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Schlagwort: Besprechung (Seite 1 von 43)

Weiße Jungs bringen’s nicht

Inhalt

Bisweilen schlägt sich Sidney recht wacker als Basketballspieler auf der Straße durch und zockt immer wieder ahnungslosen Menschen die Kohle ab. Eines Tages jedoch kommt der unscheinbare Billy in seine Gefilde und stiehlt dem etablierten Gauner fast die Schau. Aus anfänglicher Konkurrenz entwickelt sich jedoch bald ein Team, dass gemeinsame Sache macht…

Fazit

Schon bei seiner Veröffentlichung erwiess sich die Story von „Weiße Jungs bringen’s nicht“ als eher unspektakulär und in weiten Bereichen auch als recht vorhersehbar. Dennoch hat man hier seine Freude, da das Zusammenspiel von Wesley Snipes und Woody Harrelson prima funktioniert und nach all den Jahren nichts von seinem Charme verloren hat.

Der Verlauf ist überwiegend kurzweilig und unterhaltsam. Die flotten Sprüche der Protangonisten und ein paar nett gemachte Streetball-Szenen machen Laune und trösten über kleinere Längen hinweg. Ein paar Stellen mit den Beziehungsproblemen von Billy hätte man vielleicht minimal stutzen können, aber sonst passt der Flow eigentlich ziemlich gut.

Der Film lebt von seinen frechen Konversationen, bei denen kein Auge trocken bleibt. Gerade wenn sich Snipes und Harrelson lauthals zanken oder andere Spieler provozieren, sind Lacher garantiert. Die beiden treiben sich gegenseitig zu Höchstleistungen an und sind der Grund zur Sichtung schlechthin. Sicherlich wurde bei den Spielseznen auch ein wenig getrickst, doch die Stars scheinen es sportlich trotzdem ordentlich drauf zu haben – und bestimmt gabs jede Menge Spaß bei der Arbeit.

Wer auf Basketball an sich – oder zumindest auf einen der beiden Protagonisten steht, wird seine Freude an diesem Titel haben. Ich habe ihn schon ein paar mal gesehen und wurde immer gut bei Laune gehalten, obwohl ich ihn jetzt nicht zu meinen absoluten Favoriten zählen würde. „Weiße Jungs bringen’s nicht“ ist ein witziger Zeitvertreib, bei dem das einfache Grundprinzip mit jeder Menge Humor hervorragend aufgepeppt wurde.

7,5/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

Hausen – Staffel 1

Inhalt

Schon zu Beginn seiner Tätigkeit ist es Jaschek etwas mulmig, doch er tritt den Job als Hausmeister in einem zwielichtigen Gebäude an. Er braucht die Kohle für sich und seinen Sohn und versucht auch ein wenig die unschöne Vergangenheit hinter sich zu lassen. Er ahnt jedoch nicht, dass der Plattenbau nicht nur von Menschen, sondern wohl auch von merkwürdigen Wesen bewohnt ist…

Fazit

Ich weiß nicht, ob meine Leser das Gefühl kennen – es gibt manchmal Dinge, die man zwar aufmerksam gesehen und dennoch so seine Probleme bei deren Erklärung hat. „Hausen“ war jedenfalls bei mir so ein Fall, da ich das Gesehene irgendwie schwer in Worte zu fassen vermag.

Was sich hier in 8 Episoden abgespielt hat, ist nicht eindeutig auf den Punkt zu bringen. Mit wunderschönen, fortwährend düsteren Bildern wurde eine besondere Atmosphäre erzeugt – die beim ersten, kurzen Überlegen höchstens mit „Dark“ zu vergleichen wäre. Dennoch wirkt „Dark“ aber nicht so bedrückend und eingeengt, wie dieser Grusel im trostlosen Plattenbau und die Erzählstruktur ist sowieso ganz anders.

„Hausen“ läuft vorm Betrachter ab und erklärt dabei nicht viel. Obwohl chronologisch sortiert, werfen viele Dinge unendliche Fragen auf und Zusammenhänge werden bis zum bitteren Ende nicht vollends klar. Man ist sich nie sicher, was überhaupt real ist oder was sich möglicherweise nur in den Köpfen der Darsteller abspielt. Klingt seltsam, war aber gerade deshalb sehr reizvoll und erhöhte die Spannung.

