Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Monat: September 2020 (Seite 1 von 5)

Veronica Mars – Staffel 4

Inhalt

Mit der Kariere beim FBI hat es nicht so recht geklappt und so fristet Veronica weiterhin Ihr Dasein als Privatdetektivin in Neptune. Die Geschäfte laufen halbwegs, doch die Beziehung mit Logan ist kompliziert. Aufgewirbelt wird die Situation jedoch durch ehemalige Gangster, die es auf Positionen im Stadtrat abgesehen haben und Bomben, die plötzlich an verschiedenen Orten von Neptune explodieren…

Fazit

Lange haben Fans auf neues Material gewartet und endlich wurden die Gebete erhört. Die Serie galt immer als Kritikerliebling, aber nie als Erfolg beim breiten Publikum und so standen die Chancen trotz treuer Fanbase (einschließlich mir) leider nur bedingt gut. Der Kinofilm war zwar ein nettes Gimmick, konnte mich trotz mehrmaliger und stets wohlwollender Sichtung aber nie wirklich überzeugen und keineswegs an die alte Genialität anknüpfen. Jetzt haben wir trotz aller Widrigkeiten ganze 8 neue Episoden bekommen – und ich bin restlos begeistert und mehr als nur positiv überrascht!

Die überschaubare Anzahl an Folgen hat es dermaßen in sich – daraus machen andere Studios mehrere Staffeln bei ihren Serien. Hier wurde wirklich alles reingepackt und dermaßen gelungen optimiert, dass man von Fanservice pur sprechen kann. Neben einer Handvoll neuen Figuren, geben sich hier die alten Veteranen beinahe im Sekundentakt die Klinke in die Hand. Dies wird keineswegs aufgesetzt, denn Jeder besetzt hier einen elementaren Part, der unweigerlich zum Gesamtbild passt.

Apropo Gesamtbild. Die Geschichte mag ihre fragwürdigen Abschnitte beinhalten, dennoch wirkt alles rund zusammengesetzt und jederzeit extrem kurzweilig inszeniert. Hektische und ruhigere Momente wurden perfekt ausbalanciert, gewohnt zynische Sprüche lockern das Geschehen auf. Allein die Dialoge zwischen Veronica und ihrem Vater sind oscarverdächtig und lassen kein Auge trocken. Überhaupt ist es erstaunlich, wie viele Details in diese kleine Anzahl an Episoden hineingequetscht wurden. Alles ergibt hier Sinn, kein Nebenstrang ist unwichtig oder uninteressant. Der Flow ist spitzenmäßig und langweilig wurde es keine Sekunde. Jede neue Figur ist ansprechend gestaltet und die Entwicklung aller bestehenden Charaktere ist so konsequent, wie gelungen. Die Menschen haben sich über die Jahre zur letzten Staffel absolut glaubhaft entwickelt und das Gefühl vom Wiedersehen mit alten Freunden war selten stärker als hier. Zwar hatte der Kinofilm ein ähnliches Flair erzeugt, konnte es durch seine Kompaktheit leider nicht so eindringlich entfalten.

Ich muss sagen, dass Kristen Bell nie hübscher als hier aufgetreten ist. Klar war sie damals schon ein echter Hingucker, aber nun gefällt sie als gestandene Frau umso mehr. Man sieht ihr die Erfahrung an und kauft ihre Handlungsweisen vollkommen ab. Sie ist nicht mehr der strahlende Teenie, sondern geprägt von Tiefschlägen und Enttäuschungen. Auch das ihre Beziehung zu Logan innerlich auf dem Prüftstand steht, kommt stets glaubwürdig und nachvollziehbar rüber. Der Rest ist natürlich ebenso schnell wieder zu erkennen und keiner hat sich großartig verändert. Beachtlich, wie alle wieder an einen Tisch bzw. Serie zu bekommen waren. Immerhin schien das Projekt allen zu gefallen – denn jeder gab sich von der besten Seite und tat seinen Teil zum Gelingen bei.

Wenn ich mir bei eine Serienfortsetzung gewünscht habe, dann von dieser. Zwar liebe ich auch „Buffy“ oder „Nip/Tuck“, aber diese Produktionen waren abgeschlossen und zu Ende bevor sie zu stark ausgelutscht erschienen. Von „Veronica Mars“ habe ich mir jedoch immer mehr gewünscht und möglicherweise hat die lange Pause nicht einmal geschadet. Zwar mussten Fans lange darben, doch die reifere Privatdetektiven war ein Glücksfall, den man anfänglich vielleicht gar nicht so herausragend erwartet hätte. Scheinbar hat der Gedanke einer Fortführung auch anderen Promis gefallen, denn allzu unbekannt waren die meisten der neuen Gesichter in den unzähligen Nebenrollen überhaupt nicht und das gab zusätzlichen Spaß beim Schauen. Nun hoffe ich inständig, dass dem Reboot nun ein gewisser Erfolg zu Teil wird und die Serie in dieser Manier weitergeführt wird – und wir nicht mehr so lange darauf warten müssen. Fazit: Operation gelungen, bitte mehr davon!

9,5/10

Fotocopyright: UPN/CW

Reviews aus dem Archiv:
Staffel 1 (http://archiv.hard-boiled-movies.de/r_veronicamars.php)
Staffel 2 (http://archiv.hard-boiled-movies.de/r_veronicamars2.php)
Staffel 3 (http://archiv.hard-boiled-movies.de/r_veronicamars3.php)
Der Film (http://archiv.hard-boiled-movies.de/r_veronica_mars.php)

Fantasy Island

Inhalt

Fantasy Island ist eine Insel, die ihren Besuchern alle Wünsche erfüllt und damit ein Urlaubserlebnis der besonderen Art bietet. Eine Gruppe neuer Touristen ist gespannt auf deren Erfahrung – bis sie feststellen, dass nicht nur die Guten, sondern insbesondere die Alpträume scheinbar zur Realität werden…

Fazit

Als Kind habe ich die alte Serienvariante von „Fantasy Island“ sehr gerne geschaut, habe aber heutzutage kaum noch Erinnerung daran. Auch wenn die Freude bei Ankündigung eines Kinofilms eher verlegen war, wollte ich dennoch direkt mal reinschauen und habe es am gestrigen Abend getan.

Loben möchte ich zu Beginn erst einmal die hervorragende Bildqualität der Blu-Ray, die (mit künstlichem HDR aus meinem Beamer) mit einer grandiosen Optik einfach Lust auf Urlaub macht. Hotel, Strand, Umgebung – alles lädt zum Versinken ein und irgendwie ist die Motivation auf den Titel nach wenigen Sekunden schlagartig gestiegen.

Nach einer unkomplizierten Einführung aller wichtigen Charaktere plätschert das Geschehen erst einmal ein bisschen vor sich hin. Die guten Träume sind überwiegend langweilig, doch der Betrachter weiß, dass die Stimmung sehr bald umschlagen wird.

Was dann passierte, hinterließ eher gemischte Gefühle und Wehmut. Auf der einen Seite nahm das belanglose Treiben endlich Fahrt auf, auf der anderen Seite hätte man sich die Entwicklung der Handlung irgendwie anders vorgestellt. So ließ man einfach alles auf sich zukommen, fühlte aber stets, dass gewaltiges Potential verschenkt wurde.

Selbstredend, dass alles arg konstruiert und somit wenig glaubwürdig wirkt. Man versuchte alle Stränge auf Biegen und Brechen zusammenzuführen und irgendwelche Parallelen aus der Luft zu greifen. Mag zwar lachhaft erscheinen, hat mich bei einem Film solcher Machart erstaunlich wenig gestört.

Die Darsteller machten – bis auf eine bezaubernde Maggie Q – ihre Sache höchstens mittelprächtig und wollten nicht unbedingt in ihre Rollen hinein passen. Vielleicht blieb aus der Kindheit noch so viel in Erinnerung, dass man sich an die Neubesetzung erst einmal gewöhnen muss und keine Liebe auf den ersten Blick empfand.

Der Titel punktete in erster Linie mit bereits angesprochener Optik. Audiovisuell lädt „Fantasy Island“ wirklich zum Abtauchen ein und leistet sich abseits dessen zumindest technisch keine Schwächen. Es gab nicht sonderlich viele, aber immerhin toll gemachte Spezialeffekte – die absolut für eine Produktion neuern Datums sprechen und einen extrem hochwertigen Look präsentierten.

„Fantasy Island“ ist ein zweischneidiges Schwert. Der Film hätte so viele Richtungen einschlagen können und entschied sich für ein paar fragwürdige Designentscheidungen. Eigentlich mag ich das Werk gar nicht wirklich zu empfehlen, aber irgendwie konnte ich den Ding eine gewisse Faszination nicht absprechen und wurde für fast zwei Stunden prima unterhalten. So mag ich den Streifen schon irgendwo und gebe eine zaghafte Empfehlung für alle Interessierten. Man wurde insgesamt gut unterhalten – und das ist schließlich das Wichtigste.

7/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Force Of Nature

Inhalt

Während eines gigantischen Wirbelsturms, kümmern sich zwei Polizisten um die Evakuierung von widerspenstigen Bürgern. Als sie bei einem Wohnblock, in dem ein Ex-Cop wohnt, ankommen, erwartet sie alsbald eine böse Überraschung. Eine Gangsterbande hat es offensichtlich auf Etwas im Gebäude abgesehen und während des Unwetters nicht unbedingt mit verbleibenden Personen gerechnet…

Fazit

Neue Filme mit Mel Gibson sind eigentlich immer willkommen – auch wenn es sich bei „Force Of Nature“ eher um eine kleinere Beteiligung des Altmeisters handelt und manch Einer möglicherweise von Etikettenschwindel sprechen möchte. Abgesehen davon ist der Titel jedoch überraschend kurzweilig und hat mir in vielen Belangen sehr gut gefallen.

Punkten konnte vor allem das Setting. Sicherlich sind Filme während Unwettern nicht gerade neu, doch noch immer gefällt mir die unbehagliche Ausgangslage – die hier mit relativ einfachen Mitteln recht stimmig dargestellt wurde. Dank ordentlicher Soundabmischung war der Hurricane von überall zu orten und das Knacken und Peitschen des Windes war stets präsent. Richtig gesehen hat man nicht, dennoch war die Lage bestens zu erahnen.

Dank besagt toller Atmosphäre konnte man in anderen Bereichen einfach mal ein Auge zudrücken und sich in das Geschehen hineinfallen lassen. Natürlich war der Auftritt von Gibson überschaubar und natürlich erfindet die Geschichte an sich das Rad nicht neu, aber die geschmeidige Inszenierung ließ darüber hinweg sehen. Es war eigentlich immer was auf dem Schirm los und Langweilig wurde es zumindest bei der ersten Sichtung zu keiner Sekunde. Es stach nichts wirklich hervor, doch grobe Patzer waren ebenfalls nicht zugegen und die Spannungskurve war durchwegs vorhanden. Man wollte doch stets wissen, wie die bekannten Elemente miteinander verknüpft wurden und welche möglicherweise neuen Ansätze die Macher eingeflochten haben.

Ehrlich gesagt, habe ich schon Filme gesehen, bei denen angepriesene Zugpferde wesentlich kürzer zu sehen waren. Mel Gibson erschien zwar erst nach knapp einer halben Stunde, hatte dafür aber ein paar nette Momente und behielt – im Gegensatz zu manch anderen Altstars – seine Würde. Auch wenn ich gerne mehr von ihm gesehen hätte, war ich mit seiner Präsenz zufrieden und lobe den eigentlichen Hauptdarsteller Emile Hirsch. Dieser hat gut performt und blieb als desillusionierter Cop stets glaubwürdig. Der Rest ging soweit in Ordnung.

„Force Of Nature“ gewinnt keinen Preis für Innovation, leistet sich aber keine gravierenden Fehler und hält prima bei Laune. Hier lief alles soweit rund und unterhielt ausgezeichnet. Der Titel ist kein absolutes Highlight, jedoch ein hervorragender Snack für Zwischendurch. Hätte ich zunächst gar nicht so erwartet.

7,5/10

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

Sneakerheads – Staffel 1

Inhalt

Als Devin zufällig auf seinen alten Kumpel Bobby trifft, wird das Leben des biederen Familienvaters so richtig auf den Kopf gestellt. Es entfacht seine alte Leidenschaft für extravagante Sneaker – und schneller als gewollt, wird das Geld für den geplanten Urlaub unters Volk gebracht. Nun muss Devin den Kontostand wieder korrigieren, bevor seine Frau von seinen jüngsten Eskapaden erfährt…

Fazit

Ich hab zwar keinen ausgeprägten Faible für Schuhe, aber als Videospielsammler und leidenschaftlicher Flohmarktgänger kann ich mich gut in die hier dargestellten Figuren hineinversetzen. Da der Handel mit Senkern auch hierzulande zum Volkssport geworden ist, kommt diese Serie von Netflix hier hoffentlich gar nicht mal so verkehrt an.

