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Schlagwort: Drama Seite 1 von 60

Brahms: The Boy II

Inhalt

Nach einem dramatischen Ereignis möchte sich eine junge Familie eine kleine Auszeit gönnen. Sie beziehen ein abgeschiedenes Ferien-Häuschen in der Nähe eines Waldes und versuchen wieder mit sich ins Reine zu kommen. Als ihr aktuell stumm gewordener Sohn eine seltsame Puppe im Wald entdeckt, sollte sich das neu geschaffene Idyll bald ändern…

Fazit

Seit Klein auf liebe ich Horrorfilme, doch außer „Chucky“ standen Titel mit Puppen noch nie besonders hoch in meiner Gunst. Zu gleichförmig, zu uninteressant und infolgedessen zu langweilig waren die meisten dieser Vertreter für mich und so habe ich das Unter-Genre eher stiefmütterlich behandelt. Der erste „The Boy“ kam jedoch irgendwann mal als Beilage einer Fernsehzeitschrift ins Haus und hatte mich doch unerwartet gut unterhalten. Gleiches habe ich mir nun vom Nachfolger erhofft und ihn gestern endlich mal in den Player legen können.

Vorweg sei gesagt, dass auch „The Boy 2“ keine wirklich neuen Impulse in die Sache bringt und ein schemenhafter Film nach bewährtem Muster war. Nicht unbedingt schlecht, aber auch ein wenig träge, uninspiriert und arg auf „Nummer sicher“ konstruiert.

Seine Ausgangslage hebt sich vielleicht ein bisschen von der breiten Maße ab, doch letztlich spielt der Rahmen auch nur eine sehr untergeordnete Rolle. Im Grunde ging es um einen subtilen Puppen-Horror, der mit den üblichen Ideen um die Ecke kam und wenig zu Erschrecken vermochte. Da sich ein eigenes Szenario bot, waren immerhin keinerlei Kenntnisse des Vorgängers erforderlich und man konnte dem Treiben gut folgen.

Während ein „Chucky“ sehr aktiv über den Bildschirm huscht, gehört „Brahms“ eher zu den ruhigeren Kollegen. Der Horror ist abermals unterschwellig und somit ebenfalls für ein jüngeres Publikum geeignet. So wechselt unser Protagonist mal heimlich die Räume oder Körperhaltung – ist aber nie dabei zu sehen und schwingt erst recht kein Messer. Er manipuliert vielmehr die Menschen um ihn herum – was spannungstechnisch jedoch nur bedingt zu überzeugen vermöchte. Vielleicht war mir das Ganze etwas zu blutleer und undramatisch gestaltet.

Technisch gab sich das Werk hingegen extrem hochwertig und gab keinen Grund zur Lage. Die Optik war auf A-Niveau und die Inszenierung fühlte sich ebenso an. Damit lag das Gezeigte weit über Mitstreitern mit ähnlicher Thematik und zumindest für mich direkt wesentlich ansprechender. Der Soundtrack war unauffällig und somit tendenziell eher in Ordnung.

Von seiner Inszenierung und von seinen Darstellern ist „The Boy 2“ eine hochwertige Angelegenheit, doch der grundsätzlich äußerst stabile Rest kommt da nicht ganz mit. Die Macher liefern uns hier eine Standardwerk, welches zwar passabel unterhielt, aber nirgends so recht hervorstechen wollte. Genrefans dürfen reinschauen, der Rest getrost ignorieren.

5,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Gray Dawn (PC)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Priesters, der mit dem Verschwinden eines Kindes in Zusammenhang gebracht wird und dieses Missverständnis aufzuklären versucht. Dabei kämpft er aber in erster Linie gegen seine eigenen Dämonen…

Gameplay

„Gray Dawn“ ist ein klassischer „Walking Simulator“, der seinen Fokus klar auf das Erzählen seiner zuweilen recht bizarren Geschichte legt. Der Spieler kann weder sterben, noch sollte er sich zu lange an den kleinen Rätseln auf Wimmelbild-Niveau aufhängen.

Das Spiel ist gradlinig und lädt nur selten zum Verlaufen ein. Die Anzahl der Schauplätze ist obendrein recht eingeschränkt, womit uns lange Laufwege erspart bleiben.

Bei den Kopfnüssen gilt es meist darum, die richtigen Knöpfe in der richtigen Kombination zu drücken – was aufgrund der einfachen Aufgaben kein echtes Problem stellt und simples herumklicken dann schnell zum Erfolg führt.

Spielzeit

Nach rund 3,5 Stunden ist der Abspann über den Bildschirm geflackert. Bei einem Invest von knapp 2 Euro (Steam-Key) war die kompakte Spielzeit absolut zu verschmerzen – denn großartig Leerlauf gab es zum Glück nicht. Gegen Ende fühlt sich das Geschehen zwar leicht gestreckt an, doch die Macher schufen ein insgeamt zufriedenstellendes Ergebnis.

Präsentation

Vor allem Optisch hat das Spiel so Einiges auf dem Kasten. Das komplette Art-Design war originell und grafisch erstklassig in Szene gesetzt. Innenaufnahmen, sowie Außenareale wirkten jedoch so realistisch, dass sich die puppenhaften Figuren darin fast schon wie Fremdkörper anfühlten. Das störte die Immersion ein wenig und sorgt für einen halben Punkt Abzug bei der Technik.

Die Musik hielt sich meist angenehm zurück, dreht zu den passenden Momenten aber ordentlich auf. Die englische Sprachausgabe war gut, auch wenn nicht alle Kommentare zur jeweiligen Situation angemessen erschienen.

Positiv

  • schöne audiovisuelle Präsentation
  • ausgefallene Design-Elemente
  • detailreiche Kulissen
  • guter Spielfluss, keine Hänger
  • ein paar nette Rätsel…

Neutral

  • … ein paar viel zu simple Rätsel
  • recht viel religiöse Symbolik sicherlich nicht Jedermanns Geschmack
  • vorhersehbare Jumpscars

Negativ

  • Figuren passen nicht ganz zum restlichen Grafikstil
  • beschränkte Interaktion, selbst bei Rätseln
  • kleinere Bugs (Trigger können erneut aktiviert werden)

Fazit

Grundsätzlich ist „Gray Dawn“ ein interessanter Kandidat für Liebhaber guter Story-Spiele. Die allgegenwärtige religiös angehauchte Thematik und ein paar überdrehte Bilder mögen möglicherweise abschrecken – weshalb ich die vorherige Sichtung eines Trailers ans Herz legen möchte.

Mir hat der Tripp (teilweise im wortwörtlichen Sinne) insgesamt recht gut gefallen und für einen heißen Sonntag-Nachmittag angenehm bei Laune gehalten. Technisch war das Ding – mal abgesehen von seinen merkwürdigen Charaktermodellen – erfreulich beeindruckend und ließ das kleine Entwicklerteam (ich glaube 3 Mann) oftmals völlig vergessen.

Unterm Strich war „Gray Dawn“ ein netter „Walking Simulator“ mit verrückten Anstrichen und unterhaltsamen Spielfluss. Wer das Genre mag, macht nichts verkehrt und darf sich ruhig mal Zeit für diesen Ausflug nehmen.

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Interactive Stone

Die Strafe Gottes

Inhalt

Eine junge Dame fühlt sich und ihre Familie bedroht. Vor Jahren arbeitete sie für einen berühmten Buchautoren, der es nach ihrer Belästigung und einem tragischen Schicksaalschlag scheinbar weiterhin auf sie abgesehen hat…

Fazit

Über manche Filme muss man einfach eine Nacht schlafen und trotzdem hadert man mit einem aussagekräftigen Urteil dazu. Die Rahmenhandlung – oder besser gesagt das Rahmenmotiv – von „Die Strafe Gottes“ bot im Prinzip wenig Neues, doch seine Umsetzung stach etwas ungewöhnlich hervor.

