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Kategorie: Filmbesprechungen (Seite 2 von 15)

Die Truman-Show

Inhalt

Wohlbehalten und im guten Glauben ist Truman Burbank in der Kleinstadt Seaheaven aufgewachsen und hat Kariere bei einer Versicherungsgesellschaft gemacht. Er ahnt nicht, dass die Welt um ihn herum Fassade ist und seine Freunde eigentlich nur Statisten sind. Truman befindet sich in seiner eigenen Fernsehshow, die nunmehr seit 30 Jahre erfolgreich ausgestrahlt wird und nicht mehr frei von Fehlern ist. Langsam, aber sicher misstraut der Hauptprotagonist der heilen Welt und testet seine Grenzen aus…

Fazit

Bei Jim Carry ist es bei mir so ähnlich wie mit Tom Hanks: ich fand früher schon einige Streifen durchaus in Ordnung, doch so richtig konnte ich mich mit den Schauspielern nicht anfreunden. Über die Jahre hat sich allerdings meine Liebe zum Film an sich weiter verfestigt und so manche Darsteller habe ich umso mehr zu schätzen gelernt. Während Hanks nunmehr einer meiner absoluten Lieblinge ist, weiß ich nun vor allem die weniger platten Werke von Herrn Carry mehr anzuerkennen.

Die Truman-Show ist einer jener Klassiker, die zwar technisch leicht angestaubt, inhaltlich aber noch immer frisch erscheinen. Die Idee mit einer Reality-Show um einen Menschen wirkt sicherlich auf den ersten Moment befremdlich, ist dann letztlich gar nicht mehr so weit vom aktuellen Geschehen entfernt und eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Irgendwann sind die einfühlsam geschilderten moralischen Elemente gebrochen und wir erleben vielleicht wirklich so eine abstruse Sendung.

Richtig gut haben mir besonders die Einblicke hinter die Kulissen gefallen. Eindrucksvoll werden Zahlen und Aufwände präsentiert, so dass das Szenario immer glaubwürdiger erschien. Die Macher haben sich um den Rahmen sichtlich Gedanken gemacht und ein durchaus authentisches Setting abgeliefert.

Carry spielt hervorragend und gibt in keiner Sekunde nur einen kleinen Zweifel seiner Unkenntnis. Mit einer unbeschwerten Weise macht er Freude, ohne dabei in jedwede Blödelei abzudriften. Er agiert vergleichsweise ernst und zeigt somit erst recht, was er auf dem Kasten hat. Der restliche Cast ist ebenfalls in Ordnung, von Ed Harris hätte ich gerne noch etwas mehr gesehen – aber seine Figur stand ja auch nicht so sehr im Vordergrund und damit war es okay so.

Zur „Truman-Show“ muss man eigentlich nicht mehr viel schreiben. Film oder zumindest das Konzept ist so bekannt, wie sehenswert umgesetzt. Carry macht auf eher ungewohnte Weise mächtig Spaß und stellt das erwartungsgemäße Highlight einer unterhaltsam inszenierten Story – die bis zum Ende einfallsreich, glaubwürdig und liebenswert umgesetzt wurde. Technisch zwar nicht mehr ganz Up-To-Date, empfehlenswert auf jeden Fall weiterhin. Danke an Netflix (unbezahlte Werbung) für diesen Klassiker.

7,5/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

Männer

Inhalt

Ein über die Jahre nicht immer treuer Ehegatte wird von der Affäre seiner Frau überrascht und vollkommen vor den Kopf gestoßen. Aus Trotz zieht er direkt ins Hotel und weiß, dass dies auch keine Dauerlösung darstellt.

Eines Tages folgt er dem Liebhaber seiner Ex und quatscht ihn spontan an. Er gibt sich jedoch nicht zu erkennen und schafft es sogar, sein neuer Mitbewohner zu werden. Eine seltsame Freundschaft nimmt ihren Lauf…

Fazit

Die Geschichte klingt schon ein wenig an den Haaren herbeigezogen, stellt jedoch eine schöne Grundlage für eine launige Charakterstudien par exellance und gefällt mit hohem Unterhaltungswert.

Insbesondere bei den Darstellern macht sich zwar das Alter des Titel bemerkbar, doch der guten Unterhaltung tut dies keinen Abbruch. Die eher klassische und weniger technisch geprägte Inszenierung macht Spaß und geht jederzeit gut voran. Alles wirkt herrlich altbacken und dennoch verhältnismäßig hochwertig in Szene gesetzt – und irgendwie immer zum Wohlfühlen.

Uwe Ochsenknecht und Heiner Lauterbach zeigen sich von Ihrer besten Seite und liefern sich amüsante Wortgefechte, die stellenweise gar nicht mal so dumm sind. Auf den ersten Blick wirken manche Elemente wie Blödeleien, beim genaueren Hinsehen sind sie jedoch mit Lebensweisheiten und entlarvenden Beobachtungen bestückt. Hinter der unbeschwerten Fassade werden emotionale Themen angesprochen und mit Feingefühl abgehandelt. Dabei geht es nie zu moralisch und deprimierend zu – die Kurzweil passt und der Spaßfaktor auf beiden Seiten (die der Darsteller und die des Zuschauers) ist vorhanden.

Deutsche Produktionen sind immer ein Fall für sich und gerade bei Komödien sind sie oft ein zweischneidiges Schwert. Während mir die weichgespülten Werke der letzten Jahre weniger gefielen, danke ich Netflix für das Anbieten von Klassikern – wie eben diesen. „Männer“ ist geschickt geschrieben, sehenswert gespielt und hält launig präsentierte Tipps für den Alltag bereit. Kurzum: dieser Film ist absurd, trotzdem nachvollziehbar, unerwartet tiefgängig und dabei noch so locker unterhaltsam. Wer solchen Titeln nicht abgeneigt ist, sollte ruhig mal (wieder) reinschauen. Bei mir muss es jedenfalls nicht immer Hollywood oder Schweighöfer sein.

7/10

Fotocopyright: Constantin Film (Universal Pictures)

Fatal Affair

Inhalt

Eine erfolgreiche Anwältin trifft per Zufall eine Bekanntschaft aus der Jugend wieder. Spontan verabreden sich die Beiden zum gemeinsamen Abendessen und alte Sympathien entfachen. Obwohl die Dame schon lange verheiratet ist, geraten ihre Gefühle ins Schwanken. Bald jedoch zeigt die Affäre ihr wahres Gesicht…

Fazit

Über „Fatal Affair“ muss man eigentlich nicht viel schreiben. Netflix präsentiert uns hier einen Thriller, der sich durchwegs an bekannten Mustern bedient und keinerlei Alleinstellungsmerkmale aufzubieten hat.

Die Darsteller machen ihre Sache allesamt recht gut, können sie jedoch nicht über die ausgelutschte Handlung hinwegtäuschen. Man hat alles irgendwo schon einmal gesehen und der Spannungsbogen hält sich somit stark in Grenzen. Am Ende kommen dann noch die mangelnde Innovation hinzu, die dem Streifen keinerlei eigenen Stempel aufzudrücken vermag. Egal wo – Nirgends ließ man eigene Elemente einfließen.

Für eine unterm Strich gnädige Bewertung spricht eigentlich nur der relativ solide Unterhaltungsfaktor. Die Filmlänge ist mit knapp 1,5 Stunden in Ordnung und trotz der fehlenden Neuerungen durchwegs unterhaltsam gemacht. Man ärgert sich zwar über Altbewährtes, fühlt sich dennoch ganz okay bei Laune gehalten.

Einen Preis für neue Geschichten oder überragende Wendungen wird „Fatal Affair“ sicherlich nicht erhalten. Die Patzer werden durch nette Figuren und eine durchwegs stimmige Inszenierung jedoch halbwegs kaschiert und so bleibt mein Eindruck durchwachen. Die hervorragende technische Seite rettet ebenfalls noch ein paar Punkte. Genrefans schauen rein – dürfen sich aber nicht wegen der fehlenden Innovation beschweren.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

Desperados

Inhalt

Endlich hat Wes den Mann ihres Lebens gefunden. Dumm nur, dass er sich für ein paar Tage nicht meldet und sogleich eine böse eMail geschickt bekommt. Als Wes erfährt, dass er wegen einem Unfall verhindert war und keineswegs das Interesse an ihr verlor, bereut sie ihren Schrieb. Gemeinsam mit Ihren besten Freundinnen macht sie sich auf einen Roadtrip zur Verhinderung der Sichtung seiner Nachrichten…

Fazit

Wer den Filmtitel mit einem Klassiker mit Banderas assoziiert, schwimmt in etwa auf einer Welle mit mir. Bei diesem „Desperados“ hingegen handelt es sich um eine flache Komödie von Netflix – bei der sicherlich weniger Anschaupflicht als beim nahezu gleichnamigen Streifen von Robert Rodriguez besteht.

Was Netflix uns diesmal präsentiert, bedient sich teilweise äußerst ungeniert bei anderen Werken und bietet insgesamt zu wenig Eigenständigkeit oder neue Akzente. Die Gesichte kennen wir beispielsweise von „Road Trip“ – nur, dass hier eine Videokassette gegen eine eMail ausgetauscht wurde und auch der Rest wirkt – abgesehen von den hübschen Darstellern – zu keiner Zeit besonders frisch.

Die Gags zünden nur selten und bieten keine Schenkelklopfer, die in Erinnerung bleiben. Hin und wieder ringt man sich ein kleines Lächeln ab, weitestgehend plätschert das Geschehen einfach nur vor sich hin und die Frage nach der Sinnhaftigkeit bleibt stets im Hinterkopf bestehen.

Was haben wir uns damals bei „Road Trip“ und Konsorten amüsiert… Heutzutage möchte man diese Werke jedoch lieber als unterhaltsam im Hinterkopf behalten, denn Filme wie „Desperados“ machen klar, das so schwache Stories nicht mehr zeitgemäß sind. Was Netflix uns hier diesmal auftischt ist sicherlich kein Totalausfall und geht für Zwischendurch irgendwo klar, aber eine echte Empfehlung vermag ich nicht auszusprechen. „Desperados“ bietet anschaubare Figuren und eine hochwertige Inszenierung – was unterm Strich dank des leidlich unterhaltsamen Verlaufs leider keine Höchstwertung mehr herausholt.

4/10

Fotocopyright: Netflix

Cube

Inhalt

Eine Gruppe wild zusammengewürfelter Menschen erwacht in einer Art Labyrinth. Es handelt sich jedoch um kein klassisches Modell, sondern einer Anordnung von würfelförmigen Räumen, die ihre Konstellation verändern. In manchen befinden sich tödliche Fallen, andere wiederum die Aussicht auf einen Ausgang…

Fazit

Dank Netflix bin ich nach etlichen Jahren endlich mal wieder in den Genuß von „Cube“ gekommen. Ich weiß noch, wie wir uns damals die Videokassette aus der Videothek ausgeliehen haben und seitdem ist er erstaunlicherweise auf keinem Medium in die Sammlung gewandert.

Heutzutage sieht man der Produktion das niedrigere Budget mehr, als damals an – was dank seiner interessanten Handlung jedoch noch immer zu vernachlässigen ist. Das Kammerspiel klappt über weite Teile recht gut und hält den Zuschauer immer an der Hand. Ein roter Faden ist zwar jederzeit ersichtlich, allerdings kein allzu befriedigendes Finale.

Man erahnt mit fortschreitender Handlung, wie die Sache wohl ausgehen bzw. wer überlegen könnte, trotzdem bleibt man mit gemischten Gefühlen zurück. Eine richtige Aufklärung bleibt man dem Publikum schuldig und die Sinnhaftigkeit damit in der Schwebe. Immerhin machen die Darsteller ihren Job weitestgehend gut und laden zum Mitfiebern ein. Deren Tode sind dann recht kreativ und gemessen an den finanziellen Mitteln ganz nett umgesetzt. Die Synchro hat auch gepasst.

„Cube“ war seinerzeit kein absoluter Überflieger, konnte aber Aufmerksamkeit bei Filmfans erlangen und sogar ein paar Fortsetzungen mit sich ziehen. Mir hat der Titel laut meinen Erinnerungen ganz gut gefallen, mittlerweile ist er noch nur „ganz okay“. Er lebt von seiner witzigen Grundidee und hält trotz kleiner Längen passabel bei Laune.

6,5/10

Fotocopyright: WVG Medien GmbH

The Old Guard

Inhalt

Eine Eliteeinheit sorgt seit Jahrhunderten für ein wenig Ordnung in der Gesellschaft. Sie befreit Geiseln oder versucht mit anderen Dingen zu helfen. Ein großer Konzern ist dem Trupp jedoch auf die Schliche gekommen und möchte sich deren Unsterblichkeit zu Nutze machen…

Fazit

Bei der Kombination „Netflix“ und „Charlize Theron“ konnte eigentlich wenig schief gehen, doch unterm Strich enttäuschte das Ergebnis allerdings.

Die Geschichte gab sich im Grunde ganz solide und bot einen brauchbaren Rahmen – der leider nicht immer optimal genutzt wurde. Neben einigen wirklich guten Actionpassagen schlichen sich immer wieder kleinere Längen und unnötig ausufernde Dialoge ein.

Das gar nicht mal üble Grundgerüst wurde insgesamt zu wenig ausgereizt, was für mich die vielleicht größte Enttäuschung darstellte. Der vermeintliche Bösewicht erschien trotz fieser Aktionen irgendwo viel zu zahm und oberflächlich dargestellt. Zwar begründete seine Gier seine Motivation, überzeugen vermochte deren Inszenierung aber nicht. Höchstwahrscheinlich lag es einfach an seinem blassen und wenig charismatischen Gesichtsausdruck.

Es tat mir schon fast weh, Frau Theron in diesen Outfits und diesem Styling zu sehen. Ähnlich wie bei „Aeon Flux“ ging es kreativ, aber eher zum Fremdschämen zur Sache. Sie bewies etwas Mut zur Hässlichkeit – was sie durchaus aus anderen Titel („Monster“) allerdings schon gewohnt ist und irgendwo von ihrem Können zeigt. Der Rest vom Fest war (bis auf den Gegenspieler) ganz in Ordnung, rief aber keine Begeisterungsstürme hervor.

Wer mit der Story etwas anfangen kann und bereit für ein paar Längen und Ungereimtheiten ist, bekommt mit „The Old Guard“ einen durchschnittlichen Genrebeitrag – der als Inklusivtitel bei Netflix wenigstens kein Geld kostet. Der Streifen ist insgesamt okay, in Anbetracht seiner Bestandteile hätte ich jedoch weitaus mehr erwartet. Zum Weggucken durchaus geeignet.

6/10

Fotocopyright: Netflix

VFW

Inhalt

Eines Abends flüchtet ein junges Mädchen in die Kneipe alter Kriegsveteranen. Sie hat einem Gangsterboss eine Menge Stoff entwendet – woraufhin dieser seine finsteren Gefolgsleute entsendet. Da die alten Herren gar nicht an Herausgabe der Gesuchten denken, beginnt eine blutige Schlacht…

Fazit

Für Filme wie „VFW“ bin ich irgendwie nicht (mehr) gemacht. Er bettet mehr oder minder lustige Splattereffekte in eine dürftige Handlung und versucht so seine knappen 90 Minuten Laufzeit zu überbrücken. Er lebt dabei hauptsächlich von einem Aufgebot an Darstellern – die letztlich auch für mich das größte Highlight darstellen.

Es gibt Momente, wo der Streifen durchaus Spaß macht. Seine schnörkellose Machart erinnert an die guten Action-Titel der 80iger und seine flachen Dialoge ebenso. Die Charaktere wirken übertrieben cool und dabei angenehm kantig – doch unterm Strich war mir das eindeutig zu wenig.

Nicht alle Gags vermochten zu zünden und so ganz konnte man den alten Recken nicht alles abkaufen. Mehr noch als bei „Expendables“ fühlten sich die Figuren zu „abgefuckt“ an und so traute man ihnen die aufzeigte Action nicht unbedingt zu. Stephen Lang, William Sadler und Fred Williamson sind zwar kultige Typen, hier jedoch einen Hauch zu kaputt, um irgendwie glaubwürdig zu sein.

Audiovisuell gab es in erster Linie dunkle Bilder und eine eigentlich ganz solide „Schmudeloptik“. Der Sound war eher unauffällig, fetzte im Gemetzel ganz gut. Die Bildqualität war dafür eher durchwachsen, passte so aber zum Retro-angehauchten Rest.

„VFW“ ist sicherlich ein launiger Kracher in gepflegter (alkoholisierter) Herren-Runde, jedoch ganz mein Fall für mal eben Zwischendurch. Früher hätte ich dem Titel wahrscheinlich wesentlich mehr abgewinnen könnte, heute bleibt abseits der charmanten Ansätze allerdings kein Werk, welches unbedingt in die Sammlung wandern muss. Beinharte Fans nehmen ein paar Macken in Kauf und freuen sich über Helden aus der Jugend – wenngleich der Streifen manchmal etwas langatmig daher kommt.

4/10

Fotocopyright: Alive

Possession – Das Dunkle in dir

Inhalt

Nach der Scheidung hat Clyde endlich wieder ein neues Haus gefunden, um seine Kinder regelmäßig zu sich zu holen. Alle sind bester Laune, bis Tochter Emily plötzlich seltsame Verhaltenszüge aufweist. Möglicherweise hat eine sonderbare Kiste von einem Flohmarkt etwas damit zu tun…

Fazit

Normalerweise sind Filme mit Horror-Häusern oder Grusel-Kindern nicht ganz mein Thema, da sie oft einfach nur langweilig und uninspiriert daher kommen. Es gibt wenige Ausnahmen und „Possession – Das Dunkle in dir“ fällt glücklicherweise in diese Kategorie.

Ob sich die Handlung wirklich an wahren Begebenheiten orientiert, ist mir relativ egal. Die meisten solcher Titel behaupten so etwas von sich und von daher gibt es diesbezüglich keine Sonderpunkte von mir. Wie dem aber auch sei, die Geschichte ist bodenständig, unaufgeregt und dennoch sehr kurzweilig. Dank einer schönen Inszenierung und hervorragenden Darstellern kann man sich gut „fallen lassen“ und dem durchaus spannend gestrickten Verlauf folgen.

Zum Gelingen tragen natürlich die Darsteller ihren Teil bei – und genau hier liegt dann letztlich auch die allergrößte Stärke bei diesem Werk. Insbesondere die jungen Darstellerinnen überzeugen auf ganzer Linie und sorgen mit ihrer Gestik immer mal wieder für leichte Schauer. Sie halten die Balance aus „Gruselkindern“ und sympathischen Wesen wunderbar und verleihen der eher flachen und fast schon ausgelutschten Handlung neue Akzente.

Außer einer flachen Story, die durch geschickte Inszenierung und tolle Charaktere am Leben blieb, vermag ich zu „Possession – Das Dunkle in dir“ gar nicht zu sagen. Diese Art von Film ist und bleibt Geschmackssache, dürfte bei Genreliebhabern dennoch ordentlich punkten. Er hebt sich durch seine Figuren schon von ähnlich gelagerten Titeln ab und konnte mich zumindest kurzweilig (und bei einer einmaligen Sichtung) prima an den Schirm fesseln. Sicherlich kein Streifen fürs regelmäßige Anschauen, definitiv einer der besseren in seinem Fach.

7/10

Fotocopyright: STUDIOCANAL

Artemis Fowl

Inhalt

Völlig überraschend wird der Vater vom 12jährigen Artemis von den Behörden verhaftet. Um das Geld für dessen Kaution aufzutreiben, erinnert sich der hochbegabte Junge an die mystischen Geschichten aus seiner Jugend und versucht zur Lösung einen Weg ins Reichen der Elfen und Feen zu finden…

Fazit

„Artemis Fowl“ ist so ein Film, der mit gespaltenen Gefühlen zurück ließ. Auf der einen Seite weil die aktuelle Kinosituation für diese Produktion arg ungünstig ausfällt, auf der anderen Seite weil das Resultat – zumindest für mich – keinen Gang in das teure Lichtspielhaus gerechtfertigt hätte.

Augenscheinlich teuren und toll gemachten Effekten steht eine wirre und schwierig nachvollziehbare Handlung gegenüber. Trotz netter Stimme aus dem Off bleiben manche Zusammenhänge nicht vollends logisch oder sonstwie glaubwürdig gestaltet. Vielleicht lag es aber auch an mancher Länge, die dem bunten Treiben immer wieder in Beine grätschte und aufkommendem Genuss den Nährboden strittig machte.

Die Geschichte plätscherte vor sich hin und blieb fast durchwegs unspektakulär. Gab es dann mal sowas wie Action, wurde der Bildschirm mit den schrägsten Kreaturen zugeballert und die Übersicht litt. Allgemein konnte ich mich schwerlich mit dem – im Grunde genommen witzigen – Setting anfreunden und hätte mir jederzeit mehr Kurzweil gewünscht.

Bei den Darstellern ist Regisseur Kenneth Branagh auf Nummer sicher gegangen und verpflichtete neben eher unbekannten Jungdarstellern auch Altstars wie Colin Farrell oder Judi Dench. Da allesamt Ihre Aufgabe recht gut erfüllen, ist es umso trauriger dass sie in so eine schlecht ausbalancierte Rahmenhandlung hineingepresst wurden. In meinen Augen konnte hier Niemand sein volles Potential entfalten und höchstens durch unfreiwillig komisches Kostümdesign in den Vordergrund preschen.

Ich kann es drehen und wenden, wie ich will. Mir fällt schwer ein gutes Haar an „Artemis Fowl“ zu lassen. Technisch hab sich das Werk äußerst hochwertig und einem Blockbuster gerecht, doch bei den inneren Werten wollte kein freudiger Funken entflammen. Entweder war die Geschichte zu langweilig, zu verwirrend oder schlicht zu überladen. Für mich unterm Strich ein (höchstwahrscheinlich kostspieliger) Flop, durch seine Streaming-Veröffentlichung aber dennoch auf bestem Wege ein geeignetes Zielpublikum zu finden.

4,5/10

Fotocopyright: Disney

365 Days

Inhalt

Getreu einer alten Saga hält Gangsterboss Massimo seine Angebetete Laura ein ganzes Jahr als persönliche Geisel und hofft, dass sie sich während dieser Zeit in ihn verliebt. Er erfüllt der Dame zwar alle Wünsche, lässt sie jedoch nicht von seiner Seite weichen…

Fazit

Eigentlich hat mich „365 Days“ zunächst gar nicht so interessiert, doch der allgemeine Medienrummel hat mich dann schon zur Sichtung überredet. Auch hier gilt, das mal wieder mehr Aufruhr als nötig gemacht wurde – die eigentliche Botschaft hinter dem Werk dennoch etwas fragwürdig erscheint.

Besonders die technische Inszenierung sollte man in den Vordergrund rücken, war sie letztlich doch die größte Stärke an diesem Titel. Tolle Aufnahmen vermittelten abseits einiger dämlicher Handlungsabschnitte schon irgendwo Urlaubsfeeling und zeugten vom Können der Macher auf diesem Sektor.

Neben der hervorragenden visuellen Seite gibt es jedoch hauptsächlich negative Kritik zu verrichten. Die Geschichte ist simpel, fast schon frauenfeindlich und insgesamt wenig gehaltvoll. Deutliche Anleihen bei „Shades of Grey“ vermag man noch zu verkraften, wie hier teilweise mit Menschen umgegangen wird eher weniger. Man schien rein auf Empörung aus zu sein – um damit Unzulänglichkeiten zu kaschieren.

Die Aussage sich mit Gewalt alles nehmen zu können ist dumm und besonders in heutigen Zeiten einen Fingerzeig wert. Große Hasstriaden oder Boykotte würde ich allerdings nicht vom Zaun brechen – gilt diese Art von Provokation um Aufmerksamkeit zu generieren und mehr Zuschauer zum Anschauen zu überreden. Hat ja auch bei mir ganz gut geklappt.

Die Schauspieler waren in erster Linie hübsch und agierten bestenfalls überdurchschnittlich. Besonders der männlichen Hauptfigur konnte man die Rolle schon irgendwo abkaufen – übertriebene Gestiken gab es von seiner Seite dennoch zu Hauf. Krampfhaft versuchte er Gefühle zum Ausdruck zu bringen und erntete hin und wieder kleinere Lacher meinerseits. Über einige Konversationen sollte man zudem den Mantel des Schweigens legen – konkurrieren sie mit schlechten Porno-Geplapper und können keinesfalls ernst genommen werden.

Zieht man den Skandalfaktor ab, bleibt „365 Days“ ein leidlich unterhaltsamer Titel, der sich irgendwo zwischen solider „Shades“-Kopie und Softporno einreiht. Ein paar Bilder waren sehenswert, über die Geschichte darf man sich streiten. Da ich dem Film trotz oder gerade wegen seiner Fremdschäm-Momente einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen kann, gibt es eine vorsichtige Empfehlung. Allein zur Diskussion darf man mal reinzappen, hochwertigere Filme gibt es insbesondere bei Netflix sowieso.

5,5/10

Fotocopyright: Netflix

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