Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Schlagwort: Adventure Seite 1 von 4

South of the Circle (Nintendo Switch)

Inhalt

Ein Zeiten des kalten Krieges müssen zwei Forscher in der Arktis notlanden. Der Spieler übernimmt die Steuerung von einem von Ihnen und versucht in der Einöde irgendwie Hilfe zu finden. Auf seiner beschwerlichen Reise wird er grübelt er jedoch über die Vergangenheit nach…

Gameplay

Die Spielmechanik von „South of the Circle“ lässt sich schwer umschreiben. Das Spiel nimmt den Spieler stark bei der Hand beziehungsweise läuft fast schon selbst ab. An einigen Stellen dürfen wir die Gesprächsverläufe beeinflussen, manchmal sogar die Figur oder ein Fahrzeug entlang eines vorgegebenem Weges manövrieren.

Dies findet auf der Third-Person Perspektive statt und steuert sich leider ziemlich ungenau. Glücklicherweise sind hier keine schnellen Reaktionen erforderlich und im gemächlichen Ganzen stört dies nicht wirklich.

Nerviger hingegen das Interpretieren seiner Symbolik. So erschienen bei den Dialogen immer mal wieder verschiedene Icons über seiner Figur – bei denen ich bis zuletzt nie genau wusste, inwiefern ich nun die Handlung bzw. das aktuelle Gespräch auf welche Weise beeinflusse. Statt einem Daumen nach oben oder unten gab es seltsame Kreise, Quadrate oder mal ein Bildchen einer Sonne.

Spielzeit

Wie so oft habe ich auch hier die Zeit nicht exakt gestoppt und in 3 Etappen etwa 3 bis 3,5 Stunden bis zum Abspann benötigt.

Präsentation

Das außergewöhnlichste an diesem Spiel war sicherlich seine Präsentation. Während die akustische Seite mit ordentlichen Synchronsprechern überzeugen konnte, machte die malerische Optik Einiges her. Realistisch wirkende Figuren und Kulissen wurden mit einem Aquarell-Look und körnigem Filter unterzogen, so dass eine ganz eigene Komposition entstand. Schade, dass die kleine Switch das Treiben trotz verschwommener Darstellung nicht immer flüssig darstellen konnte.

Positiv

  • cineastische Inszenierung
  • skurriler Grafikstil
  • gute englische Sprecher
  • ungewöhnliches Szenario

Neutral

  • überschaubare Spielzeit
  • überschaubare Interaktivität
  • kleinere Ruckler
  • ungenaue Steuerung
  • nur englische Dialoge

Negativ

  • Längen trotz kurzer Spielzeit
  • Symbolik nicht immer klar

Fazit

Trotz seiner ungewöhnlichen Aufmachung wollte der Funken nicht vollends überspringen. „South of the Circle“ ist ein interessantes „Kunstprojekt“, aber kein so richtig überzeugendes Spiel.

Man fühlte sich wie in einem Bilderbuch, dessen Dialoge und Wendungen gefühlt gar nicht gravierend beeinflusst werden konnten und das Meiste automatisch vorm Betrachter ablief. Dies bieten andere Games zwar auch, aber zumeist noch etwas packender, kurzweiliger und von der Symbolik deutlich verständlicher.

Unterm Strich habe ich den Ausflug in die eisige Gefilde nicht bereut, aber eine echte Empfehlung fällt schwer. Wer kein Problem mit wenig Interaktion, aber Interesse an einer „reifen“ Handlung hat, darf mal reinschauen. Genügend bessere Alternativen gibt es allerdings schon.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 4/10
Gesamt: 6/10

Fotocopyright: State of Play / 11 Bit Studios

As Dusk Falls (PC)

Inhalt

Eine Familie reist quer durch das Land und machen Rast an einem Motel, wo sie kurzerhand in eine Geiselnahme verwickelt werden. Die jungen Peiniger jedoch scheinen mit dem Eintreffen der Polizei schnell die Nerven zu verlieren und die verzwickte Lage eskaliert…

Gameplay

„As Dusk Falls“ lässt sich am besten als „interaktives Bilderbuch“ bezeichnen, denn so recht vermag es auf den ersten Blick nicht in eine eindeutige Schublade gesteckt zu werden. Wir erhalten keine Filmsequenzen, sondern spärlich animierte Comic-Grafiken im realistischen Look.

Hin und wieder dürfen wir die Umgebung mit unserem Cursor erkunden und so neue Aktionen auslösen, doch meist bleibt es bei den vielen Konversationen – die immer wieder durch kleinere Quicktime-Events oder Entscheidungen durchbrochen werden. So müssen wir wählen, ob wir eine Waffe behalten oder weglegen möchten oder per schnellen Tastendruck ein anderes Hindernis überwinden möchten.

Die Handlung wechselt dabei die Perspektiven und versucht bei jeder Partei verschiedene Blickwinkel aufzuzeigen. Die Figuren gewinnen hierdurch an Kontur und die zuweilen sowieso schon schwierigen Entscheidungen werden nicht einfacher.

Spielzeit

Das Spiel gliedert sich in 2 Bücher zu je 3 Episoden. Jede dieser 6 Episoden nimmt dabei zirka 30 bis 40 Minuten in Anspruch, was bei mir eine Gesamtspielzeit von etwa 4 Stunden ergab. Dabei sei jedoch erwähnt, dass sich durch die vielen Entscheidungsmöglichkeiten dutzende Abzweigungen ergeben und entsprechend andere Abläufe zu Folge haben. Ein erneutes Spielen lohnt sich auf jeden Fall.

Präsentation

Der Stil von „As Dusk Falls“ ist auf den ersten Blick sicherlich gewöhnungsbedürftig, doch schnell freundet man sich mit seinem schrägen Art-Style an. Die stockenden Animationen sind irgendwann kein Problem mehr und die vor allem die fantastische deutsche Sprachausgabe sorgt für Atmosphäre. Stellenweise habe ich mich mehr wie in einem guten Hörbuch, statt einem interaktiven „Film“ gefühlt – was durchaus für die Qualität der Sprecher stand.

Positiv

  • ungewöhnliche Präsentation
  • tolle Vertonung
  • nettes Spielkonzept
  • interessante Handlung
  • viele Abzweigungen
  • Wiederspielwert

Neutral

  • einfache Quicktime-Events
  • überschaubarer Spielumfang in einem Durchgang

Negativ

  • insgesamt wenig Herausforderung
  • Logikfehler in der Handlung

Fazit

„As Dusk Falls“ ist ungewöhnlich, aber keineswegs schlecht. Hat man sich mit der ungewöhnlichen Optik angefreundet, zieht die spannende Geschichte schnell in ihren Bann und die Zeit vergeht fast wie im Flug. Irgendwann störte dann auch die schlichte Spielmechanik an sich nicht mehr großartig und man genoss einen interaktiven Film – der eher wie ein gut vertontes Bilderbuch daher kam.

