Filme, Serien, Videospiele, Fotografie und Lifestyle

Kategorie: Filmbesprechungen (Seite 1 von 81)

Verlorene Liebe

Inhalt

Bestsellerautorin Grace quartiert sich bei ihrer Schwester ein, die alsbald Opfer eines Verbrechens wird und tot im Haus aufgefunden wird. Bei den Aufklärungsarbeiten stolpert die Polizei rasch über ihr Doppelleben als Webcam-Girl und vermutet den Täter in diesen dubiosen Kreisen. Grace dagegen versteht die Welt nicht mehr und greift den Ermittlern mit ihrer Roman-Expertise hilfreich unter die Arme…

Fazit

Ich muss zugeben, dass ich Alyssa Milano schon länger nicht mehr auf dem Schirm hatte und angenehm von ihrem zuweilen dich recht reizvollen Auftreten in diesem Streifen angenehm überrascht war. Sie hat nie besser ausgesehen und vor allem war ihr Schauspiel – gemessen am Rahmen – war ebenfalls nicht übel. Der Film selbst wirkte allerdings eher wie eine Adaption eines beliebigen Groschenromans und damit nicht unbedingt wie ein unentbehrliches Highlight.

Die Handlung an sich offerierte uns wenig Neues und beschränkt sich von seinem Personalaufwand auf das Nötigste. Der Kreis der Verdächtigen war also relativ gering und die potentiellen Motive äußerst transparent. Die Auflösung warf dann folgerichtig nicht unbedingt vom Hocker, war immerhin halbwegs nachvollziehbar konstruiert und befriedigend auserzählt. Kleinere Klischees, eine eingeflochtene Romanze und ein vorhersehbares Finale inklusive.

Was sich im Grunde alles gar nicht mal so positiv anhört, war jedoch nur halb so wild. Sicherlich erfindet „Verlorene Liebe“ das Rad nicht neu und marschiert ziemlich seicht gen Abspann, doch wirklich gelangweilt habe ich mich zu keiner Sekunde. Alles war irgendwie ungemein sympathisch, flüssig und vor allem kurzweilig gemacht. Die simple Handlung hatte keinerlei Durchhänger und selbst die vorhersehbaren Momente waren keine Showstopper.

Man konnte dem gemütlichen Treiben nicht nur unkompliziert folgen, sondern einfach mal abschalten und den Akteuren stressfrei bei der Arbeit zuschauen. Hier und da sogar ein wenig Miträtseln, über die gebotene Liebelei schmunzeln und dann am Ende mit einem „war ja klar“ den Fernseher ausschalten. Alles nicht hitverdächtig, doch unerwartet leichtgängig und anschaubar. Wer nichts gegen eher flache Berieselung hat, darf also gerne mal reinzappen – und wenn es nur wegen Milano in schicken Outfits ist.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Copshop

Inhalt

Auf einem abgelegenen Polizeirevier finden sich innerhalb von nur einer Nacht zwei seltsame Gestalten in den Zellen ein. Keiner kennt den wahren Identität und deren eigentlichen Motivation, warum sie ausgerechnet an diesem Abend hier gelandet sind. Scheinbar steckt hinter dem ungewöhnlichen Zusammentreffen kein schnöder Zufall, sondern ein perfider Plan…

Fazit

Nach einem etwas behäbigen Auftakt war „Copshop“ Spaßkino in seiner reinsten Form. Er gab sich so lange mysteriös und undurchschaubar, bis die Fetzen fliegen und jede Menge Action über spürbare Lücken in der Rahmenhandlung hinwegschauen ließen.

Der Härtegrad war angenehm hoch und Gerald Butler als richtiger „Bad Ass“ wieder megacool. Bei genauerer Betrachtung gab es zwar so viele Ungereimtheiten in der eigentlichen Geschichte und den arg von Zufällen geprägten Ereignissen, doch irgendwann wollte man sich innerlich gar nicht mehr damit befassen und einfach die deftigen Ballereien genießen.

Diese wurden optisch heraussagend in Szene gesetzt und überhaupt gefiel der gesamte Look. Alles wirkte extrem hochwertig und irgendwie auch dreckig zugleich. Die dichte Atmosphäre überzeugte und sogar für die etwas tiefere Zeichnung der wichtigsten nahm man sich die Zeit.

Für meinen Geschmack zielte das Gebotene aber zu stark auf „Kult“ ab und schoss gelegentlich über das Ziel hinaus. Manche Momente waren einfach so „drüber“, dass es sich schon wieder nicht richtig toll anfühlte. Kann es ganz schlecht beschrieben, doch hierdurch reichte es dann letztlich nicht zu einer höheren Bewertung. Vielleicht war man einfach zu bemüht und musste immer noch einen drauf setzten – was grad im letzten Part etwas verstimmte.

„Copshop“ überspannt zuweilen den Bogen, war aber unterm Strich eine unterhaltsame Angelegenheit nach einem harten Arbeitstag. Es wird zwar insgesamt nicht viel im Gedächtnis hängen bleiben, doch für den Moment war der Film schon in Ordnung und für Actionfans somit eine Empfehlung wert.

7/10

Fotocopyright: Netflix

Weihnachtsjagd – Das Fest der Spiele

Inhalt

Weihnachten 1988. Der kleine Jake wünscht sich nichts sehnlichster als ein eigenes Nintendo Entertainment System und glaubt, kein Leben mehr ohne dieses technische Wunderwerk fortführen zu können. Seinen Eltern ist das Gerät aber nicht nur zu teuer, sondern sie stehen diesen neuartigen Videospielen mit ihren bedenklichen Nebenwirkungen sehr kritisch gegenüber…

Fazit

Es gibt Filme, die nüchtern betrachtet gar nicht mal so gut sind, aber einfach diverse Trigger im Kopf bedienen und dann doch extrem viel Laune bereiten. „8 Bit Christmas“ gehörte für mich jedenfalls in diese Kategorie – und wenn nicht alle Dinge bis ins kleinste Detail auf die eigene Kindheit übertragbar waren, so gut konnte man sich dennoch in die meisten Aspekte hineindenken und den Titel einfach nur genießen.

Auch meine Eltern standen seinerzeit solchen elektronischen Spielzeugen sehr kritisch gegenüber und ich bekam in Folge dessen keinen Gameboy zu Weihnachten. Als dann erste Geräte in der Verwandtschaft auftauchten, ist aber kurz darauf der Knoten geplatzt und die Anschaffung wurde dann zu Ostern endlich getätigt. Ein NES folgte im Sommer darauf und seitdem sind diese Geräte nicht mehr aus meine Leben wegzudenken.

Ich konnte mich also gut in Jake hineinversetzen und ordentlich mit dem jungen Akteur mitfiebern. Alte Erinnerungen wurden wach und die Spannungskurve stieg von Minute zu Minute. Man wollte unbedingt wissen, wann unser tragischer „Held“ endlich zu seinem Glück kommt und welche Strapazen (aus kindlicher Sicht) dabei zu bewältigen waren.

Neben einer sympathischen Rahmenhandlung haben die Macher dabei sehr genau auf viele Kleinigkeiten geachtet – und dabei bewiesen, dass sie wohl auch Kinder dieser Zeit sind. Nicht nur die Konsole mitsamt extraganten Zubehör, sondern auch andere Spielzeuge und Gegebenheiten (Kleidung, Poster, etc.) dieser Epoche waren zu allgegenwärtig – ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu drängen, wie es mir beispielsweise bei „Stranger Things“ etwas missfiel. So wanderten die Augen nicht nur über schrecklich-schöne Winterstiefel, sondern auch über ein Plakat der „Goonies“ im Hintergrund, um nur ein paar Beispiele zu benennen.

Beim Cast hat man ebenfalls ins Schwarze getroffen. Neil Patrick Harris als Erzähler war genauso ein Glücksgriff, wie seine jungen Kollegen. Während man ihm die Rolle als NES-liebender Familienvater abnahm, konnte man unbeschwert in die Welt der jungen Wilden abtauchen. Man hat es zwar mit deren Charakterzeichnung hier und da leicht übertrieben – aber niemals so, dass man sich bzw. seine Bekanntschaften aus der Jugend nicht darin wiederfinden würde.

„Weihnachtsjagt“ hat mich so gut unterhalten, wie kaum ein Film in der letzten Zeit. Die charmante Atmosphäre, die witzige Geschichte und die tollen Darsteller haben mich schnell in ihren Bann gezogen und bis zum bitteren Ende nicht mehr vom Haken gelassen. Die unzähligen Parallelen zum eigenen Leben und die im Grunde herzensgute Aussage haben mich vollkommen überzeugt und so möchte ich allen Seelenverwandten eine mehr als warme Empfehlung aussprechen. Nicht Jeder wird mit dem Werk etwas anfangen können, doch „Nerdherzen“ schlagen garantiert höher. Der Streifen ist angenehm leichtgängig, gefühlvoll und schlichtweg hochgradig unterhaltsam bis zur letzten Minute.

8,5/10

Fotocopyright: Warner

Eternals

Inhalt

Schon seit langer Zeit weilen die sogenannten „Eternals“ unter den Menschen und haben ein wachsames Auge. Die Unsterblichen dürfen zwar nicht unmittelbar in die Geschicke ihrer Schützlinge eingreifen, sie aber vor anderen bösen Wesen, den Deviants beschützen. Bisher war das auch kein Thema, doch nun ist der Feind ungewohnt stark geworden und trachtet den Wächtern nach dem Leben…

Fazit

Gerade erst im Kino und nun schon als Stream für zu Hause verfügbar. „Eternals“ erging es damit so wie etlichen anderen Kollegen, doch über Qualität sagt eine so rasche Heimauswertung natürlich nichts aus. In einigen Kritiken ist er schon als langweiligster Marvel-Film aller Zeiten betitelt worden, aber so harsch möchte ich auch unabhängig von seiner Veröffentlichungsform nicht ins Felde ziehen.

„Eternals“ ist sicherlich nicht der Beste seiner Zunft, trotz spürbarer Längen allerdings auch nicht vollkommen uninteressant. Die Grundgeschichte um Wächter der Menschheit ist zwar nicht völlig neu, aber zuweilen bildgewaltig und vor allem recht atmosphärisch umgesetzt worden. Bereits die ersten Trailer vermittelten davon brauchbare Eindrücke und das Endprodukt konnte durchaus damit punkten.

Ebenfalls schön war ebenfalls, dass die Produktion seitens seiner Figuren und Kulturen recht vielfältig erschien. Es gab Charaktere aus aller Welt und viele Eindrücke aus den unterschiedlichsten Ländern. Leider gab man sich hier nicht immer amüsant, sondern stellenweise ordentlich beladen an Klischees und sorgte für gelegentliches Schnaufen beim Betrachter. Man hätte sich einige Elemente schenken und nebenbei weitaus mehr Kurzweil generieren können.

Der Film ist lang, aber nicht immer kurzweilig. Man verliert sich gelegentlich in esoterischen Momenten und zu verträumten Momenten. Das Storytelling macht oftmals kaum Fortschritte und der gar nicht mal so komplexe Plot kommt deutlich zu Tage. Die Machart mag zwar eine passende Schwermut unterstreichen, schießt manchmal über das Ziel hinaus.

Die Action war schön choreografiert und hätte gerne noch eine Ticken zahlreicher daher kommen dürfen. Nicht so übertrieben wie beispielsweise den „Avengers“, aber gerne ein Quäntchen mehr. Sie war nämlich gut gemacht und überzeugte mit kreativ gestalteten Widersachen und brachialer audiovisueller Umsetzung. Wenn es auf dem Schirm rundging, dann auch richtig und der Subwoofer hatte ordentlich was zu tun.

Das Kostüm- und Setdesign ging vollkommen in Ordnung. Eine Angelina Jolie strahlte in ihrem Outfit und erinnerte an eine elegante Königin. Dazu gesellte sich eine recht gut brauchbare schauspielerische Leistung, die ich auch dem Rest so unterschreiben würde. Das bunte Team passte gut zusammen und sorgte für ein paar spaßige Momente.

„Eternals“ ist weder Meisterwerk, noch Totalausfall. Er funktioniert über weite Teile recht gut, erwähnte Längen zerren jedoch am Erzählfluss. Sicherlich wollte man seinen epischen Background mit entsprechender Spielzeit hervorheben, doch zwingend notwendig wäre dies in meinen Augen nicht gewesen. Etwas Straffung an den richtigen Stellen hätte Wunder bewirkt und die Punkteskala nach Oben geschraubt. So bleibts ein anschaubarer Titel, den man im Rahmen des Abos einfach mal mitnimmt und sich selbst ein Bild macht.

6,5/10

Fotocopyright: Walt Disney

Desperate Measures

Inhalt

Ein Cop sucht einen inhaftierten Schwerverbrecher auf, um dessen Hilfe zu erbitten. Der Junge des Gesetzeshüters ist schwer krank und benötigt eine Knochenmarkstransplantation, für die nur der Kriminelle in Frage kommt. Nach anfänglichem Zögern willigt der mutmaßliche Spender ein, doch sieht in Wahrheit nur einen guten Plan zur Flucht…

Fazit

„Desperate Measures“ ist ein Bühnenstück für Michael Keaton, der in der Rolle des Fieslings wirklich überzeugen und stellenweise für leichte Schauer sorgen konnte. Haben wir ihn doch sonst eher als Familienvater oder gar Superhelden auf dem Schirm gehabt, bewies er hier eine Tauglichkeit für völlig andere Charaktere.

Die Handlung an sich war okay und weitestgehend ordentlich erzählt, ein paar kleinere Längen waren besonders zu Beginn nicht von der Hand zu weisen. Der Spannungsbogen entfaltete sich langsam, zog dann aber solide und hielt den Betrachter letztlich mit gut und vergleichsweise hart gemachten Actionszenen bei Laune.

Man konnte sich gut in die Lage unserer Figuren – besonders der von Andy Garcia – hineindenken, aber natürlich auch die Motivation des Antagonisten verstehen. Selbstverständlich wollte der Kriminelle aus seiner Gefangenschaft ausbrechen, doch so kühl und gnadenlos hätte ich mir den Typ beim besten Willen nicht erwartet. Keaton war einfach überragend.

Die Inszenierung war schön düster und unterstrich die härtere Gangart enorm. Alles wirkte schön trostlos und die unschuldigen Blicke des kranken Jungens stachen so noch mehr hervor. Auf manch schmalzigen Dialog hätte man verzichten können, aber Schwamm drüber.

Als Heftbeilage hatte ich diesen Titel seinerzeit mal günstig erworben und etliche Jahre nicht mehr zu Gesicht bekommen. Nach der Auffrischung steht jedoch fest, das der Streifen an sich recht gut gealtert ist und man vor seinen Darstellern noch immer den Hut ziehen sollte. Thriller-Fans erhalten hier auf jeden Fall brauchbare Kost und dürfen mal reinschauen.

7/10

Fotocopyright: VCL

The Many Saints of Newark

Inhalt

In den 60iger Jahren sind die Straßen von Newark hart umkämpft. Während sich die Einen für Ihre Rechte und gegen ausufernde Polizeigewalt engagieren, versuchen die Anderen mit krummen Geschäften zu einem besseren Leben zu kommen. Dabei wird die Front zwischen Farbigen und der italienischen Mafia immer größer…

Fazit

„The Many Saints of Newark“ erzählt die Vorgeschichte der Serie „Die Sopranos“, die damals mit recht großen Erfolg eingeschlagen hat. Ich persönlich habe seinerzeit nur eine oder zwei Staffeln verfolgt, konnte mit diesem – zum Glück absolut unabhängigen Film – dennoch sehr viel anfangen.

Schon zu Beginn fiel mir die tolle Optik ins Auge. Das stark gefilterte Bild vermittelte auf der einen Seite einen charmanten Retro-Look, wirkte auf der anderen Seite jedoch hochwertig und stilvoll. Es kamen direkt die passenden Vibes, die durch die entsprechend gekleideten Figuren und der tollen Ausstattung noch einmal deutlich unterstrichen wurden.

