Inhalt

Mit Hilfe eines großen Mobilfunkkonzerns gründen die beiden Freunde Carsten und Juri ein eigenes Unternehmen und planen damit, die IT-Welt der frühen Neunziger maßgeblich zu verändern. Sie kommen aus dem Umfeld des berüchtigten „Chaos Computer Clubs“ und haben eine bahnbrechende Idee, die natürlich auch die Konkurrenz auf den Plan ruft…

Fazit

Es ist schon ein wenig beschämend, dass selbst ich als IT-Mensch recht wenig von diesem Prozess gehört habe – aber umso überraschender, was Regisseur Robert Thalheim aus der eigentlich eher trockenen Thematik geschaffen hat.

„The Billion Dollar Code“ ist eine kleine, aber feine Serie – die es wahrlich in sich hat und einen – zumindest für mich – extrem hohen Suchtfaktor besaß. Das Geschehen begann noch recht beschaulich, um dann nach kurzer Zeit recht stark in ihren Bann zu ziehen und bis zum tragischen Ende ohne Längen oder Ungereimtheiten daher kam.

Die Sprünge zwischen den Zeiten, das Wechseln aus Erzählerperspektive und Echtzeit waren immens gut gelungen. Selten zuvor griff diese Machart so großartig ineinander und sorgte für ein interessantes Pacing. Die Handlung funktionierte auf mehreren Ebenen und stellte besonders die Beziehung der Hauptfiguren in den Fokus.

Egal ob Vergangenheit oder Gegenwart – die Leistung aller Darsteller war ausgezeichnet und die Chemie hat jederzeit gepasst. Die Aufbruchsstimmung nach der Wende war greifbar und erweckte selbst beim Betrachter eine gewisse Dynamik, die das Dranbleiben noch spannender machte. Unterstrichen wurde das Ganze mit zeitgemäßer Ausstattung, wie akribisch genau nachgebildete Büroräume oder der Kleidung der Akteure.

Die gerade einmal vier Episoden vergingen im Flug und gerne wäre ich noch länger im packenden Geschehen versunken. Wie dem auch sei, mit „The Billion Dollar Code“ hat Netflix die derzeit wohl beste „Nerd-Serie“ im Programm, die mit ihrer geschmeidigen Inszenierung durchaus für die breite Masse ein hochinteressantes Unterrichtskino darstellen dürfte. Während auf der einen Seite alles perfekt erklärt wurde, reiben sich die Insider wegen der akkuraten Aufmachung und vielen beiläufigen Erwähnungen grinsend die Hände. Ich hoffe, dass die Macher ihrer Linie treu bleiben und entweder mit einer eventuellen Fortsetzung oder einer ähnlich gelagertem Thematik dem Streamingdienst treu bleiben.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix