Inhalt

Rechtsmediziner Paul Herzfeld hat nicht nur ein kleines Aggressionsproblem, sondern auch eine sonderbare Leiche auf seinem Tisch im BKA liegen. Jemand hat der Person nicht nur die Kieferknochen, sondern auch die Hände entfernt – was eine Identifikation deutlich erschwert.

Zu seinem erstaunen, befindet sich eine Kapsel im Schädel des Opfers und darin befindet sich eine Telefonnummer – die ausgerechnet Pauls Tochter gehört…

Fazit

Mit einem leisen „okay“ auf den Lippen habe ich das Finale von „Abgeschnitten“ zur Kenntnis genommen und mich gefragt, ob dies in dieser Form wirklich nötig gewesen wäre. Es hat schon ein wenig aufgesetzt gewirkt und keineswegs passend zum eigentlich sehr gelungenen Rest – doch fangen wir einfach mal beim Anfang an.

Moritz Bleibtreu als fehlerbehafteter Rechtsmediziner zu sehen, war eine willkommene Abwechslung und beweist, dass er einfach alles spielen kann. Ich fand relativ schade, dass er überwiegend im Auto sitzt und mit der zweiten Hauptfigur – Jasna Fritzi Bauer – fast nur über das Telefon kommuniziert. Umgehauen hat mich aber Lars Eidinger, den ich eigentlich eher als lustig-charmanter Typ auf dem Radar hatte. Er verkörpert den gestörten Psychopathen, ohne sich dabei zur Witzfigur zu machen.

Früh fällt außerdem auf, das der Film mit dunklen Farben und harschen Filtern einen düsteren Grundton aufbaut und glücklicherweise bis zum Ende beibehält. Dabei gelingt es, durchwegs ernst zu bleiben und nicht ins Lächerliche abzudriften. Gerade bei deutschen Produktionen ist dies oft eine schwierige Balance, um nicht aufgesetzt cool wirken zu wollen. Wenn ich mich recht erinnere, gelang das nur wenigen Titeln, wie beispielsweise „Tattoo“ von Robert Schwentke.

Der Verlauf ist großenteils spannend, obwohl einige Szenen (Obduktion per Telefon) durchaus hätten etwas straffer ausfallen können. Insgesamt bleibt durch seine hoch interessante Ausgangslage die Spannungskurve jederzeit bis zum Anschlag oben und der Zuschauer an den Sitz gefesselt. Bei einigen Aktionen sollte man vielleicht nicht ganz nach Sinn und Logik fragen – zu Gunsten der dichten Atmosphäre und der Kurzweil muss man einige Gegebenheiten einfach mal so in Kauf nehmen. Besonders die Wandlung einiger Figuren habe ich als zu schnell empfunden – aber irgendwie muss die Geschichte ja in knapp zwei Stunden untergebracht werden.

An vermeintliche Vorbilder wie „Sieben“ kommt die deutsche Variante nicht ganz heran, liefert jedoch ein beachtliches Ergebnis ab. Abgesehen von kleineren Ungereimtheiten hat Vieles gepasst und vor allem spannend unterhalten. Gewohnt großartige Stars und ein gutes Händchen bei der Inszenierung konnten bei mir ordentlich punkten. Für meinen Geschmack hätte man den letzten Abschnitt rausschneiden können, aber sei es drum. Thrillerfreunde ohne Phobie gegen Filme aus unserer Heimat dürfen gerne mal reinschauen.

7,5/10

Fotocopyright: Warner Home Video

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