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Schlagwort: Action (Seite 1 von 17)

Ein Riss in der Welt

Inhalt

Um wertvolles Magma aus der Erde zu fördern, wird nicht vor dem Einsatz einer Bombe zurück geschreckt. Was dann zunächst nach einem erfolgreichen Experiment ausschaut, entpuppt sich bald als fatale Entscheidung. Ein gewaltiger Riss breitet sich aus und droht unseren Planeten zu zerstören…

Fazit

Filme wie diesen vermag man in der heutigen Zeit eher zu belächeln, doch ich schaue solche Werke immer mal wieder recht gern. Ich mag den etwas altmodischen Look, der gepaart mit witzigen Effekten einen ganz eigenen Charme mit sich bringt und „Ein Riss in der Welt“ ist da wahrlich eine kleine Goldgrube.

Die Geschichte ist zwar nicht allzu tiefgreifend oder gar technisch hundertprozentig nachvollziehbar, aber das spielt eine eher untergeordnete Rolle. Der Film lebt von seinen – für damalige Verhältnisse – imposant inszenierten Katastrophenszenen, die mit aktuellen Produktionen natürlich nicht mehr zu vergleichen sind und technisch verhältnismäßig simpel gemacht sind.

Man erkennt anhand schwankender Bildqualität deutlich, wie reale Aufnahmen eingebunden wurden – und irgendwie wirkt das trotz aller Offensichtlichkeit gar nicht mal so schlecht. Gerade im HD-Zeitalter (die Blu-Ray liefert übrigens ein ganz ausgezeichnetes Bild) fällt sowas vielleicht noch etwas deutlicher auf, als es seinerzeit im Kino erschien.

Die Figuren wurde mit markanten Persönlichkeiten besetzt und mit – aus Kindheitstagen – bekannten Synchronstimmen besetzt. Man fühlt sich sofort wohl und atmet direkt den Geist der Zeit ein. Die von Männern dominierte Arbeitswelt der 60iger kommt hier fraglos rüber, wobei sogar eine starke Frau einen großen Teil des Geschehens trägt – und für damalige Sehgewohnheiten – wohl ungewohnt freizügig daher kommt. Mich hat gewundert, dass hier relativ wenig geraucht wurde – denn das hätte ebenfalls gut ins Bild gepasst.

„Ein Riss in der Welt“ ist ein Titel für Liebhaber alter Schinken, die so manch Kröte (veraltete Technik, flach skizzierte Schauspieler mit übertriebener Mimik, etc.) schlucken und einfach ihren Spaß an solchen Werken haben. Auch wenn ich letztlich nicht mit allen Punkten vollends zufrieden war, überwog die Kurzweil und ich habe mich unterm Strich köstlich bei Laune gehalten gefühlt. Klar gibt es aus er Epoche deutlich bessere Ergüsse, aber in Sachen Unterhaltungswert ist dieser definitiv ziemlich gelungen.

7/10

Fotocopyright: Alive AG

Sleepless – Eine tödliche Nacht

Inhalt

Es ist kein guter Tag für Vincent. Während er versucht die Spuren einer illegalen Aktion aus der letzten Nacht zu vertuschen, wird sein Sohn entführt und skrupellose Gangster wollen im Gegenzug ihre Beute zurück. Als wäre das nicht genug, ist die interne Ermittlung bereits hinter dem zwielichtigen Cop her…

Fazit

Der Grundthematik ist geschuldet, dass mich „Sleepless“ ein wenig an „Training Day“ erinnert – was ja grundsätzlich nicht verkehrt ist und immerhin recht unterhaltsam umgesetzt worden ist.

„Sleeplees“ punktet mit einem überwiegend kurzweiligem Verlauf und hohem Tempo. Es geht eigentlich immer ganz gut auf dem Bildschirm rund und so nebenbei werden dann auch die Figuren weiter ausgebaut und deren Hintergründe dem Zuschauer schrittweise bekannt gemacht. Die Handlung bewies genügend Eigenständigkeit, obwohl das grobe Grundkonzept, mitsamt dem Ablauf innerhalb eines Tages nicht wirklich neu erschien.

Jamie Foxx sticht als „Bad-Ass“ natürlich hervor und macht seine Sache fast so gut wie Washington im Eingangs erwähnten Vergleichsfilm. Man ist sich seinem Charakter nie wo wirklich sicher und zweifelt bei einigen Äußerungen – beispielsweise seinem Sohn gegenüber – schon an der eigenen Festlegung seiner Rolle. Er macht seine Sache wirklich gut und den Cop kauft man ihm sowieso jederzeit ab.

Die Action war gut choreografiert und stellte vor allem die Bösewichte richtig fies heraus. Dazu gefielen dann stellenweise schnelle Schnitte und leicht verwackelte Aufnahmen, welche insbesondere die Gefühlslagen der Figuren weiter unterstrichen. Lediglich die Schauplätze schienen rein von deren Anzahl etwas eingeschränkt, aber dramatisch war dieser nicht wirklich.

Freunde kurzweiliger Actionstreifen kommen bei „Sleepless“ auf Ihre Kosten. Das Gebotene war zwar in keinem Bereich so richtig referenzverdächtig, aber mit einem coolen Foxx und einer flotten Gangart konnte man schon seinen Spaß haben. Schaut sich prima weg und ist von daher durchaus eine Empfehlung wert.

7/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Crime is King – 3000 Miles to Graceland

Inhalt

Getarnt als Elvis-Doubles rauben Murphy und seine Kumpanen ein Kasino in Vegas aus und erstaunlicherweise gelingt im dichten Kugelhagel dann auch die Flucht. Bei der Aufteilung der Beute kommt es jedoch zum Tumult und es bleiben nur zwei Räuber übrig – die sich nun bekriegen…

Fazit

„Crime is King“ gehört zu den Filmen, die von ihrem Label irgendwie etwas steifmütterlich behandelt wurden. Noch immer befindet sich das gute Stück lediglich als angestaubte DVD in der Sammlung, wobei es mittlerweile – nach etlichen Jahren – auch endlich mal eine HD-Variante mit neuer Altersfreigabe in die Läden geschafft hat.

Der Film an sich verfolgt ein altbekanntes Konzept in witziger Aufmachung – das leider zu sehr auf Kult getrimmt ist und diesen Status in meinen Augen einfach (noch) nicht inne hat. Die Idee die beiden etablierten Hauptdarsteller Russel und Costner als Elvis-Doubles durch die Gegend zu scheuchen ist ziemlich cool, jedoch höchstens in den ersten Minuten so richtig lustig.

Mit laufender Spielzeit nehmen die eingestreuten Gags sichtlich ab und man folgt längst ausgelutschten Pfaden, die nur noch wenige Überraschungen beinhalten. Der Unterhaltungswert ist zwar durchwegs gegeben, auch nicht so hoch wie anhand der markanten Elemente erhofft.

Die Inszenierung ist ordentlich und fährt mit einigen interessanten Kameraperspektiven auf. Die Schusswechsel sind handwerklich schön gemacht und geben keinen Grund zur Klage. Besonders beim Finale gibt man diesbezüglich noch einmal alles und es kommen einige blutige Effekte zum tragen – die jedoch keineswegs die damalige 18er Freigabe rechtfertigten und heute eher ein müdes Lächeln hervorlocken.

Im Großen und Ganzen ist „Crime is King“ ein recht spaßiger Actionfilm, der mangelnde Ideen etwas mit schrägen Outfits zu kaschieren versucht und letztlich dann doch nicht so ganz aus der breiten Masse hervorsticht. Ich werde erst einmal bei der alten Scheibe bleiben und sehe noch nicht ganz den Bedarf eines Updates. Genrefreunde schauen mal rein und werden soweit ordentlich bei Laune gehalten. Für meinen Geschmack hätte man ruhig ein paar Passagen etwas straffen können.

7/10

Fotocopyright: Warner/NSM Records

Battlefield 3 (PC/Playstation 3)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rolle verschiedener Soldaten, die u. A. im Irak stationiert sind und dort die Reste von Atomsprengköpfen finden. Nun gilt es in der Heimat nach möglichen Attentätern Ausschau zu halten und parallel weitere Beweise im Kriegsgebiet zu sichern.

Gameplay

In bester Serientradition handelt es sich bei „Battlefield 3“ um einen Ego-Shooter mit üblicher Mechanik – der allerdings vom Flug- und Panzermissionen (ähnlich wie beispielsweise bei „Call of Duty“) aufgelockert wird. Im Gegensatz zu seinen direkten Vorgängern („Battlefield 1942“ und „Battlefield 2“) haben die Macher bei der Konkurrenz abgeschaut und eine waschechte Singleplayer-Kampagne entworfen – die einzig und allein Gegenstand dieser kleinen Besprechung darstellen soll.