Schwächen zeigten sich bei der Handlung, deren Entscheidungsmöglichkeiten nicht immer gefiel und manch Situation nicht immer realistisch ablief. Spätestens hier orientierte man sich an vermeintlichen Filmvorbildern und wollte die Dramatik mit aller Gewalt nach oben verfrachten. Richtig krumm wollte man dem ansonsten sehr gut geschriebenen Spiel aber nicht nehmen und so drückt man gern ein Auge zu.

Wer sich gerne einmal von einer Story packen lässt und nichts gegen eingeschränkte Interaktionsmöglichkeiten hat, sollte hier unbedingt mal einen Blick wagen. „As Dusk Falls“ ist für mich ein kleiner Geheimtipp und wird sicherlich irgendwann noch einmal gezockt werden – schließlich habe ich erst einen Bruchteil der möglichen Handlungsstränge erleben dürfen. Unterm Strich ein sehr schönes Spiel, dass aktuell sogar kostenfrei im Gamepass enthalten ist.

Grafik: 7,5/10
Sound: 9/10
Gameplay: 4/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: INTERIOR/NIGHT/Xbox Game Studios

Gate to Site 8 (PC)

Inhalt

Ein Mann steht vor den Toren zum Areal seiner Erinnerungen und versucht darin die unglückliche Geschichte um seinen Bruder noch einmal Revue passieren zu lassen…

Gameplay

Mit „Gare to Site 8“ erhalten Fans von „Walking Simulatoren“ frischen Nachschub in gewohnter Manier. Ihr steuert den Hauptprotagonisten aus der Ego-Perspektive und gebt euch mit eingeschränkten Interaktionsmöglichkeiten zufrieden.

Die Spielmechanik ist einfach. Man bewegt sich im Grunde nur von Gebäude zu Gebäude und im oberen Bildschirmbereich werden die einzusammelnden Gegenstände in der korrekten Reihenfolge angezeigt. Das Auffinden löst dann Trigger zum Voranschreiten der Handlung aus. Hat man die frappierend an Wimmelbild-Spiele erinnernde Machart verstanden, geht das Zocken gut von der Hand und nur die einfachen Suchaufgaben fordern minimal euer Hirn.

Ansonsten könnt ihr Genre-typisch weder sterben, noch ohne das Aktivieren der besagten Trigger im Spiel vorankommen.

Spielzeit

Die Entwickler kündigen bereits im Ladebildschirm eine Spielzeit von rund 30 bis 60 Minuten an und machen auf die fehlende Speicherfunktion aufmerksam. Ich habe in Etwa 50 Minuten mit dem Abenteuer verbracht, wobei es erst einmal „klick“ machen musste und die eigentlich eher simple und rezeptive Mechanik verstanden war. Beim nächsten Mal (kommt bestimmt) sind die 30 Min. jedoch bestimmt nicht unrealistisch.

Präsentation

Hinter dem Programm stand ein sehr kleines Team, weshalb man es auch im Bereich der technischen Umsetzung nicht mit aktuellen Blockbustern vergleichen sollte. Nichtsdestotrotz hat das Ergebnis der verwendeten Unity-Engine durchaus gefallen, auch wenn die Performance nicht immer optimal war. Es gab jedoch vergleichsweise wenige Assets und hierdurch wiederholten sich (gewollt) viele Kulissen und die Framerate ging hin und wieder ordentlich nach unten.

Die englische Vertonung war in Ordnung, die ebenfalls englischen Untertitel von der Schriftgröße einen Ticken zu klein.

Positiv

  • interessante Handlung
  • Raum für eigene Interpretationsmöglichkeiten
  • entspannende Spielweise
  • nette Gänsehautmomente
  • gute Erzählstruktur
  • schöne Musik

Neutral

  • wiederholende Assets
  • simple Rätsel
  • wenig Interaktion

Negativ

  • kurze Spielzeit
  • kein Speichern
  • Performance mittelprächtig
  • nur auf englisch

Fazit

Ich habe fast länger mit dem Schreiben dieses Reviews, als mit dem eigentlichen Game an sich verbracht. Klingt zwar etwas traurig, doch bei einem Kaufpreis von lediglich 1 Euro (Steam-Key via eBay) habe ich weit weniger vom Endergebnis erwartet und wurde angenehm überrascht.

Das Spiel bot genügend Tiefgang um ein kurzweiliges Stündchen an den Schirm zu fesseln und macht nach dem Verstehen seines Spielablaufes ordentlich Laune. Es gibt sicherlich bessere Titel, doch im Bereich Preis-/Leistung schneidet „Gate to Site 8“ ordentlich ab und Genre-Fans kommen durchaus auf ihre Kosten. Ich lobe die schöne Geschichte, rüge hingegen die technische Umsetzung.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 6,5/10

Hinweise zur Technik

Auf dem Steamdeck war das Game zum Testzeitpunkt leider unspielbar. Die Frameraten befanden sich im einstelligen Bereich und konnten nicht durch die grob vordefinierten Grafikeinstellungen (niedrig/mittel/hoch/ultra) verbessert werden.

Auf meinem Gaming-Notebook (Ryzen 7, 16 GB, Geforce 3060) verhielt sich das Programm etwas kurios. Wenn das XBOX360 Gamepad eingesteckt war, funktionierte die Tastatursteuerung nicht und die Optionen boten keinerlei Grafikeinstellungen an. In „Ultra“ blieb das Ganze dann ebenfalls unspielbar und bei „Hoch“ gab es stellenweise derbe Einbrüche der Framerate.

Fotocopyright: Derek Golliher

Martha is Dead (PC)

Inhalt

Italien 1944. Giulia findet den Leichnam ihrer Zwillingsschwester Martha und übernimmt kurzerhand deren Identität. Die Eltern scheinen den Schwindel nicht zu bemerken, doch die Betrügerin ist damit nicht zufrieden. Sie will herausfinden, wer ihre Schwester umgebracht hat…

Gameplay

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Giulia und erlebt das Geschehen komplett aus ihrer Perspektive. Das grundlegende Gameplay erinnert dabei an einen klassischen „Walking-Simulator“. Man kann weder sterben, noch das Finale nicht erreichen. Egal welche Entscheidungen getroffen werden – die Handlung geht immer weiter und am Ende gibt es ein entsprechendes Ergebnis.

