Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Schlagwort: Action (Seite 1 von 30)

The Punisher – Extended Cut

Inhalt

Elite-Polizist Frank Castle möchte endlich etwas ruhiger treten, sich mehr um die Familie kümmern und die anstrengende Arbeit als Undercover-Ermittler hinter sich lassen. Er hat jedoch nicht mit der unerbittlichen Rache von Bösewicht Howard Saint gerechnet, der als Vergeltung für seinen getöteten Sohn die komplette Sippschaft von Castle ab meucheln lässt…

Fazit

Bei den Wörtern „Extended Cut“ werden Filmfreunde wie ich immer hellhörig – und werden am Ende oftmals ziemlich enttäuscht zurück gelassen. Bestenfalls machen die zusätzlichen Inhalt kaum bemerkbar, schlimmstenfalls ziehen sie das Geschehen sogar unnötig in die Länge. Der „Punisher“ von 2004 bildet hier jedoch eine rühmliche Ausnahme und liefert in seinen zusätzlichen Minuten (!) interessante Einblicke und lässt die Handlung weitaus tiefer und runder wirken.

An und für sich war der Film schon seinerzeit recht gut und angenehm düster. Man legte eine harte Gangart an den Tag und verzichtete auf unnötigen Humor. Es gab zwar ein paar skurrilere Ideen, doch glücklicherweise wurde der allgemein raue Ton davon nicht verwässert. Durch sein verlängerte Intro geht es zwar noch nicht direkt brutal zur Sache, aber der Weg zur gestürmten Familienfeier von Castle wird anschaulicher aufgebaut.

Trotz seiner knappen 2,5 Stunden wurde der Film nie langweilig. Das Pacing aus Action, ruhigerem Storytelling und Dialog war genau richtig. Alle Figuren wurden hervorragend ausgearbeitet und Motive auf allen Seiten verständlich begründet. Sicherlich schienen einige Elemente (Hereinlegen des Bösewichtes) sehr einfach konstruiert, aber letztlich schadet dies dem Ganzen nicht.

Hatte Lundgren seinerzeit noch etwas ungestümen „He-Man“-Charme (was zu einer solchen Adaption natürlich auch irgendwo gepasst hat), doch Jane bringt hier eine gewisse Eleganz hinein – die auch so vom Gegenspieler Travolta mitgetragen wird. Beide bekannte Gesichter überzeugten in ihren – auf beiden Seiten düster gezeichneten – Rollen und gaben keinen Grund zur Klage.

Technisch geht es weitaus weniger opulent als bei anderen Marvel-Vertretern zur Sache, doch dass tut dem Spaß keinen Abbruch. Ich bevorzuge lieber die dunkleren, aber stilvollen Aufnahmen und brauche kein übertriebenes CGI-Gewitter. Die Gefechte hier laufen realistischer und härter ab, was wesentlich besser zur Materie passt.

„The Punisher“ war schon immer eine recht solide und vergleichsweise reife Comicumsetzung mit hohem Unterhaltungswert gewesen. Der Extended Cut liefert in meinen Augen genau an den passenden Stellen eine echte Bereicherung und sollte deshalb den Vorzug gegenüber der Kinofassung erhalten. Für mich bleibt dieser Titel einer der besten von Marvel und gehört somit in jede gut sortierte Genre-Sammlung!

8,5/10

Fotocopyright: Columbia Tristar

Kate

Inhalt

Eine Auftragskillerin wird selbst zum Opfer. Sie wird vergiftet und hat nur 24 Stunden Zeit, um ihre Peiniger innerhalb Tokyos ausfindig zu machen und Rache auszuüben…

Fazit

Beim neuen Actiontitel „Kate“ punktet Netflix vor allem beim atmosphärischen Setting, welches gut zur zur Handlung gepasst hat. Vielleicht sind manche Aufnahmen einen Ticken zu dunkel ausgefallen, doch insgesamt machte Tokyo als Schauplätz Einiges her und man konnte sich schnell im Geschehen fallen lassen.

Im Grunde möchte ich „Kate“ mehr mögen, doch irgendwie ist es mir nicht vollends gelungen. Dass es relativ wenig von Woody Harrelson zu sehen gab, habe ich im Vorfeld irgendwie vermutet – doch das der Verlauf insgesamt etwas schleppend ausfiel leider erst nicht wahr haben wollen. Abseits der schönen audiovisuellen Umsetzung versteckt sich lediglich ein recht bodenständiger, wie austauschbarer Rachefeldzug, der dem ausgelauchten Genre keine neuen Impulse verleihen konnte.

