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Kategorie: Filmbesprechungen Seite 1 von 95

Bullet Train

Inhalt

Für Auftragskiller „Ladybug“ sollte es ein einfacher Job werden, doch dann laufen die Ereignisse aus dem Ruder. Er sollte lediglich eine Zielperson in einem Hochgeschwindigkeitszug ausschalten, trifft dabei aber auf jede Menge Kollegen – die es gegenseitig aufeinander abgesehen haben und das blanke Chaos bricht aus…

Fazit

Nach den eher wenig sagenden Trailern und Vorab-Berichten, waren meine Erwartungen ehrlich gesagt eher gering und am Ende war ich mir noch immer unschlüssig. „Bullet Train“ war an sich kein schlechter Film, aber trotz seiner prominenten Besetzung nicht das Gelbe vom Ei.

Während man bei anderen Streifen schon früh ein gewisses Kultpotential herauslesen kann, blieben diese Vibes hier leider aus. Man gab sich um schräge Charaktere, bunte Bilder und viel Gewalt spürbar um einen bleibenden Eindruck bemüht, doch letztlich servierte uns David Leitch „nur“ solides Popcorn-Kino ohne erhoffte Nachhaltigkeit.

Das Treiben läuft unterhaltsam vor sich hin, echte Highlights blieben inmitten der irren Aufmachung nicht im Gedächtnis hängen. Alles fühlt sich wie ein lockerer Snack für Zwischendurch an, muss aber nicht unbedingt noch einmal geschaut werden oder gar fest in die Sammlung wandern.

Brad Pitt macht seine Sache gut und hatte – im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen – auch eine ordentliche Screentime. Manche Akteure hatten wirklich nur kleine Auftritte, was in Anbetracht der witzigen, „richtigen“ Hauptdarstellern nicht so tragisch war. Die Chemie aller Beteiligten hat gepasst und gab keinen Grund zur Klage.

Das Pacing hätte für meinen Geschmack einen Ticken besser sein können. Mit rund zwei Stunden nahm man sich für die mickrige Geschichte und den überschaubaren Inhalt eigentlich viel zu viel Zeit und hätte das Ganze deutlich komprimieren können. Es gab ein paar launige Momente und optische Highlights, dennoch auch kleinere Längen – die gerade besagten Popcorn-Kino nicht gut zu Gesicht standen.

Richtig gut gefielen mir hingegen Härtegrad und durchgestylte Optik. Alles schaute extrem hochwertig und makellos aus – was gut ins Gesamtbild gepasst hat. Die Blutfontänen und herumfliegenden Körperteile haben hierbei einen guten Kontrast, unterstrichen sie einen gewissen Trash-Faktor und lockeren Umgangston.

„Bullet Train“ ist kein Hit, aber auch kein Flop. Er ist ein netter, unterhaltsamer und weitestgehend leichtgängiger Film für Zwischendurch – aber eben nicht mehr. Das ist durchaus in Ordnung, wenngleich ich auf höheres Kultpotential gehofft hätte. Unterm Strich ein kurzweiliges Event, welches wohl schnell wieder in Vergessenheit geraten wird. Einmal Anschauen geht vollkommen klar. Knappe 7 von 10…

7/10

Fotocopyright: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Heat

Inhalt

Eine Gruppe von professionellen Gangstern hofft bei einem riskanten Banküberfall so richtig abzukassieren. Sie haben trotz ihrer Erfahrung nicht direkt auf dem Schirm, dass einige ihrer Leute bereits unter Beobachtung der Behörden stehen…

Fazit

Schon lange bin ich großer Filmfan und war bereits in jüngeren Jahren auf das Duell der Giganten, sprich das Aufeinandertreffen von Robert De Niro und Al Pacino enorm gespannt gewesen. Michael Mann konnte die Erwartungen seinerzeit zum Glück mit Bravour erfüllen und lieferte einen schönen Thriller mit einigen erinnerungswürdigen Momenten.

Neben dem genialen Zusammenspiel der beiden erwähnten Superstars, tummeln sich prominente Gesichter an jeder Ecke und das Zuschauen macht trotz immenser Überlänge (knapp 3 Stunden Laufzeit) jederzeit Laune. Obwohl es nicht immer so scheppert wie bei der Eröffnungsszene oder dem späteren Banküberfall, wird es nicht langweilig. Die Handlung wurde spannend und nachvollziehbar erzählt, gibt seinen vielen Figuren ordentlich Tiefe und bleibt dazu erfreulich kurzweilig.

Auch wenn die Optik geleckt und die Action makellos inszeniert wurde, gab man seinen Charakteren bewusst einige Ecken und Kanten mit. Auf keiner Seite gibt es Unschuldslämmer und jeder hatte im Privaten sein Päckchen zu tragen. Man betrachtete stets beide Seiten der Medaille und versuchte dem Zuschauer sämtliche Motive nachvollziehbar zu machen. Am Ende wusste man dann sogar nicht, welcher Fraktion man die Daumen drücken sollte.

„Heat“ glänzt nicht nur mit einer überragenden Besetzung und einer der besten Banküberfälle der Filmgeschichte, sondern wirkt auch ansonsten angenehm rund und unterhaltsam. Michael Mann hat hier abgeliefert und einen Kultstreifen mit Anschau-Pflicht hinterlassen. Er mag vielleicht nicht in jede gut sortierte Sammlung gehören, sollte aber – allein um mitzureden – mal gesichtet werden.

8,5/10

Fotocopyright: Warner

Father Stu

Inhalt

Als es mit der Kariere als Boxer nicht mehr so recht funktionieren will, möchte Stuart Long in Hollywood durchstarten und sich als Schauspieler seinen Lebensunterhalt verdienen. Statt großem Ruhm wartet jedoch erst einmal ein Job in einer Metzgerei auf ihn, wo er letztlich auch die vermeintliche große Liebe findet…

Fazit

Für mich kam „Father Stu“ trotz seiner durchaus prominenten Besetzung völlig aus dem Nichts und hat mich entsprechend eiskalt erwischt. Obwohl ich bei Hauptdarsteller und Blick aufs Cover zunächst von einer Komödie ausgegangen bin, hat mich der Streifen trotz völlig anderer Gangart prima unterhalten und auch innerlich bewegt.

Wahlberg spielt hier vielleicht die Rolle seines Lebens und beweist nicht nur Mut zur Hässlichkeit, sondern auch ganz viel Herz. Er spielt „Father Stu“ mit Hingabe und – was man im Abspann an realen Aufnahmen von ihm zu sehen bekommt – mit sehr viel Authentizität und Taktgefühl.

Als ich den ernsten Hintergrund der Lage verstanden und dann auch noch Gibson in der Rolle seines Vaters entdeckt habe, war ich zunächst etwas verunsichert. Man mag zwar religiöse Motive zur Grundlage nehmen (schließlich geht es hier und einen angehenden Pfarrer), aber man möchte nicht belehren oder gar etwas aufdiktieren. Die Geschichte stellt klar die Person und weniger die Kirche in den Vordergrund.

Die Wandlung des Hauptcharakters wurde uns anschaulich und verständlich rübergebracht – was eigentlich eine gar nicht mal so leichte Aufgabe war. Sein Verhalten veränderte sich relativ krass, doch das wahre Leben lieferte die Vorlage und so musste man die Dinge schlichtweg hinnehmen – so unglaubwürdig es manchmal auch schien. Manchmal braucht es keine durchgeknallten Autoren, sondern schlichtweg eine Story aus dem Leben gegriffen.

„Father Stu“ war ein tolles, intensives und vor allem brillant gespieltes Ereignis. Der Film zeichnete behutsam den Werdegang einer liebenswerten und vielleicht auch kontroversen Persönlichkeit und veranschaulichte auf unterhaltsame Weise wie sehr sich Menschen verändern können. Man traf dabei stets den richtigen Ton und behielt ein ausgewogenes Pacing bei. Die Thematik mag zunächst nicht interessieren oder gar abschrecken – doch ein Anschauen lohnt auf jeden Fall.

8/10

Fotocopyright: Sony Pictures

Do Revenge

Inhalt

Durch ein unabsichtlich veröffentlichtes Video, wird ein beliebtes Mädchen von ihrem Thron gestürzt und fällt aus dem Kreis der angesagtesten Kids der Schule. Sie glaubt jedoch nicht an einen Hackerangriff und vermutet hinter dieser Sache pure Absicht ihres Ex-Freundes. Zusammen mit einer neuen Bekanntschaft arbeitet sie einen Racheplan aus…

Fazit

„Do Revenge“ war ein äußerst komischer Film, aber unverhoffter Glückstreffer zugleich. Hätte mir Netflix diesen Titel nach dem Einloggen nicht direkt vorgeschlagen, hätte ich wohl weitergezappt – und mich um einen unterhaltsamen Abend gebracht.

Am Anfang fühlte sich das Geschehen wie eine austauschbare und recht seichte Teenie-Klamotte an und entsprach so gar nicht meinem üblichen „Beuteschema“. Zunächst lief das Ding so nebenbei während ich am Handy noch ein paar Einkäufe erledigte, doch irgendwann zog das vermeintlich oberflächliche Geplänkel gehörig in seinen Bann.

Von einer richtig guten Story und ausgezeichneten Darstellern vermag ich eigentlich nicht zu sprechen, aber dennoch war das Gesamtbild stimmig. Nicht nur die Figuren, auch sämtliche Kulissen waren auf Hochglanz getrimmt und stets perfekt ausgeleuchtet. Man fühle sich wie in einer typisch amerikanischen Daily-Soap, wobei die Rachethematik und nette Wendungen das heile Weltbild auf angenehme Weise ins Wanken brachten.

Auch wenn ich mich nicht wirklich in die Lage der allermeisten Figuren hineinversetzten konnte, machte das Zuschauen irgendwo Spaß. Die fehlende Identifikation wurde zur Nebensache und der Unterhaltungsfaktor stand klar im Vordergrund. Man konnte sich prima zurücklehnen und die bitterböse Aktionen unserer fiesen Akteure einfach genießen.

Der Verlauf war kurzweilig – und wie bereits angedeutet – sogar recht spannend gestrickt. Das Pacing insgesamt und die Mischung aus Gags und kruden Situationen haben gepasst und ließen trotz knapper zwei Stunden Laufzeit keinerlei Leerläufe aufkeimen. Wir reden hier nicht von höchster Kunst auf AAA-Niveau, aber durchwegs solider Kost ohne größere Patzer (von einigen weit hergeholten Story-Zusammenhängen mal abgesehen).

Ich wiederhole mich nicht unbedingt gerne, aber auf diesen Film trifft es wieder eindeutig zu. Dank Netflix schaut man über den Tellerrand und wird auch hin und wieder mit schönen Titeln beglückt – die für mich sonst definitiv unter dem Radar geflogen wären. Klar gibt es anspruchsvollere, schlüssigere und interessantere Werke – aber die man muss man auch das nicht immer haben. „Do Revenge“ war ein toller Snack für Zwischendurch!

7,5/10

Fotocopyright: Netflix

Massive Talent

Inhalt

Der abgehalfterte Schauspieler Nick Cage hat Geldsorgen und hofft auf bessere Zeiten. Aus Verzweiflung nimmt er sogar die gut dotierte Einladung eines wohlhabenden Typen an und besucht ihn auf Mallorca. Da das FBI seinen Gastgeber für einen kriminellen Waffenschieber hält, muss Cage nun unerwartet die Rolle seines Lebens schlüpfen…

Fazit

Im Vorfeld gab es bereits etliche Vorschlusslorbeeren für dieses Werk und ließen auf einen echten Kracher hoffen. Für mich mag „Massive Talent“ nicht zu den besten Filmen von Cage gehören – aber immerhin mit zu dem Besten was er Abseits von „Pig“ in den letzten Jahren abgeliefert hat.

Der Streifen ist angenehm selbstironisch und steckt voller Zitate. Cage greift seine alten Erfolge humoristisch auf, ohne dabei zu dick aufzutragen. Man hatte sogar das Gefühl, dass er hier richtig Spaß an der Arbeit hatte, was übrigens auch auf seinen Filmpartner Pedro Pascal zutrifft. Die Beiden ergänzten sich prima und sorgen mit ordentlicher Situationskomik für gute Unterhaltung. Zwar zündete nicht jeder Gag, aber die Quote war schon recht gut und einige Einlagen zum Tränenlachen.

Die Handlung war an den Haaren herbeigezogen und nicht wirklich schlüssig. Glücklicherweise war dies aber verkraftbar und war lediglich als Bühne für seinen Hauptdarsteller anzusehen. Sie war weder sonderlich originell, noch spannend umgesetzt. Sie lief eigentlich so nebenbei und blockierte den überwiegend unterhaltsamen Verlauf nicht weiter, gab einfach immer mal wieder ein paar nette Vorlagen für die spaßigen Ereignisse.

Cage ist schon eine Klasse für sich und hat mit solch einer Selbstreflexion scheinbar kein Problem. „Massive Talent“ richtet sich in erster Linie an seine Fans und verwöhnt diese mit lustigen Einlagen und vielen kleinen Details. Andere Zuschauer bekommen zwar auch ein paar kleinere Lacher, dennoch funktioniert der Streifen erst mit gewisser Vorkenntnis. Unterm Strich also eine kleine Empfehlung wert – auch wenn letztlich nicht das allergrößte Meisterwerk herausgekommen ist.

7/10

Fotocopyright: LEONINE

Der Sturm

Inhalt

Aufgrund der schlechten Fangquote treibt es Captain Billy Tyne mit seiner Mannschaft erneut auf die See. Zwar scheint der Erfolg auch hier zunächst sehr überschaubar, doch bald steuern sie auf andere Gewässer – und einen leider auch sehr verheerenden Sturm zu…

Fazit

Der kürzliche Tod von Wolfgang Petersen war für mich Anlass, dieses Werk noch einmal zu schauen und endlich mal eine kleine Kritik dazu zu verfassen. Das Grundthema hat mich ehrlich gesagt schon bei seiner Veröffentlichung nicht wirklich gereizt, doch die tolle filmische Umsetzung stets in ihren Bann gezogen – und so auch am vergangenen Wochenende.

Der Streifen vermittelt ein gutes Gefühl vom rauen Leben auf See und welche Knochenarbeit hinter diesem Job tatsächlich steckt. Man konnte sich prima in die exzellent besetzten Figuren hineindenken und ihre Gefühle und Motivationen durchwegs verstehen. Dabei spielt der namensgebende Sturm die eigentliche Hauptrolle und begeistert mit teils wirklich guten Effekten.

Während die computeranimierten Szenen sicherlich etwas angestaubt wirken, hinterließen die handwerklich kreierten Szenen einen schönen Eindruck. Zusammen mit dem wuchtigen Sound kommt das Treiben im Heimkino ziemlich aufregend rüber und lässt uns die Nässe fast spüren. Hier zeigt der Titel seine große Stärke auf und liefert uns nach vielen ruhigen Momenten ein großes Finale mit viel Dramatik.

Die Chemie zwischen Clooney und Wahlberg hat erneut gestimmt und der Rest vom Cast hat ebenfalls überzeugen können. Es machte Spaß deren Wortgefechten zu lauschen und deren Zusammenhalt auf dem Boot zu sehen. Überhaupt war der Film weitestgehend sehr unterhaltsam, auch wenn das Ende die gute Stimmung handlungsbedingt etwas dämpft.

