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Kategorie: Filmbesprechungen Seite 1 von 91

Phantastische Tierwesen 3: Dumbledores Geheimnisse

Inhalt

Der Wahlkampf um den Vorsitz der Zaubergilde läuft auf Hochtouren, als sich plötzlich ein neuer Kandidat zur Wahl stellt. Grindelwald wurde überraschend von allen bisherigen Anschuldigungen freigesprochen und scharrt nun seine Anhänger um sich. Dumbledore und seine Freunde wollen dessen Wahl und die absehbaren Konsequenzen natürlich mit allen Mitteln verhindern…

Fazit

Mit dem Prozess um Johnny Depp gab es im Vorfeld mehr ungeliebte Publicity, als den Machern höchstwahrscheinlich recht war und so musste grundlegend gehandelt werden. Klar war der Abgang der Ikone ein herber Einschnitt, doch mit Mads Mikkelsen hat man einen mehr als adäquaten Ersatz hervorzaubern können. Er mimt die Rolle des Bösewichtes so, als wäre er schon ewig in der Harry Potter-Welt zu Hause und bedurfte keinerlei Eingewöhnung beim Zuschauer.

Neben seinem großartigen Auftritt gab es jedoch noch ein paar weitere Stars (u.A. aus der hiesigen TV- und Kinolandschaft) zu bestaunen und zumindest hier hatte ich dem Werk nichts anzukreiden. Erstaunt hat mich übrigens auch der einfache Einstieg und das gute Folgen der Handlung. „Grindelwalds Geheimnisse“ wirkte weit weniger verschachtelt und mit doppelten Böden bestückt, als dessen Vorgänger und ermöglichte so einen störungsfreien Genuss ohne die ersten Teile noch genauer im Hinterkopf gehabt zu haben.

Der Streifen bestach erneut mit einer hochwertigen und detailverliebten Optik. Kulissen wie das Zauberministerium wirkten fantastisch und realistisch zugleich. Der Ausflug nach Hogwarts entzückt zudem die Freunde des Franchise und sorgte für ein Lächeln auf den Lippen. Einzig die CGI-Wesen erschienen gelegentlich wie Fremdkörper und fügten sich nicht so prächtig im Geschehen ein. Ihre Computerherkunft war stets klar zu erkennen und die Gestiken der realen Darsteller nicht immer zu hundertprozentig auf deren Animationen abgestimmt.

Wie bereits erwähnt war die Gesichte nicht allzu verschachtelt – um nicht ganz das Wort „simpel“ zu gebrauchen. Die Ausgangslage war schnell klar und die eigentliche Entwicklung und Ausgang der Ereignisse relativ vorhersehbar gestaltet. Gut und Böse waren klar getrennt, es gab keine zögerlichen Momenten bei denen irgendwelche Zweifel aufkeimten. Für mich war das so okay – da ich weder in den Vorgängern, noch im gesamten Rowling-Universum enorm sattelfest bin und viele Dinge hier einfach so hingenommen habe.

Zu Beginn hatte ich meine Bedenken. Die Vorgänger waren bei mir nicht mehr so richtig präsent und vor allem der zweite Streich nur noch wegen seiner leicht verqueren Erzählweise im Gedächtnis geblieben. Letztlich konnte ich mich aber wunderbar im Geschehen fallen lassen und wurde hervorragend bei Laune gehalten. Sicherlich hätten einige Effekte besser und namensgebende Tierwesen durchaus einen Ticken präsenter auftreten dürfen, doch unterm Strich bleibt ein mehr als solider Fantasy-Film mit schönen „Harry Potter-Vibes“. Kein übermäßig brillanter Titel, aber für seine knappen 2,5 Stunden überwiegend angenehm kurzweilig.

7/10

Fotocopyright: Warner

Brahms: The Boy II

Inhalt

Nach einem dramatischen Ereignis möchte sich eine junge Familie eine kleine Auszeit gönnen. Sie beziehen ein abgeschiedenes Ferien-Häuschen in der Nähe eines Waldes und versuchen wieder mit sich ins Reine zu kommen. Als ihr aktuell stumm gewordener Sohn eine seltsame Puppe im Wald entdeckt, sollte sich das neu geschaffene Idyll bald ändern…

Fazit

Seit Klein auf liebe ich Horrorfilme, doch außer „Chucky“ standen Titel mit Puppen noch nie besonders hoch in meiner Gunst. Zu gleichförmig, zu uninteressant und infolgedessen zu langweilig waren die meisten dieser Vertreter für mich und so habe ich das Unter-Genre eher stiefmütterlich behandelt. Der erste „The Boy“ kam jedoch irgendwann mal als Beilage einer Fernsehzeitschrift ins Haus und hatte mich doch unerwartet gut unterhalten. Gleiches habe ich mir nun vom Nachfolger erhofft und ihn gestern endlich mal in den Player legen können.

Vorweg sei gesagt, dass auch „The Boy 2“ keine wirklich neuen Impulse in die Sache bringt und ein schemenhafter Film nach bewährtem Muster war. Nicht unbedingt schlecht, aber auch ein wenig träge, uninspiriert und arg auf „Nummer sicher“ konstruiert.

Seine Ausgangslage hebt sich vielleicht ein bisschen von der breiten Maße ab, doch letztlich spielt der Rahmen auch nur eine sehr untergeordnete Rolle. Im Grunde ging es um einen subtilen Puppen-Horror, der mit den üblichen Ideen um die Ecke kam und wenig zu Erschrecken vermochte. Da sich ein eigenes Szenario bot, waren immerhin keinerlei Kenntnisse des Vorgängers erforderlich und man konnte dem Treiben gut folgen.

Während ein „Chucky“ sehr aktiv über den Bildschirm huscht, gehört „Brahms“ eher zu den ruhigeren Kollegen. Der Horror ist abermals unterschwellig und somit ebenfalls für ein jüngeres Publikum geeignet. So wechselt unser Protagonist mal heimlich die Räume oder Körperhaltung – ist aber nie dabei zu sehen und schwingt erst recht kein Messer. Er manipuliert vielmehr die Menschen um ihn herum – was spannungstechnisch jedoch nur bedingt zu überzeugen vermöchte. Vielleicht war mir das Ganze etwas zu blutleer und undramatisch gestaltet.

Technisch gab sich das Werk hingegen extrem hochwertig und gab keinen Grund zur Lage. Die Optik war auf A-Niveau und die Inszenierung fühlte sich ebenso an. Damit lag das Gezeigte weit über Mitstreitern mit ähnlicher Thematik und zumindest für mich direkt wesentlich ansprechender. Der Soundtrack war unauffällig und somit tendenziell eher in Ordnung.

Von seiner Inszenierung und von seinen Darstellern ist „The Boy 2“ eine hochwertige Angelegenheit, doch der grundsätzlich äußerst stabile Rest kommt da nicht ganz mit. Die Macher liefern uns hier eine Standardwerk, welches zwar passabel unterhielt, aber nirgends so recht hervorstechen wollte. Genrefans dürfen reinschauen, der Rest getrost ignorieren.

5,5/10

Fotocopyright: Koch Media GmbH

Die Strafe Gottes

Inhalt

Eine junge Dame fühlt sich und ihre Familie bedroht. Vor Jahren arbeitete sie für einen berühmten Buchautoren, der es nach ihrer Belästigung und einem tragischen Schicksaalschlag scheinbar weiterhin auf sie abgesehen hat…

Fazit

Über manche Filme muss man einfach eine Nacht schlafen und trotzdem hadert man mit einem aussagekräftigen Urteil dazu. Die Rahmenhandlung – oder besser gesagt das Rahmenmotiv – von „Die Strafe Gottes“ bot im Prinzip wenig Neues, doch seine Umsetzung stach etwas ungewöhnlich hervor.

Der Streifen besaß eine eigenwillige, aber auch irgendwo sehr ansprechende Erzählweise. Er war gemütlich und grob, an anderer Stelle zögerte er nicht mit drastischen Momenten und handelte diese wiederum vergleichsweise schnell ab. Auf den ersten Blick schien die bereits nach kurzer Zeit vollkommen offengelegte Prämisse extrem einfach gestrickt, doch bei genauerer Betrachtung wollte man es dem Zuschauer nicht so leicht machen.

Fein säuberlich werden vermeintliche Zufälle aufgedeckt und lassen eigentlich nur einen Entschluss zu. Die Macher jedoch stellen erst gar nicht die Frage, wer hier der Täter ist – sondern vielmehr welche Hintergründe die Aktionen hatten. Dabei kann man sich gut in die verschiedenen Sichtweisen hineindenken, ohne jedoch zu sehr für eine Partei eintreten zu wollen.

Während die (für uns eher unbekannten) Darsteller ihre Sache wirklich gut und mit angemessenen Kanten präsentierten, schwächelte allerdings das Pacing hin und wieder. „Die Strafe Gottes“ war nicht frei von Längen und verlor sich in melancholischen Aufnahmen, die gerne einen Ticken straffer hätten ausfallen dürfen. Unterm Strich war der Thrill jedoch sehenswert, auch wenn sich eine weitere Sichtung zunächst weniger anbieten dürfte. Für Netflix-Abonnenten eine nette Kost.

6,5/10

Fotocopyright: Netflix

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Inhalt

Die Welt steht vor einem großen Krieg und nur ein paar ganz auserwählte Helden könnten dies in einer verborgenen Geheimmission noch verhindern. Noch ahnen die außergewöhnlichen Gentleman nicht, wer genau hinter diesem Vorhaben steht und ob es nicht sogar Verrat in den eigenen Reihen gibt…

Fazit

Ich hatte immer so den Eindruck, dass „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ immer etwas geschmäht wurde und sich neben den krachenden Marvel- oder DC-Produktionen nicht so recht behaupten konnte. Gerüchte um eine Neuauflage gab es Indies auch schon etwas länger, doch am vergangenen Wochenende war erst einmal wieder die Sichtung des Originals an der Reihe.

Grundsätzlich gefiel mir die Inszenierung und besonders die Wahl der Darsteller sehr gut. Sean Connery passt zum Setting wie die Faust aufs Auge und trug mit seiner tollen Präsenz das Geschehen oftmals von ganz allein. Optisch machte das Treiben dann ebenfalls einen prächtigen Eindruck und erinnerte an klassische Abenteuer wie „Sherlock Holmes“ und stand damit von Beginn an recht hoch in meiner Gunst.

Leider schwächelt der Titel bei seinem Erzählfluss. Es gab durchaus unterhaltsame Passagen und witzige Dialoge, aber leider auch ein paar Längen und offenkundige Ungereimtheiten. Manchmal schien man einfach zu viel Content in die knappen zwei Stunden hineinquetschen zu wollen, um an anderer Stelle trotzdem langatmige Momente zu präsentieren. Man ließ die Aufmerksamkeit immer mal wieder schleifen und am Ende konnte auch kein bombastisches Finale dieses Manko wieder ausbügeln.

Obwohl sich „Die Liga“ erfrischend aus der breiten Maße der üblichen Genrevertreter abhebt, hält sich die Begeisterung insgesamt leider etwas in Grenzen. Er macht zwar überall einen soliden Job, sticht aber abgesehen von einigen fantastischen Bildern kaum irgendwo sonderlich heraus. Zu Vorhersehbar, zu gemächlich und wenig mitreißend gab sich der Titel. Größtenteils zwar unterhaltsam, aber nicht zu hundertprozentig überzeugend und ein durchaus interessanter Kandidat für eine weitere Umsetzung – die dann aber hoffentlich nicht im Effektgewitter untergeht. Solides Fantasy-Kino. Nicht mehr, nicht weniger.

6,5/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

Der Spinnenkopf

Inhalt

„Der Spinnenkopf“ ist ein Komplex, in dem Kriminelle durch die Teilnahme an Experimenten eine neue Chance bekommen. Statt in dunklen Verließen, erwartet sie ein lockeres und vor allem sexreiches Leben unter ständiger Beobachtung…

Fazit

Schon vor einiger Zeit als bis dato teuerster Titel von Netflix angekündigt und nach Monaten des Wartens endlich zum Abruf verfügbar. Die Erwartungen waren angesichts des Castes ebenfalls nicht von schlechten Eltern, doch so ganz überzeugen konnte mich das ungewöhnliche Geschehen leider nicht.

Während die Grundgeschichte noch ganz solide und zumindest zu Beginn auch recht interessant daherkam, nutzte sich das Treiben leider erstaunlich schnell ab. Bereits nach kurzer Zeit plätschert die Handlung vor sich hin und selbst aufklärende Rückblenden konnten die verlorene Aufmerksamkeit nur bedingt zurückerobern.

Normalerweise stehe ich auf mysteriöse Filme, die erst nach und nach mehr von ihren Motiven verraten – aber in diesem Falle keimte eher die Langweile, denn das Interesse an weiterer Aufklärung auf. Ab einem gewissen Punkt ließ sich die Richtung irgendwo erahnen, unterhaltsamer wurde es selbst hiermit nicht.

Die Darsteller haben ihre Sache solide gemacht. Chris Hemsworth und Miles Teller haben sich soweit gut ergänzt, reichten aber nicht an deren Leistungen aus anderen Werken heran. Sie wirkten zwar sympathisch und trugen das Geschehen über weite Teile von allein, doch Begeisterungsstürme konnten sie nicht entfachen. Es wirkte so, als spulten sie einfach ihre Routine herunter.

Vermutlich lag es aber auch an deren Rollen, dass sich eine Identifikation oder zumindest das ungefähre Hineindenken in ihre Figuren nicht ermöglichte. Man konnte weder sie, noch die Randpersonen so richtig greifen und sich leider überhaupt nicht für deren Schicksale erwärmen. Verstehen konnte man deren Ziele und Handlungsweisen schon, sich nur eben überhaupt nicht damit anfreunden.

Ungewöhnliche Szenarios und eine sich schrittweise entfaltende Story sind eigentlich immer willkommen, doch vermochte „der Spinnenkopf“ nicht so recht zu zünden. Sein vermeintliches hohes Budget sieht man ihm nur an den Darstellern an, der Rest wirkte kammerspielartig und eher klein. Ist eigentlich alles nur halb so wild – aber wenn der Inhalt nicht übersprudelt, bleibt die Ernüchterung zurück. Als Inklusivartikel sicherlich einen Blick wert, aber das Ergebnis wäre jetzt nichts, wofür ich Netflix unbedingt abonnieren würde. Hier gibt es kleinere und wesentlich bessere Highlights, als dieser etwas lahme und zahme Thriller. „Der Spinnenkopf“ ist alles andere als ein Totalausfall, bleibt aber weit hinter seinen Erwartungen zurück.

6/10

Fotocopyright: Netflix

Hustle

Inhalt

Kurz nachdem Stanley endlich zum Trainer einer NBA Mannschaft berufen wurde, wird er vom neuen Management wieder auf die Position des Scouts zurückversetzt. Er soll dem Verein ein Nachwuchstalent beschaffen und so die Chancen auf den Titel erhöhen…

Fazit

Für mich hat Adam Sandler in den letzten Jahren eine erstaunliche Wendung hingelegt und sich dabei tief in das Herzen des Filmfans gespielt. Hat er uns damals mit deftigem Klamauk unterhalten, so liefert er heute ernstere und vor allem richtig gut gespielte Werke ab. Um ehrlich zu sein definiert er mit seinem aktuellen „Hustle“ die Grenzen des Kinos nicht neu, doch dreht mit seinen emotionalen Momenten irgendwo an den richtigen Stellschrauben.

Die Handlung war weder sonderlich originell, noch irgendwie einzigartig inszeniert. Man folgt bekannten Mustern und schien mit Bedacht auf eine sichere Nummer zu gehen. Die Dramatik wirkte oft gekünstelt und ließ eigentlich nie Zweifel an einem guten Ausgang aufkeimen. Was im Grunde fast wie ein Langweiler ausschaut, liefert aber überall solide Arbeit ab und spielt sich dank seiner symphytischen Figuren schnell ins Herz.

Man konnte sich gut fallen lassen und die Bilder genießen. Es gab sowohl sportlich, als auch gefühlstechnisch ordentlich aufgeladene Szenen und man konnte sich prima in die Schicksale hineindenken. Hierbei war es auch nicht wichtig, ob man Basketball mag oder nicht – der Ballsport war lediglich ein grober Rahmen für ein unterhaltsam gestricktes Drama mit reichlich Prominenz.

Bei Filmen wie diesem bereue ich, mich leider nicht weiter in der Materie auszukennen. Sicherlich haben die „Zaubereinlagen“ der Athleten mächtig für Eindruck gesorgt – doch wenn ich jeden der bekannten Künstler sofort auf Anhieb erkannt hätte, wäre ein noch höherer Spaß garantiert gewesen. Immerhin wurden alle Beteiligten am Ende noch einmal kurz aufgelistet.

„Hustle“ ist Hausmannskost im besten Sinne. Er liefert sich – abgesehen von seinem unspektakulären Grundgerüst – keinerlei Mängel und das ist am Ende auch eine kleine Kunst für sich. Der Streifen hielt knappe 2 Stunden prima bei Laune und hatte kaum Durchhänger aufzuweisen. Sandler war in Top-Form und das lässt uns den Fernseher mit einem guten Gefühl ausschalten.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Dead Silence

Inhalt

Nach dem Tod seiner Frau zieht es Jamie zu seinem Vater zurück. Statt hier etwas abzuschalten, wird er jedoch wortwörtlich mit Geistern aus der Vergangenheit konfrontiert – die scheinbar seiner gesamten Familie nach dem Leben trachten…

Fazit

„Dead Silence“ erschien in einer Zeit, als der „Puppen-Terror“ besonders angesagt war und auch „Saw“ noch etwas höher in der Gunst der Zuschauer lag. Bei mir ging das Teil damals in der breiten Maße etwas unter, doch vor einigen Tagen habe ich spontan mal wieder die (günstig auf dem Flohmarkt erworbene) Blu-Ray in den Player legen und eine konzentrierte Sichtung vornehmen können.

Im Großen und Ganzen hat mir der Streifen eigentlich ganz gut gefallen – auch wenn er ein paar durchaus offenkundige Schwächen aufzuweisen hat. Problematisch ist seine leicht unausbalancierte Erzählweise und das übliche Hadern mit der gesamten Glaubwürdigkeit seiner Thematik.

Während der Titel sehr interessant begann, plätscherte der Mittelteil gemütlich vor sich hin und verlor dabei fast die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Zwar konnte ein geschickt konstruiertes Finale erneut viel Sympathie für sich gewinnen, doch blieben weiterhin inhaltliche Fehler und schwammige Konstruktionen offenkundig.

Einen derartigen Film mit logischen Maßstäben zu betrachten ist natürlich etwas schwierig, doch selbst mit wohlwollenden Blicken waren eklatante Lücken und Ungereimtheiten einfach nicht zu übersehen. So überzeugten einige Nebenfiguren, sowie deren seltsamen Auftritte überhaupt nicht und die Nachvollziehbarkeit war beim besten Willen nicht gegeben.

Wer nach einem anstrengenden Arbeitstag einen lockeren und keineswegs perfekten Grusel verlangt, der bekommt mit „Dead Silence“ trotz seiner teils störenden Macken einen soliden Genrevertreter. Dank seines witzigen Endparts entließ er mich entspannt in den wohlverdienten Schlaf und so bleibt die Bewertung gnädig. Wie gesagt – ein netter Titel, aber eben auch nichts weltbewegendes.

6,5/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Top Gun

Inhalt

Sie sind jung und draufgängerisch veranlagt. Maverick und seine Kumpanen werden ausgewählt, um an einem Elitewettbewerb von Kampffliegern teilzunehmen und präsentieren dort ihre waghalsigen Aktionen….

Fazit

Da „Maverik“ gerade die Kinos unsicher macht und sicherlich bereits in Kürze im Heimkino einschlagen wird, war die ideale Gelegenheit dessen Vorgänger noch einmal einer genaueren Sichtung zu überziehen. Dieser mag einen sehr guten Ruf aufweisen, aber damals wie heute tue ich mir mit dem Präsentierten ein wenig schwer.

Einen gewissen Charme vermag ich dem Streifen gar nicht absprechen, doch seine Thematik rund um die Flugakrobatik muss man schon irgendwo mögen. Grade diese Abschnitte heben das Werk nämlich aus der breiten Masse der 80iger hervor – auch wenn sie heute leider nicht mehr so viel hermachen und in ihrem Zusammenschnitt etwas überholt wirken.

Ansonsten gab es eine gradlinige und wenig beeindruckende Rahmenhandlung, die in erster Line seine durchgängig hübschen Akteure in den Vordergrund stellt. Die meisten Abschnitte sind absolut vorhersehbar gestaltet und ein paar Machosprüche wollen einfach nicht mehr zünden. Immerhin gefällt der zeitgemäße Soundtrack mit einigen nachhaltigen Ohrwürmern, die man unabdingbar mit diesem Film in Zusammenhang bringt.

Tom Cruise hat mir zuletzt in „Geboren am 4. Juli“ besser gefallen, aber natürlich lag das auch an den unterschiedlichen Thematiken und den damit verbundenen Anforderungen. Er allerdings gut in die Rolle des strahlenden Piloten gepasst, was sich der junge und glänzende Val Kilmar auch für sich behaupten durfte.

„Top Gun“ ist sicherlich Kult, doch der Zahn der Zeit ist nicht gänzlich an diesem Klassiker vorbei gegangen. Da ich aus meiner Kindheit/Jugend nur wenig Bezug dazu habe und zusätzlich wenig am Plot interessiert bin, wirkt sich das entsprechend auf die Bewertung aus. Für mich bleibt das Ding nicht mehr als ein solider Vertreter der seiner Epoche, aber kein so richtig guter Film. Mögt mir verzeihen, doch hier gibt es bei mir keine rosarote Brille…

6/10

Fotocopyright: Paramount Pictures (Universal Pictures)

American Ultra

Inhalt

Auf den ersten Blick scheint Mike ein richtiger Looser und Kleinkrimineller zu sein – der neben dem Kiffen und Zeichnen aber immerhin seiner halbwegs geregelten Arbeit in einer Tankstelle nachgeht. Eines Tages jedoch wird ein Trigger in ihm aktiviert, der auf ein gänzliches anderes Vorleben schließen lässt und sogar ihn völlig verwundert…

Fazit

Gestern Abend wurde mir klar, warum ich diesen Streifen nach seiner damaligen Sichtung zu Blu-Ray-Release nahezu vollständig aus meinem Gedächtnis gestrichen habe. Die Macher haben sich hier an einer wilden Mischung versucht, die in keinem Bereich so richtig überzeugen konnte und durchwegs zum Fremdschämen animierte.

Positiv möchte ich zunächst die soliden Leistungen der Akteure und ein paar schönen und teils äußerst blutig choreografierte Actionszenen hervorheben. Stewart und Eisenberg gaben ein nettes Paar ab und machten zu Beginn wirklich List auf Mehr – doch beim traurigen Rest haperte es dann qualitativ gewaltig und Kopfschütteln gehörte zum Standardprogramm beim Zuschauer.

Über die schwache Story hätte ich bei einem brauchbaren Unterhaltungswert noch hinwegschauen können, aber nicht einmal dieser Punkt war gegeben. Das anfänglich nette Geschehen plätscherte trotz erster Krawallszenen irgendwann vor sich hin, wühlte ständig fragen auf und schoss bei vielen Ideen unschön über das Ziel hinaus.

Statt seine Handlung zu ergründen und den Figuren einen Hauch von Kontur zu verleihen, verrannte man sich in immer ausgefallenere Action und versuchte von seinem mageren Inhalt abzulenken. Man gab uns keine sinnvolle Botschaft, keine halbwegs verkraftbare Begründung für den Quatsch und ließ uns nach hektischen Bildern einfach enttäuscht zurück. Was bei anderen Mitstreitern in ähnlicher Manier sogar halbwegs funktioniert, war hier ein totaler Fehlschlag und eine Vergeudung seiner überaus bekannten Stars.

Stellenweise erinnerte mich das wilde Treiben an „Smokin Aces“, der ebenfalls mit verrückten Charaktere aufwartete und brachiale Gefechte mit derben Humor in den Fokus rückte. Bei „American Ultra“ jedoch mag diese gar nicht mal schlechte Grundidee gar nicht zünden. Hier war alles zu weit drüber, arg zusammenhangslos und völlig ohne Konzept in den Raum geworfen. Nichts gegen sinnfreie Unterhaltung mit hohen Schauwerten – aber hier war ich trotz deftiger Momente meilenweit von guter Laune entfernt. Einer der größten Flops der letzten Zeit, trotz gratis Beigabe zum Prime-Abo…

3,5/10

Fotocopyright: Leonine

Hexenjagd in L.A.

Inhalt

In einem alternativen Los Angeles der 40iger Jahre verdient sich Philip Lovecraft seinen Lebensunterhalt als Privatdetektiv. Er gehört zu den wenigen Personen, die sich dabei nicht die Kraft der weit verbreiteten Hexerei zu nutzen machen und auf herkömmliche Weise an die Arbeit geht. Eines Tages bekommt er den Auftrag ein geheimnisvolles Buch zu finden und dramatische Ereignisse nehmen ihren lauf…

Fazit

Als großer Fan von Lovecraft kam ich nicht um diesen Film umher. Ich habe den Eintrag zufällig auf einer Liste seiner adaptierten Werke erspäht und war von den positiven Kritiken bei einem großen Versandhändler mehr als angetan. Nach der Sichtung muss sich jedoch einigen der angemahnten Punkten recht geben – denn so richtig nach den Legenden „der Alten“ fühlt sich das Werk nur selten an.

Der Streifen an sich war gut und durchwegs unterhaltsam, dafür wenig gruselig und überhaupt nicht düster. Es wurden zwar vertraute Elemente des Meisters eingeflochten, jedoch wirkten sie stellenweise fast schon ein wenig aufgesetzt und unnötig. Die Handlung wird von ihrer eigenen Kreativität getragen und setzt überhaupt nicht auf das, was ich eigentlich gehofft hätte. Vielleicht war dies dann letztlich auch besser so – denn stellenweise war der Humor recht albern, Dialoge zum Fremdschämen und die Optik viel zu bunt.

Da es sich um einen ursprünglich für das TV entwickelten Film handelt, muss man bei der Technik natürlich Abstriche machen. „Hexenjagd“ stammt noch aus einer Epoche, wo es noch kein Netflix-Bombast-Kino für Daheim gab und das Budget für derartige Produktionen knapper bemessen war. Die Effekte sind also eher so lala, aber immerhin haben die handgemachten Kostüme und Gummi-Monster einen gewissen Charme. Sicherlich Nichts für die aktuelle Generation, doch eine nette Hommage an die Anfänge des Genres.

Wer nicht unbedingt den blanken Horror erwartet und sich mit einem leicht altbackenden Detektiv-Film mit dezent übernatürlichen Randerscheinungen zufrieden gibt, erhält einen brauchbaren Zeitvertreib. Ich fand das Ding insgesamt in Ordnung – es war eben nur nicht ganz das, was ich mir eigentlich gewünscht hätte.

6/10

Fotocopyright: Cargo Records DVD

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