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Schlagwort: Besprechung (Seite 1 von 16)

Inspector Mathias – Mord in Wales – Staffel 1

Inhalt

Laut Angaben seines Vorgesetzten ist Tom Mathias „das beste Pferd im Stall“ und immer für die Lösung verzwickter Fälle zu gebrauchen. In der ersten Staffel kämpft er sich durch vier Ermittlungen in Spielfilmlänge und lässt sich dabei nicht von beeindruckenden Kulissen von Wales ablenken.

Fazit

Gelegentlich mal eine kleine Krimi-Serie geht in Ordnung und zu einem Preis von gerade einmal einem Euro (EuroShop) konnte man sowieso nicht „nein“ sagen. Selbst wenn die Erwartungen eher gering sind – für das kleine Geld würde man nicht unbedingt Meckern wollen.

Ich könnte jetzt alle vier Filme einzeln besprechen, doch wie zuletzt bei „Kissing Booth“ würden sich zu viele Phrasen wiederholen. Da alle Episoden zudem auf etwa gleichem Niveau waren und ich bei Serien grundsätzlich die gesamte Staffel betrachte, bliebt es halt bei einer – leider eher durchwachsenen – Bewertung.

Grundsätzlich bietet die Produktion wenig Neues. Sie verknüpft Standard-Kriminalfälle mit hübschen Kulissen und einer etwas schrulligen Hauptfigur – und vielleicht lag auch hier Eines der offensichtlichen Probleme. Während dem gesamten Verlauf bin ich weder mit Mathias, noch mit seinen Assistenten warm geworden. Sie waren sympathisch, machten ihre Sache unterm Strich recht gut – aber irgendwie schienen sie nicht „kantig“ bzw. charismatisch genug. Sie boten wenig Wiedererkennungswert und schon gar keine kultverdächtigen Eigenheiten.

Die Fälle wurden nach Routine abgefertigt und boten wenig Raum zum „miträtseln“. Es ging manchmal recht schleppend, immer aber wenig überraschend voran. So plätscherten die Ermittlungen weitestgehend vor sich her und führten nie auf eine falsche Spur bzw. zu falschen Verdächtigen. Selbst als ungeübter Tatort-Zuschauer stand man nie vor unüberwindbaren Wendungen und fühlte sich gelegentlich eher etwas gelangweilt – statt vom Geschehen gepackt.

Genrefreunde bekommen mit „Inspector Mathias“ einen soliden, aber keineswegs überragenden Vertreter auf die Mattscheibe. Nichts sticht hier sonderlich hervor, aber größere Patzer waren glücklicherweise auch nicht zu verzeichnen. Als seichte Unterhaltung zum Einschlafen sicherlich geeignet, jedoch weit von einem Geheimtipp entfernt. Sollten weitere Staffeln ebenfalls so verramscht werden, würde ich zuschlagen – ansonsten bestünde jetzt nicht der zwingende Drang zu Weiterschauen. Ingesamt okay, aber kein Pflichtprogramm. Einen halben Bonuspunkt für die nette Technik und die schönen Landschaften.

5,5/10

Fotocopyright: Polyband/WVG

Greyhound – Schlacht im Atlantik

Inhalt

Mitten im Zweiten Weltkrieg wird Commander Ernest Krause sein erstes Kommando über ein hochmodernes Kriegsschiff übertragen. Seine Nervosität ist bei der Mannschaft zu spüren und so stehen sie ihrem Auftrag skeptisch gegenüber…

Fazit

Um es bereits zu Beginn ganz ehrlich auszudrücken, war „Greyhound“ so etwas wie „Viel Lärm um Nichts“ für mich. Im Vorfeld gab es Diskussionen wie eine Kinoveröffentlichung in diesen Tagen realisiert werden kann und wie kostspielig dann der Erwerb seitens Apple an war – und am Ende hat sich die Aufregung gar nicht recht gelohnt. Mit einer soliden Grundgeschichte und vorn allem wegen Tom Hanks hätte das Ding eigentlich enorm Potential gehabt, doch noch während der Sichtung machte sich schnell die Ernüchterung breit.

