Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Monat: Januar 2022 Seite 1 von 4

Nichts als die Wahrheit

Inhalt

In seiner Freizeit arbeitet Anwalt Peter Rohm bereits seit einigen Jahren an einem Buch über Doktor Josef Mengele und traut bald seinen eigenen Augen nicht. Der vermeintliche Tote reist plötzlich wieder nach Deutschland ein und möchte sich den Gerichten stellen. Ausrechnet Biograf Rohm soll dann seine Verteidigung übernehmen…

Fazit

Ich liebe Filme, die mit durchaus glaubwürdigen Fiktionen spielen und da spielt dieser Titel bereits seit seiner damaligen Veröffentlichung ganz vorne mit. Hier griff man ein heikles Thema auf, welches mit Leichtigkeit gegen die Wand zu fahren gewesen wäre – hier allerdings extrem sehenswert die Kurve bekam und eine interessante These ausformuliert.

Im ersten Moment mag man noch über den vermeintlich arg konstruierten Plot schmunzeln, doch dank einer plausiblen Begründung bleibt das halbe Lachen fast im Halse stecken. Die Autoren haben sehr genau auf Details geachtet und glaubwürdige Argumentationen zum Weiterleben des Todesengels geschaffen. Hier gab es keine Unklarheiten und mit durchaus gar nicht mal so weltfremden Mitteln lief das Versteckspiel über die Jahre hinweg.

Nächster Pluspunkt – und was ich zum Teil auch mit dem Bekommen der Kurve – angepeilt habe, war seine nüchterne Weise um die grausamen Ereignisse. Die Figur Mengele hat zwar ordentlich Kontur und zumindest ansatzweise Verständnis erfahren, sich aber gleichzeitig ordentlich entlarvt und klar gemacht, welche Abgründe sich hier in seiner Seele auftaten. Er verteidigt seinen wissenschaftlichen Standpunkt durchaus berechtigt, sieht aber selbst nicht ein, wie weit die Dinge aus dem Ruder liefen.

Der Film knallt uns dabei keine moralische Keule um die Ohren, sondern lässt uns relativ kritisch mit seinen Aussagen auseinandersetzen. Wir bekommen verschiedene Meinungen bzw. Ausführungen zu Gesicht, sehen die Geschichte nicht zu einseitig oder gar zu simpel. Es sei auch verraten, dass man uns keine eindeutigen Lösungen aufzeigt, sondern nur theoretisch aufzeigt, wie so ein Prozess heute im Ansatz ausschauen könnte.

Kai Wiesinger und Götz George spielten brillant und spornten sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Während man die Verzweiflung bei dem Einen mitfühlen konnte, gab es bei dem Anderen jedes Mal Schauer bei seinem Auftritt. Auch der Rest vom Cast und die Kulissen haben wie die Faust aufs Auge gepasst und gaben keinen Grund zur Klage.

„Nichts als die Wahrheit“ ist mutig und auf seine Weise wesentlich grausamer als viele Horrorfilme. Wie hier mit bekannten Fakten gespielt wird, war mehr als gelungen und um Längen glaubwürdiger als bei den meisten Konkurrenten. Seine ausgezeichneten Darsteller und sein intelligent gestrickter Verlauf fesselten an den Schirm und bildeten so nichts Anderes, als einen äußerst sehenswerten deutschen Spielfilm. Ganz großes, anspruchsvolles Kino mit Hirn und Verstand.

8,5/10

Fotocopyright: x

Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung

Inhalt

Zwei Freunde aus einfachen Verhältnissen raufen sich seit Kindheitstagen zusammen, um irgendwie in der rauen Umgebung ihrer Heimatstadt Würzburg zu bestehen. Einer von ihnen landet eines Tages im Knast und als er endlich wieder in Freiheit ist, hat sich so Einiges in seinem Umfeld verändert…

Fazit

Hart, rau, ehrlich. „Bis aufs Blut“ wirkt mit seiner eigenwilligen Gangart und seinen brillanten Darstellern schon fast dokumentarisch. Man kann sich gut in die Lage aller Figuren hineindenken und deren Kampf für ein besseres Leben durchaus verstehen – auch wenn man selbst vollkommen anders aufgewachsen ist und den Figuren manchmal ins Gewissen sprechen möchte.

