Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Monat: Dezember 2021 Seite 1 von 4

Avengers (R) Helicarrier (R) aus knapp 3.000 Klemmbausteinen

Über die Weihnachtsfeiertage hatte ich mir den Nachbau des legendären Helicarrier aus den Marvel (R)-Filmen vorgenommen und vor Kurzem endlich abschließen können. Gesetzt habe ich dabei auf einen Gebrauchtkauf von Steinen – die vom Verkäufer entsprechend der originalen Stückliste zusammengesucht wurden und ohne Anleitung oder Figuren daher kamen. Zum Glück ist aber Beides kein Problem – die Anleitung gibts per App und Superhelden sind aus anderen Sets sowieso reichlich in der Sammlung vorhanden.

Da die Teile nicht nach Bauabschnitten oder Farben sortiert waren, hat der Bau entsprechend lange (knapp 1,5 Wochen, nahezu täglich 1-2 Stunden) benötigt. Das Suchen hat den größten Zeitraum eingenommen, das Basteln an sich war eher einfach und ging gut von der Hand. Es gab keine überraschenden Techniken, aber ein angenehmes Zusammenspiel aus Funktion (bewegliche Rotorblätter) und Optik.

Gut finde ich den massiven Unterbau und auf den Verzicht zu vieler filigraner Elemente – wie es zuletzt bei der Abdeckung des „Tumblers“ (R) noch der Fall war. Es gibt zwar ein paar kritische Stellen (Vorderseite, am Rand des „Landebahn-Auflegers“), doch unterm Strich lässt sich das riesige Gefährt gefahrlos transportieren.

Fotocopyright: hard-boiled-movies.de

Marvel, Avengers, Helicarrier, Tumbler, etc. sind eingetragene Marken.

RAZER Kraken Gaming Headset

Einleitung

Razer steht in der Regel für hochwertige Gaming-Hardware, die allerdings auch die Zockergemeinde etwas spaltet. Ich persönlich war mit Mäusen und Tastaturen bisher sehr zufrieden – bei Headsets jedoch mit unterschiedlichen Erfahrungen gesegnet. Im Angebot habe ich beim nun bei der durchaus beliebten „Kraken“-Version zugeschlagen und habe es – soweit vorab – zum Zeitpunkt des Kurztestes wieder Retour geschickt.

Erster Eindruck

Das Kraken macht auf den ersten Blick eine gute Figur. Es ist – gemessen am Preis – hochwertig verarbeitet, fühlt sich schön an und kommt nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer daher. Die Polster sind angenehm groß und der Sitz ist ausgezeichnet. Angeblich soll es dank Gel-Füllung auch keine heißen Ohren im Sommer geben.

Das Verstellen der Größe geht gut von der Hand und das Teil bleibt auch stabil in Position. Die Konstruktion des einfahrbaren Mikrofons ist vorbildlich. Der Anschluss erfolgt via 3,5 mm Klinke, die Lautstärke kann via fragilem Stellrädchen am Kabel justiert werden.

Klang

Beim Klang ist das Kraken bei mir leider durchgefallen. Egal ob nativ oder mit optionaler 7.1. Software, egal ob direkt per Klinke oder USB-Soundkarte am Rechner oder Notebook – ich würde den Sound als „anstrengend“ bezeichnen.

Das Headset „hallt“ gewaltig und Effekte oder Dialoge überschlagen sich immerzu. Das Orten von Gegnern fällt schwer, da deren Schritte schier von Überall zu kommen scheinen und selten einer klaren Position zu verorten sind. Dazu kratzen Schussgeräusche und der Bass ist unausgewogen. Mal kracht und scheppert es zu kräftig, dann fehlt die Tiefe grade bei Musikpassagen.

Die herunterladbare 7.1. Software (die übrigens auch mit anderen Headsets/Kopfhörern funktioniert), verstärkt in erster Linie den Bass, trägt aber sonst nicht wirklich zur Klangbühne bei. Das Kraken ist grundsätzlich kein normales Stereo-Gerät, sondern versucht scheinbar auch ohne diesen Zusatz (und ohne „Verbesserer“ in Windows) einen Raumklang zu erzeugen – was dem schlechten Gesamtergebnis führt.

Getestet habe ich verschiedene Spiele, YouTube-Videos und MP3s mit hohen Bitraten. Selbst mit diversen Software-Equalizern war dieser nervige Hall einfach nicht in den Griff zu bekommen, Plugins wie „DTS for Headphones“ machten die Sache ebenfalls nicht besser. Es gab vielleicht ein Quäntchen mehr Bass, der Rest blieb brachial-kratzig und stets „überschlagend“.