„Der Sturm“ mag in manchen Bereichen nicht mehr ganz State-of-the.-Art sein, hat jedoch von seiner packenden Erzählweise nichts eingebüßt. Erneut wurde ich hier bestens bei Laune gehalten und fieberte bis zum bitteren Abgang mit der sympathischen Mannschaft mit. Petersen hatte ein gutes Gespür für Charakterzeichnung und Dramaturgie – was diesen Streifen zu einer echten Empfehlung macht.

8/10

Fotocopyright: Warner Bros (Universal Pictures)

Memory – Sein letzter Auftrag

Inhalt

Alex ist ein Auftragskiller mit Talent und gutem Ruf. Als ihm sein aktueller Job jedoch auf ein junges Mädchen ansetzt, verweigert er die Durchführung und stellt sich sogar gegen seine Auftraggeber…

Fazit

Nach dem eher mittelprächtigen „Blacklight“ hatte ich so meine Bedenken. „Memory“ erschien mir zu zeitnah mit dieser Gurke und die Handlung vermittelte beim ersten Überfliegen auch keine sonderlich guten Vibes. Liam Neeson zu Liebe habe ich natürlich reingeschaut und war am Ende eigentlich recht zufrieden.

Man sollte keinen wuchtigen Actionfilm erster Liga oder eine Ausgeburt an originellen Ideen erwarten, doch mit den passenden Erwartungen ging der Titel absolut in Ordnung. Die Geschichte war jeder neu, noch sonderlich variantenreich umgesetzt – aber immerhin unterhaltsam und ohne größere Durchhänger erzählt worden.

Das Tempo war jederzeit angenehm hoch, auch wenn nicht immer fortwährend Action auf dem Bildschirm herrschte. Neben Neeson hielten auch Nebenfiguren wie Monica Bellucci oder Guy Pearce mit netten Dialogen und guten Auftritten bei Laune. Es war interessant, das Geschehen stets aus mehreren Perspektiven zu sehen.

Handwerklich gab es solide Standardkost, sprich eine hochwertige Optik, ein dezenter Soundtrack und zumeist nicht allzu hektische Schnitte. Wirkte zwar alles nicht wie ein teurer Blockbuster, rangierte aber insgesamt auf gutem Niveau. Lediglich die deutsche Vertonung würde ich als mittelprächtig betrachten, da einige Stimmen nicht ganz zu den Figuren passen wollten – persönliche Meinung.

Nach „Blacklight“ war „Memory“ für mich wieder ein kleiner Lichtblick. Sicherlich kein umwerfender Kracher, aber ein durchaus kurzweiliger Streifen nach einem langen Arbeitstag. Neeson agierte gewohnt gut und gab der im Grunde recht unkreativen Handlung einen edlen Touch. Für mich ein brauchbarer Titel mit wenigen Makeln.

7/10

Fotocopyright: Splendid Film/WVG

Blacklight

Inhalt

Travis ist ein besonderer Agent des FBI. Er holt Kollegen aus brenzligen Situationen heraus und genießt einen guten Ruf – auch wenn sein Einsatz stets auf Kosten des eigenen Familienlebens geht. Eines Tages gerät er jedoch mit einer Person in Kontakt, die interne Informationen über seine Behörde in den Händen hält. Je weiter er den Dingen auf den Grund geht, desto mehr steht er im Fokus seiner eigenen Leute…

Fazit

Mit einem weinenden Auge habe ich hingenommen, als Liam Neeson bereits vor einigen Jahren seinen Rückzug aus dem Action-Genre bekundete und war froh, als er uns noch dennoch weiterhin mit einigen erstklassigen Titel verwöhnte. „Blacklight“ war für mich jedoch ein Film, den es nicht unbedingt gebraucht hätte – obwohl er grundsätzlich gar nicht mal so viel verkehrt gemacht hat.

Neeson war natürlich super und wertete das Geschehen ungemein auf. Ohne ihn wäre der Streifen lediglich ein durchschnittlicher Thriller mit austauschbarer Handlung und ein paar netten Actionszenen. Handwerklich nicht ganz auf A-Niveau, aber rundherum solide gemacht.

