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Schlagwort: Besprechung (Seite 1 von 83)

The Punisher – Extended Cut

Inhalt

Elite-Polizist Frank Castle möchte endlich etwas ruhiger treten, sich mehr um die Familie kümmern und die anstrengende Arbeit als Undercover-Ermittler hinter sich lassen. Er hat jedoch nicht mit der unerbittlichen Rache von Bösewicht Howard Saint gerechnet, der als Vergeltung für seinen getöteten Sohn die komplette Sippschaft von Castle ab meucheln lässt…

Fazit

Bei den Wörtern „Extended Cut“ werden Filmfreunde wie ich immer hellhörig – und werden am Ende oftmals ziemlich enttäuscht zurück gelassen. Bestenfalls machen die zusätzlichen Inhalt kaum bemerkbar, schlimmstenfalls ziehen sie das Geschehen sogar unnötig in die Länge. Der „Punisher“ von 2004 bildet hier jedoch eine rühmliche Ausnahme und liefert in seinen zusätzlichen Minuten (!) interessante Einblicke und lässt die Handlung weitaus tiefer und runder wirken.

An und für sich war der Film schon seinerzeit recht gut und angenehm düster. Man legte eine harte Gangart an den Tag und verzichtete auf unnötigen Humor. Es gab zwar ein paar skurrilere Ideen, doch glücklicherweise wurde der allgemein raue Ton davon nicht verwässert. Durch sein verlängerte Intro geht es zwar noch nicht direkt brutal zur Sache, aber der Weg zur gestürmten Familienfeier von Castle wird anschaulicher aufgebaut.

Trotz seiner knappen 2,5 Stunden wurde der Film nie langweilig. Das Pacing aus Action, ruhigerem Storytelling und Dialog war genau richtig. Alle Figuren wurden hervorragend ausgearbeitet und Motive auf allen Seiten verständlich begründet. Sicherlich schienen einige Elemente (Hereinlegen des Bösewichtes) sehr einfach konstruiert, aber letztlich schadet dies dem Ganzen nicht.

Hatte Lundgren seinerzeit noch etwas ungestümen „He-Man“-Charme (was zu einer solchen Adaption natürlich auch irgendwo gepasst hat), doch Jane bringt hier eine gewisse Eleganz hinein – die auch so vom Gegenspieler Travolta mitgetragen wird. Beide bekannte Gesichter überzeugten in ihren – auf beiden Seiten düster gezeichneten – Rollen und gaben keinen Grund zur Klage.

Technisch geht es weitaus weniger opulent als bei anderen Marvel-Vertretern zur Sache, doch dass tut dem Spaß keinen Abbruch. Ich bevorzuge lieber die dunkleren, aber stilvollen Aufnahmen und brauche kein übertriebenes CGI-Gewitter. Die Gefechte hier laufen realistischer und härter ab, was wesentlich besser zur Materie passt.

„The Punisher“ war schon immer eine recht solide und vergleichsweise reife Comicumsetzung mit hohem Unterhaltungswert gewesen. Der Extended Cut liefert in meinen Augen genau an den passenden Stellen eine echte Bereicherung und sollte deshalb den Vorzug gegenüber der Kinofassung erhalten. Für mich bleibt dieser Titel einer der besten von Marvel und gehört somit in jede gut sortierte Genre-Sammlung!

8,5/10

Fotocopyright: Columbia Tristar

Intrusion

Inhalt

Ein junges Paar fühlt sich nicht mehr sicher im eigenen Haus. Nachdem sie für ein paar Stunden abwesend waren, wurde eingebrochen, doch seltsamerweise kein einziger Gegenstande entwendet. Irgendwas haben die Einbrecher wohl gesucht…

Fazit

Die Grundidee von „Intrusion“ war gar nicht mal übel, doch leider offeriert der Plot zu früh seine vermeintliche Auflösung und weicht dann auch nicht mehr von diesem eingeschlagenen Wege ab. Der geübte Zuschauer durchschaut die perfide Handlung nach relativ kurzer Zeit und beraubt sich so leider auch einem durchgehend hohem Spannungsbogen. Man konnte dem Treiben zwar weiterhin gut folgen, die Luft war jedoch etwas raus.

