Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Monat: März 2021 (Seite 1 von 6)

Pregau – Mörderisches Tal (Mini-Serie)

Inhalt

Pregau ist ein kleines verschlafenes Städtchen im schönen Österreich. Hier geht es noch sehr ländlich zu und Jeder kennt noch Jeden. Eigentlich genau der richtige Ort, um vom stressigen Alltag in der Großstadt herunterzukommen und als Polizist etwas ruhiger seinen Dienst zu verrichten. Hannes Bucher hat jedoch nicht mit den Feindseligkeiten innerhalb der Gemeinde gerechnet und wie sehr einige Dinge eskalieren können…

Fazit

Per Zufall bin ich über diese vierteilige Mini-Serie gestolpert und wollte ihr so Nebenbei einfach mal eine kleine Chance geben. Was mich in den rund 6 Stunden allerdings erwartete, war unerwartet packend und stimmig präsentiert.

Optisch erinnerte die Serie an die üblichen Produktionen der Region. Bei den hübschen Bildern kam schnell ein Urlaubsfeeling auf und der krasse Kontrast zu den schlimmen Ereignissen war schon sehr gelungen und zuweilen herrlich bizarr. Atemberaubende Aufnahmen standen Intrigen und sogar blutigen Morden gegenüber – in der Gegend war mehr los, als es auf den ersten Blick schien.

Natürlich wirkt die Handlung mit ihren herben Zufällen oftmals arg konstruiert, doch dies tat der Unterhaltung wahrlich keinen Abbruch. Schnell entwickelte sich ein angenehmer Sog und man konnte sich kaum vom Bildschirm lösen. Die Rädchen griffen perfekt ineinander und trotz gewissem „Vorhersehbarkeits-Faktor“, wurde man immer wieder überrascht.

Das Gezeigte war spannend, witzig, zum Teil sogar ein wenig tiefgründig und triefend vor schwarzem Humor. Einigen Gesellschaftsschichten wurde ein passender Spiegel vorgehalten und auf einfache Weise wurde Politik auf dem Land erklärt. Für sämtliche Situationen gabs ansehnliche Beispiele und oftmals konnte man sich folgende Konsequenzen immer wieder im Kopf ausrechnen.

Die Darsteller waren allesamt grandios und wuchsen trotz ihrer Macken schnell ans Herz. Niemand hatte eine reine Weste und selbst vor dem Pfarrer machte das skurrile Kleinstadtportrait keinen Halt.

Es wurden jedoch keine dümmlichen Klischees bedient, sondern tatsächlich Figuren mit Kontur und ausgearbeiteten Hintergründen geschaffen. Jeder hatte Ecken und Kanten und irgendwie konnte man trotzdem eine gewisse Sympathie zu fast allen Beteiligten aufbauen. Es gab keine echten Helden, aber auch keine echten Bösewichte. Einfach ziemlich gut aus dem Leben gegriffene Personen mit eigenen Motivationen.

„Pregau“ ist ein Wechselbad der Gefühle – was in diesem Falle absolut nicht negativ gemeint ist. Er nimmt das gängige Bild von verschlafenen Örtchen und deren Seilschaften schön auf die Schippe und liefert so ganz nebenbei einen echt gelungenen Thrill mit hohem Unterhaltungswert. Wer sich auch nur ansatzweise für deutsch/österreichische Produktionen begeistern und sich auf einen etwas anderen Heimatfilm einlassen kann, erhält eine wirklich tolle Serie mit hohem Sucht- und Kultfaktor.

8/10

Fotocopyright: LEONINE

Alien vs. Predator

Inhalt

Industriegigant Weyland scharrt eine Truppe Wissenschaftler um sich. Bei Untersuchungen in der Antarktis ist seine Firma auf ein seltsames Bauwerk unter der Erde gestoßen und nun möchte er eine Expedition vor Ort anführen. Voller Euphorie erkennen sie jedoch nicht, dass sie in eine gewaltige Falle und mitten in den Konflikt zweier außerirdischer Rassen laufen…

Fazit

Seinerzeit war der Hype um das Thema noch relativ groß. Es gab zwar schon diverse Comics und Videospielumsetzungen, aber eine Kinoauswertung dieses hübschen Franchise blieb man uns noch schuldig. Entsprechend hoch waren die Erwartungen – und entsprechend groß die Ernüchterung. „Alien vs. Predator“ war sicherlich kein schlechter Film und voller stimmiger Momente, doch schon damals erschien viel Potential verschenkt, welches auch die Fortsetzung nicht abschöpfen konnte.

In meinen Augen ist der Streifen über die Jahre allerdings etwas gereift. Natürlich gehört er nicht zu den absoluten Spitzentiteln und wird es auch nie tun, aber sein Unterhaltungswert ist schon ganz in Ordnung. Die Gefechte zwischen den Kreaturen wurden hübsch und brachial inszeniert, lediglich das Finale hätte da gerne bombastischer ausfallen dürfen.

Spannungsaufbau, Kulissen, Kostüme und Darsteller gingen voll in Ordnung, auch wenn es bei der Figurenzeichnung etwas schablonenartig zur Sache ging. Manche eingestreuten Gags hätte man sich ebenfalls sparen können, richtig nervig waren sie aber glücklicherweise nicht. Der Erzählfluss war gut, die Gliederung der Ereignisse sehr übersichtlich.

Lieder hapert es ein wenig beim Tiefgang. Man konnte sich kaum mit den Figuren identifizieren und deren Dialoge konnte man großenteils ignorieren. Es wurden im bekannten Universum keine neuen Fakten geschaffen, keine überraschenden Wendungen inszeniert. Alles lief nach vorhersehbarem Schema und wollte stets auf „Nummer sicher“ gehen. Man lieferte Standardkost, wagte nichts Abseits diverser Vorlagen.

Um ehrlich zu sein, hätte ich selbst keinen Plan, wie das Aufeinandertreffen der ikonischen Bösewichter am besten ausgeschaut hätte. Der Film war zwar nicht schlecht, doch irgendwie hat der gewisse Kick oder besondere „Aha“-Effekte einfach gefehlt. Ich weiß nicht genau was – aber irgendwas hätte man noch aus dem Ärmel hervorzaubern müssen oder zumindest den Endkampf weitaus spektakulärer gestalten müssen. Zum Teil haben mir die kleineren Rangeleien im Laufe der Hatz innerhalb der Pyramide deutlich besser gefallen. Das Tempo war höher, die Aufmachung dort viel gelungener.

Fans der Ungetüme kommen in einigen Momenten sicherlich auf ihre Kosten. Seine insgesamt berechenbare und wenig mutige Art hebt die Produktion allerdings nicht aus dem gehobenen Mittelmaß empor und spricht in erster Linie Freunde seichter Sci-Fi-Kost an. Der Unterhaltungswert passt schon, doch irgendwie schwankt immer das Gefühl über verpasstes Potential mit. Mit den ersten beiden „Alien“-Filmen oder dem Erstling von „Predator“ sind Neueinsteiger noch immer weitaus besser beraten.

7/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

Eurotrip

Inhalt

Scott hat ein gewaltiges Problem: Bis dato hielt er seinen Brieffreund aus Deutschland für einen Mann und nach einer üblen Beleidigungsattacke hat er erkannt, dass sich eine heiße Blondine hinter dem zweideutigen Namen verbirgt. Da die Dame nicht mehr auf seine eMails reagiert, beschließt Scott mit seinem besten Freund kurzerhand einen wilden Ferientripp nach Berlin zu unternehmen…

Fazit

An die erste Sichtung dieses kuriosen Werke kann ich mich noch echt gut erinnern. Ich habe von meiner Cousine die amerikanische DVD weit vor dem bekannt werden eines deutschen Releases erhalten und war von dem unbekannten Titel direkt hin und weg. Ohne große Erwartungen hat mich das Ding mit seiner eigenwilligen Art gepackt und schon seinerzeit zum Tränenausbruch durch übermäßiges Lachen bewogen – was erstaunlicherweise aktuell noch immer der Fall ist.

Die Story ist so simpel, wie genial und unglaublich effektiv. Man spielt ständig mit irgendwelchen Vorurteilen, ohne dabei allzu heftig auf die Füße anderer Nationen zu treten. Im Grunde ist der Film eine komplette Entlarvung vieler amerikanischer Denkweisen und deren plakative Umsetzung einfach nur famos. Man kann sich perfekt vorstellen, welche Bilder die meisten Amis wohl über Europa und dessen Bevölkerung im Kopf haben.

Jede Station hat ihre eigenen Klischees, die meist doch ziemlich gut treffen. Seien es Fußball-Prolls aus England, kriegsähnliche Zustände im veralteten Osteuropa oder der blonde Recke aus Deutschland – kein Ressentiment wird ausgelassen und nicht auch bis zur absoluten Spitze getrieben. Genau hierdurch funktioniert das Gezeigte dann so wunderbar und alles greift perfekt ineinander. Man nimmt sich selbst nicht zu ernst und zog alle Gags in voller Konsequenz durch – inklusive wiederholender Kalauer, wie beispielsweise dem Titelsong – der uns als echter Ohrwurm in unterschiedlichen Ausprägungen stets begleitet.

Mit seiner lockeren Art und den extrem charmanten Darstellern, kommt man schnell ins Geschehen rein und wird in einen angenehmen Sog gezogen. Sicherlich zielte alles auf ein fröhliches „Happy-End“ ab, doch auch hier war der berühmte Weg das eigentliche Ziel. Der Verlauf war so extrem lustig und kurzweilig, dass man gerne ein paar Kröten geschluckt hätte. Dazu gesellten sich ein paar mehr oder weniger dezent verpackte Gaststars, die ebenfalls immer für einen Lacher gut waren – und urkomische Situationen, die zum Teil einfach falscher Übersetzungen geschuldet waren.

Vor Kurzen erst hatte ich die Diskussion über Filme aus der Jugend. Während vermeintliche Jugendklassiker wie „American Pie“ heutzutage einfach nicht mehr zünden, treffen Streifen wie „Eurotrip“ mit ihrer positiven Dämlichkeit noch immer ins Schwarze. Sicherlich geht es auch hier arg pubertär zur Sache, doch irgendwie haben sich manche Szenen dermaßen nachhaltig im Hirn eingebrannt, dass man sie nicht missen möchte und sich jedes Mal köstlich darüber amüsiert.

Normalerweise bewerte ich Filme recht rational und versuche stets ein faires und hoffentlich auch nachvollziehbares Urteil zu fällen, doch bei „Eurotrip“ schwingen schlichtweg zu viele lustige Erinnerungen und Emotionen mit. Ich kann diesem Titel für seinen ultimativ hohen Unterhaltungswert einfach keine mittelmäßige Bewertung geben und lehne mich mit einer 8,5 von 10 wahrscheinlich sehr weit aus dem Fenster. Lasst euch nicht irritieren, schaut vielleicht mal einen Trailer und entscheidet dann selbst, ob ihr mit dem eigenwilligen Humor überhaupt zurecht kommt und diese Komödie etwas für euch ist.

8,5/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Speed

Inhalt

Die Polizei bekommt den Hinweis, dass in einem Linienbus eine Bombe versteckt sei und diese zündet, sobald er weniger als 50 Meilen auf dem Tacho hat. Polizist Jack Traven vermutet hinter diesem perfiden Akt einen alten Widersacher und bringt sich erst einmal an Board des gefährlichen Fahrzeugs…

Fazit

Es ist schon ein paar Jahre her, aber ich kann mich noch gut erinnern, als „Speed“ damals ins Kino kam und welch Werbekampagnen oder „Making ofs“ im Fernsehen zu bestaunen waren. Der Film war eine recht große Nummer und für damalige Verhältnisse schon top besetzt. Der Plot war noch relativ frisch – und zog über einen längeren Zeitraum noch etliche mehr oder weniger gelungene Nachahmer mit sich.

Noch heute gefällt das Spektakel ziemlich gut und vor allem der kurzweilige Verlauf vermag noch immer ordentlich zu punkten. Das Tempo ist genau richtig und der Cast noch immer sehenswert. Besonders toll wirken die handgemachten Effekte und Stunts, die nicht mit übertriebenen CGI aufwarten und hierdurch auch gar nicht mal so schlecht gealtert sind.

Die Story und deren Entwicklung ging in Ordnung. Obwohl die Prämisse und einige Ideen recht originell waren, litt immer die Glaubwürdigkeit – welche im Kopf einfach mal bei Seite gelegt werden muss. Der Film bezieht seinen Unterhaltungswert durch hohes Tempo und den verrückten Aktionen während der wilden Fahrt, welche im Grunde gar nicht mal so absurd erschienen. Man konnte eigentlich alles ganz gut nachvollziehen und im Rahmen eines simplen Actionstreifens doch recht gut verdauen.

Bullock und Reeves bildeten damals ein schönes Paar, welches sich über die Jahre nicht zum ersten Mal filmisch über die Füße lief. Die Beiden harmonierten gut miteinander, wobei ich den Machern anrechne, es lediglich beim leichten flirten zu belassen und keine unnötige Romanze etabliert zu haben. Hopper gab natürlich einen überragenden Bösewicht, während Jeff Daniels vor allem mit seinen Grimassen im Gedächtnis blieb.

Durch seine liebevolle Machart wirkt „Speed“ weit weniger angestaubt, als zunächst befürchtet und der Spaßfaktor ist dank gehörigem Charme der 90iger sowieso zugegen. Er reiht sich definitiv in die Riege der Evergreens ein und landet in regelmäßigen Abstand gerne im Player. Er gehört zwar nicht zu meinen absoluten Favoriten, doch hat er irgendwo schon einen Stein im Brett. Solide Action bleibt solide Action.

7,5/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

The Last Passenger

Inhalt

Eine Zugfahrt wird für einen Vater mit seinem Sohn zu einem Alptraum. Zunächst verläuft alles unauffällig und eine nette Bekanntschaft sorgt überdies für gute Stimmung, doch plötzlich wird der Schaffner vermisst und der Zug scheint nicht mehr anhalten zu wollen…

Fazit

Ich habe „The Last Passenger“ bereits vor einigen Jahren schon einmal gesehen und nahezu komplett vergessen. Das muss nicht immer Schlechtes bedeuten, allerdings – wie in diesem Fall -, dass es sich um einen eher mittelprächtigen Streifen handelte und erinnerungswürdige Momente äußerst rar gesät waren.

Fangen wir aber beim Positiven an. Der Cast war durchwegs sympathisch und das zuweilen eher unbedeutende Geplauschte nicht unbedingt langweilig. Die Immersion von einer ständigen Zustand war ziemlich gelungen und die Effekte waren gut. Gerade gegen Ende, wo es dann etwas Action und ein paar Flammen gab – da schaute alles recht schick aus und gab keinen Grund zur Klage.

Was mir hingegen nicht so gut gefiel, war der eher enttäuschende Abschluss eines bis dato ansprechenden und nicht unbedingt langweiligen Verlaufs. Stellenweise tröpfelte das Geschehen zwar etwas vor sich hin, insgesamt überzeugte jedoch die nette Grundstimmung und der solide Spannungsaufbau. Die Macher haben in meinen Augen jedoch keine allzu brillante Auflösung konstruiert und so etwas Kredit verspielt.

Sicherlich wollte man die genaueren Hintergründe im Dunkeln lassen und sich rein auf den gebotenen Thrill konzentrieren, doch ich bin ein Freund von halbwegs bemühten Erläuterungen. So hätte ich mir gerne ein greifbares Motiv oder sonst welche Motivationen gewünscht – schwierig zu umschrieben, da ich möglichst wenig von der Handlung verraten möchte.

„Last Passenger“ ist wahrlich kein schlechter Film, hat gute Momente und lobenswerte Ansätze. Leider hakelt es bei der Geschichte bzw. deren Auflösung und der große Knall blieb am Ende einfach aus. So wird das Werk bestimmt schnell wieder vergessen und vielleicht in einigen Jahren erneut für gemischte Gefühle sorgen.

6,5/10

Fotocopyright: LEONINE

The Little Things

Inhalt

Eine Serie von grausamen Morden an jungen Frauen bringt zwei ungleiche Cops auf die gleiche Spur. Sie arbeiten fortan mehr oder weniger gemeinsam an dem Fall und haben auch irgendwann einen Verdächtigen im Visier. Die Beiden sind sich um seine Schuld recht sicher, doch die offizielle Beweislage ist nicht eindeutig…

Fazit

Allein beim Cast habe ich vor der Sichtung des Trailers schon leichte Schnappatmung bekommen. Denzel Washington, Rami Malek und Jared Leto gemeinsam in einem Film ist schon ziemlich beeindruckend und da ist der Inhalt zunächst fast schon Nebensache. Zwar ist unterm Strich kein allzu schlechtes Ergebnis herausgekommen, doch abseits der großen Namen herrschte etwas Ernüchterung.

Die Story ist an für sich nicht übel und bietet eine gute Ausgangslage für spannende Ermittlungen. Dazu gesellt sich ein zuweilen recht düsterer Look, der fast ein wenig an „Sieben“ erinnerte und das Treiben angemessen unterstreicht. Leider hapert es ein bisschen am Erzählfluss beim dem sich kleinere Längen immer mal wieder in den Vordergrund drängten und sogar bei entscheidenden Momenten Einzug hielten.

Im einen Moment ist das stimmige Treiben noch sehr spannend und interessant, doch im nächsten Augenblick empfand ich so manchen Dialog einen Ticken zu ausufernd. Selbst bei Schlüsselmomenten wirkt dieses Verhältnis nicht ganz ausgewogen und man bringt sich selbst um einen entscheidenden Knall beim Finale. Wirklich schade, da sonst alles gefällig und halbwegs nachvollziehbar konstruiert wurde.

Obwohl die Schauspieler allesamt ihre hohen Erwartungen erfüllten, hat mir besonders bei Leto das letzte Quäntchen Durchgeknalltheit gefehlt. Er gibt den Verdächtigen schon ziemlich gut, doch irgendwie hätte er mit seinen Dialogen und Gestiken noch schräger rüberkommen dürfen – doch vielleicht hatte ich bei ihm nur ein zu starkes Bild vom „Joker“ im Hinterkopf.

Mit knapp über zwei Stunden ist „The Little Things“ eigentlich nicht zu lang, doch mit kompakteren Konversationen und vielleicht ein wenig Action hätte man den Thrill schon aufwerten können. So blieb ein toll besetzter und durchaus solider Titel, der allerdings hinter seinen Möglichkeiten zurück blieb.

7,5/10

Fotocopyright: Warner

Cortex

Inhalt

Familienvater Hagen leidet an Schlafstörungen. Aufgrund seltsamer Träume kann er Nachts kaum ruhen und ist am Tage ständig müde. Daraus resultierend, leidet er an Visionen und hat zuweilen Probleme alle Ereignisse in seinem Kopf richtig auseinander zu halten, sprich die Wirklichkeit von Tagträumen zu trennen…

Fazit

Auf den ersten Blick hatte „Cortex“ eigentlich alles, was mich an einem guten Film zunächst anspricht: mit Bleibtreu einen gern gesehenen Hauptdarsteller und eine äußerst interessante Geschichte mit Potential. Dazu gesellte sich eine Atmosphäre, die mich stellenweise durchaus an den Lynch-Klassiker „Lost Highway“ erinnert hat.

Leider konnte das Werk jedoch seine schönen Ansätze nicht vollends ausbauen und stolpert hin und wieder gewaltig an seiner eigenen Erzählweise. Anfangs mag das Verwirrspiel um Tagträume noch einen gewissen Reiz auszuüben, doch mit der Zeit verlor man schrittweise die Aufmerksamkeit. Obwohl sich die Laufzeit in einem normalen Rahmen bewegt, waren kleinere Längen nicht von der Hand zu weißen und als Ausgleich hierfür gab es kein bombastisches Finale, dass alles wieder gut machen würde.

Über weite Teile plätschert das Geschehen vor sich hin und zumindest bei mir flachte das Interesse zusehends ab. Daraus resultierte, dass die Handlung immer verworrener erschien und selbst bei der vermeintlichen Auflösung noch nicht eindeutig auf dem Tisch lag. Dummerweise hat das Gezeigte dann auch nicht so stark beeindruckt, dass man sich weitere Gedanken darüber zu machen vermochte.

Bleibtreu agierte routiniert wie immer. Man man ihm die Rolle als geplagter Familienvater ab, konnte sich stellenweise prima in seine Figur hineinversetzten. Seine Kollegen leisteten sich ebenfalls keine Schwächen und fügten sich gut ins Gesamtbild ein. Leider gab es hier keinen richtig charismatischen Bösewicht, der bedrohlich über Allem thront oder irgendwie regelmäßig markant in Erscheinung tritt. Das hätte dem Ganzen vielleicht ganz gut getan.

Obwohl nicht das komplette Potential genutzt werden konnte, ist „Cortex“ kein schlechter Film. Bleibtreu ist sehenswert wie immer und der Rest zuweilen eigentlich ganz stimmig. Hier hätte was richtig tolles entstehen können, doch unterm Strich bleibt nur ein leicht überdurchschnittliches Ergebnis.

6/10

Fotocopyright: WARNER

Hot Summer Nights

Inhalt

Per Zufall gerät der eher unscheinbare Daniel an den Draufgänger Hunter. Die ungleichen Typen freunden sich im Laufe des Sommers an und werden sogar zu Geschäftspartnern. Ihr Handel mit Drogen floriert, doch dann werden sie übermütig und Daniel lässt sich zudem noch auf die falsche Freundin ein…

Fazit

Rein von der Geschichte ist „Hot Summer Nights“ eigentlich alles andere als übermäßig innovativ und trotzdem fühlte ich mich prima unterhalten. Seine Stärke liegt nicht in der Handlung oder beeindruckenden Wendungen – vielmehr in symphytischen Darstellern und einer unglaublich guten Inszenierung.

Der Film wirkt hochwertig, ohne dabei allzu teuer oder steril zu wirken. Das mag jetzt komisch klingen, ist aber irgendwie auch schwierig zu umschreiben. Der gesamt Look war einfach cool und hat wunderbar zur geschmeidigen Erzählweise mit einem Kommentar aus dem Off gepasst.

Für diverse Szenen gab es kleinere Rückblenden, die mit schnellen Schnitten und witzigen Sprüchen erläutert wurden. So wurden selbst unspektakuläre Events unterhaltsam an den Mann gebracht und das Folgen der Geschichte machte Laune. Das Tempo war trotz mangelnder Action sehr ausgewogen.

Es gab viele freche Momente, die der allgemeinen Aufmerksamkeit immer wieder zu Gute kamen. Die ungewöhnliche Liebelei von Daniel übte da fast einen größeren Reiz als die zuweilen brenzligen Lagen beim Dealen. Diese Mischung aus „Comming-of-Age“ und etwas Thrill hat unerwartet gut funktioniert und kein Part wirkte irgendwie aufgesetzt oder halbherzig drangeklatscht.

Ich bin vollkommen erwartungsfrei an die Sache herangegangen und wurde angenehm überrascht. „Hot Summer Nights“ mag jetzt keine neue Referenz, aber zumindest ein kleiner Geheimtipp sein – den ich mit einem guten Gewissen empfehlen kann. Sicherlich wurde das berühmte Rad nicht neu erfunden, doch die gelungene Mischung verschiedener Elemente sprach für sich und sorge für angenehme Unterhaltung.

7/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Moxie. Zeit, zurückzuschlagen

Inhalt

Vivian ist eher die schüchterne Schülerin und versucht zum Beginn des neuen Schuljahr zunächst gar nicht groß aufzufallen. Als sie jedoch immer mehr Ungerechtigkeiten gegenüber ihr und anderen gegenüber steht, beschließt sie etwas zu verändern. Sie bringt ein annoymes Flugblatt heraus und fordert damit ihre Mitschüler zu besonderen Aktionen auf…

Fazit

Bei „Moxie“ handelt es sich wieder einmal um einen Film, dessen Grundidee gar nicht mal verkehrt ist – aber die Umsetzung bei einigen Punkten hakelt. Genauer gesagt spricht der Titel einige wirklich prekäre Themen an, geht aber stellenweise fast schon zu sanft mit deren Konsequenzen um. So verkommen echte Straftaten zur kleinen Randerscheinung oder an anderer Stelle übertünchen flache Gags durchaus sensible Angelegenheiten. Das wird nicht nur unausgegoren, sondern ist stellenweise schon fraglich in der Darbietung.

Mag sein, dass ich einen falschen Blick auf die Dinge und sich der Film mit seiner Machart sowieso eher ans junge Publikum richtet, doch ich wollte dies nicht unerwähnt lassen. An und für sich ist das Teil ansonsten ganz gut gemacht und wurde mit symphytischen Figuren besetzt. Man konnte sich bis zu einem gewissen Grad in die jeweiligen Situationen hineinversetzen und wollte letztlich ja auch der Handlung bis zu deren Ausgang folgen.

Der Erzählfluss war in Ordnung. Selten richtig spannend, aber auch selten wirklich langweilig. Einfach ein gesundes Mittelmaß, bei dem immer so viel auf dem Schirm los war, um die Aufmerksamkeit zu halten. Natürlich haben die netten und bunt gemischten Darsteller ihren Teil dazu beigetragen. Die Chemie aller hat ganz gepasst und vor allem das Erscheinen von Amy Pohler war immer ein kleines Highlight – welches von urkomischen Dialogen geprägt war.

Vielleicht sollte man „Moxie“ nicht zu kritisch sehen und anerkennen, dass „Mobbing“ und andere alltägliche Probleme auf den Tisch gekommen sind. Für mich hätte man einige Ereignisse nicht zu lasch abtun dürfen, doch ansonsten kommen Botschaften schon brauchbar und relativ gut verdaulich rüber. Als Jugendfilm geht das Gebotene absolut in Ordnung und von daher darf gerne mal reingeschaut werden.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Mike and Dave Need Wedding Dates

Inhalt

Mike und Dave sind Brüder, wie sie nicht besser zueinander passen können. Sie hausen chaotisch und verdienen mit ausgefallenen Ideen ihren gemeinsamen Lebensunterhalt. Zur Hochzeit ihrer Schwester in Hawaii jedoch stellen die Eltern eine wichtige Bedingung. Damit das Fest nicht wie sonst üblich ausartet und Mädels angegraben werden, sollen die Beiden jeweils eine seriöse Begleitung mitbringen und sich somit hoffentlich besser im Zaum halten…

Fazit

Schon oft habe ich ein kleines Review mit diesen Satz eingeleitet und nun werde ich es erneut tun: Die besten Geschichten schreibt oftmals das wahre Leben – und genau dieser Fakt trifft auch hier erneut zu. Zwar mögen die gezeigten Ereignisse nur lose auf einer echten Begebenheit beruhen und mit Sicherheit weniger witzig ausgefallen sein – aber Schwamm drüber.

„Mike and Dave“ bietet eine von Grund auf witzige Prämisse und vermag seine launigen Ansätze bis zum Ende kontinuierlich beizubehalten und prima zu unterhalten. Auch wenn manche Gags extrem platt erschienen, brach das Lachen (auch nach wiederholter Sichtung) aus dem Zuschauer heraus und letztlich sind die extremen Übertreibungen einfach vergessen bzw. gehören einfach dazu.

Durch seine hohe Schlagzahl an spaßigen Elementen vergeht die Zeit fast wie im Flug. Das Treiben ist jederzeit kurzweilig und Längen hatten quasi keine Chance. Man wusste zwar auch, dass die Geschichte auf ein „Happy End“ abzielen wird und Ablenkversuche nicht funktionieren – dennoch blieb man gespannt am Ball und freute sich auf die nächsten Schandtaten unserer liebenswerten Chaoten.

Zac Efron und Adam Devine harmonieren bestens miteinander. Sie ergänzten sich jederzeit grandios und sorgten für das allgemeine Wohlbefinden beim Betrachter. Man nahm ihnen die dämlich naive Art absolut ab und konnte erstaunlicherweise oft mit ihnen fühlen. Trotz oder gerade wegen ihrer trotteligen Art schloss man sie schnell ins Herz und konnte ihnen nie wirklich böse sein – schließlich wollten sie immer nur ihr Bestes geben.

„Mike und Dave“ ist eigentlich eine ziemlich berechenbare Komödie, wie sie Hollywood in den letzten Jahren oftmals hervorgebracht hat. Dennoch konnte der coole Twist, sowie zwei (oder eigentlich vier) perfekt aufgelegte Hauptdarsteller vollends überzeugen und die Kurzweil domminierte den lockeren Filmabend. Manchmal braucht man zum inneren Abschalten einfach nicht mehr und von daher ist das abgelieferte Werk für Interessierte schon eine Sichtung wert.

7,5/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

« Ältere Beiträge