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Schlagwort: Action (Seite 1 von 4)

Point Blank

Inhalt

Unfreiwillig gerät Pfleger Paul zwischen die Fronten zwischen Gangstern und Polizisten. Als ein Mordverdächtiger auf seiner Station eingeliefert wird, dauert es nicht mehr lang, bis er zum Komplizen wird…

Fazit

Mit „Point Blank“ präsentiert uns Netflix wieder so einen Film, der sich nicht richtig für eine Richtung entscheiden kann und am Ende recht unausgegoren wirkt.

Ständig schwankt der Titel zwischen Action und Komödie hin und her, konnte sich nie auf ein Genre festlegen und brachte keinen Part gut zueinander. Es fing eigentlich schon bei der merkwürdigen Musik an, die nie mit den Bildern harmonieren wollte. So gab es grundsätzlich coole Punk- oder Pop-Songs, die jedoch nie zur jeweiligen Szene passten. Das habe ich so selten und vor allem durchgängig noch nie erlebt. Ob der stümperhafte Mix so gewollt ist, vermag ich nicht zu sagen. Als Stilmittel gefällt es jedenfalls mir nicht.

Die Darsteller machen ihre Sache okay, mehr aber auch nicht. Sie agierten bestenfalls auf einfachem Serien-Niveau und somit oft zu hölzern. Ihr Auftreten erschien viel zu ernst, was – wie beim Soundtrack – nicht immer mit der jeweiligen Situation funktionieren wollte. Immerhin sorgt das gar nicht mal so gute Spiel für eine sonderbare Chemie zwischen den Hauptcharakteren, die eigentlich prima funktionierte.

Die Handlung bedient sich ungeniert beim anderen Genrevertretern, ohne deren Stärken zu übernehmen. Es war irgendwie von Anfang klar, dass ein falsches Spiel gespielt wird und die Übeltäter geben durch ihre gekünstelte Mimik ihre Hintergründe zu früh Preis. Selten konnte man sich von Anfang an seinen Figuren so sicher sein und sie so leicht einschätzen. Überraschungen blieben somit komplett aus und das war schon irgendwo sehr schade. Auch um neue Ideen war man nicht bemüht.

Die Mängelliste von „Point Blank“ ist lang und dennoch fällt das Urteil gnädig aus. Wollte ich die Sichtung nach einigen Minuten sogar abbrechen, entfaltete sich durch seine Unausgewogenheit ein seltsamer Flow, der bis zum Ende unerwartet unterhalten konnte. Die ersten halbe Stunde war wirklich für die Tonne, aber danach steigerte sich zumindest der Unterhaltungsfaktor und man blieb dran. Nachdem man sich innerlich mit dem Trash abgefunden hatte, war das Ergebnis ganz in Ordnung – und dennoch weit von echten Knüllern entfernt. Netflix bietet uns so viele Highlights, da darf es auch mal sowas seichtes für Zwischendurch sein.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80221677

Jo Pil-ho: Der Anbruch der Rache

Inhalt

Jo Pil-ho ist ein Cop, der hin und wieder die Hand aufhält und manchmal seine eigene Auffassung von Gerechtigkeit hat. Eines Tages wird er verhaftet und ihm der Brand eines Polizeilagers vorgeworfen. Zwar war Jo Pil-ho schon an Ort und Stelle, will aber seine Unschuld diesbezüglich beweißen…

Fazit

Nach all den – in letzter Zeit überwiegend spanischen Filmen – muss ich etwas zu den Wurzeln dieser Seite zurückkehren und habe mir dafür am gestrigen Abend mal wieder ein Werk aus Südkorea zu Gemüte geführt.

Netflix hatte sich die internationalen Rechte an „Jo Pil-ho“ gesichtet – und das war, was den Film betrifft vielleicht auch die beste Entscheidung für ihn. Das Teil ist grundsätzlich nicht schlecht und unterhält ganz ordentlich, aber es gab wenig Innovation und wenig, was man den größeren Referenzen des eigenen Landes entgegen zu setzten hätte.

Der Verlauf ist überwiegend in Ordnung, gerne hätte man die ein oder andere Szenen etwas straffen und vielleicht eine Laufzeit von deutlich unter zwei Stunden erreichen können. Das hätte der allgemeinen Kurzweil und dem Tempo gut getan. So gab es immer mal wieder Momente, die den eigentlich soliden Flow ins Stocken bringen und etwas unausgereift wirken.

