Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Monat: April 2020 (Seite 1 von 6)

The Complex (Nintendo Switch)

Inhalt

Ein Biowaffenangriff auf London, zwingt den Spieler in die Rolle eines Forschers zu schlüpfen und ein Gegenmittel zu entwickeln. Die Zeit im Labor ist knapp und Entscheidungen müssen gut überlegt werden…

Gameplay

„The Complex“ ordnet sich ganz klar in die Riege der interaktiven Filme ein, wobei sich hier die Interaktivität extrem in Grenzen hält. Haben wir in alten Adventures ala „Phantasmagoria“ oder „Gabriel Knight“ wenigstens noch die Figuren bewegen dürfen, schauen wir hier durchwegs einen kontinuierlichen Spielfilm und müssen nur bei Entscheidungen mal kurz das Steuerkreuz bewegen. Das sorgt zwar für einen guten Flow, beschränkt die Handlung des Spielers aber auf das absolute Minimum – zumal er nicht immer wirklich eingreifen muss und die meistem Szenen theoretisch auch von allein weiterlaufen.

Präsentation

Die Videos wurden hochwertig produziert und laden nicht zum Fremdschämen ein. Die Darsteller machen ihre Sache solide und geben keinen Grund zur Klage. Ansonsten gibt es noch ein paar schick gestaltete Menüs und das war es auch schon. Das Spiel liegt nur mit solider englischer Synchronisation vor und sollte geübten Zockern keine Probleme bereiten. Die deutschen Untertitel kann man aufgrund diverse Rechtschreibfehler fast vergessen.

Spielzeit

Die Spielzeit beträgt rund 80-90 Minuten, sofern der Film bis zum Ende abläuft. Bei falschen Entscheidungen ist entsprechend früher Schluß und insgesamt sind lauf Hersteller 9 verschiedene Ausgänge möglich. Ich habe mich bis dato an zwei Varianten versucht und dann verlor ich auch schon die Motivation. Zu viele Parts waren zu gleichförmig und nerven bei wiederholter Sichtung innerhalb kürzester Zeit.

Fazit

Wer inmitten hektischer Titel auch mal etwas Entspannung benötigt und sich gerne berieseln lässt, kann sich „The Complex“ durchaus mal zu Gemüte führen. Technisch ist das Ding absolut klasse geworden, die Story hat mich jedoch nicht vom Hocker gehauen. Ich mag das Genre, aber dieser Vertreter konnte mich nicht vollends überzeugen und so muss jeder selbst (vielleicht anhand von diversen YouTube-Reviews) entscheiden. Insgesamt hat mir „Late Shift“ bei gleich-simpler Eingriffsmöglichkeiten etwas besser gefallen.

5,5/10

Fotocopyright: Wales Interactive

Die Farbe aus dem All

Inhalt

Eine Familie wird durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen. Nicht etwa, weil Ihr neues Anwesen einzustürzen droht, sondern ein Komet aus dem All auf dem Anwesen eingeschlagen ist. Zunächst denken die Bewohner sich nichts bei dem seltsamen Fundstück, doch vor allem Vater Nathan bemerkt schon bald die Verbreitung des Wahnsinns bei wirklich allen Beteiligten…

Fazit

Man kann von H.P. Lovecraft noch immer halten, was man will – aber ich verschlinge seine Bücher und freue mich über jede Adaption in Film- oder Videospielform. Als ich von diesem Werk hörte und dann auch noch die Beteiligung von Nicholas Cage vernahm, war es um mich geschehen.

Nach der Sichtung hielt sich meine Begeisterung jedoch in Grenzen. Nicht etwa, weil die Vorlage schlecht umgesetzt wurde, vielmehr weil ich mir einen höheren Unterhaltungswert versprochen habe. Alles plätscherte großenteils vor sich hin und bot kaum echte Highlights. Es wurde nie so richtig langweilig und man leistete sich keine gravierenden Fehler, aber irgendwie blieb der letzte Kick aus. Alles war schön konservativ und hochwertig inszeniert, jedoch hob sich zu wenig aus der breiten Masse hervor. Es hatte den Anschein, dass man sich langsam am die Materie heran tastete und den Zuschauer nicht mit zu wirren Hirngespinsten überfordern möchte. Spielraum hätte der Macher ja reichlich gegeben.