Charly Hübner beweist wieder einmal Wandlungsfähigkeit und zeigt sich ungewohnt ernst und zuweilen gewollt überfordert in seiner Rolle. Man fühlt, wie er oft zwischen den Stühlen sitzt und seinem Job des Geldes wegen nachgehen möchte und auf der anderen Seite nicht so recht mit seinem Sohn umzugehen weiß. Allgemein konnten aber der gesamte Cast mit durchgehend schrägen Auftritten überzeugen und zur merkwürdigen Grundstimmung beitragen. Alle waren irgendwo charismatisch und fast schon übertrieben einzigartig gestaltet.

Technisch war die Serie – besonders für eine deutsche Produktion – ein echter Augenschmaus. Zwar ging es überwiegend sehr sehr dunkel zur Sache, doch die Aufnahmen waren zu jeder Zeit klar und auf Hochglanz poliert. Der Look war extrem wertig und stellenweise schon sehr surreal. Ungewöhnliche Aktionen wurden durch noch ungewöhnlichere Kameraeinstellungen noch einen Ticken abstruser und ein krächzender Soundtrack tat den Rest. Das war wirklich Kunst.

„Hausen“ ist keine schlechte, aber trotzdem nur bedingt empfehlenswerte Serie. Das Gebotene ist unheimlich, schräg, manchmal auch angenehm schwarzhumorig und auf jeden Fall nicht einfach zu durchschauen. Ein hoher Unterhaltungswert ist zwar vorhanden, aber manchmal schaltet man auch innerlich etwas ab und bleibt nicht immer absolut gefesselt am Ball. Schaut euch am Besten mal den Trailer an und entscheidet, ob ihr mit dem Gezeigten zurechtkommen würdet und riskiert erst dann die Sichtung. Für mich ist „Dark“ ganz klar die ansprechendere Grusel-Produktion aus unseren Gefilden, doch selbst im internationalen Markt dürfte „Hausen“ aufgrund seiner Qualität ein Wörtchen mitreden dürfen.

7,5/10

Fotocopyright: Eye See Movies (AV Visionen)

Ein Riss in der Welt

Inhalt

Um wertvolles Magma aus der Erde zu fördern, wird nicht vor dem Einsatz einer Bombe zurück geschreckt. Was dann zunächst nach einem erfolgreichen Experiment ausschaut, entpuppt sich bald als fatale Entscheidung. Ein gewaltiger Riss breitet sich aus und droht unseren Planeten zu zerstören…

Fazit

Filme wie diesen vermag man in der heutigen Zeit eher zu belächeln, doch ich schaue solche Werke immer mal wieder recht gern. Ich mag den etwas altmodischen Look, der gepaart mit witzigen Effekten einen ganz eigenen Charme mit sich bringt und „Ein Riss in der Welt“ ist da wahrlich eine kleine Goldgrube.

Die Geschichte ist zwar nicht allzu tiefgreifend oder gar technisch hundertprozentig nachvollziehbar, aber das spielt eine eher untergeordnete Rolle. Der Film lebt von seinen – für damalige Verhältnisse – imposant inszenierten Katastrophenszenen, die mit aktuellen Produktionen natürlich nicht mehr zu vergleichen sind und technisch verhältnismäßig simpel gemacht sind.

Man erkennt anhand schwankender Bildqualität deutlich, wie reale Aufnahmen eingebunden wurden – und irgendwie wirkt das trotz aller Offensichtlichkeit gar nicht mal so schlecht. Gerade im HD-Zeitalter (die Blu-Ray liefert übrigens ein ganz ausgezeichnetes Bild) fällt sowas vielleicht noch etwas deutlicher auf, als es seinerzeit im Kino erschien.