Der Streifen besaß eine eigenwillige, aber auch irgendwo sehr ansprechende Erzählweise. Er war gemütlich und grob, an anderer Stelle zögerte er nicht mit drastischen Momenten und handelte diese wiederum vergleichsweise schnell ab. Auf den ersten Blick schien die bereits nach kurzer Zeit vollkommen offengelegte Prämisse extrem einfach gestrickt, doch bei genauerer Betrachtung wollte man es dem Zuschauer nicht so leicht machen.

Fein säuberlich werden vermeintliche Zufälle aufgedeckt und lassen eigentlich nur einen Entschluss zu. Die Macher jedoch stellen erst gar nicht die Frage, wer hier der Täter ist – sondern vielmehr welche Hintergründe die Aktionen hatten. Dabei kann man sich gut in die verschiedenen Sichtweisen hineindenken, ohne jedoch zu sehr für eine Partei eintreten zu wollen.

Während die (für uns eher unbekannten) Darsteller ihre Sache wirklich gut und mit angemessenen Kanten präsentierten, schwächelte allerdings das Pacing hin und wieder. „Die Strafe Gottes“ war nicht frei von Längen und verlor sich in melancholischen Aufnahmen, die gerne einen Ticken straffer hätten ausfallen dürfen. Unterm Strich war der Thrill jedoch sehenswert, auch wenn sich eine weitere Sichtung zunächst weniger anbieten dürfte. Für Netflix-Abonnenten eine nette Kost.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Der Spinnenkopf

Inhalt

„Der Spinnenkopf“ ist ein Komplex, in dem Kriminelle durch die Teilnahme an Experimenten eine neue Chance bekommen. Statt in dunklen Verließen, erwartet sie ein lockeres und vor allem sexreiches Leben unter ständiger Beobachtung…

Fazit

Schon vor einiger Zeit als bis dato teuerster Titel von Netflix angekündigt und nach Monaten des Wartens endlich zum Abruf verfügbar. Die Erwartungen waren angesichts des Castes ebenfalls nicht von schlechten Eltern, doch so ganz überzeugen konnte mich das ungewöhnliche Geschehen leider nicht.

Während die Grundgeschichte noch ganz solide und zumindest zu Beginn auch recht interessant daherkam, nutzte sich das Treiben leider erstaunlich schnell ab. Bereits nach kurzer Zeit plätschert die Handlung vor sich hin und selbst aufklärende Rückblenden konnten die verlorene Aufmerksamkeit nur bedingt zurückerobern.

Normalerweise stehe ich auf mysteriöse Filme, die erst nach und nach mehr von ihren Motiven verraten – aber in diesem Falle keimte eher die Langweile, denn das Interesse an weiterer Aufklärung auf. Ab einem gewissen Punkt ließ sich die Richtung irgendwo erahnen, unterhaltsamer wurde es selbst hiermit nicht.

Die Darsteller haben ihre Sache solide gemacht. Chris Hemsworth und Miles Teller haben sich soweit gut ergänzt, reichten aber nicht an deren Leistungen aus anderen Werken heran. Sie wirkten zwar sympathisch und trugen das Geschehen über weite Teile von allein, doch Begeisterungsstürme konnten sie nicht entfachen. Es wirkte so, als spulten sie einfach ihre Routine herunter.

Vermutlich lag es aber auch an deren Rollen, dass sich eine Identifikation oder zumindest das ungefähre Hineindenken in ihre Figuren nicht ermöglichte. Man konnte weder sie, noch die Randpersonen so richtig greifen und sich leider überhaupt nicht für deren Schicksale erwärmen. Verstehen konnte man deren Ziele und Handlungsweisen schon, sich nur eben überhaupt nicht damit anfreunden.

Ungewöhnliche Szenarios und eine sich schrittweise entfaltende Story sind eigentlich immer willkommen, doch vermochte „der Spinnenkopf“ nicht so recht zu zünden. Sein vermeintliches hohes Budget sieht man ihm nur an den Darstellern an, der Rest wirkte kammerspielartig und eher klein. Ist eigentlich alles nur halb so wild – aber wenn der Inhalt nicht übersprudelt, bleibt die Ernüchterung zurück. Als Inklusivartikel sicherlich einen Blick wert, aber das Ergebnis wäre jetzt nichts, wofür ich Netflix unbedingt abonnieren würde. Hier gibt es kleinere und wesentlich bessere Highlights, als dieser etwas lahme und zahme Thriller. „Der Spinnenkopf“ ist alles andere als ein Totalausfall, bleibt aber weit hinter seinen Erwartungen zurück.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Hustle

Inhalt

Kurz nachdem Stanley endlich zum Trainer einer NBA Mannschaft berufen wurde, wird er vom neuen Management wieder auf die Position des Scouts zurückversetzt. Er soll dem Verein ein Nachwuchstalent beschaffen und so die Chancen auf den Titel erhöhen…

Fazit

Für mich hat Adam Sandler in den letzten Jahren eine erstaunliche Wendung hingelegt und sich dabei tief in das Herzen des Filmfans gespielt. Hat er uns damals mit deftigem Klamauk unterhalten, so liefert er heute ernstere und vor allem richtig gut gespielte Werke ab. Um ehrlich zu sein definiert er mit seinem aktuellen „Hustle“ die Grenzen des Kinos nicht neu, doch dreht mit seinen emotionalen Momenten irgendwo an den richtigen Stellschrauben.

Die Handlung war weder sonderlich originell, noch irgendwie einzigartig inszeniert. Man folgt bekannten Mustern und schien mit Bedacht auf eine sichere Nummer zu gehen. Die Dramatik wirkte oft gekünstelt und ließ eigentlich nie Zweifel an einem guten Ausgang aufkeimen. Was im Grunde fast wie ein Langweiler ausschaut, liefert aber überall solide Arbeit ab und spielt sich dank seiner symphytischen Figuren schnell ins Herz.

Man konnte sich gut fallen lassen und die Bilder genießen. Es gab sowohl sportlich, als auch gefühlstechnisch ordentlich aufgeladene Szenen und man konnte sich prima in die Schicksale hineindenken. Hierbei war es auch nicht wichtig, ob man Basketball mag oder nicht – der Ballsport war lediglich ein grober Rahmen für ein unterhaltsam gestricktes Drama mit reichlich Prominenz.

Bei Filmen wie diesem bereue ich, mich leider nicht weiter in der Materie auszukennen. Sicherlich haben die „Zaubereinlagen“ der Athleten mächtig für Eindruck gesorgt – doch wenn ich jeden der bekannten Künstler sofort auf Anhieb erkannt hätte, wäre ein noch höherer Spaß garantiert gewesen. Immerhin wurden alle Beteiligten am Ende noch einmal kurz aufgelistet.

„Hustle“ ist Hausmannskost im besten Sinne. Er liefert sich – abgesehen von seinem unspektakulären Grundgerüst – keinerlei Mängel und das ist am Ende auch eine kleine Kunst für sich. Der Streifen hielt knappe 2 Stunden prima bei Laune und hatte kaum Durchhänger aufzuweisen. Sandler war in Top-Form und das lässt uns den Fernseher mit einem guten Gefühl ausschalten.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Evil Inside (PS5)

Inhalt

Nach dem Tod seiner Mutter kehrt ein junger Mann ins verlassene Elternhaus zurück. Ganz allein scheint er allerdings nicht zu sein, denn Geister aus dem Jenseits scheinen den Kontakt zu ihm aufzunehmen…

Gameplay

„Evil Inside“ lässt sich am besten als schlichten „Walking Simulator mit Jumpscars“ beschreiben, wobei seine eingeschränkten Schauplätze und die verwendeten Routinen sich von den meisten seiner Konkurrenten abheben. Statt einer großen Entdeckungsreise beschränkt sich das Erforschen auf ein kleines Häuschen mit einer überschaubaren Anzahl an Räumen.

Dabei wird immer vorgegeben, in welcher Reihenfolge wir welche Zimmer betreten dürfen. Das Spiel sieht hierbei Runden vor, die immer wieder auf ähnlichen Wegen zum gleichen Start- und Endpunkt führen.

Mal ist eine neue Tür geöffnet, mal hat sich am bekannten Schauplatz etwas geändert. Der Spieler muss stets den neuen Trigger finden, damit die Runde beendet werden und ein neuer Durchlauf durch das Haus stattfinden kann. Gibt es bei anderen Titeln einen Tageswechsel, so wird man hier schlicht mit einem Counter für die nächste Etappe über den Fortgang informiert.

Glücklicherweise sind die Trigger der jeweiligen Runde immer recht einfach zu finden und langwieriges Absuchen wird uns wegen eingeschränkter Handlungsfähigkeit und dem kleinen Haus sowieso erspart. Meistens machen defekte Lampen oder Geräusche rasch auf das aktuelle Ziel aufmerksam.

Spielzeit

Mit knapp unter 1,5 Stunden gehört „Evil Inside“ definitiv zu den kürzeren Genrevertretern und bietet zum Ausgleich leider auch keine alternativen Routen oder verschiedene Enden an. Durch seine eingeschränkten Räumlichkeiten und mangelnder Interaktion ließ sich leider nicht mehr herausholen. Positiv sollte man jedoch vermerken, dass es auch keinerlei Längen oder trotz seiner leicht eintönigen Weise keine Abnutzungserscheinungen gab.

Präsentation

Audiovisuell konnte mich der Titel überzeugen. Die Locations waren zwar etwas karg ausgestattet, dafür fast fotorealistisch und jederzeit flüssig abgebildet. Es gab weder Abstürze, noch Grafikfehler, die Ladezeiten waren extrem kurz.

Der Soundtrack trug seinen Teil zur schaurigen Atmosphäre bei und gefiel mit stimmigen Klängen, aber auch mysteriösen Geräuschen. Die eher selten genutzte (englische) Sprachausgabe war sehr gut.

Positiv

  • schöne Präsentation
  • tolle Musikuntermalung
  • spannende Grundstimmung
  • fabelhafte Immersion
  • keine Leerläufe

Neutral

  • wenig Interaktionsmöglichkeiten
  • einfache Rätsel
  • repetitive Abläufe
  • austauschbare Handlung

Negativ

  • kurze Spieldauer

Fazit

Für Genrefans ist „Evil Inside“ eine gute Wahl. Das Spiel ist technisch auf der Höhe der Zeit und konnte mit seinen kleinen Jumpscars schon ganz gut überraschen und bei Laune halten. Zwar bot die simple Handlung wenig Neues, aber das Abtauchen in den dunklen Gemäuern gelang dennoch ganz vorzüglich und mit einem guten Headset konnte man die Außenwelt prima vergessen.

Mit seiner extrem kurzen Spielzeit stellt sich das Programm jedoch selbst ein Bein. Grundsätzlich wäre dies kein Problem, doch bei einem (Retail-) Verkaufspreis von 20 bis 30 Euro schaut das Preis-/Leistungsverhältnis leider nicht mehr ganz so optimal aus. Hierfür gibt es einen kleinen Wertungsabzug – was euch bei Interesse aber nicht vom Spiel abhalten soll. Kauft es zur Not einfach mal in einem digitalen Sale und dann passt das auch.

Grafik: 8/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: JanduSoft

Top Gun

Inhalt

Sie sind jung und draufgängerisch veranlagt. Maverick und seine Kumpanen werden ausgewählt, um an einem Elitewettbewerb von Kampffliegern teilzunehmen und präsentieren dort ihre waghalsigen Aktionen….

Fazit

Da „Maverik“ gerade die Kinos unsicher macht und sicherlich bereits in Kürze im Heimkino einschlagen wird, war die ideale Gelegenheit dessen Vorgänger noch einmal einer genaueren Sichtung zu überziehen. Dieser mag einen sehr guten Ruf aufweisen, aber damals wie heute tue ich mir mit dem Präsentierten ein wenig schwer.

Einen gewissen Charme vermag ich dem Streifen gar nicht absprechen, doch seine Thematik rund um die Flugakrobatik muss man schon irgendwo mögen. Grade diese Abschnitte heben das Werk nämlich aus der breiten Masse der 80iger hervor – auch wenn sie heute leider nicht mehr so viel hermachen und in ihrem Zusammenschnitt etwas überholt wirken.

Ansonsten gab es eine gradlinige und wenig beeindruckende Rahmenhandlung, die in erster Line seine durchgängig hübschen Akteure in den Vordergrund stellt. Die meisten Abschnitte sind absolut vorhersehbar gestaltet und ein paar Machosprüche wollen einfach nicht mehr zünden. Immerhin gefällt der zeitgemäße Soundtrack mit einigen nachhaltigen Ohrwürmern, die man unabdingbar mit diesem Film in Zusammenhang bringt.

Tom Cruise hat mir zuletzt in „Geboren am 4. Juli“ besser gefallen, aber natürlich lag das auch an den unterschiedlichen Thematiken und den damit verbundenen Anforderungen. Er allerdings gut in die Rolle des strahlenden Piloten gepasst, was sich der junge und glänzende Val Kilmar auch für sich behaupten durfte.

„Top Gun“ ist sicherlich Kult, doch der Zahn der Zeit ist nicht gänzlich an diesem Klassiker vorbei gegangen. Da ich aus meiner Kindheit/Jugend nur wenig Bezug dazu habe und zusätzlich wenig am Plot interessiert bin, wirkt sich das entsprechend auf die Bewertung aus. Für mich bleibt das Ding nicht mehr als ein solider Vertreter der seiner Epoche, aber kein so richtig guter Film. Mögt mir verzeihen, doch hier gibt es bei mir keine rosarote Brille…

6/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Insomnis (PC)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Mannes, der das Haus seines Großvaters erbt und es nach langer Zeit wieder betritt. Schnell holen ihn die alten Erinnerungen und wortwörtlich die Geister der Vergangenheit ein…

Gameplay

„Insomnis“ is ein Gruselspiel aus der Ego-Perspektive, welches sich grob als „Walking-Simulator“ mit kleineren Jumpscars umschreiben lässt. Der Spieler kann nicht sterben, erkundet vergleichsweise gemütlich das riesige Haus und muss sich durch wirklich gut gemachte Rätsel knobeln.

Die Geschichte wird größtenteils anhand von gefundenen Schriftstücken erzählt und entfaltet sich auf verständliche Weise. Während man bei anderen Titeln schonmal den Überblick verlieren kann, gibts hier keinerlei Verständigungsprobleme.

Die Kopfnüsse waren durchwegs logisch und fair. Es gab immer gut dosierte Hinweise, die weder zu leicht, noch zu schwer aufzufinden waren. Es machte sogar Spaß bereits bekannte Räume erneut aufzusuchen, darin nach neuen Dingen zu suchen – oder schlichtweg bisher verschlossene Türen endlich öffnen zu können.

Spielzeit

Für den ersten Durchgang wurden knapp 2 Stunden benötigt, wobei hier wirklich alles abgesucht und jedes einzelne Dokument ausführlich studiert wurde. Im Internet kursieren Walktroughs von knapp 30 Minuten – was beim Auswendiglernen der einzelnen Schritte sicherlich nicht abwegig – doch vom Spaßfaktor fragwürdig ist.

Präsentation

Optisch gab sich „Insommis“ zeitgemäß, aber auch nicht übertrieben spektakulär. Das Setting wurde stimmig in Szene gesetzt, die Performance hat gepasst und das Design der Figuren war in Ordnung. Mir sind keine Grafikfehler oder Abstürze untergekommen.

Der Sound unterstrich die düstere Atmosphäre gelungen und gab keinen Grund zur Klage. Kritisieren muss ich allerdings die schwache deutsche Vertextung, die scheinbar durch einen schlechten Online-Übersetzer gejagt wurde und kuriose Wortschöpfungen mit sich brachte. Inhaltlich konnte man sich die Handlung zwar stets problemlos herleiten, manchmal allerdings ein wenig dabei schmunzeln.