Regisseur Oliver Kienle verstand es die dramatischen Erlebnisse erstaunlich kurzweilig und ohne Längen zu verpacken. Das Geschehen ging stets kurzweilig voran und wurde nie langweilig oder uninteressant. Seine unterschiedlichen Charaktere sorgten dabei für enorme Spannung, da man deren nächste Aktion kaum vorhersehen konnte. Man folgte keinen klaren Spielregeln, blieb aber immer nachvollziehbar und behielt so die Aufmerksamkeit ganz oben.

Das Ende (welches hier natürlich nicht verraten wird) mag leicht konstruiert wirken, rundet die Sache aber ganz hervorragend ab und ließ mit nachdenklichen Erinnerungen noch eine Weile über das Werk nachdenken. Die packende Handlung wurde konsequent auserzählt und ließ mit einem versöhnlichen Gefühl den Fernseher auszuschalten. Es ging hier allerdings nicht nur um die Hauptstory, sondern das Ganze drumherum (beispielsweise die authentische Ausstattung oder der tolle Soundtrack) hat Eindruck hinterlassen.

Für meinen Geschmack dürfte es gerne mehr von solchen Filmen aus Deutschland geben, gerne auch aus der Epoche, wo diese Ereignisse hier stattfanden. Der Titel war unangenehm von seinen Inhalten, aber extrem angenehm und locker wegzuschauen. Nicht so auf Hochglanz getrimmt wie viele Möchtegern-Gangster-Filme, sondern ehrlich und vor allem extrem genial von seinen glaubwürdigen Akteuren gespielt. Ein echter Geheimtipp für alle Genrefreunde, die insbesondere mit solchen Werken aus unserer Heimat keine Vorbehalte haben.

8/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Mafia INC.

Inhalt

Die italienische Mafia in Kanada hat große Pläne. Durch einen größeren Invest bei einem Bauprojekt hoffen sie in einigen Jahren mit vollkommen legalen Mitteln zu einem stattlichen Einkommen zu gelangen und kriminelle Aktivitäten endgültig hinter sich zu lassen. Mit einem Auge schielen sie dabei auf die Entwicklung in der Politik und mit dem Anderen zu ihren Konkurrenten, denen die gewisse Vormachtstellung natürlich nicht sonderlich schmecken wird…

Fazit

„Mafia INC.“ war eine kleine Überraschung. Zunächst fing das Treiben nämlich recht unspektakulär an und wirkte eher wie ein Film, der für das TV produziert wurde. Hinter seiner eher schmucklosen Fassade und seinem anfänglich behäbigen Tempo entwickelte sich ein angenehmer Sog, der dann bis zum bitteren Ende an den Schirm gefesselt hat.

Es gab hier keinen Sprecher aus dem Off und keine nennenswert innovative Erzählweise und dennoch hat das Ganze prima funktioniert. Der Titel wirkte oft mehr wie eine spannende Dokumentation, denn ein Spielfilm und fuhr damit genau richtig. Die Geschichte verzettelte sich trotz Überlänge niemals und hob stets seine wichtigsten Figuren verständlich hervor. Man verlor nie den Überblick und verstand die Sichten der unterschiedlichen Charaktere.

Technisch auf den ersten Blick nicht sonderlich aufregend, gefiel die Inszenierung bei näherem Hinschauen doch ganz gut. Vor allem Passagen, die schier minutenlang ohne Schnitte auskamen waren toll gemacht und boten vor allem ein Finale, das nachhaltig im Gedächtnis blieb. Dabei möchte ich jedoch nicht spoilern, würde mich aber sehr über einen zweiten Teil freuen – schließlich gab es noch Einiges zu Ende zu erzählen.

Mit „Mafia INC.“ kommen Genrefreunde garantiert auf ihre Kosten und sollten mal einen Blick riskieren. Sicherlich ist seine spröde Aufmachung zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, doch mit laufender Spielzeit kommt man gut in das Gebotene hinein und fiebert ordentlich mit. Für mich ein kleiner Überraschungstitel und eine nette Alternative zu den üblichen Beiträgen im Bereich des Gangsterfilms.

8/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

In the Light (Remake) (PC)

Inhalt

Der Spieler erwacht in einem verlassenen Gebäude in einer trostlosen Umgebung. Es gilt zu erforschen, wo man hier steckt und vor allem, was hier wohl geschehen ist…

Gameplay

„In the Light“ ist am ehesten als „Walking-Simulator“ zu bezeichnen. Man wandert in verlassenen Kulissen umher und hat relativ wenig Interaktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Man sammelt Schlüssel oder Benzinkanister für ein Stromaggregat, kann aber nicht klettern oder gar kämpfen.

Anhand von Zetteln, Bildern oder Botschaften an den Wänden wird die Geschichte erzählt und im Kopf des Spielers werden die Hintergründe der Lage immer konkreter.

Spielzeit

Nach rund zwei Stunden flackert der Abspann über den Schirm und ließ uns mit einigen Fragen, aber auch einem zufriedenen Gefühl zurück. Der Ausflug war zwar kurz, aber effektiv. Es gab – bis auf ein paar längere Laufwege – eigentlich keine nennenswerten Durchhänger und wahnsinnig viel Kohle hatte man für diesen Kurzurlaub auch nicht versenkt.

Präsentation

Ich habe mir das Spiel in Gameplay-Videos zuerst auf der Switch angeschaut und war von der pixeligen Grafik ein wenig erschrocken und habe von daher zur PC-Version gegriffen. Diese schaut natürlich deutlich besser aus, obwohl hier auch weiterhin Luft nach oben ist. Ich vermute hinter dem Projekt ein recht kleines Team, weshalb das Ergebnis dann doch respektierlich erschien.

Die Umgebungen waren stimmig ausgearbeitet und vor allem die Lichteffekte mitunter sehr hübsch anzuschauen. Für meinen Geschmack war es hin und wieder einen Ticken zu dunkel, doch das war verzeihlich – unterstrich es ein paar gruselige Momente.

Der Titel kam lediglich mit deutschen Untertiteln daher, was aufgrund der wenigen und einfach verständlichen Dialogzeilen kein Problem darstellte. Cool war die Übersetzung von Botschaften an den Wänden, leider jedoch wurden ein paar der Texte vergessen und so fehlte es dem Spieler an weiteren Erkenntnissen.

Positiv

  • stimmige Atmopshäre
  • gute audiovisuelle Präsentation
  • viele Interpretationsmöglichkeiten
  • entspannte Spielweise ohne Hektik oder Sterben

Neutral

  • Performance eher mittelprächtig
  • hakelige Steuerung
  • einfache Rätsel
  • teils längere Laufwege

Negativ

  • sehr kurze Spielzeit
  • nicht alle Texte wurde eingedeutscht

Fazit

Kleines Spiel und zum Glück ein kleiner Preis. Für die rund zwei Stunden Spielzeit sind bei Steam derzeit knappe zwei Euro fällig und das ist ein durchaus fairer Kurs.

„In the Light“ aka „In Rays of the Light“ (so der aktuelle Konsolen-Titel) war ein entspanntes und überaus interessantes Spiel für Zwischendurch, welches auch weit nach seinem Abspann noch im Gedächtnis herumschwirrt.

Technisch war der Titel solide, aber erzählerisch trotz seiner spartanischen Weise gar nicht übel. Stellenweise wurde es sogar gruselig und trieb den Puls ein wenig in die Höhe, am Ende blieb ein versöhnliches Gefühl.

Freunde von beispielsweise „Edith Finch“ oder „Paradise Lost“ sind hier perfekt ausgebhoben und sollten sich im Vorfeld auf ein überschaubares Vergnügen (zum angemessenen Preis) einstellen. Ich mag solche Spiele und hatte auch hier meinen Spaß, obwohl in vielen Bereichen noch Luft nach oben war.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 6,5/10

Fotocopyright: Sometimes You

Uncharted™ 2: Among Thieves Remastered (PS4)

Inhalt

Schatzsucher Drake ist auf der Suche nach einer geheimnisvollen Stadt mit einem wertvollen Artefakt, welches die Unsterblichkeit verspricht. Leider ist er bei seinen Reisen nicht allein und hat obendrein noch mit Verrat aus den eigenen Reihen zu kämpfen…

Gameplay

Erneut schlüpft der Spiele in die Haut von Nathan Drake und steuert ihn sowohl durch actionreiche, aber auch kleinere Schleich-, Rätsel- oder Kletterpassagen. Durch eine deutlich verbesserte Steuerung sogar etwas frustfreier als bisher und in vielen Details spürbar optimiert. So klappt etwa die Wegfindung sehr viel besser und die meisten Aktionen fühlen sich geschmeidiger kontrollierbar an.

Spielzeit

Die Spielzeit hat sich gegenüber dem Vorgänger angenehm erhöht und belief sich bei meinem (mittlerweile zweiten) Durchgang auf rund 10 Stunden. Diese waren stets unterhaltsam und ohne Leerläufe befüllt, was durchaus beachtlich und nicht selbstverständlich war. Das Treiben fühle sich fortwährend wie ein guter Actionstreifen an und weiß keinerlei Längen auf. Die Story hielt uns stets im Griff und der berühmte rote Faden verlor sich nie aus den Augen.

Präsentation

Neben der Steuerung hat vor allem die Grafik noch eine Schippe draufgelegt. Sah der erste Teil noch immer ganz manierlich aus, so hält der Zweite definitiv noch mit aktuelleren Titeln mit. Die Figuren schauen nun um Einiges schöner aus – was vor allem in Zwischensequenzen ins Auge springt – und der Rest war top gestaltet wie zuvor.

Eindrucksvolle Bauwerke, weitläufige Blicke in die Ferne und stimmig gestaltete Ortschaften überzeugen auf ganzer Linie. Zusammen mit der tollen Synchronisation und den filmreifen Zwischensequenzen kam so echte Atmosphäre auf.

Positiv

  • deutlich optimierte Steuerung
  • tolle audiovisuelle Präsentation
  • spannende Hintergrundgeschichte
  • filmreife Inszenierung
  • perfekter Flow, kein Leerlauf
  • erneut einwandfreie deutsche Vertonung
  • angenehme Spielzeit
  • tolle, kleine Rätsel

Neutral

  • Steuerung könnte noch einen Ticken präziser sein
  • teils enorm hohes Gegneraufkommen
  • wenig Gegnertypen, wenig Waffenvariation

Negativ

  • spürbare Trigger (z.B. wenn Gegner erscheinen)
  • Trial & Error Abschnitte (z.B. bei Fluchten)
  • ein paar knackige Ballereinlagen

Fazit

„Draks Fortune“ hat etliche Jahre nach seinem Release noch einen erstaunlich guten, obgleich leicht angestaubten Eindruck gemacht und noch immer prima bei Laune gehalten. Selbiges gilt nun auch für dessen Fortsetzung, die in allen Bereichen behutsam weiterentwickelt wurde und ein wenig weniger altbacken wirkt.

Die Macher machten eigentlich alles richtig und drehten die richtigen Stellschauben. Der Titel fühlt sich noch mehr wie ein packender Spielfilm an und schien in entscheidenden Szenen weniger sperrig. Erneut haben sich actionreiche Momente mit Verschnaufpausen abgewechselt und langweilig wurde es bei dieser wunderschön ausbalancierten Mischung nie.

Wer aufregende und gut wegspielbare Abenteuer liebt, sollte Uncharted 2 auf jeden Fall mal gezockt haben – zumal die komplette Anfangs-Trilogie teils schon für unter 10 Euro über den Ladentisch geht. Ein Witz im Gegenzug zur grandiosen Zeit, die man mit diesem Feuerwerk erleben darf.

Grafik: 8,5/10
Sound: 8/10
Gameplay: 8,5/10
Gesamt: 8,5/10

Fotocopyright: Sony Interactive Entertainment Europe

How I Fell in Love with a Gangster

Inhalt

Schon als Kind wollte Nikos im Leben etwas erreichen und hat es dann zu einem bekannten Mann aus Polen gebracht. Sein Einfluss auf die Heimatregion war spürbar, doch Jeder wusste, dass hinter der Fassade eines tüchtigen Geschäftsmanns auch ein waschechter Gangster steckt…

Fazit

Ich habe es schon mehrfach erwähnt und fühle mich bei Werken wie diesem mal wieder von meiner der Entscheidung für ein Abo bei Netflix bestätigt. Erneut hat der Streaming-Gigant einen neuen europäischen Film im Sortiment – der wohl im TV oder sonst wo völlig unter dem Radar an mir vorbeigeflogen oder schlimmstenfalls erst gar nicht entstanden wäre.

„How I Fell in Love with a Gangster“ gefiel mit einer lockeren, aber auch etwas ungewohnten Erzählweise. Der Streifen bricht ständig mit den Dimensionen und spricht den Zuschauer außergewöhnlich oft direkt an. Dies tut dann allerdings nur nur ein einzelner Erzähler, sondern ständig wechselnde Charaktere – die sich bzw. ihre Verbindung zum Hauptdarsteller kurz erläutern. Nicht nur daran, auch an die auffallend häufigen Liebesakte während dieser knappen drei Stunden muss man sich erst einmal gewöhnen – was aber dank seiner unkonventionellen Art kein größeres Problem darstellte.

Aufgrund seiner Überläge habe ich mir das Epos in zwei Häppchen aufgeteilt, wobei ich sicherlich mit einer Sichtung am Stück gut klar gekommen wäre. Der Verlauf war insgesamt kurzweilig und abwechslungsreich. Man wurde zwar aufgrund der schieren Anzahl an Personen manchmal ein klein wenig überfordert, verlor den eigentlichen roten Faden zum Glück nie aus dem Fokus.

Die Darsteller haben ihre Sache ganz hervorragend gemacht und auch den Maskenbildnern würde ich gute Arbeit bescheinigen. Die Figuren sind auch optisch glaubwürdig gealtert, schließlich umspannt das Werk einige Jährchen. Tomasz Wlosok war einfach Spitzenklasse und begeisterte mit seinen wachsenden Interessen und Begabungen stets auf Neue.

Gangster- bzw. Mafiafilme müssen nicht immer aus Amerika oder England kommen. Mit „How I Fell in Love with a Gangster“ zeigen unsere Nachbar wie lässig ein Genrebeitrag aus der Region sein kann und überzeugt mit coolen Darstellern und eigenwilliger Inszenierung. Wer auf solche Titel steht sollte also unbedingt mal einen Blick risikieren!

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

The Deep House

Inhalt

Ein junges Pärchen möchte endlich von ihren Internetvideos leben und sucht für deren Inhalte stets nach neuen Herausforderungen. Bisher haben sie verlassene Orte auf dem Land besucht, doch für ihr aktuelles Projekt planen sie einen Tauchgang – inklusive der Besichtigung eines von einem See verschlungenen Gebäudes…

Fazit

Normalerweise sind Pseudo-Dokumentationen (Mockumentarys) nicht so sehr mein Fall, doch bei diesem Titel hat mich sowohl das Setting, als auch dessen Umsetzung schon ein bisschen interessiert.

Technisch gab es bei „The Deep House“ jedenfalls nichts zu Mäkeln. Die Aufnahmen unter Wasser waren beeindruckend, gut ausgeleuchtet und erstaunlich übersichtlich. Aufnahmen der Darsteller wechselten sich mit normalen Kamerabildern ab und ließen das Werk mehr wie einen richtigen Spielfilm, denn eine aufgesetzte Dokumentation erscheinen.

Die Handlung war simpel, aber durchaus effektiv. Der Gedanke „Lost Places“ mit einem Tauchgang zu kombinieren war sogar recht pfiffig und blieb bis zum bitteren Ende sehr gut gewählt. Am Anfang braucht das Geschehen zwar ein paar Minuten zum warm werden, doch dann zog die Spannungskurve ordentlich an und unterhielt uns erstaunlich gut.

Es gab weder viele Darsteller, noch umfangreiche Kulissen – doch gerade das was geboten wurde, war absolut befriedigend. Als trockenes Gruselhaus wäre das Hauptsetting wohl nicht so dolle rübergekommen, doch als Gruselhaus unter Wasser hat es einen gewissen Kick und vor allem eine neue Perspektive gewonnen. Es gab nun Elemente, die anders als gewohnt funktionierten und hieraus Umdenken bei manchen Entscheidungen herforderten.

Die Klaustrophobie und die Atemnot kamen anschaulich rüber und ließen uns mitzittern. Die Erkundung insgesamt war spannend und die eher simplen Schauereinlagen gar nicht mal so übel. Da ich selbst von der Amateur-Horror-Schiene komme, schätze ich die einfachen und schönen Gänsehautmomente.

Ohne das „Unterwasser“-Setting wäre „The Deep House“ ein austauschbarer Genrefilm, der wahrscheinlich recht billig daher bekommen wäre. Mit seinem frischem Setting ist allerdings ein netter und vor allem handwerklich megastarker Titel herausgekommen, der zumindest mit seiner Optik einen Blick wert ist.

7/10

Fotocopyright: Apollo Films/Radar Films

Spider Man – No Way Home

Inhalt

Die wahre Identität von Spider-Man wurde publik gemacht und seitdem gibt es für Peter und seine engsten Freunde kaum noch einen Flucht vor der Presse oder hysterischen Fans. Das Ganze geht sogar so weit, dass sie an keiner Universität mehr angenommen werden und scheinbar nie wieder ein normales Leben führen können. Kurzerhand sucht Peter seinen Avengers-Kollegen Steven alias Dr. Strange auf, um einen verehrenden Zauber auszuführen…

Fazit

Aufgrund der vielen – zum Teil extrem überschwänglichen – Kritiken war ich skeptisch. Alle neuen Blockbuster werden ja derzeit als „Retter des Kinos“ aufgebauscht und erst einmal weit in den Himmel gehoben, um dann erst im Nachgang mit eher realistischeren Meinungen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden. Beim neuen „Spider-Man“ blieb die negative Beurteilung bisher noch aus und deshalb habe ich dann doch mal den Gang ins Lichtspielhaus gewagt.

Was soll ich euch groß berichten? Ja stellenweise saß ich leicht gelangweilt im Kinosessel, um an anderer Stelle wieder mir irrwitzigen Wendungen ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert zu bekommen. Das Ding ist mit knapp 2,5 Stunden definitiv zu lang – und zumindest zu Beginn viel zu sehr ein „Dr. Strange“-Film -, um dann plötzlich mit Einlagen aufzufahren, die bestimmt nicht Jeder auf dem Zettel hatte.

Ich will nicht sagen, dass sich Sony hier selbst auf die Schippe nimmt, doch der Titel steckt voller gelungener Selbstironie, die einen netten Bogen um das komplette Franchise spannte. Der Plot blieb dabei recht simpel und nicht mehr als zweckdienlich, doch erfüllte seine Aufgabe dann doch ganz ordentlich. Trotz einiger Längen passte die Handlung soweit und fasste die umfangreichen Gegebenheiten recht effektiv zusammen.

Über diesen Film zu schreiben und dabei nicht großartig zu spoilern, fällt schwer. Ich habe vor Anpfiff weder Inhaltsangabe noch Trailer geschaut und wurde so immens überrascht. Man kann zusammenfassen, dass beim Auftritt einiger Darsteller wohl der Computer stark in Aktion gewesen war, deren Spiel dennoch überzeugte und irgendwie gute Stimmung brachte. Alle Akteure schienen sichtlich Spaß bei der Arbeit gehabt zu haben und präsentierten entsprechendes Ergebnis.

Technisch war das Werk extrem ansprechend. Neben „normalen“ Hochglanzaufnahmen, kämpften sagenhafte Effekte um die Gunst der Zuschauer. Schon zu Beginn mit einem brachialen Kampf auf einer Brücke blieb kein Auge trocken und spätestens beim Finale ließ man die Muskeln spielen. Sicherlich mag ein „Avengers“ wesentlich mehr an Zerstörungsorgien bieten, doch mit seinen eher behutsamen Einlagen machte „No Way Home“ umso mehr Spaß.

Macht es am besten so wie ich und schaut euch den Streifen nach Möglichkeit ohne vorherige Spoiler an. Hier lohnt sich ein unbedarftes Zuschauen absolut und macht die zumindest anfänglich behäbige Gangart wieder wett. Der beste Superhelden-Film ists für mich zwar letztes nicht gewesen, dennoch ein sehr guter Titel mit schönen Gags und vorbildlichem Fanservice par excellence.

8/10

Fotocopyright: Sony

Uncharted: Drake’s Fortune – Remastered (PS4)

Inhalt

Schatzsucher Nathan ist auf der Suche nach den sagenumwobenen Reichtümern, auf die es bereits der Pirat Sir Francis Drake abgesehen hat. Begleitet wird er dabei von seinem väterlichen Kumpel Sulli und der Reporterin Elena. Leider sind die drei auf der Hatz nicht allein und stoßen immer wieder auf die Truppen ihrer Widersacher…

Gameplay & Steuerung

Der Spieler übernimmt die Rolle von Nathan und steuert ihn aus der Third-Person-Perspektive durch recht schlauchartig aufgebaute Level, bei denen der Weg trotz gradlinigem Aufbau nicht immer direkt auf der Hand liegt.

Es gibt kleinere Rätsel, versteckte Schalter und fiese Fallen, die uns immer mal wieder kurz ausbremsen und durchaus für Frust sorgen können. Problem ist nämlich das ungenaue Handlung unserer Hauptfigur, die uns mit ihren komischen Gestiken nicht immer hilfreich unterstützt. Manchmal springt er gefühlt 5cm, an anderer Stelle wieder 10 m weit. Idealerweise bleibt man dabei an kaum sichtbaren Kanten hängen und fliegt im Eifer des Gefechtes in eine völlig falsche Richtung. Hier spürt man das Alter des Spieles am deutlichsten.

Ansonsten gab es spannende Erkundungen in schick designten Kulissen und somit ordentlich „Indiana Jones“-Atmosphäre, die ziemlich viel Spaß macht.

Spielzeit

Für die Kampagne solltet ihr in Etwa 6-7 Stunden einplanen. Wollt Ihr alle Goodies einsammeln, dürfte es einen Ticken länger dauern.

Präsentation

Führen wir uns mal vor Augen, dass dieses Spiel ursprünglich für die Playstation 3 erschien und die Remaster nur relativ behutsame Verbesserungen durchgeführt haben, so ist das Ergebnis noch recht beachtlich. Man merkt zwar in Zwischensequenzen und vielen unbeholfenen Animationen, dass wir ein verhältnismäßig altes Spiel vor uns haben, doch für mich ging das vollkommen in Ordnung. An der Steuerung hatte ich wesentlich mehr zu beißen.

Mit toller Beleuchtung und interessanter Architektur schaut das Treiben stellenweise extrem stimmig und fast zeitgemäß aus. Leider gab es dann wieder ein paar grobe oder matschige Texturen, die den erstaunlich guten Eindruck in bisschen trübten.

Positiv

  • noch immer recht ansprechende audiovisuelle Präsentation
  • interessante Geschichte
  • überwiegend spaßiges Gameplay
  • sehr guter Spielflow
  • brauchbare Rätseleinlagen

Neutral

  • wenig Waffentypen
  • wenig Gegnervariation
  • Weg-Findung nicht immer klar
  • Logik-Lücken in Handlung und Gameplay

Negativ

  • schwammige Steuerung
  • Trial & Error-Passagen
  • durch Trigger ausgelöste Gegnerhorden
  • viel zu überraschende Quicktime-Events

Fazit

Seinerzeit hat mich das erste Uncharted enorm fasziniert. Es gehörte zu meinen ersten Spiele für die Playstation 3 und konnte mit innovativem Gameplay und einer herausragenden Präsentation mächtig Eindruck schinden. Es war schlichtweg einer der absoluten Vorzeigetitel und konnte eigentlich nur durch seine Nachfolger – und viel später durch „The Last of Us“ (ebenfalls von Naughty Dog) getoppt werden.

Ich habe die „Remastered“-Variante schon zu ihrem Release günstig bekommen, durchgezockt und selbiges am vergangen Wochenende wiederholt. Mittlerweile ist das Ding in vielen Belangen ordentlich angestaubt, doch seine alten Stärken blitzen immer wieder durch.

Grafisch und Akustisch geht das Werk durchaus noch in Ordnung und grundsätzlich vom eigentlichen Spiel her auch. Ich sage „grundsätzlich“, da Schnitzer wie die grobe Steuerung heute kaum noch gehen und das Geschehen zu oft extrem gescriptet wirkt. Sicherlich gehört dies schon immer zur Reihe und ihrer cineastischen Inszenierung, doch nie waren die Trigger für bestimmte Events so offensichtlich wie hier. So waren Räume gesäubert und man spürte, zu welchem Moment gleich wieder neue Schergen heranrücken. Dämliche Qucktime-Einlagen waren dann ebenfalls ein Kind seiner Zeit.

Ich würde jetzt nicht behaupten, dass mich Uncharted irgendwie geprägt hätte, dennoch möchte ich die Serie nicht mehr in meinem Zockerleben missen. Sie steht wie kaum eine andere Reihe für kurzweilige Action mit grandiosem Abenteurer-Feeling. Neben „Tomb Raider“ sollten Genrefans beide Franchises unbedingt im Regal stehen haben und trotz diverser Macken (gerade bei der Steuerung…) möchte ich weiterhin eine Empfehlung aussprechen Das Spiel ist heute etwas sperrig, aber im Kern noch immer einen Blick wert. Nicht mehr so imposant wie Einst, doch immer noch ein grundsolides Ding.

Grafik: 7,5/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Sony Interactive Entertainment Europe

Black Dahlia

Inhalt

Los Angeles in den 40iger Jahren. Die beiden Ex-Boxer „Bucky“ und „Lee“ arbeiten bei der Polizei und bilden ein recht erfolgreiches Ermittler-Duo, welches auch privat ein eingespieltes Team ist. Der Fall einer zerstückelten Dame geht den Freunden jedoch sichtlich an die Nieren und belastet deren Zusammenarbeit mit der Zeit sichtlich…

Fazit

Die DVD steht schon lange im Regal und ewig habe ich mich nicht an eine erneute Sichtung gewagt. Ich hatte den Streifen als grundsätzlich interessant, aber dann doch eher mittelprächtig in Erinnerung – und genau dieser Eindruck hat sich nun wieder bewahrheiten können.

Es gab viele Punkte, die eigentlich recht ansprechend gedacht, aber letztlich zu schwach umgesetzt wurden. So gefiel Schauplatz und Machart irgendwie schon, doch eine zuweilen nicht hundertprozentig stimmige Aufmachung oder eine zu langsame Erzählweise trübten die schönen Ansätze enorm. Optisch schaute das Werk überwiegend gut aus, wirkt an anderer Stelle dann leider wieder etwas billig und mit viel zu simplen Filtern bearbeitet.

Josh Hartnet und Aaron Eckhart gaben ein gutes Team, welches zum Glück auch schauspielerisch überzeugen konnte. Gerade Hartnet hatte ich die letzten Jahre gar nicht mehr groß auf dem Schirm, doch sein Teeniestar-Image konnte er hier ganz gut abschütteln und zum Glück den düsteren Grundton des Werkes nicht verwässern.

Der Verlauf war etwas schleppend und kam nie so recht in die Gänge. Wirklich langweilig wurde das Gebotene zwar nie, doch immer wieder wünschte man sich einen Hauch mehr Tempo. Das langsame Detektiv-Getue mag zwar zum bewusst altbackenen Szenario passen, hätte aber trotzdem ein wenig mehr Schwung verkauften können.

Genrefans erhalten mit „Black Dahlia“ einen durchwegs solide, jedoch in keinen Bereichen überragenden Vertreter. Alles läuft routiniert ab, die visuelle Seite ging in Ordnung, aber mangelndes Tempo schlug leicht aufs Gemüt. Für mich war der Titel passabel anschaubar, wird garantiert schnell wieder in Vergessenheit geraten.

6/10

Fotocopyright: Warner

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