Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Monat: Oktober 2020 (Seite 1 von 6)

Rebecca

Inhalt

Eine junge Dame bestreitet ihren Lebensunterhalt als Assistentin für beispielsweise wohlhabende, ältere Menschen auf Reisen. Bei einem dieser Ausflüge lernt sie den charmanten Wittwer Maxim kennen und lieben. Kurzerhand schmeist sie ihren Job hin und zieht zu ihrem neuen Schwarm. Bei ihm angekommen offeriert sich nicht nur ein beindruckendes Anwesen, sondern auch sehr eigensinniges Personal…

Fazit

So eigensinnig wie das in der kurzen Inhaltsgabe erwähnte Personal, ist auch die gesamt Erzählweise des Filmes an sich. Anfangs plätschert das Geschehen etwas vor sich hin, um behutsam einen unscheinbaren, aber durchaus effektiven Sog zu generieren und den Zuschauer mit simplen Methoden bis zum Ende an den Schirm zu fesseln.

Mit hübschen Menschen und ebenso verträumten Kulissen erinnert „Rebbeca“ an Groschenromane und fühlt sich stellenweise auch ein kleinwenig surreal an. Alles wirkt geleckt, jeder Schauplatz noch eindrucksvoller als der Vorherige und alles riecht nach Luxus – und deftigem Herzschmerz. Ein eigentlich recht bodenständiger Twist nimmt fast schon mysteriöse Züge an und macht die Handlung unerwartet spannend – was ich dem Titel wirklich hoch anrechne und nach dem schnarchigen Start gar nicht zu erhoffen wagte.

Der Streifen bedient sich nicht nur bei ollen Liebesschnulzen, sondern auch dezent bei seichten Gruselfilmen – denn das unbehagliche Häuschen und die undurchsichtigen Bediensteten konnten schon leichte Schauer über den Rücken jagen. Dazu gesellt sich eine merkwürdige Grundstimmung, die diese Eindrücke zusätzlich verstärkt.

In der ersten halbe Stunde hätte ich an einen Abbruch gedacht. Der entschleunigte und oberflächlich inszenierte Auftakt war recht uninteressant und noch wenig fesselnd. Erst mit weiterem Verlauf schlich sich so langsam die Kurzweil ein und irgendwann wollte man unbedingt wissen, wie die Geschichte nun enden wird. Dafür – und an die rundherum gut agierenden Darsteller – ein großes Lob und eine Empfehlung für Interessierte, die ein Netflix-Abo und rund zwei Stunden Zeit zur Verfügung haben.

7/10

Fotocopyright: Netflix

You Might Be the Killer

Inhalt

Chuck bekommt während der Arbeit einen Anruf von ihrem Freund. Dieser ist gerade als Betreuer in einem Ferienlager unterwegs und scheint in einer unbequemen Situation zu stecken. Anscheinend macht ein Killer im Camp die Runde und er befindet sich aktuell auf der Flucht vor selbigem…

Fazit

Zur Einstimmung auf Halloween kommen passende Titel eigentlich immer recht – doch irgendwie weiß ich nicht genau, was ich von „You Might Be the Killer“ halten soll. Das Konzept des Films ist zwar grundsätzlich nett gedacht, doch die Umsetzung sitzt irgendwie zwischen den Stühlen und konnte mich nicht vollends überzeugen.

Mit einer nicht chronologischen Erzählweise und einigen witzigen Wendungen versuchte man zwar frischen Wind ins angestaubte Genre zu bringen, doch so richtig ging dieser Plan leider nicht auf. Das Geschehen schwankt zu sehr zwischen lockerem Teenie-Horror und Komödie – die sich für meinen Geschmack zu sehr mit der Hommage an andere Filme beschäftigt, statt einige Elemente zu etablieren. Gags und Mordszenen sind weitestgehend spaßig gemacht, bieten aber unterm Strich ebenfalls nicht viel Neues.

Der Verlauf ist überwiegend sehr kurzweilig, doch hin und wieder schleichen sich trotz der kompakten Gesamtlaufzeit kleinere Längen ein. Besonders zu Beginn benötigt der Film etwas um in die Gänge zu kommen – und das, obwohl wir schon mitten in der Schlachtplatte gestartet und volle Aufmerksamkeit hätten erlangen können. Da hilft auch ein gern gesehener Gast wie Alyson Hannigan nicht mehr viel.