Ich sage gerne, dass der Funke nicht überspringt und so war es leider auch hier. So gern ich allein wegen des sympathischen Hauptdarstellers mehr Liebe zu diesem Projekt aufbringen wollte, so sehr wollte es einfach nicht klappen. Die Geschichte plätscherte vor sich hin, war nie wirklich unspannend – aber auch irgendwie nicht so recht packend. Man hat alles irgendwo schon einmal gesehen und konnte sich trotz zum Teil undurchsichtiger Machart den Ausgang erahnen.

Es gab relativ wenige Hauptfiguren, deren Rollenverteilung schnell auf der Hand lag. Es gab bei Gut und Böse keine großartigen Optionen und so war der Hintermann schnell entlarvt. Wer ähnliche Werke kennt, durchschaut Motive und Motivationen schnell, erkennt direkt den Antagonisten unseres Helden.

Nett bedeutet leider nicht automatisch gut. „Blacklight“ war in vielen Bereichen nett gestrickt, durchaus anschaubar gemacht – aber letztlich nichts Besonderes. Grade wegen Neeson hatte man sich deutlich mehr erhofft und wurde dann erst recht ein bisschen enttäuscht. Nicht jeder seiner Filme kann ein Kracher sein und dieser gehört eben zu den weniger prickelnden Ergebnissen. Unterm Strich ein solider Thriller, doch wahrlich kein Must-See.

5,5/10

Fotocopyright: Universal Studios

Thor: Love and Thunder

Inhalt

Nachdem die Bewohner von Asgard ihren Anführer Odin und ihre geliebte Heimat verloren haben, gründeten sie eine neue Siedlung auf der Erde. Thor hat sich mittlerweile den Guardians angeschlossen und erlebt mit ihnen ein wildes Abenteuer nach dem Anderen. Ein Auftrag führt ihn jedoch wieder zu seinem Volk – denn ein über Schurke hat es mit einem besonderen Schwert auf das Abschlachten von Göttern abgesehen…

Fazit

Die „Thor“-Filme gehörten für mich schon immer zu den besseren Comic-Adaptionen, doch „Love and Thunder“ hat mich schon nach wenigen Minuten sprachlos gemacht und ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert. Was hier geboten wurde, lässt sich mit simplen Worten kaum umschreiben und muss eigentlich selbst erlebt werden. Taika Waititi bricht mit vielen Konventionen, überspannt den Bogen maßlos und liefert ein Füllhorn der guten Laune. Selten haben Gags so gelungen gezündet und selten haben Referenzen auf andere Werke so hervorragend funktioniert wie hier.

Die Macher haben eigentlich alles richtig gemacht. Das Tempo war durchwegs hoch, die Action perfekt dosiert und der Humor stets auf den Punkt. Viele Sprüche sind direkt im Kopf geblieben und der rockige Soundtrack durchstreift noch immer das Hirn. Wenn sich unser Held zu markanten Songs durch die Gegner schnetzelt und dabei ein wildes Chaos hinterlässt, bleibt kein Auge trocken. Es fühlt sich in oftmals so an, dass viele Dinge endlich zusammen kommen – die schon lange zusammen gehören und man sich fragt, warum man nicht schon vorher auf manche absurd-geniale Idee gekommen ist.

Neben einer fantastischen Akustik werden die Sinne nicht nur durch hübsche Hauptdarsteller, sondern auch mit teils atemberaubenden CGI-Effekten verwöhnt. Alles wirkt aus einem Guss und die unterschiedlich designten Locations in sich total stimmig. Es macht Spaß hier abzutauchen und die vielen bunten Eindrücke auf sich wirken zu lassen – ohne von zu viel Action oder anderen Dingen abgelenkt zu werden.

„Love and Thunder“ ist Spaßkino in reinster Form und für mich eine Referenz in seinem Genre. Hier passt einfach alles zusammen, auch wenn der Mittelteil kurzzeitig nicht ganz mit dem Niveau von Anfang und Ende halten kann. Unterm Strich lieferte Waititi allerdings ein extrem rundes und unterhaltsames Gesamtergebnis, welches durchaus Potential zum häufigeren Anschauen bietet – und somit eine echte Empfehlung verdient. Wer auf bunten Quatsch steht, bekommt hier sensationellen Edel-Trash mit Kult-Eigenschaften und einem schönen Finale, bei dem man Lust auf Mehr bekommt!