Man muss schon ein Faible für Kriegsfilme und Schiffs- bzw. U-Boat-Schlachten an sich haben, um die volle Brandbreite des Titels auszuschöpfen. Sicherlich stand der unerfahrene Commander (durch Tom Hanks verkörpert) im Vordergrund, doch kompakte Laufzeit und reichlich drumherum nahmen dem Schauspiel-Veteranen ein wenig die Bühne und seine Figur wurde gefühlsmäßig nicht voll ausgebaut. Seine Einführung (zusammen mit der bezaubernden Elisabeth Shue) verlief recht sehenswert und emotional, im weiteren Geschehen war davon immer weniger zu erblicken.

Besonders holprig empfand ich das gesamte Storytelling. Ich bin trotz aufmerksamer Betrachtung kaum in die Handlung hinein gekommen und konnte mich einfach nicht „fallen lassen“. Alles wirkte hektisch, nicht immer direkt nachvollziehbar und irgendwie immer wie für beinharte Historienfilm-Fans – die hier sicherlich besser folgen konnten und zumindest ansatzweise die aktuellen Szenarien erkennen konnten. Als logische Konsequenz tat sich dann auch die ein oder andere Länge auf und der Verlauf war trotz vergleichsweise geringer Laufzeit (knapp 90 Minuten – inklusive längerem Abspann) recht zäh.

Schön anzusehen immerhin die reichlich vorhandenen Schlachten, die durch ihre kühle Inszenierung und teils arg blassen Figuren schon wieder kühl und fast leblos wirkten. Man sah das Budget immer mal wieder durchblitzen, aber rein mit Gefechten auf hoher See (ohne jegliche Abwechslung) konnte ich zumindest eher wenig anfangen.

An der Geschichte vermag ich aufgrund der realen Gegebenheiten nicht mäkeln. Hanks war ebenfalls gut, nur gefühlt weniger präsent als in seinen anderen Hauptrollen. Größte Kritik die schleppende Struktur, die selbst ein zeitlich überschaubares Werk unerwartet lang erschienen ließ und nicht immer genügend Tiefe bot. Bis auf Hanks gab es kaum Charakterzeichnung – und von ihm noch viel zu wenig. Genrefans haben bestimmt ihren Spaß an „Greyhound“ – für mich, der eher andere Filmrichtungen bevorzugt – war es dann eher etwas schwach und zu unrund. Entweder geschmeidige Ausarbeitung von Figuren und Gefühlen – oder stilvolle Action ohne Ende – „Greyhound“ bot mir von Allem zu wenig.

6/10

Fotocopyright: Apple

Manchmal kommen Sie wieder

Inhalt

Nach etlichen Jahren verschlägt es Lehrer Jim in seine alte Heimat, die mit schmerzlichen Erinnerungen verbunden ist. Vor vielen Jahren verlor er hier seinen Bruder durch die Hand von einigen Halbstarken – die dann selbst einem Zug zum Opfer gefallen sind. Nun steht er im Unterricht und muss feststellen, dass einige Schüler den damaligen Peinigern verdammt ähnlich sehen…

Fazit

Nach der tollen „The Outsider“-Serie, hatte ich mal wieder Lust auf eine weitere Umsetzung von King und spontan fiel die Wahl auf „Manchmal kommen Sie wieder“ – den ich schon länger nicht mehr gesehen habe.

Der Film an sich bricht ein wenig mit heutigen Sehgewohnheiten und macht seine Herkunftsepoche (und das wohl eher geringere Budget) vielerorts sichtbar. Ein ruhiger Spannungsaufbau und gar nicht mal so hektische Schnitte führen behutsam durch die recht spannende Handlung ein und laden zum versinken ein. Alles wirkt herrlich altbacken, entschleunigt und wie aus der frühen Jugend.

Der Plot ist verhältnismäßig simpel, wurde aber unterhaltsam auf eine normale Laufzeit gestreckt. Größenteils verlässt man sich dabei auf eine guten Darsteller, die bei uns in der deutschen Fassung mit grandiosen Sprechern bestückt wurden. Sie machen die übernatürliche Handlung etwas bodenständiger und somit greifbarer. Obwohl die Geschichte schwerlich nachvollziehbar ist, gelingt das Hineinsetzen in die Charaktere erstaunlich gut. King-typische Rückblenden geben dem Geschehen die notwenige Hintergrundtiefe und lockeren die Erzählstruktur angenehm auf.

„Manchmal kommen Sie wieder“ ist eine der früheren und durchwegs solideren King-Adaptionen, die auch heute noch mit ihrem Charme gefallen. Durch seine altbackene Art sicherlich nichts für Jedermann, aber insgesamt noch eine Empfehlung wert. Sollte nur Interesse am ersten Teil bestehen, kann ich bedenkenlos die „Horror Collection“ auf Blu-Ray ans Herz legen. Diese beinhaltet zum schmalen Taler zusätzlich die Klassiker „Katzenauge“ und „Der Werwolf von Tarker Mills“ – in ähnlich hervorragender HD-Qualität.

6,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

The Outsider – Staffel 1

Inhalt

Familienvater Terry Maitland wird überraschend von der Polizei abgeführt und dem Mord an einem kleinen Jungen bezichtigt. Er streite alle Vorwürfe ab, doch der örtliche Sheriff sieht trotzdem genügend Indizien für eine Inhaftierung. Eigentlich sind die Beweise gegen Terry absolut erdrückend, doch plötzlich tauchen beispielsweise Überwachungsvideos auf, die den Verdächtigen während der wahrscheinlichen Tatzeit an ganz anderen Orten zeigen…

Fazit

Nach all den Jahren ist Stephen King noch immer ein Garant für interessante Film- und Serienvorlagen, was sich mit „The Outsider“ mal wieder positiv bestätigen sollte.

Schon ab der ersten Folge zieht das Geschehen in seinen Bann und hält seinen dichten Spannungsbogen bis zum bitteren Ende bei. Es gab keinerlei nennenswerte Längen und trotz mancher minimalen Ungereimtheit gab es beim Telling nichts großartig zu kritisieren. Vielleicht hätte man sich hin und wieder ein paar greifbarere Lösungen gewünscht, doch unterm Strich konnte ich mit den gebotenen Elementen sehr gut leben. Leider kann und will ich diesbezüglich nicht mehr verraten, Kenner der Serie ahnen eventuell was ich damit meine. Schließlich war der Verlauf auch nicht ungewöhnlich für King.

Am besten gefielen mir die vielen unterschiedlichen Charaktere, deren Hintergründe prima ausgearbeitet wurden und durch das Serienformat zu ausreichender Tiefe gekommen sind. Jede noch so kleine Rolle wurde sorgfältig und hervorragend besetzt. Ben Mendelsohn war selten besser, von Jason Bateman hätte ich jedoch gerne mehr Screentime gesehen. Alle harmonieren so perfekt miteinander und geben auf die jeweiligen Schicksale aufmerksam acht. Keine Figur steht als strahlender Held da – alle haben ihre Sorgen, Probleme und Schläge des Lebens erfahren. Dies bildet die Grundlage für einige wirklich traurige Diskussionen, die nicht stumpf an den Haaren herbei gezogen wurden und durchaus mit realen Ereignissen zu vergleichen sind.

Nicht jede Adaption von Meister King war außerordentlich gelungen. Bei Serien und insbesondere bei Filmen gab es einige Knaller, aber leider auch ein paar Nieten zu verzeichnen. „The Outsider“ reiht sich glücklicherweise zu den gelungeneren Verfilmungen ein und bietet alles, was eine dichte Serie auffahren muss: tolle Charaktere, eine zunächst verwirrende – aber packende – Handlung und Dialoge auf den Punkt. „The Outsider“ hat also insgesamt sehr gut bei Laune gehalten und musste natürlich innerhalb weniger Abende durchgeschaut werden. Wer aktuell eine gute Mysterie-Serie sucht, sollte unbedingt mal reinschauen. Entwarnung gibt es zudem für zartbesaitete Gemüter: King schafft ihr unterschwellige Spannung ohne explizite Einblicke – und das war auch gut so.

8/10

Fotocopyright: HBO/Sky.de

Becky

Inhalt

Becky fährt mit Ihrem Vater raus aufs Land und möchte in einem abgelegenen Ferienhäuschen ein paar entspannte Tage verbringen. Zu ihrem Ärger hat sich jedoch Daddys neue Flamme mitsamt Nachwuchs ebenfalls einquartiert und die trotzige Teenagern meidet den Kontakt. Richtig brenzlig wird es allerdings, als ein paar finstere Gestalten aufkreuzen und das Pärchen als Geiseln halten. Becky ist nun auf sich allein gestellt….

Fazit

Ein paar gute Splattereffekte machen noch keinen guten Film und „Becky“ ist da ein gutes Beispiel. Die Story ist weder neu, noch sonderlich keck in Szene gesetzt und erlangt einzig durch seinen männlichen Hauptdarsteller Kevin James etwas mehr Aufmerksamkeit, als ihm vielleicht zusteht.

„Becky“ fühlt sich jederzeit wie ein typischer Genrevertreter an und hebt sich nie wirklich aus der breiten (und überwiegend mittelprächtigen) Masse hervor. Alles wirkt kalkuliert, nach stringentem Muster runtergespult und gelegentlich langweilig in Szene gesetzt – trotz einer jungen Darstellerin (Lulu Wilson), der hoffentlich noch einige Türen in Hollywood offen stehen werden.

Lulu agiert – besonders gemessen an ihrem Alter – richtig gut und lässt im manchmal leicht trostlosen Geschehen ein breites Lächeln aufkeimen. Sie tritt den Widersachern mutig entgegen und bringt in den deftigen Abschnitten einen angenehmen Kontrast zu ihrem kindlichen Wesen. Ihre freche Art lockert das eher ernste Treiben wunderbar auf und stellt somit ein kleines Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz.

Kurzweil ja, aber empfehlenswert nur bedingt. Es tat durchaus gut, Herrn James mal in einer ungewöhnlichen Rolle zu erblicken, doch so recht überzeugen konnte der Auftritt leider nicht. Er spielte seine Figur mit viel Routine, aber ohne echtes Herzblut. Alles wirkte jederzeit wie berechnete Hausmannskost, konnte trotz kleinerer Ekelszenen keine uneingeschränkte Anschau-Pflicht herausarbeiten. Nichtsdestotrotz hatte „Becky“ ein wenig Charme und so dürfen Interessierte (und nicht unbedingt zart besaitete Gemüter) ruhig mal reinschauen. Richtig super war das Gebotene nicht, aber glücklicherweise auch kein Totalausfall.

6/10

Fotocopyright: Yale Productions

Blue Jean Cop

Inhalt

Ein Drogendealer erschießt einen Polizisten und muss sich dafür vor Gericht verantworten. Während er sich mit seiner Lage abgefunden hat, wittert sein Anwalt eine größere Verschwörung bei den Ordnungshütern…

Fazit

So rein von der Optik und Inszenierung ist „Blue Jean Cop“ ein typischer Vertreter seiner Zeit und somit wirklich eher was für Genreliebhaber dieser Epoche. Handwerklich solide gemacht und noch relativ jungen Stars bestückt unterhält der Film schon einigermaßen gut, reißt aber keinen Betrachter mehr vom Hocker

Der Titel wirkt schon etwas altbacken und damit wenigstens sehr charmant. Alles wurde routiniert und für damalige Verhältnisse hochwertig inszeniert. Gemächliche Schnitte, handwerklich stabile Action und ein paar nett dreinblickende Gesichter geben auch heute noch keinen echten Grund zur Klage – nur bleibt es eben eigene Ermessungssache, inwieweit dies noch anschaubar ist.

Der Verlauf ist insgesamt ordentlich und weißt nur kleinere Längen auf. Es ging eigentlich immer unterhaltsam zur Sache und leistete sich vom Ablauf her keine nennenswerten Mängel. Natürlich schien die brisante Thematik recht harmlos umgesetzt, ändern tut sich beim Spaßfaktor jedenfalls nichts.

„Blue Jean Cop“ ist ingesamt ein ordentlicher Vertreter seiner Zunft und bietet durch und durch herrlich altmodische Unterhaltung. Wer damit leben kann und einfach nicht Mehr erwartet, kann somit glücklich werden. Elliot und Weller zu ihren besten (aber nicht unbedingt filmisch besten) Zeiten, machen durchaus Spaß und der Unterhaltungsfaktor passt soweit.

6,5/10

Fotocopyright: 375 Media

The Hater

Inhalt

Ein junger Studienabbrecher findet eine Anstellung bei einer dubiosen Internetagentur, wo er zunächst im Content-Management, später bei fragwürdigen Anti-Kampagnen tätig ist. Das Manipulieren von Produkten und Personen geht wunderbar mit seiner realen Einstellung einher und so arbeitet er sich auf verschiedenen Wegen nach Oben. Mit der Zeit muss er jedoch schmerzlich feststellen, das Verleumdungen im Internet auch reale Konsequenzen mit sich ziehen können…

Fazit

Mit „The Hater“ hat mich „Netflix“ so völlig ohne Vorahnung überrascht und umso größer die Freude, meine kostbaren – immerhin fast 2,5 Stunden – nicht sinnlos verschwendet zu haben.

Die Geschichte ist zwar gespickt mit einigen Übertreibungen oder Ungereimtheiten, fängt trotzdem den aktuellen Nerv recht gut und vor allem sehr unterhaltsam sein. Vereinfacht – und damit für Unkundige gut verständlich – wird hier der Aufstieg und Fall von Internetphänomen zelebriert und aufgezeigt, wie viel Macht eine virtuelle Kampagnen haben kann.

Durch seine – zumindest in unseren Breiten – eher unbekannten Darsteller gewinnt die Handlung an zusätzlichem Reiz, da man sich vollends auf deren Leistungen konzentrieren kann und nicht mit gedanklichen Vorbelastungen ans Werk geht. Kein Gesicht ist innerlich bereits einer Rolle verschrieben und der Betrachter somit völlig unbedarft. Das Konstrukt lebt schon deutlich von seiner Unberechbarkeit, welche hierdurch nur weiter erhöht wird. Man weiß nie, ob der Hauptdarsteller noch einmal auf den rechten Weg kommt oder zum ultimativen Antagonist verkommt.

Nicht unbedingt extrem aufwändig und schon gar nicht mit großen Effekten, erzählt uns „The Hater“ eine durchaus wichtige und aktuelle Geschichte – die durchwegs spannend und gut besetzt ist. Glücklich bin ich zudem über das gut gemachte Ende, welches den richtigen Ton trifft und die bisherigen Ereignisse nicht verwässerte. Unterm Strich ein sehenswerter Titel, mit dem mich der Streaminganbieter wiedermal sehr angenehm überrascht hat.

8/10

Fotocopyright: Netflix

Arkansas

Inhalt

Zwei Nachwuchsgangster wollen endlich mehr Verantwortung und somit größere Geschäfte erledigen. Als deren Chef plötzlich ermordet wird, stehen sie allein da und müssen sich um Aufträge kümmern. Dabei treffen sie auf einen zwielichtigen Typen, der ebenfalls an seinem Aufstieg in der Unterwelt arbeitet…

Fazit

Schon auf den ersten Blick wird klar, dass sich „Arkansas“ von altbewährten Gangsterfilmen unterscheidet. Seine Optik wirkt fast schon amateurhaft und seine bestenfalls mittelprächtige deutsche Synchronisation unterstreicht den zunächst gar nicht mal so erbaulichen Ersteindruck. Es dauert glücklicherweise nicht allzu lange und der Zuschauer erkennt das gewollt merkwürdige Stilmittel und wird in einen angenehmen Sog gezogen.

Die Handlung unterteilt sich in mehrere Teile, die jeweils knapp 20 Minuten einnehmen und die Hintergründe des jeweils anzutreffenden Finales erläutern. Fokus liegt dabei auf die Zeichnung der Hauptfiguren, die sich wahrlich eine Auszeichnung verdient. Auf allen Seiten begegnen wir schräge Vögel, die doch irgendwo ans Herz wachsen und hierdurch zum dranbleiben animieren. Deren Handeln und Motivation wird unterhaltsam und frei von Längen präsentiert.

Der Cast ist für so einen eher kleinen Film recht beachtlich. Von John Malkovich über Liam Hemsworth bis Vince Vaughn sind hier einige bekannte Namen zugegen. Nicht nur in kleinen Nebenrollen, sondern in echten Hauptrollen mit entsprechend viel Screentime. Vaughn begeisterte erneut in einer ungewohnt krassen Figur und macht damit Appetit auf Mehr. Gerne würde ich noch ein paar Actionfilme mit ihm sehen.

Zugegeben: Die Meisten Kritiken waren nicht so der Hammer, aber mir hat „Arkansas“ erstaunlich gut gefallen. Ob die technischen Schwächen gewollt oder wirklich nur kleinem Budget und mangelnder Erfahrung geschuldet ist, sei einfach mal dahin gestellt. Für mich lieferten die Macher einen dreckigen kleinen Thriller mit schrägen Figuren und durchwegs unterhaltsamer Handlung ab. Ein gelungenes Ende rundete dann den launigen Verlauf ab. Den Streifen würde ich mir durchaus noch ein weiteres Mal reinziehen.

7/10

Fotocopyright: Lionsgate / Storyboard Media

Der Professor

Inhalt

Das Leben von Hochschulprofessor Richard wird nach einer schrecklichen Diagnose endgültig aus der Bahn geworfen. Laut seinem Arzt ist er unheilbar krank und hat ungefähr noch ein Jahr zu Leben.

Fortan bricht der Professor aus seinem bisherigen Alltag aus, trinkt, raucht und ist fast schon schmerzlich ehrlich zu seinen Mitmenschen…

Fazit

Manche Filme schaut man nur wegen seiner Darsteller und genau dies war hier der Fall. Die Inhaltsangabe allein hätte nicht unbedingt Begeisterungsstürme hervor gerufen, doch der Name Depp sorgt für ein wenig Aufmerksamkeit. Es war quasi von vorn herein klar, dass ihm diese Rolle durchaus auf den Leib geschneidert ist – betrachtet man sein wildes Leben mit seinen vielen realen Eskapaden.

Man kann über Depp sagen, was man will – aber hier macht er seine Sache erwartungsgemäß gut und vor allem glaubwürdig. Auch wenn die Handlung an sich gar nicht mal so stark oder außergewöhnlich ist, wertet sie der liebenswert agierende Darsteller zur absoluten Sehenswürdigkeit auf.

Die Geschichte wird dank seiner Hauptfigur herrlich unterhaltsam präsentiert und trotz seiner vielen Dialoge wird es eigentlich nie langweilig. Man folgt dem zuweilen leicht verstörenden Geschehen und fragt sich, welche Dinge wohl noch passieren werden – oder wie man selbst in dieser Lage handeln würde.

Man schafft übrigens sehr toll den Spagat aus witzigen Momenten und trotzdem einer gewissen Ernsthaftigkeit, die mit der dramatischen Ausgangslage unweigerlich einher gehen sollte. Obwohl sich die Hauptfigur ein paar absurde Ausreißer seinen Mitmenschen gegenüber leistet, vergisst er jedoch nie wer seine Freunde sind und ehrt diese durch zunächst gar nicht geahnte Lobeshymen. Durch diesen guten Kern kann man dem Sterbenden seine Taten sowieso nicht mehr übel nehmen und fühlt deutlicher mit ihm mit. Neben deftigen Schenkelklopfern gibt es immer wieder besinnliche, gar traurige Momente – die irgendwo immer mit Hoffnung gespickt sind und den Betrachter in kein Loch werfen.

Der englische Originaltitel „Richard Says Goodbye“ gefällt mir eigentlich besser als der Deutsche, doch ändert dies grundsätzlich nichts an dessen Qualität. Depp macht Spaß und gibt dem eher unspektakulären Szenario einen angenehmen Touch. Wer sich mit der Geschichte anfreunden kann und keinen Actiontitel oder Ähnliches erwartet, darf ruhig mal reinschauen. Trotz deprimierender Thematik regiert die Kurzweil und ein versöhnliches Lächeln auf den Lippen.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

The Kissing Booth 1+2

Inhalt – Teil 1

Quasi schon seit ihrer Geburt sind Elle und Lee beste Freunde und in jeder Lebenslage unzertrennlich. Ihre Freundschaft wird dabei geordnet, durch selbst aufgelegte Regeln – wie beispielweise nichts mit näheren Verwandten des Gegenüber anzufangen. Dumm nur, dass Elle im Laufe der Zeit immer größere Gefühle für Lees älteren Bruder Noah entwickelt…

Inhalt – Teil 2

Elle und Noah sind endlich offiziell ein Paar, welches durch ihre Schulen jedoch räumlich weit voneinander getrennt lebt. Um sich ebenfalls die Elite-Universität „Harvard“ leisten zu können, muss Elle kreativ werden. Zusammen mit einem eher ungeliebten neuen Mitschüler schreibt sie sich für einen Tanzwettbewerb ein…

Fazit

Zwei Filme und eine Besprechung? Ähnlich wie bei „Dark“ fasse ich mal die beiden Titel zusammen, da sich in getrennten Texten einfach zu viel überschneiden würde. Normalerweise mache ich so eine Pauschalisierung nicht, aber bei solchen Werken dürfte es verzeihlich sein.

Bei beiden Filmen handelt es sich um lockere Teenie-Romanzen, die mit witzigen Elementen durchaus angenehm bei Laune halten. Hoch anrechnenden möchte ich dabei, dass der Humor nicht so flach wie bei „American Pie“ und Konsorten ist -sondern sich nur selten kleinere Niveau-Ausrutscher nach Unten erlaubt. Die meiste Zeit bleibt alles absolut Jugendfrei (oder: US-TV-tauglich) und kommt damit prima über die Runden.

Besonders gut haben mir die Erzählungen auf dem Off gefallen. Kompakt, zielgerichtet und amüsant wird der Zuschauer schnell über neue Situationen und Charaktere eingeführt, so dass der rote Faden nie verloren ging. Zumal der zweite Teil direkt und ohne Unterbrechung Ankünfte und keine großartig erklärenswerte Zeit dazwischen lag.

Größte Stärke waren sicherlich die hervorragenden, jungen Darsteller – die ihre Sache allesamt sehr gut machten. Die Chemie untereinander hat absolut gepasst und selbst die Fortsetzung konnte dies mit Einführung neuer Figuren perfekt beibehalten. Für einen kurzen Moment hat mich höchstens gestört, dass alle Darsteller wieder einmal einem Modellkatalog entsprungen schienen und weniger hübsche Menschen eigentlich gar nicht zugegeben waren.

Größte Kritik wiederum die Länge der Filme. Für meinen Geschmack hätten beide Romanzen ein paar Minuten kürzer und somit straffer erzählt ausfallen können. Auftakt und Mittelpart waren jeweils Unterhaltung in reinster Form, beim letzten Drittel schwächelten Beide. Ähnlich wie in manch koreanischen Werken wussten die Macher einfach nicht wann Schluss ist und setzten immer noch einen drauf. Wäre im Grunde nicht dramatisch gewesen, doch leider passieren in diesen lang gezogenen Enden einfach keine überzeugenden Dinge oder gar Überraschungen mehr. Dies kostet einfach Punkte auf dem Wertungskonto und schadet der Kurzweil.

Die „Kissing Booth“-Filme sind sicherlich keine Titel, die man unbedingt empfehlen müsste – aber abraten würde ich davon auf keinen Fall. Dank sympathischer Figuren und überwiegend kurzweiliger Inszenierung machen Sie auf ohne großen Tiefgang mächtig Spaß und dürften Genrefreunden gefallen. Teil Zwei ist vielleicht ein wenig schwächer, insgesamt für Freunde des Vorgängers aber unbedingt ans Herz gelegt. Schade, dass beide Enden etwas zu lang ausgefallen sind. Ansonsten wirklich gute „Snacks“ für Zwischendurch.

Teil 1:

7/10

Teil 2:

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

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