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Schlagwort: Besprechung (Seite 2 von 21)

Horns

Inhat

Der Tod einer jungen Dame schockiert die gesamte Stadt und schnell fällt der Verdacht auf ihren Freund, mit dem es am Vorabend des Mordes noch einen öffentlichen Streit gab. Dieser weisst jedwede Kritik von sich und gibt sich aus Trauer dem Alkohol hin. Am nächsten Morgen erwacht er mit seltsamen Hörnen, die ihm scheinbar bei der Suche nach dem wahren Täter helfen sollen…

Fazit

Als ich zum ersten Mal etwas von „Horns“ vernahm, dachte ich mir, dass Daniel Radcliffe mal wieder alles gibt, um vom „Harry Potter“-Image wegzukommen. Bei näherer und absolut unbelasteter Betrachtung eröffnet sich jedoch ein Kleinod, wofür der ehemalige Zauberknabe absolut richtig besetzt wurde.

„Horns“ lebt nicht nur von seiner exzellent agierenden Hauptfigur, sondern in erster Linie von seinem unberechenbaren Plot rund um die namensgebenden Hörner. Es braucht einen Moment, sich mit der merkwürdigen Situation des Protagonisten abzufinden, aber dann macht der Film unglaublich viel Spaß und baut einen ausgezeichneten „Flow“ auf.

Man kann sich nie sicher sein, was als nächstes geschieht. Man muss sich dem (übrigens auch technisch) hervorragend konstruierten Treiben hingeben und einfach nicht an normalen Maßstäben ausrichten. Der Streifen ist ein düsteres, wie buntes Feuerwerk an verrückten Ideen und einer ganz geschickten Erzählweise. Man fokussiert sich auf ein einige Hauptfiguren und gibt Jedem die nötige Tiefe zur Entfaltung. Niemand nimmt in der spannenden Handlung zu viel oder zu wenig Raum ein.

Obwohl viele Elemente arg surreal erschienen, konnte man erstaunlich gut mitpuzzeln. Die Handlung setzte sich verständlich zusammen und irgendwelche Mutationen lenkten nicht vom bodenständigen Kern ab – und vergass darüber hinaus nicht, dramatische und traurig-schöne Momente einzuflechten.

Absurd, brutal, hoffnungsvoll und von Herzen gut. „Horns“ ist ein seltsames Experiment, welches vollkommen aufgegangen ist und mit witzigem Verlauf besticht. Radcliffe macht seine Sache enorm gut und passt mit seiner gesamten Ausdrucksweise wie die berühmte Faust aufs Auge. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert und nehme die Scheibe (wieder mal günstig auf dem Flohmarkt gekauft) gerne in die Sammlung auf.

8/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Der verbotene Schlüssel

Inhalt

Caroline ist Sterbebegleiterin und muss für ihren neusten Auftrag tief ins Hinterland von New Orleans reisen. Dort soll sie sich um den alten Ben kümmern, der sich weder richtig bewegen, denn reden kann. Schnell merkt die Pflegerin, dass irgendwas nicht stimmt und sich der Pflegebedürftige vielleicht nicht unbedingt freiwillig in seiner misslichen Lage befindet…

Fazit

Ein objektives Urteil zu „Der verbotene Schlüssel“ fällt mir damals (bei Veröffentlichung) und heute (nach erneuter Sichtung auf Blu-Ray) nicht leicht. Ich bin der Voodoo-Thematik recht wenig zugeneigt („Angel Heart“ ist eine krasse Ausnahme), aber irgendwie mag ich hier die dichte Atmosphäre und den spannenden Verlauf.

Schon ab der ersten Minute zieht die tolle Optik mit ansprechenden Farben in seinen Bann. Technisch zeigt sich der Titel trotz durchgehendem Mangel an Spezialeffekten von seiner besten Seite. Auf der einen Seite wirkt alles schön warm und gemütlich, auf der anderen Seite baut sich langsam ein unbehaglich-spannender Grundton auf – der im Gegensatz zu vielen Konkurrenten nicht zu einem langweiligen „nichts passiert“ verkommt. Auch wenn im Grunde sehr wenig passiert, bleibt man doch am Ball und lässt sich auf das Interessante Treiben ein.

Kate Hudson zeigt sich in erster Linie äußerst sexy, passt aber trotzdem in ihre eher ernster angelegte Rolle. Man nimmt ihr die mitfühlende Pflegerin locker ab und kann sich jederzeit gut in ihre Lage hinein versetzten, ihre Aktionen gar jederzeit bestens verstehen. Der Rest vom überschaubaren Cast gibt sich ebenfalls keine Blöße und macht seine Sache zufriedenstellend.

Was mich an diesem Film trotz so vieler Stärken jedoch gewaltig stört, ist sein schwaches Finale. Nach all der Spannung und dem Mitfiebern wird dem Zuschauer eine simple Auflösung vorgesetzt und die Handlung fühlt sich nicht richtig abgeschlossen an. Mag sein, dass es einigen Betrachtern in dieser Form gefällt, ich fühlte mich jedenfalls leicht veräppelt und dachte in den letzten Minuten ständig „da muss doch noch was kommen“ – aber dem war leider nicht so. Richtig offen war das Ende ja auch nicht, aber irgendwie zu simpel auserzählt.

Aufgrund seines enttäuschendes Abschlusses kann ich „Der verbotene Schlüssel“ leider nur bedingt empfehlen. An für sich war das Werk überraschend gut, doch das schwache Ende kostete letztlich wertvolle Punkte. Wer der Thematik nicht abgeneigt ist oder einfach einen soliden Grusel sucht, kann gerne reinschauen – seit aber auf ein möglicherweise auch für euch unbefriedigendes Finale vorbereitet.

6/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Immer Ärger mit Grandpa

Inhalt

Da Opa seit dem Tod seiner Frau nicht mehr allzu rüstig erscheint, beschließt die Tochter ihn bei sich einzuquartieren. Leider steht die Familie vor einem kleinen Platzproblem und der neue Mitbewohner muss in das Zimmer des Sohnes ziehen – welcher wiederum auf dem Dachboden seine neue Heimat findet. Dem Sprössling passt das gar nicht und erklärt Opa kurzerhand den Krieg…

Fazit

Seichte Familienkomödien gehören ja eigentlich weniger zu meinen Favoriten, doch dank Robert De Niro und Uma Thurman wollte ich dem Titel eine Chance geben. Präsentiert hat sich dann erwartungsgemäß kein Überhit, aber eine durch und durch solide-spaßige Angelegenheit ohne echten Tiefgang.

Anscheinend hatte De Niro richtig Bock auf das Projekt, da er sich seine Rollen wohl locker aussuchen kann und bei nicht-gefallen des Drehbuchs sicherlich abgesagt hätte. Jedenfalls kommt seine gute Laune überzeugend und stellenweise ansteckend daher und wertet die durchaus platten Gags ordentlich auf.

Die Geschichte ist zwar simpel gestrickt und relativ vorhersehbar, dank der guten Besetzung jedoch kurzweilig gemacht und somit absolut unterhaltsam. Alle bewährten Mechaniken greifen hervorragend ineinander und fertig ist die ordentliche Familienunterhaltung. Es ging immer irgendwas auf dem Schirm ab und selten ging es mal etwas gemächlicher zu. Das Verhalten der Darsteller – sofern überhaupt ernst zu nehmen – blieb im Rahmen der Handlung nachvollziehbar und Charakterwandlungen kamen nicht aus heiterem Himmel.

Als unerwartetes persönliches Highlight stellte sich vor allem der Nebencast heraus. Christopher Walken spielt so frisch wie schon lange nicht mehr und stiehlt bei seinen Auftritten allen anderen locker die Schau. Hier sind all die flachen Witzelein und mangelnde Innovation locker vergessen – das Herz des Filmfans geht einfach auf.

Manchmal muss man andere Kriterien an den Tag legen. Schon beim Anblick des Covers hätte ich kein geniales Meisterstück erwartet und das Ergebnis war dann wie erhofft – eine lockere Angelegenheit, die sich prima für eine Sichtung mit dem Nachwuchs eignet und einfach nur unterhalten möchte. Seine geringen Ansprüche erfüllte das Werk mit Bravur und empfiehlt sich somit vollkommen für sein geeignetes Zielpublikum.

6,5/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Roter Drache

Inhalt

Ein brutaler Serienkiller, der selbst vor Kinder nicht zurückschreckt, zwingt den ehemaligen Agenten Will Graham wieder zurück in den aktiven Dienst. Die Suche nach dem Kriminellen gestaltet sich als Wettlauf gegen die Zeit und zum Vorankommen muss sogar ein alter Feind – Hannibal Lecter – um Hilfe gebeten werden…

Fazit

Ich muss zugeben, dass ich eigentlich ein großer Fan vom „Schweigen der Lämmer“ bin, aber „Roter Drache“ seit seiner damaligen Veröffentlichung nicht mehr gesehen habe. Nun habe ich das gute Stück für kleines Geld auf dem Flohmarkt entdeckt und mir die Blu-Ray am gestrigen Abend zu Gemüte geführt.

Was besonders gefiel, war die unbehagliche Atmosphäre – die den ganzen Film über bestehen blieb und für einen eigenwilligen Sog sorgte. Selten wurde eine Spannungskurve so akkurat gehalten und immer wieder durch nette Wendungen befeuert. Es gab praktisch keine Längen und immer sehenswerte Darbietungen der ausgezeichneten Akteure.

Auch wenn Anthony Hopkins in seinen kurzen Gastauftritten mal wieder für größte Schauer sorgt, macht Edward Norton seine Sache ebenfalls sehr gut. Er kommt zwar nicht ganz an Jodie Foster heran, ist seinem exzellenten Antagonisten Ralph Fiennes mindestens ebenbürtig. Die Chemie aller Beteiligten passt und so macht das Zuschauen richtig Spaß.

„Roter Drache“ gelingt, was vielen seiner Mitstreitern verwehrt bleibt. Er baut eine einigermaßen logische und nachvollziehbare Handlung auf – der man jederzeit gut folgen konnte. Er verläuft sich nicht in unwichtigen Details und springt nicht zu krass zu überraschenden Ermittlungsergebnisse, denen der Zuschauer kaum folgen kann. Man hat das Gefühl, tatsächlich bei den Recherchen dabei zu sein und ein wenig mit zu puzzeln.

Freunde packender Thriller kommen bei „Roter Drache“ definitiv auf Ihre Kosten. Atmosphärisch bis zum Ende, toll gespielt und erstklassig konstruiert. Regisseur Brett Ratner wandelt hier auf den Spuren von Fincher und liefert einen hervorragenden Genrebeitrag ab. Ich kann die Vorgeschichte zum „Schweigen der Lämmer“ auch für Unkundige absolut empfehlen.

8,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

The Babysitter: Killer Queen

Inhalt

Zwei Jahre sind nach den Ereignissen rund um den Ritualmord vergangen und Cole besucht mittlerweile eine höhere Schule. Erwartungsgemäß glauben weder Eltern noch Mitschüler seine tragische Geschichte und er verkommt zu einem Außenseiter. Einzig seine damalige Nachbarin und beste Freundin sieht einen wahren Kern hinter seinen Panikattacken und lädt ihn zur Abwechslung zu einer krachenden Party am See ein…

Fazit

Höher, schneller und weiter. Netflix versucht mit seiner Fortsetzung zu „The Babysitter“ (http://wordpress.hard-boiled-movies.de/?p=4076) immer einen drauf zu setzen – und schiest damit etwas am Ziel vorbei.

Der Titel knüpft handlungstechnisch direkt an den Vorgänger an und präsentiert uns früh vertraute Gesichter, die sich durchaus ein wenig reifer geworden sind. Auch hier braucht die Geschichte ein wenig, um an Fahrt zu gewinnen – doch spätestens mit dem ersten Opfer ist die Aufmerksamkeit des Zuschauer wieder erobert.

Die Splattereinlagen sind erneut so kreativ wie blutig und vielleicht noch einen Ticken zahlreicher. Recycelt wurden dabei alte Feinde, welche die neuen Widersacher locker in den Schatten stellen und mit ausgewärmten Gags erneut für Stimmung sorgen. Bei anderen Titeln wäre man sich über deren lapidare Widerkehr verärgert, hier gehört die dünne Erklärung zum gewollten Gesamtkonzept. Schlimm ist es jedenfalls nicht und man bekommt zum Ausgleich eine tiefere Einsicht in deren Beweggründe.

