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Schlagwort: Besprechung (Seite 1 von 11)

Boy Missing

Inhalt

Ein Junge verschwindet und taucht kurz darauf verängstigt wieder auf. Da seine Aussagen nicht eindeutig sind, steht die Polizei vor einem Rätsel. Trotz dieser Umstände steht relativ schnell ein Verdächtiger fest, der von der Mutter des Kindes am liebsten für immer hinter Gittern verschimmelt…

Fazit

Liebhaber grundsolider Thriller liegen hier vollkommen richtig. Der Streifen ist zwar eher ruhig, entwickelt aber einen angenehmen Sog und bietet überdies auch ein paar ordentliche Wendungen. Gute Schauspieler und eine hochwertige Inszenierung runden den guten Eindruck ab und geben keinen Grund zur Klage.

Persönlich hätte ich mir vielleicht ein bisschen mehr Action oder ein etwas höheres Tempo gewünscht, unterm Strich war das Resultat dennoch weitestgehend gefällig.

Die Geschichte entwickelte sich naturgemäß nicht so, wie es auf den ersten Blick scheint und hält witzige Überraschungen parat. Es war zwar alles sehr gemächlich – doch grade so ausbalanciert, um das Interesse nicht zu verlieren. Natürlich habe ich mich in ein oder zwei Momenten nach der Logik gefragt, trotzdem konnte man die Handlung hinnehmen.

Bei den Darstellern glänzte vor allem die junge Hauptfigur, der Rest ging in Ordnung. Gut besonders deren Look, denn normal anmutende Gesichter sind gerade bei solchen Filmen wesentlich glaubwürdiger als glatte Models. Die Akteure wirkten aus dem Leben gegriffen, boten Ecken und Kanten.

Gerade aus Spanien gibt es ein paar bessere Genrevertreter, doch richtig schlecht war „Boy Missing“ keinesfalls. Er hielt auf ruhige Art bei Laune und bot eine halbwegs ausgefeilte Story. Kein Highlight, aber durchaus brauchbar – und somit (wie Eingangs erwähnt) für Liebhaber nicht verkehrt.

6,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

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Boy Missing [Blu-ray]

S.H.I.T. – Die Highschool GmbH

Inhalt

Die Highschool ist endlich vorbei und die Welt des Collages wartet auf Bartleby und sei eine Freunde. Dumm nur, dass sie nirgendwo angenommen werden und der Druck der Eltern wächst. Kurzerhand beschließen sie von ihren Studiengeldern selbst ein Bildungsinstitut zu gründen…

Fazit

Dank Netflix kommt man endlich wieder in den „Genuss“ manch älterer Schinken, die man damals zwar in der Videothek geliehen – sich aber nie zu einem Kauf durchgerungen hat. „S.H.I.T. – Die Highschool GmbH“ ist so ein Fall und schmerzlich wurde mir klar, warum er bislang nie den Weg in die Sammlung fand.

Die Handlung ist grundsätzlich mal quatsch, aber das kann man dem Werk gar nicht mal krumm nehmen. Die Macher brauchten schließlich eine Grundlage für ihre Gags, die leider nicht immer zündeten. Anspruch oder sonstige Tiefe waren nie gefragt – dafür sinnfreien Unterhaltung und einen kurzweiligen Verlauf. Beides eher Fehlanzeige.

Ich weiß nicht, ob ich bei Erstveröffentlichung schon zu alt für den Film war oder im Gegensatz zu einigen Konkurrenten (z.B. „Old School“) mein Humor nicht getroffen wurde. Man schaut dem Treiben relativ uninteressiert zu und ringt sich nur selten ein Lächeln ab. Meist besteht der Inhalt aus Fremdschämen und sonst nichts. Der Streifen ist zumeist eher schleppend und wenig unterhaltsam. Vorhersehbar sowieso.

Auf Seiten der Darsteller gibt es zwar ein paar bekannte Gesichter zu verzeichnen, doch so richtig überzeugen konnte Niemand. Für Justin Long und Konsorten gilt der Titel möglicherweise sogar als Jugendsünde. Sie machen nette Mine und schauen in erster Linie hübsch aus – immerhin das Design ihrer Klamotten kommt heute noch witzig daher. Soweit alles Genre-Standard würde ich behaupten.