Cage hat hervorragend gefallen und stahl allen die Schau. Niemand gibt den verrückt gewordenen Familienvater so wie er. Die hervorstechenden Augen und seine passende Synchronstimmte ließen den Wahnsinn aus allen Poren triefen – und dem Zuschauer hin und wieder ein Grinsen auf die Lippen zaubern. Von ihm lebt die Handlung und dank ihm bleibt man überwiegend auch am Ball.

Wer keine Vorbehalte zum Autor hat und eine solide Umsetzung seiner Werke sucht, wird mit diesem Streifen wahrscheinlich halbwegs glücklich. „Die Farbe aus dem All“ bot einen sehenswerten Cage, eine makellose technische Präsentation und leistete sich keine nennenswerten Patzer. Mir fehlte trotz dieser vielversprechender Elemente irgendwie das gewisse Etwas und so kann ich für meinen Teil nur eine bedingte Empfehlung aussprechen. Fans schauen sowieso rein und machen sich ihr eigenes Bild – der Rest muss das Grusel-Genre an sich schon mögen. Ansonsten bleibt man lieber beim „Ding aus einer anderen Welt“ von Carpenter (oder auch dessen brauchbares Remake).

6,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

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Die Farbe aus dem All – Color Out of Space (Ultimate Edition, 4K Ultra HD+5 BRs+CD) [Blu-ray]

Rambo: Last Blood

Inhalt

John Rambo lebt zurückgezogen auf einer abgeschiedenen Farm und möchte eigentlich nur noch seine Ruhe haben. Als die Enkelin seiner Haushälterin nicht mehr zu Hause aufkreuzt, fasst er sich ein Herz und geht auf die Suche nach Ihr. Dabei ahnt er anfänglich noch nicht, in welches Wespennest er dabei sticht…

Fazit

Stallone kann es einfach nicht lassen und greift selbst im gehobenen Alter erneut auf alte Paradetollen zurück. Während er bei Rocky nur noch den ruhigeren Trainer abgibt, lässt er beim aktuellen Rambo wieder selbst gewaltig krachen.

Um Filme wie „Last Blood“ zu lieben oder sie überhaupt zu verstehen, muss man schon mit den richtigen Erwartungen an die Sache heran gehen. Das Werk ist ziemlich unrealistisch, übertrieben brutal und genau deshalb was für seine Fans. Man möchte genau liefern, was man erwartet – und sei es einfach noch heftiger als beim letzten Mal. Hauptsache es kracht und das Blut spritzt in Fontänen.

Bis besagter Lebenssaft allerdings kleckert, nimmt sich der Film eine gewisse Zeit zur Einarbeitung in die Materie. Man versucht seine Pseudohandlung so gut wie möglich zu erzählen und fährt anfänglich ein eher gemäßigtes Tempo. Man stellt die Figuren vor und versucht vor allem John Rambo selbst einen tiefen Touch zu verleihen. Dank seines sichtlich gealterten Darstellers nimmt man ihm sogar die Rolle des müden Recken ab findet Gefallen am abstrusen Rachefeldzug. Hier konnte man gegenüber dem direkten Vorgänger sichtlich punkten und keine Sondereinlagen zu erfinden.

Auf der Action lag das Hauptaugenmerk und von daher ist wenig verwunderlich, dass diese bestmöglich und brachial in Szene gesetzt wurde. Zwar waren nicht alle Ideen von Grund auf neu, jedoch kaschiert die teilweise arg überzogene Härte dieses Manko mit Leichtigkeit. Gab es vormals vielleicht 2-3 deftige Gefechte, besteht quasi das komplette letzte Drittel aus nichts Anderem. Glücklicherweise wird der Zuschauer damit wiederum nicht übermüdet – wie es bei mir beispielsweise während den langatmigen Finalen der „Avangers“-Reihe der Fall war.

Von seinen Anfängen in „First Blood“ hat sich „Last Blood“ deutlich entfernt und zeigt, wie sehr eine Transformation zum absurden Actionfilm vollzogen wurde. Da ich als kleiner Fan aller Titel nichts anderes erwartet habe, konnte ich wenig meckern. Die deutliche Entfernung zum Realismus tut dem Streifen vielleicht sogar gut und zieht ihn bei eventuellen Diskussionen auch aus der sprichwörtlichen Schusslinie. Ich kann Jeden verstehen, der mit diesem Schwachsinn nichts anfangen kann – aber dann sollen auch Andere hinnehmen, dass Rambo seine Community hat und unbedingt in dieser Form auftreten muss. Spitzenklasse war das Teil wirklich nicht, aber ein extrem unterhaltsames „Hirn-aus-Kino“ vom Feinsten.

8/10

Fotocopyright: LEONINE

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Rambo: Last Blood [Blu-ray]

Tu hijo – Sohn der Vergeltung

Inhalt

Javier ist Arzt und bekommt eines Nachts seinen schwer verwundeten Sohn auf den Operationstisch gelegt. Als dieser im Koma verweilt, beschließt der Vater selbst auf die Suche nach den Tätern zu gehen…

Fazit

Auch in Spanien ist das Thema der Selbstjustiz eines Vaters angekommen und wenigstens hat man sich um ein paar neue Ideen bemüht. Im Gegensatz zu vielen auf Action getrimmte Mitbewerber, geht man hier einen eher ruhigeren und realistischeren Weg und versucht die Suche nach den Peinigern einigermaßen nachvollziehbar zu konstruieren.

Man spürt die Verzweiflung des Vaters und kann sich dank seinem intensiven Spiel gut in die Person hinein versetzten. Man fühlt mit ihm und überlegt selbst, was sein nächster Schritt in Aufklärung des Puzzles wohl sein könnte. Statt durchwegs krachender Action, gibt es überwiegend leise Passagen – die sich Zeit für die Zeichnung der Figuren lassen.

Eine weitere Abweichung vom gängigen Standard, stellt auch das erschreckende Finale da – welches ich hier natürlich nicht Spoilern werde. Man behielt seine düstere und harte Gangart bei und serviert dem Zuschauer ein niederschmetternden Abgang, der es in sich hatte und für ein Hollywood eher untypisch wäre.

Im Grunde ist das Revenge-Genre schon total überbesetzt und Bedarf keiner neuen Vertreter. Die Spanier jedoch konnten mit ihrem Beitrag durch die Bank weg überzeugen und lieferten eine gefällige Interpretation der bekannten Materie ab. Besonders gut hat mir die Greifbarkeit und die tiefgründige Betrachtung der kaputten Charaktere gefallen. Es mag bessere seiner Gattung geben, doch erneut haben unsere entfernten Nachbarn mehr als ordentlich abgeliefert.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos: https://www.netflix.com/de/title/80167647

Long Shot – Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich

Inhalt

Der frisch gekündigte Journalist Fred traut seinen Augen kaum, als er seine alte Jugendliebe Charlotte auf einer Party wieder trifft. Während er als armes Würstchen dasteht, hat sie es immerhin zur Außenministerin gebracht und befindet sich auf gutem Wege die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten zu werden. Kurzerhand engagiert sie ihn für das Wahlkampfteam und Gefühle bleiben nicht lange außen vor…

Fazit

Sowohl Filme mit Charlize Theron, als auch Seth Rogen gehen eigentlich immer und so macht eine Kombination der Beiden in meinen Augen auch irgendwo Sinn – und leider die Erwartungshaltung dadurch nicht unbedingt geringer.

Ich habe in letzter Zeit wieder viele austauschbare und vorsehbare Werke gesehen und streng genommen kann dieser sich hier nahtlos einreihen. Schon beim ersten Aufeinandertreffen der Hauptfiguren ist klar, wohin der Hase läuft und ob der Wahlkampf zum Erfolg führt, ist nur ein unwichtiges Detail am Rande.

So weit, so Durchschnitt – jedoch lebt auch dieser Film von seinen wunderbaren Hauptdarstellern, bei denen die Chemie trotz aller optischen Unterschiede absolut stimmt. Es gibt ein paar wirklich köstliche Momente, die immer wieder zur richtigen Zeit eingestreut wurden. Immer wenn das Geschehen in die Langweile abzudriften droht, gab es ein paar Lacher und das Interesse war wieder voll gegeben. Die Balance aus ernsthaftem Storytelling und platten Sketchen ist ausgezeichnet und funktioniert über knappe zwei Stunden überraschend gut.

Nach einem extrem launigen Auftakt flacht „Long Shot“ zunächst zwar etwas ab, doch unterm Strich wurde dann durchwegs ein guter Mittelweg aus normalen Spielfilm und Komödie gefunden. Dank Theron und Rogen besteht ein enormer Schauwert und die gekünstelte Story fällt nicht allzu nervig ins Gewicht. Wer mal wieder herzhaft lachen will und keine Gags im Sekundentakt erwartet, darf hier gerne mal reinschauen. Eine Referenz ists nicht, doch für einen netten Abend allemal prima geeignet.

7/10

Fotocopyright: STUDIOCANAL

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Erde und Blut

Inhalt

Zugunsten einer Tochter möchte Saïd sein altes Sägewerk verkaufen und sie damit finanziell ein wenig unterstützten. Noch während seiner letzten Tage kommt jedoch ungewollten Ärger auf den baldigen Ruheständler zu. Einer seiner Mitarbeiter hat Drogen auf dem Gelände versteckt und fiese Typen möchten die Ware wieder zurück…

Fazit

Hinter dem materialistischen Titel, steckt ein relativ bodenständiger Actionfilm, den uns Netflix seit ein paar Tagen anbietet. Alles läuft nach altbewahrtem Schema, benötigt aber einige Minuten zum richtigen aufwärmen – was bei nur rund 80 Minuten Laufzeit schon eine spürbare Auswirkung auf die Kurzweil hat.

Die eher unbekannten Darsteller machen ihre Sache solide und im gegebenen Rahmen annehmbar glaubwürdig. Die Dialoge sind zweckmäßig und dienen nur zum Übergang zur Action – die erfreulich hart und spaßig ausgefallen ist. Das Setting unterschied sich nicht großartig von der Konkurrenz, fiel unterm Strich allerdings auch nicht mehr negativ ins Gewicht.

An allen Ecken und Enden fühlt sich das Gezeigte sehr vertraut an. Verlauf, Setting, Figuren – alles austauschbar und gänzlich ohne neue Ideen. Wenn man schonmal ein solches Projekt auf die Beine stellt, hätte man von mir aus gerne ein paar neue Impulse einflechten dürfen.

Wer grundsolide Action sucht und an einem Abend vielleicht auch mehrere Filme am Stück sichten will, kann durchaus mit „Erde und Blut“ den Männerabend einleiten. Als der Streifen in Fahrt kam, war der Flow ziemlich passabel und macht den lahmen Auftakt und die mangelnde Innovation fast vergessen. Das Werk ist absolut kein Überknaller, taugt als kleiner Snack für Zwischendurch allemal.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Weitere Infos unter: https://www.netflix.com/de/title/81102814

Auge um Auge

Inhalt

Ein gealteter Gangsterboss beschließt zum Missfallen seiner Familie, seinen Lebensabend in einem Altenheim zu verbringen. Er möchte sich aus den alten Geschäften zurück ziehen und in Würde sterben. Bei seinem Plan hat er allerdings nicht mit Pfleger Mario gerechnet – der den neuen Schützling erkennt und noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen hat…

Fazit

Nach „Die Stille des Todes„, „Das Schweigen des Sumpfes“ und „Dein Zuhause gehört mir“ war es nur selbstverständlich und konsequent, dass Netflix mir auch diesen Film vorgeschlagen hat. Natürlich habe ich kurzerhand in den servierten Apfel gebissen und möchte hier meine Eindrücke schildern.

Schon zu Beginn fällt auf, dass ich die Optik von den meisten spanischen Kollegen unterscheidet. Weniger gelbstichig und mit normalen Kontrasten wirkt „Auge um Auge“ schon wesentlich vertrauter und erlaubt auch sonst einen geschmeidigen Einstieg. Der Spannungsbogen baut sich langsam und gut verständlich auf. Die Geschichte ist schnell kapiert, der eigentliche Verlauf aber dennoch nicht auf den ersten Blick vorhersehbar und von daher sehr ansprechend.

Luis Tosar macht einen außerordentlich guten Job und regt in einigen Momenten schon fast zu Gänsehaut an. Er verleiht dem Geschehen ordentlich Kontur und hält die Sympathien trotz perfider Aktionen auf seiner Seite. Seine Taten können nachvollzogen werden und stellen den Zuschauer vor einen kleinen Zwiespalt. Man kann ihn menschlich vollkommen verstehen, seine Machenschaften hinterfragen.

„Auge um Auge“ ist äußerst solides Kino aus Spanien, welches enorm von seiner hervorragenden Hauptfigur profitiert. Der Film ist gemächlich und spannend, unterscheidet sich von vielen seiner Kollegen. Eine insgesamt durch empfehlenswerte Angelegenheit – zumal, wenn eh schon ein Abo für Netflix vorhanden ist und kein teuerer Investor getätigt werden muss.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Nur noch 60 Sekunden

Inhalt

Um seinen Bruder vor dem sicheren Tod durch einen Gangsterboss zu retten, beschließt Memphis noch einen einzigen Auftrag zu übernehmen. Innerhalb weniger Tage soll er 50 Luxus-Fahrzeuge klauen und im Gegenzug für aller Leben übergeben. Dumm nur, dass er sofort wieder im Fokus der Cops steht, nachdem er an seiner alten Wirkungsstätte aufkreuzt…

Fazit

Nachdem ich in den letzten Tagen mal wieder Lust auf einen Nicholas Cage Film aus guten alten Zeiten bekam, fiel der Fokus recht schnell auf „Nur noch 60 Sekunden“, welchen ich zu meiner Schande noch immer auf DVD in der Sammlung habe. Entsprechend dann die Unschärfe auf dem Beamer, doch an den filmischen Qualitäten hat sich glücklicherweise hierdurch nichts geändert.

Die Story ist simpel und zweckmäßig, einige Szenen total an den Haaren herbei gezogen – und gerade deshalb macht der Titel selbst nach etlichen Jahren noch immens Freude. Eigentlicher Stars sind hier die schönen Fahrzeuge, welche nichts von ihrem Glanz und ihrer Faszination verloren haben. Während die Frisuren von Cage und Jolie längst überholt sind, machen die heißen Schlitten noch immer was her und zaubern oftmals ein breites Lächeln ins Gesicht.

Durch den überwiegend strammen Verlauf kommt selten Langweile auf und die Inszenierung ist mit nicht allzu hektischen Schnitten und hochwertiger Optik aktuell prima anschaubar. Ein paar Sprüche waren schon bei Veröffentlichung eher zum fremdschämen, aber darüber hüten wir lieber den Mantel des Schweigens. Alles passt soweit gut zusammen, auch wenn der Humor gelegentlich Geschmacksache bleibt.

Völlig vergessen hatte ich Vinnie Jones, der hier schon mega aufspielen konnte. Natürlich ziemlich überzogen, dennoch total witzig und mit Anlehnung an andere seiner Rollen. Der Rest vom Cast variierte zwischen unauffällig bis etwas nervig. Robert Duvall verlieh dem Ganzen noch am meisten Stil.

So geklaut und platt die Handlung, so unterhaltsam und augenzwinkernd die Umsetzung. „Nur noch 60 Sekunden“ war noch nie ein Übertitel, aber stets ein Garant für launige Unterhaltung. Ich mag das Teil so sehr, dass er auf ewig ein Platz in der Sammlung behält und regelmäßig im Player landet.. Manchmal braucht es einfach nicht mehr und von daher hat das Teil eine begründete Daseinsberechtigung.

8/10

Fotocopyright: Walt Disney

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The Peanut Butter Falcon

Inhalt

Zak hat das Downsyndrom und wurde behelfsmäßig in einem Altersheim zur Betreuung einquartiert. Eigentlich fühlt er sich inmitten der älteren Gesellschaft recht wohl, dennoch träumt er von einer Ausbildung zu einem Profi-Wrestler. Er beschließt auszubrechen und erlebt auf seiner Reise allerhand Abenteuer…

Fazit

So ungewöhnlich der Titel, so konventionell der eigentliche Filmverlauf. Mit „The Peanut Butter Falcon“ präsentiert sich ein Road-Movie mit wenig Innovation, aber immerhin viel Herz.

Anfänglich hatte ich insbesondere wegen dem Cast einige Bedenken, die glücklicherweise bereits durch den Trailer weitestgehend ausgemerzt wurden. Shia LaBoeuf spielt überraschend gut auf, auch wenn er sich klar Zack Gottsagen beugen muss. Die Dynamik im Team passt wunderbar und so manch eher unspektakuläre Szene bekommt hierdurch einen netten Drive.

Der Film an sich war insgesamt ganz unterhaltsam, aber nie herausragend gut. Alles fühlte sich altbekannt und zu keiner Zeit neu erdacht an. Wären nicht die sympathischen Figuren, wäre das Teil absolut austauschbar und leider auch relativ uninteressant. Die Reise verläuft vorhersehbar und wenig spannend. Das Finale zeichnet sich bereits im Vorfeld ab, da der Zuschauer von einem versöhnlichen Ende ausgeht. Warum sollte daran auch gerüttelt werden. Alles wurde auf „Nummer sicher“ getrimmt und das war auch okay so.

Es gibt richtig gute („Stand by Me“) und schlechte Roadmovies. „The Peanut Butter Falcon“ liegt irgendwo dazwischen und vermag in keiner Disziplin hervorzustechen. Prima Hauptdarsteller retten eine durchschnittliche Handlung und sorgen für einen gewissen Unterhaltungswert. Dank ihnen macht das Anschauen schon irgendwo Laune und einige Passagen luden tatsächlich zum Lachen ein. Für mich insgesamt eher ein überdurchschnittliches Werk, für Andere (siehe Kritiken bei Amazon und co.) wohl ein kleiner Geheimtipp. Macht euch selbst ein Bild, wenn euch das Thema anspricht.

6,5/10

Fotocopyright: Tobis Film GmbH (Vertrieb LEONINE)

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The Peanut Butter Falcon [Blu-ray]

Die Stille des Todes

Inhalt

Die Polizei untersucht eine Mordserie, die dem Schema eines Verbrechens vor 20 Jahren stark ähnelt. Alle Details deuten auf den gleichen Täter hin – der allerdings seit Ende der letzten Taten im Gefängnis verweilt…

Fazit

Spanien und Netflix. Diese beiden Komponenten haben es mir in der letzten Zeit angetan und deshalb nahm ich mir den nächsten Vertreter dieser Gattung vor. Statt komplett eigenständiger Handlung bedient man sich hier bei bekannten Genrevorbildern und versucht dem Ganzen einen eigenen Stempel aufzudrücken.

Die Ausgangslage erinnert zunächst frappierend an „Das Schweigen der Lämmer“, bei dem die Ermittler in ähnlicher Beziehung zu einem inhaftierten Straftäter stehen und von ihm neue Hinweise erwarten. Auf der anderen versucht sich die düstere Grundstimmung ein bisschen an „Sieben“ zu orientieren und erreicht nicht ganz das anstrengende Level.

Der Titel war zwar spannend, aber immer wieder mit kleineren Längen und unlogischen Momenten durchsiebt. Man konnte nicht alle Handlungen der gut agierenden Figuren nachvollziehen und alles verlief irgendwie etwas zu zahm.

In meinen Augen wurden wichtige Details viel zu früh preisgegeben und ab einem gewissen Punkt verrät sich der Ausgang selbst. Im Finale gab es zwar eine konstruierte Überraschung, die im Gesamtkontext allerdings wenig ins Gewicht fällt und fast schon gleichgültig erscheint. Hollywood hätte hier wahrscheinlich anders entschieden, letztlich wäre es mir persönlich egal gewesen.

Der Look orientiert sich an anderen Werken des Landes. Alles wirkt gelbstichig, aber hochwertig. Die Kamera hat ein paar überraschende Fahrten drauf und ingesamt gab es hier nichts zu kritisieren. Die minimalen CGI-Effekte waren erkennbar, aber vollkommen akzeptabel.

Erneut haben wir es hier mit einem äußerst interessanten, aber nur leidlich anschaubaren Titel unserer europäischen Nachbarn zu tun. Das Bedienen bei bekannten Vorbildern empfand ich als unproblematisch, die simple und arg konventionelle Auflösung dagegen störender. Wäre der Streifen über seine komplette Laufzeit einen Ticken kurzweiliger, würde es dieses Manko besser kaschieren. Unterm Strich ein solider Thriller mit gewohnt stabiler Technik.

6/10

Fotocopyright: Netflix

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