Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Monat: Juli 2020 (Seite 1 von 3)

Becky

Inhalt

Becky fährt mit Ihrem Vater raus aufs Land und möchte in einem abgelegenen Ferienhäuschen ein paar entspannte Tage verbringen. Zu ihrem Ärger hat sich jedoch Daddys neue Flamme mitsamt Nachwuchs ebenfalls einquartiert und die trotzige Teenagern meidet den Kontakt. Richtig brenzlig wird es allerdings, als ein paar finstere Gestalten aufkreuzen und das Pärchen als Geiseln halten. Becky ist nun auf sich allein gestellt….

Fazit

Ein paar gute Splattereffekte machen noch keinen guten Film und „Becky“ ist da ein gutes Beispiel. Die Story ist weder neu, noch sonderlich keck in Szene gesetzt und erlangt einzig durch seinen männlichen Hauptdarsteller Kevin James etwas mehr Aufmerksamkeit, als ihm vielleicht zusteht.

„Becky“ fühlt sich jederzeit wie ein typischer Genrevertreter an und hebt sich nie wirklich aus der breiten (und überwiegend mittelprächtigen) Masse hervor. Alles wirkt kalkuliert, nach stringentem Muster runtergespult und gelegentlich langweilig in Szene gesetzt – trotz einer jungen Darstellerin (Lulu Wilson), der hoffentlich noch einige Türen in Hollywood offen stehen werden.

Lulu agiert – besonders gemessen an ihrem Alter – richtig gut und lässt im manchmal leicht trostlosen Geschehen ein breites Lächeln aufkeimen. Sie tritt den Widersachern mutig entgegen und bringt in den deftigen Abschnitten einen angenehmen Kontrast zu ihrem kindlichen Wesen. Ihre freche Art lockert das eher ernste Treiben wunderbar auf und stellt somit ein kleines Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz.

Kurzweil ja, aber empfehlenswert nur bedingt. Es tat durchaus gut, Herrn James mal in einer ungewöhnlichen Rolle zu erblicken, doch so recht überzeugen konnte der Auftritt leider nicht. Er spielte seine Figur mit viel Routine, aber ohne echtes Herzblut. Alles wirkte jederzeit wie berechnete Hausmannskost, konnte trotz kleinerer Ekelszenen keine uneingeschränkte Anschau-Pflicht herausarbeiten. Nichtsdestotrotz hatte „Becky“ ein wenig Charme und so dürfen Interessierte (und nicht unbedingt zart besaitete Gemüter) ruhig mal reinschauen. Richtig super war das Gebotene nicht, aber glücklicherweise auch kein Totalausfall.

6/10

Fotocopyright: Yale Productions

Blue Jean Cop

Inhalt

Ein Drogendealer erschießt einen Polizisten und muss sich dafür vor Gericht verantworten. Während er sich mit seiner Lage abgefunden hat, wittert sein Anwalt eine größere Verschwörung bei den Ordnungshütern…

Fazit

So rein von der Optik und Inszenierung ist „Blue Jean Cop“ ein typischer Vertreter seiner Zeit und somit wirklich eher was für Genreliebhaber dieser Epoche. Handwerklich solide gemacht und noch relativ jungen Stars bestückt unterhält der Film schon einigermaßen gut, reißt aber keinen Betrachter mehr vom Hocker

Der Titel wirkt schon etwas altbacken und damit wenigstens sehr charmant. Alles wurde routiniert und für damalige Verhältnisse hochwertig inszeniert. Gemächliche Schnitte, handwerklich stabile Action und ein paar nett dreinblickende Gesichter geben auch heute noch keinen echten Grund zur Klage – nur bleibt es eben eigene Ermessungssache, inwieweit dies noch anschaubar ist.

Der Verlauf ist insgesamt ordentlich und weißt nur kleinere Längen auf. Es ging eigentlich immer unterhaltsam zur Sache und leistete sich vom Ablauf her keine nennenswerten Mängel. Natürlich schien die brisante Thematik recht harmlos umgesetzt, ändern tut sich beim Spaßfaktor jedenfalls nichts.

„Blue Jean Cop“ ist ingesamt ein ordentlicher Vertreter seiner Zunft und bietet durch und durch herrlich altmodische Unterhaltung. Wer damit leben kann und einfach nicht Mehr erwartet, kann somit glücklich werden. Elliot und Weller zu ihren besten (aber nicht unbedingt filmisch besten) Zeiten, machen durchaus Spaß und der Unterhaltungsfaktor passt soweit.

6,5/10

Fotocopyright: 375 Media

The Hater

Inhalt

Ein junger Studienabbrecher findet eine Anstellung bei einer dubiosen Internetagentur, wo er zunächst im Content-Management, später bei fragwürdigen Anti-Kampagnen tätig ist. Das Manipulieren von Produkten und Personen geht wunderbar mit seiner realen Einstellung einher und so arbeitet er sich auf verschiedenen Wegen nach Oben. Mit der Zeit muss er jedoch schmerzlich feststellen, das Verleumdungen im Internet auch reale Konsequenzen mit sich ziehen können…

Fazit

Mit „The Hater“ hat mich „Netflix“ so völlig ohne Vorahnung überrascht und umso größer die Freude, meine kostbaren – immerhin fast 2,5 Stunden – nicht sinnlos verschwendet zu haben.

Die Geschichte ist zwar gespickt mit einigen Übertreibungen oder Ungereimtheiten, fängt trotzdem den aktuellen Nerv recht gut und vor allem sehr unterhaltsam sein. Vereinfacht – und damit für Unkundige gut verständlich – wird hier der Aufstieg und Fall von Internetphänomen zelebriert und aufgezeigt, wie viel Macht eine virtuelle Kampagnen haben kann.

Durch seine – zumindest in unseren Breiten – eher unbekannten Darsteller gewinnt die Handlung an zusätzlichem Reiz, da man sich vollends auf deren Leistungen konzentrieren kann und nicht mit gedanklichen Vorbelastungen ans Werk geht. Kein Gesicht ist innerlich bereits einer Rolle verschrieben und der Betrachter somit völlig unbedarft. Das Konstrukt lebt schon deutlich von seiner Unberechbarkeit, welche hierdurch nur weiter erhöht wird. Man weiß nie, ob der Hauptdarsteller noch einmal auf den rechten Weg kommt oder zum ultimativen Antagonist verkommt.

Nicht unbedingt extrem aufwändig und schon gar nicht mit großen Effekten, erzählt uns „The Hater“ eine durchaus wichtige und aktuelle Geschichte – die durchwegs spannend und gut besetzt ist. Glücklich bin ich zudem über das gut gemachte Ende, welches den richtigen Ton trifft und die bisherigen Ereignisse nicht verwässerte. Unterm Strich ein sehenswerter Titel, mit dem mich der Streaminganbieter wiedermal sehr angenehm überrascht hat.

8/10

Fotocopyright: Netflix

Arkansas

Inhalt

Zwei Nachwuchsgangster wollen endlich mehr Verantwortung und somit größere Geschäfte erledigen. Als deren Chef plötzlich ermordet wird, stehen sie allein da und müssen sich um Aufträge kümmern. Dabei treffen sie auf einen zwielichtigen Typen, der ebenfalls an seinem Aufstieg in der Unterwelt arbeitet…

Fazit

Schon auf den ersten Blick wird klar, dass sich „Arkansas“ von altbewährten Gangsterfilmen unterscheidet. Seine Optik wirkt fast schon amateurhaft und seine bestenfalls mittelprächtige deutsche Synchronisation unterstreicht den zunächst gar nicht mal so erbaulichen Ersteindruck. Es dauert glücklicherweise nicht allzu lange und der Zuschauer erkennt das gewollt merkwürdige Stilmittel und wird in einen angenehmen Sog gezogen.

Die Handlung unterteilt sich in mehrere Teile, die jeweils knapp 20 Minuten einnehmen und die Hintergründe des jeweils anzutreffenden Finales erläutern. Fokus liegt dabei auf die Zeichnung der Hauptfiguren, die sich wahrlich eine Auszeichnung verdient. Auf allen Seiten begegnen wir schräge Vögel, die doch irgendwo ans Herz wachsen und hierdurch zum dranbleiben animieren. Deren Handeln und Motivation wird unterhaltsam und frei von Längen präsentiert.

Der Cast ist für so einen eher kleinen Film recht beachtlich. Von John Malkovich über Liam Hemsworth bis Vince Vaughn sind hier einige bekannte Namen zugegen. Nicht nur in kleinen Nebenrollen, sondern in echten Hauptrollen mit entsprechend viel Screentime. Vaughn begeisterte erneut in einer ungewohnt krassen Figur und macht damit Appetit auf Mehr. Gerne würde ich noch ein paar Actionfilme mit ihm sehen.

Zugegeben: Die Meisten Kritiken waren nicht so der Hammer, aber mir hat „Arkansas“ erstaunlich gut gefallen. Ob die technischen Schwächen gewollt oder wirklich nur kleinem Budget und mangelnder Erfahrung geschuldet ist, sei einfach mal dahin gestellt. Für mich lieferten die Macher einen dreckigen kleinen Thriller mit schrägen Figuren und durchwegs unterhaltsamer Handlung ab. Ein gelungenes Ende rundete dann den launigen Verlauf ab. Den Streifen würde ich mir durchaus noch ein weiteres Mal reinziehen.

7/10

Fotocopyright: Lionsgate / Storyboard Media

Der Professor

Inhalt

Das Leben von Hochschulprofessor Richard wird nach einer schrecklichen Diagnose endgültig aus der Bahn geworfen. Laut seinem Arzt ist er unheilbar krank und hat ungefähr noch ein Jahr zu Leben.

Fortan bricht der Professor aus seinem bisherigen Alltag aus, trinkt, raucht und ist fast schon schmerzlich ehrlich zu seinen Mitmenschen…

Fazit

Manche Filme schaut man nur wegen seiner Darsteller und genau dies war hier der Fall. Die Inhaltsangabe allein hätte nicht unbedingt Begeisterungsstürme hervor gerufen, doch der Name Depp sorgt für ein wenig Aufmerksamkeit. Es war quasi von vorn herein klar, dass ihm diese Rolle durchaus auf den Leib geschneidert ist – betrachtet man sein wildes Leben mit seinen vielen realen Eskapaden.

Man kann über Depp sagen, was man will – aber hier macht er seine Sache erwartungsgemäß gut und vor allem glaubwürdig. Auch wenn die Handlung an sich gar nicht mal so stark oder außergewöhnlich ist, wertet sie der liebenswert agierende Darsteller zur absoluten Sehenswürdigkeit auf.

Die Geschichte wird dank seiner Hauptfigur herrlich unterhaltsam präsentiert und trotz seiner vielen Dialoge wird es eigentlich nie langweilig. Man folgt dem zuweilen leicht verstörenden Geschehen und fragt sich, welche Dinge wohl noch passieren werden – oder wie man selbst in dieser Lage handeln würde.

Man schafft übrigens sehr toll den Spagat aus witzigen Momenten und trotzdem einer gewissen Ernsthaftigkeit, die mit der dramatischen Ausgangslage unweigerlich einher gehen sollte. Obwohl sich die Hauptfigur ein paar absurde Ausreißer seinen Mitmenschen gegenüber leistet, vergisst er jedoch nie wer seine Freunde sind und ehrt diese durch zunächst gar nicht geahnte Lobeshymen. Durch diesen guten Kern kann man dem Sterbenden seine Taten sowieso nicht mehr übel nehmen und fühlt deutlicher mit ihm mit. Neben deftigen Schenkelklopfern gibt es immer wieder besinnliche, gar traurige Momente – die irgendwo immer mit Hoffnung gespickt sind und den Betrachter in kein Loch werfen.

Der englische Originaltitel „Richard Says Goodbye“ gefällt mir eigentlich besser als der Deutsche, doch ändert dies grundsätzlich nichts an dessen Qualität. Depp macht Spaß und gibt dem eher unspektakulären Szenario einen angenehmen Touch. Wer sich mit der Geschichte anfreunden kann und keinen Actiontitel oder Ähnliches erwartet, darf ruhig mal reinschauen. Trotz deprimierender Thematik regiert die Kurzweil und ein versöhnliches Lächeln auf den Lippen.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

The Kissing Booth 1+2

Inhalt – Teil 1

Quasi schon seit ihrer Geburt sind Elle und Lee beste Freunde und in jeder Lebenslage unzertrennlich. Ihre Freundschaft wird dabei geordnet, durch selbst aufgelegte Regeln – wie beispielweise nichts mit näheren Verwandten des Gegenüber anzufangen. Dumm nur, dass Elle im Laufe der Zeit immer größere Gefühle für Lees älteren Bruder Noah entwickelt…

Inhalt – Teil 2

Elle und Noah sind endlich offiziell ein Paar, welches durch ihre Schulen jedoch räumlich weit voneinander getrennt lebt. Um sich ebenfalls die Elite-Universität „Harvard“ leisten zu können, muss Elle kreativ werden. Zusammen mit einem eher ungeliebten neuen Mitschüler schreibt sie sich für einen Tanzwettbewerb ein…

Fazit

Zwei Filme und eine Besprechung? Ähnlich wie bei „Dark“ fasse ich mal die beiden Titel zusammen, da sich in getrennten Texten einfach zu viel überschneiden würde. Normalerweise mache ich so eine Pauschalisierung nicht, aber bei solchen Werken dürfte es verzeihlich sein.

Bei beiden Filmen handelt es sich um lockere Teenie-Romanzen, die mit witzigen Elementen durchaus angenehm bei Laune halten. Hoch anrechnenden möchte ich dabei, dass der Humor nicht so flach wie bei „American Pie“ und Konsorten ist -sondern sich nur selten kleinere Niveau-Ausrutscher nach Unten erlaubt. Die meiste Zeit bleibt alles absolut Jugendfrei (oder: US-TV-tauglich) und kommt damit prima über die Runden.

Besonders gut haben mir die Erzählungen auf dem Off gefallen. Kompakt, zielgerichtet und amüsant wird der Zuschauer schnell über neue Situationen und Charaktere eingeführt, so dass der rote Faden nie verloren ging. Zumal der zweite Teil direkt und ohne Unterbrechung Ankünfte und keine großartig erklärenswerte Zeit dazwischen lag.

Größte Stärke waren sicherlich die hervorragenden, jungen Darsteller – die ihre Sache allesamt sehr gut machten. Die Chemie untereinander hat absolut gepasst und selbst die Fortsetzung konnte dies mit Einführung neuer Figuren perfekt beibehalten. Für einen kurzen Moment hat mich höchstens gestört, dass alle Darsteller wieder einmal einem Modellkatalog entsprungen schienen und weniger hübsche Menschen eigentlich gar nicht zugegeben waren.

Größte Kritik wiederum die Länge der Filme. Für meinen Geschmack hätten beide Romanzen ein paar Minuten kürzer und somit straffer erzählt ausfallen können. Auftakt und Mittelpart waren jeweils Unterhaltung in reinster Form, beim letzten Drittel schwächelten Beide. Ähnlich wie in manch koreanischen Werken wussten die Macher einfach nicht wann Schluss ist und setzten immer noch einen drauf. Wäre im Grunde nicht dramatisch gewesen, doch leider passieren in diesen lang gezogenen Enden einfach keine überzeugenden Dinge oder gar Überraschungen mehr. Dies kostet einfach Punkte auf dem Wertungskonto und schadet der Kurzweil.

Die „Kissing Booth“-Filme sind sicherlich keine Titel, die man unbedingt empfehlen müsste – aber abraten würde ich davon auf keinen Fall. Dank sympathischer Figuren und überwiegend kurzweiliger Inszenierung machen Sie auf ohne großen Tiefgang mächtig Spaß und dürften Genrefreunden gefallen. Teil Zwei ist vielleicht ein wenig schwächer, insgesamt für Freunde des Vorgängers aber unbedingt ans Herz gelegt. Schade, dass beide Enden etwas zu lang ausgefallen sind. Ansonsten wirklich gute „Snacks“ für Zwischendurch.

Teil 1:

7/10

Teil 2:

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Freies Land

Inhalt

Deutschland 1992. Die Mauer ist gefallen, trotzdem klaffen noch immer Schranken in den Köpfen der Menschen. Als ein Hamburger Kommissar ins östliche Hinterland zur Aufklärung eines Vermisstenfalls berufen wird, sind die Einheimischen äußerst skeptisch. Gemeinsam mit einem einst linientreuen Kollegen aus der ehemaligen DDR soll der das Verschwinden von zwei jungen Mädchen aufklären…

Fazit

Für einen deutschen Film kommt „Freies Land“ ungewohnt düster und rau daher, was ihn letztlich auch sehr positiv von anderen Werken unserer Heimat unterscheidet. Schon nach wenigen Moment begeistert die trostlose und dennoch hochwertige Optik, nach den ersten Minuten ist man von der spannenden Handlung gefesselt.

In vielen Momenten hat mich der Film an die Serie „True Detective“ erinnert, bei dessen erste Staffel sich ebenfalls alles um zwei Polizisten auf einer beschwerlichen Suche gedreht hat. Hier ging es ähnlich verloren und dennoch packend zu, viele Orte wirkten befremdlich und interessant zugleich. Alle Charaktere waren nicht nur hervorragend geschrieben, sondern auch ausgezeichnet gespielt. Großer Fokus lag natürlich auf den beiden überragenden Hauptdarstellern, doch auch Nebenfiguren wie von Nora Waldstätten verkörpert machten Ihre Sache ohne Makel.

Das Werk wurde über seine Laufzeit von knapp zwei Stunden nie langweilig und peitschte seine Spannungskurve immer wieder gekonnt nach Oben. Es blieb immer hochgradig unterhaltsam und immer irgendwo nachvollziehbar konstruiert. Man konnte sich hervorragend in viele Elemente hineindenken und war im Hinterkopf stets am zusammenpuzzeln der einzelnen Teile. Am Ende (welches hier nicht verraten wird) wurde dann alles verständlich und vor allem zufrieden stellende aufgelöst. Alle Steinchen ergaben ein rundes Bild und ein gutes, obgleich auch etwas mulmiges Gefühl blieb zurück.

„Freies Land“ ist ein Fingerzeig, wie ansprechend deutsche Filme in der heutigen Zeit gemacht sein können. Anleihen bei „True Detective“, „Twin Peaks“ und vielleicht auch ein wenig „Dark“ ergeben ein tolles Thriller-Erlebnis mit Tiefgang und herrlich kaputten Gestalten. Wer einen spannenden Film, gespickt mit innerdeutschen Konflikten erleben möchte, sollte unbedingt mal reinschauen. Es lohnt sich definitiv!

8,5/10

Fotocopyright: Euro Video

Die Truman-Show

Inhalt

Wohlbehalten und im guten Glauben ist Truman Burbank in der Kleinstadt Seaheaven aufgewachsen und hat Kariere bei einer Versicherungsgesellschaft gemacht. Er ahnt nicht, dass die Welt um ihn herum Fassade ist und seine Freunde eigentlich nur Statisten sind. Truman befindet sich in seiner eigenen Fernsehshow, die nunmehr seit 30 Jahre erfolgreich ausgestrahlt wird und nicht mehr frei von Fehlern ist. Langsam, aber sicher misstraut der Hauptprotagonist der heilen Welt und testet seine Grenzen aus…

Fazit

Bei Jim Carry ist es bei mir so ähnlich wie mit Tom Hanks: ich fand früher schon einige Streifen durchaus in Ordnung, doch so richtig konnte ich mich mit den Schauspielern nicht anfreunden. Über die Jahre hat sich allerdings meine Liebe zum Film an sich weiter verfestigt und so manche Darsteller habe ich umso mehr zu schätzen gelernt. Während Hanks nunmehr einer meiner absoluten Lieblinge ist, weiß ich nun vor allem die weniger platten Werke von Herrn Carry mehr anzuerkennen.

Die Truman-Show ist einer jener Klassiker, die zwar technisch leicht angestaubt, inhaltlich aber noch immer frisch erscheinen. Die Idee mit einer Reality-Show um einen Menschen wirkt sicherlich auf den ersten Moment befremdlich, ist dann letztlich gar nicht mehr so weit vom aktuellen Geschehen entfernt und eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Irgendwann sind die einfühlsam geschilderten moralischen Elemente gebrochen und wir erleben vielleicht wirklich so eine abstruse Sendung.

Richtig gut haben mir besonders die Einblicke hinter die Kulissen gefallen. Eindrucksvoll werden Zahlen und Aufwände präsentiert, so dass das Szenario immer glaubwürdiger erschien. Die Macher haben sich um den Rahmen sichtlich Gedanken gemacht und ein durchaus authentisches Setting abgeliefert.

Carry spielt hervorragend und gibt in keiner Sekunde nur einen kleinen Zweifel seiner Unkenntnis. Mit einer unbeschwerten Weise macht er Freude, ohne dabei in jedwede Blödelei abzudriften. Er agiert vergleichsweise ernst und zeigt somit erst recht, was er auf dem Kasten hat. Der restliche Cast ist ebenfalls in Ordnung, von Ed Harris hätte ich gerne noch etwas mehr gesehen – aber seine Figur stand ja auch nicht so sehr im Vordergrund und damit war es okay so.

Zur „Truman-Show“ muss man eigentlich nicht mehr viel schreiben. Film oder zumindest das Konzept ist so bekannt, wie sehenswert umgesetzt. Carry macht auf eher ungewohnte Weise mächtig Spaß und stellt das erwartungsgemäße Highlight einer unterhaltsam inszenierten Story – die bis zum Ende einfallsreich, glaubwürdig und liebenswert umgesetzt wurde. Technisch zwar nicht mehr ganz Up-To-Date, empfehlenswert auf jeden Fall weiterhin. Danke an Netflix (unbezahlte Werbung) für diesen Klassiker.

7,5/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Männer

Inhalt

Ein über die Jahre nicht immer treuer Ehegatte wird von der Affäre seiner Frau überrascht und vollkommen vor den Kopf gestoßen. Aus Trotz zieht er direkt ins Hotel und weiß, dass dies auch keine Dauerlösung darstellt.

Eines Tages folgt er dem Liebhaber seiner Ex und quatscht ihn spontan an. Er gibt sich jedoch nicht zu erkennen und schafft es sogar, sein neuer Mitbewohner zu werden. Eine seltsame Freundschaft nimmt ihren Lauf…

Fazit

Die Geschichte klingt schon ein wenig an den Haaren herbeigezogen, stellt jedoch eine schöne Grundlage für eine launige Charakterstudien par exellance und gefällt mit hohem Unterhaltungswert.

Insbesondere bei den Darstellern macht sich zwar das Alter des Titel bemerkbar, doch der guten Unterhaltung tut dies keinen Abbruch. Die eher klassische und weniger technisch geprägte Inszenierung macht Spaß und geht jederzeit gut voran. Alles wirkt herrlich altbacken und dennoch verhältnismäßig hochwertig in Szene gesetzt – und irgendwie immer zum Wohlfühlen.

Uwe Ochsenknecht und Heiner Lauterbach zeigen sich von Ihrer besten Seite und liefern sich amüsante Wortgefechte, die stellenweise gar nicht mal so dumm sind. Auf den ersten Blick wirken manche Elemente wie Blödeleien, beim genaueren Hinsehen sind sie jedoch mit Lebensweisheiten und entlarvenden Beobachtungen bestückt. Hinter der unbeschwerten Fassade werden emotionale Themen angesprochen und mit Feingefühl abgehandelt. Dabei geht es nie zu moralisch und deprimierend zu – die Kurzweil passt und der Spaßfaktor auf beiden Seiten (die der Darsteller und die des Zuschauers) ist vorhanden.

Deutsche Produktionen sind immer ein Fall für sich und gerade bei Komödien sind sie oft ein zweischneidiges Schwert. Während mir die weichgespülten Werke der letzten Jahre weniger gefielen, danke ich Netflix für das Anbieten von Klassikern – wie eben diesen. „Männer“ ist geschickt geschrieben, sehenswert gespielt und hält launig präsentierte Tipps für den Alltag bereit. Kurzum: dieser Film ist absurd, trotzdem nachvollziehbar, unerwartet tiefgängig und dabei noch so locker unterhaltsam. Wer solchen Titeln nicht abgeneigt ist, sollte ruhig mal (wieder) reinschauen. Bei mir muss es jedenfalls nicht immer Hollywood oder Schweighöfer sein.

7/10

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

Lepin UCS Slave 1

Boba Fett ist sicherlich eine der kultigsten Nebenfiguren aus dem Star Wars (R) Universum und sein Raumschiff gehört zu den schrägten seiner Gattung. Die UCS Variante von Lepin hat beim Bau jedenfalls viel Spaß gemacht und überzeugt mit tollen Details. Fehlteile gab es nicht und die Klemmkraft war überwiegend hervorragend. 2-3 kleinere Stücke musste ich mit Sekundenkleber fixieren.

LEGO ist eine eingetragene Marke.
Alle Fotos dieser Seite – Copyright: hard-boiled-movies.de

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