Der Verlauf ist überwiegend kurzweilig, doch gerade im letzten Dritten beginnt der Film zu straucheln. Die im Vergleich etwas längere Spielzeit beherbergt ein paar kleinere Längen, die letztlich auch eine höhere Bewertung vermasseln. Mag Meckern auf hohem Niveau sein, doch ich hätte lieber auf ein paar Minütchen verzichtet und eine kürzere Berieselung in Kauf genommen.

Regisseur McG toppt seinen gelungenen Erstling zwar nicht, liefert jedoch eine nahezu runde und spaßige Angelegenheit ab. Die Sichtung des Vorgängers ist hierbei Pflicht – und wem der gut gefiel, sollte erneut reinschauen. Persönlich hätte ich auch nichts gegen einen dritten Teil – bei dem der Fokus hoffentlich wieder etwas mehr auf Kurzweil liegen sollte.

7/10

Fotocopyright: Netflix

The Babysitter

Inhalt

Der junge Cole und seine Babysitterin haben eigentlich ein gutes Verhältnis – bis er eines Nachts aufwacht und sie mit ein paar Freunden bei einem satanistischen Ritual erwischt. Er wird Zeuge von einem Mord und muss fortan selbst irgendwie die Nacht überleben…

Fazit

„The Babysitter“ nimmt sich selbst in keiner Sekunde ernst und fährt richtig gut damit. Als knallharter Horrorfilm wäre die Ausgangslage zu abgedroschen, als Rahmen für eine heitere Splatterkomödie geht sie jedoch vollkommen in Ordnung.

Viele Querverweise und Sprüche aus anderen Filmen sorgen für zusätzliche Stimmung und untermauern den eher Eindruck einer Hommage an das Genre, denn ein richtiger Mitstreiter sein zu wollen.

Nach einem beliebigen, austauschbaren Auftakt hat man den Titel fast schon abgeschrieben, doch spätestens mit Beginn des Rituals ist der Zuschauer voll auf der Spur. Die Splattereffekte waren handwerklich gut gemacht und augenzwinkernd übertrieben in Szene gesetzt. Man kann sich plötzlich hervorragend in die schräge Situation von Cole hineinversetzen und drückt dem sympathischen Typen einfach nur die Daumen.

Seine hübsche Gegenspielerin macht ihre Sache allerdings auch sehr gut und geht mit der notwendigen Leichtigkeit an ihre Figur heran. Sie ist aufreizend, bitterböse und zugleich charismatisch genug, um nicht als langweiliger Antagonist aufzutreten. In manchen Momenten ist sie tatsächlich schwierig einzuschätzen – und das hätte man am Anfang schlicht und einfach nicht erwartet.

Witzige Momente, hübsche Darsteller, spaßige Blutfontänen und erinnerungswürdige Zitate sorgen trotz schwachem Rahmen für prima Laune. „The Babysitter“ hat alles um einen kurzweiligen Abend zu bereiten und erfüllt somit seinen Unterhaltungsauftrag mit Bravur. Ich habe den Streifen als Vorbereitung für die Fortsetzung (Besprechung folgt) ein zweites Mal gesehen und mich erneut köstlich amüsiert. Das ausgelaugte Genre wurde um einen ausgezeichneten Beitrag ergänzt und Fans sollten echt mal reinschauen.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

John Carpenters Vampire

Inhalt

Jack Crow und seine schlagkräftige Truppe sind Vampirjäger und heimlich im Auftrag der Kirche unterwegs. Sie rotten die Nester der Blutsauger aus und feiern ihre Triumpfe. Bei seiner aktuellen Mission schaut es jedoch etwas anders aus: scheinbar haben sie sich mit einem uralten Meister angelegt – und dieser dezimiert die feindliche Gilde mit Hingabe und erschreckender Leichtigkeit…

Fazit

Ich weiß noch genau, wie hoch anno 1998 die Erwartungen an das neuste Werk von John Carpenter waren und wie enttäuscht man nach der Sichtung zurückblieb. Sicherlich ist „Vampire“ kein richtig schlechter Film, doch für meinen Geschmack ist er erst über die Jahre zu einem brauchbaren Werk gereift.

Die Geschichte ist im Grunde ganz okay, aber manchmal etwas langweilig und unspektakulär erzählt. Alles ist recht vorhersehbar und selbst die ach so gewaltige Wendung am Ende haut Niemand vom Hocker. Dank witziger Dialoge und gelegentlichen Actioneinlagen bleibt man trotzdem am Ball und kann sich einigen gelungenen Spannungsmomenten dann doch nicht entziehen.

Stellenweise ist die Atmosphäre richtig gelungen – was besonders an Carpenters Soundtrack liegt. Man wünschte sich, dass der gesamte Titel so stimmig in Szene gesetzt und auf behäbige Road-Movie-Abschnitte verzichtet würde.

James Woods beweist erneut, dass er eine coole Socke ist und haut einen markanten Spruch nach dem Anderen aus. Mag zwar manchmal etwas aufgesetzt wirken, stellt für mich jedoch ein gewisses Highlight an der gesamten Produktion. Er passt hervorragend in die Rolle des rebellischen Vampirjägers und hat sogar ein paar ebenso charmante Begleiter zur Seite gestellt bekommen. So vom Schauspiel war das Geschehen nicht immer erstklassig, aber mit Optik und Sympathie machte man den verlorenen Boden wieder gut.

Mittlerweile habe ich mich abgefunden, dass Carpenter keinen Überhit gelandet hat und sehe seinen „Vampire“ trotzdem regelmäßig an. Manche Passagen mögen ein bißchen zäh daherkommen, doch unterm Strich ist eine gewisse Kurzweil gegeben. Obendrauf noch ein ausgezeichneter Woods und ein paar handwerklich solide Splatterszenen und fertig ist der überdurchschnittliche Genrevertreter. Mittlerweile sogar vom Index und ungeschnitten ab 16 erhältlich.

6,5/10

Fotocopyright: STUDIOCANAL

The Fanatic

Inhalt

Moose lebt in schillernden Hollywood ist der größte Fan von Actionstar Hunter Dunbar. Für ein Autogramm würde er alles geben und kommt auf eine geplatzte Signierstunde überhaupt nicht klar. Er versucht herauszufinden, wo sein Idol wohnt und lauert ihm vor dessen Haustür auf…

Fazit

Es ist schon witzig, dass ausgerechnet ein Superstar wie John Travolta eine solche Rolle übernahm. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass er es selbst schon mit einigen verrückten Fans zu tun hatte und nun einfach mal auf die andere Seite des Ruhms schielt.

Insgesamt muss ich sagen, dass mich der Titel positiv überrascht hat. Zwar ist die Handlung um einen verrückten Stalker nicht neu („The Fan“, „Myserie“, etc.), lebt aber ungemein von seiner schrägen Hauptfigur, die Travolta mit Bravur und einem gewissen Mut zur Hässlichkeit verkörpert.

Der Verlauf ist nicht ganz so berechenbar wie zunächst vermutet und trotz überwiegend ruhiger Gangart ging es recht unterhaltsam zu. Man verlor nie den roten Faden und wollte immer wissen, welche Gemütslage unser Protagonist als Nächstes verkörpert.

Gut gefallen hat ebenfalls das eher triste Bild von Hollywood. Man erkennt einigermaßen gut, was abseits von Glanz bleibt und wie die normalen Einwohner ihren Lebensunterhalt bestreiten. Dies ist zwar nicht zu sozialkritisch dargestellt, kommt aber dennoch rüber.

Für Travolta war diese Produktion sicherlich eine nette Erfahrung, aber auch der Zuschauer erhält mit „The Fanatic“ ein solider Streifen rund um die Stalker-Thematik. Streng genommen gibt es wenig Neues oder sonderlich überraschendes, aber dank eines exzellenten Hauptakteurs geht der Plan von Regisseur Fred Durst (Limp Bizkit) in gewisser Weise auf. Ein durch und durch ordentlicher Titel mit hohem Unterhaltungswert.

7/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Nightlife

Inhalt

Milo und Renzo sind beste Freunde und haben den gemeinsamen Traum von einer eigenen Bar im Berliner Nachtleben. Die Bank konnten sie schon fast von einem benötigten Kredit überzeugen, doch dummerweise hat Renzo noch offene Schulden bei ganz fiesen Typen…

Fazit

Wie ich schon oft schrieb, sind deutsche Komödien immer ein Fall für sich. „Nightlife“ glänzt war ebenfalls nicht mit neuen Darstellern oder extrem außergewöhnlichen Einfällen – kombiniert bekannte Elemente jedoch überraschend geschickt und kurzweilig miteinander.

Die Handlung mag sicherlich an den Haaren herbei gezogen sein, unterhält aber durchwegs gut. Der Flow ist jederzeit extrem gelungen und lässt keine Langeweile aufkeimen. Ruhigere, lustige und etwas actionreichere Passagen halten sich gut die Waage und sorgen für ein rundes Gesamtbild.

Bei den Darstellern sticht neben Elyas M’Barek und Frederick Lau natürlich die bezaubernde Palina Rojinski ins Auge, die mehr als nur hübsches Beiwerk abgibt und schauspielerisch überzeugt. Die Chemie aller Beteiligten passt und so manch Slapstickeinlage geht erstaunlich gut auf. Man spürt, dass die Beteiligten Spaß an der Arbeit hatten und transferieren diese launige Stimmung an den Betrachter herüber.

Bei der Inszenierung gab es (an deutschen Maßstäben gemessen) nichts zu kritisieren. Eine hochwertige Optik mit knalligen Farben und interessanten Perspektiven wird von einem angenehmen Soundtrack untermalt. Im Gegensatz zu Produktionen von Schweiger und Konsorten liegt der Fokus nicht so arg auf domminierenden Musikstücken, sondern eher schlichteren Melodien im Hintergrund – was mir deutlich mehr gefiel.

Zum Einen war ich gestern Abend nach Feierabend wohl für diese Art von Film empfänglich und zum Anderen war das Ergebnis wohl wirklich nicht schlecht. „Nightlife“ schließt nirgends zu irgendwelchen Lieblingsfilmen auf und stellt auch sicherlich keine Referenz beim deutschen Film dar, macht aber wenig falsch und hält durch seine simple Weise köstlich bei Laune. Allen Freunden heimischer Komödien sei das Werk ans Herz gelegt – und alle anderen sollten (sofern der Trailer gefällt) ruhig mal reinschauen.

7/10

Fotocopyright: Warner Home Video

Der junge Wallander – Staffel 1

Inhalt

Kurt Wallander ist frisch gebackener Polizist und am liebsten mit seinem besten Freund und Kollegen Reza unterwegs. Als ein Junge aus seinem Wohnblock ermordet und Reza kurz darauf bei einer Demonstration schwer verletzt wird, sind die schönen Tage rasch vorbei…

Fazit

Ich gebe zu, die ältere Vorlage mehr oder weniger vom Hörensagen zu kennen und nie selbst geschaut zu haben. Der Ansatz mit dem jungen Ermittler hat mir allerdings recht gut gefallen und wenn Netflix mit an Board ist, kann eigentlich wenig schief gehen.

Schon zu Beginn fiel der „europäische Look“ ins Auge, der sich auf angenehme Weise von amerikanischen Produktionen abhebt. Ich kann es nicht so recht beschreiben, aber man erkennt sofort, dass es sich um eine „nordische“ Herkunft handelt und ich mag diesen Effekt einfach sehr.

Die überwiegend (und zumindest für meine Sehgewohnheiten) frischen Darsteller machen ihre Sache allesamt sehr gut und ziehen sofort ins Geschehen. Besonders der junge Wallander gefiel mit überzeugender Mimik und nachvollziehbaren Aktionen. Auch wenn es in der ersten Staffel noch verhältnismäßig gradlinig zugeht, erahnt man doch seine Stärke für tiefergreifende Wendungen – die hoffentlich noch in weiteren Episoden zum Tragen kommen.

Statt einzelner Krimifälle umspannen die ersten 6 Episoden eine durchgehende Handlung und balanciert dabei seine Bestandteile recht gut aus. So gibt es aufregende Momente, dramatische Einlagen und kleinere Liebeseinlagen. Alles hält sich gut die Waage und so ist der Verlauf durchgehend kurzweilig. Manchmal hätte das Treiben mehr „Drive“ verkraften können, doch die aktuelle Präsentation war schon okay.

„Der junge Wallander“ ist durch und durch eine solide Angelegenheit. Ein hervorragender Hauptdarsteller hebt die überdurchschnittliche Geschichte auf ein ordentliches Niveau und empfiehlt sich für eine Weiterführung. Krimifans kommen auf Ihre Kosten und für mal eben Zwischendurch habe ich die Sichtung keineswegs bereut.

7/10

Fotocopyright: Netflix

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