Die Figuren wurde mit markanten Persönlichkeiten besetzt und mit – aus Kindheitstagen – bekannten Synchronstimmen besetzt. Man fühlt sich sofort wohl und atmet direkt den Geist der Zeit ein. Die von Männern dominierte Arbeitswelt der 60iger kommt hier fraglos rüber, wobei sogar eine starke Frau einen großen Teil des Geschehens trägt – und für damalige Sehgewohnheiten – wohl ungewohnt freizügig daher kommt. Mich hat gewundert, dass hier relativ wenig geraucht wurde – denn das hätte ebenfalls gut ins Bild gepasst.

„Ein Riss in der Welt“ ist ein Titel für Liebhaber alter Schinken, die so manch Kröte (veraltete Technik, flach skizzierte Schauspieler mit übertriebener Mimik, etc.) schlucken und einfach ihren Spaß an solchen Werken haben. Auch wenn ich letztlich nicht mit allen Punkten vollends zufrieden war, überwog die Kurzweil und ich habe mich unterm Strich köstlich bei Laune gehalten gefühlt. Klar gibt es aus er Epoche deutlich bessere Ergüsse, aber in Sachen Unterhaltungswert ist dieser definitiv ziemlich gelungen.

7/10

Fotocopyright: Alive AG

JFK – Tatort Dallas

Inhalt

Obwohl das Attentat auf den Präsidenten schon drei Jahre zurückliegt, hat Anwalt Jim Garrison noch immer keine Ruhe gefunden. Neue und teils widersprüchliche Erkenntnisse wecken sein Interesse am Fall und so stellt er ein schlagkräftiges Team zusammen. Sie wollen beweisen, dass es sich beim Mord von JFK um eine weitreichende Verschwörung handelte…

Fazit

Vor einem Werk wie diesem habe ich wirklich großen Respekt. Zwar mag die Thematik zum Entstehungszeitpunkt schon nicht mehr allzu brisant gewesen sein, dennoch steckt jede Menge Recherchearbeit in einem solchen Projekt – und entsprechendes Geschick, um dem Zuschauer die ganzen Einzelheiten ausreichend und halbwegs unterhaltsam zu vermitteln.

Costner geht wirklich im Geschehen auf und liefert eine der besten Leistungen seiner Kariere ab. Man nimmt ihm den ehrgeizigen Staatsanwalt – der mit voller Hingabe für seinen Fall kämpft – vollends ab und kann viele seiner Aktionen absolut nachvollziehen. Seine Figur fasst die erbarbeiteten Fakten immer wieder überschaubar zusammen und so kann der Zuschauer trotz vieler Personen und etlicher Rückblenden stets die Übersicht behalten.

Fast 3,5 Stunden sind nicht von Pappe und trotzdem gelingt dem Film bis zum bitteren Ende bei der Stange zu halten und keine nennenswerten Längen aufzuweisen. Der Flow ist – gemessen an der langen Laufzeit – perfekt ausbalanciert und die Story hält immer wieder schöne Wendungen parat. Natürlich setzt das Ganze immer voraus, dass man in gewisser Weise für das Attentat mitsamt dessen Hintergründe überhaupt interessiert – aber sonst würde man sich aber kaum dieses Epos anschauen wollen.

Die Inszenierung ist eine Mischung aus realen und Spielfilmszenen. Allerdings wirkt das Werk zum Glück auch eher wie ein dichter Kinofilm und nicht wie eine reine Dokumentation. Man sollte sich auch stets vor Augen halten, dass uns Regisseur Stone lediglich Theorien präsentiert und genaue Details bis heute nicht geklärt sind. Sollte man sich ernsthaft mit dem Vorfall beschäftigen, ist der Film eher als unterhaltsames Beiwerk, denn preziöse Abhandlung zu verstehen.

Dieser Film zeigt, wie hochkarätiger Geschichtsunterricht ausschauen kann. Mit etlichen Stars besetzt, mit einem hervorragenden Drehbuch gesegnet und mit viel Engagement gehen Stone und Costner an das heikle Thema heran und man schafft trotz monumentaler Laufzeit einen leichtgängigen und dennoch tiefgründigen Streifen mit überraschend viel Kurzweil. Bei mir gibt es beide Daumen nach oben!

8,5/10

Fotocopyright: Warner

Sleepless – Eine tödliche Nacht

Inhalt

Es ist kein guter Tag für Vincent. Während er versucht die Spuren einer illegalen Aktion aus der letzten Nacht zu vertuschen, wird sein Sohn entführt und skrupellose Gangster wollen im Gegenzug ihre Beute zurück. Als wäre das nicht genug, ist die interne Ermittlung bereits hinter dem zwielichtigen Cop her…

Fazit

Der Grundthematik ist geschuldet, dass mich „Sleepless“ ein wenig an „Training Day“ erinnert – was ja grundsätzlich nicht verkehrt ist und immerhin recht unterhaltsam umgesetzt worden ist.

„Sleeplees“ punktet mit einem überwiegend kurzweiligem Verlauf und hohem Tempo. Es geht eigentlich immer ganz gut auf dem Bildschirm rund und so nebenbei werden dann auch die Figuren weiter ausgebaut und deren Hintergründe dem Zuschauer schrittweise bekannt gemacht. Die Handlung bewies genügend Eigenständigkeit, obwohl das grobe Grundkonzept, mitsamt dem Ablauf innerhalb eines Tages nicht wirklich neu erschien.

Jamie Foxx sticht als „Bad-Ass“ natürlich hervor und macht seine Sache fast so gut wie Washington im Eingangs erwähnten Vergleichsfilm. Man ist sich seinem Charakter nie wo wirklich sicher und zweifelt bei einigen Äußerungen – beispielsweise seinem Sohn gegenüber – schon an der eigenen Festlegung seiner Rolle. Er macht seine Sache wirklich gut und den Cop kauft man ihm sowieso jederzeit ab.

Die Action war gut choreografiert und stellte vor allem die Bösewichte richtig fies heraus. Dazu gefielen dann stellenweise schnelle Schnitte und leicht verwackelte Aufnahmen, welche insbesondere die Gefühlslagen der Figuren weiter unterstrichen. Lediglich die Schauplätze schienen rein von deren Anzahl etwas eingeschränkt, aber dramatisch war dieser nicht wirklich.

Freunde kurzweiliger Actionstreifen kommen bei „Sleepless“ auf Ihre Kosten. Das Gebotene war zwar in keinem Bereich so richtig referenzverdächtig, aber mit einem coolen Foxx und einer flotten Gangart konnte man schon seinen Spaß haben. Schaut sich prima weg und ist von daher durchaus eine Empfehlung wert.

7/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Die Glücksritter

Inhalt

Zwei schwereiche Geschäftsmänner machen sich einen Spaß und erlauben sich eine derbe Wette. Sie setzten einen Obdachlosen von der Straße in die Führungsetage und schmeißen im Gegenzug einen Top-Manager mittellos hinaus. Natürlich wissen Beide nicht, was mit Ihnen gespielt wird – bis sie sich zusammenfinden und gemeine Sache machen wollen…

Fazit

Der Humor von diesen „Glücksrittern“ ist schon sehr speziell und richtet sich eher an das reifere Publikum, weshalb ich als Kind so meine Probleme damit hatte. Ich habe zwar schon immer eigenwillige Gags ala Monty Python geliebt und konnte auch sonst mit komödienhaften, amerikanischen Produktionen der 80iger etwas anfangen, doch dieser Vertreter animierte höchstens in offenkundigen Momenten so richtig zum Lachen. Mittlerweile sind etliche Jahre vergangen und endlich habe ich die Zeit zur erneuten Sichtung – und Beurteilung – gefunden.

Noch immer bleibe ich dabei, dass dieser Film sicherlich nichts für Jedermann ist. Zum Einen wirkt das Geschehen nicht nur optisch und technisch arg angestaubt, zum Anderen bleibt der Umgangston und so manch freizügige Darstellung etwas bizarr und bestimmt nicht unbedingt massentauglich. Trotzdem beherbergt das Ganze einen gewissen Charme, dem man sich durchaus mal hingeben und und darin abtauchen kann.