Die Darsteller haben ihre Sache gut gemacht und keinen Grund zur Beanstandung gegeben. Musste ich mich Anfangs etwas an den glatten Ehemann gewöhnen, hat es letztlich prima zu seiner Rolle gepasst. Die Inszenierung hat dagegen auf Anhieb einen guten Eindruck gemacht und trotz eingeschränkter Auswahl an Figuren und Schauplätzen mit hochwertiger Optik überzeugt. Einzig die deutsche Synchronisation war nicht immer referenzverdächtig, aber Schwamm drüber.

Das Geschehen war jederzeit unterhaltsam, trotz seiner relativ einfachen Machart und dem bereits erwähnten Schwächen beim Plot. Der Zuschauer blieb stets am Ball und wollte sich seiner Theorien bestätigt wissen.

Auch wenn „Intrusion“ das Rad nicht vollkommen neu erfindet, hat die Rahmenhandlung durchaus gefallen. Leider offeriert sich die Auflösung schon recht zeitig, so dass der Unterhaltungsfaktor im letzten Drittel spürbar abnimmt. Unterm Strich jedoch ein brauchbarer Thriller, den der Netflix-Kunde gerne mitnehmen kann.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Saw: Spiral

Inhalt

Der frappierend an die Taten von Jigsaw erinnernde Mord an einem Polizisten erweckt die Aufmerksamkeit eines Ermittler-Teams. Sie heilten den perfiden Serienkiller eigentlich für tot – oder gibt es einen Nachahmungstäter mit Insider-Wissen?…

Fazit

Ich kann mich noch gut an den ersten Teil der Reihe zurück erinnern. Schon vor seiner hiesigen Veröffentlichungen hat seine innovative Weise für Begeisterungsstürme gesorgt und den Weg für seine unzähligen Nachfolger bereitet.

Nun sind wir bereits beim neunten Streich anerkannt und trotz kleinem Gastauftritt von Samuel L. Jackson und einiger originellen Splattereinlagen sind die Spuren einer Abnutzung kaum überschaubar. Nach wie vor lebt das Geschehen weniger von einer ausgefeilten Handlung, vielmehr steht das Springen von Opfer zu Opfer im tatsächlichen Vordergrund.

Mit diesem simplen Twist könnte man eigentlich recht gut leben – wären die ekligen Momente nicht so rar gesät und die Momente dazwischen nicht so sehr mit Längen durchzogen. Die eigentliche Polizeiarbeit war etwas austauschbar, träge und leider auch gar nicht mal so gut gespielt.

Es war extrem ungewohnt Chris Rock in einer so ernst angelegten Rolle zu sehen – und genau hier lag wahrscheinlich auch mein Problem mit der Immersion oder der allgemeinen Glaubwürdigkeit. Er (und natürlich auch sein Filmvater, gespielt von Jackson) sind für sich coole Typen, doch mit Blick auf das hier präsentierte Szenario waren die Kontraste zu hart.

Über den Sinn weiterer „Saw“-Auskopplungen vermag ich eigentlich gar nicht zu diskutieren. Die schier endlose Saga hat schon lange ihren Zenit überschritten, doch besitzt offensichtlich noch immer eine gewisse Fanbase, für die sich das Produzieren der Streifen lohnt. Für sich gesehen ist „Spiral“ auch gar nicht mal so übel, liefert uns jedoch nicht mehr als bewährte Hausmannskost ohne frische Impulse. Das geht für Zwischendurch sicherlich in Ordnung, doch den Gang ins Kino darf man sich ruhig sparen – so schwer es on aktuellen Zeiten auch fallen mag.

6,5/10

Fotocopyright: STUDIOCANAL

Klassentreffen

Inhalt

25 Jahre sind vergangen und endlich treffen sich die alten Klassenkameraden auf einer kleinen Feier wieder. Während zwar einige untereinander geheiratet haben, verloren sich andere komplett aus den Augen und wurden in alle Richtungen verstreut. Je später Abend allerdings, desto emotionaler die Geschichten…

Fazit

Rein von seinem Cast ist „Klassentreffen“ ein recht beeindruckender Titel geworden. Es tummeln sich zwar keine großen internationalen Stars auf dem Filmparkett, dafür jede Menge bekannter Gesichter aus der hiesigen TV-Landschaft – und deren Zusammenspiel machte weitestgehend Spaß, auch wenn technisch nicht Alles ganz rund lief.

