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Schlagwort: Disney

Luca

Inhalt

Luca ist ein Meerungeheuer und lebt folgerichtig mit seinen Eltern im tiefen Meer. Eines Tages jedoch wird der kleine Racker pflüge und will unbedingt wissen, woher die seltsamen Menschen in ihren Fischböten stammen und wagt sich ans Land…

Fazit

Wahrscheinlich war auch Luca ein Opfer des erneut gebeutelten Kino-Jahres und erschien infolgedessen direkt im Streaming. Um ganz ehrlich zu sein, wurde uns optisch erneut ein fabelhaftes Erlebnis präsentiert, aber vom filmischen Aspekt bestenfalls solide solide Kost geboten.

So originell die Grundidee an sich auch sein mag, so bodenständig und vorhersehbar der Verlauf jedoch. Man erahnt früh, wie das Hase läuft und wie sich diese Geschichte wohl entfalten wird und so blieben größere Überraschungen schlicht weg aus. Das war im Anbetracht eines jüngeren Zielpublikums zum Glück nicht weiter tragisch und geht somit ausnahmsweise in Ordnung.

Die Animationen waren fabelhaft, die warmen Farben vermittelten Urlaubsfeeling. Das Seeting fühlte sich trotz abstrakt proportionierter Figuren irgendwo glaubwürdig und zum Wohlfühlen an. Alles wirkte wie aus einem Guss und sorgfältig konstruiert. Sicherlich war die Welt etwas kleiner als bei anderen Werken, aber immerhin sehr detailreich und hübsch gestaltet.

Technisch gab es nichts zu bemängeln. Audiovisuell lieferte uns Pixar erneut einen Kracher ab, dessen eigentlicher Inhalt da nicht ganz Schritt halten konnte. Im Kern ist „Luca“ recht bodenständig, unaufgeregt und zielstrebig. Für die Jüngeren mag das trotzdem ein großer Spaß sein, für uns Ältere fehlt da ein bisschen war. Unterm Strich bleibt der Titel aber sehenswert und sympathisch.

7/10

Fotocopyright: Disney

Vacation Friends

Inhalt

Emily und Marcus wollten nur ein paar romantische Tage in Mexiko verbringen, doch die Pläne wurden schon beim Eintreffen im Luxushotel durchkreuzt. Da ihr Zimmer durch eine Panne völlig ruiniert wurde, werden sie vom Pärchen Kyla und Ron in deren riesigem Domizil aufgenommen. Statt ruhiger Tage steht jedoch ein wilder Trip als Drogen und Alkohol an…

Fazit

Streng genommen ist „Vacation Friends“ eine weitere, austauschbare Komödie, die man vielleicht nicht unbedingt gebraucht hätte. Objektiv betrachtet habe ich mich bei den zuweilen relativ platten Gags so köstlich wie schon lange nicht mehr amüsiert und unerwartet großen Gefallen an der Sache gefunden.

Besonders Jon Chena konnte mich wieder überzeugen. Nach seinem eher schwachen Auftritt in letzten „Fast and the Furios“ hat ihm diese lockere Rolle wieder besser gestanden und sichtlich Spaß gemacht zu haben. Seine Präsenz verleiht dem zuweilen recht vorhersehbaren Treiben einen ungemeinen Charme und trotz mancher schräger Eskapaden konnte man seiner Figur nie böse sein.

Überhaupt hat die Chemie aller Darsteller hervorragend gepasst und so viele eher dürftig gescriptete Passagen dennoch sehenswert gemacht. Es wurde nie langweilig und die Zeit verging fast wie im Flug. Man hat zwar alles irgendwo schonmal gesehen oder konnte sich diverse Ereignisse relativ einfach herleiten, doch schmälern tat dies die gute Unterhaltung nicht im Geringsten. Man konnte sich fallen lassen und das Geschehen genießen.

Vermutlich hatte „Vacation Friends“ nie den Anspruch das Genre neu zu definieren oder mit etwas Außergewöhnlichem zu bereichern. Er ist trotz seiner verrückten Art fast schon ein wenig konservativ gestrickt, trifft aber dennoch zu den passenden Momenten den richtigen Nerv. Als seichte Angelegenheit für mal eben Zwischendurch hat mir das Teil jedenfalls eine gute Zeit bereitet und für ordentlich Lacher gesorgt. Wer solche Filme mag, wird auf seine Kosten kommen und manch Logiklücken sowieso nicht weiter hinterfragen.

