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Schlagwort: Comicverfilmung

Captain Marvel

Inhalt

Die Erde Anfang der 90iger Jahre. Soldatin Vers stürzt nach hartem Kampf im Weltraum auf unserem Planeten ab. Zunächst ist sie recht orientierungslos – doch schon bald muss sie feststellen, dass dies möglicherweise die Heimat ihrer merkwürdigen Visionen ist. Irgendwie scheint Sie mit der Erde verbunden zu sein und muss den bereits begonnen Krieg von dort aus fortführen…

Fazit

Vorweg sei gesagt, dass ich nicht der allergrößte Fan der bisherigen Marvelfilme bin, sie aber Zwischendurch immer mal wieder gerne schaue. Sie gelten für mich in erster Linie als sinnfreie Unterhaltung und genau das, habe ich natürlich auch bei „Captain Marvel“ erwartet.

So sehr ich diesen Film auch mögen wollte – es gelang mir einfach nicht. Die vielen Referenzen auf die 90iger waren einfach klasse, aber sonst sieht es in Sachen Highlights eher mau aus. Trotz grundsolider Handlung und tollen Effekten, plätscherte der Titel gemächlich vor sich hin und stimmte weder mit witzigen Dialogen, noch mit brachialer Action versöhnlich.

Alles lief arg belanglos vor sich ab und nichts hob sich aus der breiten Masse der unzähligen Comic-Adaptionen hervor. Langweile an allen Ecken und Enden – und hin und mal wieder ein kleiner Gag. Das Konzept ist absolut nicht aufgegangen und nicht einmal seine Hauptfigur konnte den Karren aus dem Dreck ziehen.

Brie Larson ist sehr hübsch und mehr gibt es im Grunde nicht zu sagen. Ihre Mimik und Gestik hielt sich leidlich in Grenzen und damit reichte sie bei weitem nicht an Mitstreiterinnen wie beispielsweise Gal Gadot („Wonder Woman“) heran. Sie spulte ihr Programm steif herunter und ihr Lächeln wirkte stets aufgesetzt und bemüht. Selten fiel mir die Sympathie zu einer eigentlich solch netten Figur so schwer.

Die Handlung war geprägt von Fragezeichen und kleineren Ungereimtheiten. Mag sein, dass ich als Gelegenheitsleser von Comics eine kleinere Wissenslücke habe, dennoch sollte ein solcher Film – neben Fanservice – auch Neueinsteiger einer solchen Reihe abholen. Irgendwann waren mir diese Lücken sogar relativ egal – sie hätten höchstwahrscheinlich nicht für größere Kurzweil gesorgt.

Einzig bei der Technik gab es nichts zu kritisieren. Die Effekte waren auf höchstem Niveau und holten in einigen Momenten wenigstens gut ab. Ein durchwegs gelungener Soundtrack verdiente ebenfalls Lob.

Mangelnde Unterhaltung und Langweile sind in meinen Augen das größte Gift bei einen Film und bei „Captain Marvel“ gab es bedauernswerter Weise reichlich davon. In Momenten, wo sie einen GameBoy in den Händen hält, glüht das Herz des Nerds – um dann mit Mittelmäßigkeit wieder auf den Boden der Tatsachen geholt zu werden. Ich habe den Streifen jetzt zweimal gesichtet und konnte mir einfach kein höheres Ergebnis abringen. Den knappen 25 Euro für das schicke 4k-Steelbook trauere ich schon ein wenig hinterher – aber als Sammler muss man das Teil trotzdem im Regal stehen haben. So richtig schlecht ist das Werk ja eigentlich nicht – wäre es eben nur etwas geschmeidiger inszeniert worden…

5/10

Fotocopyright: Walt Disney

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Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn

Inhalt

Die Jagd auf die kesse Harley Quinn ist eröffnet. Seit der offiziellen Bekanntmachung ihrer Trennung vom Joker, genießt sie auf der Straße fortan keinen Schutz mehr und viele grimmige Gestalten sind hinter ihr her.

Der Ganove „Black Mask“ lässt sie erst vom Haken, wenn sie entwendete Diamanten für ihn zurück ergaunert…

Fazit

Ich weiß noch gut, welche Enttäuschung „Suicide Squad“ damals war und überraschenderweise wird er nun mit jeder Sichtung etwas besser. Zwischen all den finsteren Comicgestalten stand „Harley Quinn“ klar im Vordergrund und so war ein eigener Film irgendwo unausweichlich und von den Fans klar erwartet.

Mit diesem Film bin ich jeder im Zweispalt mit mir. Auf der einen Seite gefällt die grelle Inszenierung, die tolle Hauptfigur und auf der anderen Seite herrschte trotz aller Buntheit ernüchternde Langweile.

Optisch wird das Auge von leuchtenden Farben, schrägen Kostümen, schnellen Schnitten und schier unendlichen Hintergrunddetails beinahe überreizt. Man kann auf den ersten Blick gar nicht alle Kleinigkeiten erhaschen und darf sich für einen wiederholten Durchgang auf genauere Beobachtung selbiger einstellen. Hier liegt ganz klar die Stärke von „Birds of Prey“ – denn er wirkt wie eine gigantische Comicshow, bei der ein paar derbere Einlagen nicht allzu heftig daher kommen und in der allgemeinen Überzogenheit untergehen.

Wie schon in „Suicide Squad“ zieht Harley aka Margot Robbie wieder alle Blicke auf sich. Ihr wurde die Rolle quasi auf den Leib geschneidert und ohne sie gar nicht mehr denkbar. Sie Mimik und Gestik passt hervorragend in jeder Situation und sorgt für echte Freude. Dank ihr lebt der Film und alle Nebenfiguren – so hübsch oder schräg sie auch waren – verkommen zu blassen Randerscheinungen, die lediglich etwas ausschmücken.

Dank einiger derber Momente ist „Birds of Prey“ nicht für das jüngere Publikum geeignet, obwohl der Look doch sehr unwirklich erscheint. Als klassische Comic-Adaption für Erwachsene macht das Ding weitestgehend Spaß, wird allerdings von kleineren Längen getrübt. Manche Szene hätte durchaus kompakter und somit kurzweiliger ausfallen dürfen – dann wäre mein Fazit entsprechend gnädiger ausgefallen. Ich möchte den Film schon irgendwo sehr gerne haben, aber wenn sich bei der ersten Sichtung schon leichte Ermüdungserscheinungen abzeichnen, kann ich einfach nicht über meinen Schatten springen. Unterm Strich ein sehr ordentlicher, wenngleich auch kein referenzverdächtiger Spaß für Genrefans.

Der Film ist ab sofort bei Streaming-Diensten abrufbar, die Blu-Ray erscheint ein wenig später. Wahrscheinlich werde ich bei einem schicken Steelbook zugreifen…

7,5/10

Fotocopyright: Warner Home Video

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Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn Steelbook [Limited Edition] [Blu-ray]

Bloodshot

Inhalt:

Elitesoldat Ray Garrison erwacht mit neuen Kräften in einem Forschungskomplex. Wissenschaftler Dr. Emil Harting behauptet, dass er vom Tod zurückgeholt und genetisch verbessert worden sei. Ray beginnt mit dem Training, um seine alte Form zu erlangen und erinnert sich plötzlich an den Mord an seiner Frau. Fortan kennt er nur noch Rache…

Fazit:

Im Leben von Vin Diesel gab es wohl so einige Fehlentscheidungen, die ihn immer wieder vom Olymp der großen Schauspieler fern hielten. Bei ihm ist es jedoch wie mit Nicholas Cage – auch wenn ich fürchte, dass kein allzu guter Film rauskommt, schaue ich trotzdem gerne rein. Die Erwartungen an „Bloodshot“ waren eher gering, die positive Überraschung daher umso erfreulicher.

Die Gesichte ist simpel gestrickt und eher zu vernachlässigen. Sie bietet allenfalls einen passenden Rahmen für ein paar wirklich nett inszenierte Actionszenen und kann ihre Vorhersehbarkeit nicht gänzlich übertünchen lassen. Alles läuft nach altbewährtem Schema und der Plot-Twist kommt nicht vom weiteren Himmel gefallen. Man hat die Figuren schnell durchschaut und scheint dem Hauptakteur gedanklich immer einen Schritt voraus zu sein.

Inmitten cooler Gefechte ist die Story schnell in den Hintergrund gerückt. Die Schusswechsel und Kloppereien sind optisch brachial in Szene gesetzt und machen wirklich Spaß. Richtig schön übertrieben und somit den Ansprüchen an eine Comicumsetzung gerecht. Opulente Explosionen oder hochwertige Zeitlupenaufnahmen machen Laune und sind makellos umgesetzt.

Ob Guy Pierce oder Vin Diesel himself – richtig oscarverdächtig ist hier keiner der Stars aufgefallen. Alle agierten etwas kühl und so mancher Dialog verlief arg holprig. Gerade in den ruhigeren Passagen wurde der Titel hierdurch etwas nervig und verlor an Fahrt. In diesen Niederrungen sind die Schwächen des Werks unverkennbar, doch andererseits lernt man die hitzige Action umso mehr zu schätzen. Es ist schade, dass mit Klischees gespielt wurde und man sich gar nicht erst an neue Impulse für die ausgelutschte Handlung versucht hat.

Durch die zum Reviewzeitpunkt widrigen Umstände, war „Bloodshot“ immerhin schon als legaler englischer Stream erhältlich und hat seine Leihgebühren grob gesagt passabel relativiert. Ich habe nicht viel erwartet und bekam einen unterhaltsamen Actionfilm mit wenig Tiefgang, dafür einigen erheiternden Momenten. Mit ein wenig Feinschliff hätte hier ein richtig guter Kracher entstehen können, so bleibt ein anschaubares „Hirn-Aus-Event“ mit kleinen Längen. Die kommende deutsche Blu-Ray werde ich mir wohl zulegen.

7/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

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Bloodshot (Limited Blu-ray Steelbook)

Joker

Inhalt:

Arthur Fleck leidet unter einer seltenen Krankheit und wird von seinem Mitmenschen zumeist nur bedauert oder schlichtweg ignoriert. Er kann seine Emotionen nicht richtig zeigen und lacht in unpassenden Momenten. Durch einschneidende Ereignisse wird seine Wahrnehmung der Realität immer gestörter, bis seine Kunstfigur „Joker“ zum Leben erwacht.

Fazit:

Gefühlt haben Fans von Comicverfilmungen lange auf eine adäquate Darstellung des Werdegangs von „Joker“ gewartet und wurden – laut unzähliger Kritiken zum Kinostart – auch nicht enttäuscht. Ich habe mir das heiß ersehnte Werk nun zweimal angesehen und möchte meine Impressionen hier zum Besten geben.

Einstimmig ist die Gemeinde beim Lob über Joaquin Phoenix, der hier (wieder einmal) hervorragende Arbeit abliefert und für manch Gänsehautmoment sorgt. Mir waren seine Stärken schon seit Langem bekannt, bei „Joker“ wächst er jedoch über sich hinaus und stiehlt allen Beteiligen – sogar Robert De Niro – locker die Schau.

Obwohl die Hauptfigur hier einen Clown verkörpert, ist dieser Film nicht unbedingt zu lachen oder für ein jüngeres Publikum geeignet. Zwar stehen keine krassen Gewaltausbrüche im Vordergrund, vielmehr ein vielschichtiges Porträt über den Zusammenbruch einer sensiblen Persönlichkeit. Die Handlung erfordert Aufmerksamkeit, entlohnt aber auch ohne großartige Action mit spannender Unterhaltung und einer grundernsten Atmosphäre. Die Optik ist trostlos und trotz ihrer dunkleren Kontraste mit sehr satten Farben bestückt. Bildsprache spielt hier eine gewichtige Rolle und hebt erinnerungswürdige Passagen (Tanz auf der Treppe, etc.) auf ein beachtliches Niveau.

Wo es viel Licht gibt, existiert zumeist auch ein wenig Schatten. Zwar ist „Joker“ angenehm erwachsen und interessant inszeniert, aber bereits beim wiederholten Durchgang schleichen sich bereits kleinere Längen ein. Aufgrund seiner fast schon depressiv wirkenden Art ist der „Wiederschau-Wert“ zumindest innerhalb kürzester Zeit nicht allzu hoch und man sollte zwischen den Sichtungen ruhig etwas Zeit verstreichen lassen. Im Gegensatz zu manchen Konkurrenten konnte ich jedenfalls weit weniger Details als erhofft zwischen den Zeilen herauslesen und das Finale ließ keine neuen Interpretationen zu.

„Joker“ lebt von seinem genialen Hauptdarsteller und dem damit verbundenen Charakterspiel. Die tristen Bilder sorgen für eine angenehme Grundstimmung und das Fernbleiben anderer „Superhelden“ war in diesem Fall die richtige Wahl. Unterm Strich sei dieser Film nicht nur Genrefans, sondern im Allgemeinem Freunden von einigermaßen anspruchsvollen Werken empfohlen. Auf der einen Seite möchte man diesen Titel unbedingt in der Sammlung haben, auf der anderen Seite kann man mit wiederholter Sichtung eigentlich bis zur Ausstrahlung im Fernsehen warten… Wie dem auch sei: definitiv eine der besseren Comic-Adaptionen!

8/10

Review-Medium: 4k Blu-Ray (Warner)

Fotocopyright: Warner