Die Kampagne ist zwar kompakt (rund 6 bis 7 Stunden), aber angenehm straff präsentiert und kommt ohne Längen daher. Die Schlagzahl ist hoch und kleinere Zwischenfilme kühlen wieder runter. Diese erzählen die durchaus realistische Handlung aus anderer Perspektive weiter und halten bis zum Ende doch einigermaßen passabel bei Laune.

Auch wenn das Spiel schon ein paar Tage auf dem Buckel und wohl mit unzähligen Patches bestückt wurde, ist es nicht frei von kleineren Bugs – die teilweise zu einem Laden des letzten Speicherpunktes führen. So bin ich beim Schleichen in Gegenständen hängengeblieben oder kam auf einer Leiter nicht mehr von einem computergenerierten Kameraden weg. Einmal habe ich eine Tür geöffnet und bin direkt auf dem Desktop gelandet. Nervig, aber zu verkraften und bei weitem nicht so wild wie die Bugs einiger aktueller Vertreter…

Präsentation

Es ist schon fast unglaublich, dass dieses Spiel schon rund zehn Jahre auf dem Buckel hat. Während ich den Titel zuerst auf der „Playstation 3“ begonnen und wegen schwammiger Steuerung und niedriger Framerate auf den PC gewechselt habe, wurde ich mehr als angenehm überrascht.

Audiovisuell kann der Titel (in 4K mit Ultra-Details und hochwertigem Headset) fast noch mit aktuellsten Vertretern mithalten und beeindruckt mit vielen kleinen Details, wie grandiosen Lichteffekten, Verschmutzungen im Sichtfeld oder zerstörbaren Umgebungen. Sicherlich wird der gute Eindruck durch ein paar grobe Texturen aus unmittelbarer Nähe getrübt, dennoch macht die Technik noch Einiges her.

Der Sound an sich war ebenfalls sehr gut, jedoch auf beiden Testplattformen (PC und Playstation 3) zuweilen etwas komisch abgemischt. Während auf dem PC die Dialoge in den Hintergrundgeräuschen untergingen, kam der Klang bei der Konsole streckenweise viel zu laut aus einer Richtung. Da half auch kein Justieren in den (überschaubaren) Audio-Einstellungen.

Positiv:
– noch immer sehenswerte Grafik (PC)
– tolle Soundkulisse
– ein paar herausragend designte Missionen
– dank guter KI – ein nettes Gemeinschaftsgefühl

Neutral:
– technisch angestaute Zwischensequenzen
– mittelprächtige Synchronisation
– kurze Kampagnen-Dauer

Neutral:
– schön gemachte, aber schlecht spielbare Flug-Missionen
– noch immer ein paar Glitches, die zum Neustart des Abschnitts zwingen
– extrem ruckelig und schwammig steuerbar (Playstation 3)

Fazit

Ich habe „Battlefield 3“ bei seinem Release digital auf dem PC gekauft und nach der kurzen Kampagne recht schnell wieder von der Festplatte entfernt. Im letzten Sommer ist mir dann die Disc-Variante für die Playstation für einen schlappen Euro in die Hand gefallen und am letzten Wochenende kam ich endlich mal zum Abarbeiten der alten Flohmarktschätze. Aufgrund der schwachen Konsolen-Performance bin ich dann recht schnell zum PC gewechselt und wurde mehr als angenehm dafür entschädigt.

Trotz seines stolzen Alters kann der Titel vor allem optisch noch immer beeindrucken und Missionen wie der Sniper-Einsatz im Kaufhaus ziehen noch immer in den Bann. Recht schnell habe ich mich erneut durch das Szenario gekämpft und würde mich um eine weitere Fortsetzung wieder sichtlich freuen. Die letzten „Weltkriegs-Battlefields“ waren zwar nicht schlecht, aber irgendwie hat mir das zeitgemäße Setting mit modernen Waffen einen Ticken besser gefallen.

Bei all dem Glanz schaue ich über unübersichtliche Flug-Abschnitte und – für mich eher drögen – Panzereinsätze hinweg und feiere die starken Bodeneinsätze, die mit hübscher Optik und spannenden Passagen noch immer ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Wer das Spiel nicht kennt und grundsätzlich nichts gegen einen guten Action-Snack hat, sollte es für schmales Geld durchaus mal (auf dem PC!) nachholen.

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: EA Games

„Playstation“ ist eine eingetragene Marke.

Crying Freeman – Der Sohn des Drachen

Inhalt

Der „Freeman“ gilt seit jeher als gnadenloser Auftragskiller für einen chinesischen Geheimbund. In dieser Generation wird dem Künstler Yo diese Ehre zu Teil, doch diesmal erfüllt er seine übertragene Aufgabe nicht zur vollkommenen Zufriedenheit. Er lässt eine Zeugin zurück und muss sich nun um diese Dame kümmern…

Fazit

Wiedermal war die Sichtung von „Crying Freeman“ einem spontanen Griff ins DVD-Regal geschuldet – und da dieser Klassiker mittlerweile nicht mehr auf den Index steht, darf auch endlich ein kleines Review hierzu präsentiert werden.

Weder bei damaliger Veröffentlichung, noch heute bin ich tiefergehend mit seiner Manga/Anime-Vorlage vertraut und kann daher keine aussagekräftigen Vergleiche ziehen. Der Film an sich funktioniert dann aber recht gut und bringt seine überschaubare Handlung weitestgehend unterhaltsam in unter zwei Stunden Laufzeit unter.

Mit Mark Dacascos wurde die Hauptrolle seinerzeit hervorragend besetzt und seine überschaubare Gestik passt vollkommen in die ihm übertragene Rolle. Er wirkt extrem cool, ohne dabei lächerlich zu wirken. Die Actionszenen waren schick choreografiert, auch wenn deren technische Umsetzung nunmehr leicht angestaubt erscheint.

Es geht fast immer was auf dem Schirm ab und Kurzweil wird fast immer groß geschrieben. Ich war froh, dass die eingeflochtene Romanze nicht Überhand nahm und den actionorientierten Verlauf nicht unnötig ausbremste. In ganz starken Momenten – wie dem bildgewaltigen Finale – erinnert das Treiben an die Klassiker von John Woo, der eine ähnliche Ästhetik in seinen Gewaltszenen an den Tag legte.

Apropos Gewalt. Insgesamt geht es eher gesittet und überschaubar blutig zur Sache. Die aktuelle FSK 16 Einstufung ist vollkommen in Ordnung und die damalige Indizierung ist wenig nachvollziehbar.

Damals wie heute ist „Crying Freeman“ ein schön inszenierter, handwerklich gut gemachter Actionfilm ohne großen Schnörkel. Seine Atmosphäre ist gefällig, doch kleinere Längen sind nicht von der Hand zu weisen. Für mich ein immer wieder gern gesehener Gast, doch zu meinen absoluten Favoriten kann er nicht ganz aufschließen.

7,5/10

Fotocopyright: Alive AG

Ghetto Gangz – Die Hölle vor Paris

Inhalt

Bezirk 13 ist ein problematisches Viertel bei Paris, welches durch eine Mauer eingegrenzt wurde und ein eigenes Biotop aus Straßenbanden und damit verbundener Kriminalität entstehen ließ. Ein Elitepolizist wird in diesen rechtsfreien Bereich abkommandiert, denn die dortigen Bösewichter haben eine fatale Bombe erbeutet und der Countdown zur Explosion tickt…

Fazit

Obwohl die letzte Sichtung von „Ghetto Gangz“ schon einige Jahre zurückliegt, hat der Titel nichts von seinem damaligen Augenzwingern verloren. Die Problembereiche rund um die französische Hauptstadt sind vielleicht sogar noch mehr angewachsen und Ausschreitungen sind noch heute regelmäßig an der Tagesordnung.

Inwieweit der Film seine kritischen Aspekte nach Außen transferieren oder einfach nur simple Actionunterhaltung sein möchte, kann ich leider nicht genau sagen. Für mich jedenfalls stehen die dramatischen Punkte hier eher im Hintergrund und bieten lediglich eine bizarre Kulisse für viele Stunt-Einlagen und möchten den Zuschauer nicht weitreichender in Verlegenheit bringen.

Die Geschichte ist simpel und vorhersehbar. Ab einem gewissen Punkt reimt man sich viele Elemente passend zusammen und ist nicht unbedingt auf die Auflösung seitens der Hauptfiguren angewiesen. Der Rahmen ist eng abgesteckt und bietet mit nicht einmal 1,5 Stunden auch keinen überschwenglichem Raum für überraschende Wendungen oder Dergleichen.

Die Darsteller machten ihre Sache zwar ordentlich, dennoch war immer ein leichter Beigeschmack zugegen. Man spürte, dass hier eher Extremsportler bzw. Stuntman den harten Kern stellten und das künstlerische Talent zur Nebensache verkam. So durfte man keine umfangreiche Mimik oder besonders geschmeidige Dialoge erwarten.

„Ghetto Gangz“ ist ein kleiner, flotter Actionfilm und wollte auch hoffentlich nie mehr sein. Er setzt auf eine interessante Prämisse, baut sie zugunsten der Kurzweil jedoch nur oberflächlich aus und will gar nicht erst zu ernst daher kommen – was seine naiv wirkenden Akteure auch unterstreichen. Unterm Strich also seichte Kost für Zwischendurch, aber kein Geheimtipp oder unerwartet sozialkritisches Epos.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

Wasabi – Ein Bulle in Japan

Inhalt

Der französische Polizist Fiorentini ist nicht gerade für eine zimperliche Gangart bekannt und wird deshalb vorübergehend vom Dienst suspendiert. Da kommt für ihn ein Ausflug nach Japan gerade recht, denn er soll dort das unerwartete Erbe einer alten Geliebten im Empfang nehmen…

Fazit

Es gab eigentlich keinen triftigen Grund, warum ich mir vorhin ausgerechnet „Wasabi“ zur Sichtung ausgewählt hab. Ich bin am Filmregal vorbei und habe spontan die Scheibe ins Auge gefasst und ohne großartige Überlegung in den Player geworfen. Die letzte Sichtung war so lange her, dass die Erinnerungen ziemlich verblichen waren und ehrlich gesagt habe ich nur lockere Unterhaltung erhofft – und zum Glück auch wieder bekommen.

So ingesamt ist „Wasabi“ ein grundsolider Action-Klamauk, der wenig falsch macht und mit einer kompakten Laufzeit von rund 90 Minuten auch nicht zu lang ausgefallen ist. Das Tempo ist durchwegs hoch und Reno kam in Höchstform daher. Am Anfang musste ich mich noch ein wenig an den eigenwilligen Humor gewöhnen, doch im Laufe der Handlung hat man die flachen Gags zum Glück etwas zurück gefahren und nur vereinzelt besser ausgearbeitet eingeflochten.

Japan hat sich als das ideale Setting für den Film herausgestellt, obwohl man hier weit weniger als manch Konkurrent auf die Kulturunterschiede an sich eingeht und einfach den lockeren Unterhaltungswert in den Vordergrund stellt. So wird der Eindruck vom fremdem Land zwar abgeschwächt, trotzdem ist ein angenehm anderer Grundton zugegen. Ich hätte es langweilig gefunden, einen Reno wieder in französischen Kulissen zu erblicken – denn so hätte etwas exotisches gefehlt, obwohl dieser Aspekt hier gar nicht so drastisch ausgearbeitet wurde.

Auch dieser Film ist bereits vor etlichen Jahren „Opfer“ einer Heftbeilagen-Auswertungen geworden, doch mindert dies noch heute nichts an seiner Qualität. „Wasabi – Ein Bulle in Japan“ ist ein munterer Action-Spaß mit gut aufgelegten Darstellern und kurzweiligem Verlauf. Nichts sonderlich Tiefgründiges – aber das muss es ja nicht immer sein. Mit Auftritten wie diesen werde ich einen Jean Reno auch immer in Erinnerung behalten und wissen, warum er auch international zur absoluten Elite gehört – man muss neben ernsten Rollen auch mal solch einen humorigen Typen verkörpern.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

Der Mann in der eisernen Maske

Inhalt

Frankreich zur Zeit von Ludwigs des XIV. Das Volk ist unzufrieden mit dem Herrscher und selbst seine treuen Musketiere zweifeln am König. Da hat einer von ihnen einen verwegenen Plan…

Fazit

Es ist wohl ein ungeschriebenes Gesetz, dass es alle paar Jahre einen so genannten „Mantel und Degen“-Film im Kino geben muss und anno 1998 war es eben ein neuer Aufguss vom „Mann mit der eisernen Maske“ bzw. dem „Musketier“-Franchise, welches 1993 schon einmal von Hollywood angegangen wurde.

Was man abseits der „Ritter“ mit dem mehr oder weniger indirekten Vorgänger gemein hat, ist die prominente Besetzung, die sich wie ein Traum vieler Regisseure ließt. Namen wie Leonardo DiCaprio, Jeremy Irons, John Malkovich, Gabriel Byrne und Gérard Depardieu sprechen für sich und locken die vermeintlichen Massen ins Lichtspielhaus. Deren Leistungen waren auch erwartungsgemäß in Ordnung, wobei mich der französische Part mit seinen platten Gags eher genervt, statt amüsiert hat. Auch DiCaprio (weswegen ich den Film noch einmal schauen wollte) agierte etwas blass und blieb weit hinter seinem Potential, welches sich in den kommenden Jahren noch weiter entfalten sollte.

Die Geschichte ist so lala konstruiert und hielt sich wohl an diverse literarische Vorlagen. Inwieweit man sich hier an die Überlieferungen hielt, vermag ich aufgrund mangelnder Kenntnis der Materie nicht zu beurteilen. Der Erzählfluss insgesamt war in Ordnung, jedoch hätte man einige Passagen ein wenig straffen können. Man wollte oft viel Aufmerksamkeit auf die hübsche Ausstattung legen, drückte damit leider ein wenig den Unterhaltungswert (zumindest für mich),

Man muss schon ein Freund für Produktionen solchen Genres sein, um „Dem Mann mit der eisernen Maske“ sonderlich viel abzugewinnen. Ich kann mich weder mit Frisuren, noch Kostümen oder allgemein dem Setting richtig anfreunden und ließ das Treiben einfach vor mir ablaufen. In gewisser Weise wurde man schon passabel unterhalten, doch in erster Linie habe ich die innerlich die enorme Starbesetzung gefeiert. Ein solider Geschichtsunterricht mit einigen erzählerischen Freiheiten, der für Zwischendurch absolut in Ordnung geht – aber wohl nicht lange im Gedächtnis verweilen wird.

6,5/10

Fotocopyright: MGM

U-Turn – Kein Weg zurück

Inhalt

Bobby Cooper ist ein echter Pechvogel. Auf dem Weg zu einem Kredithai verreckt seine Karre mitten in der Wüste in einem kleinen Kaff, bei dem die Einwohner scheinbar allesamt nicht alle Latten am Zaun haben…

Fazit

Eine kurze Inhaltsangabe, aber ein extrem kultiger Film. Ich weiß noch genau, wie er damals im kostenlosen Magazin in der Videothek angekündigt wurde und ich mir dann die VHS dort geliehen, später auch die DVD dort erworben habe. Nach kurzen Recherchen scheint es noch immer keine Blu-Ray hierzu zu geben – was wirklich bedauerlich, aber zum Glück irgendwo zu verschmerzen ist.

Die groben, rauschigen, mit extremen Farbfiltern bestückten Bilder machen auch auf der großen Leinwand eine – zumindest dem Geschehen gerechte – Figur, die einen gewissen Surrealismus unterstreicht und dem Treiben einen eigenwilligen Look verleihen. Die Wärme, der Schmutz, die Hoffnungslosigkeit in der brennenden Wüstensonne ist greifbar und sorgt selbst in Wintermonaten beim Zuschauer für hitzige Gefühle.

Nicht ganz unschuldig daran ist natürlich auch die junge Jennifer Lopez, die neben Sean Penn den Star der schrägen Riege darstellt. Während sie vortrefflich in ihre merkwürdige Rolle passt, lädt ein Penn fast schon schmerzhaft zum mit fiebern ein. Man entwickelt ungeahnte Sympathie für den Kleinganoven und wünscht ihm einfach nur einen guten Ausgang. Erwähnen sollte man unbedingt aber auch die genialen Gastauftritte von beispielsweise Jon Voight, Claire Danes oder Joaquin Phoenix aka TNT. Sie tragen ihren Teil zum bizarren Eindruck bei und sorgen für echte Lacher.

Ob seine Altersfreigabe (FSK ab 18) heute noch gerechtfertigt ist, sei dahin gestellt. Nach meinem Empfinden ist das Werk so bitterböse und zynisch, dass man den schwarzen Humor durchaus erkennen und die blutigen Szenen verharmlosen kann. Vermutlich wäre mittlerweile eine 16er Einstufung drin und damit wärs okay.

Mit anderen Blockbustern von Oliver Stone ist „U-Turn“ nur schwerlich vergleichbar. Er schuf hier einen kleinen, dreckigen, verrückten, blutigen und vor allem extrem bitterbösen Film mit kaputten Gestalten. Das ist alles so absurd, dass es schon wieder außerordentlich viel Spaß macht und jedes Mal auf Neues prima unterhält. Schon seit Jahren ein echter Geheimtipp!

8,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Home Entertainment

Romeo & Julia

Inhalt

Verona Beach wird beherrscht von den Bandenkriegen der verfeindeten Familien Montagues und Capulet. Auf einer Kostümparty lernt Romeo ausgerechnet die bezaubernde Julia aus dem realisierenden Hause kennen und lieben. Eine heimliche Ehe könnte Garant für den Frieden sein – oder die verzweifelte Lage noch schlimmer eskalieren lassen…

Fazit

Im Gegensatz zu anderen Kinobesuchern – die teils vorzeitig den Saal verließen – wusste ich bereits aus diversen Trailern und „Making Ofs“, was hier auf mich zukommt. Mit seiner extravaganten Optik und vor allem seiner ungewöhnlichen Sprachweise sticht dieses Werk von Luhrmann deutlich aus der breiten Masse hervor und markiert auch auch fast 25 Jahre nach seinem Erscheinen ein nicht zu unterschätzendes Highlight.

Am gestrigen Abend habe ich gestaunt, wie gut das damalige Konzept noch funktioniert und vor allem wie frisch der Titel noch immer wirkt. Die grellbunte „MTV-Optik“ (so die Bezeichnung bei Veröffentlichung) macht noch immer Einiges her und begeistert mit wilder Schnitttechnik, grandiosen Farben und einer überhaupt berauschenden Inszenierung. Gepaart mit einem unvergesslichen und jederzeit perfekt sitzenden Soundtrack entsteht ein Sog, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Der audiovisuelle Reigen packt und lässt den Zuschauer mit seinen Akteuren bis zum bitteren Ende mitfiebern.

Apropos Mitfiebern. Obwohl die Handlung hinlänglich bekannt ist – und soviel sei verraten – nicht von der Vorlage abweicht, fesselt das Treiben gnadenlos an die Schirm. Man hängt an den Lippen der Akteure, die in altmodischer Versform artikulieren und einen vollkommen Kontrast zu den Aufnahmen liefern. Alles wirkt so surreal und dennoch wunderschön. Das neue Verona Beach bietet eine opulente Kulisse und die Neuverteilung bekannter Rollen passt bis ins Letzte.

DiCaprio (der gerade dank Titanic so richtig durchstarten konnte) überzeugte mit einer Performance, die seines gleichen sucht und schon damals höher dotiert werden musste. Überhaupt glänzten alle Darsteller mit ausgefallenen Kostümen und vor allem ihrem Spiel mit der ungewöhnlichen Ausdrucksweise. Es hatte etwas Sonderbares, aber nicht im Schlechten.

Großen Wert – neben der Akkuratheit der alten Texte, die noch immer überraschend gut zum aktuellen Geschehen passten – wurde auch auf die verschwenderische Ausstattung gelegt. Autos, deren Kennzeichen, speziell designte Waffen, etc. – so viele Details konnte das Auge bei der ersten Sichtung überhaupt nicht erfassen. So werden passenderweise Pistolen mit Schwertern interpretiert und die Figuren trugen sie in nahezu jeder Szene deutlich sichtbar am Leib. Sie wirkten sie Ritter der Neuzeit und fügten sich somit perfekt ins Gesamtbild ein.

Buz Luhrmann („Der große Gatsby„) lieferte mit seiner modernen Adaption von Shakespeare ein Meisterwerk ab, welches heute nichts von seiner Faszination verloren hat und vielleicht noch ein bisschen gereift ist. Die gewagte Machart ging vollends auf, die Darsteller waren überragend und die tolle Musik ist längst Kult. Hier stimmt von Vorn bis Hinten einfach Alles – und das findet man nicht häufig. Ein bisschen habe ich mit mir gehadert, doch am Ende ist die Höchstwertung drin.

10/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

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