7/10

Fotocopyright: Disney

Jungle Cruise

Inhalt

Zu Zeiten des Ersten Weltkrieges macht sich die britische Forscherin Lily Houghton auf den Weg nach Brasilien. Hier am Amazonas hofft sie einen geheimnisvollen Baum zu finden, der die „Blüte des Lebens“ trägt und somit Hoffnung auf die Heilung vieler Krankheiten macht…

Fazit

Nach dem eher ernüchternden Ausflug nach Frankreich (The Last Mercenary), lag die Hoffnung auf dem anschließend über die Leinwand flimmernden „Jungle Cruise“, der immerhin mit „Disney“ als großes Produktionsstudio und „The Rock“ als einer der Hauptdarsteller extrem gute Karten auf kurzweilige Unterhaltung mit sich brachte.

Bei Filmen wie diesen sollte man zunächst bei der Handlung etwas zurückstecken. Der fast 2,5 Stündige Trip richtete sich in erster Linie an großartigen Spezialeffekten und einigen wirklich launigen Gags aus, während Glaubwürdigkeit oder gar so etwas wie Tiefe fast vollkommen über den Haufen geworfen wurden. Die Handlung erinnert zwar an klassische Genrefilme, reißt aber unterm Strich keine echten Bäume heraus oder fuhr mit irgendwelchen krassen Wendungen auf.

Optisch erfüllte das Werk auf jeden Fall die Ansprüche an einen aktuellen Kinofilm. Auch wenn die Macher es hin und wieder mit Filtern bzw. etwas grell eingestellten Farben (und das lag nicht auf meinem neuen Beamer) übertrieben haben, so funktionierte der Transfer in eine fremde Welt und andere Zeiten ganz hervorragend. Man bemerkte das scheinbar sehr hohe Budget zu jeder Sekunde und selbst gen Finale schien das fantasievolle Gemälde nicht hastig zusammengeschustert worden zu sein.

Fluch und Segen allerdings seine Ähnlichkeit zu anderen Werken des Hauses. Stellenweise fühlte sich das Geschehen nicht nur wie eine Attraktion aus einem Vergnügungspark an, sondern zeigte auch deutliche Parallelen zu „Fluch der Karibik“ oder „Indiana Jones“. Liegt sicherlich irgendwo im Kern der Sache, aber irgendwie fehlte mir etwas mehr Eigenständigkeit – könnte jedoch nicht sagen, wie diese am besten ausgeschaut hätte.

Die Zusammenarbeit von Emily Blunt und Dwayne Johnson hat gut gefallen, die Darstellung des deutschen Gegenspielers (Jesse Plemons) war vielleicht etwas zu drüber. Das ganze Setting mit U-Booten und „Schlangengeistern“ war schon krass, aber die Crew der Widersacher mit ihren peinlichen Gesängen selbst für diese Verhältnisse knapp am Ziel vorbei. Die CGI-Raubkatze war ordentlich umgesetzt, obgleich immer die Herkunft aus dem Rechner zu erkennen war.

„Jungle Cruise“ hatte seine bizarren Momente, aber unterm Strich gefielen die sehenswerten Effekte, die gut harmonierenden Darsteller und die herrlich altmodische Grundidee. Für meinen Geschmack hätte man das wilde Treiben allerdings gerne um eine halbe Stunde kürzen und damit den gelegentlich leicht stockenden Erzählfluss aufwerten können. Immerhin hatte man stets das Gefühl endlich wieder einen echten Blockbuster vor sich zu haben – und das bedeutet mir in diesen traurigen Kinozeiten schon Einiges.

7/10

Fotocopyright: Disney

Black Widow

Inhalt

Schon als Kind wurde Natasha Romanoff das Töten in die Wiege gelegt und ihre Seele auf ein höheres Ziel eingeschworen. Nach ihrer Abspaltung zu den „Avengers“ sollte dies der Vergangenheit angehören, doch mit dem Aussuchen ihrer Schwester kochen plötzlich alte Erinnerungen und Rachegefühle in ihr auf…

Fazit

Schon im Vorfeld hatte es „Black Widow“ nicht gerade leicht. Während die Einen über den Sinn eines eigenständigen Spielfilmes dieser Nebenfigur diskutierten, hegten die Anderen aufgrund der häufigen Verzögerung des Kinostarts nunmehr deutliche Zweifel an der Qualität des Produktes. Pandemie hin oder her. Da ich mich nicht unbedingt als eingefleischter Marvel-Fan betrachte, konnte ich dem Treiben dann eher gefühlsneutral beiwohnen und habe mich schlichtweg über den – verspäteten, aber doch zeitigen – Release in den eigenen vier Wänden gefreut.

Vielleicht lag es an der langen Kino-Abstinenz oder die Macher haben tatsächlich den Nerv vieler Zuschauer getroffen, denn das Ergebnis wurde mit viel Lob überhäuft. So ganz konnte ich diese überschwängliche Begeisterung zwar nicht teilen, dem Film aber dennoch einen soliden Unterhaltungswert mit einigen Schauwerten bescheinigen. Der Streifen war jetzt nicht schlecht, aber auch kein Überhit.

Die Geschichte bot wenig Neues, wurde aber immerhin mit ordentlicher Geschwindigkeit auf die Leinwand gebracht und offerierte uns immerhin ein paar gelungene Einblicke in die Hintergründe unserer mehr oder weniger bekannten Figuren. Zwar schlichen sich dabei hier und da kleinere Längen auf, doch insgesamt wollte man schon am Ball bleiben. Dialoge wurden immer wieder mit technisch perfekten Actionszenen durchmischt und spätestens hier war volle Aufmerksamkeit garantiert.

Besonders gelungen war in meinen Augen die Machart, die sich mit ihren kleinlauten Momenten und Spionage-Aktionen deutlich von den lauten Marvel-Krachern unterscheidet und uns vor allem mehr Zeit zum Sammeln liefert. Obwohl die Handlung – wie bereits erwähnt – keine großartig neuen Ansätze vermittelt, so konnten wir diese Eindrücke nun aber wesentlich besser verarbeiten.

Erstmals treten die Figuren, die Musikuntermalung und überhaupt die gesamte Atmosphäre deutlicher in den Vordergrund und werden nicht von stumpfen CGI-Effekten erschlagen. Man feuert auch nicht in Sachen Superhelden aus allen Rohren und konzentriert sich auf seine wesentlichen Charaktere – von denen es hier schon genügend für einen einfachen Spielfilm gibt.

Einer sehenswerten Scarlett Johansson stand eine ebenso kesse Florence Pugh zur Seite – von der wir in Zukunft hoffentlich noch mehr sehen dürfen. Leider konnten die beiden Grazien nicht ganz über die – sagen wir mal „Anmutung“ – des Werkes hinwegtäuschen. So stehen vergleichsweise authentische Momente immer wieder im krassen Kontrast zur Übertreibung. Es handelt sich ja immer noch um eine Comic-Umsetzung, aber trotzdem hatten greifbarere Elemente schon gut zum bodenständigen Agenten-Thema gepasst.

Für mich ist „Black Widow“ nicht das Gelbe vom Ei und dennoch denke ich, dass die Studios auf dem richtigen Weg sind. Das Publikum verlangt nicht immer nach sich abnutzender Action und möchte auch mal etwas Storytelling erleben. Hier punktet der Titel schon enorm, doch so richtig rund war das Gebotene leider noch nicht. Fans schauen sowieso rein, der Rest darf allerdings auch mal einen Blick auf dieses ungewohnte Format riskieren.

7/10

Fotocopyright: Disney

Cruella

Inhalt

Nach dem tragischen Tod der Mutter, wächst die kleine Cruella zusammen mit anderen Waisenkindern in einem besetzten Haus in London auf. Sie schlagen sich mit Gaunereien durch und hoffen stets auf den großen Durchbruch. Eines Tages bekommt Cruella jedenfalls auch die Chance, sich bei einer angesagten Modedesignerin zu beweisen und deckt ein schauriges Geheimnis auf…

Fazit

Es gibt noch Zeichen und Wunder – und tatsächlich auch Produktionen aus dem Hause Disney, die noch für eine Überraschung gut sind. Nicht etwa, dass diverse Neuinterpretationen bekannter Marken etwa schlecht wären, vielmehr, dass man sich dabei nicht sonderlich um Innovation bemüht und nur selten von bekannten Konzepten abweicht.

„Cruella“ ist hingegen was absolut Neues, Freches und Erfrischendes, welches meiner Meinung nach zu dem Besten gehört, was das berühmte „Micky Maus-Studio“ zur Zeit im Portfolio besitzt. Ich hätte nicht gedacht, dass man aus einer solch verrückten Geschichte um die „101 Dalmatiner“ ein solch gelungenes Prequel auf die Beine stellen konnte.

Die Handlung mag natürlich nicht immer sonderlich realistisch daher kommen, aber das ist nicht schlimm. Alles wirkt wie ein modernes Märchen, dass im altbackenen und trotzdem ungemein stillvollem Look daher kam und immer wieder neue Akzente setzen konnte. Seien es ausgefallene Kostüme, ungewöhnliche Kameraperspektiven oder wuchtig inszenierte Wendungen – hier waren echte Könner am Werk und sogen den Zuschauer für über zwei Stunden in einen eigenen Bann.

