Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Kategorie: Filmbesprechungen (Seite 1 von 28)

Greenland

Inhalt

Ein Komet befindet sich auf dem Kollisionskurs mit der Erde und erste Absplitterungen hinterlassen bereits verehrende Schäden und viele Menschenopfer. Die Regierung versucht wichtige Personen in Bunker einzuquartieren, doch das allgemeine Chaos macht eine geordnete Evakuierung äußerst schwierig. Unter den Erwählten befindet sich John Garrity und dessen Familie, doch manch Hindernisse werden ihnen auf der Flucht in den Weg gelegt…

Fazit

Filme wie „Armageddon“ oder „Deep Impact“ sind mittlerweile so lange her, dass man ähnlich gelagerte Thematiken wohl wieder für aktuelle Filme verwenden kann und nur ein wenig an deren Verpackung justieren muss. Zwar hat „Greenland“ gerade im Vergleich zum Erstgenannten einen wesentlich realistischeren Ansatz, jedoch fühlt sich alles arg zusammengestückelt an.

Auch wenn die Grundidee nicht gerade frisch ist, konnte ich gut damit leben und begrüße den eher greifbaren und Versuch einer halbwegs authentischen Inszenierung. Zwar hat man sich nur wenige eigene Gedanken gemacht und viel bei Mitbewerbern abgeschaut, doch der Unterhaltungsfaktor hat insgesamt soweit gepasst. Die knappen zwei Stunden waren überwiegend spannend und kurzweilig gestaltet, die Zeichnung der Figuren hat teils wirklich gut gefallen.

Bei den Effekten allerdings habe ich mich gefragt, ob hier wirklich ein Kinoproduktion vorlag – oder das Ganze für das normale TV konzipiert wurde. Die Qualität der computergenerierten Elemente ist bestenfalls mittelprächtig und viele Explosionen oder Fragmente wirken wie aufgesetzte Fremdkörper. Auch so manche Totale schaute mehr nach Zwischensequenz aus einem Videospiel, denn einem großen Blockbuster aus. Hier sind wir heutzutage – selbst im Serienformat – einfach Besseres gewohnt.

Gerard Butler (300) überzeugte als einfacher Familienvater und schlug sich ohne besondere Superkräfte irgendwie durch. Toll fand ich hierbei die Entwicklung seines Charakters, der für die Liebsten sogar über Leichen ging und anschließend von Vorwürfen geplagt wird. So einen Ansatz findet man in solchen Werken viel zu selten, erklärt er doch fortan auch seine selbst opfernde Hilfsbereitschaft Anderen gegenüber.

Streng genommen ist „Greenland“ weder innovativ, noch unbedingt sehenswert. Er schaut viel bei der Konkurrenz ab und liefert einen vergleichsweise nüchternen Katastrophenfilm ab. Eine echte Anschaupflicht besteht bei Weitem nicht, doch Genrefreunde dürften dennoch auf Ihre Kosten kommen. Ich wurde jedenfalls ganz ordentlich bei Laune behalten und vergebe trotz unschöner Patzer bei der Technik gaaanz knappe 7 von 10.

7/10

Fotocopyright: Leonine Spielfilm

Edison – Ein Leben voller Licht

Inhalt

Edison ist ein begnadeter Erfinder und leider auch etwas Eigen. Seine Glühbirnen mögen sicherlich die Besten sein, doch an seiner Methode der Stromübertragung scheiden sich die Geister. Nun steht allerdings die Weltausstellung bevor und alle Branchengrößen versuchen mit ihren Produkten die breite Masse zu beeindrucken…

Fazit

Um ehrlich zu sein, habe ich mir diesen Film einzig und allein wegen seinem großartigen Cast anschauen wollen und wurde am Ende zudem mit einer unerwartet unterhaltsamen Geschichte beglückt. Namen wie Benedict Cumberbatch, Michael Shannon und Nicholas Hoult lesen sich nicht nur hervorragend, sondern lieferten ein sehenswertes Spiel, welches der eigentlich etwas trockenen Handlung einen markanten Stempel aufdrückte.

Auf dem Papier klang „Edison“ zunächst wenig spannend. Die Anfänge einer flächendeckenden Stromversorgen waren zwar revolutionär, doch ob man diese Thematik in einen unterhaltsamen Film packen könnte, war fraglich. Sicherlich ist der Verlauf auch recht unspektakulär gestaltet und natürlich vollkommen biografisch geprägt – doch irgendwo angenehm unterhaltsam gemacht. Man konnte sich gut in Personen und Problematiken hineinversetzten und fiebert dann doch bis zum Ende mit.

Inwiefern eine Ähnlichkeit zu den realen Vorbildern besteht, vermag ich nicht zu beurteilen. Fakt jedoch, dass alle Beteiligten prima zusammenarbeiten und einen ausgezeichneten Eindruck hinterließen. Egal, ob Cumberbatch oder Shannon – sie gaben ihren Charakteren ordentlich Kontur und deren Rivalität war wunderbar greifbar. Man fühlte, dass zwischen ihnen nicht unbedingt der Hass, sondern der Ansporn zum gegenseitigen Überbieten stand und gemeinsame Ereignisse wieder ein Band schmiedeten.

Rein von seiner Machart ist „Edison“ sicherlich kein ultraspannender Thriller mit krassen Wendungen, aber das war hier auch nie verlangt. Stattdessen erhalten wir einen sehenswerten Geschichtsunterricht mit sympathischen Figuren und überraschend hohen Unterhaltungswert. Sicherlich kein Film für jeden Tag – aber ein netter Titel, falls man dazu in der Stimmung ist. Lob natürlich für die tollen Darsteller, die uns alles anschaulich näher brachten.

7/10

Fotocopyright: Concorde Video

The Doorman – Tödlicher Empfang

Inhalt

Auf der Suche nach wertvollen Kunstgegenständen stürmt eine Gangstertruppe ein luxuriöses Gebäude und macht dabei keine Gefangenen. Schlecht für die Einbrecher jedoch, dass der neue Concierge früher eine Elitesoldatin war und sich ihnen mit allem Können in den Weg stellt…

Fazit

Meine Erwartungen an den Film an sich und bezüglich des Auftritts von Jean Reno waren eher gering. Die Story lass sich relativ austauschbar und in den letzten Werken hat Frankreichs Altstar nicht unbedingt mit längerer Anwesenheit geglänzt. Nach der Sichtung bestätigte sich die dürftige Handlung, jedoch überzeugte der renommierte Akteur mit vollwertiger Teilnahme und gewohnt gutem Spiel.

Die „Einer gegen Alle“-Show ist weder vom Gedanken her originell, noch sonst irgendwie neuartig umgesetzt. Nach etwas Vorgeplänkel läuft alles nach bewährtem Schema und bereichert das Sub-Genre nicht unbedingt mit krassen Alleinstellungsmerkmalen. Dies sorgt zwar für Ernüchterung, ist dabei jedoch gerade so unterhaltsam inszeniert, dass man sich keineswegs langweilt oder gar erbost.

Alles ist solide inszeniert und vor allem die Actioneinlagen recht gefällig. Der Verlauf auch ohne beanstandenden Innovationen meist kurzweilig und über die Tiefe sollte man sich einfach keine Gedanken machen. Ruby Rose macht sich in ihrer Rolle ziemlich gut und aufgrund ihrer Statur auch ausreichend glaubwürdig. Ich war froh, dass Reno wieder längere Screentime bekam und seine Figur herrlich böse rüberkam. Er nahm den Autoren seinen Background vielleicht auch nicht ganz ab, doch im Gesamteindruck ist dies zu verschmerzen. Man musste halt irgendwas konstruieren, um einen passenden Rahmen für die Action zu bieten.

„The Doorman“ erfindet das Rad nicht neu und beeindruckt auch nicht mit ungewöhnlichen Ansätzen, bleibt aber unterm Strich ein netter Zeitvertreib. Jean Reno geht immer und die durchaus runde Action übertüncht den angestaubten Rest. Nichts Besonderes, doch für Fans ganz okay.

6/10

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

Blumhouse’s – Der Hexenclub (The Craft)

Inhalt

Lily ist die Neue an der Schule und schon nach kurzer Zeit das Opfer von Mobbing. Dies bleibt bei einigen ihrer Mitschülerinnen nicht unbemerkt und natürlich auch nicht die Aura, welche sie ausstrahlt. Die Mädels geben sich Lily gegenüber als Hobby-Hexen zu erkennen und spüren, dass sie das fehlende Glied im Bunde ist…

Fazit

„Der Hexenclub“ von 1996 mag jetzt nicht unbedingt als absoluter Klassiker gelten und dennoch besitzt er bei mir einen durchaus vergleichbaren Status. Er war nicht überragend, aber immerhin so unterhaltsam, dass er regelmäßig im Player landet und stets prima bei Laune hält.

Eine seichte Unterhaltung war dann auch meine Mindestanforderung an die aktuelle Variante – die sich nicht so recht für ein Remake oder eine waschechte Fortsetzung entscheiden möchte. Die Handlung knüpft prinzipiell an den vermeintlichen Vorgänger an, doch kaut er zu viele gleiche Elemente erneut wieder und fühlt sich hierdurch eher nach einer Neuinterpretation an.

Der gesamte Look unterschied sich gewaltig von damals und scheint wohl den Nerv der Zeit treffen zu wollen. Während ich mich mit den Darstellern weitestgehend anfreunden konnte, erschienen mir insbesondere deren Outfits als etwas zu schräg und zu krass auf „anders sein“ gebürstet. Mag zwar zu deren Rollen passen, lud für mich aber eher zum Fremdschämen ein. Möglicherweise bin ich einfach zu alt dafür und habe eine andere Sicht auf diese Dinge. Negativ möchte ich dies dem Werk aber nicht auslegen – das wäre arg unfair.

Die Handlung plätschert von Anfang bis Ende vor sich hin und hält keinerlei nennenswerte Highlights parat. Abgesehen von den kleineren thematischen Parallelen zur 96iger Umsetzung gibt es aber kaum eine echte Brücke. Weder Spannungsbogen, noch Inszenierung können mit dem Original mithalten und wirken trotz aller aktuelleren technischen Gegebenheiten eher wie ein laues Fernsehspektakel. Man hätte mit heutigen Mitteln so viele fantasievolle Einlagen basteln können, doch die Chance wurde vertan. Selbst das Finale verkam zu einer unspektakulären Sache ohne echten Charakter oder großem Hingucker.

Über Michelle Monaghan und David Duchovny in Nebenrollen habe ich mich echt gefreut, aber das war es im Grunde mit den positiven Eindrücken. Ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, einfach nicht die Zielgruppe für diesen Film zu sein und konnte mich weder mit Auftritt der Figuren, noch mit deren Verhaltensweisen identifizieren. „The Craft 2020“ ist eindeutig für ein recht junges Publikum und wirkt in vielen Momenten einfach nicht mehr so düster und bedrohlich, wie der vermeintliche Erstling – und haut dessen Fans womöglich ganz schön gegen den Kopf. Das Endergebnis mag grundsätzlich in Ordnung gehen, allerdings bleibe ich dann lieber beim stimmigen und seinerzeit top-besetzten Original – das hatte eine ganz andere Atmosphäre und eignet sich mit seiner eher ernsteren Grundstimmung auch für ein reiferes Publikum.

5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Home Entertainment

The Room

Inhalt

Ein junges Paar bezieht ein neues Domizil und ist nun voll und ganz auf Familienplanung eingestellt. Mit dem Nachwuchs klappt es trotz aller Bemühungen zwar nicht, doch hält ihr Haus eine andere Überraschung für sie bereit. Es existiert nämlich ein Raum, der scheinbar alle Wünsche in Erfüllung gehen lässt – aber die Sache hat einen Haken…

Fazit

Ich habe es schon mehrfach geschrieben und ich bleibe auch dabei. Ich mag Filme, die effizient sind und „The Room“ ist sicherlich Einer von ihnen. Konkret geht es dabei um Werke, die auch mit wenigen Darstellern, wenigen Schauplätzen und idealerweise überschaubaren Effekten auskommen und dennoch mit einfachen Mitteln an den Schirm fesseln.

In Sachen Tricktechnik hatte „The Room“ zwar Einiges zu bieten, doch der Fokus lag klar auf dem Kammerspiel zwischen den Charakteren und das hat ganz hervorragend funktioniert. Die Handlung hat mich ein wenig an ein Märchen erinnert, was sich als nicht wirklich tragisch erwiess. Ein Raum, der alle Wünsche erfüllt und Personen, die davon scheinbar kaum genug davon bekommen – da lassen die Konsequenzen nicht lange auf sich warten und genau dies trifft hier natürlich zu und hält ein paar fiese Momente parat.

Normalerweise kritisiere ich Filme, denen eine gewisse Logik abgeht und die Handlung nicht vollends nachvollziehbar erschien, aber hier mache ich eine kleine Ausnahme. Man muss den Plot einfach mal akzeptieren und sich nach Möglichkeit einfach auf das Geschehen einlassen. Dann offeriert sich ein ordentlicher Spannungsbogen, der tatsächlich bis zur letzten Minute aufrecht erhalten bleibt und währenddessen keinerlei nennenswerte Längen zu verzeichnen hatte.

Bondgirl Olga Kurylenko ist mittlerweile sichtlich älter geworden, doch mindert dies nichts an ihrer Präsenz. Ihr Filmpartner und sie machen ihre Sache äußerst ordentlich und harmonieren gut miteinander. Man kann sich einigermaßen in Ihre Rollen hineinsetzen und mit den Beiden ordentlich mit fiebern.

„The Room“ ist kein krachender Blockbuster, sondern eine nette, kleine Geschichte über Gier und deren Konsequenzen. Er präsentiert uns einen interessant gestalteten Verlauf, der weitestgehend kurzweilig daher kommt und sich für Zwischendurch prima eignet. Streng genommen kein absoluter Top-Titel, aber durch und durch solide Kost und auf jeden Fall gut anschaubar.

7/10

Fotocopyright: Weltkino

Harriet – Der Weg in die Freiheit

Inhalt

Nach dem Tod ihres tyrannischen Besitzer gelingt Araminta die Flucht in die Freiheit. Sie taucht bei einer Gruppe von Widerstandskämpfern unter und tritt fortan unter dem Namen Harriet Tubman in Erscheinung. Sie hat sich nicht nur der Befreiung ihrer Familie, sondern auch allen anderen Sklaven verschworen…

Fazit

Filme können Geschichtsunterricht auf interessante und gar nicht mal so biedere Weise vermitteln und „Harriet“ ist genau so ein Fall. Die Handlung mag sich zwar vor über hundert Jahren zugetragen haben, doch ist seine Botschaft alles andere, als aus der Zeit gefallen und zeigt noch heute seine Wirkung.

Der Streifen ist insgesamt eher ruhig und unaufgeregt inszeniert, was man ihm keinesfalls zur Last legen möchte. Die hochwertigen Bilder brennen sich mit ihrer Machart durchaus ins Gedächtnis ein und ein angenehmer Sog entsteht. Durch seine qualitativ hochwertige Aufmachung hat der Zuschauer keine Scheu vorm Abtauchen und die grandiosen Darsteller tragen ihren Teil dazu bei.

Lob geht an alle Akteure, doch sticht Cynthia Erivo in der Titelrolle klar aus der hochkarätigen Besetzung hervor. Sie verkörpert ihre Rolle mit extremer Hingabe und Glaubwürdigkeit. Es wäre vermessen zu behaupten, man könne sich in ihre Lage hineinversetzen, aber das Mitfiebern gelingt ganz prima und die Emotionen nehmen ganz schön mit.

Ich liebe Filme, die uns eindrucksvoll das Leben bewegender Persönlichkeiten präsentieren und dies geling „Harriet“ mit Bravour. Das Werk ist makellos inszeniert, spannend vom Inhalt und hinterlässt am Ende eine gute und nicht minder aktuelle Message. Durch seine Thematik und seine Aussagen ist er im Grunde noch am Puls der Zeit und somit ein wertvoller und rundherum gelungener Beitrag.

8/10

Fotocopyright: Universal Pictures Germany GmbH

Die drei Tage des Condor

Inhalt

Joseph Tuner ist Analytiker beim Nachrichtendienst der CIA und war eigentlich nur eine Kleinigkeit zum Essen einkaufen. Als er wieder zurück zu seiner verdeckten Dienstelle kommt, findet er nur noch die Leichen seiner Kollegen vor. Sofort meldet er den Vorfall bei der Zentrale, doch diese rät dem unbeholfenen Agenten nur zum Abtauchen und dem Meiden sämtlicher Kontakte. Jospeh ist für eine solche Lage überhaupt nicht ausgebildet und versucht bestmöglich einen kühlen Kopf zu bewahren…

Fazit

„Die drei Tage des Condor“ ist ein klassischer Agentenfilm, der aufgrund seines Alters mit typischen Stärken und Schwächen daher kommt und sicherlich nicht Jedermanns Sache ist.

Der Film bricht mit seiner ruhigeren, teils äußerst dialoglastigen Art mit heutigen Sehgewohnheiten. Nicht nur Ausstattung, Kleidung und eingesetzte Technologie erinnern an die 70iger, sondern auch die audiovisuelle Umsetzung, gepaart mit einem altmodischen Gefühl für Timing.

Alles fühlt sich recht behäbig und träge an. Viele Einstellungen lassen sich lange Zeit und Konversationen erfordern Aufmerksamkeit. Die Handlung an sich ist gar nicht mal so komplex, doch eine fast schon besinnliche Erzählweise dehnen sie ein wenig aus. Das mag nicht unbedingt schlecht sein, wirkt aber ungewohnt entschleunigend und damit fast schon wieder anstrengend.

Hoch anrechnen möchte ich allerdings die Grundaussage, die sich aus dem Treiben erst relativ spät herauskristallisiert. Man wirft einen kritischen Blick auf Geheimdienste und deren allgemeine Einflüsse. Ich glaube hier ist der Film nach wie vor sehr aktuell und verfehlt nicht seine Wirkung. Er war nicht unbedingt seiner Zeit voraus, doch ist die Thematik noch immer greifbar und brisant.

Robert Redfort macht seine Sache erwartungsgemäß toll und gibt keinen Grund zur Klage. Man konnte sich gut in seine Lage hineinversetzte und seine Überforderung in vielen Momenten absolut nachvollziehen. Ich verbinde den Schauspieler einfach mit derartigen Rollen und werde ihn als Agent wohl ewig in Erinnerung behalten. Seine ganze Haltung und sein Look passt wie die Faust aufs Auge und seine heute noch immer aktuelle Präsenz spricht für seine Qualitäten.

Damals habe ich mir blind die HD-DVD gekauft und am gestrigen Abend wusste ich, warum ich einen Großteil des Streifens über die Jahre schlichtweg vergessen habe. „Die drei Tage des Condor“ ist wahrlich kein schlechter Film, jedoch für meinen Geschmack zu sehr aus der Zeit gefallen und stellenweise leider ein bisschen langweilig. Ich vermag Klassiker durchaus zu schätzen, aber irgendwie werde ich bei diesem Titel trotz aller Bemühungen nicht so richtig gefesselt. Vielen positiven Kritiken entnehme ich jedoch, dass er vielen Kritikern dennoch sehr gut gefällt – also macht euch bei Bedarf ein eigenes Bild.

6,5/10

Fotocopyright: STUDIOCANAL

High Crimes – Im Netz der Lügen

Inhalt

Nach einem Einbruch bei Anwältin Claire Heller Kubik werden Fingerabdrücke sichergestellt und alsbald ein Verdächtiger verhaftet. Dumm nur, dass es sich beim Verhafteten dann um den Ehemann der Dame handelt – der scheinbar bereits seit einigen Jahren unter anderem Namen vom Militär wegen eines grausamen Verbrechens gesucht wird. Sie versucht sich nun Klarheit über die Lage zu verschaffen und beginnt an ihrem Geblieben zu zweifeln…

Fazit

Hin und wieder ein spannender Thriller kommt eigentlich immer gut und die letzte Sichtung von „High Crimes“ war bereits so lange her, dass etliche Details vergessen wurden und man sich quasi neu auf das Geschehen einlassen konnte.

Im Großen und Ganzen kann man dem Film wenig vorwerfen. Er baut einen ordentlichen Spannungsbogen auf und hält seinen Twist bis zum Ende bei. Kleinere Längen waren in den knapp zwei Stunden Laufzeit zwar vorhanden, verhagelten aber keineswegs die Laune oder ließen den Zuschauer vom Geschehen abschweifen.

Obwohl einige Szenen vor Gericht stattfanden, war „High Crimes“ kein reines Gerichtsdrama. Vielmehr ging es um Recherchen und die Ereignisse rundum, was dem Ganzen etwas mehr Dynamik als manchen Mitstreitern verabreicht und weitestgehend gut gelungen ist. Man konnte den Spuren der Ermittlungen eigentlich immer ausgezeichnet folgen und die Schlussfolgerungen der Figuren verstehen. Dies sehe ich als großes Plus.

Neben einer tollen Ashley Judd gefiel erneut ein redegewandter Morgan Freeman, der für solche Auftritte scheinbar geboren wurde. Man man ihm den Auftritt als Anwalt mit leichten persönlichen Probleme vollends ab und schmunzelte bei einigen seiner Kommentaren. Allgemein war das Zusammenspiel aller Beteiligten angenehm rund und die Chemie schien überall zu passen. Vielleicht wurde die Gegenseite optisch etwas zu grimmig dargestellt, aber das ging soweit in Ordnung.

„High Crimes“ ist sicherlich keine Referenz in seinem Genre, aber ein durch und durch sehenswerter und spannender Titel. Es machte Spaß den hervorragenden Darstellern bei ihrer Arbeit zuzuschauen und der insgesamt recht logische Verlauf stimmte zufrieden. Das Finale erschien zwar etwas übertrieben, aber immerhin haben wir es ja hier auch mit einem klassischen Hollyoodfilm zu tun. Unterm Strich jedenfalls einen Blick wert.

7/10

Fotocopyright: STUDIOCANAL

Cliffhanger – Nur die Starken überleben

Inhalt

Rund ein Jahr nach einem dramatischen Zwischenfall kehrt Gabe Walker kurzzeitig zurück in die alte Heimat. Eigentlich wollte der resignierte Bergretter nur seine restlichen Sachen einpacken, doch wird spontan auf eine neue Rettungsmission geschickt. Bei seinem Aufbruch ahnt er allerdings nicht, dass es sich bei den Hilfesuchenden um üble Verbrecher auf der Suche nach verlorenen Geldkoffern handelt…

Fazit

Im breiten Filmaufgebot von Stallone gibt es so einige Klassiker und „Cliffhanger“ ist sicherlich Einer von ihnen. Der Titel bot für damalige Verhältnisse recht spektakuläre Actionsequenzen und nicht blutige Auseinandersetzungen mit den markanten Antagonisten. Am vergangenen Samstag wurde das Steelbook spontan mal wieder aus dem Regal gezogen und die Blu-Ray in den Player geworfen.

Die Handlung ist so simpel, wie effektiv und gibt dem optisch ansprechenden Rahmen genügend Füllmaterial. Der Trip in die verschneiten Berge ist heute noch so eindrucksvoll wie damals und überzeugt mit einer ganz eigenen Atmosphäre. Man fühlt so richtig die Kälte – und den Respekt vor steilen Abhängen und waghalsigen Klettereinlagen der Akteure. Sicherlich fallen kleine Technik-Tricks auf der großen, heimischen Leinwand mittlerweile deutlicher denn je auf – dennoch will ich hier nichts bemäkeln und gebe mich für eine Produktion von 1993 vollkommen zufrieden. Besonders die Bildqualität der aktuellen Scheibe kann absolut begeistern und lässt den Titel äußerst frisch erscheinen.

Begeistern kann natürlich auch ein Sly, der in seinen besten Jahren über Hindernisse kraxelt und sich den Bösewichten mit allerlei Faustakrobatik gegenüberstellt. Sein Spiel war insgesamt echt in Ordnung und die Mimik durchwegs passend. In einen Szenen stielt ihm jedoch ein gut aufgelegter John Lithgow die Schau – der wieder mal einen sehr charismatischen Gegenspieler abgibt und durcheins einige Sympathien für sich verbuchen konnte. Nach dem zuletzt erneut gesichteten Flop „Replicant„, tat es auch gut, einen Michael Rooker in einer sehenswerteren Rolle bzw. hochwertigeren Produktion zu erblicken. Auch er machte seinen Job sehr gut und gab keinen Grund zur Klage.

„Cliffhanger“ versprüht aus jeder Pore den Charme eines Actiontitels der frühen 90iger und macht damit einfach nur Spaß. Seine hochwertige Aufmachung kann auch heute noch vollkommen überzeugen und man fühlt den Hauch vom großen Blockbuster-Kino von einst zu jeder Sekunde. Der Titel ist Kurzweil pur und audiovisuell noch immer extrem stark – so dass es nicht nur für eingefleischte Stallone-Fans eine Empfehlung geben muss. Wer handwerklich top gemachte Action sucht, wird hier trotz seines Alters auf jeden Fall fündig.

8/10

Fotocopyright: STUDIOCANAL

The Night Clerk – Ich kann dich sehen

Inhalt

Bart ist Authist und studiert nach eigener Aussage am liebsten andere Menschen. Beste Gelegenheit dazu bietet ihm sein Job am Empfang eines Hotels, bei dem er allerdings nicht nur die öffentlichen Bereiche, sondern auch die Intimsphäre der Besucher mit verstecken Kameras im Auge behält. Eines Tages wird er bei seinen heimlichen Beobachtungen Zeuge eines Mordes und kann sich aufgrund seiner illegalen Überwachung nicht richtig bei der Polizei darüber aussprechen…

Fazit

Früher war es „Das Fenster zum Hof“ und in der heutigen Zeit eben die Beobachtung von Morden via iPad. Das mag zwar technologisch besser in unsere Zeit passen, erhöht bei eher unspektakulärer Inszenierung nicht unbedingt den Spannungsbogen.

Der Film an sich ist nicht schlecht gemacht, erinnert mit seiner Optik und ruhigen Erzählweise sehr an einen Fernsehkrimi, der sich mal eben wegschauen lässt – aber keineswegs in bleibender Erinnerung verbleiben mag. Alles plätschert vor sich hin und manche Dialoge fühlen sich einfach nur wie Lückenfüller an. Die Handlung passt auf einen Bierdeckel, doch alles wirkte künstlich gestreckt. Die enthaltenen Wendungen waren allenfalls nicht der Rede wert und passend unaufgeregt gestaltet.

Die Darsteller machen ihre Sache soweit ordentlich, aber nie auf einem Level, das man übermäßig loben möchte. Selbst die Verkörperung des autistischen Concierge ist eher solide, als beeindruckend – auch wenn sie schon irgendwo relativ glaubhaft schien und gut ins Setting passte. Mit Ana de Armas gab es zwar was fürs Auge, doch eine sichtlich gealterte Helen Hunt erschrak mit steifer Mimik genau wie zuletzt in „I See You – Das Böse ist näher als du denkst„.

„The Night Clerk“ ist solides Futter für Krimifans, aber nicht der erhoffte Geheimtipp, der aus dem Nichts gekommen ist. Das Resultat ist grundsätzlich nett, aber nichts, wofür man großes Geld ausgeben sollte. Für eine Sichtung im TV oder einem bereits vorhandenen Streamingdienst geht das Teil schon irgendwo in Ordnung – mehr aber auch nicht.

5,5/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

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