Inhalt

Die Gangsterszene in London ist gespalten. Verfeindete Parteien versuchen sich gegenseitig das Drogengeschäft abspenstig zu machen und Jeder spielt den Anderen dabei aus.

Mittendrin Raymond – seines Zeichens die rechte Hand von einem mächtigen Boss -, der von einem alten Kumpel ein Angebot zum Aufruhr in der gesamten Unterwelt bekommt…

Fazit

Die Zutaten waren da, doch das Ergebnis überzeugt bei den ersten beiden Sichtungen leider nur bedingt. „Guy Richie“ hat sich im Genre einen hochkarätigen Namen gemacht und deshalb waren die Erwartungen wohl ein wenig zu hoch.

Schon nach wenigen Minuten wirkte „The Gentleman“ etwas reifer und besonnener als die bisherigen Werke des Machers. Die Figuren sind nicht mehr ganz so schräg und deren Aktionen nicht mehr ganz so überzogen, wie es bei „Snatch“ und Konsorten oft der Fall war. Die Geschichte baut zwar durch Handlung und Inszenierung schnell mehrere Ebenen auf, wirkt dabei jedoch gut überschaubar und nicht zu verworren. Kann durchaus als Vorteil angesehen werden, das Grübeln beim Zusammenziehen der Fäden war allerdings immer ein Heidenspaß.

Die Figuren sind – wie bereits erwähnt – nicht mehr so schrill, womit auch ein großer Sympathiefaktor verloren geht. Zum Glück spielen insbesondere die gealterten Grant und McConaughey so überzeugend, dass sie das Manko einigermaßen ausgleichen können. Die Dialoge erreichten insgesamt nicht das alte, bissige Level – sorgen dennoch für kleinere Lacher.

Größte Kritik aus meiner Sicht kommt dem Erzählfluss zu Teil. „The Gentlemen“ verliert sich hin und wieder in seinen langen Konversationen und bremst sich hierdurch immer wieder aus. Es hat eigentlich weniger mit der Gesamtlänge zu tun – denn Richie kann so etwas normalerweise ganz gut mit durchwegs hohem Tempo befüllen. Hier gabs halt kleinere Längen, die in Kombination mit der eher unspektakulären Story auf den Unterhaltungsfaktor drückten.

Neue Werke von Richie, müssen sich definitiv mit denen aus der Vergangenheit messen und hier zieht „The Gentlemen“ trotz netter Vorstellung leicht den Kürzeren. Wer die bisherigen Filme mochte, wird auch diesen gut anschauen können. Ich vermute, dass es sich gut mit Wein vergleichen lässt – denn dieser Titel hat das Potential mit jeder Sichtung besser werden zu können und somit im Alter ein wenig nachzureifen. So bleibt ein sehr guter, aber auch irgendwie leicht ernüchterter Blick zurück. Ein guter, jedoch nicht überragender Genrebeitrag für Liebhaber.

7,5/10

Fotocopyright: Concorde Video

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