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Phantastische Tierwesen 3: Dumbledores Geheimnisse

Inhalt

Der Wahlkampf um den Vorsitz der Zaubergilde läuft auf Hochtouren, als sich plötzlich ein neuer Kandidat zur Wahl stellt. Grindelwald wurde überraschend von allen bisherigen Anschuldigungen freigesprochen und scharrt nun seine Anhänger um sich. Dumbledore und seine Freunde wollen dessen Wahl und die absehbaren Konsequenzen natürlich mit allen Mitteln verhindern…

Fazit

Mit dem Prozess um Johnny Depp gab es im Vorfeld mehr ungeliebte Publicity, als den Machern höchstwahrscheinlich recht war und so musste grundlegend gehandelt werden. Klar war der Abgang der Ikone ein herber Einschnitt, doch mit Mads Mikkelsen hat man einen mehr als adäquaten Ersatz hervorzaubern können. Er mimt die Rolle des Bösewichtes so, als wäre er schon ewig in der Harry Potter-Welt zu Hause und bedurfte keinerlei Eingewöhnung beim Zuschauer.

Neben seinem großartigen Auftritt gab es jedoch noch ein paar weitere Stars (u.A. aus der hiesigen TV- und Kinolandschaft) zu bestaunen und zumindest hier hatte ich dem Werk nichts anzukreiden. Erstaunt hat mich übrigens auch der einfache Einstieg und das gute Folgen der Handlung. „Grindelwalds Geheimnisse“ wirkte weit weniger verschachtelt und mit doppelten Böden bestückt, als dessen Vorgänger und ermöglichte so einen störungsfreien Genuss ohne die ersten Teile noch genauer im Hinterkopf gehabt zu haben.

Der Streifen bestach erneut mit einer hochwertigen und detailverliebten Optik. Kulissen wie das Zauberministerium wirkten fantastisch und realistisch zugleich. Der Ausflug nach Hogwarts entzückt zudem die Freunde des Franchise und sorgte für ein Lächeln auf den Lippen. Einzig die CGI-Wesen erschienen gelegentlich wie Fremdkörper und fügten sich nicht so prächtig im Geschehen ein. Ihre Computerherkunft war stets klar zu erkennen und die Gestiken der realen Darsteller nicht immer zu hundertprozentig auf deren Animationen abgestimmt.

Wie bereits erwähnt war die Gesichte nicht allzu verschachtelt – um nicht ganz das Wort „simpel“ zu gebrauchen. Die Ausgangslage war schnell klar und die eigentliche Entwicklung und Ausgang der Ereignisse relativ vorhersehbar gestaltet. Gut und Böse waren klar getrennt, es gab keine zögerlichen Momenten bei denen irgendwelche Zweifel aufkeimten. Für mich war das so okay – da ich weder in den Vorgängern, noch im gesamten Rowling-Universum enorm sattelfest bin und viele Dinge hier einfach so hingenommen habe.

Zu Beginn hatte ich meine Bedenken. Die Vorgänger waren bei mir nicht mehr so richtig präsent und vor allem der zweite Streich nur noch wegen seiner leicht verqueren Erzählweise im Gedächtnis geblieben. Letztlich konnte ich mich aber wunderbar im Geschehen fallen lassen und wurde hervorragend bei Laune gehalten. Sicherlich hätten einige Effekte besser und namensgebende Tierwesen durchaus einen Ticken präsenter auftreten dürfen, doch unterm Strich bleibt ein mehr als solider Fantasy-Film mit schönen „Harry Potter-Vibes“. Kein übermäßig brillanter Titel, aber für seine knappen 2,5 Stunden überwiegend angenehm kurzweilig.

7/10

Fotocopyright: Warner

Brahms: The Boy II

Inhalt

Nach einem dramatischen Ereignis möchte sich eine junge Familie eine kleine Auszeit gönnen. Sie beziehen ein abgeschiedenes Ferien-Häuschen in der Nähe eines Waldes und versuchen wieder mit sich ins Reine zu kommen. Als ihr aktuell stumm gewordener Sohn eine seltsame Puppe im Wald entdeckt, sollte sich das neu geschaffene Idyll bald ändern…

Fazit

Seit Klein auf liebe ich Horrorfilme, doch außer „Chucky“ standen Titel mit Puppen noch nie besonders hoch in meiner Gunst. Zu gleichförmig, zu uninteressant und infolgedessen zu langweilig waren die meisten dieser Vertreter für mich und so habe ich das Unter-Genre eher stiefmütterlich behandelt. Der erste „The Boy“ kam jedoch irgendwann mal als Beilage einer Fernsehzeitschrift ins Haus und hatte mich doch unerwartet gut unterhalten. Gleiches habe ich mir nun vom Nachfolger erhofft und ihn gestern endlich mal in den Player legen können.

Vorweg sei gesagt, dass auch „The Boy 2“ keine wirklich neuen Impulse in die Sache bringt und ein schemenhafter Film nach bewährtem Muster war. Nicht unbedingt schlecht, aber auch ein wenig träge, uninspiriert und arg auf „Nummer sicher“ konstruiert.

Seine Ausgangslage hebt sich vielleicht ein bisschen von der breiten Maße ab, doch letztlich spielt der Rahmen auch nur eine sehr untergeordnete Rolle. Im Grunde ging es um einen subtilen Puppen-Horror, der mit den üblichen Ideen um die Ecke kam und wenig zu Erschrecken vermochte. Da sich ein eigenes Szenario bot, waren immerhin keinerlei Kenntnisse des Vorgängers erforderlich und man konnte dem Treiben gut folgen.

Während ein „Chucky“ sehr aktiv über den Bildschirm huscht, gehört „Brahms“ eher zu den ruhigeren Kollegen. Der Horror ist abermals unterschwellig und somit ebenfalls für ein jüngeres Publikum geeignet. So wechselt unser Protagonist mal heimlich die Räume oder Körperhaltung – ist aber nie dabei zu sehen und schwingt erst recht kein Messer. Er manipuliert vielmehr die Menschen um ihn herum – was spannungstechnisch jedoch nur bedingt zu überzeugen vermöchte. Vielleicht war mir das Ganze etwas zu blutleer und undramatisch gestaltet.

Technisch gab sich das Werk hingegen extrem hochwertig und gab keinen Grund zur Lage. Die Optik war auf A-Niveau und die Inszenierung fühlte sich ebenso an. Damit lag das Gezeigte weit über Mitstreitern mit ähnlicher Thematik und zumindest für mich direkt wesentlich ansprechender. Der Soundtrack war unauffällig und somit tendenziell eher in Ordnung.

Von seiner Inszenierung und von seinen Darstellern ist „The Boy 2“ eine hochwertige Angelegenheit, doch der grundsätzlich äußerst stabile Rest kommt da nicht ganz mit. Die Macher liefern uns hier eine Standardwerk, welches zwar passabel unterhielt, aber nirgends so recht hervorstechen wollte. Genrefans dürfen reinschauen, der Rest getrost ignorieren.

5,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Gray Dawn (PC)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Priesters, der mit dem Verschwinden eines Kindes in Zusammenhang gebracht wird und dieses Missverständnis aufzuklären versucht. Dabei kämpft er aber in erster Linie gegen seine eigenen Dämonen…

Gameplay

„Gray Dawn“ ist ein klassischer „Walking Simulator“, der seinen Fokus klar auf das Erzählen seiner zuweilen recht bizarren Geschichte legt. Der Spieler kann weder sterben, noch sollte er sich zu lange an den kleinen Rätseln auf Wimmelbild-Niveau aufhängen.

Das Spiel ist gradlinig und lädt nur selten zum Verlaufen ein. Die Anzahl der Schauplätze ist obendrein recht eingeschränkt, womit uns lange Laufwege erspart bleiben.

Bei den Kopfnüssen gilt es meist darum, die richtigen Knöpfe in der richtigen Kombination zu drücken – was aufgrund der einfachen Aufgaben kein echtes Problem stellt und simples herumklicken dann schnell zum Erfolg führt.

Spielzeit

Nach rund 3,5 Stunden ist der Abspann über den Bildschirm geflackert. Bei einem Invest von knapp 2 Euro (Steam-Key) war die kompakte Spielzeit absolut zu verschmerzen – denn großartig Leerlauf gab es zum Glück nicht. Gegen Ende fühlt sich das Geschehen zwar leicht gestreckt an, doch die Macher schufen ein insgeamt zufriedenstellendes Ergebnis.

Präsentation

Vor allem Optisch hat das Spiel so Einiges auf dem Kasten. Das komplette Art-Design war originell und grafisch erstklassig in Szene gesetzt. Innenaufnahmen, sowie Außenareale wirkten jedoch so realistisch, dass sich die puppenhaften Figuren darin fast schon wie Fremdkörper anfühlten. Das störte die Immersion ein wenig und sorgt für einen halben Punkt Abzug bei der Technik.

Die Musik hielt sich meist angenehm zurück, dreht zu den passenden Momenten aber ordentlich auf. Die englische Sprachausgabe war gut, auch wenn nicht alle Kommentare zur jeweiligen Situation angemessen erschienen.

Positiv

  • schöne audiovisuelle Präsentation
  • ausgefallene Design-Elemente
  • detailreiche Kulissen
  • guter Spielfluss, keine Hänger
  • ein paar nette Rätsel…

Neutral

  • … ein paar viel zu simple Rätsel
  • recht viel religiöse Symbolik sicherlich nicht Jedermanns Geschmack
  • vorhersehbare Jumpscars

Negativ

  • Figuren passen nicht ganz zum restlichen Grafikstil
  • beschränkte Interaktion, selbst bei Rätseln
  • kleinere Bugs (Trigger können erneut aktiviert werden)

Fazit

Grundsätzlich ist „Gray Dawn“ ein interessanter Kandidat für Liebhaber guter Story-Spiele. Die allgegenwärtige religiös angehauchte Thematik und ein paar überdrehte Bilder mögen möglicherweise abschrecken – weshalb ich die vorherige Sichtung eines Trailers ans Herz legen möchte.

Mir hat der Tripp (teilweise im wortwörtlichen Sinne) insgesamt recht gut gefallen und für einen heißen Sonntag-Nachmittag angenehm bei Laune gehalten. Technisch war das Ding – mal abgesehen von seinen merkwürdigen Charaktermodellen – erfreulich beeindruckend und ließ das kleine Entwicklerteam (ich glaube 3 Mann) oftmals völlig vergessen.

Unterm Strich war „Gray Dawn“ ein netter „Walking Simulator“ mit verrückten Anstrichen und unterhaltsamen Spielfluss. Wer das Genre mag, macht nichts verkehrt und darf sich ruhig mal Zeit für diesen Ausflug nehmen.

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Interactive Stone

Obi-Wan Kenobi – Staffel 1

Inhalt

Das Imperium hat die Herrschaft über weite Teile der Galaxie übernommen und fast alle Jedi-Ritter vernichtet. Zurückgezogen wollte Meister Obi-Wan Kenobi nur einen ruhigen Lebensabend in der Einöde verbringen, doch eines Tages ruft ihn wieder die Pflicht. Statt seine Schützlinge passiv aus dem Hintergrund im Auge zu behalten, muss er aktiv bei der Suche nach der vermissten Prinzessin Leia helfen und erneut das Laserschwert schwingen…

Fazit

Für mein Empfinden hat diese Serie die Gemüter weitaus mehr als andere Spin-Offs aus dem belieben Franchise gespalten. Während „The Mandalorian“ eigentlich überall überraschend gut angekommen und „Das Buch von Boba Fett“ als solide Kost betrachtet wurde, kam „Obi Wan“ in vielen Foren leider ziemlich bescheiden davon. Gründe dafür gab es ehrlich gesagt reichlich, aber auch viele Lichtblicke – die gnädig über manch Patzer hinwegschauen ließen.

Zunächst fand ich die Idee rund um Obi Wan als Hauptfigur sehr sympathisch. Da ich großer Fan der klassischen Filme bin, war mir das Setting auf Anhieb wesentlich vertrauter und die zeitliche Einordnung im Kopf gelang viel schneller. Es war aber auch schön, dass man neben vielen bekannten Dingen dennoch einwandfrei neue Elemente (Charaktere, Schauplätze, etc.) einbinden konnte und nicht zu stark auf reine Nostalgie abzielte – wie es bei anderen Werken oft der Fall und scheinbar der letzte Greifhaken ist.

Ewan Ewan McGregor zeigte sich von seiner besten Seite und sorgte besonders im Zusammenspiel mit seinem ehemaligen Schüler wieder für Gänsehaut. Klar habe ich erwähnt, dass ich Liebhaber der Ur-Trilogie bin – aber einen Gregor als Kenobi ist trotzdem für immer in meinem Gedächtnis eingespeichert und gehörte zu den Glanzpunkten der eher mittelprächtigen Prequels. Ihm zur Seite stand eine pfiffige junge Prinzessin, die nie um einen Spruch verlegen und zu keiner Zeit negativ aufgefallen war. Normalerweise haben altkluge Figuren meist einen gewissen Nerv-Faktor, aber diese Miniatur-Leia verzückte auf ganzer Linie.

Technisch gab sich „Obi Wan“ solide und ohne größere Mängel. Natürlich sahen einige Szenen wie Cosplay-Veranstaltungen von Fans aus, doch diesen Look haben sich auch die anderen Auskopplungen der Sternen-Saga gefallen zu lassen. Ich fand dies bei „Mandalorian“ sogar noch etwas auffälliger – wenngleich auch nicht wirklich störend. Ansonsten spielte der gewohnt großartige Soundtrack wieder eine gewichtige Rolle und verlieh den Bildern den letzten Schliff. Typisch Star Wars eben.

Freud und Leid lagen bei dieser Serie unverhofft eng beieinander. Die Produktion hat eklatante Schwächen, die selbst ungeübten Zuschauern sofort ins Auge springen und dennoch vermag ich das Ergebnis nicht in der Luft zerreißen. Für mich boten die 6 überschaubaren Episoden mehr Star Wars-Feeling als die letzten 3 Kinofilme und die Serien „Mandalorian“ und „Boba Fett“ zusammen. Endlich gab es wieder viele erinnerungswürdige Momente und einen toll inszenierten Bösewicht. Endlich trieb es uns wieder wohlige Schauer über den Rücken und endlich wurden junge Darsteller ihren späteren Figuren gerecht. Luke zwar noch etwas weniger, aber die kleine Leia war enorm toll ausgearbeitet.

Für mich als langjähriger Fan ist „Obi-Wan Kenobi“ (abgesehen von den Zeichentrick-Varianten) die bis dato beste Serienumsetzung des bekannten Stoffes – allen Unkenrufen zum Trotze. Ich habe meinen Glauben an das Franchise wieder und freue mich auf die anderen, zum Teil bereits in Arbeit befindlichen Abenteuer.

8,5/10

Fotocopyright: Disney

The Beast Inside (PC)

Inhalt

Um etwas Abstand zu gewinnen, zieht ein junges Paar in das leer stehende Elternhaus des Mannes auf dem Land. Statt sich in Ruhe auf die Arbeit zu konzentrieren, holen sie allerdings wortwörtlich die Geister der Vergangenheit ein…

Gameplay

„The Beast Inside“ vereint mehrere Genres in einem Spiel. Größtenteils haben wir es zwar mit einem Adventure in Form eines „Walking Simulators“ zu tun, doch hin und wieder geben andere Elemente der Sache einen gewissen Pepp.

So durchstreifen wir nicht nur unbedarft das Haus und die nähere Umgebung, sondern müssen hin und wieder Flucht- oder Sprungpassagen meistern. Sogar Ballern steht mal kurz auf der Tagesordnung. Hieraus ergibt sich, dass wir im Gegensatz zu anderen Mitstreitern durchaus das zeitliche segnen können – was an und für sich kein Problem wäre, manchmal jedoch etwas unfair verpackt wurde.

Spielzeit

Das Spiel gliedert sich in 13 Episoden, die jeweils zirka 35-45 Minuten beanspruchen, was uns letztlich zu einer soliden Gesamtspielzeit von ungefähr 8,5 Stunden führte.

Präsentation

Audiovisuell wusste der Titel zu überzeugen. Vermutlich war das Entwicklerteam eher klein, weshalb hübsch ausgestaltete Kulissen und tolle Physikelemente nicht selbstverständlich erschienen und immer mal wieder für kleineres Staunen sorgten. Besonders gut hat mir hierbei die Gestaltung der Vegetation gefallen, die tatsächlich nicht den Eindruck eines stumpfen Baukastens machte.

Auch die Vertonung wirkte durchwegs professionell und die eingestreuten Musikstücke sorgten für Stimmung.

Positiv

  • schöne Präsentation
  • nette Gruselatmopshäre
  • spannende und gut erzählte Handlung
  • vergleichsweise vielfältige Aufgaben
  • interessante & teils überspringbare Rätsel
  • gelungene Jumpscars

Neutral

  • Steuerung manchmal hakelig
  • Physikelemente manchmal nervig

Negativ

  • Minenlevel
  • Trial & Error Momente
  • stellenweise viel zu dunkel/unübersichtlich

Fazit

Der günstige Erwerb des Steam-Keys war ein Blindkauf und auch ein Glücksgriff zugleich. „The Beast Inside“ war abgesehen von ein paar kleineren spielerischen Macken ein schönes Erlebnis mit viel Herzblut und Liebe zum Detail. Die interessante Handlung wurde mit gutem Pacing erzählt und die unterschiedlichen Gameplay-Elemente brachten Schwung in die Sache.

Zwar funktionierten nicht alle Mechaniken perfekt, doch in ihrem überschaubaren Umfang war das in Ordnung. Die Rätsel waren nicht zu leicht und nicht zu schwer, hielten nie unnötig lange auf – abgesehen vom nervigen Kapitel, welches in einer Mine spielte und ordentlich an den Nerven zerrte. Spätestens hier war eine gewisse Frustresistenz nicht unangebracht.

Da der Ekelfaktor eher gering und die Jumpscars nicht zu heftig ausfielen, sei das Game nicht nur puren Horrorfreunden wärmstens empfohlen. In „The Beast Inside“ steckt ein rundherum rundes Adventure, welche sich Genrefreunde ruhig mal auf ihrem Wunschzettel notieren dürfen.

Grafik: 8/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 7,5/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Illusion Ray Studio/PlayWay

Don’t Be Afraid (PC)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle des 11jährigen David, der orientierungslos in einem dunkeln Raum erwacht und nach einem Ausweg sucht…

Gameplay

„Don’t Be Afraid“ ist ein klassischer Horrorspiel-Genrevertreter, der mehrere beliebte Mechaniken miteinander kombiniert. Über weite Teile fühlt sich das Treiben wie ein „Walking Simulator“ mit relativ einfach Rätseleinlagen an, stellenweise bricht bei wilden Verfolgungsjagden allerdings auch echter Stress aus und der Puls schlägt höher.

Zu Beginn solcher Passagen fühlt sich das Geschehen durchaus unfair an, doch bei genauerer Betrachtung vermeiden einige Komfortfunktionen durchaus den großen Frust. So behalten wir unsere bis dato eingesammelten Gegenstände im Inventar und müssen so z.B. nur noch einen Bruchteil der Strecke zum nächsten Ausgang absolvieren.

Spielzeit

Einige Streamer haben das Spiel in rund 1,5 Stunden absolviert, doch ich würde dem Titel bei entspannter Erzählweise (und einigen Ableben) etwa 2,5 bis 3 Stunden attestieren.

Präsentation

Technisch gab sich der Titel durchwachsen. Zwar sorgen nette Licht- und Schatteneffekte für eine nette Gruselstimmung, doch grobe oder gar fehlende Texturen reißen immer mal wieder kurz aus der Immersion. Auch die immergleichen Gegenstände (Regale, Statuen, etc.) sprechen wohl für ein eher kleines Team von Programmierern. Akkustisch gibt man sich immerhin stimmig und einigermaßen gut (englisch) vertont.

Positiv

  • angenehme Horror-Atmosphäre
  • ein paar gute Rätsel
  • faire Rücksetzpunkte
  • angemessene Spielzeit (für einen kleinen Titel)

Neutral

  • technisch eher mittelprächtig
  • Steuerung manchmal hakelig

Negativ

  • nervige Fluchteinlagen
  • Trial & Error Abschnitte

Fazit

Mit gemischten Gefühlen blicke ich auf dieses Spiel zurück. „Don’t Be Afraid“ hatte seine stimmigen Momente und interessante Ansätze, aber so richtig wollte der Funke im Gesamten nicht überspringen. Für ein paar Stündchen wurde man passabel bei Laune gehalten, doch einige Designmacken waren dabei nicht zu übersehen und stellenweise ein wenig frustig.

Wer Horrorspiele mag, mit dem „Escape Room“-Szenario etwas anfangen kann und obendrein nichts gegen einige unabdingbare Tode hat, darf bei einem Angebotspreis ruhig mal reinschauen. Ich habe schon wesentlich schlechteres gespielt.

Grafik: 6,5/10
Sound: 6,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 6/10

Fotocopyright: Hydra Games, Drageus Games

Die Strafe Gottes

Inhalt

Eine junge Dame fühlt sich und ihre Familie bedroht. Vor Jahren arbeitete sie für einen berühmten Buchautoren, der es nach ihrer Belästigung und einem tragischen Schicksaalschlag scheinbar weiterhin auf sie abgesehen hat…

Fazit

Über manche Filme muss man einfach eine Nacht schlafen und trotzdem hadert man mit einem aussagekräftigen Urteil dazu. Die Rahmenhandlung – oder besser gesagt das Rahmenmotiv – von „Die Strafe Gottes“ bot im Prinzip wenig Neues, doch seine Umsetzung stach etwas ungewöhnlich hervor.

Der Streifen besaß eine eigenwillige, aber auch irgendwo sehr ansprechende Erzählweise. Er war gemütlich und grob, an anderer Stelle zögerte er nicht mit drastischen Momenten und handelte diese wiederum vergleichsweise schnell ab. Auf den ersten Blick schien die bereits nach kurzer Zeit vollkommen offengelegte Prämisse extrem einfach gestrickt, doch bei genauerer Betrachtung wollte man es dem Zuschauer nicht so leicht machen.

Fein säuberlich werden vermeintliche Zufälle aufgedeckt und lassen eigentlich nur einen Entschluss zu. Die Macher jedoch stellen erst gar nicht die Frage, wer hier der Täter ist – sondern vielmehr welche Hintergründe die Aktionen hatten. Dabei kann man sich gut in die verschiedenen Sichtweisen hineindenken, ohne jedoch zu sehr für eine Partei eintreten zu wollen.

Während die (für uns eher unbekannten) Darsteller ihre Sache wirklich gut und mit angemessenen Kanten präsentierten, schwächelte allerdings das Pacing hin und wieder. „Die Strafe Gottes“ war nicht frei von Längen und verlor sich in melancholischen Aufnahmen, die gerne einen Ticken straffer hätten ausfallen dürfen. Unterm Strich war der Thrill jedoch sehenswert, auch wenn sich eine weitere Sichtung zunächst weniger anbieten dürfte. Für Netflix-Abonnenten eine nette Kost.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Inhalt

Die Welt steht vor einem großen Krieg und nur ein paar ganz auserwählte Helden könnten dies in einer verborgenen Geheimmission noch verhindern. Noch ahnen die außergewöhnlichen Gentleman nicht, wer genau hinter diesem Vorhaben steht und ob es nicht sogar Verrat in den eigenen Reihen gibt…

Fazit

Ich hatte immer so den Eindruck, dass „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ immer etwas geschmäht wurde und sich neben den krachenden Marvel- oder DC-Produktionen nicht so recht behaupten konnte. Gerüchte um eine Neuauflage gab es Indies auch schon etwas länger, doch am vergangenen Wochenende war erst einmal wieder die Sichtung des Originals an der Reihe.

Grundsätzlich gefiel mir die Inszenierung und besonders die Wahl der Darsteller sehr gut. Sean Connery passt zum Setting wie die Faust aufs Auge und trug mit seiner tollen Präsenz das Geschehen oftmals von ganz allein. Optisch machte das Treiben dann ebenfalls einen prächtigen Eindruck und erinnerte an klassische Abenteuer wie „Sherlock Holmes“ und stand damit von Beginn an recht hoch in meiner Gunst.

Leider schwächelt der Titel bei seinem Erzählfluss. Es gab durchaus unterhaltsame Passagen und witzige Dialoge, aber leider auch ein paar Längen und offenkundige Ungereimtheiten. Manchmal schien man einfach zu viel Content in die knappen zwei Stunden hineinquetschen zu wollen, um an anderer Stelle trotzdem langatmige Momente zu präsentieren. Man ließ die Aufmerksamkeit immer mal wieder schleifen und am Ende konnte auch kein bombastisches Finale dieses Manko wieder ausbügeln.

Obwohl sich „Die Liga“ erfrischend aus der breiten Maße der üblichen Genrevertreter abhebt, hält sich die Begeisterung insgesamt leider etwas in Grenzen. Er macht zwar überall einen soliden Job, sticht aber abgesehen von einigen fantastischen Bildern kaum irgendwo sonderlich heraus. Zu Vorhersehbar, zu gemächlich und wenig mitreißend gab sich der Titel. Größtenteils zwar unterhaltsam, aber nicht zu hundertprozentig überzeugend und ein durchaus interessanter Kandidat für eine weitere Umsetzung – die dann aber hoffentlich nicht im Effektgewitter untergeht. Solides Fantasy-Kino. Nicht mehr, nicht weniger.

6,5/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

Der Spinnenkopf

Inhalt

„Der Spinnenkopf“ ist ein Komplex, in dem Kriminelle durch die Teilnahme an Experimenten eine neue Chance bekommen. Statt in dunklen Verließen, erwartet sie ein lockeres und vor allem sexreiches Leben unter ständiger Beobachtung…

Fazit

Schon vor einiger Zeit als bis dato teuerster Titel von Netflix angekündigt und nach Monaten des Wartens endlich zum Abruf verfügbar. Die Erwartungen waren angesichts des Castes ebenfalls nicht von schlechten Eltern, doch so ganz überzeugen konnte mich das ungewöhnliche Geschehen leider nicht.

Während die Grundgeschichte noch ganz solide und zumindest zu Beginn auch recht interessant daherkam, nutzte sich das Treiben leider erstaunlich schnell ab. Bereits nach kurzer Zeit plätschert die Handlung vor sich hin und selbst aufklärende Rückblenden konnten die verlorene Aufmerksamkeit nur bedingt zurückerobern.

Normalerweise stehe ich auf mysteriöse Filme, die erst nach und nach mehr von ihren Motiven verraten – aber in diesem Falle keimte eher die Langweile, denn das Interesse an weiterer Aufklärung auf. Ab einem gewissen Punkt ließ sich die Richtung irgendwo erahnen, unterhaltsamer wurde es selbst hiermit nicht.

Die Darsteller haben ihre Sache solide gemacht. Chris Hemsworth und Miles Teller haben sich soweit gut ergänzt, reichten aber nicht an deren Leistungen aus anderen Werken heran. Sie wirkten zwar sympathisch und trugen das Geschehen über weite Teile von allein, doch Begeisterungsstürme konnten sie nicht entfachen. Es wirkte so, als spulten sie einfach ihre Routine herunter.

Vermutlich lag es aber auch an deren Rollen, dass sich eine Identifikation oder zumindest das ungefähre Hineindenken in ihre Figuren nicht ermöglichte. Man konnte weder sie, noch die Randpersonen so richtig greifen und sich leider überhaupt nicht für deren Schicksale erwärmen. Verstehen konnte man deren Ziele und Handlungsweisen schon, sich nur eben überhaupt nicht damit anfreunden.

Ungewöhnliche Szenarios und eine sich schrittweise entfaltende Story sind eigentlich immer willkommen, doch vermochte „der Spinnenkopf“ nicht so recht zu zünden. Sein vermeintliches hohes Budget sieht man ihm nur an den Darstellern an, der Rest wirkte kammerspielartig und eher klein. Ist eigentlich alles nur halb so wild – aber wenn der Inhalt nicht übersprudelt, bleibt die Ernüchterung zurück. Als Inklusivartikel sicherlich einen Blick wert, aber das Ergebnis wäre jetzt nichts, wofür ich Netflix unbedingt abonnieren würde. Hier gibt es kleinere und wesentlich bessere Highlights, als dieser etwas lahme und zahme Thriller. „Der Spinnenkopf“ ist alles andere als ein Totalausfall, bleibt aber weit hinter seinen Erwartungen zurück.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Hustle

Inhalt

Kurz nachdem Stanley endlich zum Trainer einer NBA Mannschaft berufen wurde, wird er vom neuen Management wieder auf die Position des Scouts zurückversetzt. Er soll dem Verein ein Nachwuchstalent beschaffen und so die Chancen auf den Titel erhöhen…

Fazit

Für mich hat Adam Sandler in den letzten Jahren eine erstaunliche Wendung hingelegt und sich dabei tief in das Herzen des Filmfans gespielt. Hat er uns damals mit deftigem Klamauk unterhalten, so liefert er heute ernstere und vor allem richtig gut gespielte Werke ab. Um ehrlich zu sein definiert er mit seinem aktuellen „Hustle“ die Grenzen des Kinos nicht neu, doch dreht mit seinen emotionalen Momenten irgendwo an den richtigen Stellschrauben.

Die Handlung war weder sonderlich originell, noch irgendwie einzigartig inszeniert. Man folgt bekannten Mustern und schien mit Bedacht auf eine sichere Nummer zu gehen. Die Dramatik wirkte oft gekünstelt und ließ eigentlich nie Zweifel an einem guten Ausgang aufkeimen. Was im Grunde fast wie ein Langweiler ausschaut, liefert aber überall solide Arbeit ab und spielt sich dank seiner symphytischen Figuren schnell ins Herz.

Man konnte sich gut fallen lassen und die Bilder genießen. Es gab sowohl sportlich, als auch gefühlstechnisch ordentlich aufgeladene Szenen und man konnte sich prima in die Schicksale hineindenken. Hierbei war es auch nicht wichtig, ob man Basketball mag oder nicht – der Ballsport war lediglich ein grober Rahmen für ein unterhaltsam gestricktes Drama mit reichlich Prominenz.

Bei Filmen wie diesem bereue ich, mich leider nicht weiter in der Materie auszukennen. Sicherlich haben die „Zaubereinlagen“ der Athleten mächtig für Eindruck gesorgt – doch wenn ich jeden der bekannten Künstler sofort auf Anhieb erkannt hätte, wäre ein noch höherer Spaß garantiert gewesen. Immerhin wurden alle Beteiligten am Ende noch einmal kurz aufgelistet.

„Hustle“ ist Hausmannskost im besten Sinne. Er liefert sich – abgesehen von seinem unspektakulären Grundgerüst – keinerlei Mängel und das ist am Ende auch eine kleine Kunst für sich. Der Streifen hielt knappe 2 Stunden prima bei Laune und hatte kaum Durchhänger aufzuweisen. Sandler war in Top-Form und das lässt uns den Fernseher mit einem guten Gefühl ausschalten.

7/10

Fotocopyright: Netflix

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