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Kategorie: Filmbesprechungen (Seite 1 von 46)

Der Prinz aus Zamunda 2

Inhalt

Das Königreich Zamunda steht kurz vor der Invasion eines feindliches Generals und der baldige König Akeem hat keinen Thronfolger, um den Einmarsch mit seiner Hochzeit mit der Tochter des Feindes abzuwenden. Da wird ihm zugespielt, dass er möglicherweise doch einen Sohn aus seiner Zeit in New York besitzt…

Fazit

Beim großartigen Finale hatte ich fast Tränen gelacht und vergessen war manch kleinere Länge im Verlauf zuvor. Ich hatte ja keinerlei Erwartungen an die Fortsetzung des Kultfilms, doch was das Team hier nach knapp 30 Jahren abgeliefert hat, war wirklich nicht von schlechtern Eltern.

Ganz hoch rechne ich dem Titel an, dass er sich stellenweise herrlich altbacken anfühlt und in vielen starken Momenten an die Komödien der späten 80iger/frühen 90iger Jahre erinnert hat. Damit meine ich die Art, wie die Figuren miteinander sprechen und vor allem was die Gags betrifft. Sicherlich zündet nicht jeder Kalauer, aber die Quote ist recht hoch und alles hebt sich – auch dank des exotischen Settings und der ausgefallenen Kostüme – angenehmem aus der breiten Masse hervor.

Mit ungewohnt vielen Rückblenden versucht die Handlung stehts einen nachvollziehbaren Bezug zum Vorgänger herzustellen – und wenn ich ehrlich bin, ist dies überraschend gut gelungen. Überhaupt hat mir die Grundgeschichte ziemlich gefallen – obwohl sie streng genommen doch nur ein austauschbarer Rahmen für das Einflechten alter und neuer Gesichter und der mehr oder wenigen platten Konversationen war. Man bot eine für Komödien eher untypische Spannung, die bis zum Ende passabel aufrecht erhalten wurde. Man wollte unbedingt wissen, wie das Gezeigte zu Ende geht und auf welche Kompromisse sich die Königsfamilie wohl einlassen wird.

Nachdem ich Eddie Murphy in den letzten Jahren fast schon angeschrieben habe, war ich über seinen erneuten Auftritt als Akeem mehr als entzückt. Er schafft es tatsächlich die wohligen Erinnerungen an seine alten Klassiker aufleben zu lassen und mit seiner Art den Betrachter wieder ganz auf seine Seite zu ziehen. Was „Zamunda 2“ aber als Cast auffährt, ist Abseits der Hauptfigur mehr als beachtlich und opulent. Nicht nur ein genialer Wesley Snipes, sondern auch viele bekannte Darsteller aus dem Vorgänger – oder aus dem Musikbusiness – geben sich hier die Klinke in die Hand und alle schienen mächtig Spaß an der Arbeit zu haben. Kleinere Gesangseinlagen inklusive.

Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass man mit dem Nachfolger zu einem echten Kultfilm eine so runde Sache abliefern könnte. Natürlich ist nicht alles perfekt und es gab ein paar kleinere Durchhänger, aber unterm Strich hat mich der Streifen durchgehend gelungen bei Laune gehalten und seinen Erstling mit witzigen Anspielungen passend geehrt. Neueinsteiger schauen natürlich zuerst den ersten Teil – alle Anderen freuen sich über ein charmantes Wiedersehen mit „Helden“ aus der Kindheit. „Der Prinz aus Zamunda 2“ ist ein prima Gute-Laune-Titel, der für knappe 1,5 Stunden den Stress des Alltags vergessen lässt.

7,5/10

Fotocopyright: Amazon

Flucht aus Absolom

Inhalt

Das Jahr 2022. Gefängnisse wurde mittlerweile privatisiert und sind zu einem schmutzigen Geschäft geworden. Der ehemalige Elitesoldat J.T. Robbins wird wegen dem Mord an seinem Vorgesetzten auf die Insel „Absolom“ verlegt und gerät mitten in einen Krieg verfeindeter Häftlingsgruppen…

Fazit

Rein von der Idee her, war „Flucht aus Absolom“ schon bei seinem Release in den 90igern nicht unbedingt originell, aber irgendwie passt die Thematik schon ganz gut in diese glorreiche Epoche der Actionfilme. Leider konnte er in meinen Augen nie zur Elite aufschließen und selbst etliche Jahre nach seiner ersten Sichtung hat sich bei mir kein Gefühl von einem Kultstatus eingeschlichen.

Während Setting und Hauptfigur noch recht interessant erschienen, der Verlauf stellenweise sehr kurzweilig war, konnten nicht alle Elemente vollends überzeugen. So wirken viele Kostüme meist unfreiwillig komisch und manch Charaktere einfach nicht glaubhaft gezeichnet. Der Film fühlt sich gelegentlich wahllos zusammengestückelt an und vermengt unterschiedliche Ansätze eher halbherzig miteinander. Zudem versucht er sich sozialkritisch zu geben, ohne dabei den Zuschauer auch nur im Geringsten zu berühren. Alles scheint so absurd und auf Fantasy getrimmt – einen ernsten Bezug zur Realität konnte ich beim besten Willen nicht herbeizaubern.

Die Action war immerhin gut und handwerklich einwandfrei gemacht. Der Härtegrad hat sicherlich über die Jahre an Schrecken verloren und sollte kein Grund für eine weiterhin hohe Freigabe sein. Allein durch die surreale Atmosphäre dürfte es keine Probleme mehr diesbezüglich geben. Während den Rangeleien spielt der Film dann aber seine volle Stärke aus und unterhält ganz köstlich – was man bei manchen uninspirierten Dialogen leider nicht behaupten konnte. So gibt es stets ein unterhaltungstechnisches Auf- und Ab der Gefühle – nette Gefechte und öde Konversationen gaben sich die Klinke in die Hand.

Ray Liotta ist eine coole Socke und für mich einer der Gründe zum Anschauen des Films. Er macht seine Sache als Actionheld ziemlich gut, obgleich er manchmal etwas zu übermächtig gegenüber seinen Konkurrenten wirkt. Beim Rest hapert es – wie bereits erwähnt – meist am Kostümdesign und der damit einhergehenden mangelnden Ernsthaftigkeit. Die Kulissen wirken durchaus schick, aber die Klamotten und das Makeup erinnert eher an eine schwache Endzeit-Hommage.

„Flucht aus Absolom“ ist schwerlich zu empfehlen. Er hat seine soliden Momente, aber auch gravierende Schwächen. Für mich ist er mit knapp zwei Stunden definitiv einen Ticken zu lang geraten und hätte gerne etwas gestrafft werden können – dem Unterhaltungswert wäre dies wohl sehr zu Gute gekommen. Es bleibt ein überdurchschnittlicher Actiontrip, der immerhin mit einem tollen Liotta und ein paar sehenswerten Momenten auftrumpfen kann.

6/10

Fotocopyright: Sony

Faking Bullshit – Krimineller als die Polizei erlaubt

Inhalt

Das Polizeirevier 23 steht auf dem Prüfstand und könnte aufgrund mangelnder Einsätze möglicherweise geschlossen werden. Für die Bediensteten würde dies Versetzung und wohl auch ein auseinanderbrechen ihrer bisherigen Gemeinschaft bedeuten. Glücklicherweise macht die Not erfinderisch und das fingieren von Straftaten könnte dem angeschlagenen Laden wieder zu neuem Leben verhelfen…

Fazit

Deutsche Komödien haben oftmals einen sehr speziellen Humor und „Faking Bullshit“ macht da im Grunde keine Ausnahme. Auf der einen Seite ist es ja schon etwas fraglich, wie die hiesige Polizei dargestellt wird – doch auf der anderen Seite haben wir eine seichte Komödie vor uns und sollten nicht alles zu ernst nehmen.

Die Geschichte ist so simpel, wie effektiv und fast zu jeder Zeit flott erzählt. Das Geschehen braucht zwar anfänglich ein paar Minuten, um in die Gänge zu kommen – doch dann hält der hohe Unterhaltungswert bis zum versöhnlichen Finale an.

Manche Gags sind sicherlich unter der Gürtellinie, doch das haben die Macher wohl selbst erkannt und nehmen manch dummen Spruch im nächsten Satz selbst wieder auf die Schippe. Die durchwegs sympathischen Figuren lassen es zwar auch hin und wieder an Glaubwürdigkeit mangeln, doch als Gegenleistung für den hohen Unterhaltungswert hält man sich da gerne mit weiterer Kritik zurück. Es ging um die Gestaltung eines bunten Haufens – und genau das ist hier gelungen.

Alle Darsteller harmonierten perfekt miteinander und Bjarne Mädel war wieder das Sahnehäubchen obendrauf. Mit seiner gewohnten Lässigkeit haut er einen witzigen Kommentar nach dem Anderen heraus und kein Auge bleibt trocken. Allein durch seine Gestik hat er mich schon immer wieder bekommen und wenn er den Mund aufmachte, konnte man kaum an sich halten.

Ich habe nichts erwartet und wurde angenehm überrascht. „Faking Bullshit“ ist ein sympathischer kleiner Steifen, der – nicht zuletzt dank Bjarne Mädel – für ein paar echt starke Brüller geeignet war und für knapp 1,5 Stunden insgesamt blendend unterhielt. Als neuen Lieblingsfilm würde ich ihn keineswegs einstufen – aber hoffentlich als witzige Perle in Erinnerung behalten.

7/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Und Morgen die ganze Welt

Inhalt

Studentin Luisa möchte politisch aktiver werden. Zwar beteiligt sie sich an Tortenwurfaktionen ihrer Mitstreiter, doch schon bald ist dies nicht mehr genug. Durch den charismatischen Alfa findet sie Spaß an der Gewalt für die scheinbar gute Sache und damit endlich ein passendes Ventil, um aus dem spießigen Bürgertum zu entkommen…

Fazit

„Und Morgen die ganze Welt“ (eine Anspielung auf ein bekanntes Lied aus vergangenen Tagen) behandelt ein schwieriges und wahrscheinlich auch nicht für Jedermann greifbares Thema. Grundsätzlich konnte ich mich schon ein stückweit ins Szenario hineindenken, doch einige „Designentscheidungen“ verhagelten immer mal wieder die zuweilen richtig guten Ansätze.

Mag sein, dass der Titel zumindest streckenweise auf wahren Begebenheiten beruht, doch manchmal fiel das Folgen der Aktionen unserer Figuren ziemlich schwer. Vor allem Luisa nahm man nicht alles ab. Sie wirkt auf der einen Seite recht schlau und gebildet, lässt sich dann aber ziemlich schnell auf Gewaltexzesse und blinde Zerstörung ein. Mag auch sein, dass man gerade diesen Kontrast deutlich hervorheben wollte, aber zumindest vom Schauspiel her ist diese Wandlung nicht immer geschickt an den Mann gebracht worden.

Mala Emde wirkt selbst in heiteren Momenten immer so, als würde sie gleich anfangen zu weinen – und fand ich in Kombination mit Ihrer Rolle nicht immer einfach einzuordnen oder gar leicht irritierend. Ihr starker Ausdruck sprach Bände, aber manchmal wollte er einfach nicht zu den grundsätzlich sehr elegant gefilmten Bildern passen und den Betrachter mitunter leicht verunsichern. Ihre Mitstreiter hingegen waren frisch, motiviert und wesentlich leichter einzuschätzen.

So brisant der Inhalt, so kurzweilig und spannend der Verlauf. Es geht stets ordentlich voran und Längen waren kaum zu verzeichnen. Alles wirkte schön kompakt, hatte einen guten Auftakt, einen temporeichen Mittelteil, aber leider nur ein teilweise befriedigendes Finale. Man schien auf einen anderen Ausgang abzuzielen, um dann doch wieder ein Schwenk zu machen und den eingeschlagenen Pfad noch einmal zu verlassen. Letztlich blieb sogar die strittige Aussage, seine Meinung durchaus mit Gewalt verteidigen zu dürfen – mitsamt einem heftigen Angriff auf die Staatsgewalt. Mutig und freiheraus gedacht, aber vielleicht auch eine gefährliche Rechtfertigung für Taten mancher Personengruppen.

„Und Morgen die ganze Welt“ hat Macken und teilweise Probleme beim Mitnehmen des Betrachters, ist aber unterm Strich doch relativ sehenswert und weitestgehend kurzweilig. Er war ein angenehmer Kontrast zur Gegenseite, die gefühlt wesentlich öfter – ebenfalls mehr oder weniger klischeebeladen – skizziert wird und allein deshalb einen genaueren Blick wert. Ein paar Ungereimtheiten und der Abschluss haben mir nicht geschmeckt, doch insgesamt überwog der positive Eindruck. Man kann Julia von Heinz sicherlich Einiges vorwerfen, doch dieses Werk wirkt ehrlich und durch Ihre eigene Erfahrungen geprägt. Aufgrund mangelnder Alternativen sowieso Pflicht für alle auch nur ansatzweise Interessierten.

7/10

Fotocopyright: Alamode Film

Buddy Games

Inhalt

Regelmäßig veranstalten Bob und seine Freunde die so genannten „Buddy Games“, bei denen sie in verrückten Spielen gegeneinander antreten und hauptsächlich den unbeschwerten Spaß an der Freude genießen.

Seit einem tragischen Unfall ruht das Event nun allerdings seit fünf Jahren und endlich soll die alte Truppe wieder zusammengetrommelt werden. Leider treffen dann auch alte Streithähne erneut aufeinander…

Fazit

Manchmal braucht man nach einem anstrengen Arbeitstag einfach mal einen seichten Film und genau in diesen Bedarf vermag „Buddy Games“ zu bedienen. Mit gesundem Menschenverstand könnte man aufgrund seiner dumpfen Machart und seinen zum Teil extrem platten Gags sicherlich abwinken, doch mit den richtigen Erwartungen funktioniert das Konzept der Macher dann relativ gut.

Die Handlung an sich mag jetzt nicht sonderlich originell erscheinen, bietet aber einen durchaus brauchbaren Rahmen für spaßige Ideen und regelmäßige Exzesse unserer Darsteller. Niveautechnisch sollte man nicht zu viel erwarten und sich bereits mit flachem „Pipi-Kaka“-Humor zufrieden geben.

Witzigerweise ist der Streifen in seinen peinlichsten Momenten, aber auch am stärksten. Einige Passagen sind so daneben, dass man sich nach leichtem Fremdschämen doch ein paar Lacher abringen und nicht mehr an sich halten konnte. Man hat zwar alles irgendwo schonmal gesehen, aber Verkneifen funktioniert halt nicht immer – und vielleicht schwimmt auch etwas Verzweiflung über das Gezeigte mit.

Für mich persönlich haben die sympathischen Darsteller die Sache halbwegs vor dem Totalausfall gerettet. Neben schwacher Story und nicht immer zündenden Zoten, machen Josh Duhamel und Konsorten eigentlich immer eine vergnügliche Mine zum bösen Spiel. Die Chemie der zum Teil wirklich bescheuert angelegten Figuren hat gepasst und für ein Quäntchen heitere Laune gesorgt.

Im Grunde ist „Buddy Games“ kein guter Film. Er ist dämlich und uninspiriert, aber dennoch mit einem gewissen Charme – dem man sich stellenweise nicht vollends entziehen kann. Wer Nichts erwartet und mal was zum Abschalten braucht, darf gerne mal reinschauen – der Rest wendet sich (vielleicht nach einem Trailer) entgeistert ab. Ich fand den Titel zum einmaligen Anschauen eigentlich ganz okay, aber streng genommen darf ich keine höhere Wertung geben.

5,5/10

Fotocopyright: WWE Studios/Saban Films

Stalingrad – Bis zum letzten Mann

Inhalt

Lange hat der Fronturlaub am Strand nicht gedauert, als die 6. Armee unter neuer Führung in den Kessel von Stalingrad abkommandiert wird. Anfänglich ist der Trupp noch recht zuversichtlich und glaubt an einen baldigen Sieg, doch schon bald holt sie die traurige Realität in der Schlacht an der Wolga ein…

Fazit

Aufgrund von Erfahrungen im Bekanntenkreis habe ich schon oft erwähnt, dass deutsche Filme immer eine Sache für sich sind und nicht unbedingt den besten Ruf bzw. den größten Fankreis haben. Meist bin ich bei hiesigen Werken auch etwas skeptisch, doch im historischen Bereich eigentlich immer sehr zufrieden gewesen – was seit meinen jüngeren Jahren insbesondere auch bei „Stalingrad“ zutraf.

Joseph Vilsmaier schuf hier ein Meisterwerk, welches sich insbesondere von seiner Erzählsicht deutlich von Konkurrenten aus beispielsweise der Traumfabrik von Hollywood unterscheidet. Hier erleben hier keine strahlenden Helden, sondern normale Familienväter, Brüder, einfache Bürger von Nebenan. Fast Niemand handelt hier aus vollster Überzeugung, sondern schlichtweg weil es Pflicht ist und die Hoffnung auf das Ende der Strapazen stets in Aussicht steht.

Unterstrichen wird die starke Betonung auf die menschliche Seiten der Soldaten durch Dialoge, die es wahrlich in sich haben und zum Teil an Sarkasmus und Weisheit nicht zu überbieten sind. Viele Charaktere zeigen unter Stress ihr wahres Gesicht und selbst die härtesten Typen offerieren eine zerbrechliche Seite. Man beobachtet den stetigen Zerfall eines optimistischen Lebens und gerät an vielen Stellen arg über alle Vorkommnisse und Entwicklungen ins Grübeln.

Das starke Konzept funktioniert natürlich nur, weil die grandiosen Darsteller auf ganzer Linie überzeugten und nicht selten rein durch Blicke und Gestiken für Gänsehaut sorgen. Im Grunde sollte man jeden einzelnen Akteur aufs Höchste loben, doch ein überragender Thomas Kretschmann wuchs hier über sich hinaus und konnte bis dato nie mehr so glänzen, wie es hier der Fall war. Noch heute bekannte Gesichter aus der TV-Landschaft lieferten hier beeindruckende Auftritte ab, die man so nie von ihnen erwartet hätte. Jede kleinste Rolle wurde sorgfältig besetzt und ebenso überwältigend gespielt.

Die Effekte waren beachtlich und machen auch heute noch eine hervorragende Figur. Die Schauplätze wirken weitläufig, kalt und trostlos. Mit relativ einfachen Mitteln wurde eine tolle Atmosphäre geschaffen, die noch immer sehen lassen kann und noch nicht durch schwache Computereffekte aus der Entstehungszeit durchsetzt wurden. Alles schmeckt nach guter Handarbeit, selbst errichteten Kulissen und tollen Maskenbildnern. Dazu gesellt sich das geschickte Einbinden historischer Reden und einem epischen Soundtrack, der brenzlige Situationen gekonnt mit Gänsehautstimmung unterstreicht.

Mit knapp über zwei Stunden ist die Laufzeit nicht von Pappe, aber durch ihre dichte Erzählweise und den interessanten Figuren nie langweilig. Es gab sogar vergleichsweise wenig Action, dafür extrem wuchtige Konversationen und nicht minder unterhaltsame Einblicke in das Wesen der Charaktere. Diese Tiefe macht sogar vor dem Finale kein Halt und zerstört seinen nachdenklichen Touch nicht mit aufgesetztem Krawall oder überzogenem Pathos. Man verabschiedet sich eher still vom Zuschauer und fuhr damit genau richtig. Auch eingeblendete Texttafeln waren sehr kompakt und beschäftigten nicht mit ellenlangem Lesen.

Ich kann verstehen, wenn man von deutschen Filmen – insbesondere wenn es zum das Thema Zweiter Weltkrieg geht – die Nase voll haben kann, doch dieses Genre ist einfach unsere große Stärke. Neben „Das Boot“ oder „Der Untergang“ zählt „Stalingrad“ zu den absoluten Pflichttiteln und sollte eigentlich von Jedermann zumindest einmal gesehen werden. Selten wurde das echte Soldatenleben so präzise und unheroisch portraitiert und selten konnte man sich so intensiv in dramatische Schicksale hineinversetzten. Wie kaum ein anderes Werk, schildert „Stalingrad“ eine Sinnlosigkeit, ein verbissenes Festhalten und eine Verblendung – die auch inszenierungstechnisch noch immer unter die Haut geht und den Kopf noch weit nach seiner Sichtung auf Trapp hält. Ein grandioses Kinoerlebnis und definitiv eine der Referenzen beim deutschen und beim internationalen (Anti-)Kriegsfilm überhaupt.

9/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Rogue Hunter

Inhalt

Sam ist Anführerin einer Söldnertruppe, die für Geld fast jeden Job übernimmt. Als sie im Herzen von Afrika eine verschleppte Dame aus den Fängen übler Räuber befreien, beginnt jedoch ein echter Kampfs ums Überleben. Nicht nur die unerwartet gut bewaffneten Beraubten sind fortan hinter dem Trupp her, sondern auch die wilden Tiere aus den Steppen mischen sich auf brutalste Weise in den Konflikt ein…

Fazit

Fast schon erwartungsgemäß entpuppt sich die bezaubernde Megan Fox als Zugpferd für dieses stellenweise schon fast abgenudelte Vehikel. Die Story an sich ist zwar nett, aber im Grunde nicht wirklich neu. Den Kampf gegen wilde Bestien in der Steppe haben bereits andere Mitstreiter mehr oder weniger erfolgreich aufgegriffen, doch unterm Strich konnte dieser Titel mit relativ hohem Unterhaltungswert punkten.

Zunächst hebt sich die Inszenierung schon ein wenig vom Rest ab. Mit knalligen Farben, scharfen Bildern und recht guten CGI-Effekten punktet „Rogue Hunter“ ganz ordentlich. Explosionen, wie Raubkatzen schauen ziemlich gut aus und eine kleine Szene mit wandernden Elefanten war recht beeindruckend. Man fühlte sich sofort wohl und konnte entsprechend rasch abtauchen.

Durch wohl dosierte Action war die Kurzweil überwiegend hoch, doch Abseits derer gab es schonmal kleinere Durchhänger, die letztlich eine höhere Bewertung verhagelten. Die Dialoge bestanden überwiegend aus Klischees und trugen nicht ernsthaft zur Tiefe oder weiteren Charakterbildung bei. Mehr als schablonenhaft skizzierte Figuren und bemühte Coolness durfte man einfach nicht erhoffen.

Die Darsteller haben ihre Sache im Rahmen der eingeengten Möglichkeiten ganz solide erledigt und passten zumindest optisch einwandfrei zu ihren markigen Sprüchen. Megan Fox war natürlich wieder mal ein Hingucker und weit mehr als schnödes Beiwerk. Sie beweis sich gut in der Rolle des Alpha-Leaders und überzeugte auch in den rabiateren Abschnitten – wobei das stets perfekt sitzende Make-Up schon etwas bizarr erschien.

Zum Glück habe ich mir vor der Sichtung keine Inhaltsangabe durchgelesen, denn sonst hätte der Titel wohl noch einige Zeit auf dem allseits bekannten „Pile of Shame“ verbringen dürfen. Normalerweise ist das Tier-Horror-Genre nicht unbedingt mein Fall, doch „Rogue“ möchte ich einen soliden Unterhaltungswert und einige recht spaßige Momente bescheinigen. Wer dem Thema nicht abgeneigt ist und auf unkomplizierte Action abfährt, sollte also durchaus mal reinschauen. Der Rest kann den Titel allerdings gerne überspringen und verpasst nicht sonderlich viel.

6,5/10

Fotocopyright: SquareOne Entertainment

The Mortuary – Jeder Tod hat eine Geschichte

Inhalt

Leichenbestatter Montgomery Dark sucht einen Nachfolger und plötzlich steht die bezaubernde Sam vor seiner Tür. Um zu prüfen, ob sie den künftigen Aufgaben überhaupt gewachsen sei, beginnen die Beiden sich gegenseitig mit morbiden Geschichten einschüchtern…

Fazit

„The Mortuary“ fühlt sich irgendwie herrlich an. Herrlich altbacken und erinnert an Klassiker wie „Geschichten aus der Gruft“ bzw. den kultigen „Gespenster“-Heftchen, die man als Kind verschlungen hat. Wir bekommen hier wirklich morbide und bitterböse Kurzgeschichten, die es nicht nur handlungstechnisch in sich haben, sondern dank hübscher und nicht minder blutiger Inszenierung optisch mächtig auftrumpfen können.

Eine richtige Lieblingsgeschichte hatte ich jetzt nach der ersten Sichtung zwar nicht, kann aber allen Episoden eine sehr gute Unterhaltung bescheinigen – was letztlich viel wichtiger als nur einzelne Highlights ist. So machen alle Abenteuer ordentlich Laune und stehen sich in Sachen Ekelhaftigkeit und Gedärm in Nichts nach. Erstaunlich auch, dass man nicht nur hierauf, sondern auch auf witzige Wendungen geachtet hat und den Zuschauer mit brauchbaren Twists immer mal wieder zum Schmunzeln brachte.

Im Gegensatz zu anderen Mitstreitern empfand ich den Rahmen um die kurzen Ausflüge ebenfalls als sehr gelungen erdacht. Gerade weil die Figuren von Dark und Sam so geheimnisvoll erschienen, machte deren Wortduell besonders viel Spaß. Man hängt förmlich an deren Lippen und weiß nie, wie sich das zwischenmenschliche Spiel entwickeln wird und vor allem – wie das gegenseitige Anstacheln wohl enden wird. Bei anderen Titeln gibt es oftmals nur blasse Erzähler, die einfach nur irgendwie zur nächsten Folge überleiten und zum Teil gar nicht notwendig gewesen wären.

Die Darsteller haben ihre Sache allesamt sehr gut gemacht. Es gab einige mehr oder weniger bekannte Gesichter, die sich lustigerweise in manchen Episoden auch mal doppelt eingeschlichen haben. Besonders gut hat mir jedoch der charismatische Leichenbestatter (Clancy Brown) gefallen – der auf der einen Seite recht einschüchtern wirkte und trotzdem irgendwie eine gewisse Sympathie erzeugen konnte. Mal was anderes, als der allseits bekannte „Crypt Keeper“.

„The Mortuary“ ist ein Segen für die Fans Eingangs erwähnter Kultobjekte. Er transferiert altbekannten Charme in ein technisch aktuelles Korsett und bietet wirklich sehenswerte Geschichten, denen es an Nichts mangelt. Für mich ein kleiner Überraschungstitel, der sicherlich noch einmal im Player landen wird.

8/10

Fotocopyright: Capelight Pictures

Danny’s Doomsday – Alleine hast du keine Chance

Inhalt

Der Sommer ist extrem heiß und keine Besserung in Sicht. Wie seine Mitschüler leidet auch der schüchterne Danny unter der Hitze und weiß nicht viel mit sich anzufangen. Als dann plötzlich die Hunde in der Nachbarschaft nicht mehr mit dem Bellen aufhören, wird klar, dass irgendwas Seltsames vorgeht…

Fazit

So rein von der Grundidee ist „Danny’s Doomsday“ gar nicht mal so schlecht gedacht – doch wieder einmal hapert es gewaltig bei der Umsetzung.

Ich habe generell nichts gegen Filme aus Dänemark und insbesondere auch nichts gegen Filme, die mit einfachen Mitteln eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen versuchen. Unseren Nachbarn ist jedoch kein zweites „Signs“, sondern vielmehr eine langweilige Teenie-Variante davon geglückt.

Allgemein gelang keine richtige Identifikation mit den Figuren und deren Verhalten ließ mich absolut kalt. Alles fühlte sich nicht so recht greifbar an und eine schwache Vertonung gab der Figurenzeichnung dann den Rest. Irgendwie waren die meisten Charaktere so komisch drauf, dass ein Aufbau von Sympathien nur schwer zu bewerkstelligen war.

Fast schon erwartungsgemäß gab es vergleichsweise wenig an Action und kaum etwas an Kreaturen zu erblicken. Was bei anderen Mitstreitern irgendwie geschickt gemacht wurde, wich hier zuweilen heftiger Langweile. Es passt oftmals – gefühlt für endlose Minuten – überhaupt nichts auf dem Schirm und jeder Versuch ein bisschen Spannung aufzubauen, wird nicht passend abgeschlossen. Dies erfolgt beispielsweise beim Einläuten dramatischer Musik und dann verpufft die angespannte Lage direkt wieder.

Die eher unbekannten Darsteller machten ihre Sache so lala. Wie bereits erwähnt waren deren Figuren nicht unbedingt nachvollziehbar oder irgendwie großartig charismatisch geschrieben. Sie gaben sich zwar Mühe möglichst ängstlich dreinzublicken – doch weder als Grusel-, noch als Teeniestreifen wollte dies überzeugen. Selbst die wenigen Erwachsenen wirkten blas und uninspiriert.

Selbst als harmloser Jugendfilm betrachtet, macht „Danny’s Doomsday“ seine Sache leider nicht ordentlich gut. Man vergibt eine möglicherweise sogar sozialkritische Komponente und liefert einen belanglosen Langweiler mit wenig Substanz ab. Aufgrund seiner immensen Längen vermag ich letztlich keine höhere Bewertung auszusprechen. Für mich nach dem missglückten „Tribes of Europa“ die nächste europäische Pleite innerhalb kürzester Zeit.

3/10

Fotocopyright: Jakob GmbH

The Last Starfighter

Inhalt

Alex ist begnadeter Zocker und erreicht am Spielautomaten „Starfighter“ den mit Abstand höchsten Punktestand. Eines Tages bekommt er deshalb Besuch aus dem All, der ihm die Chance offeriert, durch seine Begabung zu einem echten Weltraumpiloten zu werden…

Fazit

Was heute selbst bei kleineren Produktionen zum absoluten Standard gehört, war anno 1984 noch eine kleine Sensation. „Starfighter“ war einer der ersten Filme mit richtigen Computereffekten und traf hiermit und dem Thema Videospiele wohl den Nerv der Zeit.

Natürlich wirken viele Elemente mittlerweile recht angestaubt, aber einen gewissen Charme mag man dem Teil einfach nicht absprechen. Als begeisterter Videospieler lacht das Herz beim Anblick alter Arcade-Automaten und die Geschichte an sich ist sowieso total witzig gedacht.

Der Aufbau ist schlicht, aber eingängig. Gut und Böse sind klar getrennt und besonders im All fühlt sich auch alles sehr nach einem Computergame an. Man kann sich erstaunlich gut in die Rolle unserer Hauptfigur hineinversetzen und durchaus so Einige seiner Gedankengänge und Sorgen mit ihm teilen. Hört sich im Anbetracht des Settings zwar ziemlich abstrakt an, war aber einfach so.

Die Handlung ist gut erzählt und trotz allgemein eher ruhigen Gangart doch recht unterhaltsam. Manche Dialoge hätten vielleicht einen Ticken straffer ausfallen können, aber insgesamt passt alles zum schmucken Retro-Gesamtbild. Erstaunlich hierbei die Qualität der Masken. Während man bei einigem Kostümen sehr deutlich die Alufolie zu erkennen ist, machen vor allem die Gesichter der Außerirdischen noch Einiges her und erinnern an gute Handwerkskunst – die so kaum noch anzutreffen ist.

Dank des ausgezeichneten HD-Bildes bleibt kein Detail mehr verborgen und hier sticht die beachtliche Qualität der Effekte heraus. Klar fühlen sich Raumschiffe und Laserstrahlen wie aufgesetzte Fremdkörper an, doch ehrlich gesagt möchte ich da kaum was bemängeln. Der Stil ist einzigartig und das Gesamtbild rund und noch immer sehr gut anschaubar – sofern man sich darauf einlassen kann.

„The Last Starfighter“ mag mit seiner naiven und technisch veralteten Art nicht unbedingt jede Publikumsschicht ansprechen, doch gerade wer ein Faible für das Thema hat und nichts gegen eine Aufmachung ala „Buck Rogers“ hat, sollte unbedingt mal reinschauen. Sicherlich ist das Teil nicht der allergrößte Wurf, doch für einen unterhaltsamen Feierabend kommt dieser Streifen immer mal wieder recht.

7/10

Fotocopyright: Starlight Film

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