Wer das Genre liebt, darf gerne mal reinschauen. Ich für meinen Teil habe langsam das Gefühl, dass ich für diese Art von Film bzw. für diesen hier gezeigten Humor zu alt geworden bin und nicht mehr recht mit der Thematik warm werde. Früher habe ich Slasher ala „Scream“ von Herzen geliebt und stehe auch heute noch zu beispielweise den „Freitag der 13te“-Klassikern, doch „You Might Be the Killer“ ließ mich trotz netter Ansätze weitestgehend kalt. Insgesamt ein sehr durchschnittlicher Spaß mit immerhin vereinzelt sehenswerten Momenten.

5/10

Fotocopyright: Indeed Film

Nobody Sleeps in the Woods Tonight

Inhalt

Eine Gruppe Jugendlicher möchte ein paar entspannte Tage in einem Camp verbringen. Der Unmut über das Abgeben der elektronischen Begleiter ist zwar anfangs groß aber irgendwann schmerzlich überwunden. Weniger schön allerdings die Bewohner, die sich in der Nähe der Kids aufhalten und hungrig auf frisches Menschenfleisch sind…

Fazit

Ein paar derbe Einlagen machen leider noch keinen alllzu guten Film, wie Zuschauer von „Nobody Sleeps in the Woods Tonight“ möglicherweise bemerken dürfen. Die polnische Variante von „Freitag der 13te“, respektable „The Hills Have Eyes“ ist zwar in Grundzügen lobenswert, aber insgesamt sehr durchwachsen.

Über weite Strecken zieht sich der Titel wie Kaugummi und schafft es auch nicht einmal ansatzweise größere Sympathien für seine Figuren aufzubauen. Man beobachtet junge Menschen, die nacheinander geschlachtet werden und bleibt dabei relativ emotionslos. Zwar sind diese Einlagen noch das mit Abstand Spaßigste während des gesamten Verlaufs, doch ein klein wenig mehr Tiefe hätte nicht geschadet.

Mit knapp 100 Minuten ist der Streifen eigentlich nicht zu kurz, dennoch wäre an einigen Stellen durchaus der Rotstift anzusetzen gewesen. So wirken die Teenie-Turtellein eher uninteressant und die bemühten Anspielen an Filmklassiker wie „Terminator“ eher aufgesetzt. Nichts davon hilft eine tiefere Bindung einzugehen und irgendwie die Lage der Protagonisten zu teilen. Immerhin gab es ein paar hübsche und in unseren Gefilden recht unbekannte Gesichter, die möglicherweise noch eine Karriere vor sich haben.

Auf der positiven Seite steht allerdings eine hochwertige und für einen Slasher ungewohnt farbenfrohe und helle Inszenierung. Die Handlung spielt sich überwiegend am Tage ab und gibt deshalb gut erkennbare Innereien zum besten und lässt uns nicht irgendwelche Schatten im Dunkeln erahnen. Zwar wurde während den deftigen Momenten etwas getrickst, aber das war wohl dem Budget zuzuschreiben. Damit meine ich insbesondere, dass die Kamera oft abdreht und nicht alle Details präsentiert. Somit hätte es vielleicht auch zur 16er Freigabe gereicht.

Wären nicht die handwerklich schön gemachten Splattereinlagen, dann wäre „Nobody Sleeps in the Woods Tonight“ für mich ein kleiner Totalausfall. Er leistet sich zwar keine echten Patzer, aber bietet eben auch zu wenig nennenswerte Highlights. Der größte Twist ist noch die Abgabe der Mobiltelefone, was immerhin halbwegs zu einer Ausgangslage der Genrevertreter aus alten führt. Beinharte Fans schauen an Halloween vielleicht mal rein, ansonsten bin ich froh kein Geld verschwendet zu haben. Ich bleibe lieber bei den Originalen und nehme die angestaubte Technik selbiger mit einem nostalgischen Blick gerne in Kauf.

5/10

Fotocopyright: Netflix

The Mule

Inhalt

Weil das Geld im hohen Alter nicht mehr ausreicht, nimmt Earl Stone trotz seiner Gebrechlichkeiten einen Job als Drogenkurier an. Dafür reist er mit seinem Pickup quer durchs Land und versucht dabei so unauffällig wie möglich bleiben. Mit wachsendem Erfolg werden seine Ladungen wertvoller und die neuen Probleme hierdurch nicht kleiner…

Fazit

Der Film ist gut, keine Frage. Größten Respekt jedoch an Clint Eastwood, der noch immer keinen Ruhestand genießen und seine Fans noch immer mit hochwertiger Kost versorgen möchte. Er spielt hier so überragend, dass er den Rest vom Cast mehr als einmal in den Schatten stellt und trotz seines gehobenen Alters noch unglaubliche Vitalität ausstrahlt. Die Rolle wurde ihm – mal wieder – wie auf den Leib geschneidert und kaum einem anderen Akteur hätte ich diese Darbietung in dieser Form zugetraut.

