Inhalt

Nach einer Affäre möchte sich ein Paar eine kleine Auszeit gönnen. Er bringt sie zu den Eltern in die alte Heimat, doch kurz vor der Ankunft verschwindet die Dame schier spurlos an einer Tankstelle. Niemand hat die Vermisste gesehen und auch die örtliche Polizei hegt zunächst Zweifel an der Geschichte des gehörnten Mannes…

Fazit

Was sich die Macher bei diesem Remake zum Remake gedacht haben, hat sich sich mir trotz eines halbwegs unterhaltsamen und erstaunlich kurzweiligen Abend irgendwie nicht erschlossen. Die Geschichte ist altbekannt und weicht trotz neuer Actioneinlagen nicht sonderlich vom Vorbild und dessen letzten Remake ab.

Einzig optisch ging man die Sache nun etwas anders an. Die glatten, kühlen Bilder und eine direkt auf dem Darsteller liegende Kameraführung gibt dem Geschehen einen veränderten Look – was wiederum Fluch und Segen zugleich darstellt. Manchmal wirkt das Treiben etwas billig und wie mit einem Handy gefilmt, an anderer Stelle wurde mit den Perspektiven richtig schön gespielt.

Die Handlung war schwierig zu greifen. Sie war zwar schon recht spannend, aber irgendwie so kompakt und temporeich erzählt, so dass sie kaum tiefgründig rüber kam oder zum Miträsteln animierte. Es ging sogar so zügig voran, dass sich das Konstrukt zumindest seitens der Bösewichter ziemlich unüberlegt und leider auch wenig glaubwürdig anfühlte. Klar orientierte man sich auch hier an der Vorlage, die jedoch mehr Tiefe aufbauen und Motive deutlich besser zeichnen konnte – auch wenn es damals zu Gunten der Action ging.

Gerard Butler hat seine Sache gewohnt gut gemacht, aber hat schon bessere Leistungen gezeigt. Seine Figur blieb mir zum Teil etwas im Unklaren, da sein Hintergrund nur in anderen Bereichen angerissen wurde. Man wusste nicht, ob ihn die Verzweiflung geschickt zur Waffe greifen ließ oder möglicherweise ein (üblicher) militärischer Werdegang zu Grunde lag. Letzteres hätte die Glaubwürdigkeit wahrscheinlich noch mehr ins Wanken gebracht.

„Chase“ ist eine solide Mischung auf „Verschwunden“ und „Taken“, unterm Strich aber nichts Besonderes. Er schaut sich zwar gut weg, wird jedoch nicht lange in Erinnerung bleiben und somit keine Empfehlung für einen Gang ins Kino sein. Für mich ist das Werk ein typischer Streaming-Vertreter, den man gerne mal im Abo mitnimmt – und sich für einen Abend kurzweilig bespaßen lässt.

6,5/10

Fotocopyright: Leonine