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Monat: Juni 2021 (Seite 1 von 5)

An Enemy to die for – Wenn aus Freunden Feinde werden

Inhalt

Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bricht eine internationale Forschungstruppe unter deutscher Führung auf. Sie wollen die Theorie der ehemals zusammenhängenden Kontinente ergründen und einen endgültigen Beweis für damalige Konstellation der Erde erbringen. Leider beginnt derweil in Europa das große Unglück und die Forscher stehen sich gezwungenermaßen als Feinde gegenüber…

Fazit

Um es gleich vorweg zu nehmen, sei gesagt, dass „An Enemy to die for“ kein so richtig großes Hollywoodkino darstellt und der Zuschauer schon ein Faible für charaktergetriebene Filme besitzt sollte. Das Werk lebt von seinen Figuren und einer gewissen Vorstellungskraft im eigenen Hirn und weniger vom opulenten Effektgewittern oder bombastischen Schlachtengemälden.

Die Handlung spielt die meiste Zeit an Board des Forschungsschiffs und fokussiert sich zumeist auf die dort vorgetragenen Dialoge. Vom Krieg bekommt man außer in diesen Gesprächen eigentlich nichts mit und muss sich dieses Ereignis stets selbst im Hinterkopf in Erinnerung rufen. Das klappt dank der hervorragenden Darsteller – allen voran Axel Prahl – allerdings recht gut und vor allem auch glaubhaft.

Trotz seiner tollen Akteure und seiner interessanten Prämisse konnte mich das Gezeigte jedoch nicht vollständig von sich überzeugen. Viele Elemente wirkten zu oberflächlich und nicht ausreichend ausformuliert. Man riss brisante Themen an und führte sie nicht konsequent zu Ende, obwohl oftmals wesentlich mehr drin gewesen wäre. Auch vergab man die Chance, seine sagensafte Kulisse etwas mehr in den Vordergrund zu rücken. Man sieht fast nur das Innere des Schiffes und darf nicht in den tollen Bergen der Umgebung abtauchen.

Die Spannung zwischen den Parteien war jederzeit fühlbar, jedoch stelle man dies auch nicht immer so sehr in den Vordergrund. Viele Dialoge verpufften im Nichts, statt richtige Streitgespräche auszuformulieren oder moralische Anekdoten auszupacken. Stattdessen lenkte man lieber in Richtung Action und verrannte sich bei der Entwicklung mancher Figuren.

So gern ich diesem Film eine höhere Wertung attestieren möchte, so sehr habe ich mich über manche Details geärgert und kann es einfach nicht tun. Die Ausführung insgesamt war schon okay, aber stets hatte man das Gefühl, dass nicht alle Register ausgereizt wurden und viel spannendes Potential auf der Strecke geblieben ist.

5,5/10

Fotocopyright: Lighthouse Home Entertainment

Projekt: Peacemaker

Inhalt

In Osteuropa ist es zu einer nuklearen Explosion gekommen, doch die amerikanischen Behörden glauben nicht an einen zufälligen Unfall. Sie vermuten hinter der Aktion ein Ablenkungsmanöver, damit weitere Sprengsätze von bis dato unbekannten Dieben entwendet werden können. Eine Untersuchungskommission möchte den Dingen auf den Grund gehen…

Fazit

Zum Ausklingen eines anstrengenden Arbeitstages ist ein vermeintlich spannender Thriller eigentlich immer eine ganz willkommene Angelegenheit. Da ich „Project Peacemaker“ zudem schon so lange nicht mehr gesehen und inzwischen nahezu komplett vergessen habe, war die Vorfreude verhältnismäßig groß. Die gute Laune wich allerdings schon früh einer gewissen Ernüchterung – denn so entspannend und unterhaltsam war der Streifen gar nicht gestrickt.

Hin und wieder ein paar Zeilen im Originalton sind nicht schlimm und tragen oft ungemein zur Atmosphäre bei, doch hier haben es die Macher ein wenig übertrieben. Sicherlich handelte es sich hier um keinen seichten Stoff für mal eben Nebenbei, doch so viele Texte wie hier habe ich schon lange nicht mehr lesen müssen. Dies mag nicht jeden Zuschauer stören, doch nach Eingangs erwähntem langen Tag trug dies nicht zur ausufernden Begeisterung meinerseits bei. Hier hätte man gerne umfangreicher Synchronisieren dürfen.

Die Handlung an sich war im Grunde recht ansprechend, doch die Inszenierung gelegentlich so sperrig wie die vielen Lese-Passagen. Während es an einiger Stelle wirklich kurzweilig zur Sache ging, stießen andere Abschnitte mit zähem Verlauf leider ziemlich negativ auf. Das Pacing war unausgegoren, obgleich der rote Faden zum Glück nie abgerissen ist. Man konnte den Schlussfolgerungen der Figuren nicht immer folgen, einige Dialoge von der Sinnhaftigkeit leider nicht ganz verstehen.

Viel wusste ich von „Projekt: Peacemaker“ nicht mehr, aber schnell wurde klar, weshalb ich weite Teile des Streifens mittlerweile vergessen hatte. Die Grundidee ist nachwievor nicht verkehrt, doch eine sperrige Umsetzung kostet der Unterhaltung letztlich gehörig Punkte und verhindern eine uneingeschränkte Empfehlung. Über weite plätscherte das Geschehen einfach vor sich hin und selbst eine gute agierende Kidman oder ein gewohnt charmanter Clooney konnten da keinen verlorenen Boden retten. Das Teil mag durchaus einen angenehmen Anspruch aufweisen, kurzweilig schaut jedoch anders aus.

5,5/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Operation: Broken Arrow

Inhalt

Bei einem Testflug bricht der Kontakt zur Crew ab und im Ministerium bricht der Schweiß aus. An Board des Fliegers befanden sich Atomwaffen, die keineswegs in die falschen Hände geraten dürfen. Scheinbar hat einer der Piloten hier seine Finger im Spiel…

Fazit

Nach „Wehrlos – Die Tochter des Generals“ hatte ich Lust auf einen weiteren Travolta-Streifen und musste am gleichen Filmregal gar nicht weit schauen. „Broken Arrow“ wurde seinerzeit ebenso als Heftbeilage „verramscht“, bot aber eine ebenso hohe Qualität und steht noch immer für kurzweilige Unterhaltung – wie ich am gestrigen Abend mit Begeisterung erneut feststellen durfte.

Von John Woos Ausflügen nach Hollywood mag „Broken Arrow“ sicherlich nicht der beste, allerdings auch nicht der schlechteste Vertreter seiner Zunft sein. Nach einem etwas zähen Auftakt gab es ein paar richtig gute Actionszenen, die dank eines gut aufgelegten Travolta noch einmal mehr Laune bereiteten. Ab einem gewissen Zeitpunkt gab es kaum noch Gelegenheit zum Durchschnaufen und ein eindrucksvolles Feuergefecht jagte das Nächste.

Diesmal erkannte man die Handschrift des Regisseur weniger an stetig aufsteigenden Tauben, vielmehr an einer immer wieder ertönenden Melodie beim Auftritt des Bösewichtes. Das erzeugte irgendwie eine Western-Atmosphäre, die durch den Schauplatz in der Wüste zusätzlich unterstrichen wird. Überhaupt wusste man die trostlose Location geschickt zu nutzen und verschiedene Gegebenheiten prima auszunutzen – spoilern möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht.

Slater machte seine Sache gut, aber ein bitterböser Travolta stahl sowieso allen Beteiligten die Schau. Er präsentierte eine Seite, die er später in „Face/Off“ perfektionierte – nämlich bitterböse und herrlich charismatisch zugleich zu sein. Er schien enormen Spaß an der Arbeit zu haben und dieser Elan sprang gelungen auf den Zuschauer über. Man konnte sich sogar richtig in die Bösewichte hineindenken und fand sie erschreckend cool.

„Operation: Broken Arrow“ mag mit einer simplen Handlung daher kommen, überzeugt aber mit einer wuchtigen Umsetzung im bester Popcornkino- Manier. Woo zaubert mal wieder mit Effekten und zieht alle Register der Kunst. Sicherlich hat der gute Mann schon ein paar deftigere Granaten im Portfolio, aber dieser kurzweilige Ausflug in die Wüste von Utah hat dennoch großen Spaß gemacht.

8/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

Jürgen – Heute wird gelebt

Inhalt

Jürgen und Bernd sind die besten Freunde und Leidensgenossen, was das Thema Frauen betrifft. Nach etlichen gescheiterten Versuchen, wollen sie es nun mit einem Ausflug nach Polen probieren und buchen ein verheißungsvolles Wochenende bei einer Partneragentur…

Fazit

„Jürgen“ ist sicherlich kein Film für Jedermann, trifft aber bei kompatiblen Personen absolut ins Schwarze. Der Humor ist grandios und seine zumeist recht trockene Art einfach zum Brüllen komisch.

Die Geschichte reißt auf den ersten Blick keine Bäume aus, doch weiter tragisch ist dies nicht. Man liefert einen simplen Rahmen, um seine Handlung über Freundschaft bestmöglich zu verkaufen – und dennoch nicht an markanten Charakteren und irrwitzigen Sprüchen zu sparen. An jeder Ecke sind bekannte Gesichter zu erblicken und so mancher Auftritt (Rocko Schamoni) sorgte für zusätzliche Lacher.

Fans bekommen hier ganz viel von Heinz Strunk und seinem gewohnt unverwechselbaren Auftritt. Er hält der Gesellschaft auf seine Weise einen Spiegel vor, philosophiert mit seinen seltsamen Gedankengängen oder gibt einfach einen sympathisch-bemitleidenswerten Typen von Nebenan ab. Das ist nicht nur witzig, sondern auch sehr unterhaltsam und die Zeit vergeht fast wie im Flug. Mit einem breiten Grinsen verfolgt man die zum Teil herrlich tiefgreifenden Dialoge und fühlt sich schlichtweg pudelwohl.

An anderer Stelle wurde geschrieben, dass „Jürgen“ ein Glücksgriff für das deutsche Fernsehen war – und genau diese Feststellung würde ich so auch unterschreiben. Er mag sicherlich nicht zu den größten Highlights gehören und wahrlich keinen Straßenfeger markieren, aber nichtsdestotrotz ein kleiner Geheimtipp sein. Auch ohne Kenntnis des „Studio Braun“ werden Komödienfreunde ihren Spaß haben – und vielleicht ein paar neue Künstler für sich entdecken. Fans von Strunk schnalzen sowieso mit der Zunge und reiben sich die Hände.

7,5/10

Fotocopyright: Release Company

Die Bestimmung – Triple Feature

Inhalt

Chicago in der Zukunft. Nach einem verherenden Krieg haben sich die Menschen in unterschiedlichen Häusern organisiert und versuchen so den Frieden zu wahren. Ab dem 16ten Lebensjahr muss eine endgültige Entscheidung für eine Gruppe erfolgen und ein kleiner Test gibt hierzu Hilfestellung.

Bei Beatrice entpuppt sich dieses Verfahren jedoch als besonders schwierig, da sie Wesenszüge aller Parteien aufweißt und von daher als „Unbestimmt“ gilt. Sie verschleiert das Ergebnis, schließt sich den so genannten „Ferrox“ an und hofft, dass Niemand von ihrem Geheimnis erfährt…

Fazit

Es ist kein guter Stil, doch erneut werde ich drei Filme einer Reihe in einem Rutsch abfertigen. Handlungstechnisch knüpfen die Geschichten direkt aneinander an und zu viele Phrasen würden sich sowieso in einzelnen Artikeln wiederholen.


Teil 1: Die Bestimmung – Divergent

Schon beim Auftakt wirkte die Handlung wild aus anderen Genrevertretern zusammengeklaut und nur bedingt innovativ. Der Fokus lag hier noch klar auf der Charakterentwicklung gab seinen Zuschauern Hilfe bei der Identifikation mit seinen Hauptfiguren.

Nach einem leicht zähen Beginn wurde das Treiben zwar spannender, doch der Funke sprang einfach nicht über. Alles wirkt zu klischeebeladen und zu stark auf sein junges Publikum abgerichtet. Gegen Ende überschlugen sich die Ereignisse zu heftig, da bei Beginn einfach zu viel Zeit vertrödelt wurde.

Positiv waren die gelungene technische Seite, sowie die frischen Jungdarsteller. Der Unterhaltungswert war trotz kleinerer Längen in Ordnung.

6,5/10


Teil 2: Die Bestimmung – Insurgent

Die Fortsetzung knüpft nahtlos an den Vorgänger an und übernahm leider auch die alten Schwächen. Optisch gefiel der Streifen erneut, bei der Handlung griff man hingegen wieder auf zu viele ausgelutschte Bestandteile zurück.

Das Geschehen wirkte hier bereits unnötig gestreckt und ließ – insbesondere bei moralischen Entscheidungen – nur bedingt mitfühlen. Über weite Teile plätscherte die Geschichte vor sich hin und selbst in den Actionabschnitten kam nur wenig Schwung auf.

Viele Momente waren vorhersehbar und das Pacing insgesamt nur mittelprächtig. Anschaubar auf jeden Fall, aber schon einen Ticken schlechter als „Divergent“.

6/10


Teil 3: Die Bestimmung – Allegiant

Der Abschluss der Saga wirkt im Vergleich zu seinem direkten Vorläufer ziemlich aufgesetzt und unrund. Die grobe Rahmengeschichte war bereits abgeschlossen und nun wollte man mit aller Macht durch eine neue Fraktion frische Impulse ins Geschehen bringen.

Dies wurde mangels weiterer Fortsetzung nicht zufriedenstellend erledigt und auch sonst hielt sich die Begeisterung arg in Grenzen. Selbst Jeff Daniels konnte dem mäßigen Treiben keine größeren Sympathiepunkte abringen.

Für mich der schwächste und zugleich auch holprigste Teil der Saga. Vielleicht hatten auch deshalb die Darsteller keinen Bock mehr auf ein echtes Finale.

5,5/10


Gesamtfazit

„Die Bestimmung“ richtet sich klar an ein junges Zielpublikum, welches mit vielen Elementen wohl noch weniger versiert ist und einige Kröten lockerer zu schlucken vermag. Ich fand die Reihe insgesamt nicht übel, konnte mich jedoch in viele Figuren oder Handlungsabschnitte einfach nicht mehr hineindenken und langweilte mich immer mal wieder enorm. Dialoge, Fraktionen und Liebelein sprechen eine andere Generation an und mir fällt die Identifikation zu schwer.

Die Grundidee war im Ansatz noch passabel, doch mit laufender Zeit türmten sich die Logiklücken und die Leerläufe waren deutlich zu spüren. Wahrscheinlich wurde die Buchvorlage mal wieder enorm zusammengesetzt und nun wundert man sich über einige Ungereimtheiten, die sich gelegentlich fast als Showstopper entwickelten. Darüber hinaus zeigten sich bereits im zweiten Teil arge Abnutzungserscheinungen, die auf die Unterhaltung drückten.

Die Filmumsetzung der „Tribute von Panem“ war zwar auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, aber immerhin eine Ecke besser als dieses größtenteils leider sehr bemühte Konstrukt. Ein offenes Ende ist dann ein zusätzlicher Abzug in der B-Note und so gibts nur für harte Genrefreunde eine kleine Empfehlung. Mir wurden die tollen Ansätze einfach zu weich und teils langatmig präsentiert.

6/10

Fotocopyright: Concorde Video

Wehrlos – Die Tochter des Generals

Inhalt

Auf einem Militärstützpunkt wird die tote Tochter eines ranghohen Generals aufgefunden. Bevor das FBI mit dem Fall betraut wird und die Presse möglicherweise davon Wind bekommt, soll die Geschichte intern abgeklärt werden. Dazu übernimmt der renommierte Warrant Officer Paul Brenner die Untersuchungen…

Fazit

Was uns Regisseur Simon West hier vor knapp 22 Jahren servierte, war keine leichte Kost und von seiner Thematik – für einen Hollywoodfilm – fast schon fast unbequem tiefgründig. „Wehrlos“ schockiert mit einer Geschichte, die so aus dem Leben gegriffen sein könnte und überzeugte dabei mit seiner dichten und toll besetzten Inszenierung.

John Travolta konnte als knallharter Ermittler ebenso wie seine Kollegin Madeleine Stowe oder Gegenspieler James Woods begeistern. Besonders lobenswert, dass seine Motivationen herausgearbeitet wurden und jederzeit für den Zuschauer verständlich waren. Man konnte stets nahvollziehen, warum er die Dinge auf welche Weise anging und weshalb das für den Gesamtkontext und sogar die spätere Auflösung extrem wichtig war.

Das Werk bot jederzeit eine angenehm düstere und irgendwie ungute Atmosphäre. Man fühlte, dass hier etwas Großes im Busch war und konnte dieser stetigen Entwicklung stets prima folgen. Sicherlich war die Handlung dabei sehr dialoglastig und erforderte etwas Mitdenken, aber langweilig oder gar uninteressant wurde es zu keiner Minute. Im Kopf stellte man gar selbst Theorien auf und versuchte die Puzzlestücke aneinander zu reihen.

Unterm Strich macht „Wehrlos“ alles richtig. Er präsentiert uns eine spannende Story, liefert uns top gezeichnete Charaktere und betont so ganz nebenbei noch einmal die Wertvorstellungen von Soldaten. Letztlich wird das Verbrechen ordnungsgemäß aufgeklärt, aber die Autoren lassen uns dennoch mit einigen schwierigen Gedankengängen zurück. Ein sehenswerter, wie gut gespielter Titel – der mich nach rund 15 Jahren nach Erstsichtung wieder vollkommen abgeholt und bis zum Ende an den Schirm gefesselt hat.

8/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Bad Hair – Waschen, schneiden, töten

Inhalt

Die 80iger Jahre. Die junge Anna kommt in die Großstadt und möchte Karriere machen. Sie heuert bei einem Musik-TV-Sender an und steuert regelmäßig gute Ideen für die Optimierung der Quoten bei. Ihrer Chefin entgeht dieses Engagement natürlich nicht, doch rät der Aufsteigerin zu einem neuen Styling…

Fazit

„Bad Hair“ ist verrückt, dabei aber unglaublich konsequent. Ob eine echte „düstere Legende“ als Grundlage gilt, vermag ich nicht zu beurteilen – seine schräge Machart jedoch zu loben.

Der Film spielt in den 80iger Jahren, was sich vor allem in seiner Optik niederschlägt. Während andere Streifen auf Hochglanz poliert daher kommen und ums verrecken Gadgets aus der Epoche zur Schau stellen, gibt sich „Bad Hair“ nüchtern und möchte gar nicht glänzen. Der Look ist herrlich altbacken, inklusive Unschärfen, körnigem Bild und heftigen Kontrasten. Alles wirkt angenehm rau und dreckig, selbst bei den Spezialeffekten hörte der Retro-Charme nicht auf.

Während sich die Handlung unerwartet ernst gab, riss die Tricktechnik immer wieder gehörig aus der Immersion – und ich glaube, dass dies von den Machern auch so gewollt war. Hier trifft Tradition auf Moderne, sprich aktuelle Effekte wurden auf Alt getrimmt und dies wirkte mitunter recht bizarr. Man konnte nicht genau sagen, ob einige Einlagen nicht besser gingen – oder eben (wie vermutet) mit Absicht nicht so ganz ausgereift wirkten.

Die Geschichte war originell und trotz überwiegend eher ruhigen Verlauf recht unterhaltsam erzählt. Der Film lebte von seiner düsteren Grundstimmung und seiner Unvorhersehbarkeit. Man konnte das nächste Ereignis nie konkret erahnen, dafür sich prima vom Geschehen treiben lassen und einfach mal innerlich abschalten. Die guten Darsteller und die brauchbare Synchronisation luden ebenfalls zum Abtauchen ein und gaben keine Grund zur Klage.

„Bad Hair“ ist ein seltsamer, aber keineswegs schlechter Film. Sein eigenwilliges Auftreten hat mir super gefallen und die schräge Story war kurzweilig umgesetzt. Letztlich bleibt das Teil aber sehr speziell und ist von daher nicht für die größte Zielgruppe vorgesehen. Wer auf die 80iger steht, ein nettes Oldschool-Flair zu schätzen weiß und eine kleine Schwäche für unkonventionelle Horrorfilme hat, sollte mal reinschnuppern.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

Bose Noise Cancelling Headphones 700

Lieferumfang & Erster Eindruck

Die Bose 700 kommen in einer schlichten, aber dennoch recht hübschen Pappverpackung daher und bringen neben einem Klinkenkabel, einem USB-C Ladekabel und diversen Unterlagen und eine recht stabile Transportbox mit sich.

Bedingt durch ihre Bauart lassen sich die Kopfhörer nicht zusammenklappen, weshalb erwähntes Case in der Höhe etwas höher ausfällt. Mir persönlich ist dies zum Verstauen im Rucksack sogar etwas lieber – die Hülle meiner vorherigen Beats Wireless Studio war viel zu dick.

Die Bose schauen nicht nur äußerst elegant aus, sondern fühlen sich auch extrem hochwertig an. Das Metall ist schön glatt, die Polster sehr angenehm und keineswegs schwitzig auf den Ohren. Der Sitz ist fest, aber selbst für mich als Brillenträger nach Stunden nicht unangenehm.

Die angenehm bezogenen Ohrmuscheln sind auf den ersten Blick etwas klein, doch nach kurzem „Zurechtrücken“ finden die Lauscher prima darin ihren Platz.

Beim Klinkenkabel folgt der Hersteller leider nicht dem gängigen Standard und verwendet ein extrem dürres 2,5mm auf 3,5mm Käbelchen, welches ich wohl bei Gelegenheit austauschen werde.

Einrichtung und Klang

Die Koppelung mit Smartphone (Samsung Note 10) und Tablet (iPad Pro 2020) erfolgte in Sekundenschnelle und verzeichnete bis dato auch keiner Abbrüche. Die kostenfreie Begleit-App funktionierte ebenso schnell und erforderte keine Kontoeinrichtung (man konnte diesen Schritt immer überspringen). Zu Beginn haben die Kopfhörer dann ein Firmware-Update durchgeführt (ca. halbe Stunde) und waren anschließend auf aktuellem Stand einsatzbereit.

Beim Klang war ich zu Beginn etwas ernüchtert. Ein paar Hip-Hop-Tracks klangen zwar sehr gut, aber „nur“ auf einem ähnlichen Level wie den zuletzt verwendeten Sony WH-XB900N. Erst als ich dann aber zum „Highlander“-Soundtrack mit „Princes of the Universe“ von Queen bzw. Mercury gewechselt bin, war das Gänsehauterlebnis perfekt! Die Bose spielen eine atemberaubende Räumlichkeit aus und man fühlt sich wie in einem Studio mit bestmöglichen Konditionen. Die Höhen sind krass, der Bass genau richtig und die „Weite“ beeindruckend. Es scheint als könnte man jeden Orchesterteilnehmer exakt orten und ständig neue Details aus dem altbekannten Song heraushören. Diese Erfahrung blieben bei meinen zuletzt getesteten Kopfhörern bedauerlicherweise vollkommen aus.

Ich liebe fetten Bass und Musik bei denen er zur Geltung kommt. Waren die Beats oder Sony diesbezüglich bereits gute Adressen, liegt die Qualität der Bose noch einen kleinen Ticken höher. Er mag zu Beginn eher unauffällig und „ganz ordentlich“ wirken, doch bei genauerer Betrachtung sitzt er auf dem Punkt und hat einen ordentlichen Druck – ohne dabei „matschig“ zu werden. Dies war bei den vorgenannten Mitbewerbern nämlich oft der Fall und Bekannte haben bei Hörproben da immer direkt abgewunken. Ich bin nach wie vor nicht audiophil, aber die 700er schlagen hier den Rest deutlich.

Wer möchte kann die Tongeber mittels App noch Etwas nach eigenen Wünschen anpassen. Neben bereits erwähnten Updates können hier nämlich auch Tastenbelegungen und vor allem der Sound justiert werden. Ich habe mich für das Profil „erhöhter Bass“ entschieden und zusätzlich noch an den Höhen geschraubt.

Das ANC kann ihn 10 Stufen geregelt werden und funktioniert einwandfrei. Außengeräusche werden komplett herausgefiltert und selbst von meinen Kollegen im Büro ist auf höchster Stufe nichts mehr zu vernehmen. Löblicherweise entsteht in meinem Kopf dabei auch kein „Druckkammergefühl“, worunter ich bei den Surface Headphones bedauerlicherweise gelitten habe. Trotz seiner grandiosen Filterung bekomme ich keinen Schwindel oder Kopfschmerzen, kann die Bose auch einwandfrei während dem Laufen verwenden und komme nicht ins Wanken.

Positiv

  • sehr guter Klang
  • angenehmer Bass
  • grandioses ANC
  • bequemer Sitz / kein Schwitzen
  • solide Abschirmung nach Außen
  • Sprachqualität beim Telefonieren
  • funktionierende Touch-Bedienung
  • USB-C Anschluss
  • Transportcase mitgeliefert

Neutral

  • Akkulaufzeit könnte im Vergleich länger sein

Negativ

  • Größe muss nach jeder Entnahme aus dem Case neu eingestellt werden
  • kein üblicher Standard-Klinkenanschluss (2,5mm)
  • extrem dünnes Klinkenkabel

Fazit

Nach langer Suche und etlichen „Testmustern“ habe ich endlich meine Begleiter für den Weg zur Arbeit, aber auch zur Verwendung zu Hause gefunden. Ich stand der Firma Bose aufgrund mittelprächtiger Erfahrung bislang immer etwas skeptisch gegenüber, doch diese Kopfhörer haben alle Zweifel mit Bravour weggefegt. Kannte ich bislang nur mäßig klingende Soundbars oder schlecht klingende ältere Kopfhörermodelle des Herstellers, so zeigen die 700er der Konkurrenz deutlich wo der Hammer hängt.

Das Klangbild ist hervorragend und kristallklar, der Bass druckvoll, aber nicht übersteuernd. Das ANC ist das beste, welches ich jemals in Aktion erlebt habe und erstmals macht für mich die Verwendung auch ohne Musik echten Sinn. Das Design ist exzellent und der Sitz nach bei längeren Sessions einwandfrei. Erstmals habe ich es zudem mit relativ brauchbarer Touch-Funktion zu tun – die ich sonst so gut wie möglich zu meiden versuche.

Die Bose mögen nicht die günstigsten Kopfhörer sein, doch in diesem Bereich ist bekanntlich kaum eine Grenze nach oben gesetzt. Für mein Empfinden stimmt hier aber das Preis-/Leistungsverhältnis, weshalb ich sie mit einem guten gewissen Weiterempfehlen möchte.

Fotocopyright: hard-boiled-movies.de

Mandy the Haunted Doll

Inhalt

Ein paar junge Leute haben sich eine perfide Masche ausgedacht. Sie heuern als Babysitter an, um sich gegenseitig die Türen zum Raub öffnen zu können. Beim aktuellen Kunden jedoch, erweist sich der Auftrag allerdings als recht bizarr. Statt einem Kind, liegt eine merkwürdige Puppe im Bettchen – die kurz nach dem kompletten Eintreffen der Bande verschwindet und ihr Unwesen im Gebäude treibt…

Fazit

Killerpuppe „Chucky“ war gestern – zumindest, wenn es nach den Träumen der Macher von „Mandy“ geht. Bei günstigen Streifen aus dem EuroShop gehe ich ja immer mit leichter Skepsis ans Werk – doch was sich hier für ein stümperhaftes Produkt präsentierte, bringt auch hartgesottene Genrefreunde fast den Tränen nah.

Auf der positiven Haben-Seite stehen zwar eine halbwegs hochwertige „Handy-Optik“ und eine ehrenhafte Grundidee, aber die negativen Seiten überwiegen im Gesamtkontext deutlich. „Mandy“ wirkt wie ein Streifen, der wohl nahezu ohne Budget auskommen und entsprechend mit vielen Kompromissen leben musste.

Besonders bei den Effekten machten sich diese Einschnitte unangenehm bemerkbar – denn selten hat man in der letzten Zeit schlechtere Puppen-Animationen zu Gesicht bekommen. Streng genommen dürfte man hier gar nicht von Animationen sprechen, da man entweder auf eine statisch positionierte Puppe starte oder sie einfach per Hand hin und her geschoben wurde. Das mag seltsam klingen, schaut in Aktion noch billiger aus.

Vielleicht hätte ich im Vorfeld zudem keine Kritiken lesen dürfen, denn so hat man letztlich umso mehr auf weitere Mängel geachtet. Beispielsweise betonen die Einbrecher, dass es 9 Uhr am Abend ist, rennen mit Taschenlampen im Haus umher und trotzdem scheint durchwegs heller Sonnenschein von Draußen herein. Zudem wirkt die gesamte Optik irgendwie unangenehm grell und die Kulissen stets schlecht ausgeleuchtet. Schatten passten überhaupt nicht.

Die Leistung der Darsteller ließ sich nur schwerlich beurteilen. Sie lieferten grundsätzlich keine sonderlich gute Performance ab, aber eine schwache deutsche Synchronisation verstärkte den unterdurchschnittlichen Eindruck umso mehr. Scheinbar wollte der Vertrieb keine große Kohle in diesem Werk versenken – was ich absolut nachvollziehen kann.

Story und Verlauf waren ansonsten altbacken und gaben keinen großen Grund zum staunen. Alles lief nach bewährtem – und etwas langweiligen – Muster, nur eben etwas amateurhafter als sonst gewohnt. Neue Ideen waren ebenso Mangelware.

Dank reichlicher Alternativen ist zum Glück Niemand auf „Mandy“ angewiesen. Manche Werke sind immerhin so dilettantisch, dass man von einem gewissen Trash-Charme sprechen kann – doch diese fragwürdige Auszeichnung bleibt diesem Titel leider verwehrt. Da nützt auch keine kompakte Laufzeit von unter 80 Minuten – schlecht bleibt schlecht, egal wie lang uns das „Kunstwerk“ mit seinem Auftritt belästigt.

2/10

Fotocopyright: ITN / Lighthouse Home Entertainment

Der Schneider von Panama

Inhalt

MI6-Agent Osnard wird nach Panama zwangsversetzt und soll dort die Geschäfte im Überblick behalten. Er macht aus seinem Auftrag allerdings keinen Hehl, wirbt ungeniert ansässige Personen an und spielt Informationen gegeneinander aus…

Fazit

Nach der „Thomas Crown Affäre“ und dem „Ghostwriter“ war „Der Schneider von Panama“ der nächste Titel auf meiner aktuellen „Brosnan-Watchlist“. Im Gegensatz zu den anderen Vertretern handelte es sich hier allerdings um eine Erstsichtung meinerseits und da war ich trotz leichter Skepsis doch sehr gespannt.

Weniger die Darsteller, vielmehr das Setting hatte mir einige Gedanken bereitet. Auch wenn das Thema „Panamakanal“ im Filmkontext noch recht frisch erschien, wusste ich nicht, ob mich das Geschehen überhaupt irgendwo abholen kann. So richtig „geflashed“ war ich dann am Ende auch wirklich nicht, aber tolle Darbietungen von Geoffrey Rush und Pierce Brosnan haben dennoch für viel Freude gesorgt.

Der Film lebte von seinen köstlichen Dialogen und Anspielungen auf die politische Lage der Region. Zwar wurde alles etwas sarkastisch aufbereitet, aber kleinere Spitzen waren durchaus erkennbar. Brosnan gab sich angenehm locker und warf nur so mit irrwitzigen Kommentaren um sich, während man seinem Kollegen Geoffrey Rush die Rolle als Mithelfer in Nöten jederzeit prima abkaufen konnte.

Die Handlung kam für meinen Geschmack sehr langsam in Fahrt und konnte nie so recht aufdrehen, doch selbst mit seiner leicht angezogenen Handbremse reichte das Niveau für einen unterhaltsamen Abend auf. Im Nachhinein gab es wenige Momente, die ich als Highlights bezeichnen würde, aber unterm Strich ging das handwerklich solide inszenierte Werk soweit in Ordnung.

„Der Schneider von Panama“ ist sicherlich kein überwältigendes Hollywoodkino, doch in sich ein recht stimmiger Film mit guten Hauptfiguren. Man erfand der berühmte Rad vor exotischer Kulisse nicht unbedingt neu, leistete sich – abgesehen von ein paar kleineren Längen – aber auch keine großen Patzer.

7/10

Fotocopyright: Sony Pictures Home Entertainment

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