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Kategorie: Serienbesprechungen (Seite 1 von 4)

Alice in Borderland -Staffel 1

Inhalt

Arisu hängt die meiste Zeit auf der Couch ab oder beschäftigt sich mit Videospielen. Als er eines Tages jedoch das Haus verlässt und sich in einem scheinbar völlig menschenleeren Tokyo wiederfindet, ist seine sonst so bescheidene Aufmerksamkeit geweckt. Auf der Suche nach anderen Personen, wird er mit immer schrecklicheren Details konfrontiert…

Fazit

„Alice in Borderland“ profitiert sicherlich auch vom aktuellen Hype um den Mitstreiter „Squid Game“ – der bekannterweise ein riesiges Echo im Netz ausgelöst hat und gefühlt täglich für Schlagzeilen sorgt. Offenkundig preist der Streaming-Anbieter jedenfalls diese Serie als Alternative an und so muss sie sich auch dem direkten Vergleich zum neuen Kult stellen.

So richtig lassen sich die beiden Formate allerdings nicht vergleichen. „Alice“ bietet schon einen etwas anderen Ansatz und sorgt damit auf seine Weise für Aufmerksamkeit beim potentiellen Betrachter. Hier liegt die Fantasy-Komponente deutlicher im Vordergrund und Vergleiche sind hier eher zum berüchtigten „Battle Royale“ aufstellbar.

Obwohl sich das Format grundsätzlich nicht schlecht anfühlt, wirkt es an vielen Ecken aus bekannten Vertretern – wie eben besagtem „Battle Royale“ – zusammengeklaut und somit nicht immer vollends originell. Die Mischung geht zwar größtenteils auf, dennoch gibt es hin und wieder auch kleinere Längen. Logikprobleme obendrein. Zwischen durchaus furioser Action gab es teils langatmige und nicht immer greifbare Dialoge, die gerne einen Ticken kompakter hätten ausfallen dürfen. Besonders in den letzten drei Folgen zieht sich das Finale ein wenig.

Die deutsche Lokalisation (sowas sollte man immer erwähnen) war gut und gab keinen Grund zur Klage. Man sollte nicht unterschätzen, wie sehr eine Vertonung zum Erfolg einer Produktion beitragen kann – vermutlich hat die breite Masse kein Bock auf das Lesen von Untertiteln. Ich weiß nicht, ob einige Verständnisdiskrepanzen auf die Übersetzung zurückzuführen waren, doch Stimmen und deren Betonung waren jedenfalls mehr als gut gewählt und gaben keinen Grund zur Klage.

Gegen den aktuellen Platzhirsch kommt „Alice in Borderland“ in vielen Punkten, aber vor allem beim Spannungsaufbau nicht heran, doch als würdige Kost zur Überbrückung auf neuen Content ist das Ding mehr als geeignet. Die Japaner erfanden das Rad zwar nicht neu, lieferten aber ein paar echt gut konzipierte Momente mit frischen Darstellern und ebenfalls ansprechender Prämisse. Mir sagt die Handlung aus Korea mehr zu – dennoch gebe ich hier durchaus eine Empfehlung. Erwartet nicht den selben Inhalt, sondern eher mehr Sci-Fi und dann passt das soweit.

7/10

Fotocopyright: Netflix

The Billion Dollar Code – Staffel 1

Inhalt

Mit Hilfe eines großen Mobilfunkkonzerns gründen die beiden Freunde Carsten und Juri ein eigenes Unternehmen und planen damit, die IT-Welt der frühen Neunziger maßgeblich zu verändern. Sie kommen aus dem Umfeld des berüchtigten „Chaos Computer Clubs“ und haben eine bahnbrechende Idee, die natürlich auch die Konkurrenz auf den Plan ruft…

Fazit

Es ist schon ein wenig beschämend, dass selbst ich als IT-Mensch recht wenig von diesem Prozess gehört habe – aber umso überraschender, was Regisseur Robert Thalheim aus der eigentlich eher trockenen Thematik geschaffen hat.

„The Billion Dollar Code“ ist eine kleine, aber feine Serie – die es wahrlich in sich hat und einen – zumindest für mich – extrem hohen Suchtfaktor besaß. Das Geschehen begann noch recht beschaulich, um dann nach kurzer Zeit recht stark in ihren Bann zu ziehen und bis zum tragischen Ende ohne Längen oder Ungereimtheiten daher kam.

Die Sprünge zwischen den Zeiten, das Wechseln aus Erzählerperspektive und Echtzeit waren immens gut gelungen. Selten zuvor griff diese Machart so großartig ineinander und sorgte für ein interessantes Pacing. Die Handlung funktionierte auf mehreren Ebenen und stellte besonders die Beziehung der Hauptfiguren in den Fokus.

Egal ob Vergangenheit oder Gegenwart – die Leistung aller Darsteller war ausgezeichnet und die Chemie hat jederzeit gepasst. Die Aufbruchsstimmung nach der Wende war greifbar und erweckte selbst beim Betrachter eine gewisse Dynamik, die das Dranbleiben noch spannender machte. Unterstrichen wurde das Ganze mit zeitgemäßer Ausstattung, wie akribisch genau nachgebildete Büroräume oder der Kleidung der Akteure.

Die gerade einmal vier Episoden vergingen im Flug und gerne wäre ich noch länger im packenden Geschehen versunken. Wie dem auch sei, mit „The Billion Dollar Code“ hat Netflix die derzeit wohl beste „Nerd-Serie“ im Programm, die mit ihrer geschmeidigen Inszenierung durchaus für die breite Masse ein hochinteressantes Unterrichtskino darstellen dürfte. Während auf der einen Seite alles perfekt erklärt wurde, reiben sich die Insider wegen der akkuraten Aufmachung und vielen beiläufigen Erwähnungen grinsend die Hände. Ich hoffe, dass die Macher ihrer Linie treu bleiben und entweder mit einer eventuellen Fortsetzung oder einer ähnlich gelagertem Thematik dem Streamingdienst treu bleiben.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

Squid Game – Staffel 1

Inhalt

Auf einer abgelegenen Insel treffen über 400 hochverschuldete und grundsätzlich unterschiedliche Charaktere aufeinander. Sie werden zur Teilnahme an Kinderspielen aufgefordert, die mit ihren simplen Regeln eigentlich gut zu verstehen sind. Für den Sieger steht ein hohes Preisgeld in Aussicht, für den Rest allerdings nur ein Abtransport im Sarg…

Fazit

Schon lange wurde keiner Serie mehr so gehypt wie diese. Selbst die Presse ist mit mehr oder weniger positiven Schlagzeilen auf diese Produktion aufmerksam geworden – und allein um ein wenig Mitreden zu können (und um meine Tochter nicht alleine schauen zu lassen), habe ich mich dem vermeintlichen Wunderwerk einmal hingegeben.

Die 9 Episoden waren an 2 Abenden „durchgebincht“ und mein Urteil fällt positiv auf. Weniger wegen seinem hohen Gewaltgrad oder grundsätzlich neuen Elementen, vielmehr mit seiner Prämisse um einfache Kinderspiele hat sich die Serie zum Kult gemausert – wobei die Qualität der Umsetzung dem Gelingen natürlich extrem zuträglich war.

Das Werk bot eine durchwegs hohe Spannungskurve, die bis zum bitteren Ende an den Schirm fesselte. Sicherlich war nicht jeder Cliffhänger besonders gut gelungen und auch beim Finale zogen sich die langen Dialoge dann etwas in die Länge, doch unterm Strich hat der Flow wunderbar gepasst. Es gab keine Durchhänger, keine unstimmigen Momente (wir sprechen hier nicht über Logik!) und durchwegs sympathische Gesichter.

Alles griff geschmeidig ineinander über und schaffte einen eleganten Spagat. Zum einen dachte der Zuschauer stets die Kontrolle zu haben und viele Dinge bereits früh zu erahnen und zum Anderen bauten die Macher immer wieder kleine abweichenden Elemente ein. Klar präsentierte man nie so richtig Neues, aber die Mischung bewährter Bestandteile und deren gelungener Kombination sorgte für Freude.

Technisch gab sich die Serie hochwertig und ohne Makel. Die Koreaner behielten ihr gewohnt hohes Niveau über die kompletten Folgen bei und brachen nie auch nur ansatzweise ein. Das Design war extrem gefällig, auch wenn man sich vielleicht nicht ganz unabsichtlich bei anderen Mitstreitern oder bekannten Logos aus der Welt der Videospiele bediente. Es passte alles hervorragend zusammen, wirkte trotz absurder Highlights oder Masken aber auch nie zu bizarr.

Besonders bei so extrem gehypten Produkten bin ich zunächst sehr skeptisch und möchte manchmal im Vorfeld schon ein paar Punkte auf dem Wertungskonto abziehen. Bei „Squid Game“ jedoch haben sich alle Zweifel spätestens mit dem Beginn der zweiten Folge verzogen – denn nach einem eher beschaulichen Auftakt baut das Konstrukt einen tollen Sog auf und hält bis zum Abspann enorm fesselnd bei Laune. Bei einer zweiten Staffel wäre ich jedenfalls wieder voll dabei und spreche hier eine absolute Empfehlung aus. Erwähnt sei übrigens noch eine gelungene deutsche Synchronisation, die ebenfalls für eine Sichtung spricht. Meine Tochter mag 10 von 10 vergeben, ich lasse hingegen noch etwas Luft nach oben.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

How to Sell Drugs Online (Fast) – Staffel 3

Inhalt

Die Schlinge zieht sich immer weiter zu. Nicht nur mit seinen holländischen Lieferanten hat Moritz großen Ärger, auch ein hartnäckiger Polizist kennt seinen Namen und seine Adresse. Jede Handlung besteht fortan aus purer Verzweiflung und der Hoffnung auf einen guten Ausgang…

Fazit

Drei Staffeln an nur einem einzigen Tag durchzuschauen ist schon eine kleine Hausnummer und waren nur dank Urlaub möglich. Okay, auch die dritte Staffel bestand aus lediglich 6 halbstündigen Episoden – doch die hatten es richtig in sich.

Fing es bei der ersten Staffel noch recht beschaulich und überschaubar an, zeigte bereits die Zweite, wohin die Reise geht. Bei der dritten Season sind dann alle Dämme gebrochen und das Geschehen überraschte mit krassen Wendungen, tollen Rückblenden und geschickt konstruierten Aktionen. Das Ganze erinnerte keineswegs an die üblichen Drogen-Thriller, sondern erreichte stellenweise das Niveau erstklassiger „Heist“-Movies – die sich mit raffinerten Einlagen geradezu überschlagen und ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Selten habe ich so viele brillante Ideen und Anspielungen auf so kleinem Raum gesehen und jedes Rädchen griff perfekt ineinander. Am tollsten dabei die vielen Spitzen auf die einheimische Fernsehlandschaft, die wir ja so bei ausländischen Produktionen nicht immer in vollen Umfang greifen können. Die Einspieler diverser bekannter Shows waren so witzig wie genial und in ihrem kleinen Rahmen keineswegs störend oder deplatziert. Neben dem bereits bekannten Kern-Cast gab es hier und da wieder ein paar bekannte Gesichter (beispielsweise von den „Rocket Beans“) und so einen weiterhin hohen Sympathiefaktor.

Erneut alles richtig gemacht und sich spannungstechnisch sogar noch einen Ticken gesteigert. Mir hat die dritte Staffel von „How to Sell Drugs Online (Fast)“ jedenfalls hervorragend gefallen und trotz Abschluss in der späten Nacht zeigten sich keine Ermüdungs- oder Abnutzungserscheinungen. Ich hoffe, dass die Serie weiterhin großen Erfolg einfährt und nach diesem konfusen Finale noch fortgesetzt wird. Man könnte zwar von einem brauchbaren Abgang sprechen, dennoch kann ich einfach nicht genug von Moritz und seiner stark angewachsenen Clique bekommen. Ideen für weitere Abenteuer gibt es bestimmt reichlich.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

How to Sell Drugs Online (Fast) – Staffel 2

Inhalt

Das Geschäft mit dem Onlinehandel läuft prächtig, doch die Zahl der Mitwisser wird immer größer. Es dauert nicht lang und die Freundschaft zwischen Moritz und seinen Geschäftspartnern scheint zu bröckeln…

Fazit

Dank meines Urlaubs konnte ich direkt nach Sichtung der ersten Staffel auch die Zweite innerhalb eines Tages „durchbinchen“ und bin von der ganzen Sache noch immer sehr angetan.

Gab es zuvor noch etwas Enttäuschung bezüglich der mangelnden Innovation, so zeigte sich nun endlich eine wesentlich eigenständigere Gangart und dennoch ein extrem hoher Unterhaltungswert. Obwohl die Staffel erneut mit nur 6 relativ kurzen Episoden auskommen musste, so vielseitig die verbauten Ideen und die exzellenten Seitenhiebe auf andere Formate.

Abermals zeigten die jungen Darsteller eine erstklassige Leistung und bekamen diesmal sogar von etablierten „TV-Nerds“ wie Florentin Will eine kleine Schützenhilfe. Betonen möchte ich diesmal aber explizit noch einmal die tolle Inszenierung, die dem Geschehen einen eigeständigen Touch verleiht. Mit witzigen Übergängen, „Was wäre wenn“-Aufnahmen und coolen Texteinblendungen hebt sich die Produktion glänzend vom Einheitsbrei ab.

Die zweite Staffel hielt dass, was die Erste versprach. Das allgemein hohe Niveau wurde beibehalten und dieses Level bis zum bitteren Ende beibehalten. Es wurde nie langweilig und der Suchtfaktor stelle sich auch ohne die Hilfsmittel aus der Serie ein. Ich freue mich schon auf die aktuellen Folgen und spreche hiermit natürlich eine uneingeschränkte Empfehlung – nicht nur von Fans von Breaking Bad und Konsorten – aus.

8/10

Fotocopyright: Netflix

How to Sell Drugs Online (Fast) – Staffel 1

Inhalt

Moritz ist eher der unauffällige Nerd und nicht unbedingt sonderlich beliebt an seiner Schule. Als ihn seine Freundin verlässt, beschließt er sein bisheriges Spießer-Leben über den Haufen zu verwerfen und mit dem Shopsystems seines besten Kumpels eine ganz besondere Webseite zu basteln…

Fazit

Mit aktuellem Beginn der dritten Staffel wollte ich noch einmal einen genaueren Blick auf diese Serie werfen und wurde umgehend in ihren Bann gezogen. Zwar habe ich seinerzeit mal kurz reingeschaut, doch bin aufgrund anderer Produktion irgendwie nicht am Ball geblieben. Dies sollte sich in meinem Urlaub ändern.

Im Grunde erzählt uns die Geschichte nichts wirklich Neues, aber seine lockere Art und die frischen Darsteller sorgen für durchgehende Kurzweil. Man setzt viele bekannte Elemente äußerst gekonnt zusammen und schuf so ein rundes Gesamtbild ohne echte Längen oder Durchhänger. Sicherlich ist die Staffel mit gerade einmal 6 recht kompakten Episoden auch nicht gerade lang, aber einige Mitbewerber patzen da sichtbarer.

Wie bereits erwähnt haben die Darsteller großen Spaß bereitet. Die jungen Charaktere wurden glaubwürdig und charmant besetzt, der „Nerd-Faktor“ nicht zu übertrieben inszeniert. Bei beispielsweise „Big Bang Theorie“ ging mir dies Treiben gegen den Strich, aber hier fand ich die Darstellung genau richtig und wesentlich schlüssiger an den Mann gebracht.

„How to Sell Drugs Online (Fast)“ ist eine erfrischende, kurzweilige und sehenswerte deutsche Serie. Zwar wurde innerhalb der wenigen Folgen das Rad nicht gerade neu erfunden, aber der hohe Unterhaltungswert bügelt dieses Manko locker wieder aus. Ich werde jedenfalls dran bleiben und mich weiter zur neuen Staffel voran arbeiten.

8/10

Fotocopyright: Netflix

Masters of the Universe: Revelation – Staffel 1

Inhalt

Dank des Bösewichtes Skeletor scheint das Böse endlich zu siegen und sämtliche Magie aus Eternia zu verschwinden. Um gegen die dunkeln Kräfte etwas auszurichten, schließen sich sogar ehemalige Widersacher den aufrechten Streitern an…

Fazit

„Masters of the Universe“ ist unbestrittener Kult und für Viele schon eine Art von heiligem Gral – was einige negative Kommentare (insbesondere aus Amerika) irgendwie zu begründen vermag. Ich persönlich würde mich zwar nicht als den größten Fan des Franchise bezeichnen (obwohl ich früher nahezu alle Figuren, Fahrzeuge und Burgen besaß), habe mich dennoch auf das Reboot gefreut. Da Kevin Smith („Clerks“, „Mallrats“, „Dogma“, etc.) das Ruder übernahm, war die Motivation sogar noch ein Stückchen größer.

Lange möchte ich nicht um den heißen Brei herum reden. Obwohl man in den kurzen fünf Episoden relativ wenig vom Titelhelden He-Man zu sehen bekam, hat mir das Gebotene mit seiner etwas anderen Herangehensweise recht gut gefallen. Statt einzelner Storys bekommen wir hier eine durchgehende Rahmenhandlung, die mit weiteren Staffeln (bzw. weiteren Episoden der aktuellen Staffel) hoffentlich noch zu Ende erzählt werden.

Genau wie seine ursprünglichen Fans ist die Serie gereift. Klingt vielleicht blöd, aber irgendwie fühlte sich das Treiben trotz bunter Farben und vertraut schriller Figuren nicht mehr so trashig wie damals an. Sicherlich ist man von „seriös“ noch weit entfernt, doch man spürt mehr Tiefe und mehr Mühe beim Zeichnen seiner Figuren.

Apropos Figuren. Während neue Zuschauer alle Gesichter wohl relativ verständlich eingeführt bekommen, strahlt die alte Garde bis über beide Ohren. Auch wenn sich die Verwüstung möglichst vieler Kreaturen als etwas gequetscht anfühlt, ging deren mehr oder weniger kurze Momente im Gesamtbild völlig in Ordnung. Man schien allen Lieblingen einen kurzen Auftritt spendieren zu wollen und als Fan-Service konnte man dies einfach durchwinken.

Audiovisuell sind die „Masters“ endlich im aktuellen Zeitalter angekommen, ohne ihren bewährtem Charme zu verlieren. Jedes noch so kleine Detail wirkte nun zwar sehr modern, ohne hingegen seinen Wiedererkennungswert zu verlieren. Man fühlte sich sofort heimisch, obwohl beispielsweise auch ein frischer Soundtrack für neue Akzente sorgte.

Nach gerade einmal einer Handvoll an neuen Episoden kann ich eigentlich noch nicht allzuviel zu den neuen Abenteuern aus Eternia berichten. Die Inszenierung passt, Neues und Altes gaben sich gut die Waage und man spürt das Herzblut der Macher. Technisch und erzählerisch ging es vielversprechend los und gerne bleibe ich weiter am Ball. Negative Kritik wird es beim Aufleben von Kindheitserinnerungen und deren Neuinterpretationen wohl immer geben, aber mir hat es bis dato ausnahmsweise mal sehr gut gefallen.

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Para – Wir sind King – Staffel 1

Inhalt

Eine Gruppe von jungen Mädels schlägt sich durch das wilde Leben von Berlin. Zwischen Party und Drogenkonsum, stehen wichtige Entscheidungen wie Hochzeit oder Job-Wahl ins Haus. Dabei halten die Freundinnen immer fest zusammen und lassen sich die Freundschaft auch von keinen Kerlen oder anderen Sorgen zerstören…

Fazit

„Para“ hat mich angenehm überrascht. Aufgrund eher negativer Kritiken war ich tatsächlich ein wenig voreingenommen und konnte diese Gemütslage glücklicherweise schon während der ersten Episode revidieren.

Die freche Produktion ist kein zweites „4 Blocks“ oder „Dogs of Berlin“ und wollte es nie sein. Hier waren manche Erwartungshaltungen wohl völlig in die verkehrte Richtung gegangen und die Ernüchterung dann entsprechend groß. Was die Macher uns hier präsentieren ist weit weniger mafiös, vielmehr aus dem Leben von jungen Menschen gegriffen – die sich inmitten einer rauen Umgebung irgendwie durchschlagen müssen und nicht unbedingt direkt zur Unterwelt gehören.

Die Serie zeigt dabei eindrucksvoll den Spagat zwischen Leben und Überleben in Problemvierteln auf. Klingt vielleicht etwas hart gesagt, aber es wird stellenweise enorm deutlich, welche Dinge zum normalen Dasein überwunden werden bzw. welche dramatischen Entscheidungen gelegentlich getroffen werden müssen. Auf der einen Seite werden die Figuren noch erwachsen, auf der anderen Seite stehen ganz klare Situationen im Mittelpunkt. Dabei wirkt das Gezeigte zum Glück nicht aufgesetzt und trotz vieler Parallelstränge auch nicht überladen oder unglaubwürdig.

Die jungen Darstellerinnen haben ihre Sache ganz hervorragend und mit viel Sympathie erledigt. Man konnte sich gut in deren Gefühlswelt und Lage hineindenken und grübeln, wie man wohl selbst aus manch verzwickter Lage herausgekommen wäre. Sicherlich ist man von den meisten Ereignissen nicht im Entferntesten betroffen, doch nicht zuletzt wegen der gut agierenden Mädels konnte man das Treiben wunderbar greifen und mitfiebern.

„Para“ besteht nicht aus stumpfen Geballer oder coolem Mafiagehabe, auch ist es keine auf Hochglanz polierte Teenie-Serie mit heiler Welt und „alles wird gut“-Faktor. Vielmehr zeigt man uns hier ein realistisches Bild einer Hauptstadtjugend, die sich in einer seltsamen, fast schon beängstlichen Welt irgendwie durchschlagen muss. Die Vorstellung aller Beteiligten war einwandfrei, die Handlung kurzweilig geschrieben und das Gesamtresultat am Ende mehr als rund. Ich hoffe auf weitere Staffeln!

8/10

Fotocopyright: Eye See Movies (AV Visionen)

Kein Friede den Toten

Inhalt

Mit einer Schlägerei vor einer Disco nahm das Unglück seinen Lauf. Versehentlich bringt Matt seinen Kontrahenten zu Fall und dieser verstirbt noch mit dem Aufschlag auf dem Asphalt. Nach einer vierjährigen Haftstrafe scheint es für den Prügelknaben aber dennoch wieder bergauf zu gehen. Er lernt die bezaubernde Olivia kennen und möchte sich mit ihr ein neues Leben aufbauen. Leider holt ihn schon bald die Vergangenheit wieder ein…

Fazit

Ich predige es in meinem Bekanntenkreis ja immer wieder, dass man die Spanier unbedingt auf dem Schirm haben sollte. Mit der „Drei Meter über dem Himmel“-Reihe (witzigerweise auch mit Mario Casas) fing meine Begeisterung für Produktionen des Landes an und kontinuierlich lieferte man über die letzten Jahre weiterhin hochwertiges Material ab. Bei „Kein Friede den Toten“ handelt es sich diesmal um eine Mini-Serie, die es von Anfang bis zum Ende wirklich in sich hatte und mit einem hohen Suchtfaktor glänzen konnte.

Die Inszenierung war so hochwertig, wie ausgefeilt. Man spielt mit Rückblenden, die viele Situation nach und nach aufklären und so langsam ein rundes Gesamtbild ergaben. Allgemein spürt man jederzeit, dass ein ausgefeiltes Drehbuch (bzw. ein ausgeklügelter Roman) hinter dem Ganzen steckt und wirklich jedes kleine Detail perfekt ausgearbeitet wurde. Die Zahnräder greifen anschaulich ineinander und halten die Spannungskurve auf Anschlag.

Jede Episode wird aus der Sicht einer andere Person eingeleitet, die ihre Einschätzung der Lage zum Besten gibt und dabei weitere Mosaikteilchen für den Betrachter offenbart. Dies ist so ungewöhnlich, wie effizient und trägt zu einer grandiosen Atmosphäre bei. Nach und nach lichtet sich der Nebel, wobei sich auch immer wieder neue Abgründe auftaten und bereits getätigte Personeneinschätzungen nahezu revidierten.

Casas und seine Kollegen haben großartige Leistung abgeliefert. Die Akteure spielten im gegebenen Rahmen glaubwürdig auf und vielerlei Ansichten wurden verständlich an den Mann bzw. die Frau gebracht. Man konnte sich in jede noch so obskure Figur hineindenken und dabei echte Emotionen entwickeln. Glücklicherweise trug eine gelungene deutsche Synchronisation zum gelungenen Eindruck bei und schmälerte nicht die Zeichnung der Figuren.

Mir hat „Kein Friede den Toten“ extrem gut gefallen und so möchte ich diese Serie jedem Thriller-Liebhaber wärmstens ans Herz legen. Sicherlich waren die Ereignisse oftmals ziemlich stark konstruiert und an unglaubwürdigen Zufällen aufgehangen, doch unterm Strich zählt der Unterhaltungswert und der runde Gesamtauftritt. Die Ereignisse sind übrigens mit diesen 8 Folgen abgeschlossen, so dass man keine Panik vor eventuellen Cliffhangern haben muss.

8,5/10

Fotocopyright: Netflix

Sie weiß von Dir

Inhalt

Es begann mit einer Nacht ohne Namen und ohne weitere Verpflichtung, doch dann regiert der berühmte Zufall. Die Affäre von Psychiater David Ferguson stellt sich kurz nach der gemeinsamen Nacht als seine neue Sekretärin vor und seine Frau hat sich bereits auf eine Freundschaft mit ihr eingelassen…

Fazit

Wenn ich die Sichtung einer relativ überschaubaren Serie über knappe drei Wochen hinziehe, dann liegt es nicht immer nur an Zeitgründen – schließlich habe ich derweil unzählige andere Filme geschaut und auch hier besprochen. Vielmehr liegt es dann an deren Qualität, die besonders am Anfang gar nicht mal so schlecht war.

Die ersten Folgen gingen recht gut über die Bühne. Wir lernen die Charaktere kennen und können uns noch ganz gut in manche Situation hineindenken. Doch mit fortlaufender Spielzeit und Zunahme der Komplexität, geht es langsam den Bach hinunter.

So richtig schlecht wurde das Geschehen zwar nie, doch irgendwann ließ man sich zu sehr auf Klischees ein und die Vorhersehbarkeit nahm Überhand. Sicherlich konnte man nicht jede Detail erahnen, der grobe Rahmen war jedoch kein Problem mehr – und vor allem auch nicht, wie die Sache zu Ende letztlich zu Ende ging.

Die Darsteller haben ihre Sache soweit ordentlich gemacht, bewegten sich jedoch eher auf anständigem TV, statt Kinoniveau – was in diesem Rahmen allerdings vollkommen in Ordnung war. Die Gesichter waren frisch und passten schön in ihre Rollen.

„Sie weiß von Ihr“ ist eine grundsolide Angelegenheit, doch eine echte Anschaupflicht besteht auf keinen Fall. Der Spannungsbogen war nett aufgebaut, doch besonders im letzten Drittel schwächelte die Handlung in meinen Augen gehörig. Für mich also bestenfalls überdurchschnittlich und bei weiten nicht das Beste, was Netflix zu bieten hat.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

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