Positiv

  • schöne Gruselgeschichte
  • entspannte Spielweise
  • gut platzierte und nicht zu nervige Jumpscars
  • hübsche Präsentation
  • stimmige Atmosphäre
  • gute Rätselaufgaben

Neutral

  • Handlung stellenweise etwas vorhersehbar
  • relativ kurze Spielzeit

Negativ

  • Schwächen bei der Übersetzung

Fazit

Ich liebe Walking Simulatoren und habe in der letzten Zeit auch meine Freude an Gruselspielchen gefunden. „Insommis“ war zwar recht kurz und knapp, vereint die beiden Genres aber auf unterhaltsame Weise miteinander und leistete sich nirgendwo grobe Patzer.

Die tolle Atmosphäre zog direkt in den Bann und die durchwegs logischen Aufgaben hielten gekonnt bei Laune. Es gab weder Frust wegen unbezwingbaren Gegnern (es wurde gar nicht gekämpft oder weggelaufen), noch bei abstrakten Knobeleien. Der „Wiederspielwert“ dürfte in der nächsten Zeit eher gering sein, doch in einigen Monaten könnte ich mir durchaus einen weiteren Abstecher ins mysteriöse Anwesen vorstellen.

Genrefans machen hier definitiv nichts verkehrt und erhalten einen unterhaltsamen Snack für Zwischendurch. Auch Gelegenheitsspieler kommen aufgrund der fairen Gangart auf ihre Kosten und dürfen reinschauen.

Grafik: 8/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Path Games/Gammera Nest

Geboren am 4. Juli

Inhalt

Ron Kovic stammt aus einer streng gläubigen Familie, die auch den Einsatz der amerikanischen Truppen in Krisengebieten für den vermeintlich guten Zweck absolut befürwortet. Sein Ausflug nach Vietnam war somit nur konsequent und stieß auf wenig Widerstand, doch letztlich sollte dieser traumatische Lebensabschnitt dann alles verändern….

Fazit

Lange habe ich diesen Film nicht mehr gesehen und am gestrigen Feiertag spontan die DVD aus dem Regal gezogen. Wie man sich bei dem Grundthema im Vorfeld schon ausrechnen kann, ist „Geboren am 4. Juli“ keine leichtgängige Kost für Zwischendurch, sondern ein anspruchsvolles Werk mit einigen wichtigen Aussagen.

Zunächst muss ich aber das Spiel von Tom Cruise loben. Er gilt für mich zwar als einer der besten aktuellen Darsteller, doch an seine Darbietung aus diesem Drama kam er später eigentlich nicht mehr heran. Er zeigte sich hier nicht nur bei seinen Frisuren äußerst vielfältig – sondern in der Art, wie sich sein Charakter verändert und auf die unterschiedlichen Gegebenheiten reagiert. Man kann sich gut in seine verzwickte Lage hineindenken und die Formung seiner Figur und wechselnden Ansichten jederzeit verstehen.

Bei den meisten ähnlich gelagerten Filmen lese ich am Ende so etwas wie Hoffnung heraus, doch bei „Geboren am 4. Juli“ konnte ich dies eigentlich nur Etappenweise und meist nur ziemlich kurz. Es zeichnete sich ab, dass es hier kein strahlendes Happy-End und auch keine Wunderheilung geben wird, aber eben auch nicht die Antwort auf alle offenen Fragen, die man sich so stellen könnte. Stone hielt sich geschickt mit zu harter Kritik am Militärapparat zurück, machte aber deutlich, dass es bei einem Krieg quasi nur Verlierer gibt.

Wieder einmal verpackte Oliver Stone ein traumatisches (amerikanisches) Erlebnis in einen spannenden und leicht überlangen Film. Stellenweise gab es kleinere Längen, aber insgesamt war das Ergebnis und vor allem der grandiose Auftritt von Cruise mehr als sehenswert. In meiner persönlichen Gunst reicht es nicht ganz zu einer höheren Bewertung, doch Interessierte sollte das nicht stören!

7,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Gate to Site 8 (PC)

Inhalt

Ein Mann steht vor den Toren zum Areal seiner Erinnerungen und versucht darin die unglückliche Geschichte um seinen Bruder noch einmal Revue passieren zu lassen…

Gameplay

Mit „Gare to Site 8“ erhalten Fans von „Walking Simulatoren“ frischen Nachschub in gewohnter Manier. Ihr steuert den Hauptprotagonisten aus der Ego-Perspektive und gebt euch mit eingeschränkten Interaktionsmöglichkeiten zufrieden.