Gesungen wurde zur Abwechslung mal nicht, dafür gab es eingängige Tracks, die zum Mitsingen einluden und perfekt zum Geschehen passten. Ob sie zeitlich korrekt waren, vermag ich nicht zu huntertprozent zu verifizieren, gefallen haben sie trotzdem wie die Faust aufs Auge. Sie trugen unglaublich vom schönen Szenenbild bei und machten die Sache mehr als rund.

Emma Stone konnte ich hier zum ersten Mal so richtig abholen. Sie hatte bereits starke Auftritte, doch hier überstrahlt sie alles bisher von ihr gesehene. Sie spielte ihre Doppelrolle mit Hingabe und steht einer ebenso überragenden Emma Thompson auf Augenhöhe gegenüber. Mark Strong konnte natürlich auch wieder mit seinem Charme gefallen und letztlich das Zünglein an der Waage verkörpern.

„Cruella“ ist großes Kino, welches man gerne auf der riesigen Leinwand im Lichtspielhaus erlebt hätte. Ich zwar aufgrund des netten Trailers und einer zu überschwänglicher Kritiken zunächst etwas misstrauisch, doch nach wenigen Minuten hat mich das Gebotene absolut von sich überzeugt. Selten zuvor habe ich einen so liebevoll und opulent ausgestatteten Film gesehen und trotz seiner schrägen Thematik so enorm viel Spaß gehabt. Für mich der bis dato unerwartet großartigste Streifen im aktuellen Jahr.

9/10

Fotocopyright: Disney

Artemis Fowl

Inhalt

Völlig überraschend wird der Vater vom 12jährigen Artemis von den Behörden verhaftet. Um das Geld für dessen Kaution aufzutreiben, erinnert sich der hochbegabte Junge an die mystischen Geschichten aus seiner Jugend und versucht zur Lösung einen Weg ins Reichen der Elfen und Feen zu finden…

Fazit

„Artemis Fowl“ ist so ein Film, der mit gespaltenen Gefühlen zurück ließ. Auf der einen Seite weil die aktuelle Kinosituation für diese Produktion arg ungünstig ausfällt, auf der anderen Seite weil das Resultat – zumindest für mich – keinen Gang in das teure Lichtspielhaus gerechtfertigt hätte.

Augenscheinlich teuren und toll gemachten Effekten steht eine wirre und schwierig nachvollziehbare Handlung gegenüber. Trotz netter Stimme aus dem Off bleiben manche Zusammenhänge nicht vollends logisch oder sonstwie glaubwürdig gestaltet. Vielleicht lag es aber auch an mancher Länge, die dem bunten Treiben immer wieder in Beine grätschte und aufkommendem Genuss den Nährboden strittig machte.

Die Geschichte plätscherte vor sich hin und blieb fast durchwegs unspektakulär. Gab es dann mal sowas wie Action, wurde der Bildschirm mit den schrägsten Kreaturen zugeballert und die Übersicht litt. Allgemein konnte ich mich schwerlich mit dem – im Grunde genommen witzigen – Setting anfreunden und hätte mir jederzeit mehr Kurzweil gewünscht.

Bei den Darstellern ist Regisseur Kenneth Branagh auf Nummer sicher gegangen und verpflichtete neben eher unbekannten Jungdarstellern auch Altstars wie Colin Farrell oder Judi Dench. Da allesamt Ihre Aufgabe recht gut erfüllen, ist es umso trauriger dass sie in so eine schlecht ausbalancierte Rahmenhandlung hineingepresst wurden. In meinen Augen konnte hier Niemand sein volles Potential entfalten und höchstens durch unfreiwillig komisches Kostümdesign in den Vordergrund preschen.

Ich kann es drehen und wenden, wie ich will. Mir fällt schwer ein gutes Haar an „Artemis Fowl“ zu lassen. Technisch hab sich das Werk äußerst hochwertig und einem Blockbuster gerecht, doch bei den inneren Werten wollte kein freudiger Funken entflammen. Entweder war die Geschichte zu langweilig, zu verwirrend oder schlicht zu überladen. Für mich unterm Strich ein (höchstwahrscheinlich kostspieliger) Flop, durch seine Streaming-Veröffentlichung aber dennoch auf bestem Wege ein geeignetes Zielpublikum zu finden.

4,5/10

Fotocopyright: Disney