Die Kürze der Serie (6 Episoden zu je knapp 22 Minuten) ist Fluch und Segen zugleich. Zum einen ist das Ganze extrem schnell vorbei (und locker an einem Nachmittag schaffbar), zum anderen wurde es auch wenigstens nie langweilig. Positiv möchte ich aber vermerken, dass man das Geschehen locker nebenher schauen kann und nicht so aufmerksam wie bei anderen Produktionen am Ball bleiben muss – was zur Abwechslung gar nicht mal so verkehrt war.

Die Darsteller machten ihre Sache allesamt recht gut. Sie passten insbesondere optisch hervorragend in ihre Rollen und schienen Spaß an der Arbeit zu haben. Die Harmonie untereinander hat stets gepasst und die flotten Sprüche kamen sogar ohne größere Schimpfwörter aus – und machen die Produktion zur tauglichen Familienunterhaltung.

Ohne mich tiefergehend mit der Materie oder den eingestreuten Gaststars auszukennen, habe ich mich bei „Sneakerheads“ prima amüsiert. Das hohe Tempo und die lustig-lockere Inszenierung gefielen hervorragend und machen Lust auf Mehr. Wer einfach mal eine seichte Unterhaltung für Zwischendurch sucht und nicht allzu viel Zeit investieren möchte, darf gerne mal reinschauen und herzlich über die liebenswerte Hustler-Truppe schmunzeln.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Blood Alley – Schmutzige Geschäfte

Inhalt

Die CIA bittet Spezialisten Kane und sein Team um Hilfe. Ein neues Verbrechersyndikat treibt in Vancouver sein Unwesen und die Ermittler tappen im Dunkeln. Scheinbar haben sie es hier mit einem brutalen Menschen- und Organhändlerring zu tun und die Täter schrecken vor Nichts zurück…

Fazit

Nach dem zuletzt besprochenen „Exit Wounds“ komme ich mit „Blood Alley“ mal wieder zu einem neueren Seagal, der deutlich den Stempel einer Videothekenproduktion auf sich trägt.

Der Film an sich ist nicht total misslungen, aber irgendwie wurde ich auch nicht so recht damit warm. Technisch gibt er sich auf jeden Fall sauber und hochwertig – so wie man es mittlerweile von Produktionen dieser Art erwartet. Auch die Action war schön inszeniert und strahlte eine gewisse Härte aus, trotzdem konnte mich der Titel nur leidlich bei Laune halten.

Ob es schon am späten Abend lag oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen. Jedenfalls konnte man der Handlung nur bruchstückhaft folgen und einige Zusammenhänge blieben entweder im Dunklen oder waren zu simpel konstruiert. Man konnte nicht richtig miträtseln und sich nicht vollends im Setting fallen lassen.

Im Gegensatz zu beispielsweise „Sniper – Special Ops“ fühlt sich Seagal in seiner Rolle als Kane einfach richtiger an. Seine Figur entspricht vor allem optisch eher seinem Typen und fordert ihm hier nicht allzu unrealistische Aktionen ab.

Wer Seagal und vor allem die neueren Werke von ihm kennt, der weiß was einen hier erwartet. „Blood Alley“ ist kein Überhit und kein echter Geheimtipp, aber immerhin gewohnt solide Unterhaltung mit einigermaßen unterhaltsamen Verlauf. Der Funke sprang bei mir nicht ganz über, gewisse Qualitäten vermag ich jedoch nicht abzusprechen. Fans schauen rein und beschweren sich nicht.

5,5/10

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

Exit Wounds – Die Copjäger

Inhalt

Nach seiner Degradierung fristet Orin Boyd sein Dasein als einfacher Straßenpolizist mit eher langweiligen Alltag. Seine Spürnase hat ihn allerdings noch nie im Stich gelassen und bereits nach kurzer Zeit auf der Straße platzt er in das Geschäft eines mächtigen Drogendealers hinein…

Fazit

Ich gebe zu, dass meine Besprechungen in letzter Zeit etwas Steven Seagal-lastig geworden sind – was dem Kauf eines großen Blu-Ray Paketes auf dem Flohmarkt zu verdanken ist. Mit „Exit Wounds“ war am gestrigen Abend einer der – meiner Meinung nach – letzten großen Werke am Altmeister an der Reihe, noch bevor er endgültig in den Videothekenmarkt abdriftete.

