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Kategorie: Filmbesprechungen (Seite 1 von 20)

Zum Töten freigegeben

Inhalt

John hat genug von seiner gefährlichen Untercover-Tätigkeit bei der Polizei und beschließt einen ruhigen Lebensabend bei seiner Schwester und deren Tochter zu verbringen. Vieles hat sich jedoch in der Gegend geändert, vor allem was den Handel mit Drogen betrifft. Zunächst versucht er beide Augen zuzudrücken und die Pension zu genießen, doch schon bald wird die Sache mit den Dealern sehr persönlich…

Fazit

Den zweiten der hierin kürzester Zeit besprochenen Seagal-Filmen kenne ich noch aus meiner Jugend und die guten Erinnerungen daran haben ich nach der gestrigen Sichtung glücklicherweise vollends bestätigen können.

Die Geschichte ist erwartungsgemäß nicht der Rede wert und versucht nur irgendwie einen Rahmen für die actionreichen Ereignisse zu bieten. Die Figuren erneut schablonenhaft und teils schon grenzwertig gezeichnet, bekommen hier allerdings auch keinen Abzug in der B-Note. Alles riecht und schmeckt nach den goldenen 90igern und so kleine Makel am Rande trüben nicht das Sehvergnügen.

Action gibt es reichlich. Dazwischen immer mal wieder ruhigere Momente, die sich größtenteils mit der Vorbereitung zur nächsten Schlacht beschäftigen. Der Erzählfluss ist jederzeit mustergültig und lässt keine Langeweile aufkommen. Die Gefechte sind kurzweilig, hart und schnörkelos. Selbst das Finale zieht sich nicht unnötig in die Länge und mit den Antagonisten wird ohne große Worte kurzer Prozess gemacht. Keine unnötigen Konversationen, keine unnötigen Schleifen in der Handlung. Vorhersehbar, dennoch extrem launig und ohne Schnickschnack inszeniert.

Steven Sega zeigt sich in seiner Topform und somit wesentlich agiler als in seinen aktuelleren Werken. Er stand auf dem Höhepunkt seines Schaffens, gefällt erneut mit markigen Sprüchen, cooler Mine und dem eiskalten Zerlegen seiner Gegner – Samurai-Schwert inklusive.

Schaut man einmal über die fragwürdige Gestaltung der Antagonisten aus Jamaika hinweg, glänzt „Zum Töten freigegeben“ in allen Tugenden des Actionfilms. Ein Seagal in seinen besten Jahren, großartige Nebenfiguren, herausragendes Gekloppe und Abarbeitung aller gängigen Klischees. Hier passt von Anfang bis zum Ende einfach alles zusammen und Genrefreunde schnalzen mit der Zunge. Für mich neben „Alarmstufe Rot“ sicherlich einer der besten Filme des grimmigen Haudegens.

8/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

Mercenary: Absolution

Inhalt

Er stellt keine unangenehmen Fragen und erledigt jeden Job mit tödlicher Präzision, doch diesmal läuft es anders bei Auftragskiller John Alexander ab. Als er Menschenhändlern auf die Schliche kommt, ändert er die vorher gesteckten Ziele und arbeitet aus eigenen Motiven…

Fazit

Wer mir auf Instagram folgt, der weiß, dass es auf einem der letzten Flohmärkte ein Paket mit Steven Seagal Filmen gab. Eigentlich bin ich ja nicht sein allergrößter Fan, doch bei einem Stückpreis von unter einem Euro pro Blu-Ray musste ich einfach zuschlagen – und bei den unbekannteren Titel einfach auf brauchbare Unterhaltung hoffen.

Im Großen und Ganzen hat „Mercenary: Absolution“ seinen Aufgabe als anspruchslose Kost vollends bestanden und mit einigen durchaus netten Actionszenen für ordentlich Kurzweil gesorgt. Die Rolle als Auftragskiller mit Gewissen war Seagal natürlich auf den Leib geschneidert und forderte – vor allem bezüglich seiner Mimik – keine allzu heftigen Ansprüche ab. Er schaut meist grimmig, haut trockene Sprüche raus und steht bei den knallharten Gefechten seinen Mann. Mag für Unkundige arg seltsam wirken – wer seine Werke kennt, weiß was er zu erwarten hat.

Neben dem Altmeister war für mich auch Vinnie Jones ein Grund zum Zugreifen. Er verkörpert den Bösewicht gewohnt starr und eher amateurmäßig – doch was anderes habe ich nie erhofft und wollte den Hünen so erleben. Das passt hervorragend zum trashig-brutalen Charme der Produktion und natürlich perfekt zum Hauptdarsteller.

Die Technik gab sich mit hochwertiger Optik und handwerklich gut gemachten Actionszenen keine Blöße. Auch wenn alles nach Videothekenproduktion schreit, gibt man sich schnörkelos und keineswegs billig.

Bei meinen abschließenden Worten, kann ich mich nur wiederholen. Filme von und mit Seagal sind ein Kapitel für sich und seine Fans wissen stets, was sie erwarten dürfen. Sicherlich ist „Mercenary: Absolution“ etwas schlicht gestaltet, durchwegs vorhersehbar und grundsätzlich schlichtweg austauschbar – aber er lebt vom rauen Charme, gutem „Flow“ und coolen Typen. Eine höhere Bewertung vermag ich mir selbst nicht abzuringen, doch Anhänger des Akteurs greifen dennoch bedenkenlos zu.

6/10

Fotocopyright: KSM GmbH

Die Vorsehung – Solace

Inhalt

Auf der Suche nach einem Serienkiller muss das FBI auf die Hilfe eines alten Beraters zurückgreifen. Dieser sieht sich selbst als Medium und konnte bereits in der Vergangenheit mit seinen Visionen weiterhelfen, doch diesmal scheint das Gegenüber ähnliche Kräfte zu besitzen…

Fazit

Ein bißchen „Das Schweigen der Lämmer“ und ein wenig von „Sieben“. So ungefähr hat der Plan der Macher wohl ausgeschaut, doch in allen Belangen erreicht man nicht ansatzweise die Qualität der namhaften Mitstreiter – doch nun erst einmal der Reihe nach.

Die Geschichte ist interessant und bietet dank eines erneut sehenswerten Anthony Hopkins einen weiteren Grund zur genaueren Betrachtung. Anfänglich gibt sich das Gezeigte auch relativ spannend, doch mit weiterem Verlauf flacht die Kurve immer weiter ab und mündet in einem eher durchwachsen gestaltete Finale, welches nicht im Gedächtnis bleibt.

Alles wirkt arg konstruiert und für den Betrachter nicht immer einfach nachvollziehbar. Viele Dinge erscheinen wiedermal enorm vom Zufall bestimmt und trotzdem nicht ganz rund. Man hat alles irgendwo schon einmal gesehen – und das zumeist etwas besser.

Ich weiß nicht, ob es an mir lag oder seine Rolle tatsächlich so angelegt wurde – es schien als müsste sich Hopkins auffällig krass an Hannibal Lecter orientieren und zu wenig anderweitige Impulse beisteuern. Krampfhaft versuchte man sich auf dessen Paradeauftritt zu stützten und scheinbar mangelnde Scriptpassagen zu retuschieren. Gegen seine Leistung an sich, konnte man allerdings nichts sagen. Hopkins gehört zu den ganz Großen und zeigt gewohnte Routine.

Ich habe keine Vorbehalte gegen Filme, die günstig verramscht oder – wie in diesem Fall – auf Fernsehzeitschriftenbeilage unters Volk geworfen werden. „Die Vorsehung“ ist gut gedacht, aber mäßig umgesetzt. Ein roter Faden mitsamt gewisser Spannung ist zwar vorhanden, doch gelegentliche Durchhänger und zu starke Anleihen bei der Konkurrenz kosten Wertungspunkte. Unterm Strich ambitioniert, aber letztlich nur solider Durchschnitt.

6/10

Fotocopyright: Concorde Video

Glam Girls – Hinreissend Verdorben

Inhalt

Zwei Trickbetrügerinnen behindern sich selbst bei der Ausführung ihrer Tätigkeit und machen fortan gemeinsame Sache. Alles läuft soweit in geregelten Bahnen, bis der Streit um ein potentielles Opfer aufkeimt…

Fazit

Ein paar freche Sprüche und ein paar durchaus witzige Slapstikeinlagen sind alles, was „Glam Girls“ im Großen und Ganzen zu bieten hatte. Sicherlich hat (insbesondere nach dem Trailer) Niemand wesentlich mehr erwartet, aber gerne hätte man sich doch eines Besseren belehren lassen.

Besonders ein paar unschöne Längen und extrem vorhersehbar konstruierte Passagen trüben den durchaus launigen Gesamteindruck enorm. Wenn sich der Titel mal nicht auf die Kappelleien der beiden Hauptfiguren verlässt, zeigt man storytechnisch altbekanntes und überhaupt wenig überraschendes. Selbst der Twist mit dem vermeintlichen gemeinsamen Opfer sorgte nicht für eine unerwartete Wendung und ringt dem geübten Betrachter nicht mal ein kleines Grinsen ab.

Die Chemie zwischen Anne Hathaway und Rebel Wilson hat soweit gepasst und in den besten Momenten spielten sie sich sehenswert die Bälle zu. Die Dialoge waren teils zum Brüllen komisch und machten durch die Handlung verlorenen Boden gut. Die Rollen wurden den Beiden passend auf den Leib geschrieben und an ihrer Darbietung gab es wenig zu kritisieren.

Technisch gefielen die bunten, warmen Bilder – die stets einen Hauch von Luxus verspürten und somit zum Geschehen passten. Alles wurde hochwertig und ohne hektische Schnitte ins rechte Licht gerückt. Der Soundtrack blieb dagegen unauffällig und rückte zu richtigen Momenten in den Vordergrund.

Wer auf Filme dieser Machart steht, kann mit „Glam Girls“ glücklich werden. Mehr als eine eher belanglose und austauschbare Unterhaltung für Zwischendurch ists nicht geworden – aber diese Aufgabe erfüllt er dank sympathischem Damenduo mit Bravur. Für mich insgesamt in Ordnung und dank Sparpreis auf dem Grabbeltisch kein großer Fehlinvest.

6/10

Fotocopyright: MGM (Universal Pictures)

The Devil All the Time – Das Handwerk des Teufels

Inhalt

Nach den Grausamkeiten des Zweiten Krieges will Willard Russel nur eine Frau finden und ihn Frieden mit ihr im ruhigen Hinterland leben. Seine Frömmigkeit wird ihm jedoch zum Verhängnis, als seine Gattin am Krebs erkrankt und letztlich daran verstirbt. Seine Handlungen prägen den gemeinsamen Sohn – der auch Jahre nach den Ereignissen nicht mit den damaligen Eindrücken zurechtkommt…

Fazit

Wieder keine leichte Kost, die Netflix uns hier serviert. Wer „The Devil All the Time“ mit Aufmerksamkeit verfolgt, bekommt in meinen Augen allerdings einen der besten und spannendsten Filme des Jahres abgeliefert.

Besonders seine Erzählweise erfordert besagte Aufmerksamkeit und vielleicht auch etwas Kombinationsgabe. Der Film springt ein wenig in den Epochen umher und greift immer wieder auf bereits am Rande erwähnte Figuren zurück. Überwiegend ist er schon chronologisch, am Anfang jedoch gewöhnungsbedürftig, da man noch nicht mit allen Charakteren vertraut ist.

Obwohl es ein paar blutige Szenen gab, sind reine Actionfreunde fehl am Platz. Die Handlung geht überwiegend ruhig und fast schon gemächlich zur Sache – wobei des glücklicherweise nie langweilig wird und die hohe Spannungskurve durchwegs gehalten wird. Man nimmt sich Zeit viele Dinge zu beleuchten, ohne dabei allzuviel zu kommentieren. Die Bilder sprechen eine starke Sprache und der unbehagliche Grundton erledigt den Rest.

Natürlich lebt der Streifen ebenfalls von seinen grandiosen Darstellern, insbesondere Tom Holland – der unerwartet charismatisch daherkommt und seinen krasse Kostprobe seines Talents abliefert. Seine jugendliche Art passt unerwartet gut zum Szenario und Leistungstechnisch wächst er über sich hinaus. Er stellt sämtliche eingesessene Kollegen (einschließlich des ebenfalls sehr spaßigen Robert Pattinson) in den Schatten und empfiehlt sich locker für weitere Auftritte dieser Gattung.

Mit „The Devil All the Time“ liefert Regisseur Antônio Campos eine runde Sache ab. Der geeignete Zuschauer ist dank bizarrer Atmosphäre ab der ersten Sekunde gefesselt und folgt überragenden Darstellern trotz leichter Überlänge bis zum bitteren Ende. Alle Puzzleteile greifen geschmeidig ineinander und schön gezeichneten Figuren verliehen dem Werk beachtliche Tiefe. Für mich schon jetzt eines der Highlights in diesem Jahr – und ein weiterer Grund für ein Abo beim Streaminganbieter.