Der Inhalt jongliert zwischen Ernsthaftigkeit, ein wenig Komödie und vor allem auch ein bisschen Gesellschaftskritik. Mancher Seitenhieb ist erst nach kurzer Nachdenkzeit aus den Dialogen zu entnehmen und immerhin dies stellt ein kleines Alleinstellungsmerkmal gegenüber manchem Konkurrenten dar. Arg politisch ist der Titel auf keinen Fall, aber die Regierung wird durchaus kritisch angegangen.

In Sachen Action gibt es bestenfalls Standardkost, aber nichts Überragendes. Die kleinen Rangeleien waren nett choreografiert und zumeist mit etwas Witz umgesetzt. Das nimmt dem Film an Härte – wobei er grundsätzlich nicht allzu düster rüber kommen möchte und seine dramatischen Elemente nicht mit aufgesetzter Düsternis verwässert. Das Resultat diesbezüglich war ganz okay, windet sich jedoch nicht um die Austauschbarkeit herum.

Bei den Koreanern weiß man eigentlich immer, was man bekommt und so auch hier. Weder technisch, noch auf Seiten der Darsteller kann man der Produktion etwas vorwerfen und die Geschichte entfaltet sich trotz leichter Überlänge äußerst passabel. Leider gab es dabei keinerlei echte Highlights und alles wirkte fast schon zu vertraut und zu austauschbar. Letztlich also kein schlechter Film, nur eben nicht vollends Konkurrenzfähig. Nette, seichte Kost – die bei einem Streaming-Anbieter als Inklusivartikel vollkommen richtig aufgehoben ist und nebenbei mal schnell und günstig weggeschaut ist.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80244640

Jeder gegen Jeden

Inhalt

Eine Gruppe von Gangstern überfällt eine Bank und hat diesen Streifzug perfekt ausgetüftelt. Sie räumen die Schließfächer aus, während die Geiseln mit Sprengstoff bestückt werden und ein anderer Trupp einen Tunnel in die Freiheit gräbt. Alles läuft nach Plan, bis eine Bankangestellte einen Deal anbietet…

Fazit

Bei spanischen Produktionen dieser Machart, muss ich unweigerlich an „Haus des Geldes“ denken – welches mich wiederum sehr deutlich an „Inside Men“ erinnerte. Die Ausgangslage ist somit nicht sonderlich neu, aber immerhin grundsolide in Szene gesetzt.

Wie das FSK12-Logo auf dem Cover irgendwie schon erahnen ließ, geht es relativ unblutig und mit wenig Action zur Sache. Der Film ist eher ruhig und dialoglastig, lässt den Zuschauer zum Betrachter eines gut ausgeloteten Planes werden. Über weite Teile hält das schon bei Laune, doch so richtig stark wird der Titel leider nie. Er plätschert vor sich hin und gibt relativ wenig zurück. Das war zwar nie wirklich übel, aber auch nie richtig aufregend gemacht. Selbst die kleinen Twists ringen höchstens ein müdes Lächeln ab und waren in ähnlicher Form schon gefühlt dutzende Male zu sehen.

Die Inszenierung hat mir insgesamt gut gefallen. Alles wirkte hochwertig und schon wie eine echte Kinoproduktion. Die Kulissen waren zwar stark eingeschränkt (die Handlung spielte größtenteils in der Bank), jedoch gut ausgestattet und glaubwürdig präsentiert.

Auch bei den Darstellern gab es nichts zu motzen. Vielleicht ist die ein oder andere Charakterentwicklung etwas zu schnell vonstatten gegangen, aber allgemein gab es an deren Leistungen nichts zu kritisieren. Es gab sogar einige Gesichter, die mir als angehenden Fan von spanischen Filmen nicht mehr vollends unbekannt erschienen.

Eigentlich mag ich gut gemachte Heist-Movies, bei denen die Action nicht unbedingt im Vordergrund steht. „Jeder gegen Jeden“ hatte diesbezüglich zwar gute Ansätze, aber eben auch zu viel Langweile am Start. Viele Aktionen waren recht belanglos und das Tempo hätte insgesamt höher ausfallen dürfen. Für meinen geringen Invest (knapp 1,50 Euro) ist das Ergebnis hinnehmbar, zum „Vollpreis“ würde ich erst recht keine Empfehlung aussprechen. Schaut den Film ruhig mal bei einem vorhandenen Streaming-Dienst – denn dafür ist er keineswegs verkehrt.