Die Handlung war – fast schon erwartungsgemäß – flach und wirkte vielerorts improvisiert. Es schien nur ein grobes Drehbuch vorzuliegen und die Figuren mussten ihre Konversationen augenscheinlich selbst ausformulieren. Das hatte zwar Witz, schien gelegentlich etwas unkoordiniert und nicht immer geschmeidig. Während einige Momente zum Brüllen komisch waren, zogen sich andere Abschnitte wie Kaugummi. Manchmal schienen den Akteuren die Themen auszugehen oder man wusste nicht, wie man den aktuellen Dialog sinnvoll zu Ende bringen konnte.

Technisch war das Geschehen eher durchwachsen. Wie die scheinbar eher spontan entstandenen Gespräche, hielt die Kamera mal da mal da aufs Geschehen und folgte kaum einer geraden Spur. Die Schnitte fielen dabei hart und ohne Übergang aus – so erzeugte man immerhin einen fast dokumentarischen und halbwegs passenden Look, kam manchmal leider auch stockend und unsauber daher.

Als kleiner Fernsehfilm geht „Klassentreffen“ vollkommen in Ordnung. Er punktet in erster Linie mit sympathischen Cast und weniger durch protzigen Rest. Das hinterließ einen leicht kantigen, aber überwiegend seicht-unterhaltsamen Eindruck. Kein Highlight, aber anschaubar und wahrscheinlich ganz schnell wieder vergessen.

6/10

Fotocopyright: Release Company

Anatomie

Inhalt

Kurz nach ihrer Ankunft in Heidelberg wird Studentin Paula mit merkwürdigen Ereignissen konfrontiert. Scheinbar treiben ein paar unehrenhafte Gauner im Pathologiebereich ihr böses Spiel und plötzlich landen bekannte Gesichter auf dem Seziertisch…

Fazit

Für mich ist und bleibt der erste Teil von „Anatomie“ ein wirklich herausragender deutsche Beitrag zum Horror-Genre. Er besitzt alles, was einen spannenden Streifen ausmacht und überzeugt selbst nach erneuten Durchgängen und bekanntem Finale immer noch auf ganzer Linie.

Mit Heidelberg und dem Anatomiebereich hat man nicht nur ein interessantes Setting, sondern auch ein ansprechendes Thema rund um die geheimen Logen gefunden. Die Atmosphäre passte ab der ersten Minute und wurde bis zum bitteren Ende grandios beibehalten. Alles wurde spannend, witzig und auf jeden Fall jederzeit kurzweilig erzählt. Trotz kleinerer Gags wurde die unheimliche Stimmung nie verwässert, aber irgendwie nahm man sich auch nicht zu ernst.

Die Darsteller – allein voran natürlich Franka Potente – haben ihre Sache sehr gut gemacht und vor allem gut miteinander harmoniert. Auch wenn man sich nicht in jegliche Lage hineinversetzten konnte, so sehr hat das Zuschauen dennoch Spaß gemacht und man wollte den Aktionen unbedingt folgen. Sicherlich waren einige Figuren arg schablonenhaft gezeichnet, doch der Spannung tut dies keinen Abbruch. Hin und wieder ein kleines Augenzwingern war schon in Ordnung.

Tolle Darsteller, tolle Lokationen, ein hochinteressantes Grundthema und ein hervorragendes Drehbuch machen Laune. „Anatomie“ gehört nachwievor zu meinen persönlichen Referenzen beim deutschen Film abseits von allgegenwärtigen Filmen über das Dritte Reich. Die Schöpfer haben alles richtig gemacht und die bewährtem Elemente funktionieren sogar nach mehreren Sichtungen und sogar in der heutigen, in vieler Hinsicht veränderten Zeit noch immer ganz ausgezeichnet. Unterm Strich ein sehenswerter Genrebeitrag, der durchaus Potential für einen besseren Nachfolger gehabt hätte.

8,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Reminiscence: Die Erinnerung stirbt nie

Inhalt

Der Krieg und Umweltkatastrophen haben der Erde und den Menschen stark zugesetzt. Nick Bannister hält sich seitdem mit dem Visualisieren von Erinnerungen über Wasser und schenkt seinen Kunden so wenigstens für eine kurze Zeit eine heile Welt. Sein Leben ändert sich jedoch schlagartig, als eine neue Kundin die Räume betritt und ihm sofort mit ihren Blicken verführt…

Fazit

Filme mit Hugh Jackman gehen eigentlich immer und die Prämisse von „Reminiscence“ hat sich eigentlich auch ganz spannend angehört – doch sehr ich diesen Film mit seiner stimmigen Atmosphäre auch mögen möchte, so sehr war ich dann vom Endergebnis enttäuscht..

Die grundsätzlich ansprechende Handlung wird viel zu schleppend und uninspiriert erzählt. Durch ihre träge Machart verliert man trotz interessantem Inhalt immer mal wieder den roten Faden und konnte manchen Aktionen nur schwerlich folgen. Vielleicht hat man als geübter Zuschauer in einigen Bereichen einfach zu komplex gedacht – denn die anfänglich vermutete Verschwörung fiel gar nicht so weitreichend, wie befürchtet aus.

Entweder hätte man das Geschehen noch viel packender, oder zumindest etwas straffer gestalten müssen. Mit knapp zwei Stunden war die Länge human, aber dennoch zu langatmig ausgefallen. Die Bildsprache zwar stellenweise recht eindrucksvoll, dennoch konnte sie nicht über die Schwächen beim Storytelling hinweg täuschen. Gleiches gilt übrigens auch für Jackman. Sein Spiel war routiniert gut, aber eben nicht zu dominant zum Ablenken.

Eine schöne audiovisuelle Präsentation und ein gefälliger Hauptdarsteller sind markante Eckpfeiler, die leider nicht über den streckenweise schnarchigen Inhalt hinwegtrösten können. „Reminiscence“ zeigte gute Ansätze und versank im Mittelmaß. Gerne hätte ich dem Titel eine höhere Wertung verpasst, aber einige Passagen waren so langweilig, das mich das Werk fast verloren hätte. Wer sich von der Geschichte angesprochen fühlt zappt vielleicht bei einem Streaming- Anbieter mal rein, der Rest kann getrost ignorieren.

6/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

Kate

Inhalt

Eine Auftragskillerin wird selbst zum Opfer. Sie wird vergiftet und hat nur 24 Stunden Zeit, um ihre Peiniger innerhalb Tokyos ausfindig zu machen und Rache auszuüben…

Fazit

Beim neuen Actiontitel „Kate“ punktet Netflix vor allem beim atmosphärischen Setting, welches gut zur zur Handlung gepasst hat. Vielleicht sind manche Aufnahmen einen Ticken zu dunkel ausgefallen, doch insgesamt machte Tokyo als Schauplätz Einiges her und man konnte sich schnell im Geschehen fallen lassen.

Im Grunde möchte ich „Kate“ mehr mögen, doch irgendwie ist es mir nicht vollends gelungen. Dass es relativ wenig von Woody Harrelson zu sehen gab, habe ich im Vorfeld irgendwie vermutet – doch das der Verlauf insgesamt etwas schleppend ausfiel leider erst nicht wahr haben wollen. Abseits der schönen audiovisuellen Umsetzung versteckt sich lediglich ein recht bodenständiger, wie austauschbarer Rachefeldzug, der dem ausgelauchten Genre keine neuen Impulse verleihen konnte.

Der Streifen folgte einem bewährten, wie bekannten Muster und wich mangels wenig komplexer Rahmenhandlung auch nicht von seinem vorbestimmten Verlauf ab. Zwar versuchte man gen Finale die ein oder andere kleine Wendung zu integrieren, aber irgendwie wollten diese Ansätze dann auch nicht mehr zünden und ringen dem Betrachter höchstens ein beiläufiges „Aha“ ab.