Der Streifen folgte einem bewährten, wie bekannten Muster und wich mangels wenig komplexer Rahmenhandlung auch nicht von seinem vorbestimmten Verlauf ab. Zwar versuchte man gen Finale die ein oder andere kleine Wendung zu integrieren, aber irgendwie wollten diese Ansätze dann auch nicht mehr zünden und ringen dem Betrachter höchstens ein beiläufiges „Aha“ ab.

Mary Elizabeth Winstead hat ihre Sache als „Titelhelden“ soweit souverän absolviert und überzeugte mit gut einstudierter Choreografie in manch schick gemachter Kampfsequenz. In diesem Momenten macht das Treiben dann so richtig Laune, die sich an anderer Stelle leider als Mangelware erwies.

Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden und deshalb mache ich „Kate“ wegen seiner unerwartet konservativen Weise keinen Vorwurf. Während Technik und Darsteller soweit gepasst haben, schlug vielmehr das zuweilen äußert behäbigem Storytelling auf den Magen und so wirkte das Gesamtergebnis für mich nur mittelprächtig. Anschaubar, aber kein großer Hit und als „Inklusiv-Artikel“ irgendwo vollkommen in Ordnung.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Deadly Voltage – Gefangen im Gewittersturm

Inhalt

Ein verehrender Gewittersturm durchquert die Gegend von Wisconsin. Forscher sind sich um die schlimme Lage bewusst, doch ausgerechnet einer von ihnen befindet sich dort zu einem Ausflug mit seiner Familie…

Fazit

Normalerweise stehe ich auf gute und zuweilen auch anspruchsvolle Filme, doch irgendwie hab ich auch ein Herz für günstigere Produktionen von Asylum und Konsorten. Meist schlage ich im EuroShop entsprechend günstig zu habe schon beim Betrachten des Covers keine sonderlich hohen Erwartungen an das Endprodukt. Ich möchte nach einem langen Arbeitstag lediglich seicht bei Laune gehalten werden – und genau in diese Kerbe schlagen diese Genrefilme dann meist auch. „Deadly Voltage“ jedoch hinterließ einen merkwürdigen, fast schon fragenden Eindruck…

Gefragt habe ich mich die ganze Zeit, wann das Treiben endlich loslegt, wann es endlich ein paar Effekte zu bestaunen (oder zu belächeln gilt) und dann sich endlich ein gemütlicher Flow einschleichen wird. Mit schlechten Schauspielern, unterirdischer Synchronisation und dünner Handlung hatte man bereits gerechnet – doch das ausgerechnet am Kern der ganzen Sache so gewaltige Abstriche gemacht wurden, war schon erstaunlich übel.

Das Geschehen plätscherte vor sich hin und nahm nie richtig Fahrt auf. Einzig in den letzten Minuten markierten minimalistische und keineswegs gut integrierte Blitze für etwas Stimmung, doch da hatte der leidensfähige Zuschauer längst innerlich abgeschaltet. Es war zu viel und zu wenig – und vor allem weil bisherige Verlauf zu träge, zu uninteressant, zu dämlich konstruiert wurde. Man redete immer mal wieder über die Ereignisse, stützte aber nichts mit brauchbarem Material. Es gab ein paar pixelige TV-Aufnahmen oder nichts sagende Grafiken auf einem iPad und das wars mit dem ach so tollen Aufbau einer Atmosphäre.

Bei einem Katastrophenfilm erwarte ich in erster Linie aufregende Bilder und bin beim Rest zu Abstrichen bereit. Allerdings ist es fast schon vermessen, „Deadly Revenge“ diesem Genre zuzuordnen – denn außer langatmigen Konversationen gibts wenig bis gar nichts zum eigentlich Thema zu sehen und eine Spannungskurve war faktisch nicht vorhanden. Selbst für kleines Geld ein schwacher, kaum unterhaltsamer Titel, der in allen Ebenen einfach nur enttäuscht.

