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Schlagwort: Action (Seite 1 von 21)

In the Drift

Inhalt

Es geht um stolze 5 Millionen Dollar, die auf den Gewinner eines wahnwitzigen Rennens von Mexiko nach Amerika warten. Dabei ist laut dem Veranstalter alles erlaubt, nur muss der Sieger noch auf vier Rädern durch die Ziellinie kommen…

Fazit

Auch in schlimmen Zeiten ist wenigstens auf Eines stets verlass: wo Asylum Pictures drauf steht, ist auch eine Menge Trash drin. So wirkte „In the Drift“ nicht nur auf dem Cover wie ein billiger „Fast and the Furious“-Verschnitt, sondern vermengte auch ein paar andere Elemente zu einem leidlich unterhaltsamen Brei.

In meiner kleinen Inhaltsangabe habe ich mich auf den Aspekt des Rennens beschränkt, doch abseits der wenig aufregenden PS-Duelle gab es sogar noch ein wenig Handlung, die für das Gesamtbild leider mehr oder weniger von Belang ist. So fuhren relativ viele Stereotypen auf und das Teilnehmerfeld war nicht unbedingt von Sympathie getragen.

Allgemein war die Erzählung äußerst holprig. Der Film verliert zunächst keine großen Worte und geht vergleichsweise schnell in die Vollen, um dann das Tempo wieder gehörig zu drosseln und dröge zu werden. Es passiert wenig auf dem Schirm und selbst das eigentliche Rennen ist total undynamisch in Szene gesetzt worden. Man erblickt die schnellen und leider auch wenig spektakulären Karren hauptsächlich zu Beginn und später wird der Fokus darauf vollends verloren. Die Sichtung beschränkt sich dann auch auf ein wenig „geradeaus“ fahren und nicht etwa auf brenzlige Duelle miteinander. Das Budget hat wohl weder für großartige Stunts, noch für eventuelle Defekte an den Fahrzeugen gereicht.

Sieht man einmal von den bescheidenen Racing-Parts ab, präsentiert sich ein unausgegorener Thriller, der selten – der sagen wir niemals – mitzureißen vermochte. Nette Darsteller, seichte Dialoge, blöde konstruierte Zufälle und eine uninteressante Handlung waren an der Tagesordnung. Immerhin wurde alles ordentlich gefilmt und handwerklich brauchbar zusammengeschnibbelt. Nicht referenzwürdig, aber durchaus okay.

Größtes Zugpferd ist sicherlich der ehemalige Rapper und Schauspieler DMX, der vor Kurzem leider verstorben ist. Er war für mich dann auch der Grund diesen Film aus den etlichen „Perlen“ der EuroShop-Touren endlich mal zu entstauben und in den Player zu werfen. Sein Auftritt war dann – fast schon erwartungsgemäß – kurz, aber immerhin mit etwas Text bestückt. Er macht seine Sache so lala, fällt nicht aus dem durchschnittlichen Rahmen und wird durch eine mäßige Synchro leider noch einen Ticken abgewertet.

Der Anlass der Sichtung war traurig, doch endlich habe ich diese Machwerk hinter mich gebracht. Geboten wurde typische Asylum-Kost, die weder positiv, noch negativ mit den bisherigen Erlebnissen mit dem Labels bricht. „In the Dirft“ wirkt billig, unausgegoren, uninspiriert und überwiegend langweilig, konnte aber wenigstens in einem Abschnitten einen Hauch von Unterhaltung bieten. Selbst Fans von DMX sollten dann lieber vom Original greifen und ausnahmsweise Vin Diesel filmtechnisch den Vorzug geben.

3,5/10

Fotocopyright: White Pearl Movies / daredo (Soulfood)

Triple Frontier

Inhalt

Eine Truppe ehemaliger Söldner möchte noch einmal abkassieren und folgt dem Tipp eines alten Teammitgliedes. Angeblich hat ein Kartellboss eine Menge Kohle auf seinem Anwesen gebunkert und die Sicherheitsvorkehrungen seien eher gering. Was nach einem anfänglich einfachen Plan klingt, wird im Laufe der Mission selbstverständlich zu einem echten Albtraum…

Fazit

Bei seiner Veröffentlichung habe ich den Titel damals direkt gesehen und leider auch ziemlich schnell wieder aus dem Gedächtnis verloren. Der Film an sich ist zwar nicht unbedingt schlecht, aber am gestrigen Abend fielen mir die Gründe für das Verdrängen dann ziemlich rasch wieder ein.

Obwohl die Story wenig Neues bietet, möchte ich diesbezüglich nur wenig kritisieren. Sie bot ein solides Fundamt für einen mit Stars gespickten Cast – doch leider auch einigen Längen, die den Flow doch immer wieder aus dem Gleichgewicht brachten.

Es gab zwar etwas Geballer, doch unterm Strich vergleichsweise wenig an Action. Der Fokus lag klar auf den Charakteren und deren Verhalten in ihrer selbst zugefügten Problem Situation, aber beispielsweise die Dialoge waren schwankender Qualität unterworfen. So gab es durchaus vernünftige Themen, die durch unnötig heroische Ansagen dann wieder gemindert wurden und teils nervig aufstießen.

Die meisten der Darsteller haben geschafft, so wenig sympathisch wie möglich rüber zu kommen und das hat mich letztlich wohl auch am meisten am Film gestört. Sie legten zwar allesamt eine brauchbare Vorstellung an den Tag, doch irgendwie konnte man zu keiner der verkörperten Figuren eine echte Bindung aufbauen. Die Motivationen und so manch Handlung war sicherlich verständlich konstruiert, aber das war irgendwie zu wenig und das Mitfühlen hielt sich in bescheidenen Grenzen.

Die Handlung war – wie Eingangs erwähnt – absolute Standardkost. Es war bereits im Vorfeld klar, dass die Mission nicht wie geplant verlaufen würde und dumme Zufälle bald den Weg der Räuber kreuzen. Dabei geraten sie sich oft genug selbst aneinander und manch Konfrontation war dabei äußerst vorhersehbar ausgefallen.

Als Eigenproduktion von Netflix nimmt man diesem Streifen natürlich gerne mit. Er war handwerklich sehr gut gemacht und di üppige Besetzung sorgt zumindest im ersten Moment für ein fettes Grinsen. Am Ende des Tages regierte jedoch das Mittelmaß und so reicht es definitiv nicht für eine höhere Bewertung.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Godzilla vs. Kong

Inhalt

Da die Riesenechse Godzilla regelmäßig aus dem Meer steigt und das Festland verwüstet, muss eine Waffe gegen das Ungetüm her. Forscher sehen hier den gigantischen Affen Kong als Gegenpart und lassen die Biester aufeinander los…

Fazit

Die letzten Monate waren für Kinofans extrem hart und gute Botschaften eher selten. Während der neue Bond noch immer auf sich warten lässt, erschienen mit „Wonder Woman 1984“ und aktuell „Godzilla vs. Kong“ wenigstens ein paar richtig große Brocken für die heimische Leinwand. Besonders bei zuletzt genannten habe ich mich dann selbst ein wenig gehypt und blicke nun mit gemischten Gefühlen auf die Sichtung am gestrigen Abend zurück.

„Godzilla vs. Kong“ ist an sich kein schlechter Film und bietet jede Menge Fan-Service, doch der Funken sprang nur in wenigen Momenten und dann auch immer nur für kurze Zeit so richtig über. Audiovisuell ist der sicherlich mit das Beste, was ich in den letzten Monaten zu Gesicht bekam, doch die opulenten Eindrücke konnten nicht über etliche Längen hinwegtäuschen.

Der Film plätschert über weite Teile einfach vor sich hin und vermittelt keinerlei neuen Eindrücke oder spannende Twists. Manche Szene hätte meinetwegen komplett der Schere zum Opfer fallen können, denn so richtig brachten sie das Geschehen nicht voran und streckt die Handlung unnötig. Krampfhaft wurden beispielsweise Figuren auf dem Vorgänger („Godzilla 2“) integriert, notwendig wären diese Abschnitte nicht gewesen.

In Sachen Story gibt es nicht viel zu sagen. Sie bildet einen zweckmäßigen Rahmen für das Aufeinandertreffen der Giganten und nicht viel mehr. Man beleuchtet zwar ein wenig die Hintergründe von Kong und dessen Herkunft, liefert dafür ansonsten keine unerwarteten Wendungen oder dergleichen. Gaben sich manche Trailer noch relativ geheimnisvoll, so präsentiert uns das fertige Ergebnis nun eher bodenständige und stellenweise arg vorhersehbare Kost.

Trotz aller Kritik an Handlung und Flow, reißt „Godzilla vs. Kong“ in seinen (eher spärlich gesäten) Actionsequenzen viel heraus. Selten zuvor habe ich ein schöneres 4K- und HDR-Bild auf der Leinwand gehabt und selten waren CGI-Effekte noch eindrucksvoller. Wenn sich die Riesen Kappeln, klappt die Kinnlade herunter und die Konkurrenz bekommt mal gezeigt, wo der Hammer hängt. Alles schaut eindrucksvoll und brachial aus, die Zerstörungsorgie ist phänomenal inszeniert.

Bei diesem Film schlagen definitiv zwei Herzen in der Brust. Auf der einen Seite ist er eine herbe Enttäuschung, doch irgendwie auch nicht der Flop des Jahres. Technisch gehört er zur absoluten Spitze und in wenigen Momenten jubelt der Filmfan vor Freude. Dieses krasse Auf und Ab spricht weder für, noch gegen eine Empfehlung. Wer an der Thematik nicht interessiert ist, sollte den Titel sowieso auslassen – wer sich hingegen an schicker Action erfreut kommt zumindest teilweise auf seine Kosten. Rein vom Inhalt her, hat mir beispielsweise „Skull Island“ mit wesentlich besserer Storyline da schon etwas mehr gegeben. Bild, Ton und CGI sind definitiv Referenz, der Rest leider nicht der Rede wert und überwiegend langweilig erzählt.

6,5/10

Fotocopyright: HBO / Warner

Alien vs. Predator

Inhalt

Industriegigant Weyland scharrt eine Truppe Wissenschaftler um sich. Bei Untersuchungen in der Antarktis ist seine Firma auf ein seltsames Bauwerk unter der Erde gestoßen und nun möchte er eine Expedition vor Ort anführen. Voller Euphorie erkennen sie jedoch nicht, dass sie in eine gewaltige Falle und mitten in den Konflikt zweier außerirdischer Rassen laufen…

Fazit

Seinerzeit war der Hype um das Thema noch relativ groß. Es gab zwar schon diverse Comics und Videospielumsetzungen, aber eine Kinoauswertung dieses hübschen Franchise blieb man uns noch schuldig. Entsprechend hoch waren die Erwartungen – und entsprechend groß die Ernüchterung. „Alien vs. Predator“ war sicherlich kein schlechter Film und voller stimmiger Momente, doch schon damals erschien viel Potential verschenkt, welches auch die Fortsetzung nicht abschöpfen konnte.

In meinen Augen ist der Streifen über die Jahre allerdings etwas gereift. Natürlich gehört er nicht zu den absoluten Spitzentiteln und wird es auch nie tun, aber sein Unterhaltungswert ist schon ganz in Ordnung. Die Gefechte zwischen den Kreaturen wurden hübsch und brachial inszeniert, lediglich das Finale hätte da gerne bombastischer ausfallen dürfen.

Spannungsaufbau, Kulissen, Kostüme und Darsteller gingen voll in Ordnung, auch wenn es bei der Figurenzeichnung etwas schablonenartig zur Sache ging. Manche eingestreuten Gags hätte man sich ebenfalls sparen können, richtig nervig waren sie aber glücklicherweise nicht. Der Erzählfluss war gut, die Gliederung der Ereignisse sehr übersichtlich.

Lieder hapert es ein wenig beim Tiefgang. Man konnte sich kaum mit den Figuren identifizieren und deren Dialoge konnte man großenteils ignorieren. Es wurden im bekannten Universum keine neuen Fakten geschaffen, keine überraschenden Wendungen inszeniert. Alles lief nach vorhersehbarem Schema und wollte stets auf „Nummer sicher“ gehen. Man lieferte Standardkost, wagte nichts Abseits diverser Vorlagen.

Um ehrlich zu sein, hätte ich selbst keinen Plan, wie das Aufeinandertreffen der ikonischen Bösewichter am besten ausgeschaut hätte. Der Film war zwar nicht schlecht, doch irgendwie hat der gewisse Kick oder besondere „Aha“-Effekte einfach gefehlt. Ich weiß nicht genau was – aber irgendwas hätte man noch aus dem Ärmel hervorzaubern müssen oder zumindest den Endkampf weitaus spektakulärer gestalten müssen. Zum Teil haben mir die kleineren Rangeleien im Laufe der Hatz innerhalb der Pyramide deutlich besser gefallen. Das Tempo war höher, die Aufmachung dort viel gelungener.