Es klingt wieder etwas klischeehaft, aber in gewisser Weise ist der Titel wieder ein Kind seiner Zeit. Outfits, Charaktere und der Humor sprechen klar für sein Erscheinungsjahr (2001) und würden auch noch prima in die 90iger hinein passen. Das sorgt für ein charmantes Flair, welches die handwerklich gut gemachte Action noch einmal deutlich unterstreicht.

Auch hier setzt man auf klassische Inszenierung, statt dem großartigen Gebrauch von Computern – was zu dieser Zeit schon recht aktuell gewesen wäre. Der Genrefan fühlt sich sofort wohl – was nicht nur an einem Seagal liegt, der sich optisch kaum verändert hat und immerhin noch ziemlich fit daher kommt. Vieles erinnert an seine großen Werke und zeigt zudem deutliche Parallelen zu „Romeo must die“ oder „Born 2 Die“, welche ebenfalls vom selben Regisseur (Andrzej Bartkowiak) stammen.

Die Geschichte ist ebenfalls ein Kind seiner Zeit und integriert auf zaghafte Weise die Möglichkeiten des neuartigen Internets. Abgesehen davon geht es eher konservativ, actionreich und wenig Innovativ zur Sache. Alles läuft nach bewährtem Muster und ist dabei wenigstens überwiegend sehr kurzweilig gemacht. Es gibt richtig viele Schusswechsel und die flachen, zuweilen dämlichen Dialoge dazwischen sind rein zum Durchatmen.

Technisch und vor allem Actionmäßig superb in Szene gesetzt, inhaltlich schwach und stellenweise etwas naiv. „Exit Wounds“ war einer der letzten richtig großen Seagal-Filme und erfüllt seine Auftrag als krachende Unterhaltung mit hohem Spaßfaktor mit Bravur. Genrefreunde bekommen einen richtig guten Vertreter und stören sich dabei nicht an sichtbaren Ungereimtheiten. Für mich jedenfalls eine kurzweilige Angelegenheit, die schnell vergessen ist – aber immer mal wieder im Player landet.

7/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

Ratched – Staffel 1

Inhalt

Getarnt als mustergültige Krankenschwester gelingt Ratched der Einstieg bei einer renommierten psychiatrischen Klinik. Nicht nur die neue Angestellte, sondern auch der Arbeitgeber sind jedoch voller menschlicher Abgründe…

Fazit

„Ratched“ ist keine weitere Netflix-Serie im klassischen Sinn, sondern vielmehr eine Bühne für die herausragende Leistung von Sarah Paulson und einigen anderen Akteuren. Hat die Dame bereits in etlichen Staffeln von „American Horror Story“ für wohlige Schauer gesorgt, so wächst sie hier absolut über sich hinaus und spielt sich locker in die derzeit oberste Garde von Hollywood.

Die Handlung lässt sich ohne Spoiler schwer umschreiben und versteht sich als lose Vorgeschichte zu „Einer flog über das Kuckucksnest“, welcher seinerzeit mit einem brillanten Nickolson für Aufmerksamkeit sorgte und möglichweise auch auf Missstände in der Gesellschaft hinweisen konnte.

„Ratched“ hält der Gesellschaft heutzutage nicht mehr unbedingt den gleichen Spiegel vor, greift aber geschickt damalige Theorien – und man möge den Ausdruck verzeihen – Foltermethoden auf, die man einst für fortschrittlich und richtig hielt. Das wurde gut in eine weitestgehend spannende Handlung hineinkonstruiert und sorgen für zusätzliche Tiefe.

Besonders die grelle Aufmachung sticht bei dieser Produktion ins Auge. Während die Farben auf dem iPad noch verhalten wirkten, knallt eine quitschbunte Optik auf einem 4K-Schirm mit HDR dem Zuschauer ins Gesicht. Die krassen Aufnahmen ergeben – gepaart mit den schrulligen Figuren und der bisweilen äußerst bizarren Handlung für eine ungewöhnliche und dennoch sehenswerte Mischung.