9/10

Fotocopyright: Netflix

Phantom Kommando

Inhalt

Ex-Elitesoldat John Matrix erfährt, dass sämtliche Männer seiner damaligen Einheit brutal ermordet werden. Noch bevor er sich auf die Suche nach den Drahtziehern machen kann, wurde er bereits von den Attentätern ins Visier genommen…

Fazit

Neben „Terminator“, „Predator“ oder „Total Recall“ gehört „Commando“ für mich zu den ganz großen Klassikern von Schwarzenegger und steht in gewisser Weise auch für eine glorreiche Epoche der schnörkellosen Action-Kracher.

„Commando“ versprüht in jeder Sekunde den unvergleichbaren Charme der 80iger – den wirklich nur ein Film aus dieser Zeit so perfekt widerspiegeln kann. Angefangen bei den schablonenhaft gezeichneten Figuren, über die lachhaft-überzogene Action, bis zu den markigen Sprüchen. Hier wird eine ganz besondere Atmosphäre aufgebaut und bis zum bitteren und ebenso überdrehten Finale beibehalten.

Obwohl der Titel in einigen Passagen recht hart wirkt, nimmt er sich nicht richtig ernst. Dies bemerkt man insbesondere an fast schon sarkastisch-schnulzig inszenierten Szenen, bei denen John beispielsweise zu kitschiger Mucke mit seiner Tochter ein Eis verspeist. Krasser Kontrast zu einigen derberen Shoot-Outs, die heute jedoch nicht mehr für größere Bestürzung sorgen und vor allem technisch zu altbacken daher kommen. Mittlerweile ist der Streifen auch vom Index runter und problemlos beim Elektronikhändler um die Ecke zu finden.

Die Story war noch nie der Rede wert und sollte kein Anstoß für Kritik sein. „Commando“ ist simpel und relativ überraschungsfrei gestrickt – und macht daraus keinen Hehl. Zufälle und arg unglaubwürdige Elemente dominieren das gesamte Geschehen und wollen einfach nur einen Rahmen für Explosionen und Schusswechsel bieten.

Passend zur flachen Handlung erwartungsgemäß auch das Schauspiel der Akteure. In erster Linie fallen Schwarzenegger und Konsorten durch ihre Outfits und dümmlichen One-Linern, denn durch überragende Leistung auf. Wer hier mehr erwartet hat, ist selbst schuld.

Wer Arnie mag und das „Phantom Kommando“ noch nicht kennt, sollte es dringend nachholen. Der Action ist Kult aus vergangenen Tagen und macht auch heute noch richtig Laune. Seine Stumpfsinnigkeit und den Holzhammer-Humor vermag ich gar nicht anzukreiden und freue mich, dass alles noch so prima wie in meiner Jugend funktioniert. Letztlich ein gelungener Retro-Trip mit Charme ohne Ende – und für Oldschool-Actionfans echte Pflicht.

8/10

Fotocopyright: 20th Century Fox

Der Sanitäter

Inhalt

Ángel mag seiner Freundin nicht immer der beste Partner sein, doch beruflich ist er leidenschaftlicher Rettungssanitäter mit Leib und Seele. Als er bei einem Einsatz schwer verunglückt und im Rollstuhl landet, sind beider Leben aus der Bann geworfen. Ángel wird von Tag zu Tag frustrierter und mutiert zum wahren Psychopathen…

Fazit

Bei den magischen Komponenten „Netflix“, „Spanischer Film“ und „Mario Casas“ werde ich ganz hellhörig und habe mir den relativ überraschend auftauchenden Titel natürlich schnellmöglich zu Gemüte geführt und möchte hier ein paar Worte dazu verlieren.

Ähnlich wie bei „Der unsichtbare Gast“ bauen die Spanier mit simplen Mitteln eine unglaublich dichte Atmosphäre auf und halten die hervorragende Spannungskurve bis zum bitteren Ende bei. In bester Hitchock-Manier entwickelt sich ein echtes Kammerspiel, welches bei Betrachtung der Entwicklung seiner Figuren langsam abzusehen war und an den Bildschirm fesselt.

Mario Casas zeigt sich hier von der richtig fiesen Sorte und wirkt gegenüber früheren Werken nicht nur sichtlich gereift. Man nimmt ihm die Rolle des Psychopathen absolut ab und bekommt durchaus einige Schauer auf dem Rücken. Ganz großes Lob an den sonst so sympathischen Akteur.

Sicherlich hat man viele Elemente woanders schon einmal gesehen, doch hier ist alles stimmig miteinander verknüpft. Der Film bleibt während der kompletten Laufzeit spannend und hat keine nennenswerten Durchhänger. Natürlich verdankt er das auch seiner akkuraten Technik, die mit eher blasen Farben und passender Musikuntermalung für durchwegs unbehagliche Stimmung sorgt. Man Betrachter mag sich vielleicht an kleinen Details („ist das überhaupt der richtige Rollstuhl“?, „Warum kann er seine Beine denn so bewegen?“) stören – für mich ging dies im „Eifer des Gefechtes“ einfach unter und minderte den kurzweiligen Eindruck überhaupt nicht.

Für Thrillerfreunde gibt es eine klare Empfehlung. „Der Sanitäter“ mag von seinen Schauplätzen und Figuren sehr überschaubar anmuten, doch der fantastischen Atomsphäre ist dies nur zuträglich. Wer einen nett konstruierten, stimmigen Titel sucht, liegt hier goldrichtig. Für mich also wieder ein Grund mehr, mich absolut positiv für Netflix auszusprechen.

8/10

Fotocopyright: Netflix

Zweite Chance – Wie weit würdest du gehen?

Inhalt

Polizist Andreas wagt das Unfassbare. Nachdem sein Baby nachts dem plötzlichen Kindstod erliegt, besucht er ein Junkiepaar und tauscht es mit derem Sprössling aus. Zunächst glaubt noch unter Tränen das Richtige zu tun, doch sein Leben wird nie mehr das Alte sein…

Fazit

Hochkarätig besetzt, aber dennoch keine leichte Kost. Was uns die Dänen hier servieren, ist schwer verdaulich – und keineswegs schlecht.

Der Film funktioniert dank vielerlei Elementen, die ihn aus der breiten Masse deutlich hervorheben. Angefangen bei einer krassen Handlung, bis zu den fabelhaften Darstellern, die alles glaubhaft zum Leben erwecken. Hochspannend, hochdramatisch und keine Sekunde langweilig. Das Geschehen fesselt bis zum bitteren Ende an den Bildschirm und lässt einfach nicht kalt. Selbst nach der Sichtung bleibt das Gezeigte noch im Gedächtnis und hallt nach.

Alles wirkt irgendwie surreal und dennoch greifbar. Man kann sich gut in das Szenario hineindenken und fürchtet, dass so etwas auf wahren Ereignisse beruhen könnte. Der unberechenbare Verlauf macht den Titel so ansprechend und hält dieSpannungskurve oben. Mit dem gebotenen Abschluss konnte man nach all der Aufregung dann auch gut leben.

Ich habe Nikolaj Coster-Waldau und Ulrich Thomsen schon vorher für begabte Schauspieler gehalten, doch hier haben sie sich selbst übertroffen. Ihr Spiel geht unter die Haut und verstärkt die allgegenwärtige Dramaturgie um ein Vielfaches. Dank ihnen lebt die tragische Geschichte und wird umso packender präsentiert. Sie gehen förmlich in ihren befremdlichen Rollen auf und verleihen dem Treiben immens Authentizität.

„Zweite Chance“ geht durchaus an die Nieren und ist somit erst recht kein Film für jeden Tag oder für mal eben Zwischendurch. Grandiose Akteure und ein so dramatisch wie spannender Verlauf empfehlen sich für alle Freunde von packenden Thrillern. Aufgrund des eher niedrigen „Wiederschau-Wertes“ halte ich mich mit meiner Punktbewertung allerdings etwas zurück.

7,5/10

Fotocopyright: Prokino (Vertrieb EuroVideo Medien GmbH)

Deep Blue Sea 3

Inhalt

Emma Collins und ihr Team bekommen überraschend Besuch von einem alten Freund. Eigentlich beschäftigen sich die Umweltexperten mit dem friedlichen Erforschen und Gewässern und dessen Bewohnern, doch Veränderungen fallen langsam auf. Angeblich sind drei besondere Haie in der Region unterwegs und haben auf ihrem Weg dorthin schon einige Leichen hinterlassen…

Fazit

Wer nicht viel erwartet, wird auch nicht viel enttäuscht. Irgendwie war bereits im Vorfeld klar, dass „Deep Blue Sea 3“ kein Überhit sein wird und lediglich ein weiterer Aufguss einer eher mittelprächtigen Reihe sein wird.