Fans der Ungetüme kommen in einigen Momenten sicherlich auf ihre Kosten. Seine insgesamt berechenbare und wenig mutige Art hebt die Produktion allerdings nicht aus dem gehobenen Mittelmaß empor und spricht in erster Linie Freunde seichter Sci-Fi-Kost an. Der Unterhaltungswert passt schon, doch irgendwie schwankt immer das Gefühl über verpasstes Potential mit. Mit den ersten beiden „Alien“-Filmen oder dem Erstling von „Predator“ sind Neueinsteiger noch immer weitaus besser beraten.

7/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

Speed

Inhalt

Die Polizei bekommt den Hinweis, dass in einem Linienbus eine Bombe versteckt sei und diese zündet, sobald er weniger als 50 Meilen auf dem Tacho hat. Polizist Jack Traven vermutet hinter diesem perfiden Akt einen alten Widersacher und bringt sich erst einmal an Board des gefährlichen Fahrzeugs…

Fazit

Es ist schon ein paar Jahre her, aber ich kann mich noch gut erinnern, als „Speed“ damals ins Kino kam und welch Werbekampagnen oder „Making ofs“ im Fernsehen zu bestaunen waren. Der Film war eine recht große Nummer und für damalige Verhältnisse schon top besetzt. Der Plot war noch relativ frisch – und zog über einen längeren Zeitraum noch etliche mehr oder weniger gelungene Nachahmer mit sich.

Noch heute gefällt das Spektakel ziemlich gut und vor allem der kurzweilige Verlauf vermag noch immer ordentlich zu punkten. Das Tempo ist genau richtig und der Cast noch immer sehenswert. Besonders toll wirken die handgemachten Effekte und Stunts, die nicht mit übertriebenen CGI aufwarten und hierdurch auch gar nicht mal so schlecht gealtert sind.

Die Story und deren Entwicklung ging in Ordnung. Obwohl die Prämisse und einige Ideen recht originell waren, litt immer die Glaubwürdigkeit – welche im Kopf einfach mal bei Seite gelegt werden muss. Der Film bezieht seinen Unterhaltungswert durch hohes Tempo und den verrückten Aktionen während der wilden Fahrt, welche im Grunde gar nicht mal so absurd erschienen. Man konnte eigentlich alles ganz gut nachvollziehen und im Rahmen eines simplen Actionstreifens doch recht gut verdauen.

Bullock und Reeves bildeten damals ein schönes Paar, welches sich über die Jahre nicht zum ersten Mal filmisch über die Füße lief. Die Beiden harmonierten gut miteinander, wobei ich den Machern anrechne, es lediglich beim leichten flirten zu belassen und keine unnötige Romanze etabliert zu haben. Hopper gab natürlich einen überragenden Bösewicht, während Jeff Daniels vor allem mit seinen Grimassen im Gedächtnis blieb.

Durch seine liebevolle Machart wirkt „Speed“ weit weniger angestaubt, als zunächst befürchtet und der Spaßfaktor ist dank gehörigem Charme der 90iger sowieso zugegen. Er reiht sich definitiv in die Riege der Evergreens ein und landet in regelmäßigen Abstand gerne im Player. Er gehört zwar nicht zu meinen absoluten Favoriten, doch hat er irgendwo schon einen Stein im Brett. Solide Action bleibt solide Action.

7,5/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

24 Hours to Live

Inhalt

Nach dem Tod von Frau und Kind wollte sich Elitesoldat Travis endlich mal eine kleine Auszeit gönnen, doch das liebe Geld überredet ihn zu einem vermeintlich letzten Job. Mit einem alten Kameraden soll er sich noch einmal um eine Zielperson kümmern, die unliebsame Dinge über deren Arbeitgeber ausplaudern könnte. Leider läuft die ganze Aktion nicht nach Plan…

Fazit

Bis dato konnte ich „24 Hours to Live“ noch ganz gut auf dem „Pile of Shame“ ignorieren, doch gestern lag er ganz oben auf dem neu sortierten Stapel und die Sichtung wurde endlich vollzogen. Schon noch wenigen Minuten war jedoch klar, dass dieser lange Aufschub völlig unnötig war und hinter der einstigen Direct-to-Video-Veröffentlichung ein cooler, kleiner Actionfilm steckt.

In vielen Momenten fühlte ich mich an das tolle Remake von „Das Ende“ erinnert. Auch hier gab Ethan Hawke einen der Hauptprotagonisten und auch hier wurde unerwartet brachiale Action in superber Optik verpackt. Wenn es bei „24 Hours“ kracht, dann aber richtig und audiovisuell beinah selbstverständlich bestechend inszeniert. Atemberaubende Verfolgungsjagden und aus interessanten Blickwinkeln gezeichnete Schusswechsel spielten definitiv in der oberen Liga mit.

Die Story steht der Technik nach, doch war dies nicht weiter schlimm. Sie bildete einen her austauschbaren und insgesamt wenig originellen Rahmen, doch die rasanteren Passagen gleichen dieses Manko aus. Überhaupt hielten sich ruhigere Momente und dramatische Explosionen ganz gut die Waage und kein Part bremste den anderen aus. Mit rund 1,5 Stunden war das Gezeigte dann auch schön kompakt gehalten und Längen hatten kaum eine Chance.

Hawke geht in seiner Rolle ordentlich auf und liefert weitaus mehr, als man von solch einer Produktion erwarten möchte. Die Chemie mit seinem besten Kumpel hat auch gepasst und gab keinen Grund zur Klage. Sicherlich mag deren persönlicher Konflikt sehr vorhersehbar konstruiert gewesen sein, der guten Laune tat dies keinen Abbruch. Die eingeflochtene Liebelei nahm glücklicherweise keine unnatürlichen Züge an und lenkte nicht vom Rest ab.

Wer einen netten Actionsnack für Zwischendurch sucht, liegt bei „24 Hours“ genau richtig. Er ist nicht ganz so packend wie die Neuauflage von „Das Ende“, aber ein durchaus beachtlicher Release, der unter dem Radar lief. Er bedient sich zwar frech bei der Konkurrenz und bietet inhaltlich wenig neues – doch darüber lässt sich im Gesamtbild ziemlich großzügig hinweg schauen.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

Zack Snyder’s Justice League (Director`s Cut)

Inhalt

Superman ist tot und die Menschheit in ein tiefes Loch gefallen. Batman jedoch wittert, dass eine neue Gefahr droht und versucht die Superhelden der Welt zu vereinen, um sich dem gemeinsamen Feind zu stellen. Dies erweist sich jedoch als kein leichtes Unterfangen und Niemand vermag die Lücke des Verstorbenen angemessen auszufüllen…

Fazit

Nach einem wirklich guten und herrlich düsteren „Batman Vs. Superman“ waren die Erwartungen an eine direkte Fortsetzung erwartungsgemäß hoch und konnten durch einen soliden, aber nicht überragenden Erstversuch von „Justice League“ nicht gehalten werden. Man hat den Regiewechsel deutlich gespürt und bemerkte, wie sehr ein Joss Whedon mit seinem mehr oder weniger freiwilligen Erbe überfordert wurde. Nun hat Snyder seinen damaligen Schicksalsschlag allerdings überwunden und sich diesem Nemesis noch einmal gestellt. Herausgekommen ist zwar ein Epos, dass mit knapp über vier Stunden nicht gerade von Pappe ist – sich aber letztlich auch die benötigte Zeit für die angenehme Betrachtung aller wichtigen Charaktere nimmt.

Im Grundsatz ist der Film noch der selbe, wie zuvor. Durch andere Anordnung und kleineren schnitttechnischen Tricks wirkt er jedoch etwas anders. Alles ist bei Weitem nicht mehr so bunt und heiter, passt sich vielmehr dem direkten Vorgänger an und lässt endlich die schmerzlich vermisste Handschrift von Synder durchblicken. Oftmals kommt sogar eine Stimmung ala „300“ auf, die ich in der ersten Fassung zuvor nicht vernommen habe.

Ich fand erstaunlich, wie vertraut sich der Streifen anfühlt und zugleich doch viel besser erscheint. Man kennt die allermeisten Bilder und bemerkt sicherlich nicht direkt alle Erweiterungen, um verdutzt auf die Uhr zu schauen. Persönlich habe ich das Mamutwerk auf zwei Abende aufgeteilt und konnte am ersten Tag – rein vom Inhalt her – noch gar nicht so viel Veränderung feststellen. Im Vorfeld hat man schließlich vermutet, einen komplett neuen Film vor sich zu haben und lediglich wenige Minuten erneute Verwendung finden würde – was wirtschaftlich wahrscheinlich noch unrentabler als diese zweite Chance an sich gewesen wäre.

Einige Stimmen kritisierten den halbstündigen Epilog, der quasi noch als Sahnehäubchen nach dem eigentlichen Finale angerichtet wurde. Hier entdeckt man tatsächlich das meiste neue Material und erhält völlig neue Ideen des Machers. Es wird die Freude auf eine Fortsetzung geweckt, die hoffentlich dereinst grünes Licht bekommen wird und direkt im Sinne des Regisseur umgesetzt werden kann. Man reißt interessante Theorien an, verwirrt den Zuschauer gekonnt mit einigen Aufnahmen – und führt altbekannte Charaktere zumindest gedanklich ein.

Der Filmfluss war für die überlange Laufzeit richtig gut und unterm Strich wesentlich kurzweiliger als bei Titeln, die nicht einmal halb so lang laufen. Dialoge, ruhigere Momente und Action halten sich perfekt die Waage und geben keinen Grund zur Klage. Am Hauptstrang wurde kaum geschraubt, dafür den Charakteren ein paar neue Facetten nachgereicht, die glücklicherweise nicht unnötig aufgesetzt erschienen. Alles fühlte sich hierdurch runder und nicht auf Biegen und Brechen gestreckt an.

Um seinen künstlerischen Aspekt zu unterstreichen, hat Synder nicht nur bereits erwähnte Laufzeit, sondern auch ein heutzutage ungewöhnliches Bildformat abgeliefert. Im altmodischen 4:3 Format und entsprechend fetten Balken auf beiden Seiten mutet das Gezeigte leicht bizarr – und wahrscheinlich für spezielle IMAX-Kinos ausgerichtet aus. Ich persönlich habe auf 16:9 aufgezoomt (Blasphemie!) und habe keinerlei Bildausschnitte Oben und Unten vermisst. Alle Gesichter und Effekte waren exakt mittig ausgerichtet und ließen die eigene „Manipulation“ überhaupt nicht bemerken. Wenigstens der Sound war von Haus aus brachial und räumlich.

„DC“ oder „Marvel“ mag ein kleiner Glaubenskrieg sein, doch die meisten meiner Bekannten schätzen die Vorteile beider Welten. Ich schaue auch alles weg, wobei ich die Reife von erstgenanntem Label etwas mehr zu schätzen weiß. Die überarbeitete Fassung von „Justice League“ reiht sich da endlich nahtlos hinter seinen Vorgänger ein und gefiel mit neu geweckten Emotionen, die dem ersten Wurf vollkommen abhanden gingen. Es hat sich auf den ersten Blick weniger verändert, als zunächst erwartet und dennoch ist der Seheindruck ein völlig anderer, was Gott sei dank auch zu einer runderen Angelegenheit geführt hat. Synder lieferte endlich ein eine – den Figuren und dem Zuschauer – angemessene Variante ab und erntet nun hoffentlich so viel Erfolg, damit ein Nachfolger in seinem Sinne produziert werden kann. Comicfans kommen nicht an diesem Epos vorbei!

8,5/10

Fotocopyright: Warner

Jiu Jitsu

Inhalt

Alle paar Jahre saust ein Komet an der Erde vorbei und genau zu dieser Zeit stellt sich ein außerirdischer Krieger zum Kampf gegen ein paar Außerwählte. Einer von diesen Herausforderern hat jedoch sein Gedächtnis verloren und muss von seinen Mitstreitern für das entscheidende Gefecht wieder fit gemacht werden…

Fazit

Wer mal wieder einen richtig schlechten Film sehen möchte, der sollte unbedingt zu diesem Meistergreifen – und hoffentlich schnell wieder andere Werke umso mehr zu schätzen wissen. Wieder einmal tut es mir insbesondere um das durchaus noch vorhandene Talent von Nicolas Cage leid – doch es blieb die Hoffnung, dass er für diesen Quatsch wenigstens ein bisschen dringend benötigtes Schmerzensgeld einstreichen konnte.

Das der Auftritt des vermeintlichen Zugpferdes relativ kompakt ausfiel, war eigentlich im Vorfeld schon klar und im Grunde nicht einmal der größte Punkt zur Kritik. Scharfe Worte hingegen verdient eher das Gesamtresultat an sich – denn es ähnelt in vielen Bereichen einem echten Totalausfall, der über seine eigenen Ambitionen stolpert.

Während die schwache Hintergrundgeschichte grade noch in Ordnung geht und als belangloser Rahmen abgetan werden kann, stolpert man schon nach wenigen Minuten an seiner seltsamen Erzählweise. Der Streifen versucht sich wesentlich komplexer zu verkaufen, als er eigentlich ist und verliert den Betrachter fast schon in seinen frühen Anfangen – wo nicht nur eine miese Synchronisation, sondern direkt auch die bemitleidenswerten schauspielerischen Leistungen zum Tragen kommen.

Keiner der Akteure konnte auch nur ansatzweise überzeugen und zu keiner Sekunde an die Leistungen aus anderen Werken (und seien es schon eher mittelprächtige B-Movies) heranreichen. Dank billig wirkender Kostüme gab es immerhin ein wenig unfreiwillige Lacher – die dann aber eigentlich wieder durch das langweilige „Wald- und Wiesen-Setting“ getrübt wurden und Lichtblicke nicht ausmachen waren.

An seinem Tiefpunkt ist „Jiu Jitsu“ dann allerdings in seinen Actionszenen angelangt. Die Kämpfe mögen im Ansatz her ganz nett choreografiert sein, doch eine stümperhafte Umsetzung und eine merkwürdige Kameratechnik ersticken die hellen Momente im Keim. Mit seltsamen Geräuschen stürmen hier lächerlich kostümierte Figuren aufeinander zu und scheinen sich ohne (oder nur mit leichter) Berührung von den Socken zu kippen. Was bei anderen Mitstreitern bestenfalls nach einer Trainingseinheit ausschaut, wurde hier knallhart als Hauptshow verkauft und Kameramann und Cutter schien dabei auch noch einen schlechten Tag zu haben. Inmitten peinlicher Kloppereien wandert die Kamera wild hin- und her, wechselt mal spontan in die Egoperspektive und wilde Schnitte sorgten zusätzlich für Frust. Das Anschauen ist stellenweise eine echte Herausforderung, die ich so nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht gebrauchen kann.

Es gibt Filme, die so schlecht sind, dass man schon wieder von Kult sprechen kann – doch „Jiu Jitsu“ bleibt diese fragwürdige Ehre hoffentlich verwehrt. Er ist einfach nur schwach konzipiert, miserabel umgesetzt und selbst in Sachen CGI um etliche Jahre zurück. Alles erinnert an die Power Rangers, ohne jedoch deren trashigen Charme zu erreichen und von einem Unterhaltungswert möchte ich gar nicht sprechen. So schnell wie er kam, wird er wieder vergessen sein – und eine Empfehlung gibt es selbstverständlich nicht.

2/10

Fotocopyright: Capelight Pictures

Fortress – Die Festung

Inhalt

Das Jahr 2017. Aufgrund von massiver Überbevölkerung ist Familien nicht mehr als ein Kind gestattet und wer gegen das neue Gesetz verstößt, landet in einer mittlerweile privatisierten Strafanstalt. In eine dieser Einrichtungen verschlägt es dann auch den ehemaligen Elitesoldaten John Brennick, der sich jedoch nicht auf einen längeren Aufenthalt einstellen möchte und fleißig an einem Fluchtplan arbeitet…

Fazit

Ich weiß nicht genau warum, aber am Wochenende habe ich spontan mal wieder zu „Fortress“ gegriffen – der eigentlich noch als „ganz gut“ eingestuft in meinem Gedächtnis verweilte. Ich mochte das Setting und bin nachwievor von Lambert als Schauspieler angetan – doch ganz so begeistert bin ich von Gebotenen nach all den Jahren leider nicht mehr.

Horrormeister Stuart Gordon („Re-Animator“ – Jeffry Combs sogar in einer Nebenrolle) zauberte einen Titel, der besonders bei der Technik mit schwankendem Niveau zu kämpfen hat. Schauen einige Szenen aus dem unterirdischen Gefängnis noch recht ansprechend aus, bemerkt man das wohl knappe Budget an andrer Stelle viel zu oft und schnell ist der Betrachter aus der Immersion gerissen. Dazu gesellen sich ein paar offenkundige Logiklöcher, über die trotz aller Gutmütigkeit einfach nicht hinweg geschaut werden kann.

Schon damals hat mich die Einbindung der unfreiwilligen „Liebesgeschichte“ zwischen Brennicks Frau und dem Direktor gestört – und heutzutage ist es einfach nicht besser geworden. Sicherlich hat man dieses Element für die Flucht dringend benötigt, doch ein komischer Beigeschmack blieb stets zurück. Man hätte das Ganze vielleicht anders aufziehen und beispielsweise mehr über den persönlichen Diener abwickeln können. Sowieso war die Rolle des Gefängnisoberhauptes total seltsam angelegt und sein Verhalten – besonders beim Finale – überhaupt nicht nachvollziehbar. Da konnte man noch so viel mit seiner halben Androiden-Mutation argumentieren – man konnte sein Handeln nur sehr bedingt begreifen.

Abseits der Macken ist der Erzählfluss allerdings recht erträglich und es gab ein paar wirklich gut gemachte Actionszenen. Seien es nun Faustkämpfe und Geballer – hier präsentierte man uns solide Hausmannskost mit ordentlichen Effekten und sogar kleineren, blutigen Details. Die aktuelle 16er Einstufung ist allerdings vollkommen gerechtfertigt und die ehemaligen Schnitte bei Erst-Veröffentlichung eher ein Witz gewesen. Heute schockt man so Niemand mehr.

Mir fällt schwer, eine Lanze für diesen Titel zu brechen. Er hat mir als Kind recht gut gefallen, doch heute stören mich zu viele Ungereimtheiten und besonders die überholte Technik. Lambert und Combs geben nachwievor ein prima Team, doch selbst ein paar coole Momente heben das Werk nicht aus der Mittelmäßigkeit empor. Mag sein, dass er bei einigen Filmfreunden einen gewissen Kultstatus besitzt – aber ich werde mit „Fortress“ irgendwie nicht mehr so recht warm. Unterm Strich ein netter Zeitvertreib, doch nichts unbedingt sehenswertes.

6/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Sentinelle

Inhalt

Nach einem aufregenden Einsatz an der Front kehrt Klara endlich wieder nach Hause und versucht ins normale Leben zurück zu kehren. Die Freude über das Wiedersehen mit der Familie dauert jedoch nicht lange an, da ihre Schwester nach einem gemeinsamen Discobesuch übel zugerichtet im Krankenhaus liegt. Kurzerhand nimmt Klara das Gesetz in die eigene Hand und beginnt mit eigenen Ermittlungen…

Fazit

Mit „Sentinelle“ präsentiert uns Netflix hier einen Rache-Thriller, der zumindest mit passablem Flow und hübscher Hauptfigur zu gefallen wusste – sich sonst aber nicht aus der breiten Masse hervorheben konnte. Schön gefilmte Bilder bietet auch die Konkurrenz und bei den Actionpassagen punktete beispielsweise ein Liam Neeson in der „Taken“-Reihe ein wenig mehr wenig mehr in meiner persönlichen Gunst.

Was hier blieb war eine solide Rahmenhandlung, die nicht so ganz an den Haaren herbeigezogen wurde und sich um eine gewisse Nachvollziehbarkeit bemüht. Auch zeigt man relativ verständlich die Ermittlungsschritte von Klara auf und überlässt nicht allzu viel dem Zufall. Man konnte den Recherchen folgen und die Zusammenhänge ganz gut für sich zusammenbasteln.

Insgesamt war alles recht kurzweilig gemacht – was letztlich auch die mangelnde Originalität kaschiert. Bei einer Laufzeit von unter 1,5 Stunden war dies zwar zu erhoffen, aber nicht unbedingt selbstverständlich. Es gibt Vertreter, die auch bei kurzer Länge durchaus langweilen können und sich wie Kaugummi ziehen.

Hoch rechne ich dem Titel jedenfalls auch die schicke Optik und die sehenswerten Kulissen an. Auf der einen Seite fühlt sich alles ein wenig träumerisch und dennoch passend dramatisch an. Ex-Bondgirl Olga Kurylenko macht ihren Job ziemlich gut und überzeugt in dieser knallhart angelegten Rolle – in der häufig eher Männer anzutreffen sind. Ansonsten wurden die Bösewichter charismatisch genug dargestellt.

„Sentinelle“ erfindet das Rad nicht neu und verdient auch keine dringende Empfehlung zur Sichtung, aber verschwendet ist die Zeit auf keinen Fall. Der Titel hielt ordentlich bei Laune und gefiel mit einer hübschen Hauptfigur in nett gemachten Actionszenen. Wer das Genre mag, darf also gerne mal reinschauen – zumal der Film ja sowieso im bestehenden Netflix-Abo ohne Aufpreis zur Verfügung steht.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

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