütenden – Les Misérables [Blu-ray]

Lies We Tell – Gefährliche Wahrheit

Inhalt

Schon seit etlichen ist Donald der treue Chauffeur eines Milliardärs. Als dieser verstirbt, muss er für ihn noch einen letzten Auftrag erledigen. Er soll sich um seine ehemalige Geliebte kümmern und vor allen, dass diese Geschichte nicht öffentlich wird. Als Donald endlich auf die Angebetete trifft, merkt er schnell, dass mehr hinter dieser Affäre steckt…

Fazit

„Lies We Tell“ ist wieder einmal ein Titel, bei dem das Cover mehr verspricht, als der eigentliche Inhalt halten kann. Auf dem Bild wirkt der Streifen weit actionreicher und starbesetzter, als er letztlich ist.

Den großartigen Harvey Keitel gibt es hier nur kurz etwas zu sehen, aber immerhin begleitet uns Gabriel Byrne über die komplette Laufzeit – was die Angelegenheit leider auch nicht kurzweiliger macht.

Über weite Teile passiert recht wenig auf dem Schirm und gehörige Langweile macht sich breit. Die Beziehung des Angestellten und dessen Arbeitgeber wird uninteressant und unspektakulär geschildert. Selbst beim Kontakt mit dessen Affäre blitzt keine Kurzweil auf und das Geplätscher geht bis zum Ende weiter.

Wie auch die Handlung, geben sich die Bilder ruhig und weitestgehend ohne Hektik geschnitten. Dies sorgt zwar für einen eigenen, fast hypnotisierenden Charme – der vielleicht etwas Fehl am Platz war.

Lobenswert erwähnen möchte ich allerdings den Blick auf die Unterschiede zwischen den Kulturen, die hier recht deutlich aufgezeigt werden. Dies gibt dem Film zumindest ein wenig Tiefe und rettet ihn vor dem Totalausfall. Er schlägt hierdurch sogar einigermaßen glaubwürdige Töne an und stimmt auf diese Weise etwas versöhnlich.

Langweilig und trotz interessanter Aspekte doch uninteressant. „Lies We Tell“ schaut auf den ersten Blick noch ganz ansprechend aus, doch schnell entpuppt sich der Titel als echte Schlaftablette. Gerade wegen Byrne habe ich mich weitaus mehr erhofft und wurde rasch auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Unterm Strich kein guter und erst recht kein spannungsgeladener Film, den man mit guten Gewissen weiterempfehlen könnte.

4/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

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Lies We Tell – Gefährliche Wahrheit [Blu-ray]

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