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Das Jahr 2017. Aufgrund von massiver Überbevölkerung ist Familien nicht mehr als ein Kind gestattet und wer gegen das neue Gesetz verstößt, landet in einer mittlerweile privatisierten Strafanstalt. In eine dieser Einrichtungen verschlägt es dann auch den ehemaligen Elitesoldaten John Brennick, der sich jedoch nicht auf einen längeren Aufenthalt einstellen möchte und fleißig an einem Fluchtplan arbeitet…

Fazit

Ich weiß nicht genau warum, aber am Wochenende habe ich spontan mal wieder zu „Fortress“ gegriffen – der eigentlich noch als „ganz gut“ eingestuft in meinem Gedächtnis verweilte. Ich mochte das Setting und bin nachwievor von Lambert als Schauspieler angetan – doch ganz so begeistert bin ich von Gebotenen nach all den Jahren leider nicht mehr.

Horrormeister Stuart Gordon („Re-Animator“ – Jeffry Combs sogar in einer Nebenrolle) zauberte einen Titel, der besonders bei der Technik mit schwankendem Niveau zu kämpfen hat. Schauen einige Szenen aus dem unterirdischen Gefängnis noch recht ansprechend aus, bemerkt man das wohl knappe Budget an andrer Stelle viel zu oft und schnell ist der Betrachter aus der Immersion gerissen. Dazu gesellen sich ein paar offenkundige Logiklöcher, über die trotz aller Gutmütigkeit einfach nicht hinweg geschaut werden kann.

Schon damals hat mich die Einbindung der unfreiwilligen „Liebesgeschichte“ zwischen Brennicks Frau und dem Direktor gestört – und heutzutage ist es einfach nicht besser geworden. Sicherlich hat man dieses Element für die Flucht dringend benötigt, doch ein komischer Beigeschmack blieb stets zurück. Man hätte das Ganze vielleicht anders aufziehen und beispielsweise mehr über den persönlichen Diener abwickeln können. Sowieso war die Rolle des Gefängnisoberhauptes total seltsam angelegt und sein Verhalten – besonders beim Finale – überhaupt nicht nachvollziehbar. Da konnte man noch so viel mit seiner halben Androiden-Mutation argumentieren – man konnte sein Handeln nur sehr bedingt begreifen.

Abseits der Macken ist der Erzählfluss allerdings recht erträglich und es gab ein paar wirklich gut gemachte Actionszenen. Seien es nun Faustkämpfe und Geballer – hier präsentierte man uns solide Hausmannskost mit ordentlichen Effekten und sogar kleineren, blutigen Details. Die aktuelle 16er Einstufung ist allerdings vollkommen gerechtfertigt und die ehemaligen Schnitte bei Erst-Veröffentlichung eher ein Witz gewesen. Heute schockt man so Niemand mehr.

Mir fällt schwer, eine Lanze für diesen Titel zu brechen. Er hat mir als Kind recht gut gefallen, doch heute stören mich zu viele Ungereimtheiten und besonders die überholte Technik. Lambert und Combs geben nachwievor ein prima Team, doch selbst ein paar coole Momente heben das Werk nicht aus der Mittelmäßigkeit empor. Mag sein, dass er bei einigen Filmfreunden einen gewissen Kultstatus besitzt – aber ich werde mit „Fortress“ irgendwie nicht mehr so recht warm. Unterm Strich ein netter Zeitvertreib, doch nichts unbedingt sehenswertes.

6/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH