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Der Wahlkampf um den Vorsitz der Zaubergilde läuft auf Hochtouren, als sich plötzlich ein neuer Kandidat zur Wahl stellt. Grindelwald wurde überraschend von allen bisherigen Anschuldigungen freigesprochen und scharrt nun seine Anhänger um sich. Dumbledore und seine Freunde wollen dessen Wahl und die absehbaren Konsequenzen natürlich mit allen Mitteln verhindern…

Fazit

Mit dem Prozess um Johnny Depp gab es im Vorfeld mehr ungeliebte Publicity, als den Machern höchstwahrscheinlich recht war und so musste grundlegend gehandelt werden. Klar war der Abgang der Ikone ein herber Einschnitt, doch mit Mads Mikkelsen hat man einen mehr als adäquaten Ersatz hervorzaubern können. Er mimt die Rolle des Bösewichtes so, als wäre er schon ewig in der Harry Potter-Welt zu Hause und bedurfte keinerlei Eingewöhnung beim Zuschauer.

Neben seinem großartigen Auftritt gab es jedoch noch ein paar weitere Stars (u.A. aus der hiesigen TV- und Kinolandschaft) zu bestaunen und zumindest hier hatte ich dem Werk nichts anzukreiden. Erstaunt hat mich übrigens auch der einfache Einstieg und das gute Folgen der Handlung. „Grindelwalds Geheimnisse“ wirkte weit weniger verschachtelt und mit doppelten Böden bestückt, als dessen Vorgänger und ermöglichte so einen störungsfreien Genuss ohne die ersten Teile noch genauer im Hinterkopf gehabt zu haben.

Der Streifen bestach erneut mit einer hochwertigen und detailverliebten Optik. Kulissen wie das Zauberministerium wirkten fantastisch und realistisch zugleich. Der Ausflug nach Hogwarts entzückt zudem die Freunde des Franchise und sorgte für ein Lächeln auf den Lippen. Einzig die CGI-Wesen erschienen gelegentlich wie Fremdkörper und fügten sich nicht so prächtig im Geschehen ein. Ihre Computerherkunft war stets klar zu erkennen und die Gestiken der realen Darsteller nicht immer zu hundertprozentig auf deren Animationen abgestimmt.

Wie bereits erwähnt war die Gesichte nicht allzu verschachtelt – um nicht ganz das Wort „simpel“ zu gebrauchen. Die Ausgangslage war schnell klar und die eigentliche Entwicklung und Ausgang der Ereignisse relativ vorhersehbar gestaltet. Gut und Böse waren klar getrennt, es gab keine zögerlichen Momenten bei denen irgendwelche Zweifel aufkeimten. Für mich war das so okay – da ich weder in den Vorgängern, noch im gesamten Rowling-Universum enorm sattelfest bin und viele Dinge hier einfach so hingenommen habe.

Zu Beginn hatte ich meine Bedenken. Die Vorgänger waren bei mir nicht mehr so richtig präsent und vor allem der zweite Streich nur noch wegen seiner leicht verqueren Erzählweise im Gedächtnis geblieben. Letztlich konnte ich mich aber wunderbar im Geschehen fallen lassen und wurde hervorragend bei Laune gehalten. Sicherlich hätten einige Effekte besser und namensgebende Tierwesen durchaus einen Ticken präsenter auftreten dürfen, doch unterm Strich bleibt ein mehr als solider Fantasy-Film mit schönen „Harry Potter-Vibes“. Kein übermäßig brillanter Titel, aber für seine knappen 2,5 Stunden überwiegend angenehm kurzweilig.

7/10

Fotocopyright: Warner