Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Monat: November 2021 Seite 1 von 3

Pig

Inhalt

Der mysteriöse Robin lebt zurückgezogen in den Wäldern und verdient sich seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Trüffeln an den Sohn eines Restaurantbesitzers. Als dann eines Tages jedoch sein geliebtes Trüffel-Schwein verschwindet, wagt er sich nach etlichen Jahren endlich mal wieder in die große Stadt…

Fazit

Seit seiner Veröffentlichung galt „Pig“ im Internet als so etwas wie ein kleiner Geheimtipp. Im Gegensatz zu manchen Schauspiel-Veteranen ist gerade Nicholas Cage noch immer für Überraschungen gut und deshalb wollte ich mir diesen vermeidlich kruden Titel auch nicht entgehen lassen.

„Pig“ transferiert eine klassische Entführungs-Geschichte in ein seltsam bizarres Kleid und sorgt mit einem unberechenbaren Verlauf für angenehme Unterhaltung. Man konnte die nächste Szene kaum vorherahnen und vor allem sich am stetigen Ausbau der Hauptfigur erfreuen.

Durch den kompletten Film zog sich eine angenehme Mystik, die vor allem die Rolle von Cage betraf. Man wurde mitten ins Geschehen hineingeworfen und hat erst nach und nach mehr über seine Person erfahren. Witzigerweise brach man allerdings auch hier mit den üblichen Konventionen und servierte uns hier keinen handelsüblichen Ex-Marine oder Ähnliches.

Überhaupt waren alle Charaktere so schräg angelegt, dass man sich stets von der Handlung überraschen und gut unterhalten ließ. Man ließ sich einfach fallen, harrte der Dinge und wurde am Ende nicht enttäuscht. Das Gebotene war ungewöhnlich, vielleicht nicht immer hundertprozentig nachvollziehbar – aber vielleicht auch deshalb so kultverdächtig.

Unterm Strich war „Pig“ für mich jetzt nicht der große Wurf, aber dank seiner interessanten Machart auch keine verschwendete Zeit. Cage hat in den letzten Jahren schon deutlich schlechter abgeliefert, weshalb man sich hier eigentlich gar nicht beschweren kann. Ein ungewöhnlicher und hierdurch ziemlich guter Film.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

Apex

Inhalt

Eine Gruppe von reichen Herrschaften bezahlt gutes Geld für die Hatz auf Menschen auf einer entlegenen Insel. Ihre aktuelle Beute haben sie jedoch unterschätzt – denn dem ehemaligen Polizisten Thomas Malone gelingt es, seine Häscher gegeneinander aufzuhetzen und sich so gegenseitig auszuschalten…

Fazit

Die Grundidee von „Apex“ ist weder neu, noch sonderlich gut und die Bedenken über die Größe des Auftritts von Bruce Willis wandern ebenso im Hinterkopf. Dennoch wollte ich – auch mangels Alternativen am gestrigen Abend – mal einen Blick wagen und wurde recht angenehm überrascht.

Wie Eingangs erwähnt, lockt die Story an sich Niemand mehr hinterm Ofen hervor. Man hat den Plot rund um eine Menschen-Jagd schon dutzende Male und in ebenso ähnlicher Form erlebt. Zwar spielt das Treiben hier in der Zukunft, doch abgesehen von einer bunten Anfangssequenz und ein paar Teleport-Elementen haben wir nicht viel davon gesehen – was das Ganze noch austauschbarer erscheinen ließ.

„The Misfits“ hat mich positiv überrascht und so auch hier. Der Auftritt von Superstar Bruce Willis fiel gar nicht mal so klein aus und er bot seine Präsenz über die komplette Laufzeit an. Hier hat er seine Sache auch mal wieder ganz ordentlich gemacht und vor allem die vielen Seitenhiebe auf sein „früheres Leben“ waren ganz amüsant. Durch ein paar dumme Sprüche nahmen sich der Titel selbst ein wenig an Ernsthaftigkeit und ließ einige eiskalte Tötungsvorgänge dann gar nicht mehr so hart erscheinen.

Obwohl die Handlung nicht neu und das Figurendesign insgesamt wenig originell erschien, hatte man seinen Spaß. Das Tempo war angenehm hoch und die halbwegs lustigen Dialoge taten neben der netten Action ihr Übriges. Kurzweil wurde hier wirklich groß geschrieben und mit der passenden Erwartungshaltung wurde man nicht enttäuscht. Das Rad wurde sicherlich nicht neu erfunden und insgesamt wirkte der Streifen technisch auf B- oder gar C-Movie Niveau – aber der Genrefan kam auf seine Kosten.

6,5/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

The Dark Side of the Moon: An Interactive FMV Thriller (Nintendo Switch)

Inhalt

Ein alleinerziehender Vater muss eines Morgens feststellen, dass seine beiden Kinder verschwunden sind. Er schaltet die Polizei ein und begibt sich selbst auf die Suche nach ihnen. Dabei kreuzen allerlei seltsame Gestalten seinen Weg…

Gameplay

Bei „The Dark Side of the Moon“ handelt es sich um einen interaktiven Film, der zumindest in einigen Bereichen mit kleineren Konventionen bricht. Zwar bekommen wir auch hier jede Menge Videomaterial zu Gesicht, doch bei seiner Interaktivität versucht er dem „Zuschauer“ mehr Handlungsmöglichkeiten zu geben – was sich letztlich eher suboptimal auf den Spielfluss auswirkt.

Vergleichen kann man das Ganze mit Klassikern ala „Phantasmagoria“ oder „Gabriel Knight 2“. Man orientiert sich mit seinen Interface an typischen Adventuren und ermöglicht so einen nicht-linearen Ablauf der Filmsequenzen. Dies mag uns augenscheinlich mehr Freiheit geben, sorgt aber auch für sich ständig wiederholende Abläufe – die glücklicherweise überspringbar sind.

Manchmal wissen wir nicht genau, was das Programm eigentlich von uns will und dann halb nur dumpfes ausprobieren. Entweder klapperte man alle Locations (mit etlichen Zwischenfilmchen) noch einmal ab oder klickte alle Gegenstände im Inventar durch – bis es endlich mal wieder weiter ging. Ein richtiger „Miträtsel-Faktor“ war zumeist nicht gegeben.

Präsentation

Gespielt habe ich den Titel hauptsächlich im Handheld-Modus der OLED-Switch. Die Texte waren manchmal arg klein, aber die Videos insgesamt von guter Qualität. Eine deutsche Übersetzung lag nicht vor – Text und Dialoge waren komplett auf Englisch. Die Darsteller gaben sich zwar sehr laienhaft und entsprechend durchwachsen von ihrem Gesamteindruck, waren aber immerhin gut verständlich.

Spielzeit

Erneut habe ich die Spielzeit nicht mit der Stoppuhr gemessen und kam hin und wieder auch nur zu sehr kurzen Etappen. Normalerweise suchte ich solche Titel dank ihrer kompakten Laufzeit am Stück durch, doch hier musste ich wegen bereits angesprochener Leerläufe einfach mal pausieren. Herausgekommen sind dann zirka 4 bis 5 Stunden würde ich sagen. Für das Genre durchaus beachtlich, wegen seiner Durchhänger jedoch eher mit gemischten Gefühlen zu betrachten.

Positiv

  • Interessante Grundgeschichte
  • gute Videoqualität

Neutral

  • nur auf Englisch
  • mittelprächtige Darsteller

Negativ

  • langweilige Handlung
  • viel spielerischer Leerlauf
  • Trial & Error Passagen

Fazit

Für mich leben interaktive Filme von ihrer kurzweiligen Handlung und weniger von komplexem Gameplay. Wozu eine untypische Herangehensweise führt, hat sich bei „The Dark Side of the Moon“ jedoch von seiner negativen Seite gezeigt. Mochte ich zu Beginn noch den Hauch eines altmodischen Point-and-Click-Adventures, habe ich mich im Laufe der Zeit über ständig wiederholende Videos geärgert und gelangweilt sämtliche Gegenstände im Inventar durchgeklickt – um auch nur irgendwie einen weiteren Fortgang zu erleben.

Die Leerläufe wären bei einer insgesamt guten Geschichte noch zu verschmerzen gewesen, doch auch hier konnte das Werk nicht punkten. Alles schleppte sich dahin, war nur selten im Ansatz aufregend gestaltet und ließ Emotional durchwegs kalt. Meiner Meinung nach einer der schwächsten Genrevertreter in der letzten Zeit. Lieber weniger echtes Spiel und dafür einen spaßigeren Filmgenuss.

Grafik: 7/10
Sound: 6/10
Gameplay: 5/10
Gesamt: 5/10

Fotocopyright: Tayanna Studios

The Misfits – Die Meisterdiebe

Inhalt

Eine Gruppe von Spezialisten findet sich in Dubai zusammen, um einen großen Coup durchzuziehen. Als Verstärkung würden sie gerne den rüstigen Gauner Richard Pace einspannen, doch dieser wehrt sich am Anfang noch mit aller Kraft…

Fazit

„The Misfits“ hat mich ein wenig überrascht. Die Anzahl der positiven Elemente hat eindeutig überwogen, doch am Ende reicht es nicht für einen Platz in der gehobenen Liga.

Die Inszenierung überzeugte mit eigener Ästhetik, die an Videoclips erinnert und grundsätzlich einen erhabenen Eindruck machte. Die Farben waren kühl, die Optik auf Hochglanz getrimmt und einige Kameraeinstellungen absolut originell. Die schnellen Schnitte und ein paar gute CGI-Effekte rundeten den audiovisuellen Auftritt makellos ab.

Von Pierce Brosnan gab es erstaunlicherweise mehr zu sehen, als ich im Vorfeld erwartet hätte. Er übernahm tatsächlich eine stets präsente, tragende Rolle und diente nicht nur als prominentes Zugpferd. Mit seiner Präsenz verlieh er dem recht jugendhaft wirkenden Treiben eine gewisse Eleganz und nicht zuletzt auch einen kleinen Hauch von Bond.

Schade hingegen, dass die Handlung nach einem recht kurzweiligen Auftakt irgendwann ins Stocken gerät. Besonders die Planung des eigentlichen Coups ist streckenweise langwierig und vom Humor her weniger ansprechend, als bei der Konkurrenz. Das Geschehen driftet ins Belanglose und verliert sich in schleppenden Dialogen – bei denen nicht einmal Brosnan die Kuh vom Eis bewegen kann.

„The Misfits“ fing so gut an, überraschte mit breitem Auftritt des ehemaligen Bond- und Remmington Steele-Darstellers, Patzer aber bei seinem Erzählfluss. Unterm Strich blieb ein optisch gefälliger und gut besetzter Streifen, aber zumeist viel zu harmlos vor sich hin marschierte und wenig Glanzpunkte setzte. Ein durchaus anschaubarer, aber auch unspektakulärer Streifen für einen gemütlichen Feierabend – mehr jedoch nicht.

6/10

Fotocopyright: SquareOne Entertainment (im Vertrieb von LEONINE)

Venom: Let There Be Carnage

Inhalt

So langsam hat sich Eddie mit seinem Außerirdischen Begleiter und der Trennung von seiner Freundin abgefunden und geht wieder halbwegs normal seinem Job als Reporter nach. Als er einen Sträfling in der Todeszelle besucht und von diesem provoziert wird, begeht sein Begleiter allerdings einen fatalen Fehler…

Fazit

Obwohl ich den Vorgänger nicht unbedingt großartig gefeiert habe, hatte ich mich auf „Venom 2“ schon irgendwie gefreut. Konzept und Figuren hatten nach wie vor Potential, doch erneut bleibt hier so Manches davon auf der Strecke.

Es mag komisch klingen, doch irgendwie wirkte „Venom 2“ nicht wie ein riesiger Blockbuster, sondern ein eher kleineres B-Actionspektakel für Zwischendurch. Die Handlung war simpel, bot wenig Tiefgang, keine doppelten Böden und verlief jederzeit gradlinig. Die Anzahl an Schauplätzen, Darstellern und anderen Ausstattungsmerkmalen war vergleichsweise überschaubar und stand somit im (grundsätzlich angenehmen) Kontrast zu den meisten anderen Superheldenfilme der letzten Jahre.

Obwohl das Gebotene streckenweise auf Sparflamme kochte und sogar hin und wieder arg vor sich hinplätscherte, trumpfte die ebenfalls vergleichsweise kurze Spielzeit auf. Zwar verging das Treiben nicht wie im Flug, doch vom unerwartet frühen Showdown und Abspann war ich am Ende recht angetan. Der Film fokussiert sich auf seine übersichtlichen Elemente und zog sich nicht unnötig in die Länge. Man riss keine unnötigen Stränge auf und weckte keiner falschen Erwartungen.

Bei den Darstellern bin ich geteilter Meinung. Hardy hat sicherlich erneut gut in seine Rolle gepasst, doch bei Woody Harrelson hatte ich einen leichten Beigeschmack. Er ist zwar grundsätzlich ein toller Schauspieler und macht jede Komödie absolut sehenswert – und genau hier lag wohl auch der Knackpunkt. Bei „Natural Born Killers“ hat die Rolle des verrückten Antagonisten super gepasst, doch hier fühlte es sich nicht ganz richtig an. Man hatte stets das Gefühl er wäre einfach nur Dauergast an sämtlichen Fronten und als Allzweckwaffe wohl immer platziert.

Dauergast Harrelson hin oder her. „Venom: Let There Be Carnage“ ist kein Actionfeuerwerk und manchmal etwas unlustig-langweilig, aber insgesamt gut anschaubar. So leid es mir für die Lichtspielhäuser aber auch tut – eine Empfehlung zum Kinobesuch vermag ich nicht aussprechen. Der Streifen war einfach „okay“ und eher ein Kandidat für einem Streamingdienst – sofern er im Angebot oder gar für umme enthalten ist. Stabiler kleiner Film, aber schnell wieder vergessen.

6,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Tattoo – Rette Deine Haut

Inhalt

Eine grausige Mordserie macht der Polizei zu schaffen. Im Milieu der „Body Modifier“ macht ein Killer die Runde – der seinen Opfern am liebsten die Kunstwerke aus dem Körper schneidet…

Fazit

Werke wie „Tattoo“ sind eine angenehme Ausnahme in der deutschen Filmlandschaft und stellen einen angenehmen Kontrast zu üblichen Tatorten oder Fernsehkrimis da. Was Regisseur Robert Schwentke seinerzeit sogar auf die Kinoleinwand brachte, hat auf Anhieb mit düsterer Atmosphäre und hochwertiger Optik von sich überzeugen können.

Die Handlung animierte zwar hier weniger zum Mitraten, doch aufgrund seiner doch recht spannenden Erzählweise war dies kein größeres Problem. Sicherlich fuhr man seinerzeit noch ein wenig im Fahrwasser von Klassikern wie „Sieben“, doch Eigenständigkeit bot uns „Tattoo“ zum Glück zuhauf.

Das Szenario wirkte frisch und ansprechend – und für gerade für eine deutsche Produktion auf den ersten Blick ziemlich befremdlich. Es braucht eine kleine Weile, aber dann dann gelingt das Abtauchen im Körperkult-Milieu ganz vorzüglich. Das bizarre Thema übt stets eine gewisse Faszination aus und ein paar deftige Einlagen untermauern den harten Grundton.

Die Darsteller waren mit ihren grimmigen Mimen vielleicht das ein oder andere mal über das Ziel hinausgeschossen, haben der Stimmung damit nicht geschadet. Diel und Redel haben sich hervorragend ergänzt und als äußerst ungleiches Buddy-Duo durchwegs überzeugt. Ihre Figuren waren gut geschrieben und greifbar ausgebaut.

Wer Filme wie „Sieben“ oder „Ressurection“ mochte, kann sich ungefähr ein Bild von der Inszenierung von „Tattoo“ machen und erst recht mal einen Blick riskieren. Seine Abgrenzung zu den restlichen hiesigen Produktion war zugleich auch die größte Stärke und wenngleich der Verlauf hier und da mal kurz stockte, ergab sich doch ein rundes Gesamtbild. Unterm Strich ein beachtlicher Titel, der aktuell bei Netflix sogar in brauchbarer Qualität anzuschauen ist.

7,5/10

Fotocopyright: LEONINE

Midnight in the Switchgrass – Auf der Spur des Killers

Inhalt

Die FBI-Agenten Karl Helter und Rebecca Lombardi beschäftigen sich mit dem Verschwinden von jungen Damen und so langsam zeichnet sich dabei grausige Gewissheit ab. Sie haben es nicht nur mit Menschenhändlern, sondern scheinbar auch einem brutalen Serienkiller zu tun…

Fazit

Ich mag es nicht, wenn man Filme bereits im Vorfeld verurteilt – doch hier hatte ich schon leichte Magenschmerzen, die sich letztlich auch so bewahrheitet haben. Auf dem Cover prangen zwar durchaus prominente und noch immer zugkräftige Gesichter, doch das Produkt dahinter verblieb durchwegs auf mittelprächtigem Niveau.

„Midnight“ spricht erst einmal ein recht interessantes Thema an, verliert sich dann aber in seiner belanglosen Umsetzung. Es schleichen sich zu viele Längen ein und der Verlauf plätschert großenteils vor sich hin. Es gab wenig Action, wenig nachvollziehbare Ermittlungsarbeit und abgesehen von einigen reizenden Auftritten von Megan Fox kaum nennenswerte Schauwerte.

Bruce Willis konnte sich mit seinen letzten Werken kaum mit Ruhm bekleckern und auch hier nicht für überraschende Begeisterungsstürme sorgen. Im Gegensatz zu seiner Filmpartnerin war seine Screentime sehr überschaubar und sein Auftritt lediglich routiniert, fast schon gelangweilt. Alle Akteure stolperten so durch die Handlung und zeigten bestenfalls solide Kunst, die nicht vom Hocker warf.

Technisch war der Titel durchwachsen. Die Bilder waren zumeist auf Hochglanz poliert, wirkten jedoch oftmals steril und wie aus einer Handykamera generiert – mit anderen Worten: eher ein billiger Look. Die mittelprächtige Vertonung tat ihr Übriges.

In meine Augen hätte sich „Midnight“ als reiner Fernsehfilm etwas besser geschlagen. Die Erwartungen wären von Anfang an wesentlich gedämpfter gewesen und der Rest (Optik, Technik, Inszenierung) hätte hierzu weitaus besser gepasst. Unterm Strich bleibts ein bemühter, aber insgesamt höchst durchschnittlicher Krimi mit zumindest netten Ansätzen.

5,5/10

Fotocopyright: Midnight in the Switchgrass – Auf der Spur des Killers

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings

Inhalt

Aus heiterem Himmel wird Shang-Chi von der Vergangenheit eingeholt. Fiese Schläger wollen seine Schwester und ihn wieder ins verhasste Haus des Vater zurückholen – wo sie diesen bei einem schlimmen Plan unterstützen sollen…

Fazit

Mit „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ findet sich wieder ein Opfer des verehrenden Kinojahres arg verfrüht im Heimkino ein und hofft auf dortigen Erfolg – den er hoffentlich einheimsen wird.

Als größten Fan von Marvel-Produktionen würde ich mich nicht unbedingt bezeichnen, lasse mich aber von den üblichen Effektgewittern gerne beiläufig unterhalten. Für mich sind die Titel zumeist recht austauschbar und auch leider nicht mehr wirklich etwas Besonderes. Genau an diesem Punkt springt nun aber „Shang-Chi“ in die Breche – denn er fühlt sich mehr nach klassischem Material Arts, denn stumpfen Superheldenfilm von der Stande an.

In seinen starken Momenten (und davon gab es einige!) erinnert das Spektakel augenzwinkernd an große Klassiker, die ich hier gar nicht alle aufzuzählen vermag. Wenn sich die Akteure wie an Seilen fortbewegen und tänzerische Kampfeinlagen aufs Parkett legen, ist beim Genrefan die Gänsehaut garantiert. Sicherlich hat hier der Computer gute Hilfe geleistet und trotzdem strahlt noch so Etwas wie Handwerkskunst hervor.

Die Handlung an sich war dagegen bodenständiger, fast schon austauschbar und nicht sonderlich aufregend erzählt. Nachdem der Verlauf irgendwann halbwegs durchschaut wurde, gab es keine echten Überraschungen mehr und alles plätscherte bis zum großen Finale vor sich hin. Glücklicherweise gab es dazwischen aber immer mal wieder besagte Highlights, die stets für neue Aufmerksamkeit sorgten und den Zuschauer am Ball bleiben ließen.

Während die meisten Gesichter für den westlichen Markt recht unverbraucht und erfrischend wirken, dürften Filmlieber ein breites Grinsen beim Anblick von Tony Leung erhalten. Der gute Mann ist in den letzten Jahren kaum gealtert und gibt einen diabolischen Widersacher mit ordentlich Charisma. Die begnadete und elegante Michelle Yeoh sollte man jedoch auch nicht vergessen.

Mehr „Tiger & Dragon“ oder „Hero“ statt „Captain America“ oder „Black Panther“. „Shang-Chi“ gibt sich für einen Disney/Marvel-Streifen relativ ungewöhnlich und konnte somit überraschend punkten. Klar geht’s erzählerisch eher konservativ zur Sache, doch die audiovisuellen Reize übertünchen dieses Manko mit Leichtigkeit. Für mich ein leichtgängiger Spaßfilm für Zwischendurch – auch wenn er wohl nicht ewig im Gedächtnis verweilen wird. So wird er eben irgendwann nochmal geschaut.

7,5/10

Fotocopyright: Disney/Touchstone

Sløborn – Staffel 1

Inhalt

Sløborn ist eine kleine verschlafene Nordseeinsel und nur selten im Zentrum von weltbewegenden Ereignissen. Als jedoch ein Boot mit Leichen angeschwemmt wird, bricht das Unbehagen aus. Eine schlimme Seuche macht sich breit und die Eindämmung gestaltet sich als extrem schwierig…

Fazit

Gerade in der heutigen Zeit sind die Menschen wohl etwas sensibilisiert für Produktionen, die sich mit Pandemien beschäftigen und teils drastische Bilder zeigen. „Sløborn “ ist jedoch vor der aktuellen Eskalationslage entstanden und trug hierdurch glücklicherweise auch nie den Beigeschmack des schnellen Geldes. Vielmehr steht – zumindest am Anfang – weniger das dramatische Großereignis, vielmehr die Alltags-Schicksale seiner einzelnen Anwohner im Fokus. Und das haben die Produzenten auf eigene Weise richtig gut in Szene gesetzt.

Schon auf den ersten Blick fällt die extravagante, fast schon künstlerische Optik ins Auge. Mit warmen Farben, harten Kontrasten und interessanten Kameraperspektiven wird ein eigenwilliger, jedoch extrem hochwertiger Look geschaffen. Alles fühlt sich nach großen Kino an und das Abtauchen fiel da umso einfacher.

Bei den Darstellern gab es bekannte Gesichter aus der hiesigen Fernsehlandschaft zu erblicken und an deren Leistung hier keineswegs etwas zu beanstanden. Erneut hat mir Wotan Wilke Möhring sehr gut gefallen, wobei ihm seine Filmtochter Emily Kusche in Nichts nach stand und meist sogar eine noch wichtigere Rolle im Gesamtbild einnahm. Überhaupt haben alle ihre Sache hervorragend gemacht und trugen mit ihrem zuweilen recht befremdlichen Auftreten ihren Teil zum gelungenen Grusel bei.

Die Handlung war im Grunde gar nicht mal so originell oder tiefgründig, doch seine unkonventionelle Machart gab dem Ganzen einen andere Sichtweise. Viele Momente waren verdammt nah an der Realität und gaben der Produktionen gerade im letzten Drittel immense Schübe an Gänsehaut. Man könnte meinen, dass die Macher sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt und Fachleute hinzugeschaltet haben – und nun zu echten Experten geworden sind und die derzeitige Lage sicherlich gut einsortieren können.

Durch seine irgendwie leicht bizarre Machart mit schrägen Charakteren und einem recht unvorhersehbaren Verlauf zog die ersten Staffel von „Sløborn“ in ihren Bann. Plätscherte die erste Folge noch etwas vor sich hin, nahm das Geschehen alsbald ordentlich an Fahrt auf und ließ uns bis zum bitteren Ende nicht mehr vom Haken. Die vielen Parallelen zur aktuellen Realität waren beängstigend und packend zugleich. Wer mit dem Thema keine Probleme hat und grundsätzlich nichts gegen europäische Produktionen hat, sollte unbedingt mal reinschauen. Ich fiebere einer (wohl zum Glück bereits genehmigten) Fortsetzung entgegen und kann nur eine warme Empfehlung aussprechen.

8,5/10

Fotocopyright: Tobis (Vertrieb LEONINE)

Layer Cake

Inhalt

Noch im recht jungen Alter möchte sich ein Gangster vom Business verabschieden und zur wohlverdienten Ruhe setzten. Seine Partner jedoch sehen das kritisch. Er bringt ihnen schließlich gutes Geld ein und deshalb soll er nicht so leicht vom Haken gelassen werden. Es gibt noch ein paar letzte Aufträge, die es mächtig in sich haben…

Fazit

Nach „Snatch“ habe ich wieder großen Appetit auf „Layer Cake“ bekommen und wurde wieder einmal nicht enttäuscht. Dieser Streifen stammt zwar nicht aus der Feder von Guy Richtie himself, doch die großen Parallelen sind nicht zu übersehen und vor allem allem stimmt auch hier der Unterhaltungsfaktor auf jeden Fall.

Auch bei „Layer Cake“ werden diverse Handlungsstränge aufgebrochen und die Dinge schienen nicht immer so, wie es auf den ersten Blick zu vermuten war. Überall öffneten sich doppelte Böden und an nahezu jeder Font entwickelten sich die Dinge anders, als zunächst geplant. Dies mag von der Grundidee nicht unbedingt originell erscheinen, funktioniert aber so, wie wir (oder zumindest ich) es einfach vom britischen Genrefilm lieben.

Das Tempo ist jederzeit angenehm hoch und Leerlauf ist quasi nie vorhanden. Trotz skurriler Momente konnte man sich insgesamt gut in die Schicksale unserer zumeist äußerst schrägen Charaktere hineindenken und sogar ein wenig mit ihnen fühlen. Vor allem ein äußerst aufgelegter Craig konnte sich mit seiner Rolle prima für einen späteren Bond qualifizieren.

Technisch gab es ebenso nichts zu Mäkeln. Sicherlich wirkt die grobe Optik mittlerweile etwas angestaubt, doch irgendwie passt der dreckige Look auch gut zum Szenario. Wie bei seinen Mitstreitern von Richtie gab es auch hier interessante Kameraperspektiven (ich sag nur Prügelszene im Dinner) und schnittige Übergänge zu bestaunen.

Von Filmen wie „Snatch“ oder eben „Layer Cake“ kann ich eigentlich nie genug bekommen. Auch hier passt die Mischung aus Gangsterfilm, Humor und verzweigter – aber nicht über komplexer – Erzählstruktur. Für einen kurzweiligen Tripp ein immer wieder gern gesehener Gast im Player.

8/10

Fotocopyright: Layer Cake

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