Das Werk fühlt sich wie ein klassischer Mafiafilm an – und das ist in meinen Augen als großes Lob zu verstehen ist. Das Geschehen war zwar überwiegend ruhig und mit verhältnismäßig wenigen Actionszenen gesegnet, der Erzählfluss dennoch prima. Alles ging locker über die Bühne und die Übersicht ging trotz umfangreichem Familienstammbaums nicht verloren.

Trotz einer Laufzeit von knappen zwei Stunden ging es auch nie langweilig oder uninteressant zu. Es gab immer wieder ordentlich geschriebene und halbwegs glaubwürdige Wendungen.

Das Cast war einsame Spitze! Neben einem charmanten und zwielichtigen Alessandro Nivola in der Hauptrolle, standen Jon Bernthal, Vera Farmiga oder auch ein im Genre bestens etablierter Ray Liotta auf der Bühne. Man nahm ihnen ihre Charaktere zu hundertprozent ab und amüsierte sich köstlich mit ihnen.

Selbst wer die „Sopranos“ nicht kennt, aber ein Faible für das Genre hat, kommt auf seine Kosten. Ich mochte die beschauliche, jedoch niemals langweilige Weise von „The Many Saints of Newark“ enorm und konnte wunderbar in der Welt der Gauner versinken. Hier hat von den Darstellern, bis zur Ausstattung einfach alles gepasst und die 60iger Jahre kamen richtig plastisch daher. Unterm Strich ein absolut lohnenswerter Titel mit hohem Unterhaltungswert. Hat vielleicht nicht ganz das Zeug zum großen Kult, doch ein ehrenvoller Mafiaspaß ists dennoch geworden.

8/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

Starship Troopers

Inhalt

Seit Jahren befinden sich die Menschen mit den „Bugs“ im Krieg und kämpfen um die Vorherrschaft in der Galaxie. Nach der Schule möchten Rico und seine Freunde deshalb unbedingt zur Armee, auch wenn die Eltern etwas dagegen haben. Als dann während der Grundausbildung die Erde verehrend angegriffen wird, bleibt für die Freunde nur noch der endgültige Entschluss bei den Streitkräften zu bleiben und Rache für ihre verlorenen Familien zu nehmen…

Fazit

Aufgrund seiner damaligen Indizierung (mittlerweile ist der Streifen ungeschnitten frei ab 16) habe ich seinerzeit noch auf ein Review verzichtet und möchte es nun endlich nachholen. Nach all den Jahren war die Befürchtung groß, das der Titel vor allem technisch vollkommen überholt sei, doch diese Sorgen konnten sich am vergangenen Wochenende glücklicherweise nicht bewahrheiten.

Optisch ist „Starship Troopers“ noch immer eine Materialschlacht erster Güte und schaut mit imposanten Bodengefechten gegen dutzende Bugs oder weitläufigen Aufnahmen aus dem Weltall noch immer sehr beeindruckend aus. Das Design der Widersacher ist dabei ebenso gelungen, wie die Aufmachung der Raumschiffe oder die Uniforme der Soldaten – die sicherlich nicht unabsichtlich eine frappierende Ähnlichkeit zu Modellen aus der Vergangenheit erwecken. Natürlich ist die Zeit nicht gänzlich spurlos an den Effekten vorbeigegangen, doch andere Mitstreiter mit ähnlichem Datum schauen bei Weiten nicht mehr so hochwertig aus.

Im Kern ist das Werk sowieso keine seelenlose CGI-Orgie, sondern eine abgrundtief böse Satire, die nicht unbedingt an Aktualität verloren hat. Mit extrem überzeichneten Bildern wird das Militär stilisiert und Durchhalteparolen verbreitet. Man kann die Motivationen unserer Hauptfiguren verstehen und vor allem, warum sie sich trotz bescheidener Vorzeichen zum Dienst an der Waffe melden. Mit witzigen Einspielern wird jedoch nicht nur für die Schlacht geworben, sondern immer wieder verbreitet, wie souverän die Regierenden sich geben – auch wenn die Verluste aus den eigenen Reihen sehr hoch sind.

Für Casper van Dien hätte es der Durchbruch werden können, doch leider folgten nur viele eher mittelprächtige Einträge in seiner Filmografie. Er hat den stürmischen Rico jedenfalls mit Hingabe verkörpert und sich locker für weitere Großprojekte empfohlen. Mit Denise Richards und Neil Patrick Harris bewies man ebenfalls ein geschicktes Händchen und lieferte ein Team, welches in jeder Lage perfekt miteinander harmonierte. Die eingestreuten Romanzen mögen oberflächlich daher kommen, bilden aber nicht den Hauptpfeiler der Handlung und störten nicht weiter.

Allgemein war der Erzählfluss angenehm hoch und zeigte keinerlei Durchhänger. Ruhigere Passagen wechselten sich mit deftigen Schlachten ab und dazwischen gab es kultverdächtige „One-Liner“ oder einprägsame Ausrufe ala „Sanitäter!“. Der Film fesselte einfach an den Schirm und leistete sich – neben seiner opulenten audiovisuellen Präsentation – auch bei Storytelling keine Patzer. Sicher mögen die häufigen Überschneidungen der Hauptcharaktere etwas gekünstelt wirken, dem Gesamtkomplex war es jedenfalls sehr zuträglich.

Mit „Starship Troopers“ schuf Paul Verhoeven einen echten Klassiker, der noch immer auf allen Ebenen funktioniert und für beste Unterhaltung sorgt. Mit seiner neuen Alterseinstufung hat man auch endlich den wahren Kern der Sache erkannt und über die zerrissenen Körper und Blutfontänen hinwegsehen können. Vielleicht mag die „Kaufhaustauglichkeit“ den leicht verruchten Status nehmen, doch spätestens jetzt sollte das Teil problemlos in die ernsthafte Filmsammlung aufgenommen werden.

9/10

Fotocopyright: Walt Disney

Die Einöde

Inhalt

Eine kleine Familie flüchtet vor dem Krieg aufs Land. Sie verbringen ihre Tage in der Einöde, bis sich der Vater zum Aufbruch entscheidet. Bange warten Frau und Sohn auf seine Wiederkehr und erleben währenddessen die Hölle in der Einsamkeit…

Fazit

Für viele Filme muss man in einer gewissen Stimmungslage sein und „Die Einöde“ macht da keine Ausnahme. Der Titel ließ schon vermuten, dass es hier etwas ruhiger zugehen könnte – und genau hier teilt sich die Spreu vom Weizen.

Zu Beginn der Erzählfluss noch ganz in Ordnung, doch spätestens als der Vater den Rest verlässt wird das Geschehen zu einem Kammerspiel, bei dem Aufmerksamkeit abverlangt wird. Man konzentriert sich ganz auf die beiden verbleibenden Personen, was mitunter recht anstrengend erschien.

Die Bilder insgesamt waren zwar sehr hochwertig, aber auch sehr ruhig und boten optisch wenig an Abwechslung. Es gab eigentlich nur die kleine Hütte und mal kurze Ausschnitte vor deren Tür, weitere Schauplätze Fehlanzeige. Das muss nicht unbedingt verkehrt sein (ich liebe effiziente Filme ohne großen Aufwand), machte die Sache hier allerdings nicht viel runder.

Der Horror war erwartungsgemäß subtil und endete nicht in Gewaltexzessen. Die Einsamkeit und Ungewissheit waren greifbare Ausgangslagen, doch nur bis zu einem gewissen Punkt mitgehen konnte. Irgendwann übernahm das „Übersinnliche“ die Kontrolle und man konnte dem Geschehen dann nur noch relativ emotionslos beiwohnen.

Die Darsteller haben ihre Sache gut gemacht, ohne sonderlich aus dem Rahmen zu fallen. Natürlich war der kleine Junge aber besonders hervorzuheben, denn er hat für sein junges Alter doch wirklich gut performt. Ansonsten wurde die ordentliche Optik bereits erwähnt, der Soundtrack war eher unauffällig.

„Die Einöde“ setzt auf Effektivität, was in diesem Falle wenige Kulissen und eine überschaubare Anzahl an Figuren bedeutet – und damit leider nur ein eingeschränktes Ergebnis liefert. Das Treiben kommt zu schwerfällig in die Gänge und macht im letzten Drittel auch keinen verlorenen Boden mehr gut. Sicherlich mag die langsame und eher unterschwellige Art dem Ein oder Anderen gefallen – mein Ding ists allerdings nicht und so gibt es nur eine eingeschränkte Empfehlung.

5/10

Fotocopyright: Netflix

Killing Field

Inhalt

Nachdem Polizist Cal seinem Partner David geholfen hat, gerät er in eine fatale Falle. Mitten im Hinterland wird er von Kriminellen umzingelt und muss sich seinen Weg irgendwie freikämpfen…

Fazit

Manchmal fragt man sich, wie tief ein renommierter Schauspieler noch sinken kann und ob wenigstens die Gage für diesen Auftritt ausreichend war. Versteh mich nicht falsch – Bruce Willis hat seine Sache ordentlich gemacht und immerhin für einen kleinen und kurzen Hauch von Hollywood gesorgt – doch der Rest war ein Schiffbruch erster Klasse.

Auf dem Cover schaute „Killing Field“ noch recht passabel aus und machte Hoffnung auf ein halbwegs unterhaltsames B- oder C-Movie, doch die ersten paar Minuten warfen diese gemäßigten Erwartungen bereits über Bord. Geboten wurde uns ein Trauerspiel mit billiger Optik, schlechten Darstellern und einer miserablen deutschen Synchronisation. Die Aufmachung der Figuren war vollends am Ziel vorbei geschossen und lud zum Fremdschämen ein.

Die Story war austauschbar und bot – abgesehen von den wirklich gruseligen Gestalten – absolut Nichts, was wir nicht schon etliche Male gesehen hätten. Verfolgungsjagden und Schusswechsel rangierten dabei auf unterstem Amateuren-Niveau und wären schon vor Jahren nichtmals als mittelprächtige Videothekenproduktion durchgegangen. Alles wirkte schlichtweg billig, uninspiriert und langweilig obendrein.

Der Auftritt von Willis war der einzige Lichtblick, obgleich er sich nicht unbedingt verausgabt hat und nicht wirklich viel Screentime aufweisen konnte. Trotz minimaler Mimik übertünchte er seine Kollegen mit Leichtigkeit und sorgte immerhin für etwas Stil in diesem kruden Machwerk. Retten konnte er das Ganze dann aber auch nicht mehr.

Obwohl die Ansprüche nicht gerade noch waren, konnte „Killing Field“ diese noch weit unterbieten. Bruce hat ja zuletzt nicht unbedingt mit gewaltigen A-Produktionen geglänzt, doch dieser Streifen grenzt an Beleidigung des Zuschauers. Er ist so schlecht gemacht, dass es nicht einmal zu einem Trash-Geheimtipp oder dergleichen reicht. Selbst hartgesottene Fans des Idar Obersteiners sollten standhaft bleiben und lieber bei „Apex“ oder zumindest noch bei „Midnight in the Switchgrass“ reinschauen. Diese sind zwar ebenfalls kein großes Kino, aber immerhin um Welten besser.

2/10

Fotocopyright: EuroVideo Medien GmbH

Ghostbusters Legacy

Inhalt

Da Callie mit ihren beiden Kindern vor dem finanziellen Ruin steht, kommt die Aussicht auf ein Erbe von ihren verstorbenen Vater gerade recht. Mit Entsetzen muss sie allerdings feststellen, dass ihr entfremdeter Erzeuger wohl nur eine Bruchbude und weitere Schulden hinterlassen hat. Immerhin entdecket der Nachwuchs interessante Dinge…

Fazit

Fan-Service ist eigentlich immer eine schöne Sache – doch ob man einzig damit allein knappe zwei Stunden Laufzeit füllen kann, ist fraglich. Vorweg sei gesagt, dass mich „Ghostbusters Legacy“ leider ziemlich enttäuscht hat und seine Trailer – wie schon so oft – bereits das beste Material präsentiert haben.

Über weite Strecken ist der Streifen leider sehr langweilig und sitzt auch oft zwischen den Stühlen. Alte Hasen vermissen den kernigen Humor der früheren Werke, Neueinsteiger können spätestens beim großen Finale wenig mit der gebotenen Nostalgie-Keule anfangen – und sich höchstens fragen, wer diese betagten Gestalten eigentlich sind.

Man hat zwar durchaus den ein oder anderen rührenden Moment unterbringen können, doch unterm Strich bot das Geschehen zu wenig Unterhaltungswert und plätscherte überwiegend vor sich hin. Alles war zwar irgendwie nett gemacht, aber das wars dann auch schon. Man hat das meiste zum Thema „Erwachsenwerden“, „Schulwechsel“, „Neue Freunde“, etc. schon dutzende Male gesehen und keinerlei neuen Erkenntnisse gewonnen. Alles soweit ordentlich, aber auch sehr austauschbar gestaltet.

Besonders vermisst habe ich die Gänsehaut-Einlagen, die uns die Bilder im Vorfeld versprachen. Weniger wegen der Geister (von denen gab es hier so gut wie nichts zu sehen), vielmehr wegen der Atmosphäre. Irgendwie blieb das gewünschte Feeling fast vollständig auf der Strecke und das Ende schoss dann fast über das Ziel hinaus. Zum Großteil herrschte gähnende Leere und plötzlich standen alle Figuren geballt auf einem Haufen und radierten den harmlosen „Endgegner“ mit peinlich berührten Sprüchen mehr als flott aus. Nicht nur, dass es sich hier fast wie ein Aufguss der Storyline vom ersten Teil anfühlte, sondern weil der letzte Akt kurz und unspektakulär erschein.

Die Darsteller machten ihre Sache soweit ganz ordentlich, obwohl ich mit bis zum Verlassen des Kino nicht ganz über deren Geschlechter klar war. Jungs und Mädels waren nicht unbedingt leicht zu unterscheiden, aber das muss wohl heute einfach so machen – die Anzahl an möglicherweise leicht frauenfeindlichen Kommentaren wurde ja ebenfalls drastisch reduziert. Murray gab sich bei seinem kleinen Auftritt ungewohnt zahm und nur als Schatten seiner selbst bzw. seines geliebten Charakters.

Oft versuche ich mich in unterschiedliche Perspektiven hineinzudenken und Filme mit anderen Ausgangslagen zu betrachten – was bei „Legacy“ für stark gemischte Gefühle gesorgt hat. Wie Eingangs erwähnt hat mich manch Seitenhieb tatsächlich leicht berührt, doch bestimmt nicht Jedem ist dieser Bonus vergönnt. Neueinsteiger erhalten einfach einen Jugendfilm mit ein paar übernatürlichen Einlagen – und vor allem Figuren mit denen sie am Ende kaum etwas anfangen dürften. Der Film baut stark auf Nostalgie und holt – zumindest in meinen Augen – die neue Generation zu wenig ab. Möglicherweise hätte es hierzu mehr Action benötigt – denn hier hätte man sich kreativ ausleben können.

Nach den überwiegend sehr positiven Kritiken war ich guter Dinge und sogar ein bisschen auf den neuen Ableger der Kultmarke gehypt. Mit dem Erreichen alter Qualitäten habe ich natürlich nicht gerechnet, aber um Wiedergutmachung für den letzten Streifen gehofft. Weil sich dieser Titel allerdings nur schwerlich mit den Anderen vergleichen lässt und quasi ein echten Neuanfang einleitet, hinkt zumindest der Vergleich zu den Mädels gewaltig und ich betrachte ihn gesondert. „Legacy“ war letztlich kein schlechter Film, erweckte in mir jedoch nicht die Gefühle, auf die mich Poster und Trailer im Vorfeld erfreulich eingestimmt haben. Einige Ansätze und Gags waren gelungen, der Rest leider etwas zäh und belanglos.

6,5/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

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