Enttäuscht vom Klang habe ich dem Mikrofon leider keine große Aufmerksamkeit geschenkt. Ich habe ein paar kurze Samples aufgenommen, die sich etwas leise, aber okay anhörten. Natürlich kein Vergleich zum hochwertigeren Stand-Mikro.

Positiv

  • schickes Design, tolle Farbgebung
  • gute Verarbeitung und Haptik
  • bequemer Sitz
  • brauchbares Mikrofon
  • Verlängerungskabel mitgeliefert
  • vergleichsweise günstige Angebotspreise (~40 Euro)

Neutral

  • Klinkenkabel fest angebracht
  • Lautstärke-Rädchen sehr wackelig
  • wenig Einstellmöglichkeiten in der optionalen 7.1 Software

Negativ

  • Klang blechen, übersteuert, „hallig“ und insgesamt anstrengend

Fazit

Ich hatte in der Vergangenheit bereits ein ähnliches Kraken und würde von daher behaupten, dass ich hier kein Montagsmodell erwischt habe. Manchen scheint der Klang ja tatsächlich zu gefallen, für mich war das Überschlagen der Geräusche schlichtweg zu heftig und ich musste das Headset nach kurzer Zeit immer wieder absetzen.

Ich erwarte von einer Gaming-Peripherie nicht unbedingt den krassesten Sound beim Musikhören, doch selbst für ein kleines YouTube-Video für Zwischendurch reicht das Gebotene es nicht. Das Razer scheppert vor sich hin und bläht alle Signale unangenehm in Pseudo-Raumklang auf – was für mich einfach nicht ging.

Ganz ehrlich gesprochen hat für mich das lediglich 10 Euro teure ONIKUMA Gaming Headset (Test hier) einen wesentlich besseren und vor allem harmonischeren Stereo-Klang mit mehr „bums“ an der richtigen Stelle. Kritisiert hatte ich hier eigentlich nur die geringe Laufstärke, was per Anschluss über eine günstige USB-Soundkarte (an der natürlich auch mal das Kraken hing) jedoch kein Thema mehr ist.

Für mich ist dieses Razer leider nichts.

Preis-/Leistung: Ausreichend

Fotocopyright: hard-boiled-movies.de

Razer und Kraken sind eingetragene Marken.

Outlaws

Inhalt

Italien Anfang der 90iger. In einer Spielhalle trifft Schüler Ignacio auf die hübsche Tere und ist sofort ihrem Charme unterlegen. Er schließt sich deren Freundeskreis an und gerät auf die schiefe Bahn. Sie überfallen diverse Läden und werden von der Polizei gesucht…

Fazit

Mit „Outlaws“ hat Netflix mal einen etwas anderen Film über das Erwachsenwerden im Programm. Statt seichter Komödie und eitel Sonnenschein, gab es hier eine weitaus dramatischere Skizzierung von der Lage Jugendlicher, die dank guter Inszenierung aber auch prima funktionierte.

Der Streifen punktet mit vielen Details, die Erinnerungen an Urlaube in der Kindheit wecken und so einen gewissen Trigger auslösten. Während Einblicke in die amerikanische Jugendkultur ja stets ganz nett sind, ist der Retro-Charme des europäischen Settings für mich wesentlich greifbarer und lud hervorragend zum Abtauchen ein.

Die Geschichte entfaltet sich langsam, besaß aber trotzdem einen angenehmen Sog. Die Veränderung der Hauptfigur wurde anschaulich und nicht zu überhastet geschildert – schließlich hat sich unser „Nacho“ im Laufe der Handlung schon ziemlich verändert. Sehr gut kam dabei das Verhältnis zu seiner Familie, insbesondere zu seines Vaters zur Geltung. Hat er all die Jahre nicht an seinen Rückhalt oder die Anerkennung geglaubt, so wurde er in brenzligen Situationen eines Besseren belehrt.

Obwohl der Verlauf nicht immer actionreich oder hochdramatisch gestrickt war, blieb man durchwegs am Ball. Wie bereits erwähnt konnte man sich prima ins Geschehen hineindenken und dank der schönen Bilder und des eingängigen Soundtracks einfach fallen lassen. Neben einem gewissen Urlaubs-Flair begleitete uns auch stets eine angenehme Unbeschwertheit – die uns das Verhalten seiner Figuren umso mehr verstehen ließ. Man natürlich nicht jede Aktion befürworten, die meisten Entscheidungen allerdings irgendwo nachvollziehen. Man wollte seinen naiven „Helden“ auch nie wirklich böse sein und ihnen am liebsten ins Gewissen reden.