Giulia hält ihre Entdeckungen und Gedankengänge stets in einem Tagebuch und einer Art Checkliste fest. Dort entnehmen wir immer die nächsten Aufgaben, die dann idealerweise direkt auf einer Karte vermerkt werden. Dies erspart unnötige Laufwege, wobei sowieso schon vergleichsweise viel durch die Gegend gewetzt werden muss und sich so die Spielzeit etwas streckt.

Es gab wiederkehrende Momente (Fotos knipsen und immer wieder entwickeln lassen), aber auch halbwegs abwechslungsreiche Rätsel – die sich im Gesamtkontext zum Glück nie zu aufgesetzt anfühlten und nie zu lange die Spannung unterbrachen. Einzig das Hantieren mit einem Morse-Gerät hat Nerven und einen Blick in eine Komplettlösung gekostet.

Spielzeit

Für die Hauptgeschichte (inkl. einiger Nebenschauplätze) habe ich rund 5 weitestgehend unterhaltsame Stunden in das Spiel investiert. Mit allen Nebenaufgaben wäre sicherlich noch etwas mehr drin gewesen, doch unterm Strich war ich mit dem gebotenen Preis-/Leistungsverhältnis (aktuell rund 23 Euro) durchaus zufrieden. Vielleicht sollte man erwähnen, dass mich zwei Abstürze zum erneuten Beginn des jeweiligen Kapitels bewogen und zusammen eine knappe halbe Stunde zusätzlich gekostet haben.

Präsentation

Grafisch hinterließ der Titel gemischte Gefühle. Das kleine Entwicklerteam hat sicherlich ein paar sehenswerte Bilder auf den Schirm gezaubert, doch bei meiner PC-Version flimmerten manche Dinge (Türen, Gebüsche) hin und wieder ganz übel. Verändern der Details und Auflösung brachten da keine Besserung, lediglich mit dem Aktivieren von Raytracing brach dann zusätzlich noch die Performance ein und Frames im einstelligen Bereich waren das traurige Ergebnis (Ryzen 7, 16 GB, Geforce 3060).

Abgesehen davon gab es tolle (und durchaus bekannte) deutsche Sprecher, die ihre Sache richtig gut gemacht haben und in ihren Dialogen sogar an den passenden Stellen von den Untertiteln abwichen. Die dezent eingesetzte Musik (und die Stücke, die stets aus dem Radio schallten) trugen zur Atmosphäre bei.

Positiv

  • stimmige Präsentation
  • spannende und tiefgründige Handlung
  • glaubwürdig gezeichnete Figuren
  • guter Spielfluss dank Aufgaben-Markern
  • ordentliche deutsche Vertonung
  • viele Details in der Spielumgebung

Neutral

  • ein paar Szenen sind nicht für zarte Gemüter
  • blödes Morsecode-Rätsel

Negativ

  • Programmabstürze
  • Grafikflimmern
  • Performance-Einbrüche

Fazit

Abgesehen von seinen technischen Problemen ist „Martha is Dead“ für alle Interessierten einen genaueren Blick wert. Die Geschichte hat mich bis zum bitteren Ende an den Schirm gefesselt und so manch krasse Aktion mit einem merkwürdigen Gefühl im Magen zurückgelassen. Die Prämisse war zwar ab einem gewissen Punkt zu erahnen, trotzdem hat die Auflösung nichts von ihrer verstörenden Wirkung verloren.

Sind Titel wie „Edith Finch“ schon eher familientauglich, so wird hier klar das reifere Publikum angesprochen und das gelungene Storytelling der Macher ging voll auf. Man konnte sich prima in die tragischen Ereignisse hineindenken und sogar die verschrobene Sicht der Dinge irgendwo verstehen.

Zusätzlich zur digitalen PC-Version habe ich mir direkt nach dem Durchzocken noch die physische PS5 Version geordert und hoffe zumindest auf etwas weniger Grafikprobleme bzw. bei allen Systemen auf weitere Patches seitens der Entwickler. Trotzdem gibt es einen fetten Damen nach oben!

Grafik: 7,5/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7,5/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: LKA/Wired Productions

Crowns and Pawns: Kingdom of Deceit (PC)

Inhalt

Milda wird über den Tod ihres Großvaters und dem damit verbundenen Erbe in der alten Heimat unterrichtet. Kurzerhand macht sie sich auf den Weg nach Litauen – um dort zu erfahren, woran der Verstorbene zuletzt geforscht hat und um in besonderes Abenteuer hineinzustürzen…

Gameplay

Bei „Crowns & Pawns“ handelt es sich um ein sehr klassisches Point-and-Click Adventure der alten Schule. Wer „Monkey Island“, „Indiana Jones“ oder „Baphomets Fluch“ kennt, fühlt sich sofort zu Hause und reibt sich die Hände. Statt moderner 3D Kulissen, gibt es hier handgezeichnete Hintergründe in 2D Optik und darin geschmeidig animierte Comicfiguren – wie zumindest in den ersten Teilen der eindeutigen Vorbilder.

Man steuert Milda mit der Maus und kann auf Wunsch bestimmt Hotspots in der Umgebung hervorheben. Erwartungsgemäß geht es stellenweise recht dialoglastig zur Sache und dazwischen gibt es unterschiedlich geschickt designte Rätsel.

Zwar haben mir die Knobelleien überwiegend gut gefallen (und sie folgten stets einer gewissen Logik), aber manchmal fühlten sie sich arg aufgesetzt an und nervten mit genauem Timings. Man konnte zwar nie sterben, durfte sich manche (nicht überspringbare) Animationen bei den ständigen Neuversuchen dann immer wieder anschauen.

Spielzeit

„Crwons & Pawns“ bot ein paar kniffelige Kopfnüsse, die trotz hohem „Ausprobier-Faktor“ aber nicht ewiglich ausbremsten. Ich würde die Spielzeit auf etwa 3 bis 4 Stunden beziffern, wobei Genre-Vorkenntnisse aufgrund der individuellen Rätsel nur bedingt weiterhalfen. Ich habe schon viele Adventures gezockt, konnte hier aber nur wenig ähnliche Aktionen ausfindig machen – was letztlich auch gut so war.

Präsentation

Wie beim „Gameplay“ bereits erwähnt, gibt es hier toll gezeichnete 2D-Hintergründe und hübsch animierte Figuren zu bestaunen. Der Zeichenstil hat mir wirklich prima gefallen und die passenden (leider englischen) Sprecher trugen ihren Teil zum runden Eindruck bei. Bei einem Download von gerade einmal 500 MB sollte man vielleicht auch nicht zu viel an Opulenz erwarten.

Positiv

  • wunderhübsche Präsentation
  • spannende Geschichte
  • symphatische Figuren
  • tolle Dialoge

Neutral

  • kurze Spielzeit
  • Qualität der Rätsel schwankend
  • bestimmte Timings leicht nervig

Negativ

  • nicht unterbrechbare Animationen
  • nur englische Sprachausgabe
  • doofes Roller-Wettrennen

Fazit

Am Ende reicht die sympathische Machart von „Crowns“ zwar nicht zur Höchstwertung, doch Freunde von klassischen Point-and-Click Adventures sollten trotzdem blind zugreifen und die Programmierer unterstützen. Der Titel hat mir für 2 kurze Abende ein wirklich nettes Retro-Feeling beschert und mich letztlich auch über das nicht immer runde Rätseldesign hinwegsehen lassen.

Technisch ist man sicherlich nicht auf dem Stand der Technik, doch ehrlicherweise wurde dies weder erwartet, noch zwingend verlangt. Die hübsche 2D-Optik erinnert nicht nur an die Urahnen im Genre, sondern gibt sich äußerst bescheiden bei den Anforderungen an den Rechner. Die fehlende deutsche Sprachausgabe war zunächst ärgerlich, doch tolle Originalsprecher und leicht verständliche Dialoge (deutsche Untertitel optional) trösten schnell darüber hinweg.

Gerne hätte ich noch ein paar zusätzliche Stunden mit Milda verbracht, aber vielleicht reichen uns die Macher noch ein paar weitere Abenteuer nach – ich wäre auf jeden Fall wieder mit dabei!

Grafik: 7/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Tag of Joy / Thunderful

Weitere Infos: Crowns and Pawns: Kingdom of Deceit – an adventure game

Batman Arkham City (PC)

Inhalt

Das Gefängnis von Arkham ist Geschichte und der Wahnsinn hat sich nun über einen kompletten Stadtteil ausgebreitet. Die Regierung hat eine große Mauer errichtet und die Kriminellen sich selbst überlassen. Batman jedoch ahnt, dass etwas im verlassenen Gebiet brodelt und versucht das Geheimnis zu lüften…

Gameplay

Am besten (und durch das im Gegensatz zum Vorgänger deutlich erweiterten Gebiet) lässt sich der Titel am eheste mit „Assassins Creed“ vergleichen, obwohl sich das Game dabei etwas kompakter und wesentlich straffer erzählt anfühlt.

Es gibt zwar ein großes Areal zu erkunden, doch sind Felißaufgaben und unbedingtes Aufleveln für die eigentliche Handlung gar nicht erforderlich. Man kann sich gut auf seine Hauptaufgabe konzentrieren und erhält zur richtigen Zeit die notwendigen Skillpunkte, um Ausrüstung, Moves oder Gadgets zu verbessern.

Batman hat es aber nicht nur mit dem Verkloppen von feindlichen Schergen zu tun, sondern muss auch hin und wieder kleine Knobbeleinlagen meistern. Im einfachsten Fall gilt es mit der zuschaltbaren Detektiv-Optik ein paar verstecke Gänge zu finden, im schwierigsten Fall muss man mit dem Batarang ein paar schwer erreichbare Schalter umlegen oder sich einen sicheren Weg über Säureflüsse zu überlegen.

Spielzeit

Mein Steam-Account hat mir nach dem Abschluss der Hauptstory knappe 11 Stunden Spielzeit angegeben – wobei hier nur ein kleiner Bruchteil an Zusatzmissionen und Sammelaufgaben absolviert wurden. Für mich ist das vollkommen ausreichend, Komplettisten dürfen aber gerne noch etliche Stunden dazu addieren.

Präsentation

Obwohl der Titel mittlerweile einige Jährchen auf dem Buckel hat, überzeugt die Optik mit ihrem düsteren, verregneten Look auf ganzer Linie. Mittlerweile ist die Hardware auch so stark, die komplett sichtbare Stadt (ordentliche Weitsicht!) flüssig und ohne Ruckler darzustellen – was für durchaus beeindruckende Ansichten sorgt.

Gezockt habe ich auf meinem Steamdeck, was die Auflösung natürlich stark beschränkt (1280×800), aber dennoch einen ansehenlichen Eindruck hinterließ. Die Animationen der Figuren war klasse und die Details (Löcher im Umhang, etc.) noch immer recht beachtlich.

Der Ton (wahlweise deutsch oder englisch) war in beiden Lokalisationen gelungen, wobei die leicht „knurrigere“ Originalspur wesentlich mehr mitreißen konnte.

Positiv

  • stimmige Präsentation
  • spannende Handlung
  • viele Gadgets
  • flüssige Kämpfe
  • cooles Figurendesign
  • ordentliche Spielzeit
  • einfaches Auflevel-System
  • teils gute Kopfnüsse…

Neutral

  • … teils nervige Kopfnüsse
  • Moves gehen nicht immer so gut von der Hand
  • teils fummelige Gadget-Bedienung
  • manchmal leichte Orientierungsprobleme
  • Sammelobjekte/Nebenmissions-Marker reißen aus der Immersion

Negativ

  • Trial & Error Passagen
  • Steuerung reagiert nicht immer wie gewünscht
  • Schwierigkeitsgrad schlecht abgestimmt (Kämpfe zu leicht, andere Einlagen zu schwer)

Fazit

„Arkham City“ ist sicherlich nicht perfekt, aber eine spürbare Weiterentwicklung zu seinem Vorgänger und in allen Belangen deutlich epischer – ohne dabei zu überladend riesig zu wirken.

Die spannende Geschichte wurde knackig und frei von Längen erzählt, die vertrauten Figuren ganz toll in Szene gesetzt und unerwartet frisch präsentiert. Das Kampfsystem mag auf den ersten Blick simpel erscheinen, doch wird im Laufe der Zeit – nicht zuletzt wegen der ganzen Spielzeuge – immer komplexer und erfordert etwas Gedächtnistraining.

Wer „Batman“ mag und nichts gegen das offenere Setting hat, wird bei diesem Spiel noch immer auf seine Kosten kommen. Die tolle Technik sorgt auch heute noch für gute Spielbarkeit und die Rätsel sind sowieso noch nicht aus der Mode gekommen. Manchmal habe ich geflucht, doch mich überwiegend köstlich amüsiert und mit innerlichem Grinsen denke ich noch an so manch kultige Passage zurück.

„Arkham City“ ist ein Musterbeispiel, wie man eine beliebte Vorlage mit Bravour in ein tolles Videospiel verwandeln kann!