2,5/10

Fotocopyright: Lighthouse Home Entertainment

Texas Chainsaw 3D

Inhalt

Als das kannibalistische Treiben der Sawyer-Familie enttarnt wird, gibt es für den Lynch Mob kein Halten mehr und selbst der Sheriff konnte diesem Treiben nur ohnmächtig zuschauen. Ein kleines Mädchen konnte in Sicherheit gebracht werden, doch der Rest der Familie fiel den Angreifern zum Opfer. Nun sind etliche Jahre vergangen und aus dem Kleinkind ist eine junge Frau geworden, die endlich ihr Erbe antritt…

Fazit

Für mich bleibt der erste Teil dieser mitunter leicht kontroversen Filmreihe absolut unerreicht, doch mit diversen Fortsetzungen habe ich mich ebenfalls prächtig amüsiert. Bauten die Teile zuweilen recht lose auf dem spannenden Grundgerüst auf, hat man sich mit „Texas Chainsaw“ an eine konsequente Fortsetzung bzw. Weiterentwicklung des Originals gewagt und sich gar nicht erst als Reboot versucht.

Schon das Intro mit seinen altbekannten Ausschnitten sorgt für gute Laune und lässt das Fanherz schneller schlagen. Die Handlung an sich mag simpel, doch irgendwo auch recht konsequent weitererzählt worden sein. Der Verlauf ist natürlich arg um die vorherigen Ereignisse herum konstruiert, aber gar nicht mal so schlecht gelungen.

Was diesem Teil – fast schon erwartungsgemäß – abging, war der „Terror-Faktor“ des Erstlings. Fehlenden Grusel kaschierte man mit deftigen Zertückelungseinlagen und allerlei derben Momenten, doch die große Gänsehaut blieb dabei aus. Das mag jetzt enttäuscht klingen, aber irgendwie auch nicht. Die Sehgewohnheiten haben sich im Laufe der Jahre geändert und ein eher simpler Psycho-Horror hätte beim aktuellen Zielpublikum möglicherweise kein Stück mehr funktioniert.

Der Verlauf an sich gestaltete sich dann vergleichsweise Konservativ. Das Schema ist schnell durchschaut, die Figuren recht oberflächlich ausgearbeitet und Überraschungen blieben aus. Immerhin war das blutige Treiben jederzeit angenehm kurzweilig und so gab es wenig zu beklagen. Über Logiklücken oder fragwürdige Verhaltensweisen mancher Figuren machte man sich keinen Kopf.

„Texas Chainsaw“ ist ein prima Film zum Entspannen nach einem harten Arbeitstag. Er schlägt für alte Fans die Brücke zu einem Klassiker und bietet Neueinsteigern als seichter Splatterspaß durchaus erinnerungswürdige Momente. Der Film ist nüchtern betrachtet sicherlich kein Meisterwerk, aber mit den richtigen Erwartungen eine kurzweilige Weiterführung des schrecklichen „Sawyer“-Mythos.

7/10

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

Aliens: Fireteam Elite (PC)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Marines, der wahlweise von menschlichen oder vom Computer gesteuerten Mitstreitern auf einem fremden Planeten absetzt wird. Hier soll der Kontraktbruch zu anderen Teams untersucht werden. Natürlich dauert es nicht lang, bis der Grund hierfür gefunden ist und wilde Gefechte gegen außerirdische Geschöpfe stehen auf der Tagesordnung…

Gameplay

„Aliens: Fireteam Elite“ ist ein kooperativer Shooter aus der Third-Person-Ansicht. Während sich die Perspektive am ehesten mit der „Gears of War“-Reihe vergleichen lässt, so erinnert das eigentliche Gameplay an „Left 4 Dead“ oder „World War Z“. Das Team kämpft pro Abschnitt gegen mehrere Gegnerhorden und kann stellenweise auch Verteidigungsgeschütze oder Minen zur Hilfe platzieren.

Die Erkundung führt dabei über Planetenoberflächen, bis hin zum inneren eines Raumschiffes. Der größte Part spielt sich in geschlossenen Arealen ab und nur selten erblickt der Spieler einmal das Tageslicht.

Einige Gegner sind relativ schlau, Andere dumpfes Kanonenfutter ohne größere Ausweichreaktion. Anfangs sind die Shock-Einlagen (man wird überraschend von einem Alien besprungen) noch witzig – aber schnell wird die Methode der Macher klar und man ahnt gut, hinter welchen Ecken wohl wieder ein Viech platziert wurde.

Spieldauer

Die Kampagne ist in 4 Kapitel mit jeweils 3 Abschnitten unterteilt. Jeder Abschnitt beansprucht dabei zwischen rund 20 und 30 Minuten. Danach gibt es noch einzelne Herausforderungen ala „töte Anzahl x von y Gegnern in diesem Bereich“. Natürlich lebt der Titel von seinem höheren Wiederspielwert mit menschlichen Mitstreitern und da zockt man eine Map auch gerne mehrmals.

Präsentation

Grafisch ist „Aliens: Fireteam Elite“ sicherlich nicht mehr auf dem neusten Stand, doch stimmige Kulissen und gelungene Soundeffete erzeugen dennoch eine tolle Atmosphäre. Man erkennt viele Elemente aus der Alien-Saga bzw. dem Prometheus-Film wieder und genießt die interessante Stimmung.

Ich habe den Titel auf dem PC in 4K gespielt, wurde mit kurzen Ladezeiten und flüssigen Gameplay bei Laune gehalten. Lediglich im letzten Kapitel gab es mal kurze Nachlade-Ruckler als viele Gegner aus allen Ecken auf dem Schirm strömten, aber sonst war alles gut.

Klanglich gab es eher unauffällige Musik, aber vorlagengetreue Waffensounds und gut vertonte (englische) Konversationen. Das allseits bekannte piepende Gegner-Radar sorgte für zusätzliche Stimmung.

Positiv

  • tolle Atmosphäre
  • viele Design-Elemente aus den Filmen
  • unkompliziertes Gameplay
  • brauchbare KI-Mitstreiter
  • es wird kein Vollpreis aufgerufen

Neutral

  • Grafisch lediglich ordentlich
  • kurze Kampagnen-Dauer
  • überschaubare Anzahl an Gegnertypen

Negativ

  • repetitives Gameplay

Fazit

Lange hat man auf ein brauchbares Spiel im Aliens-Universum gewartet und trotz diverser Macken ist „Fireteam“ für Fans eine kleine Empfehlung wert. Die Kampagne bzw. Szenarien sind zwar nicht sonderlich umfangreich, aber für kurze Zeit durchaus spaßig. Ich habe den Titel zwar allein bestreiten müssen, aber dank brauchbarer KI-Begleiter ging das soweit in Ordnung und das Teamspiel hat irgendwie hingehauen. Mit menschlichen Kumpanen ist das Teil sicherlich noch einen Ticken spaßiger – weshalb jeder für sich überlegen sollte, ob das Gameplay etwas für ihn ist und ob Kumpels mit ähnlichem Interesse am Start sind. Als Überbrückung zu einem neuen „Left 4 Dead“ geht „Aliens“ für knapp 40 Euro absolut in Ordnung. Kein Überhit, aber auch kein Reinfall.

Grafik: 7/10
Sound: 6,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: 20th Century Studios

Testsystem: Ryzen 7, Vega 64, 32 GB RAM, SSD

Snake Eyes: G.I. Joe Origins

Inhalt

Eigentlich ist „Snake Eyes“ ein Rumtreiber, der sich mit illegalen Straßenkämpfen über Wasser hält und scheinbar kein richtiges Ziel im Leben verfolgt. Eines Tages jedoch wird ihm ein ungewöhnliches Angebot von einem zwielichtigen Yakuza-Boss unterbreitet. Im Gegenzug für die Bespitzelung eines feindlichen Cleanes, soll ihm der Mörder seines Vaters auf dem goldenen Tablet überreicht werden…

Fazit

Die „G.I. Filme“ mögen in der Vergangenheit sicherlich nicht das Maß aller Dinge gewesen sein, doch standen zumindest bei mir immer für gute Unterhaltung mit reichlich Kurzweil. Nicht mehr und nicht weniger habe ich mir nun bei dieser Auskoppelung versprochen und unterm Strich wurde diese Erwartung auch weitestgehend erfüllt.

„Snake Eyes“ ist kein klassischer, dumpfer Actionfilm wie seine Vorgänger, sondern ein etwas tiefgreifender Thriller, der den Fokus auf seine Figuren legt – und trotzdem hin und wieder die Fäuste fliegen lässt. Wir erhalten hier (wie es der Titel bereits vermuten ließ) einen Einblick auf den Werdegang einer der Serien-Hauptfiguren und genießen tatsächlich die etwas andere Gangart.

Statt ständigen Explosionen, wilden Verfolgungsjagden oder atemberaubenden Zerstörungsorgien, erleben wir authentischere Settings, nachvollziehbare Momente und gut agierende Darsteller. Natürlich ist auch hier nicht alles hundertprozentig glaubwürdig gestrickt, doch im Vergleich zu den vorherigen Action-Schwergewichten eine ganz andere Liga und weitaus bodenständiger.

Der Verlauf war recht spannend und auch ohne Daueraction kurzweilig. Man hat uns zwar insgesamt nicht wirklich viel Neues präsentiert, aber das Gezeigte ging erzählerisch wie handwerklich vollkommen in Ordnung. Die Handlung bot auch ohne größere Wendung nette Kost und durch seine gut agierende Besetzung nicht viel zu beanstanden.

„Snake Eyes“ erfordert kein wirkliche Vorkenntnis der Materie und ist auch so für unbedarfte gut schaubar. Richtig viel Innovatives gab es unterm Strich zwar nicht, doch bekannte Versatzstücke wurden solide und ansprechend zusammengewürfelt. Für mich insgesamt ein ordentlicher, obgleich auch kein referenzverdächtiger Genrevertreter für Zwischendurch. Der Kontrast zur bisherigen Reihe hat gefallen, aber einen offiziellen dritten Teil darf es trotzdem gerne geben. Bei weiteren Spin-Offs wäre ich allerdings auch dabei.

7/10

Fotocopyright: Paramount Pictures Germany

Free Guy

Inhalt

Das Leben von Guy folgt fest definierten Mustern und viele Ereignisse wiederholen sich entsprechend oft. Bis zu einem gewissen Tag weiß Guy weiß allerdings nicht, dass er nur ein künstlicher Statist in einem Computerspiel ist und er lediglich zur Unterhaltung anderer, realer Menschen dient…

Fazit

Originell und zeitgemäß. Mit diesen Worten würde ich das Gebotene kurz zusammenfassen. Mangels Alternativen (alles Andere gabs bereits im Stream) ist „Free Guy“ mein erster Kinofilm seit rund zwei Jahren geworden und ich verließ den Raum am Ende mit einem breiten Grinsen im Gesicht – was nicht nur an meiner charmanten Begleitung lag.

Sicherlich ist die Grundgeschichte simpel, nicht jeder Gag ein Highlight und manch darstellerische Leistung jenseits von Gut und Böse, aber das Konzept des Popcorn-Kinos ging vollkommen auf. „Free Guy“ vereint aktuelle popkulturelle Dinge (Videospiele, Sprechweisen, etc.) und bastelt ein kurzweilies Event hieraus. Vermutlichen lassen sich nicht alle Elemente mit purer Logik nachvollziehen, doch sollte man sich diesbezüglich gedanklich frei machen und keinen Anstoß daran finden.

Der Film steckt voller kleiner Details, die vor allem das Herz der Gamer (und somit seiner primären Zielgruppe) höher schlagen lassen. Auch ohne tiefere Kenntnis von beispielsweise „Fortnite“ hatte ich dank Anleihen aus anderen Klassikern („GTA“, „Half Life 2“) dennoch meine Freude und konnte gut folgen. Obendrein gab es kurze Einspieler größerer YouTuber, bei denen ich sogar den ein oder anderen wiedererkannt habe.

Wenn jemand gut in die Rolle des Guy gepasst hat, dann Ryan Reynolds. Seine Weise hat wie die berühmte Faust aufs Auge gepasst und das Geschehen über weite Teile von selbst getragen. Manchmal erinnerte sein Auftritt ein wenig an „Deadpool“, aber das war keineswegs negativ aufzufassen. Hier hat manch übertriebene Aktion wirklich gepasst und am Ende gabs einen dazu passenden Boss-Kampf obendrein. Technisch gab sich das Treiben natürlich zeitgemäß – mit schönen CGI-Effekten und solidem Sound.

Ich habe schon oft genug erwähnt, dass man hin und wieder auf Tiefgang verzichten kann und sich mit eher einfach gestrickten Werken prima anfreunden kann. „Free Guy“ ist hierfür ein typisches Beispiel, welches natürlich stark auf ein bestimmtes Publikum abgerichtet ist. Auch wenn der Streifen insgesamt keine neue Referenz darstellt und einige Logikschwächen nicht von der Hand zu weisen waren, hat der Kinoabend mächtig Spaß gemacht. Schaut euch den Trailer an und entscheidet, obs was für euch sein könnte – oder ihr später daheim eine Annäherung probiert.

7,5/10

Fotocopyright: 20th Century Studios

Sweet Girl

Inhalt

Da ein Pharmakonzern ein neues Medikament nicht rechtzeitig auf den Markt bringen konnte, verstarb die Frau von Cooper ohne Aussicht auf eine mögliche Krebs-Heilung hierdurch. Als ein Reporter über den Fall aufmerksam wird, bittet er die Hinterbliebenen um Mithilfe. Er sieht eine gewollte Manipulation des Marktes und sucht Beweise für seine skandalösen Behauptungen…

Fazit

Bei „Sweet Girl“ schlagen wir zwei Herzen in meiner Brust. Auf der einen Seite bot sich ein stellenweise etwas behäbiger Thriller nach bewährtem Muster, auf der der anderen Seite versucht er sich an einem Twist – der gar nicht mal so ungeschickt konstruiert wurde und durchaus für ein kleines Aha-Erlebnis sorgen konnte.

Jason Momoa hat soweit ganz gut in seine Rolle gepasst, wird aber mitunter durch seine aufgeweckte Filmtochter in den Schatten gestellt. Die Chemie der Beiden hat soweit gepasst, dass der Betrachter gern am Ball geblieben ist und deren Rachefeldzug trotz kleinerer Durchhänger aufmerksam begleitet hat.

In der Inhaltsangabe kam es etwas schwierig rüber und auch die Darstellung im Film war mir etwas zu eindimensional. Es wird suggeriert, dass etliche Menschen aufgrund des verzögerten Mediamenten-Starts verstarben, doch Garantie auf eine Wunderwaffe hat es hier wahrscheinlich nie gegeben. Es war mir klar, dass sich die Familie an jeden Strohhalm klammerte – doch ob die Frau mit dem Mittel überhaupt überlebt hätte, steht auf einem anderen Blatt.

Nach einem interessanten und recht gefühlvollen Start kommt das Geschehen trotz netter Ansätze nicht immer in die Gänge. Es wurde sicherlich nie total langweilig, aber auch nicht immer vollends packend. Viele Elemente hat man einfach schon etliche Male gesehen – und bis auf eine witzige Wendung zum Auftakt des letzten Drittels gab es lediglich solide Hausmannskost ohne nennenswerte Highlights. Über diesen Moment lässt sich wiederrum ganz vorzüglich streiten, doch ich fand ihn ganz in Ordnung. Er mag von seiner Machart nicht so richtig zum Rest gepasst haben, von der Idee her war er jedoch lobenswert.

Die Trailer im Vorfeld versprachen gute Unterhaltung und das fertige Ergebnis konnte diese eher überschaubare Erwartungshaltung erfüllen. „Sweet Girl“ hatte so seine Logikprobleme und bot erschreckend wenig Innovation, hielt aber durch ein gefälliges Vater-Tochter-Gespann und einem charismatischen Gegenspieler durchaus passabel bei Laune. Im Rahmen eines Abos schaut man also mal rein und macht sich bei Interesse halt selbst ein Bild.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Jay and Silent Bob Reboot

Inhalt

Erneut soll ein Film über die stadtbekannten Kiffer Jay und Silent Bob gedreht werden und erneut wollen unsere Helden dies verhindern. Sie machen sich auf die Reise zu einer Convention, um den Regisseur Kevin Smith persönlich zur Rede zu stellen…

Fazit

Der Inhalt ist so bescheuert, wie es die grobe Beschreibung bereits vermuten lässt. Smith philosophiert in diesem Streifen nicht nur über Remakes und Reboots, sondern setzt hier quasi selbst auf ein Reboot bzw. aber auch irgendwie eine Fortsetzung seines eigenen Werkes aus dem Jahr 2001. Streng genommen ist dieser Film allerdings nicht sein Bester, doch schon wieder auf eigene Weise unterhaltsam und gespickt mit viel Fan-Service.

Ich habe den Streifen bei seinem damaligen Erscheinen selbstverständlich im O-Ton geschaut und nun dank Prime die deutsche Variante nachgeholt. Wie erwartet gingen bei der Übersetzung wieder einige Gags verloren und die Stimmen wurden nicht immer passend gewählt, doch unterm Strich war das Ganze dennoch halbwegs passabel anschaubar. Die Filme von Smith leben von ihren Dialogen – deren „Eindeutschung“ wohl nicht immer einfach ist und für jedes Label gewisse Probleme erzeugen.

Der Film an sich ist schwer zu greifen. Der grobe Ablauf ist fast mit „Jay und Silent Bob schlagen zurück“ identisch, nur währenddessen gibt es ein paar Änderungen – die den Charakter eines Reboots trotzdem nicht vollends abschütteln können oder wollen. Viele Dinge fühlen sich extrem vertraut an, worin hier allerdings auch wieder die Stärke des Ganzen liegt.

Die Dichte bekannter Gesichter ist gewohnt hoch, Themen derer Gespräche für Kenner keine echte Überraschung und natürlich jede Menge Schmutzler wert. Auf der einen Seite ist deren gewohnter Auftritt schön, auf der anderen Seite deren Weiterentwicklung ein kleiner Schritt nach Vorn. Trotz zuweilen derben Humors unter der Gürtellinie, fühlt sich der Titel gegenüber seinem Vorgänger stellenweise schon einen Ticken reifer an – was im Anbetracht der alternden Zuschauer sicherlich keine Fehlentscheidung war.

Über Sinn und Unsinn des gesamten Konstruktes lässt sich vortrefflich streiten. Ich mag den Stil von Smith, hatte auch hier enorm viel Spaß – doch unterm Strich blieb ein kleiner Beigeschmack und vielleicht auch ein wenig Enttäuschung zurück. Der Film war zweifelsohne kurzweilig, aber irgendwie auch nicht richtig gut. Neueinsteigern rate ich mangels benötigter Vorkenntnis dringend ab, alte Hasen schauen unabhängig von Bewertungen ja sowieso rein und machen sich ihr eigenes Bild. Smith lieferte viel für seine Anhänger – aber eben keinen richtigen Kracher klassischer Machart. Schauen wir mal was „Clerks 3“ mit sich bringt…

7/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Space Jam: A New Legacy

Inhalt

Nach der Vorführung eines bahnbrechenden neuen Computersystems wird der berühmte Sportler LeBron James mitsamt seines kleinen Sohnes in die Welt der Bits und Bytes gezogen. Die einzige Fluchtmöglichkeit aus dieser bizarren Welt besteht aus einem Sieg bei einem Basketball-Spiel gegen eine Truppe übermächtiger virtueller Konkurrenten…

Fazit

Die Kritiken waren überwiegend negativ und so wirklich viel Lust hatte ich auf den Titel zunächst auch nicht. Irgendwie habe ich mich dann doch zu einer Sichtung aufgerafft – und war aus meiner cineastischen Sichtweise doch angenehm vom Resultat überrascht worden.

Die Rahmenhandlung war zunächst wenig originell und fühlte sich lediglich wie eine moderne Variante seines Vorgängers an. Das Setting wurde an aktuelle Gegebenheiten angepasst und optisch bewegte man sich auf einem entsprechenden Level. Nicht nur die Zeichnungen, sondern auch die mit Hilfe von CGI animierten Figuren und Areale sahen wunderschön und teilweise extrem beeindruckend aus.

Eigentliches Highlight aber waren aber die vielen Anspielungen auf Produktionen des Hauses Warner bzw. die Einbindung bekannter Charaktere. So fanden nicht nur Figuren aus „Matrix“ ihren Weg ins Publikum, sondern auch Vertreter aus „Game of Thrones“, „Batman“, „Scooby Doo“ oder gar King Kong höchstpersönlich waren anwesend. Klar waren diese Gäste nur eine Randnotiz, aber ich fühlte mich davon ähnlich mitgenommen wie in „Ready Player One“.

Wie schon sein Vorgänger ist auch der aktuelle Teil ein gelungener Spaßfilm für Zwischendurch. Er ist kein tiefgründiges Meisterwerk und hat mit Logik oder dergleichen nichts an Hut – er ist schlichtweg ein Film für Kinder, bei dem die Erwachsenen dank vieler vertrauter Elemente ebenfalls ihre Freude haben. Audiovisuell braucht man sich definitiv nicht vor der Konkurrenz zu verstecken und das Aufgebot bekannter Gesichter – abseits der Filmcharaktere – nicht von schlechten Eltern. Mit den passenden Erwartungen und einem cineastischen Faible also ein erfreulich lohnender Titel mit hohem Unterhaltungswert.

7/10

Fotocopyrigt: Warner Bros (Universal Pictures)

« Ältere Beiträge