Filme wie „American Pie“ haben seinerzeit super gefallen und sind mittlerweile hoffnungslos überholt. „S.H.I.T.“ hat mir schon damals nicht sonderlich gemundet und ist mit all den Jahren sogar noch schlimmer geworden. Wer mit absolut flachen Teenie-Zoten etwas anfangen kann, wird vielleicht glücklich – alle Anderen sind so erwachsen, dass sie gern verzichten können. Punkte gibts lediglich für ein paar kleinere Lacher, die vielleicht eher aus Verzweiflung entstanden sind.

3,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Point Blank

Inhalt

Unfreiwillig gerät Pfleger Paul zwischen die Fronten zwischen Gangstern und Polizisten. Als ein Mordverdächtiger auf seiner Station eingeliefert wird, dauert es nicht mehr lang, bis er zum Komplizen wird…

Fazit

Mit „Point Blank“ präsentiert uns Netflix wieder so einen Film, der sich nicht richtig für eine Richtung entscheiden kann und am Ende recht unausgegoren wirkt.

Ständig schwankt der Titel zwischen Action und Komödie hin und her, konnte sich nie auf ein Genre festlegen und brachte keinen Part gut zueinander. Es fing eigentlich schon bei der merkwürdigen Musik an, die nie mit den Bildern harmonieren wollte. So gab es grundsätzlich coole Punk- oder Pop-Songs, die jedoch nie zur jeweiligen Szene passten. Das habe ich so selten und vor allem durchgängig noch nie erlebt. Ob der stümperhafte Mix so gewollt ist, vermag ich nicht zu sagen. Als Stilmittel gefällt es jedenfalls mir nicht.

Die Darsteller machen ihre Sache okay, mehr aber auch nicht. Sie agierten bestenfalls auf einfachem Serien-Niveau und somit oft zu hölzern. Ihr Auftreten erschien viel zu ernst, was – wie beim Soundtrack – nicht immer mit der jeweiligen Situation funktionieren wollte. Immerhin sorgt das gar nicht mal so gute Spiel für eine sonderbare Chemie zwischen den Hauptcharakteren, die eigentlich prima funktionierte.

Die Handlung bedient sich ungeniert beim anderen Genrevertretern, ohne deren Stärken zu übernehmen. Es war irgendwie von Anfang klar, dass ein falsches Spiel gespielt wird und die Übeltäter geben durch ihre gekünstelte Mimik ihre Hintergründe zu früh Preis. Selten konnte man sich von Anfang an seinen Figuren so sicher sein und sie so leicht einschätzen. Überraschungen blieben somit komplett aus und das war schon irgendwo sehr schade. Auch um neue Ideen war man nicht bemüht.

Die Mängelliste von „Point Blank“ ist lang und dennoch fällt das Urteil gnädig aus. Wollte ich die Sichtung nach einigen Minuten sogar abbrechen, entfaltete sich durch seine Unausgewogenheit ein seltsamer Flow, der bis zum Ende unerwartet unterhalten konnte. Die ersten halbe Stunde war wirklich für die Tonne, aber danach steigerte sich zumindest der Unterhaltungsfaktor und man blieb dran. Nachdem man sich innerlich mit dem Trash abgefunden hatte, war das Ergebnis ganz in Ordnung – und dennoch weit von echten Knüllern entfernt. Netflix bietet uns so viele Highlights, da darf es auch mal sowas seichtes für Zwischendurch sein.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80221677

Jo Pil-ho: Der Anbruch der Rache

Inhalt

Jo Pil-ho ist ein Cop, der hin und wieder die Hand aufhält und manchmal seine eigene Auffassung von Gerechtigkeit hat. Eines Tages wird er verhaftet und ihm der Brand eines Polizeilagers vorgeworfen. Zwar war Jo Pil-ho schon an Ort und Stelle, will aber seine Unschuld diesbezüglich beweißen…

Fazit

Nach all den – in letzter Zeit überwiegend spanischen Filmen – muss ich etwas zu den Wurzeln dieser Seite zurückkehren und habe mir dafür am gestrigen Abend mal wieder ein Werk aus Südkorea zu Gemüte geführt.

Netflix hatte sich die internationalen Rechte an „Jo Pil-ho“ gesichtet – und das war, was den Film betrifft vielleicht auch die beste Entscheidung für ihn. Das Teil ist grundsätzlich nicht schlecht und unterhält ganz ordentlich, aber es gab wenig Innovation und wenig, was man den größeren Referenzen des eigenen Landes entgegen zu setzten hätte.

Der Verlauf ist überwiegend in Ordnung, gerne hätte man die ein oder andere Szenen etwas straffen und vielleicht eine Laufzeit von deutlich unter zwei Stunden erreichen können. Das hätte der allgemeinen Kurzweil und dem Tempo gut getan. So gab es immer mal wieder Momente, die den eigentlich soliden Flow ins Stocken bringen und etwas unausgereift wirken.

Der Inhalt jongliert zwischen Ernsthaftigkeit, ein wenig Komödie und vor allem auch ein bisschen Gesellschaftskritik. Mancher Seitenhieb ist erst nach kurzer Nachdenkzeit aus den Dialogen zu entnehmen und immerhin dies stellt ein kleines Alleinstellungsmerkmal gegenüber manchem Konkurrenten dar. Arg politisch ist der Titel auf keinen Fall, aber die Regierung wird durchaus kritisch angegangen.

In Sachen Action gibt es bestenfalls Standardkost, aber nichts Überragendes. Die kleinen Rangeleien waren nett choreografiert und zumeist mit etwas Witz umgesetzt. Das nimmt dem Film an Härte – wobei er grundsätzlich nicht allzu düster rüber kommen möchte und seine dramatischen Elemente nicht mit aufgesetzter Düsternis verwässert. Das Resultat diesbezüglich war ganz okay, windet sich jedoch nicht um die Austauschbarkeit herum.

Bei den Koreanern weiß man eigentlich immer, was man bekommt und so auch hier. Weder technisch, noch auf Seiten der Darsteller kann man der Produktion etwas vorwerfen und die Geschichte entfaltet sich trotz leichter Überlänge äußerst passabel. Leider gab es dabei keinerlei echte Highlights und alles wirkte fast schon zu vertraut und zu austauschbar. Letztlich also kein schlechter Film, nur eben nicht vollends Konkurrenzfähig. Nette, seichte Kost – die bei einem Streaming-Anbieter als Inklusivartikel vollkommen richtig aufgehoben ist und nebenbei mal schnell und günstig weggeschaut ist.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80244640

Don’t Let Go

Inhalt

Jack Radcliff ist Cop und wie ein Vater für seine junge Nichte. Als die Kleine und deren Familie kaltblütig umgebracht wird, bricht für Jack eine Welt zusammen. Zwar übernimmt sein Partner die Ermittlungen, doch entgegen des Rates seines Chef recherchiert er selbst in dem Fall. Er bekommt die Puzzlestücke einfach nicht zusammen, bis auf einmal sein Telefon klingelt und die Stimme der Ermordeten auf der anderen Gesprächsseite ist..

Fazit

Mit seiner Prämisse rangiert „Don’t Let Go“ irgendwo zwischen „Butterfly Effect“ und „Frequency“ ohne deren starken Momente zu kopieren. Man hat die Geschichte also schon einige Male gesehen – und dies zumeist etwas besser.

Unterm Strich war „Don’t Let Go“ allerdings kein schlechter Film. Trotz Innovationsarmut konnte er durchgehend passabel bei Laune halten und leistete sich keine größeren Ausreißer. Einige Lücken bzw. die allgemein zweifelhafte Glaubwürdigkeit sind dem zu Grunde liegenden Kern geschuldet und ziehen keine Punkte in der Bewertung ab.

In meinen Augen lag das größte Manko in der Ausdruckslage der Akteure geschuldet. Alle agierten ganz ordentlich, aber so richtig abgeholt hat mich das Ganze nicht. Bei beispielsweise „Frequency“ konnte mich nicht nur in die Rollen hineinversetzten, sondern wurde auch gefühlstechnisch total mitgenommen. Durch die Bindung zu den Darstellern baute sich ein unglaublich dichter Bann auf, der hier leider vollkommen ausgeblieben ist. Sicherlich wollte man wissen, wie es weitergeht und wer der Täter ist – die Figuren ließen hingegen etwas kalt.

Zweites – immerhin deutlich kleineres – Problem, betrifft die Technik. Der Titel strotzt vor Filtern und Unschärfen, was mich zumindest zu Beginn sichtlich genervt hat. Irgendwie schien der Fokus nicht immer zu sitzen – oder Jemand hielt die falschen Schärfeeinstellungen wohl für ein modernes Stilmittel. Der Soundtrack hingegen war unauffällig und kaum kaum der Rede wert.

„Don’t Let Go“ macht wenig falsch, wirkt aber insgesamt kühl und uninspiriert. Gegen die recycelte Thematik habe ich erst einmal nichts, jedoch hätte die Umsetzung etwas packender und unvorhersehbarer sein können. Letztlich ein solider, durchaus schaubarer Titel, der nicht im Ansatz mit den Referenzen im Genre mithalten kann.

5,5/10

Fotocopyright: Blumehouse Productions

Jeder gegen Jeden

Inhalt

Eine Gruppe von Gangstern überfällt eine Bank und hat diesen Streifzug perfekt ausgetüftelt. Sie räumen die Schließfächer aus, während die Geiseln mit Sprengstoff bestückt werden und ein anderer Trupp einen Tunnel in die Freiheit gräbt. Alles läuft nach Plan, bis eine Bankangestellte einen Deal anbietet…

Fazit

Bei spanischen Produktionen dieser Machart, muss ich unweigerlich an „Haus des Geldes“ denken – welches mich wiederum sehr deutlich an „Inside Men“ erinnerte. Die Ausgangslage ist somit nicht sonderlich neu, aber immerhin grundsolide in Szene gesetzt.

Wie das FSK12-Logo auf dem Cover irgendwie schon erahnen ließ, geht es relativ unblutig und mit wenig Action zur Sache. Der Film ist eher ruhig und dialoglastig, lässt den Zuschauer zum Betrachter eines gut ausgeloteten Planes werden. Über weite Teile hält das schon bei Laune, doch so richtig stark wird der Titel leider nie. Er plätschert vor sich hin und gibt relativ wenig zurück. Das war zwar nie wirklich übel, aber auch nie richtig aufregend gemacht. Selbst die kleinen Twists ringen höchstens ein müdes Lächeln ab und waren in ähnlicher Form schon gefühlt dutzende Male zu sehen.

Die Inszenierung hat mir insgesamt gut gefallen. Alles wirkte hochwertig und schon wie eine echte Kinoproduktion. Die Kulissen waren zwar stark eingeschränkt (die Handlung spielte größtenteils in der Bank), jedoch gut ausgestattet und glaubwürdig präsentiert.

Auch bei den Darstellern gab es nichts zu motzen. Vielleicht ist die ein oder andere Charakterentwicklung etwas zu schnell vonstatten gegangen, aber allgemein gab es an deren Leistungen nichts zu kritisieren. Es gab sogar einige Gesichter, die mir als angehenden Fan von spanischen Filmen nicht mehr vollends unbekannt erschienen.

Eigentlich mag ich gut gemachte Heist-Movies, bei denen die Action nicht unbedingt im Vordergrund steht. „Jeder gegen Jeden“ hatte diesbezüglich zwar gute Ansätze, aber eben auch zu viel Langweile am Start. Viele Aktionen waren recht belanglos und das Tempo hätte insgesamt höher ausfallen dürfen. Für meinen geringen Invest (knapp 1,50 Euro) ist das Ergebnis hinnehmbar, zum „Vollpreis“ würde ich erst recht keine Empfehlung aussprechen. Schaut den Film ruhig mal bei einem vorhandenen Streaming-Dienst – denn dafür ist er keineswegs verkehrt.

5,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

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Jeder gegen Jeden [Blu-ray]

Crash

Inhalt

Nach einem Unfall ist James nicht mehr der Selbe. Er spürt seine Verletzung, aber auch seine Erregung so stark wie nie zuvor. Das neu entflammte Liebesleben mit seiner Frau ist jedoch nicht genug und er schaut sich in einer seltsamen Autocrash-Szene um…

Fazit

Für gradlinige, schnörkellose Werke ist Meister Cronenberg weniger bekannt und „Crash“ passt schon irgendwo in sein fantastisches Portfolio. Was er hier umgesetzt hat, ist kaum zu beschreiben und erst recht nicht mit anderen Werken vergleichbar. Eine Bilanz zu ziehen fällt dabei extrem schwer – schließlich sind die Bilder so verstörend und die Aussage so schwer ersichtlich.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diesen Film zu interpretieren. Sei es die fatale Anziehung vom Tod oder die geistige Zerbrochenheit nach einem Unfall. Wie die überaus gut agierenden Darsteller handeln, ist schwer mit logischen Gedanken in Einklang zu bringen und so muss man sich dem sprichwörtlichen Treiben einfach hingeben. Einem Werk wie „Crash“ muss man einfach folgen und erst gar nicht versuchen, den weiteren Verlauf zu erahnen – es würde höchstwahrscheinlich scheitern.

Insgesamt war der Streifen relativ unterhaltsam und bot keine größeren Längen. Man wollte schließlich immer wissen, wie es weitergeht und welches tragische Ende seinen Protagonisten bevor steht. Die Dialoge (welche laut Wikipedia teils 1:1 von der Buchvorlage übernommen wurden) sind schon recht krass und passen somit hervorragend zu den verstörenden Aufnahmen.

Für die allermeisten Titel von Cronenberg bin ich sehr empfänglich und zähle Einige sogar zu meinen absoluten Favoriten, doch mit „Crash“ bin ich zumindest nach der ersten Sichtung nicht warm geworden. Ich liebe die bizarren und teils wirklich unerwartet erotisch gestalteten Szenen, aber irgendwie gibt mir das Gesamtresultat keinen Kick. Zur einmaligen Betrachtung – allein aus Komplettheitsgründen – sicherlich nicht verkehrt – ob sowas in die Sammlung muss, steht auf einem anderen Blatt. Die Scheibe von Turbine ist jedenfalls mal wieder erstklassig und präsentiert das polarisierende Werk in nie gesehener Pracht und schier endlosem Bonusmaterial.

6/10

Fotocopyright: Turbine Medien

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Crash – Mediabook Modern (+ DVD) [Blu-ray]

Die Turteltauben

Inhalt

Ein frisch getrenntes Pärchen ist auf dem Weg zu Bekannten und überfährt dabei unachtsam einen Radfahrer. Als dann auch noch ein seltsamer Cop auftaucht, beginnt deren unverhofftes Abendteuer…

Fazit

Wer nicht viel erwartet, wird auch nicht groß enttäuscht. So ungefähr lautete mein Motto, als ich diesen Titel bei Netflix erblickte und ohne die Inhaltsangabe zu studieren den „Play-Button“ betätigte.

Was sich hier bot ist eine seichte und etwas ausgefallene Komödie, die hin und wieder ein paar überraschend gute Gags aufgefahren hat. Da der Verlauf durch seine Verrücktheit relativ unvorhersehbar verlief, war die Spannung sogar angenehm hoch und die verquere Handlung motivierte bis zum Ende.

Man hatte grundsätzlich nie das Gefühl erstklassig, aber irgendwie schon ganz passabel unterhalten worden zu sein. Echte Highlights waren eigentlich nicht zu verzeichnen, doch ein paar bissige Dialoge sorgten schon für einige Lacher. Zu Verdanken ist dies den wunderbaren Hauptdarstellern, deren Chemie zu jeder Zeit prima gepasst hat. Trotz der absurden Ereignisse, spielen sie das zankende Pärchen witzig-glaubwürdig und trösteten über manch unspektakuläre Szene hinweg.

Allgemein war die überraschend kurzweilige Handlung das größte Problem zugleich. Alles ergab irgendwie wenig Sinn und war an Löchern kaum zu überbieten. Wahrscheinlich sorgte gerade diese Prämisse für einen gewissen Spaßfaktor – bei dem man die Patzer einfach mal ausblendet und viele Dinge bewußt nicht hinterfragt.

Streng und objektiv betrachtet, würde ich „Die Turteltauben“ gnadenlos auf der Wertungsskala durchfallen lassen. Auf seine spezielle Art hingegen, hat das doofe Werk irgendwo schon halbwegs bei Laune gehalten und zwei wirklich tolle Darsteller aufgeboten. Manchmal muss man den klaren Verstand bei Seite schieben und sich Zwischendurch auch mal so einen Titel geben. Vielleicht spiegelt die Punktwertung nicht ganz meinen Spaß wieder – aber höher kann ich das Gebotene dann doch nicht einordnen.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/81248748

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

Inhalt

Die englische Queen ist schwer erkrankt und der exzentrische Der. Dolittle wird um Diagnose gebeten. Schnell wird ihm klar, dass die hohe Dame wohl sukzessive vergiftet wurde und nur eine seltene Pflanze Genesung verspricht. Er macht sich mit seinem tierischen Team auf eine abenteuerliche Reise…

Fazit

Ob man wirklich eine weitere Verfilmung des Stoffs gebraucht hätte, lasse ich mal so dahin gestellt. Dank Robert Downey Jr. und großen Budget war die Ausgangslage jedoch nicht die Schlechteste und so musste unbedingt mal ein Blick gewagt werden.

Die eher negativen Kritiken im Vorfeld versprachen nichts Gutes und so durchwachsen ist mein Fazit am Ende ebenfalls. Technisch ist der Titel wirklich sehr gut gemacht und ordnet sich locker in der gehobenen Klasse ein. Insbesondere die Animationen der Tiere haben gefallen und fügten sich ingesamt sehr stimmig ins Gesamtbild ein. Nur selten wirkten sie wie Fremdobjekte, fügten sich meist wunderbar ein.

Geschmacksache dagegen der Humor, der auf ein jüngeres Publikum abzielt und nicht jeden Gag beim reiferen Semester zünden lässt. Auch die Situationskomik ist überwiegend flach und nicht unbedingt der Brüller. Dies sorgt zwar für einen netten, aber keineswegs mega kurzweiligen Verlauf, der zuweilen sogar in Langweile ausartete. Schnell hat sich der Betrachter an den teuren und hochwertigen Bildern satt gesehen und siecht bei belanglosen Dialogen vor sich hin.

Downey machte seine Sache zwar ganz ordentlich, doch der Funke sprang nicht über. Es schien, als spiele er sein Standardprogramm herunter, ohne hier neue Maßstäbe seines Talentes präsentieren zu wollen. Darüber hinaus, hat mich die Sichtung von Banderas in einer solch mächtigen Produktion ein bisschen gefeiert, hätte mir jedoch einen umfangreicheren Auftritt und mehr Action seinerseits gewünscht. Der Rest agierte solide – so richtig ist nichts hängen geblieben.

Große Namen, tolle Effekte und keine grundsätzlich schlechte Handlung machen noch keinen Top-Titel. „Die fantastische Reise des Dr. Dolittle“ ist bestenfalls ein netter, belangloser Familienfilm – der sich durchaus für einen verregneten Nachmittag mit den Kids eignet, aber keineswegs auf meiner Empfehlungsliste steht. Ich hätte zwar keine weitere Verfilmung benötigt, empfand das durchaus ersichtliche Potential dieser Variante bedauerlicherweise für vergeudet.

5/10

Fotocopyright: Universal Pictures

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Die fantastische Reise des Dr. Dolittle [Blu-ray]

Queen & Slim

Inhalt

Nach einem mehr oder weniger erfolgreichen Tinder-Date will Slim seine Bekanntschaft pflichtbewußt nach Hause bringen. Bei einer dabei stattfindenden Polizeikontrolle eskaliert die Situation und der Ordnungshüter geht erschossen zu Boden. Fortan ist das unfreiwillige Pärchen auf der Flucht…

Fazit

Ich vermute, dass „Queen & Slim“ in erster Linie auf gefühlt tagtägliche Missstände aufmerksam machen möchte. Die zu Grunde liegende Thematik ist nach all den Jahren immer noch hochbrisant und durchaus einer weiteren Verfilmung wert.

Der Film lebt in erster Linie von seinen hervorragenden Darstellern, die ihren Teil zum Gelingen beitragen. Ohne ihre sympathische Art hätte der Streifen vermutlich alles verspielt und seine Botschaft nicht transferieren können. Man nimmt ihnen die ungemütliche Rolle vollkommen ab und kann sich gut in ihr Schicksal hinein versetzen.

Der Zuschauer ist stets mit sich im Zwiespalt. Zwar handelt es sich bei dem Pärchen klar um Täter, aufgrund deren Umstände sieht man sie durchaus auch als tragische Opfer. Die Grenzen zwischen Recht und Gerechtigkeit verschwimmen, der ruppige Abschluss holt dann wieder auf den Boden der traurigen Tatsachen zurück. Ein nachhaltiger Schlag in die Magengrube bleibt zurück.

So insgesamt war der Streifen recht unterhaltsam, stellenweise aber auch etwas langatmig erzählt. Man nimmt sich zwar ausführlich Zeit für die Zeichnung seiner Figuren und begründet deren Verhalten ziemlich exakt – dennoch hätten es ein paar Minuten weniger auch getan.

„Queen & Slim“ ist ein wichtiger und mitreißender Beitrag zum Dauerthema Rassismus. Die Darsteller agieren wuchtig, die Handlung zieht trotz minimalen Optimierungspotential in den Bann und überwiegend regiert die Kurzweil. Wer mit der Handlung ansatzweise etwas anfangen kann, sollte mal reinschauen.

7,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

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Queen & Slim – Blu-ray
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