Grafik: 8/10
Sound: 8/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 8,5/10

Fotocopyright: Warner/Rocksteady

Life is Strange 3: True Colors (PS5)

Inhalt

Nach langer Zeit liegen sich die Alex und ihr Bruder endlich wieder in den Armen, doch die Freude ist nur von kurzer Dauer. Ein folgenschweres Ereignis wirft deren neues Leben wieder über den Haufen und es gilt fortan die Gründe hierfür aufzuklären…

Gameplay

Am ehesten würde ich „True Colors“ als Mischung aus klassischen 3D-Adventure und Walking Simulator beschreiben. Der Spieler steuert Hauptprotagonistin Alex aus der Third-Person-Perspektive und folgt einem weitestgehend vorgezeichneten Handlungs- bzw. Schauplatz-Rahmen.

In fest vorgegebener Reihenfolge klappen wir übersichtliche Locations ab, betrachten Gegenstände oder Interagieren mit Leuten. Alex besitzt darüber hinaus eine spezielle Gabe, die es ermöglicht, in Gedanken einzutauchen und so ihrem Gegenüber dann neue Dialogzeilen abzuringen. Dies ist stellenweise sogar zwingend notwendig, damit die Geschichte weitergehen kann.

Hin und wieder gibt es Dialogoptionen, die das weitere Verhältnis zur Person bzw. den Aufgang des Spiel maßgeblich beeinflussen. Das Spiel gliedert sich in 5 Kapitel und am deren jeweiligem Ende bekommen wir noch einmal einen Überblick zu unseren bisherigen Entscheidungen.

Ansonsten sind ist das Gameplay arg beschränkt und im Grunde sehr repetitiv. Bildschirme abklappern, mit Personen sprechen, Gegenstände von A nach B bringen und leider auch keine echten Rätsel lösen. Eine Erinnerung in der richtigen Reihenfolge zu rekonstruieren ist das Höchste der Gefühle und keine wirkliche Herausforderung.

Spielzeit

Wie bei vielen anderen Titeln hängt die Spielzeit wieder mal ein wenig vom eigenen Entdecker-Drang ab. Zwar sind die Schauplätze von dem Ausmaßen recht übersichtlich ausgefallen, doch viele Gegenstände können genauer betrachtet und zumeist entsprechend kommentiert werden. Da dies allerdings nicht immer sinnvoll zur Handlung beiträgt, habe ich mich irgendwann eher auf die Hauptaufgaben konzentriert und war letztlich zirka 7-8 Stunden mit dem Titel beschäftigt. Für einen Vollpreis-Gegenwert ist dies eher mau – glücklicherweise hatte ich das gute Stück mit einem Gutschein erworben.

Präsentation

Optisch und Designtechnisch war das Spiel nicht ganz so eindrucksvoll wie zuletzt „Syberia 4„, aber dennoch eine echte Augenweide auf Animationsfilm-Niveau. Die plastisch gezeichneten Figuren passten wunderbar in die detailreiche und ebenfalls auf Comic-gebürstete Optik, gaben keinen Grund zur Klage. Der Look war realistisch und doch irgendwo Abstrakt – aber genau passend, damit man sich gut in alle Figuren hineindenken und mit ihnen fühlen konnte.

Die deutsche Sprachausgabe und der Soundtrack gaben ebenfalls keinen Grund zur Klage. Die Sprecher waren passend gewählt, machten ihre Sache gut und brachten Emotionen einwandfrei rüber. Ich konnte jedenfalls auf Untertitel verzichten und habe stets gebannt den tollen Erzählern gelauscht.

Positiv

  • tolle Präsentation auf Animationsfilm-Niveau
  • interessante Geschichte
  • verschiedene Enden
  • gut gezeichnete Figuren
  • glaubwürdige Kulissen
  • schöner Soundtrack
  • fantastische deutsche Synchronisation
  • allgemein viel Liebe zum Detail

Neutral

  • Steuerung hin und wieder hakelig
  • sehr gradlinig
  • recht einfach

Negativ

  • keine großartigen Interaktionsmöglichkeiten
  • keine echten Rätsel

Fazit

Eigentlich mag ich das Spielprinzip ganz gerne, doch hatte bislang nur in den ersten Teil der Reihe kurz reingezockt und mich dann irgendwie nicht mehr darum gekümmert. „True Colors“ hat mich mit seiner tollen Präsentation direkt in seinen Bann gezogen und endlich im spannenden Szenario verweilen lassen.

Die Geschichte war gut geschrieben und vor allem charmant präsentiert. Alles fühlte sich glaubwürdig an und baute nicht nur eine solide Spannungskurve, sondern auch viel Sympathie zu den Figuren auf. Ideen wie das eingebaute LARP-Event lockerten das Treiben hervorragend auf und ließen uns im Anbetracht der eher traurigen Ausgangslage nicht vollends in Depressionen versinken.

Die mangelnden Interaktionsmöglichkeiten waren Fluch und Segen zugleich. Man konnte zwar meist nicht viel tun und war auf bestimmte Screens beschränkt, doch so kam man wenigstens immer gut voran. Das hatte mir zuletzt schon bei „Syberia 4“ ganz gut gefallen und Leerläufe vermieden. Aufgrund mangelnder Knobeleinlagen war „True Colors“ dann doch einen Ticket zu gradlinig und mehr aus Storytelling ausgerichtet – welches aber grade im letzten Kapitel ein bisschen durchhing und eine höhere Wertung vergab.

Unterm Strich ein guter Titel – wenn man weiß, was worauf man sich hier einlässt und mit den Gameplay-Einschränkungen zurecht kommt. Ich werde mir bei Gelegenheit sicherlich noch einmal die Vorgänger genauer anschauen – aber dringende Eile ist nachwievor nicht geboten. Als entspanntes Spiel für mal eben Zwischendurch sicherlich gut geeignet, aber kein absolutes Pflichtprogramm.

Grafik: 8,5/10
Sound: 8/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Square Enix

Syberia 4: The World Before (PC)

Inhalt

Bei der Flucht aus dem sibirischen Gefängnis fällt Kate Walker ein altes Bild in die Hände. Es zeigt eine junge Dame, die ihr verblüffend ähnlich sieht und ein neues Abenteuer lässt so nicht lange auf sich warten…

Gameplay

Genau wie bei den Vorgängern handelt sich sich beim nunmehr vierten Teil der bekannten Reihe um ein waschechtes Adventure, welches ich aufgrund seiner Steuerung schon fast in zwei Untergenre aufteilen möchte.

Mit der Maus fühlt sich das Geschehen wie ein klassisches Point-and-Klick-Adventure an, während das Gamepad eine direkte Steuerung der Protagonistin ermöglicht und das Treiben so etwas moderner anmuteten lässt. Fakt ist jedoch, dass beide Möglichkeiten ihre Vor- und Nachteile boten – weshalb ich ständig zwischen ihnen hin und her gewechselt habe.

So macht das nähere Untersuchen von Maschinen oder Dokumenten mit der Maus wesentlich mehr Spaß, während das Manövrieren von Kate mit dem Gamepad wesentlich exakter und schneller daher kam.

Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten war Syberia 4 sehr gradlinig aufgebaut. Die Reihenfolge der Lokationen ist vorgegeben und die Rätsel meist vergleichsweise einfach. Oft liegen die Dinge recht nah beieinander und längere Laufwege bleiben uns hierdurch erspart.

Die Kopfnüsse an sich waren überwiegend sehr kreativ erdacht und schienen im Gesamtkontext auch nicht so enorm aufgezwungen wie bei anderen Titeln. Klar hielten einige Elemente (öffnen von Truhen) gewollt auf auf, doch es fühlte sich nicht so sehr nach Fleißarbeit an und machte dank der eingängigen Knobelleien durchaus Laune.

Interessant war auch das Spiel mit verschiedenen Zeitebenen. So mussten wir uns in einigen Situationen die Dinge in der Vergangenheit anschauen, um sie dann in der heutigen Zeit nachzubilden – beispielsweise Türcodes oder Schaltpläne. Wer schlau ist, fotografiert die Lage natürlich kurz mit den Handy ab und muss nicht während des Zockens ständig hin und her schalten.

Im Laufe der Spielzeit übernehmen wir jedoch nicht nur die Rolle von Kate, sondern steuern auch mal die junge Dana, ihrem Geliebten oder sogar Begleiter Oskar – der grundsätzlich immer gute Tipps oder flotte Sprüche auf Lager hatte.

Spielzeit

Mit rund 11 Stunden lag das Spielzeit für ein Adventure im guten Mittelfeld und das war auch vollkommen in Ordnung. Dadurch, dass es immer perfekt voran ging und man selten länger an einem Punkt verweilte, kam keine Langeweile auf und die interessante Handlung hielt sowieso bis zum Ende bei Laune. Man fühlte sich stets wie in einem tollen Roman, der an den richtigen Stellen auch mal zurecht dick auftraten durfte.

Präsentation

Die extrem hochwertige audiovisuelle Präsentation ist der der größten Stärken des Titels. Figuren und Kulissen schauen nicht nur eindrucksvoll aus, sondern glänzen mit serientypischen Merkmalen wie außergewöhnlicher Architektur oder den vielen „Steampunk“-Elementen. Es machte Spaß, ständig neue Details zu entdecken und sich von faszinierenden Konstruktionen beeindrucken zu lassen. In 4k mit maximalen Details kam es auf meinem System (Ryzen 7, Geforce 3060) gelegentlich zu kleineren „Nachlade-Rucklern“, aber bei Full-HD lief alles butterweich.

Akustisch gab es nicht nur eine hervorragende Sprachausgabe, sondern auch einen richtig guten Soundtrack mit einigen phänomenalen Stücken, wie die Hymne der Stadt Vaghen.

Positiv

  • tolle audiovisuelle Präsentation
  • geniales Art-Design
  • spannende Handlung
  • interessante Figuren
  • brillante Metaphern
  • perfekter Spielfluss
  • launige Rätsel
  • abwechslunsgsreiches Gameplay
  • hochwertige deutsche Vertonung

Neutral

  • recht gradlinig
  • größenteils einfache Rätsel

Negativ

  • hin und wieder grobe Texturen
  • kleine nicht überspringbare Zwischensequenzen

Fazit

Schon seit Veröffentlichung des ersten Teils habe ich mich in die Reihe verliebt. Zwar hatte Syberia schon immer ein paar spielerische Macken, doch sein grandioses Design hat stets wohlwollend darüber hinwegschauen lassen.

Auch wenn Teil 3 (seinerzeit sogar als Collector`s Edition vorbestellt) nicht ganz an die erzählerische Klasse der Erstlinge herangekommen ist, habe ich den Titel ebenfalls gerne gespielt und war nach der Demo von Syberia 4 erneut in Vorfreude.

Ich kann nur sagen, dass sich das Warten für mich absolut gelohnt hat und man sich den Schwächen des direkten Vorläufers vollumfänglich angenommen hat. „The World before“ war ein fantastisches Adventure, welches ab der ersten Minute in seinen Bann zog und bis zum bitteren Ende kaum das Gamepad (oder die Maus) aus der Hand legen ließ.

Die Präsentation war atemberaubend, die Handlung packend und alles obendrein sehr filmreif inszeniert. Der Wandel zwischen den Zeiten hat hier hervorragend funktioniert und war ein ungeahnt wertvolles spielerisches Element.

Den eher gradlinigen Aufbau mit seinen größtenteils sehr leichten Rätseln habe ich zwar unter „Neutral“ eingeordnet, letztlich aber sehr begrüßt. Die Aufgabenstellungen waren meist sehr eindeutig und man wusste fast immer auf den ersten Blick, was genau zu tun war. Zudem sorgte die Einschränkung auf die aktuelle Lokation stets für gutes Voranschreiten und nicht dem mühseligen Abklappern dutzender Bildschirme.

Zwar erwiesen sich nicht überspringbare Dialoge als kleine „Strecker“, aber mehr als nur ein paar Sekunden hielten sie letztlich auch nicht auf und führen zu keinerlei Abwertung. Es mag vielleicht ein wenig blasphemisch klingen, doch für mich ist Syberia 4 noch vor „Elden Ring“ ein heißer Anwärter auf mein persönliches Spiel des Jahres und ich hoffe inständig um Fortführung der Serie. Für mich gehört das Ding in den Olymp der Adventures und definitiv zum Besten, was ich in der letzten Zeit zocken durfte.

Grafik: 9/10
Sound: 9/10
Gameplay: 8,5/10
Gesamt: 9/10

Fotocopyright: Microids

Elden Ring (PC)

Inhalt

Die Königin ist verschwunden und das Gesindel sieht seine Zeit gekommen. Halbgötter begeben sich auf die Welt und stiften das große Chaos. Nur die sogenannten „Befleckten“ – dessen Rolle auch der Spieler übernimmt – können die Ordnung wieder herstellen und sich letztlich den Titel „Eldenfürst“ einverleiben…

Gameplay

Wer die die „Dark Souls“-Reihe oder auch „Bloodborne“ kennt, hat eine gute Vorstellung vom „Elden Ring“-Gameplay. Der Spieler wählt zu Beginn eine Charakterklasse (beispielsweise Vagabund, Samurai, Magier, etc.) und wird nach kurzer Einführung in eine riesige Welt hineingeworfen.

In dieser Welt gibt es verschiedene Regionen mit unterschiedlichen Bossen, deren Bezwingung uns dem Titel als „Elden Fürst“ näher bringen. Um das Spiel abzuschließen reichen im Grunde nur ein paar Siege – doch ob man direkt gegen die dicken Brocken eine Chane hat, steht auf einem anderen Blatt. Hier zahlt sich das Aufleveln der Figur natürlich aus.

Während andere Titel uns recht strickt den Weg vorgeben, lässt uns „Elden Ring“ die Wahl. Können wir mal einen Widersacher nicht plätten, wandern wir einfach woanders hin und versuchen dort unser Glück. Auf der Reise gibt es viel zu entdecken und natürlich die Möglichkeit, stets etwas stärker zu werden.

Die Kämpfe sind natürlich das Highlight an diesem Werk. In gewohnter Serien-Manier müssen wir die Feinde beobachten, deren Attacken lernen und zur richtigen Zeit ausweichen oder kontern. Bei forscher Vorgehensweise können aber selbst die kleinsten Monster zu einem echten Problem werden und zum baldigen Tode führen. Geduld und Frustresistenz sind oftmals unabdingbar – die Freude nach einem Triumph hingegen wieder unbezahlbar.

Die Steuerung fühlt sich zuweilen etwas träge an – zumal, wenn man viele Gegenstände mit sich trägt oder die falsche Ausrüstung gewählt hat. Mit der Zeit findet man allerdings einen guten Mittelweg und die leicht zögerlichen Bewegungen gehen ins Blut über und fühlen sich eher glaubhaft, denn unbezähmbar an.

Spielzeit

Aufgrund seiner offenen Strukturen und vom Können des Spieler abhängig variiert die Spielzeit von „Elden Ring“ natürlich sehr stark. Der eine Zocker klappert nur die notwendigen Ziele ab, der Andere lässt sich von seiner Neugier treiben und dreht jeden Stein herum. Ich habe mich rund 43 Stunden mit dem Teil beschäftigt und sicherlich noch nicht alle verstecken Katakomben oder Bosse zu Gesicht bekommen, aber wenigstens die Geschichte durchgezogen. Selten hatte ich dabei kleinere Durchhänger, da das von Frust geprägte Konzept motivierte und der Entdecker-Drang erstaunlich hoch war.

Präsentation & Performance

Die Technik ist leider nicht die große Stärke dieses Titels, wobei sich einige beschaulichen Elemente erst mit laufender Spielzeit herauskristallisiert haben. So sieht die Grafik auf den ersten Blick (trotz 4k Auflösung und maximalen Details) recht mau aus, doch das detailreiche Setting wusste dann dennoch zu überzeugen. So gab es neben schönen Animationen vor allem eindrucksvolle Architektur und tolle Himmelskonstellationen (Tag/Nacht-Wechsel) zu bestaunen. Alles nicht in bester Qualität, aber eben für sich stimmig und der Atmosphäre absolut förderlich.

Normalerweise verliere ich keine großen Worte zur Performance. Entweder zocke ich auf Konsole oder bei passenden Einstellung auf dem PC und habe eher selten Probleme. Bei „Elden Ring“ gab es große Diskussionen und entsprechend negative Stimmen auf diversen Plattformen. Auf meinem Gaming-Notebook (Ryzen 7, 16GB, Geforce 3060) lief das Spiel fast immer rund, jedoch hat es sich manchmal kommentarlos auf den Desktop verabschiedet. Zweimal zuckte meine Figur nur in Zeitlupe über den Schirm, was sich mit einem Neustart direkt beheben ließ. In Anbetracht der langen Spielzeit geht das für mich in Ordnung und führt zu keinerlei Abwertung. Wie schon mehrfach erwähnt, ist das Ding riesig und für diese Verhältnisse schon zu Release sehr rund ausgefallen. „Horizon 2“ musste ich dagegen früh abbrechen, weshalb dieser Test noch auf sich warten lässt.

Positiv

  • riesige und stimmige Spielwelt weckt Entdecker-Drang
  • tolles Art-Design
  • schöne, düstere Atmosphäre
  • fordernde Gefechte
  • herausragendes und vielfältiges Gegner-Design
  • vergleichsweise einsteigerfreundlich
  • etliche Waffen und Skills zum Ausprobieren

Neutral

  • frustige Momente (gehören zum Konzept)
  • Storytelling innerhalb des Spiel eher zweckmäßig
  • technisch nicht auf dem aktuellsten Stand
  • Steuerung gewöhnungsbedürftig

Negativ

  • etwas träge Steuerung
  • der rote Faden geht oft verloren
  • keine echte Pausen-Funktion (nur über Tricks)
  • Kameraprobleme
  • kleinere Bugs

Fazit

Bis zum bitteren Ende habe ich mich nicht vom Hype mitreißen lassen – doch als wenige Tage vor der Veröffentlichung die ersten Lobeshymnen von der Fachpresse einschlugen, konnte ich dann doch nicht widerstehen und habe das verbuggte „Horizon Forbidden West“ erst einmal zur Seite gelegt.

Ich habe alle „Dark Souls“-Teile, sowie „Bloodborne“ gespielt, sogar „Demon Souls“ auf der Playstation 5 nachgeholt, doch würde mich nicht als Hardcore-Fan bezeichnen – denn abgeschlossen habe ich nur ein Bruchteil davon. Das knifflige Gameplay ist mir nach einem langen Arbeitstag meist zu anstrengend und ich zocke die Titel dann immer mal nebenher weiter, statt einmal konzentriert am Ball zu bleiben.

Technisch hat mich „Elden Ring“ zunächst ein wenig erschrocken, doch bei genauerem Hinsehen dann doch ziemlich wieder versöhnlich gestimmt. Die toll designte Spielwelt lud zum Abtauchen und vor allem zum ausgiebigen Erkunden ein. Man erahnt irgendwelche Gebilde in der Ferne und möchte dann auch irgendwie dorthin kommen – nur um unterwegs wegen einem anderen Highlights wieder die eingeschlagene Route zu verlassen. Hier hatte mich das Ding dann voll am Haken und die Stunden vergingen wie im Flug – obwohl nicht immer klar war, ob die Hauptstory nun ein Stück weiterging oder nicht. Normalerweise bin ich sehr „storygetrieben“, doch hier fesselte das Entdeckerprinzip ungewöhnlich extrem.