Mary Elizabeth Winstead hat ihre Sache als „Titelhelden“ soweit souverän absolviert und überzeugte mit gut einstudierter Choreografie in manch schick gemachter Kampfsequenz. In diesem Momenten macht das Treiben dann so richtig Laune, die sich an anderer Stelle leider als Mangelware erwies.

Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden und deshalb mache ich „Kate“ wegen seiner unerwartet konservativen Weise keinen Vorwurf. Während Technik und Darsteller soweit gepasst haben, schlug vielmehr das zuweilen äußert behäbigem Storytelling auf den Magen und so wirkte das Gesamtergebnis für mich nur mittelprächtig. Anschaubar, aber kein großer Hit und als „Inklusiv-Artikel“ irgendwo vollkommen in Ordnung.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Deadly Voltage – Gefangen im Gewittersturm

Inhalt

Ein verehrender Gewittersturm durchquert die Gegend von Wisconsin. Forscher sind sich um die schlimme Lage bewusst, doch ausgerechnet einer von ihnen befindet sich dort zu einem Ausflug mit seiner Familie…

Fazit

Normalerweise stehe ich auf gute und zuweilen auch anspruchsvolle Filme, doch irgendwie hab ich auch ein Herz für günstigere Produktionen von Asylum und Konsorten. Meist schlage ich im EuroShop entsprechend günstig zu habe schon beim Betrachten des Covers keine sonderlich hohen Erwartungen an das Endprodukt. Ich möchte nach einem langen Arbeitstag lediglich seicht bei Laune gehalten werden – und genau in diese Kerbe schlagen diese Genrefilme dann meist auch. „Deadly Voltage“ jedoch hinterließ einen merkwürdigen, fast schon fragenden Eindruck…

Gefragt habe ich mich die ganze Zeit, wann das Treiben endlich loslegt, wann es endlich ein paar Effekte zu bestaunen (oder zu belächeln gilt) und dann sich endlich ein gemütlicher Flow einschleichen wird. Mit schlechten Schauspielern, unterirdischer Synchronisation und dünner Handlung hatte man bereits gerechnet – doch das ausgerechnet am Kern der ganzen Sache so gewaltige Abstriche gemacht wurden, war schon erstaunlich übel.

Das Geschehen plätscherte vor sich hin und nahm nie richtig Fahrt auf. Einzig in den letzten Minuten markierten minimalistische und keineswegs gut integrierte Blitze für etwas Stimmung, doch da hatte der leidensfähige Zuschauer längst innerlich abgeschaltet. Es war zu viel und zu wenig – und vor allem weil bisherige Verlauf zu träge, zu uninteressant, zu dämlich konstruiert wurde. Man redete immer mal wieder über die Ereignisse, stützte aber nichts mit brauchbarem Material. Es gab ein paar pixelige TV-Aufnahmen oder nichts sagende Grafiken auf einem iPad und das wars mit dem ach so tollen Aufbau einer Atmosphäre.

Bei einem Katastrophenfilm erwarte ich in erster Linie aufregende Bilder und bin beim Rest zu Abstrichen bereit. Allerdings ist es fast schon vermessen, „Deadly Revenge“ diesem Genre zuzuordnen – denn außer langatmigen Konversationen gibts wenig bis gar nichts zum eigentlich Thema zu sehen und eine Spannungskurve war faktisch nicht vorhanden. Selbst für kleines Geld ein schwacher, kaum unterhaltsamer Titel, der in allen Ebenen einfach nur enttäuscht.

2,5/10

Fotocopyright: Lighthouse Home Entertainment

Luca

Inhalt

Luca ist ein Meerungeheuer und lebt folgerichtig mit seinen Eltern im tiefen Meer. Eines Tages jedoch wird der kleine Racker pflüge und will unbedingt wissen, woher die seltsamen Menschen in ihren Fischböten stammen und wagt sich ans Land…

Fazit

Wahrscheinlich war auch Luca ein Opfer des erneut gebeutelten Kino-Jahres und erschien infolgedessen direkt im Streaming. Um ganz ehrlich zu sein, wurde uns optisch erneut ein fabelhaftes Erlebnis präsentiert, aber vom filmischen Aspekt bestenfalls solide solide Kost geboten.