Die Spielmechanik ist einfach. Man bewegt sich im Grunde nur von Gebäude zu Gebäude und im oberen Bildschirmbereich werden die einzusammelnden Gegenstände in der korrekten Reihenfolge angezeigt. Das Auffinden löst dann Trigger zum Voranschreiten der Handlung aus. Hat man die frappierend an Wimmelbild-Spiele erinnernde Machart verstanden, geht das Zocken gut von der Hand und nur die einfachen Suchaufgaben fordern minimal euer Hirn.

Ansonsten könnt ihr Genre-typisch weder sterben, noch ohne das Aktivieren der besagten Trigger im Spiel vorankommen.

Spielzeit

Die Entwickler kündigen bereits im Ladebildschirm eine Spielzeit von rund 30 bis 60 Minuten an und machen auf die fehlende Speicherfunktion aufmerksam. Ich habe in Etwa 50 Minuten mit dem Abenteuer verbracht, wobei es erst einmal „klick“ machen musste und die eigentlich eher simple und rezeptive Mechanik verstanden war. Beim nächsten Mal (kommt bestimmt) sind die 30 Min. jedoch bestimmt nicht unrealistisch.

Präsentation

Hinter dem Programm stand ein sehr kleines Team, weshalb man es auch im Bereich der technischen Umsetzung nicht mit aktuellen Blockbustern vergleichen sollte. Nichtsdestotrotz hat das Ergebnis der verwendeten Unity-Engine durchaus gefallen, auch wenn die Performance nicht immer optimal war. Es gab jedoch vergleichsweise wenige Assets und hierdurch wiederholten sich (gewollt) viele Kulissen und die Framerate ging hin und wieder ordentlich nach unten.

Die englische Vertonung war in Ordnung, die ebenfalls englischen Untertitel von der Schriftgröße einen Ticken zu klein.

Positiv

  • interessante Handlung
  • Raum für eigene Interpretationsmöglichkeiten
  • entspannende Spielweise
  • nette Gänsehautmomente
  • gute Erzählstruktur
  • schöne Musik

Neutral

  • wiederholende Assets
  • simple Rätsel
  • wenig Interaktion

Negativ

  • kurze Spielzeit
  • kein Speichern
  • Performance mittelprächtig
  • nur auf englisch

Fazit

Ich habe fast länger mit dem Schreiben dieses Reviews, als mit dem eigentlichen Game an sich verbracht. Klingt zwar etwas traurig, doch bei einem Kaufpreis von lediglich 1 Euro (Steam-Key via eBay) habe ich weit weniger vom Endergebnis erwartet und wurde angenehm überrascht.

Das Spiel bot genügend Tiefgang um ein kurzweiliges Stündchen an den Schirm zu fesseln und macht nach dem Verstehen seines Spielablaufes ordentlich Laune. Es gibt sicherlich bessere Titel, doch im Bereich Preis-/Leistung schneidet „Gate to Site 8“ ordentlich ab und Genre-Fans kommen durchaus auf ihre Kosten. Ich lobe die schöne Geschichte, rüge hingegen die technische Umsetzung.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 6,5/10

Hinweise zur Technik

Auf dem Steamdeck war das Game zum Testzeitpunkt leider unspielbar. Die Frameraten befanden sich im einstelligen Bereich und konnten nicht durch die grob vordefinierten Grafikeinstellungen (niedrig/mittel/hoch/ultra) verbessert werden.

Auf meinem Gaming-Notebook (Ryzen 7, 16 GB, Geforce 3060) verhielt sich das Programm etwas kurios. Wenn das XBOX360 Gamepad eingesteckt war, funktionierte die Tastatursteuerung nicht und die Optionen boten keinerlei Grafikeinstellungen an. In „Ultra“ blieb das Ganze dann ebenfalls unspielbar und bei „Hoch“ gab es stellenweise derbe Einbrüche der Framerate.

Fotocopyright: Derek Golliher

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