9/10

Fotocopyright: Disney

Das fünfte Element

Inhalt

Alle 5000 Jahre greift das unsagbar Böse nach der Erde und droht mit ihrer Vernichtung. Diesmal liegt unser Schicksal in den Händen von Taxifahrer Korben Dallas, der sich mit einer überraschenden Fracht eher unfreiwillig seiner überwältigen Aufgabe stellt…

Fazit

Zu einem Film wie diesen gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Mit „Das fünfte Elemente“ schuf Luc Besson vor nunmehr 25 Jahren einen Kult, um dessen Ausmaß ich mir schon als Jugendlicher im damaligen Kinositz vollkommen bewusst war. Ich hatte zwar keinen „Krieg der Sterne“ vor mir, aber einen großartiges und vor allem eigenständiges Sci-Fi- Erlebnis mit Unterhaltungswert auf höchstem Niveau – dass selbst nach dutzenden Sichtungen nichts von seinem großartigen Charme verlieren möchte.

Am vergangen Wochenende gab es diesen Kultstreifen endlich in 4K auf der heimischen Leinwand und rief erneut Begeisterungsstürme hervor. Weniger wegen seiner mittelprächtigen Handlung, vielmehr wegen der grandiosen Effekten, der hohen Gag-Dichte und dem geschmeidigen Tempo.

Die Optik ist durchwegs knallbunt, dennoch „seriös“ und irgendwie realistisch. Alles wirkt aus einem Guss, in sich stimmig und überhaupt total liebevoll ausgestaltet. CGI war zwar schon damals halbwegs ausgereift, dennoch beschränkten sich diese Effekte auf das Nötigste. Gerade in den „Morph“-Szenen sieht man der Produktion ihr Alter an, doch der stimmige und handwerklich perfekte Rest übertüncht dies mit Leichtigkeit. Die schwebenden Fahrzeuge und die tollen Stadt-Panoramas wirken noch immer sehr eindrucksvoll und gaben nichts zu meckern.

Die Geschichte hat noch nie einen Oscar verdient, doch schlimm war das nicht. Eigentlich ganz im Gegenteil: der simple Plot ist leicht zu verstehen, die Grenzen zwischen Gut und Böse klar getrennt und das Hirn kann einfach mal runterfahren. So bleibt mehr Konzentrationen für die kleinen Randelemente und vor allem auch für die unzähligen Anspielungen an andere Werke, bei denen sich der Regisseur teilweise selbst zitiert.

Auch wenn Bruce Willis zunächst gar nicht für seine Rolle vorgesehen war, hat er sich als Korben Dallas neben seinem berüchtigten John McClane im Hirn eingebrannt. Er war genau der richtige Gegenpart zur jungen Milla und brachte den unfreiwilligen Helden mit Glaubwürdigkeit rüber – sofern man dies in dem schrägen Gesamtkontext irgendwie behaupten kann.

Alle Charaktere hatten etwas schräges, etwas absurd überzeichnetes und dennoch viel sympathisches. Viele Dinge waren extrem „drüber“ und dennoch ergab sich ein stimmiges Gesamtbild ohne dabei lächerlich rüber zu kommen oder wie eine billige Space-Opera zu wirken. Man schien immer genau die Kurve zu bekommen, was beispielsweise in den Szenen von Chris Tucker prächtig rüberkam.

„Das fünfte Element“ ist ein fantastisches Weltraum-Abenteuer und gehört eigentlich in jede gut sortierte Filmsammlung. Die Macher gaben sich Mühe, behielten einen Blick für tolle Details und lieferten am Ende einen handwerklich eindrucksvollen Kracher mit hohem „Wiederschauwert“ ab!

9/10

Fotocopyright: LEONINE

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