Inhalt

Berlin steht unter Beschuss und der Führer versammelt seine engsten Getreuen in einem Bunker. Nachdem er seine fiktiven Truppen noch einmal auf der Landkarte umher schiebt, diktiert er seiner Sekretärin sein Testament und alle wissen, dass sie bald dem Untergang geweiht sind…

Fazit

„Der Untergang“ ist eigentlich kein Film, sondern eine knallharte Charakterstudie, die bis zum unausweichlichen Ende an den Schirm fesselt und selbst bei wiederholter Sichtung ständig für Gänsehaut sorgt.

Was Bruno Ganz hier abliefert ist einfach sensationell und gehört zu dem besten, was ich jemals im Bereich Schauspiel gesehen habe. Er geht in seiner Rolle auf und verkörpert seine Figur mit einer schauerlichen Hingabe. Seine Reden, seine Mimik – alles bis in kleinste Detail beängstigend nah am Original und niemals zuvor besser dargestellt.

Neben Ganz kann man eigentlich nur verlieren, doch erstaunlicherweise zeigt sich der restliche Cast ebenfalls von seiner besten Seite und leistet sich keine Patzer. Was unsere Stars hier abliefern ist großes Kino und – von dem was ich bisher von ihnen gesehen habe – die grandioseste Leistung ihres Schaffens. Auch hier stimmen Optik und vor allem die Art, wie Dialoge gesprochen bzw. ausgeschrien werden. Überragend!

Dank seiner tollen Figuren und der spannenden Atmosphäre ist die beschränkte Auswahl der Schauplätze schnell vergessen. Der Streifen spielt überwiegend im dunkeln Bunker und genau zur richtigen Zeit erleben wir immer mal wieder die zerbombte Welt außerhalb. Hirschbiegel erschafft auch hier eine glaubwürdige Kulisse, die sich nicht hinter Werken aus Hollywood verstecken muss und absolut keinen Grund zur Beanstandung gibt.

Die Inszenierung gibt sich fachlich, fast schon dokumentarisch. Hier gibt es keinen übertriebenen Heldenmut und keinen „Hura-Patriotismus“ wie in den meisten Produktionen aus Amerika üblich. Man bleibt jederzeit sachlich und zeichnet seine Charaktere mit unvergleichlicher Tiefe. Man merkt, dass echte Personen als Grundlage dienten und sich die Macher ausführlich mit ihren Eigenheiten und Ausdrucksweisen beschäftigt haben. Auch blieb die moralische Keule fern, so dass sich jeder Zuschauer selbst ein Bild von den gezeigten Eindrücken machen kann und nicht durch Meinungen Anderer vorprogrammiert wird. Nicht alles wird verteufelt und manch Verhaltensweise etwas verständlicher. Genau der richtige Weg zur professionellen Aufbereitung unserer Vergangenheit.

Immer wieder wird man nach guten deutschen Filmen gefragt und immer wieder liste ich bei der Aufzählung „Der Untergang“ mit auf. Egal ob im Kinocut oder als Langfassung – das Werk erschüttert und überzeugt auf ganzer Linie. Die bekannten Akteure wachsen über sich hinaus glänzten wie noch nie. Die Luft ist zum Greifen dicht und der Spannungsbogen trotz bekanntem Ausgang überraschend hoch. Besonders lobe ich die neutrale Betrachtungsweise auf Figuren und Ereignisse – was letztlich den ausschlaggebenden Punkt für meine persönliche Höchstwertung beisteuert. Der Film gehört in jede gut sortierte Sammlung und zeigt eindrucksvoll, wie eine krasse Ideologie mit wenigen Momentaufnahmen entlarvt werden kann. Meisterwerk! Die Langfassung gibt weitaus mehr Tiefe – die Kinofassung ist allerdings schon sehr rund und für die meisten Betrachter absolut ausreichend.

10/10

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

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