Inhalt

Christiane wächst zunächst wie eine ganz normale Jugendlich auf, bis sie durch die falschen Freunde und jeder Menge persönlicher Rückschläge immer weiter auf die schiefe Bahn gerät. Erst fängt es mit einfachen Trips an, doch schon bald sind auch diese nicht mehr genug, um der traurigen Realität zu entkommen…

Fazit

Die Neuauflage in Serienform ist gerade erst erschienen und schon häufigen sich einige schlechten Kritiken – die ich glücklicherweise nicht ganz teilen möchte. Sicherlich ist die Sichtung des Spielfilms schon einige Tage her und Vergleiche hierzu (oder gar zum Buch) für mich im Moment nur schwerlich möglich, doch auf seine moderne Weise hat mir das beim Versandriesen erschienene Werk überraschend gut gefallen.

Zunächst gefiel die hochwertige Optik, die mit knalligen Farben, krassen Kontrasten und klaren Bildern schnell ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Man weiß sogar gelegentlich überhaupt nicht, in welcher Epoche das Gezeigte zur Zeit eigentlich spielt und das traurige Thema wirkt irgendwie erschreckend lebhaft.

Trotz aller technischen Finessen hat man aber das typisch Deutsche nicht vergessen. Ich kann es nur schwer beschreiben, aber durch sein Setting, den charmanten Darstellern und einigen – sagen wir mal Angewohnheiten – hebt sich das Ganze angenehm aus der Serienlandschaft hervor. Es trägt seine eigene Handschrift und der Sog ist vergleichsweise hoch. Die Identifikation mit den Figuren ist hoch und der unbeschwerte Originalton verstärkt den ansprechenden Eindruck.

Dem Epos wurde vorgeworfen, seine Kernaussage selbst etwas zu verwässern und bis zu einem gewissen Punkt gebe ich diesen Stimmen recht. Trotz einiger dramatischer Aufnahmen wirkt das Treiben oft zu sehr wie eine eher harmlosere Soap und schlägt nicht zu sehr in die Magengrube. Der Leichtgängigkeit ist dies zuträglich, das Thema Drogenkonsum und dessen Folgen sollte man dennoch ganz gut mitbekommen und nachvollziehen können. Die Serie zeigt halt eher auf lockere Weise, wie schlimm sich die Leben von jungen Menschen entwickeln und sollte auch ohne allzu explizite Bilder im Kopf genügend schockieren können.

Die eher unbekannten Gesichter haben mir rundherum gut gefallen. Da ich insbesondere durch die Buchvorlage nicht vorbelastet war, hatte ich keine konkreten Zeichnungen im Kopf – was hier wohl recht behilflich war. Die Chemie aller Beteiligten hat gepasst und man nahm ihnen ihre Rollen durchaus ab. Ich denke, von der ein oder anderen Person wird man in Zukunft (evtl. auch international) noch Einiges hören.

Für mich als Cineast zählt am Ende der Unterhaltungswert – und der hat bei „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ absolut gepasst. Sicherlich fühlte sich die Produktion stellenweise ein wenig seicht an, doch im Anbetracht vieler Szenen denke ich nicht, dass seine Wirkung verfehlt wird. Ich habe die 8 Episoden an einem Abend und einem Mittag durchgesuchtet und konnte mich nicht beklagen. Ich hoffe zudem auf Erfolg auch außerhalb der Landesgrenzen und dass es vielleicht noch mit den Abenteuern rund um die berühmte Bahnstation und seinen durchaus kaputten Charakteren weitergeht.

8/10

Fotocopyright: Amazon