5,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

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Jeder gegen Jeden [Blu-ray]

Crash

Inhalt

Nach einem Unfall ist James nicht mehr der Selbe. Er spürt seine Verletzung, aber auch seine Erregung so stark wie nie zuvor. Das neu entflammte Liebesleben mit seiner Frau ist jedoch nicht genug und er schaut sich in einer seltsamen Autocrash-Szene um…

Fazit

Für gradlinige, schnörkellose Werke ist Meister Cronenberg weniger bekannt und „Crash“ passt schon irgendwo in sein fantastisches Portfolio. Was er hier umgesetzt hat, ist kaum zu beschreiben und erst recht nicht mit anderen Werken vergleichbar. Eine Bilanz zu ziehen fällt dabei extrem schwer – schließlich sind die Bilder so verstörend und die Aussage so schwer ersichtlich.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diesen Film zu interpretieren. Sei es die fatale Anziehung vom Tod oder die geistige Zerbrochenheit nach einem Unfall. Wie die überaus gut agierenden Darsteller handeln, ist schwer mit logischen Gedanken in Einklang zu bringen und so muss man sich dem sprichwörtlichen Treiben einfach hingeben. Einem Werk wie „Crash“ muss man einfach folgen und erst gar nicht versuchen, den weiteren Verlauf zu erahnen – es würde höchstwahrscheinlich scheitern.

Insgesamt war der Streifen relativ unterhaltsam und bot keine größeren Längen. Man wollte schließlich immer wissen, wie es weitergeht und welches tragische Ende seinen Protagonisten bevor steht. Die Dialoge (welche laut Wikipedia teils 1:1 von der Buchvorlage übernommen wurden) sind schon recht krass und passen somit hervorragend zu den verstörenden Aufnahmen.

Für die allermeisten Titel von Cronenberg bin ich sehr empfänglich und zähle Einige sogar zu meinen absoluten Favoriten, doch mit „Crash“ bin ich zumindest nach der ersten Sichtung nicht warm geworden. Ich liebe die bizarren und teils wirklich unerwartet erotisch gestalteten Szenen, aber irgendwie gibt mir das Gesamtresultat keinen Kick. Zur einmaligen Betrachtung – allein aus Komplettheitsgründen – sicherlich nicht verkehrt – ob sowas in die Sammlung muss, steht auf einem anderen Blatt. Die Scheibe von Turbine ist jedenfalls mal wieder erstklassig und präsentiert das polarisierende Werk in nie gesehener Pracht und schier endlosem Bonusmaterial.

6/10

Fotocopyright: Turbine Medien

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Crash – Mediabook Modern (+ DVD) [Blu-ray]

21 Bridges

Inhalt

Zwei Gangster wollen einen vermeintlichen kleinen Drogendealer bestehlen und stehen plötzlich vor mehr Kokain, als ihnen von ihrem Vermittler vorher gesagt wurde. Dummerweise stehen auch recht schnell die Cops vor der Tür und der Weg nach Draußen muss freigeschossen werden…

Fazit

Der Titel „21 Bridges“ steht für die 21 New Yorker Brücken, die für die Hatz nach den Gangstern abgesperrt wurden. Soweit so gut und nur mal so als Anekdote am Rande. Hinter diesem unscheinbaren Namen tarnt sich einer der spannendsten Cop-Thriller der letzten Zeit, bei dem wirklich jede Sekunde unterhaltsam gestrickt wurde.

Der Film kommt recht schnell zur Sache und Bedarf keiner langen Eingewöhnungsphase. Wir lernen Andre Davis (Chadwick Boseman) kennen und erfahren, dass die Hauptperson selbst mit Problemen zu kämpfen hat. Statt einem strahlenden Ritter, steht den Übeltätern also ein mindestens zwiespältige Persönlichkeit gegenüber – bei deren Aktionen sich der Zuschauer nicht immer sicher ist.

Der Verlauf ist spannend und kurzweilig. Sicherlich wieder etwas von Zufällen und relativ viel Gewalt dominiert, doch zu Gunsten der Unterhaltung kein echtes Problem. Durch seine verqueren Typen und den deftigen Schusswechseln ergibt sich ein enormer Spannungsbogen, der zu keiner Zeit durchhängt. Die Verfolgung bzw. das Aufspüren der Gesuchten ist einigermaßen glaubwürdig gestrickt und bricht sich – im Gegensatz zu manchen Konkurrenten – nicht mit riesigen Logiklücken das Genick.

