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Kategorie: Filmbesprechungen (Seite 2 von 51)

Lass ihn gehen

Inhalt

Nach dem Tod des Sohnes hat seine ehemalige Ehefrau mittlerweile einen neuen Partner gefunden und Hals über Kopf die Gegend verlassen. Für George und Margaret bricht daraufhin erneut eine Welt zusammen, da sie ihr Enkelkind wohl kaum mehr zu Gesicht bekommen werden. Kurzerhand reisen sie durchs halbe Land auf der Suche nach den Beiden – und immer mit der Hoffnung auf eine gemeinsame Widerkehr im Gepäck…

Fazit

Manchmal kann man sich ganz ordentlich bei Filmen irren und bei „Lass ihn gehen“ war dies endlich mal wieder im absolut positiven Sinne der Fall. Ich habe vor der Sichtung nämlich keine Inhaltsangabe studiert und war nach den ersten Minuten der Meinung, ein relativ normales und eher unspektakuläres Familiendrama vor mir zu haben.

Trotz seines überwiegend ruhigen Verlaufs baut sich ein angenehmer Sog auf, für den letztlich ein hervorragend aufgelegter Kevin Coster und eine brillante Diane Lane – gepaart mit einer interessanten Geschichte sorgten. Schnell waren die Gedanken an das gemeinsame Ehepaar aus „Superman“ vergessen und rasch war der Betrachter auf die neue Herausforderungen des filmisches Traum-Duos ausgerichtet.

Das Drama nimmt langsam, aber beschaulich an Fahrt auf. Am Anfang steht eine traurige Ausgangslage, die voller Hoffnung strotzend irgendwie dennoch ein wohliges Gefühl erzeugt. Es macht wirklich Spaß den beiden Hauptfiguren bei ihren neckischem Momenten zuzuschauen und den Ausflug bis zu einem gewissen Punkt wirklich mit ihnen zu genießen.

Ich möchte nicht zu viel verraten, jedoch klar machen, dass sich die gemächliche Handlung ab einem bestimmten Punkt in einen handfesten Thriller verwandelt. Selten hatte ich in der letzten Zeit so sehr die Faust in der Tasche geballt und selten konnte ich so intensiv mit meinen liebevoll eingeführten Figuren empfinden. Die Spannungskurve knallt nach oben und man macht sich selbst Gedanken über den möglichen Fortgang der schier ausweglosen Lage.

Durchaus verstehen mag ich allerdings auch kritische Stimmen, die gerade beim Finale eine gewisse Vorsehbarkeit unterstellen mögen. Auch ich konnte mir die Versatzstücke zusammenpuzzeln und den Ausgang schon vor seinem tatsächlichen Ablauf erahnen – Punkte kostet dies aber nicht, da wir immer noch eine packende Inszenierung vor uns hatten.

Auch wenn man sich das Finale irgendwann an den Fingern abzählen kann (kleiner Insider für Kenner des Films), möchte ich diesen Titel jedem Interessierten ans Herz legen. Er ist toll konstruiert, perfekt besetzt und unerwartet wendungsreich. Unterm Strich ein toller Thriller, welches mich tatsächlich sehr gut abgeholt hat – einzig sein kaum vorhandener Wiederschau-Wert kostet eine höhere Wertung.

7,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures

Hello World

Inhalt

Naomi Katagaki ist eher der zurückhaltende, strebsame Schüler, der kaum Freunde besitzt und sich selten Etwas traut. Eines Tages bekommt er Besuch von einem mysteriösen Fremden, der sich als sein Ich aus der Zukunft ausgibt und ihn um einen Gefallen bittet. Der junge Naomi soll verhindern, dass die künftige Jugendliebe ins Koma fällt und so den Verlauf vieler Dinge verändert…

Fazit

„Weathering With You“ war zuletzt kein schlechter Film, doch konnte nicht alle Erwartungen zur vollsten Zufriedenheit erfüllen. Nun gab es kurz darauf „Hello World“, der schon auf dem Cover mit einem ebenfalls großartigen Zeichenstil und einer fantasievollen Geschichte punkten wollte, allerdings auch nicht vor Begeisterung vom Stuhl hauen konnte.