Die Geschichte mag nicht unbedingt wahnsinnig originell erscheinen, doch die Aussage wird hierdurch nicht gemindert. Was auf den ersten Blick nach einer lustigen Prämisse ausschaut, ist bei genauerer Betrachtung gar nicht mal so dämlich und hinter manch flacher Zote, steckt mehr Herz als zunächst angenommen. Der Verlauf ist eher gemächlich, aber im Großen und Ganzen eigentlich nie langweilig. Man wollte schließlich immer wissen, wie das Geschehen ausgehen wird und wie unsere sympathischen Anti-Helden noch die Kurve bekommen.

Das Zusammenspiel von Eddie Murphy und Dan Aykroyd war genial und das eigentliche Highlight von diesem Film. Jeder für sich ist schon klasse, doch in den gemeinsamen Szenen bleibt kein Auge mehr trocken – und genau da, entfalten „die Glücksritter“ ihre wahre Stärke. Der Rest vom Cast (u. A. Jamie Lee Curtis, Don Ameche und Ralph Bellamy) machten ihre Sache aber auch sehr gut.

Starke Darsteller und eine witzige Handlung stehen einer etwas angestaubten Inszenierung und allgemein seltsamen Grundton gegenüber. Ich möchte das Teil eigentlich mehr lieben, doch irgendwie gelingt es mir nach all den Jahren noch immer nicht vollends. Manche Parts gefielen, bei anderen wiederum schüttelte ich den Kopf. Schaut am besten selbst (mal wieder) rein und entscheidet, ob Ihr mit dem präsentierten Humor kompatibel seit. Schlecht ist der Film keineswegs.

7/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Resurrection – Die Auferstehung

Inhalt

Nachdem die Polizei erste Leichen mit abgetrennten Gliedmaßen findet, wird schnell klar, was der Täter damit vorhaben könnte. Detective Prudhomme und seinem Partner geht die Angelegenheit sichtlich an die Nieren, doch sie müssen den Täter überführen, bevor er seine grausame Liste abgearbeitet hat…

Fazit

Mit dem grandiosen „Sieben“ hatte David Fincher einige Jahre vor diesem Titel eine echte Messlatte geschaffen, an der sich mancher Konkurrenz die Zähne ausgebissen hat. „Resurrection“ schlug grob gesagt ebenso in diese Kerbe, hat aber irgendwie genügend Eigenständigkeit mitgebracht und war grundsätzlich gar nicht mal so schlecht. Am gestiegen Abend habe ich die DVD nach langer Zeit mal wieder im Player gehabt und wurde trotz vieler Parallelen zum vermeintlichen Vorbild doch wieder recht gut unterhalten.

Ich rechne diesem Werk hoch an, dass er viele seiner Karten recht schnell auf den Tisch legt und den Zuschauer nicht allzu lang mit seiner durchschaubaren Prämisse beglückt. Auch ist der Flow recht gut, da es immer wieder zügig zur nächsten Leiche geht und mit der eingestreuten Detektivarbeit nicht zu viel Tempo herausgenommen wird.

Lambert wirkt manchmal etwas blass, aber das sind wir von ihm gewohnt und insgesamt geht seine Leistung hier vollkommen in Ordnung. Der nimmt ihm den gebrochenen Familienvater jederzeit ab und kann sich gut in seine Lage hinein denken.

Der Film lebt größtenteils von seiner düsteren Stimmung und die wird auch bis zum bitteren Ende jederzeit beibehalten. Die Aufnahmen sind überwiegend düster, verkommen aber nicht zu einem Tappen im Dunkeln. Man erkennt genügend Details und die Dunkelheit schlägt nicht zu sehr aufs Gemüt. Der Härtegrad ist der Freigabe entsprechend und präsentiert uns nicht übertriebene Gewaltdarstellung oder Gedärm. Alles in etwa auf dem Niveau von „Sieben“.

An die vermeintliche Inspirationsquelle reicht dieser Titel nicht heran, doch unterm Strich ist „Resurrection“ ein äußerst unterhaltsamer Genrevertreter mit ansprechendem Plot. Vielleicht hätte man aus der Thematik noch etwas mehr herausholen oder seinen Bösewicht charismatischer ausbauen können, aber letztlich kann man mit diesem Ergebnis zufrieden sein. Ein atmosphärischer kleiner Film, der für Zwischendurch vollkommen in Ordnung geht und keineswegs angestaubt wirkt.

7/10

Fotocopyright: Kinowelt

Crime is King – 3000 Miles to Graceland

Inhalt

Getarnt als Elvis-Doubles rauben Murphy und seine Kumpanen ein Kasino in Vegas aus und erstaunlicherweise gelingt im dichten Kugelhagel dann auch die Flucht. Bei der Aufteilung der Beute kommt es jedoch zum Tumult und es bleiben nur zwei Räuber übrig – die sich nun bekriegen…

Fazit

„Crime is King“ gehört zu den Filmen, die von ihrem Label irgendwie etwas steifmütterlich behandelt wurden. Noch immer befindet sich das gute Stück lediglich als angestaubte DVD in der Sammlung, wobei es mittlerweile – nach etlichen Jahren – auch endlich mal eine HD-Variante mit neuer Altersfreigabe in die Läden geschafft hat.

Der Film an sich verfolgt ein altbekanntes Konzept in witziger Aufmachung – das leider zu sehr auf Kult getrimmt ist und diesen Status in meinen Augen einfach (noch) nicht inne hat. Die Idee die beiden etablierten Hauptdarsteller Russel und Costner als Elvis-Doubles durch die Gegend zu scheuchen ist ziemlich cool, jedoch höchstens in den ersten Minuten so richtig lustig.

Mit laufender Spielzeit nehmen die eingestreuten Gags sichtlich ab und man folgt längst ausgelutschten Pfaden, die nur noch wenige Überraschungen beinhalten. Der Unterhaltungswert ist zwar durchwegs gegeben, auch nicht so hoch wie anhand der markanten Elemente erhofft.

Die Inszenierung ist ordentlich und fährt mit einigen interessanten Kameraperspektiven auf. Die Schusswechsel sind handwerklich schön gemacht und geben keinen Grund zur Klage. Besonders beim Finale gibt man diesbezüglich noch einmal alles und es kommen einige blutige Effekte zum tragen – die jedoch keineswegs die damalige 18er Freigabe rechtfertigten und heute eher ein müdes Lächeln hervorlocken.

Im Großen und Ganzen ist „Crime is King“ ein recht spaßiger Actionfilm, der mangelnde Ideen etwas mit schrägen Outfits zu kaschieren versucht und letztlich dann doch nicht so ganz aus der breiten Masse hervorsticht. Ich werde erst einmal bei der alten Scheibe bleiben und sehe noch nicht ganz den Bedarf eines Updates. Genrefreunde schauen mal rein und werden soweit ordentlich bei Laune gehalten. Für meinen Geschmack hätte man ruhig ein paar Passagen etwas straffen können.

7/10

Fotocopyright: Warner/NSM Records

Dolores

Inhalt

Dolores hatte es nicht immer leicht im Leben. Von ihrem aufbrausenden Ehemann oft verprügelt, von ihrer Chefin oft wie der letzte Dreck behandelt und von der geliebten Tochter verlassen. Nun steht sie unter Mordverdacht und kann wenigstens ihrem zurückgekehrten Nachwuchs schweren Herzens von ihren Erlebnissen berichten…

Fazit

Für eine Geschichte von Stephen King ist die Thematik zunächst recht ungewöhnlich, doch im Laufe des Films merkt man schon, worauf der Autor hier eigentlich abzielt.

Bei „Dolores“ steht weniger die offenkundige Gewalt und Blutfontänen im Vordergrund, sondern vielmehr die versteckte Gewalt, die eine Seele langsam an den Rande eines Nervenzusammenbruchs führt. Eindringlich und mal mehr, mal weniger offen wird der Zuschauer Teilhaber des Lebens von Dolores und kann so nach und nach ihre Gefühle verstehen und ihre Handlungen letztlich nachvollziehen.

„Dolores“ wirft Fragen auf und stellt innere Moralvorstellungen auf die Probe. Man wüsste nicht, wie man selbst in einigen Momenten handeln wurde und ist im Zwiespalt zur Hauptperson. Sicherlich sind ein paar Aktionen zu verurteilen, doch auf der anderen Seite stellen sie eine Art Erlösung von Qualen da und stehen dann wieder in einem ganz anderen Licht.

Die erneut wundervolle Kathy Bates spielt mit Hingabe und trägt ihren Teil zum Gelingen des Ganzen bei. Man kauft ihr die gepeinigte Seele zu jeder Sekunde ab und man vergisst schnell die Bilder, die „Misery“ einst ins Hirn gebrannt haben. Sie stellt ihre ebenfalls hervorragend agierende Filmtochter Jennifer Jason Leigh in den Schatten, obwohl auch diese mal so richtig stark performt.

„Dolores“ ist ein mitreißendes Chartakterspiel, welches unter die Haut geht. Was anfangs gar nicht so recht zu den restlichen Werken von King passt, entpuppt sich erst bei genauerem Hinschauen als Horror für die Nerven. Auch ohne explizite Einblicke sind viele Bilder schmerzhaft und Entscheidungen moralisch schwierig zu bewerten. Unterm Strich ein weiteres, unbedingt sehenswertes Stück mit einer erneut grandiosen Bates.

8/10

Fotocopyright: Warner Home Video

One Night in Miami

Inhalt

Es ist der Abend nach einem glorreichen Sieg. Cassius Clay ist gerade Weltmeister geworden und anschließend trifft er sich mit seinen Freunden Malcolm X, Sam Cooke und Jim Brown in seinem bescheidenen Motel. Sie philosophieren über das Leben und letztlich bleibt dieses Gipfeltreffen von der Presse nicht unbemerkt…

Fazit

Als hätte ich es mit der kürzlichen Sichtung von „Malcolm X“ geahnt, dass bald der Titel „One Night in Miami“ auf mich zukommen würde – denn ganz unerheblich ist eine gewisse Vorkenntnis einiger Ereignisse für diesen Film nicht.

„One Night in Miami“ ist ein dichtes Kammerspiel, welches sich voll und ganz auf seine brillanten Darsteller stützt und außerhalb des engen Hotelzimmers wenig an Schauplätzen aufzubieten hat. Man konzentriert sich voll und ganz auf die geschmeidigen und nicht minder tiefgründigen Dialoge, die die Menschen hinter der rumreichen Fassade zeigen und mit welchen Problematiken sie sich in dieser eher unschönen Epoche noch herumschlagen müssen.

Dabei erklärt der Film wenig und setzt Wissen beim Zuschauer voraus. So wird über Dinge diskutiert, die wir in dann mit eigenen Hirnschmalz aufdröseln und zusammensetzten müssen. Man erwähnt beispielsweise die „Nation of Islam“, aber nicht genauer deren Konflikt mit dem Rädelsführer Malcolm X, der hier nur mehr oder weniger seinen Ausstieg bei seinen Freunden bekannt macht. So können bei Bildern, – wie seinem brennenden Haus – von Unkundigen nur Vermutungen angestellt werden.

Dieses extrem dialoglastige Geschehen ist jedoch nicht immer frei von Längen – und das kostet letztlich auch eine höhere Wertung. Auch wenn das Setting durchwegs anspricht und dicht inszeniert wurde, verpasst man bei einigen Konversationen die vorzeitige Ausfahrt und trägt mit zu langem Geschwafel einfach nichts mehr sinnvolles zur Handlung bei. Glücklicherweise verhelfen dann auch wieder ein paar wenige, aber gut platzierte Songs zur verdienten Aufmerksamkeit, die dieser Streifen unbedingt verdient hat.

Trotz kleinerer Hänger hat mir dieser Film von Anfang bis Ende extrem gut gefallen und ich kann Ihnen allen Interessierten nur wärmstens ans Herz legen. Das Konzept mit wenig Erklärung einfach mitten ins Geschehen einzusteigen, erhöhte den Anspruch und tat auch dem Hirn gut. Auch den Twist nur einen Abend im Leben der wichtigen Figuren herauszupicken war äußerst geschickt – denn so kann man sich noch ein wenig mehr mit deren Biografien davor und danach vertrauter machen und neue geschichtliche Informationen für sich recherchieren.

8/10

Fotocopyright: Amazon

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