Da der Streifen in der Nacht spielt, geht es überwiegend dunkel zur Sache. Mit leichten Unschärfen und stimmiger Ausleuchtung wurde das Geschehen gefällig in Szene gesetzt und gab keinen Grund zur Klage. Alle Akteure machten ihre Sache gut und das unterschwellige Knistern untereinander war deutlich zu vernehmen.

Cop-Thriller gibt es wie Sand und Meer und streng genommen, ist „21 Bridges“ auch nicht hundertprozentig originell. Seine solide Machart, seine tollen Darsteller und die hohe Kurzweil sprechen jedoch für eine uneingeschränkte Empfehlung. Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden – und wenn bekannte Versatzstücke so gelungen miteinander kombiniert werden, ist dies vollkommen legitim. Unterm Strich ein sehenswerter Genrevertreter mit hohem Spaßfaktor.

Der Film ist bereits bei Streaming-Anbietern erhältlich, die Blu-Ray kann über unten stehenden Link vorbestellt werden.

8/10

Fotocopyright: Concorde Video

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21 Bridges [Blu-ray]

Captain Marvel

Inhalt

Die Erde Anfang der 90iger Jahre. Soldatin Vers stürzt nach hartem Kampf im Weltraum auf unserem Planeten ab. Zunächst ist sie recht orientierungslos – doch schon bald muss sie feststellen, dass dies möglicherweise die Heimat ihrer merkwürdigen Visionen ist. Irgendwie scheint Sie mit der Erde verbunden zu sein und muss den bereits begonnen Krieg von dort aus fortführen…

Fazit

Vorweg sei gesagt, dass ich nicht der allergrößte Fan der bisherigen Marvelfilme bin, sie aber Zwischendurch immer mal wieder gerne schaue. Sie gelten für mich in erster Linie als sinnfreie Unterhaltung und genau das, habe ich natürlich auch bei „Captain Marvel“ erwartet.

So sehr ich diesen Film auch mögen wollte – es gelang mir einfach nicht. Die vielen Referenzen auf die 90iger waren einfach klasse, aber sonst sieht es in Sachen Highlights eher mau aus. Trotz grundsolider Handlung und tollen Effekten, plätscherte der Titel gemächlich vor sich hin und stimmte weder mit witzigen Dialogen, noch mit brachialer Action versöhnlich.

Alles lief arg belanglos vor sich ab und nichts hob sich aus der breiten Masse der unzähligen Comic-Adaptionen hervor. Langweile an allen Ecken und Enden – und hin und mal wieder ein kleiner Gag. Das Konzept ist absolut nicht aufgegangen und nicht einmal seine Hauptfigur konnte den Karren aus dem Dreck ziehen.

Brie Larson ist sehr hübsch und mehr gibt es im Grunde nicht zu sagen. Ihre Mimik und Gestik hielt sich leidlich in Grenzen und damit reichte sie bei weitem nicht an Mitstreiterinnen wie beispielsweise Gal Gadot („Wonder Woman“) heran. Sie spulte ihr Programm steif herunter und ihr Lächeln wirkte stets aufgesetzt und bemüht. Selten fiel mir die Sympathie zu einer eigentlich solch netten Figur so schwer.

Die Handlung war geprägt von Fragezeichen und kleineren Ungereimtheiten. Mag sein, dass ich als Gelegenheitsleser von Comics eine kleinere Wissenslücke habe, dennoch sollte ein solcher Film – neben Fanservice – auch Neueinsteiger einer solchen Reihe abholen. Irgendwann waren mir diese Lücken sogar relativ egal – sie hätten höchstwahrscheinlich nicht für größere Kurzweil gesorgt.

Einzig bei der Technik gab es nichts zu kritisieren. Die Effekte waren auf höchstem Niveau und holten in einigen Momenten wenigstens gut ab. Ein durchwegs gelungener Soundtrack verdiente ebenfalls Lob.

Mangelnde Unterhaltung und Langweile sind in meinen Augen das größte Gift bei einen Film und bei „Captain Marvel“ gab es bedauernswerter Weise reichlich davon. In Momenten, wo sie einen GameBoy in den Händen hält, glüht das Herz des Nerds – um dann mit Mittelmäßigkeit wieder auf den Boden der Tatsachen geholt zu werden. Ich habe den Streifen jetzt zweimal gesichtet und konnte mir einfach kein höheres Ergebnis abringen. Den knappen 25 Euro für das schicke 4k-Steelbook trauere ich schon ein wenig hinterher – aber als Sammler muss man das Teil trotzdem im Regal stehen haben. So richtig schlecht ist das Werk ja eigentlich nicht – wäre es eben nur etwas geschmeidiger inszeniert worden…

5/10

Fotocopyright: Walt Disney

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Captain Marvel [Blu-ray]

The Courier – Tödlicher Auftrag

Inhalt

Gangsterboss Ezekiel Manning sitzt in der Klemme. Die Polizei hat einen Kronzeugen in der Hand, der bald gegen ihn aussagen wird. Um dies zu verhindern, schickt er einen Kurier – der selbst keine Ahnung hat, dass er nur Teil eines perfides Planes ist…

Fazit

Während des Filmes habe ich mich ernsthaft gefragt, ob Garry Oldman solche Engagements überhaupt noch nötig hat – oder er sich im Vorfeld wesentlich mehr von diesem schwachen Drehbuch versprochen hat.

„The Courier“ ist Durchschnitt auf ganzer Linie und setzt keinerlei Glanzpunkte. Dies fängt bei lustlos agierenden Darstellern (okay, bis auf Oldman – der ist okay) an und hört bei einer Story auf, die höchstwahrscheinlich komplett auf einen Bierdeckel passt. Man hat alles irgendwo schon besser erzählt und besser gemacht gesehen. Überraschungen sind quasi Fehlanzeige und die Handlung jederzeit so vorhersehbar, dass es einfach keinen Spaß mehr macht.

Gegen Ende schienen den Machern sogar die Ideen auszugehen und so zieht sich der Schlusspart im Parkhaus unendlich in die Länge. Man hat besonders hier das Gefühl, dass die Gegner nur Fallobst und keine echten Experten wären. Mit Leichtigkeit (und wenig Innovation) wird einer nach dem andren ausgeschaltet und unsere Kurierinn scheint nahezu unverwundbar. Glücklicherweise haben Muskelprotze doch nicht die erhoffte Kraft und ausgebildete Scharfschützen verfehlen ihr Ziel natürlich jederzeit. Wäre das Ganze nicht so amateurhaft umgesetzt, wäre vielleicht ein kleiner Funke übergesprungen.

Eigentlich sehe ich Olga Kurylenko ganz gerne, aber vielleicht sollte sie eher hübsches Beiwerk, statt solche Hauptrollen besetzten. Ihre fast schon lustig-naive Art hat überhaupt nicht zur Figur gepasst und grundsätzlich haben die Autoren bei der Ausarbeitung mächtig geschlampt. Als ihre Hintergründe offeriert wurden, musste ich vor Fremdschämen richtig lachen. Es wirkt, als hätte ein Dreijähriger den Background ausgearbeitet. Abgesehen davon, wurde Olga auch nicht unbedingt vorteilhaft in Szene gesetzt – obwohl sie ja eigentlich ganz hübsch ist.

An positiven Dingen gibt es leider nicht viel aufzuzählen. Mir ist aufgefallen, dass der Titel größtenteils in Echtzeit spielt (eine Stunde bis Auftragsende) – aber das war es auch schon. Kein Dialog und keine Actionszene wäre einer weitere Erwähnung wert.

„The Courier“ funktioniert in keiner Weise richtig gut. Für einen harten Actionfilm ist er stellenweise zu lachhaft und für eine Komödie gibts Wiederrum zu wenig zu lachen. Optik, Inszenierung, Darsteller und Handlung entsprechen B-Movie Niveau und interessieren somit bestenfalls knallharte Genrefans. Persönlich empfand ich das Talent von Oldman mal wieder total vergeudet – aber das war nicht das Einzige mittelprächtige Werk in seinem umfangreichen Portfolio.

4,5/10

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

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The Courier – Tödlicher Auftrag [Blu-ray]

The Rock – Fels der Entscheidung

Inhalt

Ein Militärkommando hat die ehemalige Festung Alcatraz eingenommen und hält die dort anwesenden Touristen als Geiseln. Sie fordern von der Regierung eine angemessene Entschädigung für die Familien gefallener Kameraden. Um den Druck noch weiter zu erhöhen, sind 15 Raketen mit Giftgas direkt auf das angrenzende San Francisco gerichtet…

Inhalt

Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass zwischen all den Filmreviews noch gar keine Besprechung zum Klassiker „The Rock“ zu finden war und deshalb muss dies endlich einmal nachgeholt werden.

„The Rock“ ist Actionkino in seiner reinsten Form und absolut schnörkellos inszeniert. Es passt einfach alles zusammen und das Teil macht jedes Mal aufs Neue richtig Laune. Angefangen beim temporeichen Verlauf, den erinnerungswürdigen Charakteren, der fabelhaften audio-visuellen Umsetzung, bis zur witzigen Story. Man spürt in jeder Sekunde, dass echte Könner am Werk waren und sichtlich Spaß an der Sache hatten.

Es beginnt schon bei der Einführung der Figuren. Mit wuchtiger Musik und sehenswerten Kameraperspektiven werden sie ins richtige Licht gerückt. Um einzelne Charaktere wird fast schon ein Personenkult aufgebaut und irgendwo immer noch einen drauf gesetzt. Man spielt mit Extremen, ohne dabei lächerlich zu wirken – was nicht jedem Film mit solchen Aktionen vergönnt ist.

„The Rock“ ist in vielen Momenten so drüber, dass es eine echte Freude ist. Würde ich bei anderen Filmen protestieren, so gibt man sich hier dem wilden Treiben hin und feiert innerlich mit. Alles ist so cool in Szene gesetzt und jederzeit mit lockeren Sprüchen versehen – man kann einfach nur mit breitem Grinsen vor dem Schirm sitzen. Zu verdanken ist dies natürlich auch den Darstellern, die hier wunderbar harmonieren.

Während Cage und Connery ein verdammt gutes Team bilden, stiehlt ihnen Ed Harris wahrlich die Schau. Er verkörpert den verrückten Gegenspieler in einer selten erlebten Perfektion und verleiht seiner Figur krasse Kontur. Ich habe in meinem Leben selten einen solch kontroversen Bösewicht erlebt – dessen Motive und Verhaltensweisen absolut nachvollziehbar waren. Man bekommt sogar Gänsehaut, wenn er das Wort ergreift und über sein Soldatentum sinniert. Man weiß manchmal nicht, ob sein heftiges Erscheinen ohne Hintergründe so gewollt oder einfach nur gelungene Gesellschaftskritik ist.

Anhänger von Verschwörungstheorien werden so ganz nebenbei ebenfalls bedient. Man spielt mit Schattenkommandos, geheimen Mikrofilmen und setzt immer wieder kleine Seitenhiebe. Hat mich dank Nicolas Cage durchaus an die „National Treasure“-Reihe erinnert, die letztens auch erneut im Player lag.

„The Rock“ lebt von überzogener Action und viel Patriotismus-Geschwafel und ist auch gerade deshalb ein Genre-Meisterwerk. Die vielen kleinen Rädchen greifen hervorragend ineinander und sorgen für Unterhaltung auf höchsten Niveau. Allen Filmfreunden wird dieser Titel sowieso schon lange ein Begriff sein – doch ich möchte mit diesem kleinen Review seine Qualitäten einfach noch einmal unterstreichen. Der Streifen gehört regelmäßig zum Pflichtprogramm und hat nach all den Jahren nichts von seiner Faszination verloren. Sogar Technik und Schnitt sind auf aktuellen sehenswerten Niveau und geben keinen Grund zur Klage.

9/10

Fotocopyright: Walt Disney

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The Rock (Ungeschnittene Fassung) [Blu-ray]

Das Vermächtnis des geheimen Buches

Inhalt

Nachdem Ben Gates als großer Entdecker anerkannt wird und eine spannende Rede über seine Urahnen abhält, bekommt die heile Fassade schmerzliche Risse. Einer der anwesenden Zuschauer behauptet, dass besagter Vorfahre kein Held, sondern Anführer der Attentäter auf Präsident Lincoln gewesen sein soll. Gates muss den Familiennamen wieder rein waschen…

Fazit

Wer A sagt, muss auch B sagen und nachdem am Vortag schon der Vorgänger erneut zur Sichtung im Player lag, musste auch der zweite Teil wieder herbei zitiert werden.

Ich möchte nicht behaupten, dass der zweite Part seinen Vorgänger übertrifft – doch im Großen und Ganzen befinden sie sich Beide wirklich auf Augenhöhe, was bei Fortsetzungen nicht selbstverständlich ist. Das etablierte Muster wurde beibehalten und die Schauplätze ausgeweitet. Statt einzig in Amerika, geht es hier auch in Frankreich oder England auf große Schatzsuche. Ein bißchen mit Vorurteilen bzw. wie Amerikaner über manche Europäer denken, inklusive.

Erneut werden fleißig Hinweise kombiniert, mit realen Verschwörungstheorien jongliert und witzige Dialoge abgefeuert. Das macht wiedermal viel Spaß und hält über knappe zwei Stunden komplett bei Laune. Das angenehme Tempo wurde beibehalten und der kleine Geschichtsunterricht wirkt nicht aufgesetzt.

Beim Cast wurde auf Nummer sicher gegangen und besonders die Neuzugänge in Form von Helen Mirren und Ed Harris waren gefällig. Alle machten ihre Sache erwartungsgemäß gut und haben keinen Grund zur Klage.

Verbessert hat sich in meinen Ohren der tolle Soundtrack, der jede Situation passend untermalt, gar antreibt. Mir fällt die Hintergrundmusik ja eher selten auf, in diesem Fall allerdings sehr positiv.

Auf einen dritten Teil (der gerne auch mal in Deutschland spielen könnte) bin ich nach all den Jahren wieder regelrecht gehypt. Eine solch gelungene Fortführung gelingt nur extrem selten und verdient Anerkennung. „Das Vermächtnis des geheimen Buches“ ist abermals Popcorn-Kino in Reinform und macht einfach Lust auf Mehr. Hoffentlich geht es schon in absehbarer Zeit weiter…

8,5/10

Fotocopyright: Disney

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Das Vermächtnis des geheimen Buches [Blu-ray]

Das Vermächtnis der Tempelritter/Das Vermächtnis des geheimen Buches [Blu-ray]

Das Vermächtnis der Tempelritter

Inhalt

Wissenschaftler Benjamin Gates ist besessen von der Suche nach einem legendären Schatz, zu dem seine Vorfahren wohl einst eine geheimnisvolle Route gelegt haben. Als er endlich einen entscheidenden Hinweis in den Händen hält, wird er jedoch von den eigenen Mitstreitern verraten und muss sein Ziel in kleinerer Besetzung nachverfolgen…

Fazit

Schon bei seiner damaligen Erstveröffentlichung habe ich einen Narren an diesem Titel gefressen und mich vor allem in sein enormes Detailreichtum verliebt. Der Film versprüht geschichtliche Anleihen aus jeder Pore und besitzt dabei ein nahezu perfekt ausgelotetes Tempo.

Während andere Titel von Schauplatz zu Schauplatz sprinten, nimmt man sich hier die Zeit, alle Schritte so nachvollziehbar wie möglich zu konstruieren und so ganz nebenbei etwas kurzweiligen Geschichtsunterricht abzuhalten.

Trotz seiner Erläuterungen wird der Film nicht langweilig, sondern baut hierdurch noch eine dichtere und greifbarere Atmosphäre auf. Zwar kann der Zuschauer relativ wenig „mit rätseln“, dennoch macht es einfach Laune den fantastisch aufspielenden Figuren bei ihrem Treiben zuzuschauen.

Nicolas Cage war selten besser und besonders die Chemie mit unserer deutschen Diane Kruger war famos. Mimik, Gestik, Dialoge – hier passt wirklich alles, um einen hervorragenden Fluss beizubehalten. Sean Bean gab auch wieder einen coolen Bösewicht mit Kontur.

Während der letzte „Indiana Jones“ („Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“) extrem enttäuschte, hatte Disney mal so nebenbei eine kleine, aber feine Reihe im ähnlichen Stil aufgebaut und den Fans seit Jahren die Nase bezüglich einer Fortsetzung (mittlerweile wohl bestätigt) lang gezogen. „Das Vermächtnis der Tempelritter“ hat alles was ein spitzenmäßiger Abenteuerfilm braucht und sollte das Herz eines jeden Genreliebhabers höher schlagen lassen. Hier passt von der spannenden Handlung, über tolle Darsteller und einem flüssigen Tempo einfach alles!

8,5/10

Fotocopyright: Walt Disney

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Das Vermächtnis der Tempelritter [Blu-ray]

Das Vermächtnis der Tempelritter/Das Vermächtnis des geheimen Buches [Blu-ray]
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