So sehr ich das freie Erkunden auch begrüßt habe, so sehr habe ich manchmal einen roten Faden in Form oder Quest-Markern oder Ähnliches vermisst. Zwar gab es eine Karte, auf der man bestimmte Punkte selbst markieren konnte, doch eine Art von Navigationssystem hätte ich trotzdem gerne gehabt. Profis könnten es sich ja ausblenden und ignorieren. Man hatte durchaus Phasen, in denen man unbedingt stärker aufs Ende hinarbeiten wollte, dann aber das nächste Ziel nicht mehr klar auf den Schirm hatte und dann doch wieder planlos herumirrte. Dabei gab es zwar immer wieder was Neues zu entdecken, aber zumindest eine einfachere Option zum gezielten Fortgang wäre schön gewesen.

Unterm Strich mag „Elden Ring“ für mich nicht das „Spiel des Jahrhunderts“ sein (dafür sind „The Witcher 3“ oder „Cyberpunk 2077“ einfach zu stark), aber keineswegs so eine Enttäuschung wie es aktuell noch „Forbidden West“ ist. Das Spiel bietet eine Menge an Frust und Spielstunden, wird „Souls“-Veteranen sicherlich gefallen und auch ein paar Neuankömmlinge garantiert auf seine Seite ziehen. Für mich bleibts ein sehr guter, aber auch nicht absolut überragender Titel, den ich allen geeigneten Konsumenten gerne weiterempfehle und die vielen Spielstunde keineswegs bereue.

Grafik: 7,5/10
Sound: 7/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 8,5/10

Fotocopyright: FromSoftware Inc./BANDAI NAMCO Entertainment

The Order: 1886

Inhalt

London im Jahre 1866. Die modernen Ritter der Tafelrunde haben es nicht nur mit Werwölfen, sondern auf dem Verrat aus den eigenen Reihen zu tun. Als Sir Galahad nehmen wir so manche Gefahren auf uns und decken eine waschechte Verschwörung auf…

Gameplay

Dank seiner krassen und bewusst auf Film getrimmten technischen Präsentation wirkt „The Order“ nahezu wie ein interaktiver Spielfilm, der jedoch ein paar weitere Eingriffe als sonst bei solchen Werken üblich erlaubt.

Wir steuern unsere Hauptfigur aus der Third-Person Ansicht und navigieren sie durch sehr schlauchartig aufgebaute Umgebungen. Bestimmte Gegenstände können aufgehoben und betrachtet werden, geschossen wird – wie üblich – über Kimme und Korn mittels der Schultertasten. Die Schusswechsel fühlen sich grundsätzlich richtig gut an, leiden jedoch unter einer zuweilen schwammigen und wohl gewollt auf Realismus getrimmten Steuerung. So konnte man insbesondere die Streuung mancher Waffen nicht ganz nachvollziehen oder nur schwerlich feststellen, ob man den Gegner in der Ferne richtig getroffen hat.

Hin und wieder warten Quicktime-Events auf uns, bei denen wir zur richtigen Zeit die eingeblendete Taste antippen, gedrückt halten oder mehrfach aufs Gamepad hämmern müssen. Gerade für die größeren und cineastisch inszenierten Kämpfe ist dies an der Tagesordnung und unabdingbares Mittel zum eigentlichen Storytelling.

Bei seinen Kollegen (wie beispielsweise „Uncharted“) hat man sich überdies ein simples Klettersystem abgeschaut, welches erlaubt sich an extra hervorgehobenen Punkten an Wänden festzuhalten und sich kraxelnd fortzubewegen. Aufgrund der Schlichtheit kann man hier als Spieler jedoch nicht viel falsch machen.

Spielzeit

Die Collectors Edition war damals nicht günstig und ein Gegenwert von rund 6-7 Stunden im Vergleich eher mau. Hierfür gab es jedoch keine Leerläufe, höchstens mal kurzzeitigen Frust über verpatzte Baller-, Schleich, oder Quicktime-Einlagen. Mittlerweile ist der Titel deutlich günstiger zu bekommen und von daher relativiert sich das Verhältnis zur Spielzeit wieder ganz gut.

Präsentation

Die Präsentation ist die größte Stärke an diesem Titel und noch immer einen Kniefall wert. Zwar mag man sich zu Beginn über die heftigen Balken am oberen und unteren Bildrand beschweren, doch die vermeintlich eingesparte Rechenkraft kommt der überragenden Grafik zu Gute. Dank Filter und einiger Kniffe wirken Kulissen und Figuren fast lebensecht. Zwar hätte die Optik insgesamt etwas schärfer daherkommen können, doch wäre das von der Performance her vielleicht gar nicht machbar gewesen.

Der Soundtrack war sehr gut und die deutsche Vertonung bot bekannte Synchronstimmen, die u.A. auch schon in der „Uncharted“-Reihe gefallen haben.

Positiv

  • erstklassige audiovisuelle Präsentation
  • interessante Story
  • filmreife Inszenierung
  • prachtvolles Art-Design
  • kernige Schusswechsel
  • fühlt sich angenehm erwachsen an

Neutral

  • eingeschränkte Interaktion mit der Umgebung
  • schlauchartiger Levelaufbau
  • nervige Schleich-Passage

Negativ

  • vergleichsweise viele Quicktime-Events
  • manchmal hakelige Steuerung bei den Gefechten
  • sehr kurz

Fazit

Überragende Technik trifft auf mittelprächtiges Gameplay. Im Kern ist „The Order“ ein gradliniges und wenig gehaltvolles Spiel, doch dank seiner beindruckenden Optik rückte dies bei mir schnell in den Hintergrund. Bereits nach wenigen Sekunden hat mich der interaktive Film von sich überzeugen können – und obwohl ich manchmal geflucht habe, auch bis zum bitteren Ende an den Schirm gefesselt.

Das tolle Storytelling, die spannende Handlung und das extravagante Design wussten zu überzeugen und schreien schon seit Jahren nach einer Fortsetzung. Zwar gab es immer mal wieder Gerüchte, doch Fakten blieb man uns bis zur Veröffentlichung dieses späten Reviews noch schuldig.

Wer mit einer prinzipiell eher simplen und gradlinigen Ballerbude leben und sich in eine beeindruckende Welt versetzen mag, liegt hier goldrichtig. Das Ding ist sicherlich nichts für Jedermann und für Vieles auch höchstens eine lahme Tech-Demo, doch mir hats unterm Strich sehr gut gefallen.

Grafik: 9,5/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Sony Interactive Entertainment

Seite 1 von 4

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén