Inhalt

Der 16jährige Hodaka ist von zu Hause ausgebüxt und versucht in der Großstadt Tokio ein neues Leben fernab der tristen Heimat zu finden. Er heuert als Praktikant bei einem fragwürdigen Wissenschaftsmagazin an und kommt hierdurch mit der Legende der „Sonnenmädchen“ in Berührung. Angeblich können diese Damen das Wetter kontrollieren und mit ihren Fähigkeiten sogar den stärksten Regen aufhalten. Es dauert dann nicht lang, bis er wirklich ein solches Wesen trifft…

Fazit

Nach dem mehr als überragenden und mittlerweile mehrfach gesichteten „Your Name“ waren die Erwartungen an einen neuen Film des Studios mehr als gigantisch und quasi kaum zu tippen gewesen. Ich habe jedoch versucht mit realistischer Haltung an diesen Titel heran zu gehen – und letztlich war dies genau richtig. „Weathering With You“ ist sicherlich kein schlechter Film und eignet sich meiner Meinung auch für mehrer Durchgänge, jedoch wird nicht ganz die Faszination und Ausstrahlungskraft des vermeintlichen Vorgängers erzielt.

Die Zeichnungen sind erneut fantastisch und äußerst detailreich. Auf meiner großen Leinwand konnte ich so viele Details entdecken und immer wieder vor Freude lächeln. Knackige Farben, zum Teil atemberaubende Bilder und ein überhaupt extrem gefälliger Stil haben ab der ersten Minute abgeholt und bis zum bitteren Ende an den Schirm gefesselt.

Man möchte eigentlich sagen, dass die Geschichte etwas weniger verworren als bei „Your Name“ wäre, doch bei genauerem Überlegen ist dem nicht ganz so. Auch wenn man der Handlung jederzeit relativ leicht folgen konnte, darf man sich über einige Abschnitte weiterhin Gedanken machen und vor allem für sich selbst entscheiden, ob das Finale positiv oder eher negativ zu bewerten sei. Hier bin ich nämlich arg geteilter Meinung – was sich mit einem weiteren Durchgang vielleicht ein wenig mehr in meinen Überlegungen nachjustiert.

Fantasievoll und unterhaltsam war das Werk auf jeden Fall. Es gab zwar wenig Action und auch relativ wenig an krassen Wendungen und dennoch fesselte die ungewöhnliche Geschichte. Aufgrund ihrer abgedrehten Thematik war eine Vorherschaubarkeit vergleichsweise schwierig und so wollte man stets wissen, was wohl als Nächstes passieren wird. Bei einigen Szenen war man sich nicht einmal sicher, ob sie echt oder nur Visionen waren – weil irgendwie Beides zum Geschehen gepasst hätte.

Mit knapp zwei Stunden war das Gezeigte nicht zu kurz und nicht zu lang. Man nahm sich ausführlich Zeit um alle Personen zu beleuchten, auch wenn nicht jede derer Aktionen zu Hundertprozent nachvollziehbar waren. Das Hineinversetzen ging trotzdem gut von der Hand – obwohl einige abgedrehte Elemente natürlich den Kern des Konstruktes bildeten.

Die Messlatte lag hoch und das Erreichen oder gar übertrumpfen nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Mit „Weathering“ haben die Macher allerdings erneut spitzenmäßig abgeliefert, ohne an ihrer Bestmarke zu kratzen. Dieser Film ist allerdings in Sachen Story und deren Verlauf kaum mit der Referenz vergleichbar und eine reibungslose Koexistenz somit kein Thema. Jeder, der mit Anime etwas anfangen kann, sollte diesen Streifen unbedingt auf dem Schirm behalten und gerne mal einen Blick wagen.

8/10

Fotocopyright: LEONINE