Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Monat: Oktober 2021

Alice in Borderland -Staffel 1

Inhalt

Arisu hängt die meiste Zeit auf der Couch ab oder beschäftigt sich mit Videospielen. Als er eines Tages jedoch das Haus verlässt und sich in einem scheinbar völlig menschenleeren Tokyo wiederfindet, ist seine sonst so bescheidene Aufmerksamkeit geweckt. Auf der Suche nach anderen Personen, wird er mit immer schrecklicheren Details konfrontiert…

Fazit

„Alice in Borderland“ profitiert sicherlich auch vom aktuellen Hype um den Mitstreiter „Squid Game“ – der bekannterweise ein riesiges Echo im Netz ausgelöst hat und gefühlt täglich für Schlagzeilen sorgt. Offenkundig preist der Streaming-Anbieter jedenfalls diese Serie als Alternative an und so muss sie sich auch dem direkten Vergleich zum neuen Kult stellen.

So richtig lassen sich die beiden Formate allerdings nicht vergleichen. „Alice“ bietet schon einen etwas anderen Ansatz und sorgt damit auf seine Weise für Aufmerksamkeit beim potentiellen Betrachter. Hier liegt die Fantasy-Komponente deutlicher im Vordergrund und Vergleiche sind hier eher zum berüchtigten „Battle Royale“ aufstellbar.

Obwohl sich das Format grundsätzlich nicht schlecht anfühlt, wirkt es an vielen Ecken aus bekannten Vertretern – wie eben besagtem „Battle Royale“ – zusammengeklaut und somit nicht immer vollends originell. Die Mischung geht zwar größtenteils auf, dennoch gibt es hin und wieder auch kleinere Längen. Logikprobleme obendrein. Zwischen durchaus furioser Action gab es teils langatmige und nicht immer greifbare Dialoge, die gerne einen Ticken kompakter hätten ausfallen dürfen. Besonders in den letzten drei Folgen zieht sich das Finale ein wenig.

Die deutsche Lokalisation (sowas sollte man immer erwähnen) war gut und gab keinen Grund zur Klage. Man sollte nicht unterschätzen, wie sehr eine Vertonung zum Erfolg einer Produktion beitragen kann – vermutlich hat die breite Masse kein Bock auf das Lesen von Untertiteln. Ich weiß nicht, ob einige Verständnisdiskrepanzen auf die Übersetzung zurückzuführen waren, doch Stimmen und deren Betonung waren jedenfalls mehr als gut gewählt und gaben keinen Grund zur Klage.

Gegen den aktuellen Platzhirsch kommt „Alice in Borderland“ in vielen Punkten, aber vor allem beim Spannungsaufbau nicht heran, doch als würdige Kost zur Überbrückung auf neuen Content ist das Ding mehr als geeignet. Die Japaner erfanden das Rad zwar nicht neu, lieferten aber ein paar echt gut konzipierte Momente mit frischen Darstellern und ebenfalls ansprechender Prämisse. Mir sagt die Handlung aus Korea mehr zu – dennoch gebe ich hier durchaus eine Empfehlung. Erwartet nicht den selben Inhalt, sondern eher mehr Sci-Fi und dann passt das soweit.

7/10

Fotocopyright: Netflix

The Billion Dollar Code – Staffel 1

Inhalt

Mit Hilfe eines großen Mobilfunkkonzerns gründen die beiden Freunde Carsten und Juri ein eigenes Unternehmen und planen damit, die IT-Welt der frühen Neunziger maßgeblich zu verändern. Sie kommen aus dem Umfeld des berüchtigten „Chaos Computer Clubs“ und haben eine bahnbrechende Idee, die natürlich auch die Konkurrenz auf den Plan ruft…

Fazit

Es ist schon ein wenig beschämend, dass selbst ich als IT-Mensch recht wenig von diesem Prozess gehört habe – aber umso überraschender, was Regisseur Robert Thalheim aus der eigentlich eher trockenen Thematik geschaffen hat.

„The Billion Dollar Code“ ist eine kleine, aber feine Serie – die es wahrlich in sich hat und einen – zumindest für mich – extrem hohen Suchtfaktor besaß. Das Geschehen begann noch recht beschaulich, um dann nach kurzer Zeit recht stark in ihren Bann zu ziehen und bis zum tragischen Ende ohne Längen oder Ungereimtheiten daher kam.

Die Sprünge zwischen den Zeiten, das Wechseln aus Erzählerperspektive und Echtzeit waren immens gut gelungen. Selten zuvor griff diese Machart so großartig ineinander und sorgte für ein interessantes Pacing. Die Handlung funktionierte auf mehreren Ebenen und stellte besonders die Beziehung der Hauptfiguren in den Fokus.

Egal ob Vergangenheit oder Gegenwart – die Leistung aller Darsteller war ausgezeichnet und die Chemie hat jederzeit gepasst. Die Aufbruchsstimmung nach der Wende war greifbar und erweckte selbst beim Betrachter eine gewisse Dynamik, die das Dranbleiben noch spannender machte. Unterstrichen wurde das Ganze mit zeitgemäßer Ausstattung, wie akribisch genau nachgebildete Büroräume oder der Kleidung der Akteure.

Die gerade einmal vier Episoden vergingen im Flug und gerne wäre ich noch länger im packenden Geschehen versunken. Wie dem auch sei, mit „The Billion Dollar Code“ hat Netflix die derzeit wohl beste „Nerd-Serie“ im Programm, die mit ihrer geschmeidigen Inszenierung durchaus für die breite Masse ein hochinteressantes Unterrichtskino darstellen dürfte. Während auf der einen Seite alles perfekt erklärt wurde, reiben sich die Insider wegen der akkuraten Aufmachung und vielen beiläufigen Erwähnungen grinsend die Hände. Ich hoffe, dass die Macher ihrer Linie treu bleiben und entweder mit einer eventuellen Fortsetzung oder einer ähnlich gelagertem Thematik dem Streamingdienst treu bleiben.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

Squid Game – Staffel 1

Inhalt

Auf einer abgelegenen Insel treffen über 400 hochverschuldete und grundsätzlich unterschiedliche Charaktere aufeinander. Sie werden zur Teilnahme an Kinderspielen aufgefordert, die mit ihren simplen Regeln eigentlich gut zu verstehen sind. Für den Sieger steht ein hohes Preisgeld in Aussicht, für den Rest allerdings nur ein Abtransport im Sarg…

Fazit

Schon lange wurde keiner Serie mehr so gehypt wie diese. Selbst die Presse ist mit mehr oder weniger positiven Schlagzeilen auf diese Produktion aufmerksam geworden – und allein um ein wenig Mitreden zu können (und um meine Tochter nicht alleine schauen zu lassen), habe ich mich dem vermeintlichen Wunderwerk einmal hingegeben.

Die 9 Episoden waren an 2 Abenden „durchgebincht“ und mein Urteil fällt positiv auf. Weniger wegen seinem hohen Gewaltgrad oder grundsätzlich neuen Elementen, vielmehr mit seiner Prämisse um einfache Kinderspiele hat sich die Serie zum Kult gemausert – wobei die Qualität der Umsetzung dem Gelingen natürlich extrem zuträglich war.

Das Werk bot eine durchwegs hohe Spannungskurve, die bis zum bitteren Ende an den Schirm fesselte. Sicherlich war nicht jeder Cliffhänger besonders gut gelungen und auch beim Finale zogen sich die langen Dialoge dann etwas in die Länge, doch unterm Strich hat der Flow wunderbar gepasst. Es gab keine Durchhänger, keine unstimmigen Momente (wir sprechen hier nicht über Logik!) und durchwegs sympathische Gesichter.

Alles griff geschmeidig ineinander über und schaffte einen eleganten Spagat. Zum einen dachte der Zuschauer stets die Kontrolle zu haben und viele Dinge bereits früh zu erahnen und zum Anderen bauten die Macher immer wieder kleine abweichenden Elemente ein. Klar präsentierte man nie so richtig Neues, aber die Mischung bewährter Bestandteile und deren gelungener Kombination sorgte für Freude.

Technisch gab sich die Serie hochwertig und ohne Makel. Die Koreaner behielten ihr gewohnt hohes Niveau über die kompletten Folgen bei und brachen nie auch nur ansatzweise ein. Das Design war extrem gefällig, auch wenn man sich vielleicht nicht ganz unabsichtlich bei anderen Mitstreitern oder bekannten Logos aus der Welt der Videospiele bediente. Es passte alles hervorragend zusammen, wirkte trotz absurder Highlights oder Masken aber auch nie zu bizarr.

Besonders bei so extrem gehypten Produkten bin ich zunächst sehr skeptisch und möchte manchmal im Vorfeld schon ein paar Punkte auf dem Wertungskonto abziehen. Bei „Squid Game“ jedoch haben sich alle Zweifel spätestens mit dem Beginn der zweiten Folge verzogen – denn nach einem eher beschaulichen Auftakt baut das Konstrukt einen tollen Sog auf und hält bis zum Abspann enorm fesselnd bei Laune. Bei einer zweiten Staffel wäre ich jedenfalls wieder voll dabei und spreche hier eine absolute Empfehlung aus. Erwähnt sei übrigens noch eine gelungene deutsche Synchronisation, die ebenfalls für eine Sichtung spricht. Meine Tochter mag 10 von 10 vergeben, ich lasse hingegen noch etwas Luft nach oben.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

Candyman (2021)

Inhalt

Ein junger Künstler wandelt für ein aktuelles Projekt auf den Spuren einer Legende seiner Stadt. In einem ärmeren Viertel stößt er auf die Sage vom „Candyman“, der einst zu Unrecht eines Verbrechen beschuldigt und von Polizisten niedergestreckt wurde. Je weiter seine Recherchen gehen, desto mehr verschmilzt er mit dem Portraitierten…

Fazit

Vorweg möchte ich gleich erwähnen, dass die letzte Sichtung des Originals schon ein paar Jährchen zurückliegt und mir direkte Vergleiche somit nicht unmittelbar möglich sind. Vielleicht ist dies manchmal aber auch besser – schließlich möchte man sich ja auch voll auf die Neuinterpretation einlassen und nicht ständig auf der Suche nach Prallelen sein.

Für sich betrachtet hat die aktuelle Variante durchaus ihre Momente gehabt und vor allem mit einer eigenwilligen Inszenierung glänzen können. Kunstobjekte sind nicht nur ein Element während des Filmes, sondern irgendwie erschien der Titel ebenfalls einen auf Arthouse zu machen. Mit weicher Optik, hypnotischen Abschnitten und einer durchgängigen Eleganz hob man sich schon irgendwie von der Konkurrenz ab und gefiel damit recht gut.

Seine einzigartige Aufmachung war dann allerdings wieder Fluch und Segen zugleich. Manchmal zog sich das Geschehen in die Länge und hätte einen Ticken kurzweiliger auffallen dürfen. Zum Glück hielt man sich mit den Metzeleinlagen ganz gut die Waage und so wurde die Aufmerksamkeit dann doch immer wieder nach oben getrieben. Der Härtegrad war dabei angenehm hoch, ohne zu übertrieben oder aufgesetzt zu wirken. Alles fühlte sich handwerklich gut gemacht ein, roch nicht allzu stark nach CGI.

Wer einen typischen, leichtgängigen Slasher sucht, liegt hier verkehrt bzw. wird dem engagierten Ideal der Macher nicht gerecht. „Candyman 2021“ gibt sich – sofern ich das von einem solchen Titel überhaupt behaupten darf – unerwartet anspruchs- und stilvoll, gibt sich zumindest auf den ersten Blick tiefgründiger als gedacht. Das mag stellenweise leicht ermüdend auf den Zuschauer eingewirkt haben, doch unterm Strich blieb der überzeugende Eindruck. Stellt euch auf einen eher ruhigen, aber keineswegs uninteressanten Genrevertreter ein und werdet nett unterhalten. Obs eine Neuinterpretation gebraucht hat, sei wieder mal dahin gestellt, aber qualitativ war das Gebotene echt in Ordnung. Ich meine, sogar die weibliche Handschrift von Nia DaCosta war ausgezeichnet herauszulesen.

7/10

Fotocopyright: Universal Pictures

Rise of Insanity (Nintendo Switch)

Inhalt

Der Spieler findet sich in einem scheinbar verlassenen Haus wieder und hat keine Erinnerung, wer er ist oder wie er hier her gekommen ist. Es beginnt eine gruselige Reise in die eigene Vergangenheit…

Gameplay & Steuerung

„Rise of Insanity“ ist eine Mischung aus simplen „Walking-Simulator“, rudimentärem Adventure und Grusel-Shocker. Man kann zwar hin und wieder aufgrund von Trial & Error-Passagen sterben, doch insgesamt geht es – abgesehen von gelegentlichen Jump-Scares – recht gemütlich zu und es besteht kein Zeitdruck oder Ähnliches.

Man merkt schon, dass dieses Game mit dem Fokus auf VR entwickelt wurde und der von mir gespielte Switch-Port technisch sowieso gewaltige Abstriche einfahren musste. Es ist schwer zu umschreiben, doch die Ego-Sicht fühlt sich nicht so direkt wie bei einem Shooter an und die Bewegung der Hauptfigur leicht behäbig. Es gab zwar eine Taste zum Rennen und trotzdem war man zuweilen arg gemächlich unterwegs – hängenbleiben an Gegenständen inklusive.

Präsentation

Grafisch gab sich der Titel durchwachsen. Man spürt die niedrige Auflösung der Switch jederzeit und trotz stark reduzierter Details (Texturen, Sichtweite) fühlt sich das Geschehen nicht immer flüssig an. Ordentliche Beleuchtungseffekte und eine dezent-stimmige Soundkulisse (idealerweise über ein Headset) stellten dennoch halbwegs zufrieden.

Auf der negativen Seite möchte ich allerdings kleinere Ruckler und Hänger beim Sound aufführen. Obwohl die Areale der einzelnen Kapitel sehr übersichtlich ausfielen kam die Switch hier mit dem Nachladen wohl nicht immer gut zurecht.

Spielzeit

Das Spiel besitzt nur einen Modus und einen Schwierigkeitsgrad. Ich war beim ersten Durchgang rund zwei Stunden beschäftigt, habe jedoch einige Items sicherlich übersehen. Der direkte Wiederspielwert mag gering sein, doch garantiert werde ich mich irgendwann erneut ins Abenteuer stürzen.

Positiv

  • angenehmer Schwierigkeitsgrad
  • tolle Gruse-Atmosphäre
  • einfache und gut konzipierte Rätsel
  • kompakte Erzählweise ohne Längen

Neutral

  • Präsentation mittelprächtig
  • sehr kurze Spielzeit
  • wenige Jump-Scares
  • sehr gradlinig

Negativ

  • kleinere technische Makel
  • hakelige Steuerung
  • Trial & Error-Passagen

Fazit

Ich mag „Walking-Simulatoren“ ala „Edith Finch“ und stehe hin und wieder auf gut gemachte Gruselspiele wie „Pineview Drive„. „Rise of Insanity“ kann zwar nicht ganz mit manchem „größerem“ Konkurrenten mithalten, wurde fairerweise auch nur für rund einen Euro im eShop erworben und brachte völlig andere Erwartungen mit sich.

Für das geringe Invest relativiert sich dann auch die Spielzeit und wird von daher nicht negativ von mir angekreidet. Auch die eher durchwachsene technische Seite war zu verschmerzen und die Immersion dennoch gelungen. Man konnte hervorragend in dieser interessanten und sich langsam entfaltetenden Geschichte abtauchen, hat sich zu keiner Zeit gelangweilt.

Sicherlich lag das Ende nach kurzer Zeit klar auf der Hand und dennoch wollte man wissen, wie sich die Dinge bis zum entscheidenden Punkt wohl hochgeschaukelt haben. Dies wurde audiovisuell trotz besagter Abstriche wunderschön in Szene gesetzt und hat den Spieler dann letztlich mit einem guten Gefühl vor dem Abspann zurück gelassen.

Für mich ein kleines, aber feines Games, welches sicherlich in Zukunft erneut durchschritten wird und hoffentlich wieder so gut bei Laune hält – auch wenn es natürlich recht kurz ausgefallen ist. In der Kürze liegt bekannterweise die Würze.

Grafik: 6/10
Sound: 7,5/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Red Limb Studio, Pineapple Works Sp. z o.o.

Nintendo Switch OLED im Unboxing

Nach der ursprünglichen Switch und der kleineren Lite-Variante hat pünktlich zum Erscheinungstag auch die OLED-Version den Einzug in meine Sammlung gefunden. Primärer Kaufgrund war die Online-Fähigkeit, da meine erste Konsolengeneration aufgrund von Firmware-Modifikationen mittlerweile vom eShop ausgeschlossen wurde und Spiele-Updates fortan immer etwas komplizierter zu bewerkstelligen waren. Der etwas größere Bildschirm, die strahlenden Farben, sowie der LAN-Anschluss im neuen Dock waren natürlich auch nette Argumente für die neue Revision.

Obwohl die Konsole ab Werk bereits mit einem Schutzfolie kommt (diesmal kommt immerhin echtes Glas zum Einsatz), habe ich ein weiteres Gläschen angebracht und sie direkt in eine nettes Cases gepackt.

Besonders beim letzten Bild wird der Unterschied zum alten Display gut sichtbar. Beide Konsolen wurden jeweils auf maximale Helligkeitsstufe eingestellt und hier punktet der satte OLED-Schirm immens.

Fotocopyright: hard-boiled-movies.de

Sennheiser HD 350BT Bluetooth-Kopfhörer

Einleitung

Als großer Fan von Kopfhörern und Headsets teste ich gerne verschiedene Modelle durch und habe auch immer gerne Ersatz im Hause. Bei einem Sale direkt beim Hersteller, konnte ich die Sennheiser HD 350BT zu einem annehmbaren Preis (knapp 40 Euro inkl. Express-Versand) erwerben und hier nun ein paar Eindrücke von meinem mittlerweile mehrtägigen Einsatz schildern.

Lieferumfang, erster Eindruck und Bedienung

Die Verpackung ist im typischen „Sennheiser-Look“ gestaltet und enthält neben den eigentlichen Kopfhörern auch ein USB-C Kabel, sowie eine kleine Anleitung.

Die Kopfhörer an sich bestehen überwiegend aus Kunststoff und fühlen sich hierdurch ein wenig wackelig an. Sie sind aber ordentlich verarbeitet und besitzen sehr fluffige Polster.

Das Koppeln mit Handy und Tablet hat einwandfrei und schnell funktioniert. Die kostenfreie App auf dem Mobiltelefon hat sogleich zu einem Update der Firmware aufgerufen und es war problemlos durchführbar.

Die Ohrpolster wirken auf den ersten Blick sehr weich und offenbar bequem, sind aber vergleichsweise klein und unerwartet unkomfortabel. Die Muscheln liegen eher auf, statt über den Ohren – und da lag der Hund begraben. Als Brillenträger hatte ich damit anfangs jedoch keine Probleme, war sogar über die tolle Abschirmung nach Außen überrascht – doch nach rund einer Stunde schmerzte es gehörig an den Lauschern. Weniger weil der Bügel zu fest ist, vielmehr weil die Polster eben unschön gegen den Kopf drücken.

Die Bedienung erfolgt glücklicherweise nicht über Touch-Gesten, sondern über richtige Tasten – die bei der Ersteinrichtung über die App noch einmal anschaulich erklärt werden. Eine Wippe sorgt für die Laustärke, ein Kippschalter spielt das vorherige oder nächste Lied.

Klangqualität

Schon bei der ersten Inbetriebnahme ist mir der extrem basslastige Ton aufgefallen. Bei geringer Lautstärke ist streckenweise kaum etwas vom Gesang (Rock-Musik) zu verstehen, doch je lauter, desto klarer das Ergebnis. Abhilfe schafft hier natürlich der im Handy vorinstallierte Equalizer – oder den der die offizielle App zusätzlich mitbringt.

Hat man seine passende Einstellungen gefunden, klingt der HD 350BT gut – aber nicht überragend. Er fühlt sich immer etwas dumpf und nicht so klar, wie die gehobenere Konkurrenz an. Die Bühne wirkt nicht nur wegen seiner engeren Passform etwas eingeschränkt und bietet nicht so hohe Räumlichkeit. Ich kann es als nicht besonders audiophiler Mensch nicht anders umschreiben – die Bose 700 wirken „luftiger“ „breiter“ und alles deutlich voluminöser.

Die Gesamtlautstärke könnte zwar etwas höher sein, hat für meine Verhältnisse jedoch ausgereicht. Jemand, der gerne richtig laut Musik hört, wird sich eventuell über einen Player mit Software-Erhöhung versuchen müssen.

Die Modelle verfügen über kein ANC, was sich in der Praxis jedoch nicht allzu dramatisch herausstellte. Die Polster liegen so dicht auf den Ohren, dass eine natürliche Isolierung zum Tragen kommt und Geräusche von Außen ziemlich gut gedämmt werden. Positiv auch, dass somit ein gewohntes „ANC-Rauschen“ bei ruhigen Passagen/zwischen den Tracks gänzlich entfällt.

Positiv

  • guter Klang
  • Bluetooth 5.0 und AptX
  • schickes Design
  • tolle Abschirmung nach Außen
  • gutes Bedienkonzept
  • sehr leicht
  • USB-C
  • EQ und Firmware-Update via App

Neutral

  • Klang recht basslastig
  • kein ANC (aber durch seine dicken Polster dennoch gute Dämmung)
  • maximale Lautstärke etwas unter der Konkurrenz (aber zumeist ausreichend)
  • Ohrenpolster zu klein

Negativ

  • kein Klinkenanschluss
  • Drücken auf den Ohren nach knapp einer Stunde
  • müssen für guten Sitz immer wieder etwas zurechtgerückt werden
  • kein Transport-Case

Fazit

Zu einem Normalpreis von rund 100 Euro haben es die Sennheiser aufgrund starker Konkurrenz wohl schwer und können nicht mithalten. Sie klingen zwar halbwegs neutral und dennoch angenehm bass lastig, kommen in vielen Bereichen jedoch nicht an teure Konkurrenz heran. Besonders der Tragekomfort nach rund einer Stunde hat mir dann doch wortwörtlich leichte Kopfschmerzen bereitet.

Zum stark reduzierten Kurs (<50 Euro) kann man gerne mal zuschlagen und austesten. Ansonsten würde ich in dieser Preislage lieber erneut zu den „Soundcore Q20“ (nicht 30!) greifen – zumal bei den Sennheisern der Klinkenanschluss unter Umständen bitterlich fehlt.

Unterm Strich sind die Sennheiser HD 350BT brauchbare, aber keine überragenden Kopfhörer – die mit gutem Sound, aber mäßigen Sitz nur halbherzig punkten können. Wären sie bequemer (oder hätte ich die passenden Ohren) fiele meine Begeisterung ein wenig höher aus.

Klang: 7/10
Haptik: 6/10
Optik: 7,5/10
Gesamt: 7/10
Preis-/Leistung: befriedigend

Fotocopyright: hard-boiled-movies.de

Gut zu Vögeln

Inhalt

Merlin hat sich frisch von ihrem Verlobten getrennt und ist nun auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Kurzerhand zieht sie bei zwei Bekannt in deren WG und erfährt, wie man am besten über den Liebeskummer hinweg kommt…

Fazit

Deutsche Filme und erst recht Werke aus dem hiesigen Komödiensektor sind immer eine Sache für sich und sicherlich nicht Jedermanns Fall. Persönlich kann ich schon seit Jahren keine Streifen mehr mit Schweighöfer und Konsorten anschauen, doch „Gut zu Vögeln“ kam mit seinem anderen Cast und seinem eigenwilligen Humor nicht gerade schlecht bei mir an.

Über die Handlung muss man sicherlich keine größeren Worte verlieren. Sie ist simpel, großenteils vorhersehbar und aufgrund ihrer berechenbaren Wendungen nicht immer vollkommen logisch oder authentisch gestrickt. Sie erfüllt ihren Zweck als brauchbaren Rahmen jedoch vollkommen ordentlich und erntet so keine weitere Kritik.

Der Film lebt von seinen frischen Darstellern und bissigen Dialogen. Die Gag-Ausbeute ist vergleichsweise hoch und alle symphytisch besetzten Figuren tragen ihren Teil zur guten Laune bei. Es geht stets unbeschwert und kurzweilig zur Sache, so dass man die zum Teil arg konstruiert wirkenden Ereignisse gern in Kauf nimmt und stellenweise herzhaft lachen konnte.

„Gut zu vögeln“ gehört für mich definitiv nicht zu den Referenzen des Genre, aber eine warme Empfehlung geht für Interessierte dennoch heraus. Selbst nach zwei Sichtungen konnte ich mir diverse Grinser einfach nicht verkneifen und die insgesamt wunderbar unbeschwerte Stimmung kaschiert ein paar kleinere Patzer. Unterm Strich ein seichte und gerne gesehene Komödie für Zwischendurch.

7/10

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

Conjuring 3: Im Bann des Teufels

Inhalt

Bei einer scheinbar geglückten Austreibung ist ein Dämon auf eine andere Person übergesprungen, doch der Fluch zunächst gebannt. Natürlich dauert es jedoch nicht lange, bis die Ermittler Ed und Lorraine dem falschen Frieden auf die Spur kommen…

Fazit

Vermutlich habe ich es schon mehrfach geäußert, aber mit den meisten Dämonen bzw. Exorzismus-Filmen werde ich einfach nicht warm und fühle mich schnell gelangweilt. Nicht etwa, weil mir die Effekte vielleicht zu simpel erscheinen, sondern weil das Storytelling meist nicht sonderlich originell wirkt und viele Werke schlichtweg extrem austausch- und vorhersehbar daher kommen.

Die ersten beiden „Conjuring“-Teile jedoch macht etwas anders. Sie waren nicht nur hochwertig erzählt und gut besetzt, sondern hoben die Spannungskurve auf ein unerwartet hohes und somit unterhaltsames Niveau. Obwohl vielleicht nicht jeder „Jumpscare“ auf dem Punkt saß, fesselte die dichte Atmosphäre und die Freude über einen Nachfolger stieg.

Es klingt schon nicht sonderlich positiv, wenn ich direkt hervorheben möchte, dass Teil 3 grundsätzlich kein schlechter Film ist und alte Tugenden erneut mit sich bringt – doch der Funke ist hier trotz positiver Herangehensweise nicht übergesprungen. Mangelnde Originalität lag etwas in der Natur der Sache, doch das „Drumherum“ war auch einfach nicht packend genug.

Es schlichen sich immer mal wieder kleine Längen ein und trotz hochwertiger Aufmachung und gewohnt gutem Hauptdarsteller-Duo kam nur selten Spannung auf. Das Geschehen plätscherte über weite Teile vor sich hin und kam nie so recht in Fahrt. Vielleicht lag es hin und wieder an den hellen, perfekt ausgeleuchteten Bildern – jedenfalls blieb der Gruselfaktor auf Sparflamme.

Die Handlung war so lala und bot einen soliden Rahmen für die Dämonenhatz. Viele Elemente konnte man sich schnell zusammenreimen und war etwas für die Verblüffung der Figuren überrascht. Eigentlich lag alles ziemlich offen auf der Hand und wurde nicht einmal durch krasse Shock-Momente aufgewertet. Man hätte keinen Splatter erwartet, aber wenigstens ein paar ordentliche Erschreck-Passagen mit Schmunzelfaktor.

Das Genre hat bei mir einen schweren Stand, doch die Vorgänger konnten sich angenehm hervortun. Teil 3 bleibt dieser besondere Status verwehrt, obgleich er subjektiv betrachtet auch nicht wirklich schlecht war. Die Erzählweise war recht angenehm, doch so richtig gefesselt war man nur zu selten. Unterm Strich ein anschaubarer Horrorthriller, der seinen hervorragenden Vorgängern nicht ganz das Wasser reichen kann.

6/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

Der Mauretanier

Inhalt

Nach den Anschlägen vom 11. September wollen die Amerikaner erstmals eine öffentlich wirksame Verurteilung eines scheinbaren Mittäters vollführen. Während sich der Angeklagte seinen Pflichtverteidigern zunächst unauffällig präsentiert, überrascht er schon bald mit einem kompletten Geständnis – an dessen Details jedoch Einiges faul zu sein scheint…

Fazit

Es gibt Filme, die man gerne mehr mögen möchte – und es einfach nicht kann. Bei mir war „Der Mauretanier“ so ein Vertreter dieser Gattung – denn die Thematik an sich war ansprechend, das Aufgebot der Darsteller vernünftig und dennoch wollte aufgrund seiner durchwachsenen Inszenierung kaum echte Begeisterung aufkeimen.

Die hier zu Grunde liegende Prämisse eignete sich extrem gut für einen spannenden Thriller, doch leider haben die Macher ihre Chance verpasst. Man wollte verschiedene Aspekte der Handlung und präsentierten Personen beleuchten, wirkte aber erzählerisch zu unrund.

Weder die Parts vor Gericht, noch im Gefängnisblock wirkten hundertprozentig überzeugend. Alles war nett gemacht, weißt jeweils gute Ansätze auf, doch vollends packend ist was anderes. Grundsätzlich brisante Momente schienen hin und wieder sogar etwas langweilig umgesetzt.

Leider halfen auch die Darsteller nicht beim Gelingen. Jody Foster und Benedict Cumberbatch waren gewohnt klasse, obgleich auch etwas blas im Vergleich zu anderen ihrer Werke. Sie bewegten sich hier in einem recht engen Korsett und konnten sich nicht so entfalten, wie vielleicht von ihren Fans gewünscht. Tahar Rahim war allerdings über jeden Zweifel erhaben und der eigentliche Star.

Um die Idee ist lobenswert, die Umsetzung leider nur halbgar prickelnd. „Der Mauretanier“ ist Politkino, welches für meinen Geschmack leider etwas zu trocken daher kam und trotz spannender Ansätze nicht mit voller Entschlossenheit empfohlen werden kann. Wer sich für die Thematik interessiert, schaut sicherlich mal rein – wer einen eher seichten und leichtgängigen Thrill für Zwischendurch sucht, greift besser zur Konkurrenz.

6/10

Fotocopyright: LEONINE