„Ratched“ lässt sich schwer umschreiben und nur bedingt als Vorläufer eines Klassikers umwerben. Abgesehen von kleineren Längen ist die erste Staffel ansprechend inszeniert und punktet bei audiovisueller Darstellung und einer überragenden Sarah Paulson. Abo-Besitzer sollten mal reinschauen und nach der ersten Episode entscheiden, ob sie dranbleiben wollten. Ich freue mich schon auf die bereits angekündigte Fortsetzung und hoffe, bis dorthin nicht alle Details vergessen zu haben.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Alarmstufe: Rot 2

Inhalt

Nach dem Tod seines Bruders, möchte Casey Ryback nur ein paar nette Tage mit seiner Nichte verbringen und zieht das Unglück wieder einmal magisch an. Während der Zugfahrt übernehmen Terroristen das Ruder und drohen das gesamte Land mit einer neuartigen Waffe in ihre Gewalt zu bringen…

Fazit

Wer „A“ sagt, muss auch „B“ sagen und nach der Sichtung des ersten Teils wurde direkt dessen Nachfolger in den Player gelegt und hier mit einer kleinen Besprechung bedacht.

Damals wie heute überzeugt diese Fortsetzung grundsätzlich schon, zeigt aber sichtbare Abnutzungserscheinungen und kommt qualitativ nicht mehr ganz an den Erstling heran. Im Großen und Ganzen bietet „Alarmstufe: Rot 2“ gute Unterhaltung ohne Schnörkel, kann aber vor allen Dingen nicht mehr mit einem richtig charismatischen Bösewicht aufwarten und verlässt sich somit zu sehr auf einen glücklicherweise noch recht frisch wirkenden Seagal – der seinen Zenit zu diesem Zeitpunkt noch keineswegs überschritten hatte.

Kritiker nörgeln erneut am schauspielerischen Talent des Hünen, seine Fans konnten jedoch nicht meckern. Seagal kommt in den teils extremen Actioneinlagen noch relativ geschmeidig rüber und haut immer mal wieder witzige Kommentare raus. Der Härtegrad ist aus heutiger Sicht nicht besonders hoch, für damalige Verhältnisse mit einer FSK 18 dennoch vertretbar.

Erneut wurden viele Effekte per Hand gemacht und können noch prima angeschaut werden. Überhaupt wirkt der Titel noch wie eine hochwertige A-Produktionen und hatte noch nicht den faden Beigeschmack späterer Videothekenvertreter des Meisters.

Mangelnde Innovation ist für mich kein echter Grund zur Abwertung, der Verlust eines erinnerungswürdigen Gegenspielers hingegen schon. „Under Siege 2“ ist ein äußerst stabiler Genrebeitrag, haut jedoch nicht so krass wie sein überragender Vorgänger ein. Fans kommen ohne Zweifel auf Ihre Kosten, der Rest schaut bei Interesse lieber mal beim Erstling rein. Ich habe mich erneut prima amüsiert und gebe eine kleine Empfehlung.

7/10

Fotocopyright: Warner

Alarmstufe: Rot

Inhalt

Der hoch dekorierte ehemalige Elitesoldat Ryback fristet sein Dasein als Koch auf einem mit Nuklearwaffen bestückten Kriegsschiff und ist damit sehr glücklich. Als das Schiff jedoch in die Hände von Terroristen fällt, sind seine alten Tugenden gefragt und so schaltet er die Übeltäter nach und nach erbarmungslos aus…

Fazit

Wenn mich Jemand nach einem Tipp im Bereich „Steven Seagal“ fragen würde, käme mir „Alarmstufe: Rot“ als erstes in den Sinn. Schon bei seiner Veröffentlichung waren weder Story noch Charakterzeichnung übermäßig originell – der guten Unterhaltung tat dies aber niemals einen Abbruch.

Auch heute überzeugt das ungewöhnliche Setting und der vor allem jederzeit kurzweilige Verlauf. Action und etwas ruhigere Passagen sind perfekt ausbalanciert und weißen keinerlei Leerlauf auf. Seagal und Tommy Lee Jones waren niemals besser als hier und liefern ihr die Leistung ihres Lebens ab. Endlich weiß man wieder, warum man Seagal als Actionikone feierte und Jones als wandlungsfähigen Akteur in der obersten Liga mitspielt. Der eine durchtrainiert und halbwegs glaubwürdig in seinen besten Jahren – der andere einfach sehenswert durchgeknallt und trotzdem charismatisch in jeder Minute.

Auf dem Schirm ist ständig was los und grandiose Gefechte kaschieren einige Ungereimtheiten oder Lücken in der Logik mit Leichtigkeit. Einmal im Geschehen abgetaucht, vergisst man schnell, dass einige Dinge wenig Sinn ergeben oder einfach so gebogen wurden, dass sie passend erschienen. Wenn Seagal inmitten eines Schusswechsels mit dem Hauptquartier funkt und sein „in grade beschäftigt“ zum Ausdruck bringt, bleibt kein Auge mehr trocken. Handwerklich gibt es absolut nichts zu kritisieren und glücklicherweise wurde 1992 gerade noch auf den auffälligen Einsatz von CGI verzichtet.

„Stirb Langsam“ hat damals das Einzelkämpfer-Genre geprägt wie kein anderer Titel und zog viele Nachahmer mit sich. Im Laufe der Jahre habe ich davon unzählige gesehen, oftmals auch eine anständige Unterhaltung geliefert bekommen – aber keiner davon war so nachhaltig und stark wie „Alarmstufe: Rot“ mit dem seinerzeit auf dem Zenit angelangen Seagal. Nach jeweils rund 30 Jahren haben weder „Die Hard“ noch „Under Siege“ etwas von ihrem Spaßfaktor verloren und sollten bei Fans sowieso einen Platz im Herzen erobert haben. Für mich gehört der Titel nicht zu den absoluten Lieblingsfilmen, aber zumindest zu einer Referenz im Actionbereich. Selbst wenn man sonst mit der ruppigen Hauptfigur nichts anfangen kann, sollte man dem Werk wirklich eine Chance geben – es lohnt sich, trotz aller unglaubwürdigen Bestandteile.

8,5/10

Fotocopyright:  Studio Hamburg Enterprises/Warner

Enola Holmes

Inhalt

Enola ist die kleine Schwester des berühmten Sherlock Holmes und wächst behütet bei Ihrer Mutter abseits der Großstadt in einen schnicken Anwesen auf. Ihre Welt gerät jedoch aus den Fugen, als ihre Mama verschwindet und auf den ersten Blick keinerlei Hinweise auf ihren Verbleib hinterlässt. Enola ist jedoch so aufgeweckt, dass sie einige Zeichen deutet und sich letztlich auf den Weg nach London macht…

Fazit

Und wieder hat sich Netflix eine äußerst interessante Literaturverfilmung geschnappt, die überdies sogar mit einigen bereits aus dem Streamingdienst bekannten Gesichtern besetzt wurde.

Die Geschichte an für sich ist nett ausgedacht und liebevoll inszeniert. Man freundet sich schnell mit den Charakteren an und ist gespannt auf den Fortgang der Handlung. Die anfängliche Begeisterung weicht jedoch schon bald einigen eher langatmigen Passagen und der Erzählfluss gerät vor allem in der zweiten Hälfte arg ins Stocken. Es kam mir so vor, als hätte man sich früh an vielen Elementen satt gesehen und man hätte irgendwie Größeres erwartet. Nicht unbedingt übersinnlich oder dergleichen, einfach etwas raffinierter und überraschender zu Ende gebracht.

Millie Bobby Brown (bekannt aus „Strange Things“) hat ihre Sache sehr gut erledigt und schöne Wandlungsfähigkeit bewiesen – nicht nur ihrer Rolle als „Elfie“ gegenüber, sondern auch innerhalb dieses Filmes. Tolle Kostüme und eine opulente Ausstattung lassen das Flair der dargestellten Epoche wunderbar aufleben und die Darsteller fügen sich gut darin ein. Henry Cavill („The Witcher“) gab einen ungewohnten, aber hervorragenden Sherlock ab – von dem man in dieser Form gerne noch mehr sehen dürfte.

Tolle Darsteller, beachtliche Aufmachung und eine frische Erzählweise einer frechen Hauptdarstellerin kaschieren leider nicht die bodenständige und teils etwas zu langwierig konstruierte Handlung. Ein netter Film für Zwischendurch, aber leider kein echtes Must-See – gegen Fortsetzung oder eigenständige Sherlock-Filme mit Cavill hätte ich allerdings nicht einzuwenden. Vielleicht war dieser Titel ja nur ein sanfter Einstieg für weitere Umsetzungen und von daher schon irgendwo respektabel. Fans des Stoffs addieren sowieso noch einen Punkt zur Wertung hinzu – und dann passt es für die auch.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

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