Nicht nur das Schauspiel, auch seine Regiearbeit gibt keinerlei Grund zur Klage. Der Film knüpft von seiner Optik und seiner Art durchaus an den grandiosen „Gran Torino“ an und könnte somit im gleichen Universum spielen. Alles wirkt hochwertig, rau, greifbar und dennoch über weite Passagen sehr entspannt inszeniert. Selbst längere Einstellungen werden nicht öde, sondern verdeutlichen die ausweglose Lage des alten Herren – bei der der Zuschauer zu einem stillen Beobachter degradiert wird.

Der Film lebt von seiner Handlung, die durch unvorhersehbare Elemente jederzeit die Aufmerksamkeitskurve oben behält. Zwar ist die Geschichte im Grunde recht simpel und schnell umschrieben, aber gerade die nicht alltägliche Hauptfigur lädt zu ungewöhnlichen Momenten und einer ganz anderen Situationskomik ein. Eastwood versteht die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und trotz seiner Verzweiflungstaten die Sympathien in jeder Lage zu behalten.

Wenn Eastwood auch weiterhin solche Resultate abliefert, darf er gerne noch ein paar Werke servieren. „The Mule“ zeichnet ein interessantes und durchaus gesellschaftskritisches Portrait eines alten Mannes, dass trotz zumeist gemächlicher Aufmachung spannend und unterhaltsam gemacht ist. Wer sich von der Thematik angesprochen fühlt und idealerweise ein Freund des Altmeisters ist, sollte unbedingt mal reinschauen. „Gran Torino“ war sicherlich ein Quäntchen besser, aber „The Mule“ kann sich daneben absolut sehen lassen.

8/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

Johnny Handsome – Der schöne Johnny

Inhalt

Johnny ist ein entstellter Mann mit einem Gesicht voller Beulen und Geschwüren. Nichtsdestotrotz schlägt er sich als Krimineller durchs Leben und beteiligt sich bei einem Banküberfall, bei dem ihm die eigenen Komplizen in den Rücken fallen. Johnny landet im Knast, während die Anderen mit der Beute entkommen. Rache kann der Geprellte allerdings erst nehmen, nachdem er wieder auf freiem Fuss ist und sein Gesicht mittlerweile per Schönheitsoperationen gerichtet ist…

Fazit

Die letzte Sichtung von „Johnny Handsome“ ist lange her und ein bißchen auch die Erinnerung, was für ein hübscher Kerl Mickey Rourke vor seinen realen Schönheitsoperationen mal war. Dem Betrachter geht es mittlerweie fast wie seinen Filmkollegen, die ihn nach den Eingriffen einfach nicht wieder erkennen und mehr oder minder staunen, was heutzutage alles möglich.

Hoch anrechnen möchte ich dem Film besonders seinen Unterhaltungsfaktor. Die Geschichte ist simpel, aber effektiv und es geht stets kurzweilig voran. Ruhigere Parts und Action halten sich gut die Wage und bilden eine angenehme Mischung, die zusätzlich durch die leicht altmodische Inszenierung an Charme gewinnt. „Johnny Handsome“ ist definitiv noch ein Film aus der alten Schule, was bedeutet, das er ohne hektische Schnitte, Wackelkameras oder sonstigen Schnickschnack auskommt und handwerklich absolut überzeugt. Nichts wird künstlich aufgebläht und der Handlung ist leicht zu folgen.

Etwas schade finde ich hingegen, dass sich der Titel seinem eigenen „Knallmoment“ beraubt. Ich hatte so viele Bilder im Kopf, wie Johnny die Sache vor seinen alten Kollegen letztlich aufklären könnte und dann speist man uns relativ unspektakulär („ich hab da ein Foto gefunden“) ab. Es wäre wesentlich witziger gewesen, hätte er seine Lage selbst aufgedeckt und vielleicht noch einen lockeren Spruch rausgelassen. Dies mindert den sonst guten Eindruck nicht sonderlich, jedoch wurde hier schon ein bisschen Potential verschenkt.

Rourke spielt den anfänglich entstellten Gauner – soweit es das Make-up zulässt – glaubwürdig und sein Handeln ist nachvollziehbar. Er kommt zwar wieder extrem cool rüber, aber hier passt es einfach zu seiner Rolle und wirkt nicht zu überzogen, wie in manch anderen seiner Filme. Extrem sehenswert: der modebewußte Lance Henriksen als fieser Gegenspieler.

Mit „Johnny Handsome“ schuf Walter Hill einen unterhaltsamen Rachefeldzug, der auch heute noch wunderbar funktioniert und mit einem damals noch ansehnlichen Rourke als Hauptfigur prima besetzt wurde. Das Teil ist schnörkellos und bietet einen ausgezeichneten Flow. Genrefreunde schauen auf jeden Fall mal (wieder) rein.