Zu Gute halten möchte ich dem Titel jedoch seine zeitgemäße Präsentation, die mit warmen Farben, schönen Aufnahmen und natürlich jeder Menge hübschen Menschen überzeugt. Alles wirkt – von ein paar mittelprächtigen CGI-Animationen abgesehen – nicht ganz billig und hat einen netten Charme. Auch auf Seiten der Darsteller ist kein absoluter Ausfall zu berichten – aber so richtig hochwertig ist ansonsten kaum etwas.

Die Geschichte ist so simpel, wie austauschbar und hält keinerlei Überraschung bereit. Alles verläuft nach bewährtem Muster und Charaktere sind schnell durchschaut. Niemand glaubt dem anfänglich besorgten Hilfegesuch und sofort erkennt man, dass die alten Freunde etwas zu verbergen haben. Massig Overacting inklusive.

Man muss kein geübter Filme-Schauer sein, um den einfachen Plot von „Deep Blue Sea 3“ direkt zu erahnen. Dies wäre im Grunde auch nicht weiter schlimm, hätte der Titel darüber hinaus ein kleinwenig mehr zu bieten – aber dem war nicht so. Schöne Menschen in mittelprächtig spannenden Actionszenen holen heute Niemand mehr hinterm Ofen hervor und auch sonst gab es kein Highlight zur besonderen Erwähnung. Unterm Strich ein mäßig-solider 08/15-Tierhorror, der insbesondere an den durchaus unterhaltsamen Erstling nicht heranreicht. Im Grunde also so, wie erwartet. Nicht mehr und nicht weniger – und somit eigentlich keine großartige Enttäuschung.

4/10

Fotocopyright: Warner Home Video

Hannibal Rising – Wie alles begann

Inhalt

In den wirren des Zweiten Weltkrieges muss der kleine Hannibal zunächst dem Tod seiner Eltern erleben und dann dem Mord an seiner kleinen Schwester beiwohnen. Jahre später reift er bei seiner Tante in Frankreich zu einem kultivierten jungen Mann heran, doch hat sein Ziel der Rache nie aus den Augen verloren…

Fazit

Nach „Roter Drache“ (http://wordpress.hard-boiled-movies.de/?p=4094) wollte ich der Vorgeschichte zum weltberühmten Hannibal Lecter noch einmal eine Chance geben – und blieb, wie nach der ersten Sichtung, mit gemischten Gefühlen zurück.

Grundsätzlich ist der Titel nicht schlecht und baut eine solide Atmosphäre auf, aber irgendwas passt nicht zu Hundertprozent. Die CGI zu Beginn sind zwar nicht mehr zeitgemäß und reißen zunächst ein wenig raus – mit weiterem Verlauf ist dieses Manko aber schnell vergessen. Trotzdem gehen nicht alle Elemente vollends auf.

Ich kann jedoch nicht genau beschreiben, was mich an diesem Werk so stört. Irgendwie habe ich mir die Entwicklung des Kannibalen eleganter und kultivierter vorgestellt. Klingt sicherlich irgendwie komisch, aber so richtig wurde ich mit der Handlung um die kleine Schwester und dem recht konstruierten Rachefeldzug nicht vollends warm. Alles wirkte zu sehr an den Haaren herbeigezogen und vor allem zu viel vom Zufall geprägt. Hannibal hat die Peiniger als Kind kennengelernt und scheinbar überschaubare Mühe beim Aufstöbern etliche Jahre danach. Zudem geht die Spur immer weiter und verläuft nie im Sande. Für den Erzählfluss zwingend erforderlich, aber nicht immer sauber zusammengeschustert.

Der junge Hannibal (Gaspard Ulliel) machte seine Sache gut, wurde ein kleinwenig von seiner unpassenden deutschen Synchro-Stimme etwas ausgebremst. Bei Gong Li und den Bösewichten gab es hingegen nichts zu Meckern. Vielleicht sind einige Kontrahenten durch andere – ebenfalls als Widersacher gezeichnete – Rollen etwas vorbelastet, aber gestört hats mich nicht.

Für mich ist „Hannibal Rising“ eher ein ordentlicher Film für sich und nicht unbedingt ein richtiger Teil von „Hannibal“. Klar, dass ein anderer Hauptdarsteller gewählt werden musste, aber auch so bricht der gesamte Stil mit dem bisher gekannten und alles wirkt insbesondere storytechnisch irgendwie nicht würdig genug. Wer sich für die Thematik interessiert, kann gerne mal reinschauen – ansonsten empfehle ich lieber eine erneute Sichtung der Werke mit Hopkins oder der ebenfalls hochkarätigen Serie mit Mads Mikkelsen.

6/10

Fotocopyright: LEONINE

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