So originell die Grundidee an sich auch sein mag, so bodenständig und vorhersehbar der Verlauf jedoch. Man erahnt früh, wie das Hase läuft und wie sich diese Geschichte wohl entfalten wird und so blieben größere Überraschungen schlicht weg aus. Das war im Anbetracht eines jüngeren Zielpublikums zum Glück nicht weiter tragisch und geht somit ausnahmsweise in Ordnung.

Die Animationen waren fabelhaft, die warmen Farben vermittelten Urlaubsfeeling. Das Seeting fühlte sich trotz abstrakt proportionierter Figuren irgendwo glaubwürdig und zum Wohlfühlen an. Alles wirkte wie aus einem Guss und sorgfältig konstruiert. Sicherlich war die Welt etwas kleiner als bei anderen Werken, aber immerhin sehr detailreich und hübsch gestaltet.

Technisch gab es nichts zu bemängeln. Audiovisuell lieferte uns Pixar erneut einen Kracher ab, dessen eigentlicher Inhalt da nicht ganz Schritt halten konnte. Im Kern ist „Luca“ recht bodenständig, unaufgeregt und zielstrebig. Für die Jüngeren mag das trotzdem ein großer Spaß sein, für uns Ältere fehlt da ein bisschen war. Unterm Strich bleibt der Titel aber sehenswert und sympathisch.

7/10

Fotocopyright: Disney

Texas Chainsaw 3D

Inhalt

Als das kannibalistische Treiben der Sawyer-Familie enttarnt wird, gibt es für den Lynch Mob kein Halten mehr und selbst der Sheriff konnte diesem Treiben nur ohnmächtig zuschauen. Ein kleines Mädchen konnte in Sicherheit gebracht werden, doch der Rest der Familie fiel den Angreifern zum Opfer. Nun sind etliche Jahre vergangen und aus dem Kleinkind ist eine junge Frau geworden, die endlich ihr Erbe antritt…

Fazit

Für mich bleibt der erste Teil dieser mitunter leicht kontroversen Filmreihe absolut unerreicht, doch mit diversen Fortsetzungen habe ich mich ebenfalls prächtig amüsiert. Bauten die Teile zuweilen recht lose auf dem spannenden Grundgerüst auf, hat man sich mit „Texas Chainsaw“ an eine konsequente Fortsetzung bzw. Weiterentwicklung des Originals gewagt und sich gar nicht erst als Reboot versucht.

Schon das Intro mit seinen altbekannten Ausschnitten sorgt für gute Laune und lässt das Fanherz schneller schlagen. Die Handlung an sich mag simpel, doch irgendwo auch recht konsequent weitererzählt worden sein. Der Verlauf ist natürlich arg um die vorherigen Ereignisse herum konstruiert, aber gar nicht mal so schlecht gelungen.

Was diesem Teil – fast schon erwartungsgemäß – abging, war der „Terror-Faktor“ des Erstlings. Fehlenden Grusel kaschierte man mit deftigen Zertückelungseinlagen und allerlei derben Momenten, doch die große Gänsehaut blieb dabei aus. Das mag jetzt enttäuscht klingen, aber irgendwie auch nicht. Die Sehgewohnheiten haben sich im Laufe der Jahre geändert und ein eher simpler Psycho-Horror hätte beim aktuellen Zielpublikum möglicherweise kein Stück mehr funktioniert.

Der Verlauf an sich gestaltete sich dann vergleichsweise Konservativ. Das Schema ist schnell durchschaut, die Figuren recht oberflächlich ausgearbeitet und Überraschungen blieben aus. Immerhin war das blutige Treiben jederzeit angenehm kurzweilig und so gab es wenig zu beklagen. Über Logiklücken oder fragwürdige Verhaltensweisen mancher Figuren machte man sich keinen Kopf.

„Texas Chainsaw“ ist ein prima Film zum Entspannen nach einem harten Arbeitstag. Er schlägt für alte Fans die Brücke zu einem Klassiker und bietet Neueinsteigern als seichter Splatterspaß durchaus erinnerungswürdige Momente. Der Film ist nüchtern betrachtet sicherlich kein Meisterwerk, aber mit den richtigen Erwartungen eine kurzweilige Weiterführung des schrecklichen „Sawyer“-Mythos.

7/10

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

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