7/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Pineview Drive (PS4)

Inhalt

Der Spieler ist auf der Suche nach seiner vor 20 Jahren verschollenen Frau. Dazu begibt er sich in ein mächtiges Anwesen am Rande der Küste, wo er die letzten Tage vor ihrem Verschwinden mit ihr verbrachte. Eine Legende besagt, dass es dort Niemand mehr als 30 Tage durchgehalten hat…


Einleitung

Auf der Suche nach einem günstigen Horrorsnack als Einstimmung für das kommende Halloweenfest (auch wenn man in diesem Jahr nicht wirklich von einem Fest sprechen kann), bin ich irgendwie bei „Pineview Drive“ gelandet und habe nach einigen guten (und immens schlechten) Kritiken einfach mal zugeschlagen. Erwartet habe ich nicht viel – und das war vielleicht auch ganz gut so.


Gameplay

Ähnlich wie das zuletzt besprochene „The Town of Light“ (Link) ist „Pineview Drive“ einem „Walking Simulator“ sehr ähnlich. Der Spieler durchstöbert die große Villa aus der Ego-Perspektive und seine Möglichkeiten zur Interaktiven mit der Umgebung sind arg begrenzt. Ein Kampfsystem oder großartiges Hantieren mit Gegenständen (bis auf Türen, Kerzen, Schriftstücke) gibt es nicht. Die verwendbaren Objekte werden beim Draufschauen zwar farblich hervorgehoben, dennoch sind sie oft gut in der tristen Umgebung versteckt.

Das Spiel ist in 30 Tage von variabler Länge unterteilt. Im Grunde muss man immer irgendwo einen Schlüssel auftreiben, die passende Tür dazu finden und dann ein Schriftstück zum beenden des Kapitels lesen – und diesen Vorgänge etliche Male (an beinahe jedem Tag) wiederholen. Die teils langen Laufwege und das stumpfe Abklappern von mehr oder weniger hübsch designten Räumen ist zuweilen sehr monoton und wird durch kleinere Schreckeinlagen (herumlaufende Katze, plötzlich entflammende Kerzen, etc.) immer wieder aufgeklockert. Echte Hinweise gibt es leider nur selten (der Spieler spricht gelegentlich mit sich selbst) und eine Ableitung aus vorherigen Tagen war nicht immer möglich.

Das Erkunden findet überwiegend bei Nacht statt und beschränkt sich auf das Landhaus mitsamt Hof und kleinem Gelände hinter dem Gebäude. Die Flügel eröffnen sich anhand der gefundenen Schlüssel erst nach und nach – und bis dorthin hat man die bekannten Abschnitte schon recht gut auswendig gelenrt.Gebraucht habe ich in etwa 6-7 Stunden (ohne genau nachgemessen zu haben) und gestorben dabei kein einziges Mal. Der Spieler besitzt eine Art „Panikanzeige“, deren Kraft nach einigen Schreckmomenten nachgibt und sich nur langsam erholt. Sinkt diese Anzeige auf Null, so ist das Spiel zu Ende. Wie genau die Werte hierzu ermittelt werden, blieb mir jedoch schleierhaft. Man konnte nicht per se sagen, ob es mit der Musik oder bedrohlichen Visionen zu tun hatte – oder womöglich das Zittern des Gamepads auf irgendeine Weise gemessen wurde.


Präsentation

Audiovisuell hinterließ „Pineview Drive“ einen zwiespältigen Eindruck. Von einer Grafik aus Playstation 2-Zeiten (so einige Kritiker) zu sprechen ist schon verwegen und nicht unbedingt zutreffend – doch viele matschige Texturen, schwache Grafiksets und hässliche Flackerer sind einfach nicht mehr zeitgemäß.

Klobige Gegenstände und wiederholende Texturen, wechseln sich jedoch mit einem grundsätzlich gefälligen Artdesign und einigen überraschend hübschen Elementen ab. So gibt es trotz steriler und wenig detailreicher Optik ein paar echt nette Lichteffekte und stimmig eingerichtete Räumlichkeiten mit Wiedererkennungswert. Irgendwann gewöhnt man sich auch an die leichten Ruckeleinlagen (besonders bei Gewitter) oder die merkwürdige Darstellung von Regentropfen und akzeptiert die trashige Optik.

Bei der Soundgestaltung blieb man immerhin ähnlich konsequent und mischte nervige Musik mit zuweilen wirklich gruseligen Geräuschen ab. Mit guten Kopfhörern musste man sich hin und wieder schon in den virtuellen Umgebungen umdrehen und nach Gefahren Ausschau halten. Auf der anderen Seite jedoch setzte man bedrohliche Effekte zuweilen recht wahrlos ein und wollten den Spieler wohl einfach nur ein bißchen nerven – sprich überhaupt keine Auffälligkeiten in Sicht waren.


Positiv:
– stimmige Atmosphäre
– zuweilen ordentliche Grafik
– moderater Schwierigkeitsgrad
– gute Gedächtnisübung (Orientierung im Haus)
– witzige Soundrätsel (Nachverfolgung von Stimmen, Telefongeräuschen, etc.)

Neutral:
– hakelige Steuerung
– wenig Interationsmöglickeiten
– einfaches Inventarsystem
– kein Zwischenspeichern

Negativ:
– stark schwankende Grafik- und Soundqualität
– Ruckler
– insgesamt sehr monoton und simpel
– Schreckeffekte größtenteils eher unspektakulär
– unbeantwortete Fragen nach dem Abspann


Fazit

Wenn ich ehrlich bin, dann ist „Pineview Drive“ eigentlich kein Titel, den ich wirklich mit gutem Gewissen empfehlen würde. Die Entwickler präsentieren uns hier einen technisch durchwachsenen und vom Inhalt her sehr dürftigen Gruseltrip – der mir trotz seiner vorher bekannten Mankos absurderweise irgendwie Spaß gemacht hat. Trotz oder vielleicht seiner Macken wegen hat mich das Teil unerwartet in seinen Bann gezogen und die simple Vorgehensweise war irgendwann selbstregend akzeptiert und zur Routine übergegangen. Ich habe mich zwar nie so wirklich erschreckt und hatte gelegentlich mit kleineren Motivations-Durchhängern zu kämpfen, doch unterm Strich wollte ich das Spiel dennoch „abhaken“ und somit durchgezockt ins Regal zurückstellen.

Schaut am besten mal selbst in diverse YouTube-Videos rein und macht euch ein eigenes Bild. Ich weiß, dass die Technik und die merkwürdige Mechanik auf den ersten Blick nicht unbedingt sonderlich ansprechend wirken – aber vielleicht könnt ihr dennoch auf ähnliche Weise abtauchen und dem Werk eine Chance geben. Vermutlich stammt der Titel von keinem großen Team und kann sich nicht mit kostspieligen Blockbustern messen, doch unter der schroffen Fassade steckt ein eigensinniges und dennoch unterhaltsames Ereignis – welches man für kleines Geld gerne mal für Zwischendurch mitnimmt. Erwartet auch kein größeres Blutvergießen – das Spiel ist ab 12 und dementsprechend auf kleinere, harmlosere Jumpscars beschränkt.

Grafik: 5,5/10
Sound: 6/10
Gameplay: 4/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: UIG

Clive Barker: Cabal

Inhalt

Geplagt von seltsamen Visionen sucht Boone hilfe beim Psychiater Dr. Decker, dem er vollstes Vertrauen zuspricht. Bei seinen Sitzungen drängt sich beim Therapeten jedoch ein schlimmer Verdacht auf: er vermutet, dass sein Patient für eine schlimme Mordserie verantwortlich ist und sich nur unter Hypnose an die Greultate erinnern kann…


Einleitende Worte

Auch wenn sich diese Seite hauptsächlich auf das Besprechen von Filmen, Serien und mittlerweile auch Videospielen fokusiert hat, möchte ich hin und wieder dennoch über den Tellerrand blicken und gelegentlich ein paar kleine Worte über lohnenswerte Bücher verlieren. Sicherlich bin ich kein erfahrener Literaturkritiker und lese nicht allzu oft, doch gerade das kürzlich verschlungene „Cabal“ eignet sich als gutes Vergleichsobjekt gegenüber dem grandiosen Film (Link).


Fazit

Die Handlung gleicht in weiten Zügen der des Films. Es gab kleinere Detailabweichungen, doch im Großen und Ganzen keinerlei komplett andere Passagen oder Figuren. Das Ganze war vergleichsweise einfach und schnell verständlich geschrieben, erinnerte bei manchen Dialogen fast an ein Drehbuch.Erstaunlich fand ich die Zeichnung der Charaktere, die nahezu alle Fantasien dem Leser überliesen. Barker umschreibt die Handlungsträger nur sehr knapp, lässt damit viel Raum für eigene Interpretationen von Gesichtern oder allgemeinem Auftreten. Selbst als Filmkenner hatte ich nicht unbedingt die Assozition zu den Darstellern – so arg ich mich stets darum bemühte. Zu simpel sind die Akteuere hier umschrieben.

Mit knapp 300 Seiten ist das Werk äußerst kompakt und somit in einer überschaubaren Zeit lesbar. Die gradlinige Handlung mit wenigen Ebenen lud zum schnellen Schmöckern – ohne großes Hineindenken – ein und ließ sich gut während Bus- und Bahnfahrt in kleine Häppchen einteilen.Bei der Geschichte an sich gab es wenig zu Meckern. Die Handlung bleibt spannend ab der ersten Minute und bleibt auch nach dem Abschluss noch eine Weile im Gedächtnis zurück. Alles ist sehr straight und gut verständlich niedergeschrieben. Es gab gedanklich keinerlei Verwechslungen bei Figuren oder Ereignissen, mit undurchsichtigen Metaphern wurde ebensowenig gearbeitet.

Noch kenne ich keine anderen Bücher des Horrormeisters, doch „Cabal“ war rundherum ein kurzweiliges Vernügen. Obwohl das geschriebene Wort kaum von der Umsetzung abwich, würde ich dem Film aufgrund seiner opulenten Bilder jedoch wesentlich mehr Tiefgang und Gewissenskonflikte einräumen. Was das Buch nicht ausführlich umschrieb, präsentierte die Verfilmung mit ihren Masken und Kulissen viel eindringlicher. Nichtsdestotrotz erhalten Gruselfreunde einen interessanten kleinen Schmöcker, den man vielleicht vor der Betrachtung des Streifens in Augenschein nehmen sollte. Anschließend darf man staunen, was der Autor als Regisseur aus seinem eigenem Werke erschaffen hat.

8/10

Fotocopyright: Edition Phantasia

Ryse: Son of Rome (PC, XBOX One)

Inhalt

Die Barbaren sind im mächtigen Rome einmarschiert und sorgen für Ärger. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Legionär Marius Titus und muss die Ordnung in seiner Heimat wieder herstellen…

EInleitung

„Ryse“ war einer der Release-Titel, die ich mir damals zu meiner brandneuen XBOX One am allerersten Tag der Veröffentlichung zugelegt und trotz durchwachsener Kritiken (und mangels Alternativen) bis zum bitteren Ende durchgezockt habe. Jahre später habe ich dann auch die PC-Variante günstig in einem Sale erworben – und mich nun aufgrund der genialen „Barbaren“-Serie auf Netflix (Link) zu einem verspäteten Review überredet. Ich weiß, dass der Titel aufgrund seines einfachen Kernes teilweise vernichtende Kommentare erntete, doch letztlich ist das Ding gar nicht mal so übel.


Gameplay

Für ein damals großes „Next-Gen“-Spiel war das Gameplay von „Ryse“ im Grunde äußerst simpel. Der Spieler steuert seinen römischen Recken aus der 3rd Person-Perspektive ud schlägt per simplen Tastendruck zu oder rollt sich in Deckung. Man wandert durch schlauchartig aufgebaute Level und bekommt dabei nur wenig Erkundungsfreiheit oder komplexe Rätsel zugesprochen. In der Regel reduziert sich alles auf das simple Ausmerzen von Gegnern und dem Erreichen eines neuen Abschnitts. Beste „Brawler“-Manier also.

Etwas Tiefe bringen allerdings die taktisch angehauchten Elemente, wie Ausweichen oder Blocken – was zumeist durch farbliche Markierung der Feinde signalisiert wird. Sprich, wird der Gegner grün rumrandet, gilt es möglicht schnell die passende Taste auf dem Gamepad zu drücken und so idealerweise eine Kette auszulösen. Bei vielen Kämpfen (und vor allem den größeren Zwischengegnern) ist diese Vorgehensweise unabdinglich. Dumpfes Draufkloppen führt dann nur selten zum Erfolg.Eigentlich sind die Gefechte schon irgendwo als „Quicktime-Events“ zu verbuchen, aber gelegentlich (besonders beim Finale) gibt es richtige „rechtzeitiges Drücken der Taste“-Aktionen, bei denen Übung unabdingbar ist. Während ich mit dem Kampfsystem nach kurzer Zeit prima zurechtkam, wirkten diese echten Geschicklichkeitstests extrem nervig.

Die Spielzeit betrug etwa 6 Stunden, die trotz angespochener Monotonie durch abwechslungsreiche Levels und filmreife Inszenierung nie wirklich langweilig erschien.


Präsentation

Die Präsentation ist sicherlich die allergrößte Stärke von „Ryse“. Audiovisuell wurde die neue Konsolengeneration prachtvoll eingeleitet und macht auch heutige (insbesondere auf dem PC in 4k) noch Einiges her. Die Figuren schauen fantastisch aus und manch Kulisse lädt zum ausgiebigen Bestaunen ein. Detailreiche Hintergründe (besonders in Rom) sorgen für offene Münder und waren damals ein tolles Mittel, um Kollegen von der Power der XBOX zu überzeugen. Die wechselnden Wetterlagen vermittelten zudem ein großartiges Gefühl für kalte Wälder oder mächtige Städte.

Der Sound leistete sich ebenfalls keine Patzer und kommt mit gefälligen Kampfgeräuschen und eingängigen Stücken daher. Besonders die Untermalung in der Arena war äußerst stimmig.


Positiv:
– audiovisuell noch immer beeindruckend
– filmreife Inszenierung
– eingängige Steuerung, guter Flow im Kampf
– abwechslunsgreiche Kulissen
– witziges Figurendesign
– Detailreich ohne Ende


Neutral:
– Mechanik sehr simpel
– viele Zeitlupenmomente
– wenig Erkundungsmöglichkeiten
– vereinzelt knifflige Auseinandersetzungen


Negativ:
– „Quicktime“-Event-Finale
– Schlauchlevels
– mangelde Abwechslung beim Gameplay
– überschaubare Spielzeit
– oft wiederholende Gegenertypen


Fazit

Rein technisch war „Ryse“ für mich seinerzeit ein Fehlkauf und über das simple Gameplay war ich bereits im Vorfeld informiert. Man könnte den Titel durchaus als Blender bezeichnen, aber ich hatte wirklich meinen kurzweiligen Spaß an den optisch eindrucksvollen Schlachten und blieb bis zum opulenten Finale bei der Stange. Ich mochte schon immer derartige Genrevertreter und habe mich schnell mit dem schlichten Kern der Sache abgefunden. Ähnlich tickende Spieler werden sicherlich auch ihre Freude an diesem denkwürdig inszenierten Spektakel haben und mit den passenden Erwartungen nicht allzu enttäuscht werden. Klar hatte man bei Release vielleicht etwas Komplexeres erhofft, doch unterm Strich gab es einen kurzweiligen Trip ins alte Rom – welcher in vielerlei Hinsicht im Gedächtnis blieb.

Grafik: 9,5/10
Sound: 8/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Crytek

Microsoft und XBOX One sind eingetragene Marken.

Pompeii

Inhalt

Als Kind musste Milo mit ansehen, wie sein ganzer Stamm von den Römern vernichtet wurde. Jetzt bestreitet er sein Leben als Sklave und kämpft als Gladiator um die Gunst des Publikums. Als er im wunderschönen Pompeii landet, fällt nicht nur das Auge der Tochter des führenden Stadtherren auf ihn…

Fazit

Nach dem Netflix-Spektakel der Barbaren (Link), habe ich meine Filmregale nach weiteren, ähnlichen Genrevertretern untersucht und bin letztlich bei „Pompeii“ hängengeblieben. Ich hatte mir diesen Titel damals bei seiner Veröffentlich blind gekauft – und nun wieder schmerzlich erfahren, warum er seitdem nicht mehr im Player gelandet ist.

Die Geschichte an sich geht vollkommen in Ordnung. Es ist klar, dass man ein wenig vom Charme eines „Gladiators“ erhaschen wollte und natürlich nicht auf eine Lovestory verzichten konnte. Das alles wirkt nett, aber keineswegs allzu glaubwürdig inszeniert und vor allem nicht immer optimal besetzt.

Wir haben zwar einige bekannte Gesichter aus Hollywood vor uns, doch irgendwie vermag der Funke nicht überzuspringen. Viele Darsteller fühlten sich fehl am Platz an – warum kann ich leider nicht richtig beschreiben. Es ist einfach so ein unpassendes Gefühl, dass mich hier stets begleitete.

Am Einsatz der CGI-Effekte gab es seinerzeit einige Kritik. Die Kulissen mögen insgesamt etwas steril wirken, mir haben die Bilder allerdings überwiegend sehr gut gefallen. Beeindruckende Statuen, eine beachtliche Arena und insbesondere der ausbrechende Vulkan sind wunderschön in Szene gesetzt und können noch heute auf der großen heimischen Leinwand überzeugen. Die untergehende Metropole wirkt glaubwürdig und immerhin das bittere Finale einigermaßen passend dazu gewählt.

Nicht zuletzt seiner kompakten Laufzeit ist es zu verdanken, dass man dieses Werk nicht unbedingt als ernsthaften Historenfilm ansehen sollte. Vielmehr schuf Paul W.S. Anderson einen Action-Snack, der sich vage an überlieferte Ereignisse hält und mit ordentlich Computerunterstützung einen kurzweilen Titel ohne großen Tiefgang abliefert. Das Resultat ist ordentlich, aber in keiner Weise auch nur ansatzweise Konkurrenzfähig.

6,5/10

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

Barbaren

Inhalt

Als Kind dem Römern als Pfand für den Frieden übergeben und dann beim Feind zum großen Feldherren ausgebildet. Im Jahr 9 nach Christus kehrt Arminius unter Stadthalter Varus nach Germanien zurück und findet noch immer geteilte Stämme wieder. Mit steigender Grausamkeit der Besatzer, gerät er jedoch immer weiter in einen Gewissenskonflikt…

Fazit

Eine Legende besagt, dass einst ein großer deutscher Regisseur einen aufwändigen Film über die Varusschlacht inszenieren wollte und damals nirgendwo Anklang fand. Mit vielerlei Änderung sei dann ein komplett anderer Streifen entstanden. Vielleicht können wir jetzt darüber glücklich sein.

Was uns Netflix aktuell mit „Barbaren“ serviert, ist Unterhaltung auf aller höchstem Niveau und gefühlstechnisch absolut ergreifend. Auch wenn sich nicht alle Details exakt an die Überlieferungen halten, wich man im Großen und Ganzen nicht gravierend davon ab und verwässerte den großartigen Kern keineswegs.

Die Darsteller mögen ausgefallene Kostüme und lustige Frisuren aufweisen, dennoch ist die Ausstattung schon wieder so drüber, dass sie einfach sehenswert gemacht ist und keineswegs an ein Laientheater erinnert (so der Ausdruck eines großen Nachrichtenportals). Die teils äußerst bekannten Gesichtern aus der hiesigen Film- und Fernsehlandschaft machen ihre Sache wirklich gut und schienen Spaß an diesem ausgefallenen Projekt zu haben.

Die sechs Episoden sind jederzeit kurzweilig und spannend gestaltet. Dank netter Cliffhangern wollte man stets wissen, wie es weitergeht und so war das Geschehen innerhalb kürzester Zeit durchgesuchtet. Sicherlich mag es ein klein wenig „Soap-artig“ zugehen, doch der guten Unterhaltung war dies – und die Einführung bisher geschichtlich unbekannter Personen – nur zuträglich.

Streiten mag man sich sicherlich über Dialoge, die im klaren Hochdeutsch daher kamen und Worte beinhalteten, von denen man nicht unbedingt ausgehen kann, dass diese damals schon existent waren. Mir war dies eigentlich recht egal und vielmehr habe ich mich über den deutschen Originalton gefreut, der den Dialogen und der gesamten Atmosphäre zusätzliche Tiefe bescherte. Ein Film im Original hört sich einfach anders an, von den Konversationen, bis zu den vielen Hintergrundgeräuschen. Einfach nicht so steril wie im Studio und viel authentischer.

Technisch ist die Produktion ebenfalls sehr hervorragend gelungen. Man gab sich zunächst recht bescheiden, was Kulissen und CGI betraf, um dann erst in der letzten Episode während der entscheidenden Schlacht das gesamte Budget zu verpulvern. Irgendwie war das Gezeigte dann auch nicht vollends mit Werken aus Hollywood zu vergleichen, da es vergleichsweise unblutig und übersichtlich zur Sache ging. Wie es die Strategie von Arminius erforderte, waren die Kämpfe in kleinere Häppchen unterteilt und erst in den letzten Einstellungen ließ man ein wenig die (Computer-)Mucken spielen, um die verbleidende Größe der Armee aufzuzeigen. Die Bilder sprachen dabei eine ganz eigene Sprache. Kräftige Farben, tolle Kontraste, deftige Filter und viel Dialog aus dem Off kreierten einen ganz eigenen großartigen Charme.

„Barbaren“ mag seine Macken und offensichtliche Mängel haben, doch eine ergreifende Inszenierung mit viel Herz und Gefühl haben mich locker darüber hinweg sehen lassen. Ich war schon immer von der Gesichte rund um die Schlacht im Teutoburger Wald fasziniert und habe endlich eine angemessene, gar überragende Umsetzung dazu erhalten. Von der kernigen Rolle der Tusnelda, bis zum rettenden Regen der Götter wurde alles rund um die Sage integriert und für die Dramatik an den richtigen Stellschrauben justiert. Neben „Dark“ mein absolutes Highlight, was deutsche Serien bei Netflix betrifft – und hoffentlich so mit Erfolg behaftet, dass eine zweite Staffel produziert werden kann. Die Geschichte um den Cherusker ist nämlich noch nicht auserzählt und hält beispielsweise mit dem Konflikt um Germanikus noch ein paar aufregende Kapitel bereit.

10/10

Fotocopyright: Netflix

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