Meine Tochter und ich waren sich am Ende einig. „Hello World“ begeisterte mit tollen Zeichnungen, zum teil atemberaubenden Aufnahmen und vielen detailreichen Szenarien, stolperte aber letztlich über seine verworrene und unschlüssige Handlung, die mit merkwürdigen Designentscheidungen und unnötigen Abschnitten nicht immer für positive Resonanz sorgte.

Normalerweise lieben wir bei Animes eine gewisse Verrücktheit, doch hier fiel diese nicht immer gefällig genug aus. Man gab dem Betrachter vielleicht ein wenig zu viel Interpretationsfreiraum, um ein klares Fazit möglich zu machen. Auf seine vergleichsweise grundsolide Story setzte man eine Komplexität, die sich irgendwie unnötig und aufgesetzt angefühlt hat. Man brach zwar mit seiner gewissen Vorherschaubarkeit, rundete seine Ideen aber nicht passend ab.

Optisch gehört „Hello World“ zur Spitzenklasse. Während die Figuren zuweilen eher zweckdienlich daher kamen, überzeugten Hintergründe und deren Einzelheiten auf ganzer Linie. Der Stil war stimmig und besonders zum Finale hin auch stellenweise faszinierend bunt. Der Soundtrack ging gut ins Ohr und vermittelte stets die passende Stimmung. Hier waren definitiv erfahrene Macher am Werk.

„Hello World“ ist trotz aller Kritik einer der besseren Animes, rein von seinem Stil und seiner Technik her. Die deutsche Synchro geht in Ordnung und wirklich langweilig war das Gebotene eigentlich auch nie. Jeder Genrefan darf also mal reinschauen – und eventuell einen Ticken besser mit dem seltsamen Storykonstrukt als wir zurecht kommen. Bei uns hat die vermeintliche Auflösung jedenfalls einige Punkte gekostet und so bleibt am Ende nicht mehr als eine ordentliche, allerdings nicht überragende Bewertung zurück.

6,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Weathering With You – Das Mädchen, das die Sonne berührte

Inhalt

Der 16jährige Hodaka ist von zu Hause ausgebüxt und versucht in der Großstadt Tokio ein neues Leben fernab der tristen Heimat zu finden. Er heuert als Praktikant bei einem fragwürdigen Wissenschaftsmagazin an und kommt hierdurch mit der Legende der „Sonnenmädchen“ in Berührung. Angeblich können diese Damen das Wetter kontrollieren und mit ihren Fähigkeiten sogar den stärksten Regen aufhalten. Es dauert dann nicht lang, bis er wirklich ein solches Wesen trifft…

Fazit

Nach dem mehr als überragenden und mittlerweile mehrfach gesichteten „Your Name“ waren die Erwartungen an einen neuen Film des Studios mehr als gigantisch und quasi kaum zu tippen gewesen. Ich habe jedoch versucht mit realistischer Haltung an diesen Titel heran zu gehen – und letztlich war dies genau richtig. „Weathering With You“ ist sicherlich kein schlechter Film und eignet sich meiner Meinung auch für mehrer Durchgänge, jedoch wird nicht ganz die Faszination und Ausstrahlungskraft des vermeintlichen Vorgängers erzielt.

Die Zeichnungen sind erneut fantastisch und äußerst detailreich. Auf meiner großen Leinwand konnte ich so viele Details entdecken und immer wieder vor Freude lächeln. Knackige Farben, zum Teil atemberaubende Bilder und ein überhaupt extrem gefälliger Stil haben ab der ersten Minute abgeholt und bis zum bitteren Ende an den Schirm gefesselt.

Man möchte eigentlich sagen, dass die Geschichte etwas weniger verworren als bei „Your Name“ wäre, doch bei genauerem Überlegen ist dem nicht ganz so. Auch wenn man der Handlung jederzeit relativ leicht folgen konnte, darf man sich über einige Abschnitte weiterhin Gedanken machen und vor allem für sich selbst entscheiden, ob das Finale positiv oder eher negativ zu bewerten sei. Hier bin ich nämlich arg geteilter Meinung – was sich mit einem weiteren Durchgang vielleicht ein wenig mehr in meinen Überlegungen nachjustiert.

Fantasievoll und unterhaltsam war das Werk auf jeden Fall. Es gab zwar wenig Action und auch relativ wenig an krassen Wendungen und dennoch fesselte die ungewöhnliche Geschichte. Aufgrund ihrer abgedrehten Thematik war eine Vorherschaubarkeit vergleichsweise schwierig und so wollte man stets wissen, was wohl als Nächstes passieren wird. Bei einigen Szenen war man sich nicht einmal sicher, ob sie echt oder nur Visionen waren – weil irgendwie Beides zum Geschehen gepasst hätte.

Mit knapp zwei Stunden war das Gezeigte nicht zu kurz und nicht zu lang. Man nahm sich ausführlich Zeit um alle Personen zu beleuchten, auch wenn nicht jede derer Aktionen zu Hundertprozent nachvollziehbar waren. Das Hineinversetzen ging trotzdem gut von der Hand – obwohl einige abgedrehte Elemente natürlich den Kern des Konstruktes bildeten.

Die Messlatte lag hoch und das Erreichen oder gar übertrumpfen nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Mit „Weathering“ haben die Macher allerdings erneut spitzenmäßig abgeliefert, ohne an ihrer Bestmarke zu kratzen. Dieser Film ist allerdings in Sachen Story und deren Verlauf kaum mit der Referenz vergleichbar und eine reibungslose Koexistenz somit kein Thema. Jeder, der mit Anime etwas anfangen kann, sollte diesen Streifen unbedingt auf dem Schirm behalten und gerne mal einen Blick wagen.

8/10

Fotocopyright: LEONINE

Godzilla vs. Kong

Inhalt

Da die Riesenechse Godzilla regelmäßig aus dem Meer steigt und das Festland verwüstet, muss eine Waffe gegen das Ungetüm her. Forscher sehen hier den gigantischen Affen Kong als Gegenpart und lassen die Biester aufeinander los…

Fazit

Die letzten Monate waren für Kinofans extrem hart und gute Botschaften eher selten. Während der neue Bond noch immer auf sich warten lässt, erschienen mit „Wonder Woman 1984“ und aktuell „Godzilla vs. Kong“ wenigstens ein paar richtig große Brocken für die heimische Leinwand. Besonders bei zuletzt genannten habe ich mich dann selbst ein wenig gehypt und blicke nun mit gemischten Gefühlen auf die Sichtung am gestrigen Abend zurück.

„Godzilla vs. Kong“ ist an sich kein schlechter Film und bietet jede Menge Fan-Service, doch der Funken sprang nur in wenigen Momenten und dann auch immer nur für kurze Zeit so richtig über. Audiovisuell ist der sicherlich mit das Beste, was ich in den letzten Monaten zu Gesicht bekam, doch die opulenten Eindrücke konnten nicht über etliche Längen hinwegtäuschen.

Der Film plätschert über weite Teile einfach vor sich hin und vermittelt keinerlei neuen Eindrücke oder spannende Twists. Manche Szene hätte meinetwegen komplett der Schere zum Opfer fallen können, denn so richtig brachten sie das Geschehen nicht voran und streckt die Handlung unnötig. Krampfhaft wurden beispielsweise Figuren auf dem Vorgänger („Godzilla 2“) integriert, notwendig wären diese Abschnitte nicht gewesen.

In Sachen Story gibt es nicht viel zu sagen. Sie bildet einen zweckmäßigen Rahmen für das Aufeinandertreffen der Giganten und nicht viel mehr. Man beleuchtet zwar ein wenig die Hintergründe von Kong und dessen Herkunft, liefert dafür ansonsten keine unerwarteten Wendungen oder dergleichen. Gaben sich manche Trailer noch relativ geheimnisvoll, so präsentiert uns das fertige Ergebnis nun eher bodenständige und stellenweise arg vorhersehbare Kost.

Trotz aller Kritik an Handlung und Flow, reißt „Godzilla vs. Kong“ in seinen (eher spärlich gesäten) Actionsequenzen viel heraus. Selten zuvor habe ich ein schöneres 4K- und HDR-Bild auf der Leinwand gehabt und selten waren CGI-Effekte noch eindrucksvoller. Wenn sich die Riesen Kappeln, klappt die Kinnlade herunter und die Konkurrenz bekommt mal gezeigt, wo der Hammer hängt. Alles schaut eindrucksvoll und brachial aus, die Zerstörungsorgie ist phänomenal inszeniert.

Bei diesem Film schlagen definitiv zwei Herzen in der Brust. Auf der einen Seite ist er eine herbe Enttäuschung, doch irgendwie auch nicht der Flop des Jahres. Technisch gehört er zur absoluten Spitze und in wenigen Momenten jubelt der Filmfan vor Freude. Dieses krasse Auf und Ab spricht weder für, noch gegen eine Empfehlung. Wer an der Thematik nicht interessiert ist, sollte den Titel sowieso auslassen – wer sich hingegen an schicker Action erfreut kommt zumindest teilweise auf seine Kosten. Rein vom Inhalt her, hat mir beispielsweise „Skull Island“ mit wesentlich besserer Storyline da schon etwas mehr gegeben. Bild, Ton und CGI sind definitiv Referenz, der Rest leider nicht der Rede wert und überwiegend langweilig erzählt.

6,5/10

Fotocopyright: HBO / Warner

Genug – Jeder hat eine Grenze

Inhalt

Für Kellnerin Slim ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen: Sie hat ihren Traummann gefunden, das gewünschte Traumhaus bekommen und nach der Hochzeit ein gesundes Baby zur Welt gebracht – doch leider wärt dieses Glück nicht für immer. Nachdem sie einer Affäre des Gatten auf die Schliche gekommen ist, beginnt er damit sie zu verprügeln und zu demütigen. Verzweifelt sucht Slim dann Hilfe bei ihren Freunden, aber anscheinend ist ihr Peiniger immer einen Schritt voraus…

Fazit

Das Thema ist wichtig, die Umsetzung hingegen etwas hakelig. Ich rechne den Machern hoch an, sich mit häuslicher Gewalt auseinander gesetzt zu haben und eine halbwegs gelungene Umsetzung erschaffen zu haben – doch am Ende überwogen schon eher die Charakterzüge eines handelsüblichen Thrillers, der lediglich einen mehr oder weniger tiefschürfenden Handlungsrahmen benötigt hat.

Viele Elemente sind absolut nachvollziehbar und gehen unter die Haut, an mancher Stelle jedoch sticht etwas Effekthascherei zu Gunsten der allgemeinen Dramaturgie hervor. Man trieb einige Aspekte arg auf die Spitze und ließ es somit an Glaubwürdigkeit schwinden, obwohl der Inhalt doch so sensibel erscheint und nicht ganz so verwässert werden sollte. Letztlich nickt man diese Momente ab, da wir hier immer noch einen halbwegs leichtgängigen Film und keine moralische Keule vor uns haben.

Für mich galt Jennifer Lopez hier als das Zugpferd schlechthin, da mich das Grundprinzip allein wahrscheinlich nicht zu einer Sichtung überredet hätte. Sie gab die gepeinigte und dann äußerst wehrhafte Ehefrau mit Bravour und viel Empathie, so dass man prima mitfühlen konnte. Am Ende fiel selbst dem Zuschauer ein kleiner Stein vom Herzen – auch wenn das Finale etwas überzogen erschien. Ihre Leistung war jedenfalls sehr gut.

„Genug“ bastelt um ein empfindliches Thema einen soliden Thriller, der mit einer tollen Hauptdarstellerin und einigen klugen Ansätzen glänzen kann. Optisch stilsicher und mit auffallender Musik unterlegt, ergibt sich ein anschaubares Gesamtbild mit Kurzweil – bei dem seine wichtige Message trotz leichtem Beigeschmack dennoch rüber kommt.

6,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Alien vs. Predator

Inhalt

Industriegigant Weyland scharrt eine Truppe Wissenschaftler um sich. Bei Untersuchungen in der Antarktis ist seine Firma auf ein seltsames Bauwerk unter der Erde gestoßen und nun möchte er eine Expedition vor Ort anführen. Voller Euphorie erkennen sie jedoch nicht, dass sie in eine gewaltige Falle und mitten in den Konflikt zweier außerirdischer Rassen laufen…

Fazit

Seinerzeit war der Hype um das Thema noch relativ groß. Es gab zwar schon diverse Comics und Videospielumsetzungen, aber eine Kinoauswertung dieses hübschen Franchise blieb man uns noch schuldig. Entsprechend hoch waren die Erwartungen – und entsprechend groß die Ernüchterung. „Alien vs. Predator“ war sicherlich kein schlechter Film und voller stimmiger Momente, doch schon damals erschien viel Potential verschenkt, welches auch die Fortsetzung nicht abschöpfen konnte.

In meinen Augen ist der Streifen über die Jahre allerdings etwas gereift. Natürlich gehört er nicht zu den absoluten Spitzentiteln und wird es auch nie tun, aber sein Unterhaltungswert ist schon ganz in Ordnung. Die Gefechte zwischen den Kreaturen wurden hübsch und brachial inszeniert, lediglich das Finale hätte da gerne bombastischer ausfallen dürfen.

Spannungsaufbau, Kulissen, Kostüme und Darsteller gingen voll in Ordnung, auch wenn es bei der Figurenzeichnung etwas schablonenartig zur Sache ging. Manche eingestreuten Gags hätte man sich ebenfalls sparen können, richtig nervig waren sie aber glücklicherweise nicht. Der Erzählfluss war gut, die Gliederung der Ereignisse sehr übersichtlich.

Lieder hapert es ein wenig beim Tiefgang. Man konnte sich kaum mit den Figuren identifizieren und deren Dialoge konnte man großenteils ignorieren. Es wurden im bekannten Universum keine neuen Fakten geschaffen, keine überraschenden Wendungen inszeniert. Alles lief nach vorhersehbarem Schema und wollte stets auf „Nummer sicher“ gehen. Man lieferte Standardkost, wagte nichts Abseits diverser Vorlagen.

Um ehrlich zu sein, hätte ich selbst keinen Plan, wie das Aufeinandertreffen der ikonischen Bösewichter am besten ausgeschaut hätte. Der Film war zwar nicht schlecht, doch irgendwie hat der gewisse Kick oder besondere „Aha“-Effekte einfach gefehlt. Ich weiß nicht genau was – aber irgendwas hätte man noch aus dem Ärmel hervorzaubern müssen oder zumindest den Endkampf weitaus spektakulärer gestalten müssen. Zum Teil haben mir die kleineren Rangeleien im Laufe der Hatz innerhalb der Pyramide deutlich besser gefallen. Das Tempo war höher, die Aufmachung dort viel gelungener.

Fans der Ungetüme kommen in einigen Momenten sicherlich auf ihre Kosten. Seine insgesamt berechenbare und wenig mutige Art hebt die Produktion allerdings nicht aus dem gehobenen Mittelmaß empor und spricht in erster Linie Freunde seichter Sci-Fi-Kost an. Der Unterhaltungswert passt schon, doch irgendwie schwankt immer das Gefühl über verpasstes Potential mit. Mit den ersten beiden „Alien“-Filmen oder dem Erstling von „Predator“ sind Neueinsteiger noch immer weitaus besser beraten.

7/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

Eurotrip

Inhalt

Scott hat ein gewaltiges Problem: Bis dato hielt er seinen Brieffreund aus Deutschland für einen Mann und nach einer üblen Beleidigungsattacke hat er erkannt, dass sich eine heiße Blondine hinter dem zweideutigen Namen verbirgt. Da die Dame nicht mehr auf seine eMails reagiert, beschließt Scott mit seinem besten Freund kurzerhand einen wilden Ferientripp nach Berlin zu unternehmen…

Fazit

An die erste Sichtung dieses kuriosen Werke kann ich mich noch echt gut erinnern. Ich habe von meiner Cousine die amerikanische DVD weit vor dem bekannt werden eines deutschen Releases erhalten und war von dem unbekannten Titel direkt hin und weg. Ohne große Erwartungen hat mich das Ding mit seiner eigenwilligen Art gepackt und schon seinerzeit zum Tränenausbruch durch übermäßiges Lachen bewogen – was erstaunlicherweise aktuell noch immer der Fall ist.

Die Story ist so simpel, wie genial und unglaublich effektiv. Man spielt ständig mit irgendwelchen Vorurteilen, ohne dabei allzu heftig auf die Füße anderer Nationen zu treten. Im Grunde ist der Film eine komplette Entlarvung vieler amerikanischer Denkweisen und deren plakative Umsetzung einfach nur famos. Man kann sich perfekt vorstellen, welche Bilder die meisten Amis wohl über Europa und dessen Bevölkerung im Kopf haben.

Jede Station hat ihre eigenen Klischees, die meist doch ziemlich gut treffen. Seien es Fußball-Prolls aus England, kriegsähnliche Zustände im veralteten Osteuropa oder der blonde Recke aus Deutschland – kein Ressentiment wird ausgelassen und nicht auch bis zur absoluten Spitze getrieben. Genau hierdurch funktioniert das Gezeigte dann so wunderbar und alles greift perfekt ineinander. Man nimmt sich selbst nicht zu ernst und zog alle Gags in voller Konsequenz durch – inklusive wiederholender Kalauer, wie beispielsweise dem Titelsong – der uns als echter Ohrwurm in unterschiedlichen Ausprägungen stets begleitet.

Mit seiner lockeren Art und den extrem charmanten Darstellern, kommt man schnell ins Geschehen rein und wird in einen angenehmen Sog gezogen. Sicherlich zielte alles auf ein fröhliches „Happy-End“ ab, doch auch hier war der berühmte Weg das eigentliche Ziel. Der Verlauf war so extrem lustig und kurzweilig, dass man gerne ein paar Kröten geschluckt hätte. Dazu gesellten sich ein paar mehr oder weniger dezent verpackte Gaststars, die ebenfalls immer für einen Lacher gut waren – und urkomische Situationen, die zum Teil einfach falscher Übersetzungen geschuldet waren.

Vor Kurzen erst hatte ich die Diskussion über Filme aus der Jugend. Während vermeintliche Jugendklassiker wie „American Pie“ heutzutage einfach nicht mehr zünden, treffen Streifen wie „Eurotrip“ mit ihrer positiven Dämlichkeit noch immer ins Schwarze. Sicherlich geht es auch hier arg pubertär zur Sache, doch irgendwie haben sich manche Szenen dermaßen nachhaltig im Hirn eingebrannt, dass man sie nicht missen möchte und sich jedes Mal köstlich darüber amüsiert.

Normalerweise bewerte ich Filme recht rational und versuche stets ein faires und hoffentlich auch nachvollziehbares Urteil zu fällen, doch bei „Eurotrip“ schwingen schlichtweg zu viele lustige Erinnerungen und Emotionen mit. Ich kann diesem Titel für seinen ultimativ hohen Unterhaltungswert einfach keine mittelmäßige Bewertung geben und lehne mich mit einer 8,5 von 10 wahrscheinlich sehr weit aus dem Fenster. Lasst euch nicht irritieren, schaut vielleicht mal einen Trailer und entscheidet dann selbst, ob ihr mit dem eigenwilligen Humor überhaupt zurecht kommt und diese Komödie etwas für euch ist.

8,5/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Speed

Inhalt

Die Polizei bekommt den Hinweis, dass in einem Linienbus eine Bombe versteckt sei und diese zündet, sobald er weniger als 50 Meilen auf dem Tacho hat. Polizist Jack Traven vermutet hinter diesem perfiden Akt einen alten Widersacher und bringt sich erst einmal an Board des gefährlichen Fahrzeugs…

Fazit

Es ist schon ein paar Jahre her, aber ich kann mich noch gut erinnern, als „Speed“ damals ins Kino kam und welch Werbekampagnen oder „Making ofs“ im Fernsehen zu bestaunen waren. Der Film war eine recht große Nummer und für damalige Verhältnisse schon top besetzt. Der Plot war noch relativ frisch – und zog über einen längeren Zeitraum noch etliche mehr oder weniger gelungene Nachahmer mit sich.

Noch heute gefällt das Spektakel ziemlich gut und vor allem der kurzweilige Verlauf vermag noch immer ordentlich zu punkten. Das Tempo ist genau richtig und der Cast noch immer sehenswert. Besonders toll wirken die handgemachten Effekte und Stunts, die nicht mit übertriebenen CGI aufwarten und hierdurch auch gar nicht mal so schlecht gealtert sind.

Die Story und deren Entwicklung ging in Ordnung. Obwohl die Prämisse und einige Ideen recht originell waren, litt immer die Glaubwürdigkeit – welche im Kopf einfach mal bei Seite gelegt werden muss. Der Film bezieht seinen Unterhaltungswert durch hohes Tempo und den verrückten Aktionen während der wilden Fahrt, welche im Grunde gar nicht mal so absurd erschienen. Man konnte eigentlich alles ganz gut nachvollziehen und im Rahmen eines simplen Actionstreifens doch recht gut verdauen.

Bullock und Reeves bildeten damals ein schönes Paar, welches sich über die Jahre nicht zum ersten Mal filmisch über die Füße lief. Die Beiden harmonierten gut miteinander, wobei ich den Machern anrechne, es lediglich beim leichten flirten zu belassen und keine unnötige Romanze etabliert zu haben. Hopper gab natürlich einen überragenden Bösewicht, während Jeff Daniels vor allem mit seinen Grimassen im Gedächtnis blieb.

Durch seine liebevolle Machart wirkt „Speed“ weit weniger angestaubt, als zunächst befürchtet und der Spaßfaktor ist dank gehörigem Charme der 90iger sowieso zugegen. Er reiht sich definitiv in die Riege der Evergreens ein und landet in regelmäßigen Abstand gerne im Player. Er gehört zwar nicht zu meinen absoluten Favoriten, doch hat er irgendwo schon einen Stein im Brett. Solide Action bleibt solide Action.

7,5/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

The Last Passenger

Inhalt

Eine Zugfahrt wird für einen Vater mit seinem Sohn zu einem Alptraum. Zunächst verläuft alles unauffällig und eine nette Bekanntschaft sorgt überdies für gute Stimmung, doch plötzlich wird der Schaffner vermisst und der Zug scheint nicht mehr anhalten zu wollen…

Fazit

Ich habe „The Last Passenger“ bereits vor einigen Jahren schon einmal gesehen und nahezu komplett vergessen. Das muss nicht immer Schlechtes bedeuten, allerdings – wie in diesem Fall -, dass es sich um einen eher mittelprächtigen Streifen handelte und erinnerungswürdige Momente äußerst rar gesät waren.

Fangen wir aber beim Positiven an. Der Cast war durchwegs sympathisch und das zuweilen eher unbedeutende Geplauschte nicht unbedingt langweilig. Die Immersion von einer ständigen Zustand war ziemlich gelungen und die Effekte waren gut. Gerade gegen Ende, wo es dann etwas Action und ein paar Flammen gab – da schaute alles recht schick aus und gab keinen Grund zur Klage.

Was mir hingegen nicht so gut gefiel, war der eher enttäuschende Abschluss eines bis dato ansprechenden und nicht unbedingt langweiligen Verlaufs. Stellenweise tröpfelte das Geschehen zwar etwas vor sich hin, insgesamt überzeugte jedoch die nette Grundstimmung und der solide Spannungsaufbau. Die Macher haben in meinen Augen jedoch keine allzu brillante Auflösung konstruiert und so etwas Kredit verspielt.

Sicherlich wollte man die genaueren Hintergründe im Dunkeln lassen und sich rein auf den gebotenen Thrill konzentrieren, doch ich bin ein Freund von halbwegs bemühten Erläuterungen. So hätte ich mir gerne ein greifbares Motiv oder sonst welche Motivationen gewünscht – schwierig zu umschrieben, da ich möglichst wenig von der Handlung verraten möchte.

„Last Passenger“ ist wahrlich kein schlechter Film, hat gute Momente und lobenswerte Ansätze. Leider hakelt es bei der Geschichte bzw. deren Auflösung und der große Knall blieb am Ende einfach aus. So wird das Werk bestimmt schnell wieder vergessen und vielleicht in einigen Jahren erneut für gemischte Gefühle sorgen.

6,5/10

Fotocopyright: LEONINE

The Little Things

Inhalt

Eine Serie von grausamen Morden an jungen Frauen bringt zwei ungleiche Cops auf die gleiche Spur. Sie arbeiten fortan mehr oder weniger gemeinsam an dem Fall und haben auch irgendwann einen Verdächtigen im Visier. Die Beiden sind sich um seine Schuld recht sicher, doch die offizielle Beweislage ist nicht eindeutig…

Fazit

Allein beim Cast habe ich vor der Sichtung des Trailers schon leichte Schnappatmung bekommen. Denzel Washington, Rami Malek und Jared Leto gemeinsam in einem Film ist schon ziemlich beeindruckend und da ist der Inhalt zunächst fast schon Nebensache. Zwar ist unterm Strich kein allzu schlechtes Ergebnis herausgekommen, doch abseits der großen Namen herrschte etwas Ernüchterung.

Die Story ist an für sich nicht übel und bietet eine gute Ausgangslage für spannende Ermittlungen. Dazu gesellt sich ein zuweilen recht düsterer Look, der fast ein wenig an „Sieben“ erinnerte und das Treiben angemessen unterstreicht. Leider hapert es ein bisschen am Erzählfluss beim dem sich kleinere Längen immer mal wieder in den Vordergrund drängten und sogar bei entscheidenden Momenten Einzug hielten.

Im einen Moment ist das stimmige Treiben noch sehr spannend und interessant, doch im nächsten Augenblick empfand ich so manchen Dialog einen Ticken zu ausufernd. Selbst bei Schlüsselmomenten wirkt dieses Verhältnis nicht ganz ausgewogen und man bringt sich selbst um einen entscheidenden Knall beim Finale. Wirklich schade, da sonst alles gefällig und halbwegs nachvollziehbar konstruiert wurde.

Obwohl die Schauspieler allesamt ihre hohen Erwartungen erfüllten, hat mir besonders bei Leto das letzte Quäntchen Durchgeknalltheit gefehlt. Er gibt den Verdächtigen schon ziemlich gut, doch irgendwie hätte er mit seinen Dialogen und Gestiken noch schräger rüberkommen dürfen – doch vielleicht hatte ich bei ihm nur ein zu starkes Bild vom „Joker“ im Hinterkopf.

Mit knapp über zwei Stunden ist „The Little Things“ eigentlich nicht zu lang, doch mit kompakteren Konversationen und vielleicht ein wenig Action hätte man den Thrill schon aufwerten können. So blieb ein toll besetzter und durchaus solider Titel, der allerdings hinter seinen Möglichkeiten zurück blieb.

7,5/10

Fotocopyright: Warner

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