„Outlaws“ mag nur bis zu einem gewissen Grad eine Grundlage zur Identifikation bieten, punktete aber dennoch mit Nachvollziehbarkeit und dem ausgezeichneten Spiel seiner perfekt miteinander harmonierenden Akteure – die sich im Laufe der Zeit ebenso authentisch weiterentwickelten. Unterm Strich nichts Leichtgängiges für jeden Tag, aber ein rundum gelungen Abstecher in die Vergangenheit und grundsätzlich eine schöne Abwechslung zu amerikanischen Dramen ähnlicher Machart.

7,5/10

Fotocopyright: Ikiru Films / Netflix

Back 4 Blood (PC)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Mitstreiters eines vierköpfigen Teams. Inmitten einer Zombie-Epidemie muss man Überlebende retten oder wertvolle Waren von A nach B transportieren…

Gameplay

Freunde von „Left 4 Dead“ fühlen sich sofort heimisch. „Back 4 Blood“ ist ein Ego-Shooter, der am besten kooperativ mit Freunden funktioniert und hier seine Stärken am ehesten ausspielen kann. Solisten – wie ich es in der Regel bin – starten dagegen im Trainingsmodus durch und bestreiten die vier gebotenen Akte mit computergesteuerten Mitspielern (Bots).

Bis auf den letzten der vier Akte sind die Kapitel in kleinere Teilhäppchen unterteilt und mal schnell Zwischendurch erledigt. Die KI der Bots ist dabei eher durchwachsen und hierdurch manchmal weniger hilfreich. Sie versorgen euch zwar regelmäßig mit neuer Munition, stehen an anderer Stelle schonmal dumm in der Gegend rum oder attackieren Boss-Gegner nicht an deren Schwachstellen.

Während den Partien erhält man Karten, mit denen man gewisse Vorteile (längere Ausdauer, höhere Trefferwahrscheinlichkeit, etc.) ausspielen kann. Mich persönlich hat diese Auswahl eher genervt, da sie kaum spielbare Unterschiede mit sich brachten und das Gameplay augenscheinlich etwas verwässerten. Bei den Vorgängern habe ich eine solche Mechanik jedenfalls nie vermisst – wollte mich nur einfach und unkompliziert ins Gefecht stürzen.

Spielzeit

Die Dauer der einzelnen Akte bzw. deren einzelnen Abschnitte variierte. Manche Level sind in 5 Minuten absolviert, für andere benötigte man etwas länger. Insgesamt würde ich rund 7-8 Stunden allein für die Kampagne im Solo-Modus ansetzen. Beim Multiplayer sind bekanntlich keine Grenzen gesteckt, doch ob ich hier wesentlich mehr investieren würde steht in den Sternen.

Präsentation

Optisch gehört der Titel sicherlich nicht zur ersten Liga, läuft dafür in hohen Auflösungen und vollen Details gegenüber anderen Spiele vergleichsweise rund. Die Animationen der Gegner sind ordentlich, wobei gelegentlich kleinere Clippingfehler ins Auge fallen. Auf Mittelklasse-Rechnern läuft das Geschehen in 4K recht manierlich und schaut zufriedenstellend aus.

Der Soundtrack ist eher zurückhaltend, Waffengeräusche und Stimmen ganz ordentlich gemacht. Die Sprüche der eigenen Helden wiederholen sich aber ziemlich oft – was durchaus leicht nerven kann.

Positiv

  • Kooperative Spielweise
  • kurze Missions-Happen für Zwischendurch
  • „Left 4 Dead“-Feeling
  • Zombies
  • im Gamepass enthalten

Neutral

  • wenig unterschiedliche Gegnertypen
  • simple Aufgaben
  • wenig spielerische Varianz
  • Technisch durchwachsen

Negativ

  • knackige Abschnitte im Solo-Modus
  • unnötiges Karten-System
  • Spezialgegner wiederholen sich zu oft
  • Online-Zwang auch beim Singleplayer-Training

Fazit

Die „Left 4 Dead“-Reihe gehört sicherlich nicht zu meinen Favoriten für die einsame Insel, doch es ist schon erstaunlich, wie oft ich – insbesondere den zweiten Ableger – über die Jahre gestartet und eine schnelle Zombiehatz absolviert habe. So habe ich dem Release von „Back 4 Blood“ leicht entgegen gefiebert – und zum Glück nicht ohne kurze Recherche zugeschlagen.

Eigentlich wollte ich mir den Titel für die Konsole (PS5 oder Series X) zulegen, doch selbst für kurzweilige Abende im Singleplayer (Trainings-Modus) ist eine kostenpflichte Online-Mitgliedschaft bei den jeweiligen Anbietern erforderlich. So habe ich trotz rapidem Preisverfall nicht zugegriffen und das Spiel nun im Rahmen des günstigen Gamepasses für den PC unter die Lupe genommen.

Frust und Freud lagen schon eng beieinander, doch unterm Strich hatte ich schon Spaß mit dem Teil. Oftmals wurden wohlige Erinnerungen an die Vorgänger geweckt, doch dieses Niveau nicht immer gehalten. Früher fühlt sich das Spiel nach Überlebenskampf an, heute arten die Massenschlachten eher in Fleißarbeit aus und die Atmosphäre kocht unerwartet oft auf Sparflamme. Manche Passagen waren schwierig, andere wiederum recht einfach – zumindest auch was das Gameplay betraf.

Ein Multiplayer-Event auf der Sicht eines Solisten zu rezensieren, mag fragwürdig erscheinen – spiegelt aber meine Situation wieder. Ich denke gemeinsam mit Anderen macht die Zombiehatz vielleicht einen Ticken mehr Spaß, doch unterm Strich bleibt das Game für mich recht mittelprächtig. Ich konnte dem wilden und kurzweiligen Treiben durchaus etwas abgewinnen, bevorzuge aber eher die viel grusligere Stimmung der Originale. Wer mich nach einem aktuelleren Vertreter mit zeitgemäßer Technik fragen würde, so würde ich am ehesten zu „World War Z“ tendieren – welches selbst Einzelkämpfern ordentlich Laune macht und bei Weitem nicht so schlecht ist, wie es manchmal gemacht wurde.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 6,5/10

Fotocopyright: Warner Bros. International Enterprises

Die Wespe – Staffel 1

Inhalt

Ende der 90iger war „Die Wespe“ mal eine große Nummer im Dart-Geschäft und hat sogar einige Meisterschaften abgeräumt. Heute hält sich lieber mit kleinen Tricksereien über Wasser und lebt sein Leben vor sich hin. Als ihn dann eines Tages seine Frau für einen jüngeren Konkurrenten verlässt, ist sein Ehrgeiz erneut geweckt. Er zieht nicht nur bei seinem alten Trainer ein, sondern probt fleißig für die kommenden Turniere…

Fazit

Pünktlich zur aktuellen Dart-Session zu Weihnachten liefert uns Sky hier eine passende Serie mit viel Humor und Charme ab. Die wenigen, kurzen Folgen vergingen fast wie im Flug und waren äußerst unterhaltsam gestrickt. Es gab keinen Leerlauf, dafür echt kultverdächtige Typen und entsprechend spaßige Situationen.

Florian Lukas war in seiner Rolle als heruntergekommer Ex-Meister mindestens so grandios wie sein Kumpane Ulrich Noethen. Bei Ihren Dialogen blieb selten ein Auge trocken und man konnte sich in viele derer Situationen zumindest halbwegs mit dem Kopf hineindenken. Sie waren – ebenso der Rest der Figuren – zwar etwas überzeichnet, aber nicht allzu weit weg vom echten Leben. Man wurde auf Anhieb mit allen warm und kann ihren jeweiligen Motivationen einwandfrei folgen.

Allgemein war die Produktion nicht unbedingt tiefgründig, verschachtelt oder sonst wie überkomplex – was letztlich auch den größten Reiz ausmachte. Es ging hier nicht um weltbewegende Themen, aber so für mal Nebenbei ging das locker Vorgetragene vollkommen klar. Man kam sofort ins Geschehen rein und konnte dem unterhaltsamen Treiben ohne größere Hirnarbeit folgen.

Man muss nicht unbedingt ein Freund des gepflegten Kneipensports sein, um an dieser Serie seinen Spaß zu haben. „Die Wespe“ ist mit seiner leicht naiven Leichtgängigkeit jedenfalls eine willkommene Abwechslung zu anderen Schwergewichten und ein netter Snack für Zwischendurch. In Erinnerung wird das Gebotene sicherlich nicht bleiben – aber das muss es ja auch nicht. Wer schon damals Serien wie beispielsweise „Die Camper“ mochte, der wird auch diese Produktion zu schätzen wissen.

7/10

Fotocopyright: Sky

Tödliche Weihnachten

Inhalt

Seit 8 Jahren lebt Samantha ohne Erinnerung an Ihr vorheriges Leben. Sie beauftragt einen Privatdetektiv zu weitergehenden Ermittlungen, doch erst als ein alter Widersacher vor ihrer Tür steht, beginnt das Hirn so langsam wieder richtig zu arbeiten…

Fazit

Auch wenn Heiligabend schon längst wieder Geschichte ist, darf man sich ruhig noch ein paar Weihnachtsfilme gönnen. „The Long Kiss Goodnight“ mag da zwar inhaltlich etwas aus dem Rahmen fallen, spielt aber immerhin zur passenden Zeit und lässt gewisse Vibes aufkommen.

So richtig neu war die Rahmenhandlung anno 1996 schon nicht, doch darin habe ich noch nie ein Problem gesehen. Das Grundprinzip (was hat diese Frau ohne Gedächtnis zuvor getan) war recht schnell klar, der Fokus lag eher auf seinen Figuren (mitsamt deren Sprüchen) und einem launigen Verlauf – was Renny Harlin in den knapp zwei Stunden durchaus gelungen ist.

Der Streifen besaß ein ordentliches Tempo, bei dem sich ruhigere Momente mit gelungenen Gags und deftiger Action sehr schön abwechselten. Auf dem Schirm wurde es nie langweilig und zur passenden Zeit begann sowieso schon wieder der nächste Schusswechsel.

Geena Davis machte nicht nur optisch eine gute Figur, sondern ging so richtig in ihrer Rolle auf. Anfangs so brav und zurückhaltend, später richtig schon abgebrüht und cool, dass es Filmpartner Samuel L. Jackson mit seinem Macho-Auftritt die Sprache verschlug. Überhaupt bildeten die beiden ein richtig gutes Team, bei deren Konversationen manchmal kein Auge trocken blieb.

Die Action war richtig gut gefilmt und auch vergleichsweise hart, quasi so wie wir sie aus den großartigen Streifen der 90iger kennen. Die Handschrift von Harlin (u. A. Stirb Langsam 2, Cliffhanger) war unüberschaubar und man fühlte sich sofort wohl.

Auch wenn der Regisseur in den letzten Jahren leider nicht mehr so hitverdächtig abgeliefert hat, blieb er mit Werken wie „Tödliche Weihnachten“ sehr positiv im Gedächtnis. Der Titel fühlt sich wie ein knallharter und humoriger Actionstreifen einer vergangenen und hochkarätigen Epoche an und stellt so manchen aktuellen Vertreter in den Schatten. Für mich zwar nicht die Referenz im Genre, aber ein immer wieder gern gesehener Gast im Player.

7,5/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

Lebenszeichen – Proof of Life

Inhalt

Der ehemalige Elitesoldat Terry Thorne arbeitet heute als Vermittler, der beispielsweise von Versicherungen angeheuert wird, um Verhandlungen mit Entführern von Arbeitern im Ausland vorzunehmen. Sein aktueller Fall bereitet jedoch Probleme, da sein Mandant scheinbar keinen Schutz seitens des Konzerns mehr besitzt und somit keine Lösegelder zur Verfügung stehen. Da er sich zur Frau des Opfers hingezogen fühlt, versucht er auf eigene Faust etwas an der verzwickten Lage zu ändern…

Fazit

Die letzte Sichtung von „Proof of Life“ lag so lange zurück, dass ich mich gar nicht mehr an den eigentlichen Film erinnern konnte. Mit leichtem Zögern habe ich mir dann die DVD aus dem Regal genommen – schließlich steht „Vergessen“ bei mir eher für negative Erinnerung, was sich hier zum Glück überhaupt nicht bewahrheitet hat.

Auch wenn der Film etwas seicht und beliebig beginnt, entfaltet sich rasch ein Spannungsbogen erster Güte. Der Verlauf ist so dicht und packend, dass man voll im Geschehen abtaucht und sich soweit möglich wunderbar in die Figuren hineinversetzen konnte.

Zwar gab sich Crowe etwas wortkarg und kühl, doch genau dieser Auftritt hat hervorragend zu seiner Rolle gepasst. Er strahlte eine gewisse Erhabenheit aus und selbst der Zuschauer fühle sich bei seinen Worten stets zuversichtlich. Der Auftritt von Meg Ryan war insgesamt okay, doch David Morse und David Caruso konnten in ihren lässigen Nebenrollen absolut überzeugen.

Bei der Handlung hat man sich wohl an einem Artikel aus der Zeitung orientiert, weshalb ich nicht zu hundertprozentig sagen könnte, dass sich alles so zugetragen hat. Fakt ist jedoch, dass die Abläufe durchaus glaubwürdig und vor allem überhaupt nicht langweilig vorgetragen wurden – selbst Szenen, wo eigentlich nur die Tage verstrichen gar nicht langatmig präsentiert wurden Obendrauf bekam man eine ungefähre Vorstellung vom alltäglichen Geschäft mit Entführungen und interessante Einblicke bei der Vorgehensweise bei solchen Ereignissen.

Besonderes Schamkerl war der Schlusspart. Zwar schien er auf den ersten Blick ein wenig mit dem vorher eingefahrenen Weg zu brechen, doch in seinem krassen Kontrast zum Rest bestand letztlich eine gewisse Kunst. Selten wurde eine kriegsähnliche Situation so packend und dramatisch inszeniert. „Plätscherte“ vorher alles vor sich hin, gab es plötzlich packende Action, bei der man die Luft anhielt und förmlich mitfieberte. Großes Lob an die Regie hierfür.

Auch wenn mich die Handlung auf den ersten Blick gar nicht so angesprochen hatte und sogar ein bisschen trocken klang, hat mich das Geschehen nach kurzer Zeit in seine Bann gezogen und bis zum Ende nicht mehr vom Haken gelassen. Die Story war spannend und kurzweilig erzählt und trotz kleiner Überlänge keine Sekunde uninteressant. Für mich ein klarer Fall für eine warme Empfehlung!

8/10

Fotocopyright: LEONINE

Half Life: Black Mesa

Inhalt

Für Gordon Freeman ist es kein gewöhnlicher Arbeitstag. Bei einem Experiment wird eine Schleuse zu einem fremden Planeten geöffnet und außerirdische Eindringlinge treiben fortan in den Laboren ihr Unwesen. Doch nicht nur mit Ihnen, sondern auch mit dem anrückenden Militär muss es unser unfreiwilliger Held aufnehmen…

Gameplay

„Black Mesa“ ist ein Remake des ersten Half Life-Titels aus dem Jahre 1998. Dabei wurde das Game nicht nur komplett in der etwas aktuelleren „Source-Engine“ des Nachfolger zusammengebaut, sondern dabei auch um neue Physik-Rätsel und einem extrem erweiterten Schlusspart bereichert. Der finale Ausflug nach Xen wurde neben einer grafischen Politur einem vollständigen Re-Design unterworfen und nimmt nun einen großen Teil der Spielzeit ein. Gab es früher einen mageren kleinen Abschnitt, so gilt es nun etliche Stunden in der fremden Welt zu verbringen und neue Aufgaben zu absolvieren.

Das Spiel selbst in ein Ego-Shooter alter Schule. Damit meine ich, dass es sich hin und wieder etwas „kantig“ anfühlt und uns immer mal wieder mit kleineren Rätseln oder Steuerungsproblemen (Hängenbleiben an Objekten) in Zaum hält. Man kann nicht so schnell wie bei einem „Call of Duty“ durch die Gänge hetzen, sondern muss sich gelegentlich die Zeit für kleine Knobelleien nehmen oder die Levelarchitektur etwas genauer nach möglichen Wegen untersuchen.

Die meisten Aufgaben bestehen aus dem Suchen und Betätigen von Schaltern, um Aufzüge, Kraftwerke oder Ähnliches zu aktivieren. Das fühlt sich manchmal stumpf, aber auch irgendwie „oldschoolig“ an und sollte der Mentalität des Spielers nicht heftig zur Last fallen. Ansonsten erkunden wir meist enge unterirdisch Labor-Gänge, dürfen aber auch mal kurzzeitig an der frischen Luft gegen Hubschrauber oder Panzer kämpfen und letztlich der Heimat der Invasoren einen Besuch abstatten.

Spielzeit

Wie lange ich am Original gesessen habe, kann ich gar nicht mehr sagen. Für „Black Mesa“ gibt mir Steam allerdings eine Spielzeit von rund 8,5 Stunden aus, die sich vor allem am Ende etwas gestreckt anfühlten. Ich habe den Umfang des Finales wohl etwas unterschätzt und dachte beim Betreten von Xen schon so gut wie alles absolviert zu haben. Bis auf diesen Punkt gab es jedoch einen jederzeit guten Flow und wenig Leerlauf.

Präsentation

Optisch hat sich der Titel gegenüber seinem Original stark verbessert, auch wenn er selbstredend nicht mit aktuellen Blockbustern mithalten kann. Die etwas modernere Source-Engine sorgt für eine scharfe Optik, nette Texturen, schöne Lichteffekte und vor allem für eine gute Performance. Gerade im Schlußpart auf Xen fallen die Weitsicht und Beleuchtung sehr positiv ins Auge. Allerdings musste ich hier von 4K auf Full-HD zurückschalten, da die Performance spürbar schlechter wurde und die Frames gehörig einbrachen.

Die englische Vertonung ist okay, aber nicht weltbewegend. Die sporadisch eingestreuten Musikstücke wussten zu gefallen und sorgten zusätzlich für Stimmung.

Positiv

  • schöne audiovisuelle Präsentation
  • vertraute Half Life-Atmosphäre mit hohen Wiedererkennungswerten
  • sinnvolle Detailverbesserungen / abgeänderte Rätsel
  • vergleichsweise anspruchsvolles Leveldesign / kein „Durchrennen“
  • spannende Zwischengefechte mit Helicoptern
  • angenehme Spielzeit
  • insgesant herrlich altbacken

Neutral

  • Steuerung zuweilen hakelig / Kollisionsabfrage schwammig
  • wenig unterschiedliche Gegnertypen
  • manche Gegneranimationen nicht so gelungen
  • nervige Gegner („Hunde“), die inflationär oft auftauchten

Negativ

  • Schlusspart Xen einen Ticken zu lang und unübersichtlich
  • manche Aufgaben zu repetitiv
  • manche Schalter schwer erkennbar
  • Performanceeinbbrüche auf Xen

Fazit

Sowohl der erste Half Life, als auch dessen Erweiterungen („Opposing Force“, „Blue Shift“) habe ich damals bei deren Erstveröffentlichungen gespielt und jedes Mal meine Freude an diesen Ausflügen gehabt. Während ich den Nachfolger noch immer regelmäßig durchzocke, hat mich vor allem die Technik des Originals mittlerweile doch ziemlich abgeschreckt. Die Entwicklung und Fertigstellung von „Black Mesa“ hatte ich immer so halb auf dem Schirm und zum Steam-Sale an Weihnachten nun endlich mal günstig zugeschlagen.

Was soll ich groß sagen? Fans der Vorlage fühlen sich sofort heimisch und genießen die vielen sinnvollen Detailverbesserungen, während Neueinsteiger wohl von einigen sperrigen Gameplay-Elementen überrascht werden. So fühlen sich manch nervige „Such-den-Schalter“-Aufgaben nicht mehr zeitgemäß an, doch Veteranen kennen und lieben es nicht anders. Ich habe jedenfalls begrüßt, dass man nicht nur hirnlos durch die Level von Checkpoint zu Checkpoint rennt, sondern auf dem Weg tatsächlich immer mal wieder kurz aufgehalten wird und die Gegend absuchen muss. Zwar lagen manche Lösungen schon arg früh auf der Hand, aber trotzdem wurde man Zwischendurch an den passenden Stellen angenehm entschleunigt.

Etwas zwiespältig stehe ich dagegen dem Schlusspart auf Xen gegenüber. Nach dem ersten Staunen über die tolle optische Präsentation und das auf den ersten Blick auch durchdachte Leveldesign, folgte die Ernüchterung. Das Endgame fühlte sich vergleichsweise lang und verworren an. Die Orientierung fiel oft schwer und die Fleißaufgaben/Rätsel nahmen hier wieder ordentlich an Tempo raus. Weniger wäre vielleicht mehr gewesen. Immerhin gab es dann wieder einen aufregenden Endkampf, der für Vieles entschuldigte.

Für mich gehört Half Life neben dem Duke, Doom und Unreal zu den großen Genreklassikern und ich bin mir seiner mittlerweile ziemlich überholten Machart bewusst. Zumindest grafisch zaubert „Black Mesa“ nun deutlich hübschere Bilder auf den Schirm – ohne den altbewährtem Charme zu verwässern. Veteranen lege ich diesen Titel natürlich an Herz, während sich Neulinge erst einmal auf die altmodische Spielweise einstellen sollten. Unterm Strich lohnt sich das Abenteuer mit Freeman noch immer und lässt uns wunderbar in Nostalgie schwelgen.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 7,5/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Crowbar Collective

Don’t Look Up

Inhalt

Wissenschaftler haben festgestellt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein großer Meteor auf der Erde aufschlagen und das Leben aller Menschen auslöschen wird. Bei der Präsidentin von Amerika stoßen sie zunächst auf taube Ohren und der Auftritt in Talkshows und Internetvideos macht es einfach nicht besser…

Fazit

Nach den ersten Informationen und Trailern war ich sehr gespannt auf diesen Streifen und konnte auf eine Sichtung pünktlich zu Heiligabend natürlich nicht verzichten. Die skurrile Handlung und der ansprechende Cast haben natürlich gewisse Erwartungen geweckt – die das Endergebnis leider nicht in allen Punkten erfüllen konnte.

So richtig originell war die Geschichte an sich ja nicht, aber die Herangehensweise schon. Während bei anderen Titeln wie Armageddon klar der Fokus auf der Zerstörung des bedrohlichen Meteors lag, standen hier der satirische Kampf um Gehör und der entstandenen Medienrummel viel deutlicher im Vordergrund. Auf witzige und zumeist sehr unterhaltsame Weise werden nicht nur Staatsoberhäupter, sondern das Verhalten der Menschen insbesondere in sozialen Netzwerken auf die Schippe genommen. Die schnelle Verbreitung von News und vor allem von Hasskommentaren wurden anschaulich präsentiert und vergleichsweise locker an den Zuschauer herangetragen.

In Sachen Satire funktionierte der Film also sehr gut, doch leider schlichen sich gelegentlich kleinere Längen ein. Auf manche Dialoge oder Szenen hätte man zu Gunsten der Kurzweil sogar gänzlich verzichten oder sie zumindest dramatisch zurechtstutzen können. Mit knapp über zwei Stunden war das Geschehen einen Ticken zu lang und beispielsweise den Strang mit der Liebelei von Jennifer Lawrence hätte man komplett streichen dürfen. Sie wirkte aufgesetzt und trug keine wichtigen Aspekte bei.

Die Darsteller haben allesamt gute Arbeit abgeliefert und vor allem unsere beiden Hauptdarsteller gaben ein schönes Duo ab. Sie bewiesen einen gewissen Mut zur Hässlichkeit und überzeugten vor allem in gelungenen Charakterwandlungen, denen man perfekt folgen konnte. Während Leonardo DiCaprio anfangs noch kaum ein Wort herausbrachte, wurde er im Laufe der Zeit zu einer ganz anderen Persönlichkeit mit massig Selbstbewusstsein. Bei den Nebenfiguren konnte vor allem Meryl Streep als Art Karikatur eines ehemaligen US-Präsidenten glänzen. Jonah Hill hatte als deren Sohn ebenfalls ein paar gute Sketche, blieb ansonsten etwas blas.

Mit ein paar kleinen Optimierungen wäre „Don’t Look Up“ ein kurzweiliges Vergnügen geworden. In seiner aktuellen Form ist er zwar auch nicht übel, aber stellenweise etwas langatmig ausgefallen. Als Abonnent schaut mal auf jeden Fall mal rein und freut sich über manch gelungene Gags und einen halbwegs launigen Abend. Ich hätte mir zwar unterm Strich irgendwie mehr erhofft, doch so richtig enttäuscht war ich dann auch nicht und so manch schräger Moment ist dann doch im Gedächtnis geblieben.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Vanilla Sky

Inhalt

David Aames hat alles, was man sich nur wünschen kann. Er ist jung, schaut gut aus, hat reich geerbt und verkehrt ihn vornehmen Kreisen. Als er auf seiner Geburtstagsfeier zudem noch die hübsche Sofia kennen- und lieben lernt, scheint das Glück erst einmal perfekt. Der Zorn einer Ex-Freundin droht hingegen alles zu zerstören…

Fazit

Nach langer Zeit habe ich am gestrigen Abend mal wieder die Scheibe von „Vanilla Sky“ in den Player gelegt und ihn am Ende mit gemischten Gefühlen wieder abgeschaltet. Der Film an sich ist nach wie vor nicht schlecht, doch trotz längerer Abstinenz für mich einfach kein Werk für das wiederholte Anschauen.

Die Geschichte orientiert sich stark am spanischen Original „Open your Eyes“ (ebenfalls mit Penelope Cruz) und hält sich weitestgehend an dessen interessante Prämisse – mit allen inszenatorischen Höhen und Tiefen. Das Geschehen beginnt munter und macht dank hervorragender Darsteller auch richtig Spaß, doch an einem gewissen Punkt ist ein fataler „Cut“ zu spüren. Geübte Zuschauer haben sogleich eine Theorie über den weiteren Verlauf und werden auch trotz ein paar bemühter Wendungen nicht von ihrer Denke abgebracht.

Man hatte das Gefühl, das Crowe am Ende noch einmal mit aller Gewalt die Welt aus den Fugen reißen und uns mit manchen Dingen überlasten wollte. Hat sich der Film zuvor in einigen Bereichen zu viel Zeit gelassen, überschlugen sich die Ereignisse zu heftig und man konnte innerlich nicht jeden Schritt mitgehen. Es war uns eigentlich klar, was die Hintergründe sind und die Konzentration auf andere Theorien brach irgendwie ein. Man wusste wohin die Reise geht und was der Regisseur mit uns vorhatte.

Audiovisuell war der Streifen sehr schön, Darsteller und Rahmenhandlung sprachen ebenfalls an, doch letztlich blieb nur ein gemischter Eindruck zurück. Das Original hat sicherlich genügend von der Handlung gespoilert und dennoch wollte man sich auf diese Adaption ohne Vorbehalt einlassen. Hier waren einige Elemente jedoch überdeutlich, fast schon zu massentauglich an den Mann gebracht und essentielle Momente wurden verfälscht. Versteht mich bitte nicht falsch, auch mit dieser Variante kann man absolut gut bei Laune gehalten werden – für mich wäre aber irgendwie weitaus Mehr drin gewesen.

7/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Seite 1 von 4

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén