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Schlagwort: Besprechung (Seite 1 von 58)

In the Drift

Inhalt

Es geht um stolze 5 Millionen Dollar, die auf den Gewinner eines wahnwitzigen Rennens von Mexiko nach Amerika warten. Dabei ist laut dem Veranstalter alles erlaubt, nur muss der Sieger noch auf vier Rädern durch die Ziellinie kommen…

Fazit

Auch in schlimmen Zeiten ist wenigstens auf Eines stets verlass: wo Asylum Pictures drauf steht, ist auch eine Menge Trash drin. So wirkte „In the Drift“ nicht nur auf dem Cover wie ein billiger „Fast and the Furious“-Verschnitt, sondern vermengte auch ein paar andere Elemente zu einem leidlich unterhaltsamen Brei.

In meiner kleinen Inhaltsangabe habe ich mich auf den Aspekt des Rennens beschränkt, doch abseits der wenig aufregenden PS-Duelle gab es sogar noch ein wenig Handlung, die für das Gesamtbild leider mehr oder weniger von Belang ist. So fuhren relativ viele Stereotypen auf und das Teilnehmerfeld war nicht unbedingt von Sympathie getragen.

Allgemein war die Erzählung äußerst holprig. Der Film verliert zunächst keine großen Worte und geht vergleichsweise schnell in die Vollen, um dann das Tempo wieder gehörig zu drosseln und dröge zu werden. Es passiert wenig auf dem Schirm und selbst das eigentliche Rennen ist total undynamisch in Szene gesetzt worden. Man erblickt die schnellen und leider auch wenig spektakulären Karren hauptsächlich zu Beginn und später wird der Fokus darauf vollends verloren. Die Sichtung beschränkt sich dann auch auf ein wenig „geradeaus“ fahren und nicht etwa auf brenzlige Duelle miteinander. Das Budget hat wohl weder für großartige Stunts, noch für eventuelle Defekte an den Fahrzeugen gereicht.

Sieht man einmal von den bescheidenen Racing-Parts ab, präsentiert sich ein unausgegorener Thriller, der selten – der sagen wir niemals – mitzureißen vermochte. Nette Darsteller, seichte Dialoge, blöde konstruierte Zufälle und eine uninteressante Handlung waren an der Tagesordnung. Immerhin wurde alles ordentlich gefilmt und handwerklich brauchbar zusammengeschnibbelt. Nicht referenzwürdig, aber durchaus okay.

Größtes Zugpferd ist sicherlich der ehemalige Rapper und Schauspieler DMX, der vor Kurzem leider verstorben ist. Er war für mich dann auch der Grund diesen Film aus den etlichen „Perlen“ der EuroShop-Touren endlich mal zu entstauben und in den Player zu werfen. Sein Auftritt war dann – fast schon erwartungsgemäß – kurz, aber immerhin mit etwas Text bestückt. Er macht seine Sache so lala, fällt nicht aus dem durchschnittlichen Rahmen und wird durch eine mäßige Synchro leider noch einen Ticken abgewertet.

Der Anlass der Sichtung war traurig, doch endlich habe ich diese Machwerk hinter mich gebracht. Geboten wurde typische Asylum-Kost, die weder positiv, noch negativ mit den bisherigen Erlebnissen mit dem Labels bricht. „In the Dirft“ wirkt billig, unausgegoren, uninspiriert und überwiegend langweilig, konnte aber wenigstens in einem Abschnitten einen Hauch von Unterhaltung bieten. Selbst Fans von DMX sollten dann lieber vom Original greifen und ausnahmsweise Vin Diesel filmtechnisch den Vorzug geben.

3,5/10

Fotocopyright: White Pearl Movies / daredo (Soulfood)

Thunder Force

Inhalt

Pünktlich zu einem Klassentreffen, finden zwei zur Schulzeit beste Freundinnen nach etlichen Jahren endlich wieder zusammen – doch leider nicht so, wie man es vielleicht erwarten möchte. Die Eine platzt beim Abholen der Anderen zufällig in merkwürdige Experimente hinein und bekommt eine Superkraft verpasst. Kurzerhand versuchen sich dann Beide als „Thunder Force-Team“ an der Jagd von ebenso übermächtigen Schurken…

Fazit

Noch vor ein paar Tagen habe ich beim Review zu „Superintelligence“ bemängelt, dass Melissa McCarthy von ihrem Humor bzw. Gestik immer recht gleichförmig daher kommt und irgendwie wenig an Facettenreichtum aufzuweisen hat – und genau dieses Verhalten präsentierte sich nun beim neuen vermeintlichen Highlight auf Netflix erneut.

„Thunder Force“ mag mit einem Rahmen um Superhelden und übermenschlichen Bösewichtern daher kommen, bleibt in seinem Kern jedoch eine flache Komödie mit zuweilen übelsten Gags – die eher zum Fremdschämen, statt zum herzhaften Lachen animierten. Die Story ist von der Basis her eigentlich nicht sonderlich verworren, durch seine Erzählweise und dämlichen Kalauern gerät der Flow aber immer wieder böse ins Stocken.

Stellenweise ist das Werk eigentlich recht unterhaltsam und man kann dem Treiben gut folgen, aber ein paar seltsame – sagen wir Designentscheidungen – stellen sich selbst immer wieder ein Bein. Manche Szenen wirken zu Beginn herrlich lustig, werden dann allerdings so in die Länge gezogen, bis die Ernüchterung wieder triumphiert. Man konnte nicht immer zur passenden Zeit den Absprung finden und minderte zumindest ein paar gut gemeinte Momente enorm.

Das unfreiwillige Heldenduo lieferte insgesamt solide Leistung ab und passten immerhin optisch und von ihrem ungleichen Wesen ziemlich gut zueinander. Man konnte ihnen zwar deren Hintergründe und Motivationen nie wirklich abkaufen, doch in diesem Genre musste man die Dinge einfach mal so hinnehmen und viele schwierig nachvollziehbare Aktionen mit einem lächelnden Kopfschütteln abtun. Richtig gut hat mir hingegen der Gastauftritt von Jason Bateman gefallen. Der Typ war als „Krabbenmann“ insbesondere optisch weit drüber und konnte mit seinen markigen Sprüchen noch am ehesten von Allen überzeugen. Eine besondere Tanzszene markierte übrigens mein Highlight an diesem Filmabend.

Neben viel Mittelmaß überzeugte wenigstens die Technik. Optisch machte der Streifen jederzeit eine tolle Figur, gefiel mit hochwertigen Bildern und zeitgemäßen CGI-Effekten. Leider bemerkte man, dass hierauf nicht wirklich der Fokus lag – denn sonst hätte man vielleicht mehr an Action geboten und den Flachwitzanteil dafür mal ordentlich herunter gedreht. Sicherlich hätte man sich damit mehr der Konkurrenz angebiedert, wäre eventuell trotzdem der richtige Weg gewesen.

Ich mag Superheldenfilme und habe gelegentlich auch nichts gegen Komödien. Die Verquickung beider Genres gab es schon mehrmals, dennoch habe ich mich davon noch längst nicht satt gesehen. Bereits im Vorfeld war eher mit familientauglicher Gangart zu rechnen gewesen und letztlich wich das harmlose Ergebnis nicht sonderlich von dieser Vorstellung ab. „Thunder Force“ ist eine austauschbare, seichte Angelegenheit, die man sich Zwischendurch ruhig mal geben kann – aber von einer echten Empfehlung ist das Gebotene doch leider weit entfernt. Einen Sonderpunkt gibt es für den großartigen Jason Bateman, der sich hier als Einer von Wenigen nicht unnötig ernst nimmt und immerhin ein wenige gute Laune verbreitet. Unterm Strich hat sich der Anbieter auf den ersten Blick keinen großen Gefallen getan, doch vielleicht reichen die Quoten auch für eine bereits angedeutete Fortsetzung…

5/10

Fotocopyright: Netflix

Your Honor

Inhalt

Der Sohn eines renommierten Richters begeht einen Unfall mit anschließender Fahrerflucht. Da es sich bei dem verstorbenen Opfer unglücklicherweise um den Sprössling eines mächtigen Unterweltbosses handelt, hält der Vater des Täters mit der ganzen Wahrheit zunächst hinter dem Berg. Er befürchtet Vergeltung und konstruiert daraufhin seine eigene Version der Geschichte…

Fazit

Schon seit der Kultserie „Malcom Mittendrin“ hat sich der spätere „Breaking Bad“-Star Walter White alias Bryan Cranston angenehm hervorgetan und nun erleben wir ihn wieder in der Rolle eines verzweifelten Vaters. Um ehrlich zu sein, war er für mich sogar DAS Zugpferd für diese Mini-Serie – die ich sonst, trotz halbwegs passabler Inhaltsangabe nicht sonderlich weit oben auf der Prioritätenliste gehabt hätte.

Cranston verkörpert diesmal allerdings keinen tollpatschigen Typen, sondern einen gestandenen Richter, der in vielen Bereichen ordentlich was auf dem Kasten hat und zunächst sehr gesetzestreu erscheint. Dabei spürt man die Liebe zu seinem Job und vor allem auch zu seinem Sohn. Die Ausgangslage der Handlung lässt uns dabei gut in seine Seele blicken und so manch fragwürdige Handlung auf gewisse Weise verstehen.

Allgemein spielt die Serie mit Recht und Moral. Es gab keine klare Abgrenzung von Gut und Böse, auf jeder Seiten gab es Licht und Schatten. Man war stets zwischen beiden Fraktionen hin- und her gerissen, konnte viele Aktionen und Reaktionen absolut nachvollziehen. Sicherlich nicht immer mit ihrer brutalen Konsequenz, aber irgendwie schienen diese Momente schon gut begründet und nicht der unnötigen Effekthascherei wegen.

Mit 10 Episoden zu je knapp einer Stunde war das Gezeigte nicht zu lang und nicht zu kurz. Man konnte seine Geschichte auserzählen, allen Charakteren genügend Tiefe verleihen und einen guten Flow beibehalten. Die Handlung ist abgeschlossen und Bedarf keiner Fortsetzung. Natürlich waren viele Abläufe und Zufälle aus dramaturgischen Gründen zuweilen arg konstruiert, aber bei welcher vergleichbaren Produktion ist das nicht so? Für den Betrachter zählt die Kurzweil – und die war hier fortwährend gegeben.

„Your Honor“ stellt für mich keine neue Serienreferenz, gehört aber definitiv zu den Besten, was ich in letzter Zeit gesehen habe. Die Story ist packend wie flüssig inszeniert und verzweifelter Cranston macht sowieso wieder eine Menge Spaß. Die gewöhnungsbedürftigen deutschen Sprecher haben gelegentlich genervt, doch ansonsten gab es wenig zu Meckern. Wer mal wieder ein bisschen „Breaking Bad“-Feeling sucht, sollte auf jeden Fall mal reinschauen.

8/10

Fotocopyright: Showtime / Sky Atlantic

Madame Claude

Inhalt

Die so genannte Madame Claude beschäftige eigenen Angaben zu Folge über 200 Damen, die ihre Dienste vorwiegend der gut betuchten Kundschaft anboten. Dabei hat sie eng mit Staatsorganen zusammengearbeitet und der Polizei immer mal wieder Informationen über ihre zwielichtigen Mandanten herausgegeben. Trotz ihrer Fürsprecher stand sie irgendwann selbst im Fokus der Ermittler…

Fazit

Dank Netflix erhält man ja immer mal wieder Einblicke in Filme, die man in der Videothek nicht unbedingt geliehen hätte. Bei „Madame Claude“ war das bei mir der Fall – und wieder bin ich dem Dienst für diese Erfahrung dankbar.

Obwohl sich der Titel als Spielfilm präsentiert, wirkt er zuweilen recht dokumentarisch. Es geht überwiegend sehr ruhig, fast schon hypnotisch zur Sache und irgendwie fehlt dabei der letzte Kick. Der Verlauf schwankt zwischen „schon irgendwie unterhaltsam“ bis „ich würde jetzt gerne etwas Vorspulen“ hin und her. Richtig uninteressant wird es eigentlich nie, aber leider auch nur ganz selten so richtig packend.

Die Geschichte fühlt sich durchwegs authentisch an, bietet dafür wiederum auch keine richtig krassen Wendungen. Alles läuft vergleichsweise unspektakulär und gradlinig ab. Durch neue Figuren gibt es kurzzeitig immer mal wieder neue Impulse, doch dramaturgisch verändern sie auch nicht sonderlich viel. Der leichte Hauch von Erotik geht in Ordnung, hätte aber irgendwie noch sinnlicher gemacht sein können.

Der Film lebt von seinen Darstellern, die hier allesamt eine hervorragende Arbeit ablieferten. Dank deren Ausdrucksweisen, Stylings und Kostüme leben die wilden 60iger anschaulich auf und man fühlt sich jederzeit ansprechend zurückversetzt. Hier lag meiner Meinung nach dann auch die größte Stärke, denn Figuren und Look lassen den Betrachter prima abtauchen. Obwohl sich das Werk technisch auf dem Stand der Zeit befindet, sorgen Unschärfen, Farbgebung und eigenwillige Kameraeinstellungen immer wieder für ein schönes Retrogefühl.

Die Grundthematik ist alt und beispielsweise in „Salon Kitty“ und ähnlichen Werken einen Ticken imposanter aufgegriffen worden. Nichtsdestotrotz liefern die Franzosen einen handwerklich hochwertigen, allerdings auch eher mäßig unterhaltsamen Beitrag mit guten Akteuren ab. Geht für Zwischendurch klar, jedoch würde ich bei einer erneuten Sichtung passen.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Just Say Yes

Inhalt

Nach ihrer geplatzten Hochzeit hat Lotte die Nase von Romantik und Liebe gestrichen voll. Als sich dann aus heiterem Himmel die Schwester mit ihrem Boss verlobt, dreht sie innerlich vollkommen durch und Konflikte mit allen Anderen sind vorprogrammiert…

Fazit

Es gibt lustige und eher unlustige Komödien – und „Just Say Yes“ gehörte für mich eher in die zuletzt genannte Kategorie. Grundsätzlich rechne ich dem Teil seine hübschen Darsteller, sowie eine äußerst schicke Inszenierung hoch an, doch Inhalt und insbesondere Humor trafen meinen Geschmack dann nicht wirklich.

Bei dem Film handelte es sich um eine x-beliebige Klamotte, die jederzeit austauschbar erschien und nur leidlich unterhaltsam voran ging. Man kennt die meisten Gags bereits aus unzähligen anderen Werken und ringt sich nur mit viel Mühe hin und wieder ein kleines Lächeln ab.

Der Erzählfluss war so lala. Manchmal geht es ganz solide voran, manchmal ging es schon recht langweilig zur Sache. Gerade im letzten Drittel wollte man zur Fernbedienung greifen und vor spulen. Es lief alles unweigerlich auf ein Happyend hinaus, doch fielen viele Schritte dorthin einfach zu zäh und wenig interessant aus.

Die Handlung war über weite Teile vorhersehbar, doch allgemeines Desinteresse waren da eher das größere Problem. Man schaute das Teil zwar locker weg, war gedanklich aber nicht immer bei der Sache. Man konnte den Zuschauer nur selten richtig packen und so ließ man sich leicht vom Handy oder anderen Dingen ablenken. Ein roter Faden war sicherlich zu vernehmen, aber die Erzählweise war selbst für eine Komödie nicht straff genug. Man verlor sich immer wieder in Unbedeutsamkeiten und daraus resultierenden Längen.

Wer etwas seichtes für Zwischendurch sucht und kein Problem mit recyceltem Material hat, darf gerne mal reinschauen. Für mich war das Gebotene jedoch oftmals zu träge und da konnten die optisch markanten Hauptfiguren auch nicht viel retten. Schauspielerisch war es dann bestenfalls auch nur Mittelmaß und so ergab sich für mich ein extrem durchschnittliches Gesamtbild. Gerade Netflix hat ein paar sympathische Genrevertreter von unseren europäischen Nachbarn auf den Schirm gebracht, aber diesmal muss ich unseren holländischen Filmschaffenden leider eine schwache Bewertung reindrücken.

4,5/10

Fotocopyright: Netflix

Superintelligence

Inhalt

Ausgerechnet die eigensinnige Carol wird eines Tages von einer künstlichen Intelligenz als Testobjekt für die gesamte Menschheit auserkoren. Der Computer möchte herausfinden, wie wir Ticken und nach ein paar Tagen dann entscheiden, ob er den Planet auslöschen möchte…

Fazit

Die Prämisse von „Superintelligence“ mag ja ganz originell sein, doch die Umsetzung ist einfach zu plump geraten. Auf der einen Seite möchte man sich relativ tiefgreifend geben, um an anderer Stelle mit flachsten Gags nicht einmal ein kleines Lächeln herauskitzeln zu können.

Nach seinem soliden Einstieg legt man sich schnell auf die übliche Comedy-Schiene fest und wagt erst gar nicht nach neuen Ideen zu greifen. Das Geschehen plätschert mal mehr, meist eher wenig witzig vor sich hin und präsentiert eine gut aufgelegte Melissa McCarthy – die oftmals zum gewohnten Fremdschämen einlud und nicht vom ihren gewohnten Schema abweicht.

Alles ist arg vorhersehbar oder zumindest langweilig gestrickt. Man kann der eingängigen Handlung zwar prima folgen, ist aufgrund mangelnder Innovation immer wieder leicht frustriert. Der Streifen fühlt sich austauschbar und stellenweise leider auch ziemlich lieblos an. Dabei störte nicht einmal die relativ einfache und unspektakuläre Inszenierung, vielmehr das unrunde Gesamtpaket.

Es ist schade, dass man aus der verheißungsvollen Ausgangslage so wenig gemacht hat. Man hatte bei einer simplen Komödie sicherlich nicht allzu viel Hintergründigkeit erwartet, doch ein paar gelungenere Abgesänge auf die moderne Technologie wären schon wünschenswert gewesen. Die meiste Zeit rangiert „Superintelligence“ auf seichtestem Niveau und offeriert keine neuen Impulse. Wer auf bewährte Kost steht und sowieso ein Fan der Hauptdarstellerin ist, kann eine Sichtung riskieren – der Rest kann diesen Titel getrost ignorieren.

4,5/10

Fotocopyright: Warner

Die Geisha

Inhalt

Nach dem Tod der Mutter musste der Vater seine beiden Töchter verkaufen, um dann selbst kurz darauf zu versterben. Die kleine Chiyo ist dabei an eine Geisha-Schule geraten, wo sie einer harten Ausbildung mit allerlei Konkurrenzkampf ausgesetzt sein sollte…

Fazit

Kurzen Recherchen zur Folge gab es von diesem prämierten Werk zum Review Zeitpunkt noch immer keine Blu-Ray, weshalb meine gute, alte DVD nach nunmehr etlichen Jahren zur erneuten Sichtung herhalten musste. Auch wenn die Bilder auf dem 4K-Schirm etwas matschig erschien, ändert dies nichts an den filmischen Qualitäten – die seinerzeit zurecht für Auszeichnungen und leider auch unschönen Gesprächsstoff sorgten.

Als Freund der asiatischen Kultur kann ich gut verstehen, dass die Zuteilung klassischer japanischer Rollen mit chinesischen Darstellern ein Unding war und vielen Personen äußerst übel aufgestoßen ist. Wahrscheinlich wäre dies in der heutigen Zeit nicht mehr in dieser Form anzutreffen, doch schon damals hätten die amerikanischen Produzenten auf diese nicht ganz unbedeutenden Details achten müssen und einem größeren Markt nicht so auf die Füße treten dürfen.

Wie dem auch sei. Geschichte und Umsetzung sind Abseits der zwiespältigen (aber nicht üblen!) Besetzung über jeden Zweifel erhaben und bieten eine Menge Tiefgang und Gefühl. Man kann sich wunderbar in die Rolle der kleinen Chiyo hineindenken und besonders ihre Sehnsüchte jederzeit nachvollziehen. Viele Stationen ihrer harten Ausbildung kommen auch beim Betrachter äußerst schmerzlich rüber und man wünscht sich nur das Beste für die angehende Geisha.

Auch wenn laut etlichen Kritiken viele Kostüme, Stylings und Verhaltensweisen nicht unbedingt exakt dem Vorbild entsprachen, bekommt man eine gute Vorstellung von Werten und Denkweisen in der japanischen Kultur. Mit verständlichen Aktionen blüht das traditionelle Geschehen für Jedermann auf und zieht die ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich. Bei knapp 2,5 Stunden wird es hierdurch nie langweilig und man unterlag der Faszination bis zum bitteren – und vergleichsweise unrühmlichen – Ende.

Die Auswahl der Besetzung war fragwürdig, doch an anderen Talent gab es nichts zu kritisieren. Vielleicht wollte man mit der bewussten Zuteilung von Chinesen zu klar japanisch verorteten Phänomen auch einfach ein Tabubruch begehen und für Diskussionen sorgen, doch wäre diese Unterstellung nur eine meiner eigenen Vorstellungen und nicht auf Fakten basierend. Zhang Ziyi, Michelle Yeoh und Gong Li lieferten jedenfalls eine hervorragende Leistung ab, die man trotz aller Widrigkeiten hoch anrechnen muss.

Für den breiten Markt mussten sicherlich einige Anpassungen vorgenommen werden, doch glücklicherweise wurde die Botschaft des Films hierdurch nicht verwässert. Mit tollen Darstellern, einer verschwenderischen Ausstattung und einer edlen Optik wurde viel Tradition , als auch gewaltige Emotion vermittelt. Der Einblick in fremde Welten mit deren ungewohnten Sitten kommt erstklassig rüber und weckt sogar weiteres Interesse am Thema. Vielen Betrachtern wurde wohl damals erst klar, was eine Geisha überhaupt ist und warum dieser Rang für viele Damen so erstrebenswert erscheint. Auch in meinem Freundeskreis wurde der Beruf eher mit unschönen Worten tituliert, doch ich hoffe, dieser Film trug seinen Teil zur Aufklärung ein wenig bei. Unterm Strich also ein äußerst sehenswertes Ereignis mit nebenbei ordentlichem Bildungsfaktor.

8,5/10

Fotocopyrigt: Warner

Concrete Cowboy

Inhalt

Aufgrund diverser Verfehlungen ist Cole bei seiner Mutter rausgeflogen und soll die Ferien erst einmal bei seinem Vater in Detroit verbringen. Dieser gibt sich zunächst nicht sonderlich begeistert, nimmt den Knaben aber widerwillig bei sich auf. Neben unrühmlichen alten Kontakten, kommt Cole dort nun allerdings auch mit einer ihm völlig neuen Welt in Berührung. Sein Vater und seine Kumpels besitzen Pferde und verstehen sich selbst als eine Art von modernen Cowboys…

Fazit

Manchmal bin ich Filmen für ungewöhnliche Einblicke dankbar und im gewissen Rahmen traf dies auch auf dieses aktuelle Werk bei Netflix zu. Ich war mir der Thematik um aktive, farbige Cowboys aus Amerika noch nicht bewusst und habe den zuweilen leicht bizarren Ausflug durchaus genossen. Man konnte in mir zwar keine überschwängliche Begeisterung für den eigentlichen Kern entfachen, dennoch machte mir das Anschauen über weite Teile ordentlich vernügen.

Der Film fängt recht bodenständig an und zeigt uns einen jungen Kerl, der von der eigenen Mutter regelrecht vor den Kopf gestoßen wurde. Man kann seinen Frust und seine Reaktionen dann durchaus verstehen – und vor allem auch, wie er auf seinen Vater und dessen Umwelt reagiert. Seine persönliche Wandlung wird durch seine harte Schule ebenfalls gut verständlich präsentiert und so gab es bei Schauspiel und der Story letztlich wenig zu meckern.

Bei den knapp zwei Stunden haben sich jedoch leider auch kleinere Längen eingeschlichen, die meine Aufmerksamkeit immer mal wieder leicht schleifen ließen. So sind einige Dialoge einen Ticken zu lang ausgefallen und eine allgemeine Botschaft blieb mir überdies auch ein wenig verwehrt. Man konnte dem Treiben zwar gut folgen und die Hintergründe unserer Figuren verstehen, doch es war einfach schwierig eine sinnvolle Message aus dem Ganzen für sich herauszulesen.

Die meiste Zeit fühlte ich mich als Beobachter, aber selten wirklich ergriffen. Ich nahm viele Elemente zur Kenntnisse, konnte aufgrund der allgemeinen Befremdlichkeit nicht immer abgeholt werden. Immerhin ergab sich hierdurch eine gewisse Unvorhersehbarkeit, die ganz gut funktioniert hat und letztlich für einen passablen Erzählfluss zuständig war.

Ohne Netflix wäre ich sicherlich nicht in die Verlegenheit der Sichtung dieses seltsamen Titel gekommen, doch habe die investierte Zeit am Ende auch glücklicherweise nicht beruht. Sicherlich habe ich mangels persönlichem Bezug nicht alle Gegebenheiten mit offenen Armen begrüßen können und fiel oft in eine eher teilnahmslose Rolle und dennoch fühlte ich mich auf gewisse Weise unterhalten. Wer einen etwas anderen Vater-Sohn-Streifen sucht und neuen Szenarien offen gegenübersteht, darf gerne mal einen Blick riskieren.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Kopfgeld

Inhalt

Tom Mullen ist wohlhabender Eigentümer einer Fluggesellschaft und trotz kleiner Skandale vom Erfolg gekrönt. Als dann eines Tages sein kleiner Sohn entführt wird und eine Geldübergabe platzt, wendet er sich mit einer ungewöhnlichen Botschaft an die Presse: er setzt die Kaution für seinen Sohn als Kopfgeld für Informationen hinsichtlich der Erpresser aus…

Fazit

Nach unzähligen Sichtungen – angefangen bei der VHS bis hin zur Blu-Ray – vermag ich diesem Titel trotz bekanntem Plot und bekannter Auflösung noch immer einen hohen Unterhaltungswert bescheinigen. Er ist sehr gut konstruiert und zeigt einen Mel Gibson in einer überwiegend eher ungewöhnlichen Opferrolle, die er grandios auszufüllen vermag.

Die meiner bescheidenen Meinung nach größte Stärke ist seine beschauliche und halbwegs realistische Inszenierung. Man setzte nicht auf laute Action, sondern zeichnete seine Figuren mit Bedacht und baute mit ruhigen Mitteln eine ganz eigene Stimmung auf – die prima zum Hineinversetzten einlud und mit ordentlicher Dynamik überzeugte.

Man nahm den Zuschauer zu jeder Zeit an der Hand und so fiel das Verfolgen der Handlung nicht schwer. Die Abläufe waren logisch und gut gegliedert, der Flow jederzeit einwandfrei. Durch seine heikle Prämisse war das Treiben dann auch halbwegs unberechenbar und letztlich hervorragend von Gibson gespielt. Seine Zerrissenheit war so greifbar, wie verständlich und überzeugend an den Mann gebracht.

Durch seine Wandlung bezüglich der Kopfgeld-Thematik bekam die Handlung seinerzeit eine ungewohnte Wendung und der Spannungsbogen schoss nach oben. Plötzlich konnte man sich auch irgendwie in die Rolle der Entführer hineindenken und auf deren Seite überlegen, wie die Sache nun sinnvoll zu Ende gebracht werden kann. Sicherlich mag die Prämisse selbst für damalige Verhältnisse nicht völlig neu aus dem Boden gestampft worden sein, doch so anschaulich wie hier wurde sie selten präsentiert.

„Kopfgeld“ mag von seiner Story beim erneuten Betrachten nicht mehr wirklich zu überraschen, dennoch finde ich den immer wieder erneut packenden Verlauf extrem beachtlich und der Stammplatz in der Sammlung ist sicher. Vergessen möchte ich allerdings auch nicht die anderen Darsteller rund um Gibson (wie beispielsweise Gary Sinise), die ihre Aufgabe mit Bravour erfüllten und ihren Teil zum runden Gesamtbild beitrugen. Für mich ist dieser Titel schon ein moderner Klassiker, der nach all den Jahren noch immer vollends begeistern kann.

8/10

Fotocopyright: Walt Disney

Dreamland

Inhalt

Nach einem Banküberfall mit fatalem Ausgang flüchtet sich die verletzte Allison Wells in die Scheune einer kleinen Farm. Dort wird sie vom Sohn des Besitzers aufgepäppelt, der sogleich ihrem unvergleichbaren Charme unterliegt. Gemeinsam planen sie das Auswandern nach Mexiko…

Fazit

Margot Robbie gibt sicherlich die moderne Femme fatale in Perfektion, doch leidet dieser Streifen an ganz anderen Krankheiten, wie beispielsweise einem zuweilen recht zähen Verlauf. Über weite Teile plätschert das Geschehen unschön vor sich hin und die Konzentration fiel gelegentlich nicht leicht. Endlose Minuten passiert wenig auf dem Schirm und selbst anfänglich interessantere Dialoge versandeten zu oft in Unbedeutsamkeit.

Rein von der Story hatte „Dreamland“ ebenfalls wenig zu bieten. Die Handlung ist schnell zusammengefasst und verstanden, etwaige Verwirrungsversuche (abweichende Rückblendungen zu bisherigen Erzählungen) wollten nicht zünden. Man hat alles irgendwo schon einmal gesehen – und dann zumindest auch etwas besser und temporeicher. Man bot dem Genre keinerlei neuen Impulse und alles verlief ziemlich vorhersehbar dahin.

Sauer ist mir vor allem das Finale aufgestoßen. Während die eher dürftig inszenierte Beziehung zwischen den beiden Hauptprotagonisten gerade noch in Ordnung ging, gab mir die Endsequenz herzlich wenig. Da hat man mit einer Erzählstimme aus dem Off stets versucht einen großen Knall einzuläuten und am Schluss verpufft der grundsätzlich solide Aufbau vollends in der Luft. Man ließ den Zuschauer irgendwie unbefriedigt zurück.

Es muss nicht immer knallharte Action und hohe Geschwindigkeit sein, doch „Dreamland“ war mir auch in den anderen Belangen eine Spur zu langweilig. Weder als Thriller, noch als Drama oder Liebesfilm wollte das Gezeigte so recht zünden und Abseits einer bezaubernden Robbie gab es keinerlei erinnerungswürdige Highlights. Am Ende steht kein Totalausfall – aber auch kein Film, welchen ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen möchte.

5/10

Fotocopyright: Paramount

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