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Kategorie: Spielebesprechung (Seite 1 von 7)

Call of Duty: Modern Warfare 2 Remastered Campaign (PS4)

Inhalt

Der Spieler schlüpft in die Rollen unterschiedlicher amerikanischer Soldaten und muss sich an verschiedenen Fronten gegen die Armeen der Feinde behaupten. Aufgestachelt wurden die Gegner dabei von Terrorist Makarov, der mit allen Mitteln versucht die Welt ins Chaos zu stürzen…

Gameplay

Bei der „Remastered“-Variante handelt es – wie es der Name schon vermuten lässt – um eine technisch modernisierte Version der alten Single-Player Kampagne von „Modern Warfare 2“. Dabei wurde vor allem die Optik mächtig aufpoliert, der Kern ist jedoch der alte geblieben.

In verhältnismäßig abwechslungsreichen Missionen geht’s zum Klettern in eisige Gefilde oder zum Abballern von Hubschraubern auf Dächer von Fastfood-Ketten. Dies ist serientypisch sehr filmreich inszeniert und spielt sich ebenso flott. Die Steuerung ist so eingängig, wie simpel, das eigentliche „Gunplay“ wirklich spaßig.

Die Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung sind eingeschränkt und der schlauchartige Aufbau der Level absolut nicht zu übersehen (unsichtbare Linien, etc.), doch lassen diese Einschränkungen aufs Nötigste konzentrieren und keinerlei Leerlauf aufkeimen.

In Sachen Story hat sich die Reihe noch nie mit Ruhm bekleckert und es hier tatsächlich auch nicht nötig. Natürlich baut man wieder auf berühmten „Hura-Patriotismus“ und lässt seine Gegenspieler nicht gut dastehen – gehört halt seit jeher dazu und sollte stillschweigend akzeptiert werden.

Eine Flughafen-Szene sorgte seinerzeit für heftige Diskussionen und ist auch sicherlich noch immer keine leichte Kost, doch vernünftigen Zockern sollte das keine Probleme bereiten. Wer dennoch moralische Bedenken hat, kann diese Mission einfach überspringen – was die Spielzeit noch einmal minimal verkürzt.

Spielzeit

Zum vergünstigten Preis gab es diesmal nur den Einzelspieler-Part, welcher für rund 7 bis 8 Stunden (ohne das Einsammeln aller Bonus-Gegenstände) bei Laune hält. Dies ist zwar knapp, aber normal für die Serie und von daher gar keinen großen Aufreger wert.

Präsentation

Mittlerweile hat das Spiel auch schon wieder knappe zwei Jahre auf dem Buckel, doch technisch gibt es nichts zu mäkeln. Das Geschehen läuft auf der normalen Playstation 4 butterweich und schaut recht gut aus. Hin und wieder zucken einige Gegneranimationen, doch ansonsten leistete man sich keine Patzer. Weitsicht ist gegeben, Charakter- und Waffenmodelle schauen erstklassig aus und viele Details (Straßenschilder, Inneneinrichtungen, herumfliegende Partikel) sorgen für Stimmung.

Die deutsche Vertonung ist weitestgehend gelungen, nur ein paar wenige Stimmen passen nicht zu hundertprozentig zu den kernigen Gestalten. Der Soundtack von Hans Zimmer trägt an den passenden Stellen ungemein zur Atmosphäre bei.

Positiv

  • filmreife Inszenierung
  • tolle audiovisuelle Präsentation
  • launige Schusswechsel
  • ansprechende Settings
  • hohes Tempo
  • unkomplizierter Einstieg

Neutral

  • überschaubare Spielzeit
  • hektischere & unübersichtliche Passagen
  • kleinere Bugs, die Neustarts von Checkpoints erfordern

Negativ

  • Trial & Error Momente

Fazit

Die Kampagne von „Modern Warfare 2“ gehört auch für mich zum Besten, was die „Call of Duty“-Reihe in ihrer durchaus beachtlichen Lebensdauer hervorgebracht hat und deshalb für einen Aufguss geradezu prädestiniert war. Sie hat damals großen Spaß gemacht und war dank optimierter Technik auch wieder einen lohnenden Blick wert.

Dinge wie die überschaubare Spielzeit gehören zur Serie und stellen für mich kein Showstopper. Die kurzen Stunden der Hauptkampagne waren so action- und temporeich erzählt, dass man sich wieder mal wie in einem Kino-Blockbuster vorgekommen ist. Getreu dem Motto: lieber einen knackigen Abenteuerurlaub, statt endlos langen Fleißaufgaben – die das Geschehen nur künstlich strecken.

Alten Veteranen und Neueinsteigern sei dieser Shooter jedenfalls wärmstens ans Herz gelegt – denn für mal eben Zwischendurch ein bisschen Ballern gibt es kaum was Besseres auf dem Markt. Keine lange Einarbeitung, keine komplexe Handlung – einfach Controller in die Hand und ab geht die wilde Fahrt.

Grafik: 8/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7,5/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: ACTIVISION

Rise of the Tomb Raider (PC)

Inhalt

Auf der Suche nach den Spuren ihres Vater. wird Lara wieder von der Organisation „Trinity“ überrascht. Diese ist auf der Suche nach der „Quelle des Lebens“, doch unsere Archäologin muss dies verhindern…

Gameplay

„Rise of the Tomb Raider“ folgt dem klassischen Gameplay der (Haupt-)Reihe. Der Spieler übernimmt abermals die Kontrolle von Lara Croft und steuert sie aus der Third-Person Perspektive durch allerlei unwegsames Gelände. Es wird nicht nur gesprungen und geklettert, sondern auch wie üblich kleinere Rätsel absolviert oder immer mal wieder kurz geballert.

„Rise“ orientiert sich von seiner Mechanik noch deutlicher am direkten Vorgänger, sprich im Gegensatz zum kürzlich getesteten „Shadow of the Tomb Raider“ (Test) wirkt das Geschehen nicht so gradlinig, sondern etwas weitläufiger. Man muss zum gewünschten Ziel schon einige Kilometer zurücklegen und die Spielwelt fühlt sich allgemein größer an. Auch steht der Crafting bzw. Survival-Aspekt (Erfrieren, etc.) deutlicher im Vordergrund, beim Nachfolger wurde alles auf Nötigste heruntergebrochen.

Spielzeit

Epic gab mir Spielzeit von rund 12 Stunden aus, die mir wieder mal recht kurzweilig und gut ausbalanciert erschienen. Natürlich wurden auch hierbei nicht alle Nebenaufgaben (z.B. die Suche nach versteckten Gräbern) absolviert, da ich mich rein auf die Hauptmission konzentriert und weitere Spielstunden auf der Strecke gelassen habe.

Präsentation

Optisch macht „Rise“ noch immer eine gute Figur und kann mit tollen Charaktermodellen oder enormer Weitsicht überzeugen. Man spürt hingegen, dass man beim Nachfolger noch eine kleine Schippe draufgetan hat – dennoch gibt es nichts zu Mäkeln. Die deutsche Vertonung war erneut vorbildlich und trägt ihren Teil zur gelungenen Atmosphäre bei.

Positiv

  • schöne audiovisuelle Präsentation
  • ausgewogene Mischung aus Klettern, Rätseln und Ballern
  • flotter Spielflow
  • gutes Storytelling
  • interessante Geschichte
  • Haupt-Kampagne recht umfangreich

Neutral

  • teils längere Laufwege
  • ein paar aufreibende Flucht-Szenen mit Trial & Error Elementen

Negativ

  • nervige Quicktime-Events

Fazit

Die Reihenfolge war nicht unbedingt korrekt, aber nach dem überragenden „Shadow of the Tomb Raider“ war der Hunger nach weiteren virtuellen Abenteuern einfach noch nicht gestillt und so musste „Rise“ für einen erneuten Ausflug herhalten. Auch dieses Spiel habe ich zum damaligen Release als Vollpreistitel für die Konsole erworben und mich nun über das Geschenk von Epic sehr gefreut. Auf dem PC kann man schließlich noch ein paar Grafikeinstellungen hochschrauben.

Auch wenn das Werk technisch einen Ticken schwächer als der Nachfolger daher kommt, funktioniert die zentrale Spiel-Mechanik noch immer tadellos. Das Erkunden der Grabkammern macht Spaß und wird von einer dichten Atmosphäre begleitet. Zwar reißen kleinere Quicktime-Events oder schnelle Fluchten immer mal wieder aus der Immersion, doch verzeihlich sind diese kurzen Aufreger allemal. Das Game zockt sich angenehm flüssig und die Motivation brach bis zum bitteren Ende nicht ein. Der Umfang war auch genau richtig.

„Shadow“ hat das hier gebotene Gameplay zwar in allen Bereichen perfektioniert, doch aufgrund seiner noch immer sehr tollen Spielbarkeit gibt es auch hier eine warme Empfehlung. „Rise“ ist ein rundes Action-Adventure, mit Allem was dazu gehört und gehört allen Genrefans noch immer sehr warm ans Herz gelegt.

Grafik: 8/10
Sound: 8/10
Gameplay: 8/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Square Enix

Shadow of the Tomb Raider (PC)

Inhalt

Archäologin Lara Croft ist im Wettkampf mit der Organisation „Trinity“. Beide sind auf der Suche nach einem Artefakt, mit dem man die Existenz der Menschheit auslöschen könnte…

Gameplay

Am Gameplay hat sich im Laufe der Jahre – bis auf wenige Ausnahmen – nichts verändert. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Frau Croft, die man aus der Third-Person steuert und durch unterschiedlichste Kulissen manövriert. Dabei wird hauptsächlich gesprungen, geklettert, nach einem Weg gesucht, kleinere Rätsel absolviert und hin und wieder auch mal kurz geballert oder an Feinden vorbei geschlichen.

Die einzelnen Elemente wurden dabei äußerst abwechslungsreich miteinander verwurstet und kein Part nahm Überhand. Man konnte sich nach aufregenden Gefechten immer mal wieder erholen – ohne, dass dabei dann irgendwelche Längen entstanden wäre. Die jederzeit cineastische Inszenierung hat dabei einen wichtigen Teil beigetragen – denn so blieb man jederzeit höchst gespannt am Ball und wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte wohl weitergeht.

Etwas unnötig empfand ich nur die kleineren Stealth-Einlagen – die an sich gut funktioniert haben, aber etwas aufgesetzt wirkten. Lara hätte schon direkt zu Beginn eine Knarre einstecken und damit Alle abknallen können, doch das Programm ließ es nicht zu. Kleiner Makel, am ansonsten absolut runden Gameplay und unterm Strich kein echter Minuspunkt.

Spielzeit

Laut meinem Epic-Account habe ich für den ersten Durchgang knapp 8,5 Stunden benötigt, bei dem das eigentliche Spiel allerdings nur knapp über zur Hälfte absolviert wurde. Abseits der Hauptkampagne gibt es noch viel zu Erkunden und das wird sicherlich noch ein paar weitere Stunden in Anspruch nehmen. Mal schauen, wann ich mir mal die Zeit dafür nehme – im Grunde interessiert mich nur die normale Handlung ohne das akribische Absuchen nach Extras.

Präsentation

Optisch gehört „Shadow of the Tomb Raider“ für mich noch immer zu den beeindruckendsten Titeln überhaupt. Waren die beiden direkten Vorgänger schon eine Augenweide, so wurde hier alles noch einmal bis zum Anschlag optimiert. Die Weitsicht ist enorm, die Details sagenhaft und die gesamte Architektur der unterschiedlichen Abschnitte einfach grandios.

Auf meinem Gaming-Notebook (Ryzen 7, Geforce 3060) konnte ich das Ganze sogar in 4K mit Ultra-Settings zocken und habe nicht selten gestaut – was nicht gerade oft vorkommt. Gelegentlich bin ich einfach stehen geblieben und habe die Panoramen oder detailreichen Statuen bewundert. Hier zahlt sich der schlauchartige Aufbau und die zumeist sehr wenigen KI-Figuren aus – denn so ist Kapazität für wuchtige Grafik, die geschmeidig auf normalen System läuft.

Egal ob dunkle Höhlen, Schlamm oder versteckten Tempeln, bei denen uns das Gold förmlich blendet – die Welt von „Shadow“ wirkt rund, durchdacht und exzellent gestaltet. Abwechslung wurde groß geschrieben und ein Highlight jagte stets das Nächste.

Die Musik wurde eher sparsam, aber an den passenden Stellen eingesetzt. Die deutsche Vertonung war sehr gut und gab keinen Grund zur Klage. Die unheimlichen Geräusche und Schreie trieben gerade in dunklen Höhlensystemen wohlige Schauer über den Rücken. Deren Ortung war mit Headset ebenso vorbildlich.

Positiv

  • überragende audiovisuelle Präsentation
  • großartige Inszenierung
  • spannende Hintergrundgeschichte
  • perfekter Spiel-Flow / kein Leerlauf
  • durchdachtes Rätsel-Design
  • ordentliche Spielzeit

Neutral

  • Stealth-Passagen fühlen sich erzwungen an
  • kleinere Trial & Error Momente

Negativ

Fazit

Hätte ich die einzelnen Titel nicht bereits zum damaligen Vollpreis für die Konsole erstanden, hätte ich nun echt ein schlechtes Gewissen. Epic verschenkt hier aktuell drei absolut hochwertige Titel, die in jede gut sortierte Sammlung gehören und nichts von ihrer Faszination verloren haben. Gerade mit „Shadow of the Tomb Raider“ lieferten uns die Entwickler einen grandiosen Abschluss, der aus den Wünschen der Vorgänger gelernt und sein Gameplay bis zum maximalen Spielspaß optimiert hat.

Grafisch ist das Spiel eine Wucht und die tolle deutsche Vertonung passt wie die Faust aufs Auge. Der Flow ist jederzeit perfekt, denn auf knackige Gefechte folgen immer wieder entschleunigte Kletter- oder Rätselabschnitte – deren Schwierigkeitsgrad wiederum perfekt ausbalanciert wurde. Die Denkaufgaben animierten zum kurzzeitigen Verweilen, waren aber nie frustig gestaltet. Überhaupt gab es eigentlich nie Leerlauf und das Geschehen fühlte sich zu keiner Zeit auch nur ansatzweise gestreckt an. Man fühlte sich wie in einem launigen Actionfilm mit jeder Menge Entdecker-Lust.

Für mich ist „Uncharted“ ein kleiner Blockbuster für Zwischendurch, wobei „Tomb Raider“ dann schon eher der erwachsenere und etwas komplexere Vertreter im Genre ist. Ich liebe beide Reihen und könnte auch keinem Titel explizit den Vorzug geben. Obwohl im Kern so ähnlich, spielen sie sich doch recht unterschiedlich und sind absolute Pflicht für Abenteurer. Unabhängig vom Preis ist „Shadow“ jedenfalls eine unbedingte Empfehlung wert und muss gezockt werden!

Grafik: 9/10
Sound: 8,5/10
Gameplay: 8,5/10
Gesamt: 9/10

Fotocopyright: Square Enix

Back 4 Blood (PC)

Inhalt

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Mitstreiters eines vierköpfigen Teams. Inmitten einer Zombie-Epidemie muss man Überlebende retten oder wertvolle Waren von A nach B transportieren…

Gameplay

Freunde von „Left 4 Dead“ fühlen sich sofort heimisch. „Back 4 Blood“ ist ein Ego-Shooter, der am besten kooperativ mit Freunden funktioniert und hier seine Stärken am ehesten ausspielen kann. Solisten – wie ich es in der Regel bin – starten dagegen im Trainingsmodus durch und bestreiten die vier gebotenen Akte mit computergesteuerten Mitspielern (Bots).

Bis auf den letzten der vier Akte sind die Kapitel in kleinere Teilhäppchen unterteilt und mal schnell Zwischendurch erledigt. Die KI der Bots ist dabei eher durchwachsen und hierdurch manchmal weniger hilfreich. Sie versorgen euch zwar regelmäßig mit neuer Munition, stehen an anderer Stelle schonmal dumm in der Gegend rum oder attackieren Boss-Gegner nicht an deren Schwachstellen.

Während den Partien erhält man Karten, mit denen man gewisse Vorteile (längere Ausdauer, höhere Trefferwahrscheinlichkeit, etc.) ausspielen kann. Mich persönlich hat diese Auswahl eher genervt, da sie kaum spielbare Unterschiede mit sich brachten und das Gameplay augenscheinlich etwas verwässerten. Bei den Vorgängern habe ich eine solche Mechanik jedenfalls nie vermisst – wollte mich nur einfach und unkompliziert ins Gefecht stürzen.

Spielzeit

Die Dauer der einzelnen Akte bzw. deren einzelnen Abschnitte variierte. Manche Level sind in 5 Minuten absolviert, für andere benötigte man etwas länger. Insgesamt würde ich rund 7-8 Stunden allein für die Kampagne im Solo-Modus ansetzen. Beim Multiplayer sind bekanntlich keine Grenzen gesteckt, doch ob ich hier wesentlich mehr investieren würde steht in den Sternen.

Präsentation

Optisch gehört der Titel sicherlich nicht zur ersten Liga, läuft dafür in hohen Auflösungen und vollen Details gegenüber anderen Spiele vergleichsweise rund. Die Animationen der Gegner sind ordentlich, wobei gelegentlich kleinere Clippingfehler ins Auge fallen. Auf Mittelklasse-Rechnern läuft das Geschehen in 4K recht manierlich und schaut zufriedenstellend aus.

Der Soundtrack ist eher zurückhaltend, Waffengeräusche und Stimmen ganz ordentlich gemacht. Die Sprüche der eigenen Helden wiederholen sich aber ziemlich oft – was durchaus leicht nerven kann.

Positiv

  • Kooperative Spielweise
  • kurze Missions-Happen für Zwischendurch
  • „Left 4 Dead“-Feeling
  • Zombies
  • im Gamepass enthalten

Neutral

  • wenig unterschiedliche Gegnertypen
  • simple Aufgaben
  • wenig spielerische Varianz
  • Technisch durchwachsen

Negativ

  • knackige Abschnitte im Solo-Modus
  • unnötiges Karten-System
  • Spezialgegner wiederholen sich zu oft
  • Online-Zwang auch beim Singleplayer-Training

Fazit

Die „Left 4 Dead“-Reihe gehört sicherlich nicht zu meinen Favoriten für die einsame Insel, doch es ist schon erstaunlich, wie oft ich – insbesondere den zweiten Ableger – über die Jahre gestartet und eine schnelle Zombiehatz absolviert habe. So habe ich dem Release von „Back 4 Blood“ leicht entgegen gefiebert – und zum Glück nicht ohne kurze Recherche zugeschlagen.

Eigentlich wollte ich mir den Titel für die Konsole (PS5 oder Series X) zulegen, doch selbst für kurzweilige Abende im Singleplayer (Trainings-Modus) ist eine kostenpflichte Online-Mitgliedschaft bei den jeweiligen Anbietern erforderlich. So habe ich trotz rapidem Preisverfall nicht zugegriffen und das Spiel nun im Rahmen des günstigen Gamepasses für den PC unter die Lupe genommen.

Frust und Freud lagen schon eng beieinander, doch unterm Strich hatte ich schon Spaß mit dem Teil. Oftmals wurden wohlige Erinnerungen an die Vorgänger geweckt, doch dieses Niveau nicht immer gehalten. Früher fühlt sich das Spiel nach Überlebenskampf an, heute arten die Massenschlachten eher in Fleißarbeit aus und die Atmosphäre kocht unerwartet oft auf Sparflamme. Manche Passagen waren schwierig, andere wiederum recht einfach – zumindest auch was das Gameplay betraf.

Ein Multiplayer-Event auf der Sicht eines Solisten zu rezensieren, mag fragwürdig erscheinen – spiegelt aber meine Situation wieder. Ich denke gemeinsam mit Anderen macht die Zombiehatz vielleicht einen Ticken mehr Spaß, doch unterm Strich bleibt das Game für mich recht mittelprächtig. Ich konnte dem wilden und kurzweiligen Treiben durchaus etwas abgewinnen, bevorzuge aber eher die viel grusligere Stimmung der Originale. Wer mich nach einem aktuelleren Vertreter mit zeitgemäßer Technik fragen würde, so würde ich am ehesten zu „World War Z“ tendieren – welches selbst Einzelkämpfern ordentlich Laune macht und bei Weitem nicht so schlecht ist, wie es manchmal gemacht wurde.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 6/10
Gesamt: 6,5/10

Fotocopyright: Warner Bros. International Enterprises

Half Life: Black Mesa

Inhalt

Für Gordon Freeman ist es kein gewöhnlicher Arbeitstag. Bei einem Experiment wird eine Schleuse zu einem fremden Planeten geöffnet und außerirdische Eindringlinge treiben fortan in den Laboren ihr Unwesen. Doch nicht nur mit Ihnen, sondern auch mit dem anrückenden Militär muss es unser unfreiwilliger Held aufnehmen…

Gameplay

„Black Mesa“ ist ein Remake des ersten Half Life-Titels aus dem Jahre 1998. Dabei wurde das Game nicht nur komplett in der etwas aktuelleren „Source-Engine“ des Nachfolger zusammengebaut, sondern dabei auch um neue Physik-Rätsel und einem extrem erweiterten Schlusspart bereichert. Der finale Ausflug nach Xen wurde neben einer grafischen Politur einem vollständigen Re-Design unterworfen und nimmt nun einen großen Teil der Spielzeit ein. Gab es früher einen mageren kleinen Abschnitt, so gilt es nun etliche Stunden in der fremden Welt zu verbringen und neue Aufgaben zu absolvieren.

Das Spiel selbst in ein Ego-Shooter alter Schule. Damit meine ich, dass es sich hin und wieder etwas „kantig“ anfühlt und uns immer mal wieder mit kleineren Rätseln oder Steuerungsproblemen (Hängenbleiben an Objekten) in Zaum hält. Man kann nicht so schnell wie bei einem „Call of Duty“ durch die Gänge hetzen, sondern muss sich gelegentlich die Zeit für kleine Knobelleien nehmen oder die Levelarchitektur etwas genauer nach möglichen Wegen untersuchen.

Die meisten Aufgaben bestehen aus dem Suchen und Betätigen von Schaltern, um Aufzüge, Kraftwerke oder Ähnliches zu aktivieren. Das fühlt sich manchmal stumpf, aber auch irgendwie „oldschoolig“ an und sollte der Mentalität des Spielers nicht heftig zur Last fallen. Ansonsten erkunden wir meist enge unterirdisch Labor-Gänge, dürfen aber auch mal kurzzeitig an der frischen Luft gegen Hubschrauber oder Panzer kämpfen und letztlich der Heimat der Invasoren einen Besuch abstatten.

Spielzeit

Wie lange ich am Original gesessen habe, kann ich gar nicht mehr sagen. Für „Black Mesa“ gibt mir Steam allerdings eine Spielzeit von rund 8,5 Stunden aus, die sich vor allem am Ende etwas gestreckt anfühlten. Ich habe den Umfang des Finales wohl etwas unterschätzt und dachte beim Betreten von Xen schon so gut wie alles absolviert zu haben. Bis auf diesen Punkt gab es jedoch einen jederzeit guten Flow und wenig Leerlauf.

Präsentation

Optisch hat sich der Titel gegenüber seinem Original stark verbessert, auch wenn er selbstredend nicht mit aktuellen Blockbustern mithalten kann. Die etwas modernere Source-Engine sorgt für eine scharfe Optik, nette Texturen, schöne Lichteffekte und vor allem für eine gute Performance. Gerade im Schlußpart auf Xen fallen die Weitsicht und Beleuchtung sehr positiv ins Auge. Allerdings musste ich hier von 4K auf Full-HD zurückschalten, da die Performance spürbar schlechter wurde und die Frames gehörig einbrachen.

Die englische Vertonung ist okay, aber nicht weltbewegend. Die sporadisch eingestreuten Musikstücke wussten zu gefallen und sorgten zusätzlich für Stimmung.

Positiv

  • schöne audiovisuelle Präsentation
  • vertraute Half Life-Atmosphäre mit hohen Wiedererkennungswerten
  • sinnvolle Detailverbesserungen / abgeänderte Rätsel
  • vergleichsweise anspruchsvolles Leveldesign / kein „Durchrennen“
  • spannende Zwischengefechte mit Helicoptern
  • angenehme Spielzeit
  • insgesant herrlich altbacken

Neutral

  • Steuerung zuweilen hakelig / Kollisionsabfrage schwammig
  • wenig unterschiedliche Gegnertypen
  • manche Gegneranimationen nicht so gelungen
  • nervige Gegner („Hunde“), die inflationär oft auftauchten

Negativ

  • Schlusspart Xen einen Ticken zu lang und unübersichtlich
  • manche Aufgaben zu repetitiv
  • manche Schalter schwer erkennbar
  • Performanceeinbbrüche auf Xen

Fazit

Sowohl der erste Half Life, als auch dessen Erweiterungen („Opposing Force“, „Blue Shift“) habe ich damals bei deren Erstveröffentlichungen gespielt und jedes Mal meine Freude an diesen Ausflügen gehabt. Während ich den Nachfolger noch immer regelmäßig durchzocke, hat mich vor allem die Technik des Originals mittlerweile doch ziemlich abgeschreckt. Die Entwicklung und Fertigstellung von „Black Mesa“ hatte ich immer so halb auf dem Schirm und zum Steam-Sale an Weihnachten nun endlich mal günstig zugeschlagen.

Was soll ich groß sagen? Fans der Vorlage fühlen sich sofort heimisch und genießen die vielen sinnvollen Detailverbesserungen, während Neueinsteiger wohl von einigen sperrigen Gameplay-Elementen überrascht werden. So fühlen sich manch nervige „Such-den-Schalter“-Aufgaben nicht mehr zeitgemäß an, doch Veteranen kennen und lieben es nicht anders. Ich habe jedenfalls begrüßt, dass man nicht nur hirnlos durch die Level von Checkpoint zu Checkpoint rennt, sondern auf dem Weg tatsächlich immer mal wieder kurz aufgehalten wird und die Gegend absuchen muss. Zwar lagen manche Lösungen schon arg früh auf der Hand, aber trotzdem wurde man Zwischendurch an den passenden Stellen angenehm entschleunigt.

Etwas zwiespältig stehe ich dagegen dem Schlusspart auf Xen gegenüber. Nach dem ersten Staunen über die tolle optische Präsentation und das auf den ersten Blick auch durchdachte Leveldesign, folgte die Ernüchterung. Das Endgame fühlte sich vergleichsweise lang und verworren an. Die Orientierung fiel oft schwer und die Fleißaufgaben/Rätsel nahmen hier wieder ordentlich an Tempo raus. Weniger wäre vielleicht mehr gewesen. Immerhin gab es dann wieder einen aufregenden Endkampf, der für Vieles entschuldigte.

Für mich gehört Half Life neben dem Duke, Doom und Unreal zu den großen Genreklassikern und ich bin mir seiner mittlerweile ziemlich überholten Machart bewusst. Zumindest grafisch zaubert „Black Mesa“ nun deutlich hübschere Bilder auf den Schirm – ohne den altbewährtem Charme zu verwässern. Veteranen lege ich diesen Titel natürlich an Herz, während sich Neulinge erst einmal auf die altmodische Spielweise einstellen sollten. Unterm Strich lohnt sich das Abenteuer mit Freeman noch immer und lässt uns wunderbar in Nostalgie schwelgen.

Grafik: 7/10
Sound: 7/10
Gameplay: 7,5/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Crowbar Collective

Alan Wake Remastered (PC)

Inhalt

Autor Alan Wake steckt in einer Schreibblockade und möchte zur Regeneration mit seiner Frau ein paar ruhige Tage an einem abgeschiedenen See verbringen. Als sie dann plötzlich verschwindet, geht er den Dingen auf den Grund…

Gameplay, Spielzeit und Steuerung

„Alan Wake“ ist ein Adventure, bei dem der Spieler die namensgebende Hauptfigur aus der Third-Person-Ansicht durch unterschiedliche Locations manövriert. Von belebten Kleinstätten bis zu dunklen Wäldern oder verlassenen Sägewerken ist alles dabei und detailreich umgesetzt. Die Interaktion mit der Umgebung beschränkt sich zwar auf das Wesentliche (Türen öffnen, Schalter umlegen, Munition einsammeln), geht aber gut von der Hand.

Das Geschehen ist in mehren Kapiteln mit unterschiedlich langen Spielzeiten aufgeteilt. Gerenderte Zwischenstimme, aber auch Stimmen aus dem Off bringen uns die mysteriöse Geschichte näher und klären uns über so manchen Vorgang auf. Investiert habe ich dabei rund 10-12 Stunden, wobei die Erweiterungen dabei nicht berücksichtigt wurden und nicht alle verstecken Sammelgegenstände (Thermoflaschen) eingesackt wurden.

Steuern ließ sich unser Held ganz manierlich, aber grade bei hitzigen Konfrontationen fühlten sich die Kommandos nicht ganz so direkt an. Alan gab sich etwas träge – was bei ruhigeren Passagen kein Ding war, bei der wilden Action schonmal für kleinere Anfälle meinerseits sorgten.

Präsentation

Audiovisuell konnte mich der Titel seinerzeit auf der XBOX360 und später auch auf dem PC sehr überzeugen. Die Figuren waren toll ausgearbeitet und viele Landschaften wirkten sehr realistisch.

Mittlerweile haben sich die Ansprüche zwar verändert, doch die Optik kann nach wie vor überzeugen. Leider stören auf dem PC (aktuelle Version, getestet auf zwei unterschiedlichen Konfigurationen) immer wieder aufkehrende Bildstörungen, die insbesondere nach Ingame-Zwischensequenzen oder Videos auftraten. Dies riss immer mal wieder kurz aus der sonst so wundervollen Immersion.

Die deutsche Sprachausgabe wurde gut vertont und gab keinen Grund zur Klage. Gepaart mit der düsteren Klangkulisse war das Abtauchen kein Problem und man fühlte sich wirklich wie in einem King-Roman.

Positiv

  • schöne audiovisuelle Präsentation
  • spannende Handlung
  • stimmige Inszenierung
  • ordentliche Spielzeit

Neutral

  • kleinere Grafikfehler (PC)
  • Schlauchlevel
  • simple Rätsel

Negativ

  • Action manchmal zu hektisch
  • Steuerung zuweilen etwas träge
  • wiederholende Gegnertypen

Fazit

Allein von seiner dichten Atmosphäre her ist „Alan Wake“ noch immer ein schönes Spiel. Der Zahn der Zeit hat wenig am Gesamtkonstrukt genagt und die Spielbarkeit ist nach wie vor gegeben. Der gradlinige Verlauf mag beim Einen oder Anderen vielleicht etwas ausstoßen, doch ich konnte nichts gegen die einfachen Rätsel und die Schlauchlevel sagen. Hier handelt es sich um ein von der Story getriebenes Spiel und entsprechend gut ging es durch seinen gradlinigen Aufbau stets voran.

Manche Gefechte arteten in Arbeit aus, doch zum Glück nahmen diese Passagen nicht die Überhand und gingen vergleichsweise schnell vorbei. Auch das Handlung von Fahrzeugen war nicht ganz optimal – kam aber ebenfalls nicht zu oft vor.

Wer ein gutes Adventure zu schätzen weiß und mit ein paar kleineren, hektischeren Gefechten kein Problem hat, sollte „Alan Wake“ spätestens in der günstig erhältlichen „Remastered“-Version eine Chance geben. Technisch und Spielmechanich geht der Titel soweit klar und die schnittige Inszenierung sucht noch heute ihres gleichen. Nun bin ich perfekt auf den kürzlich angekündigten zweiten Teil eingestimmt.

Grafik: 8/10
Soung: 8/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 8/10

Fotocopyright: Epic Games

Halo Infinite (PC)

Inhalt

Der Master Chief treibt durch das All und wird von einem Verbündeten geborgen. Kaum wieder auf den Beinen führt der Weg auf einen Planeten, auf dem die Feinde seltsame Dinge treiben…

Gameplay

Die größte Änderung von Halo Infinite betrifft das Gameplay. Der sonst eher gradlinige Ego-Shooter kommt mit einer großen Open-World um die Ecke – und beschert uns alle Stärken und Schwächen des Konzeptes. Aus der Ich-Perspektive erkunden wir aber weiterhin fremde Raumschiffe, Gebäude, unterirdische Ausgrabungsstätten und erledigen vor allem Fleiß-Aufgaben mit teils elend langen Laufwegen.

Nach bewährter „Ubisoft-Formel“ können wir Außenposten erobern und hierdurch immer weitere Gebiete mit unseren Kameraden besetzen lassen. Diese sind uns fortan – mehr oder weniger – behilflich oder wir fordern hier schlichtweg Munition oder Fahrzeuge an. Grundsätzlich funktioniert das Ganze, doch ein Beigeschmack bleibt. An vielen Ecken fühlt sich das Geschehen unnötig gestreckt und beliebig an.

Wie bei (insbesondere den älteren Teile von) „Call of Duty“ ist ein wilder Durchmarsch zum nächsten Checkpoint oft der simpelste Weg einen mit Gegnern überfluteten Abschnitt zu bewältigen. Dank des Greifhakens kann man sich wunderbar über sie hinweg manövrieren und sie bei der nächsten Tür hinter sich lassen. Die Feinde sind meist so doof, dass sie nicht mitziehen – oder schlimmstenfalls in Türen oder Aufzügen stecken bleiben – und lediglich mit dummen Kommentaren nerven.

Warum man dies überhaupt machen sollte? Die Gegnertypen sind immer die selben und selbst die eigentlich gut gemachten Shooter-Anteile ermüden hierdurch hin und wieder. Auch wenn die Mechanik hier super funktioniert, das Waffenhandling gelungen ist, so sehr fühlen sich einige Passagen einfach künstlich gestreckt an und von der Story verpassen wir ja sowieso nichts.

Spielzeit

Bei meinem ersten Durchgang habe ich mich überwiegend auf die Haupt-Story konzentriert und die dafür veranschlagten 15 Stunden (eher sogar etwas weniger) aufgewendet. Ein paar Nebenaufgaben (z.B. das Erobern von Stützpunkten oder das Bekämpfen von Elitegegnern) hat man teils unfreiwillig „auf dem Weg“ mitgenommen, nicht aber explizit danach gesucht. Hier macht sich das neue Open-World Prinzip insoweit bezahlt, dass man etliche Stunden abseits der eigentlichen Geschichte verbringen kann. Ob man das mag, ist natürlich Geschmackssache.

Präsentation

Aufgrund starker Kritik wurde der Titel um ein Jahr nach hinten verschoben und entsprechend nachgebessert. Die Grafik sorgt zwar auch in ihrer aktuellen Form für keine offenen Münder, wirkt aber insgesamt sehr stimmig und zeitgemäß (gespielt auf einem PC in 4k bei hohen Details).

Die Charaktermodelle kommen besonders in den Zwischensequenzen schön zur Geltung und die Lichteffekte sorgen fortwährend für eine stimmige Atmosphäre. Leider wirken viele Elemente (Gänge, Landschaften, etc.) zu gleichförmig und nach dem „Copy and Paste“-Prinzip in der Gegend verteilt. Auch wirken die fremden Welten – bis auf ein paar kleinere (und immer gleichen) – Tierchen arg leblos. Das können andere Spiele definitiv besser.

Auf den altbekannten Soundtrack war erneut Verlass und bereits im Menü sorgen die orchestralen Klänge für leichte Gänsehaut. Die deutsche Vertonung war ebenfalls in Ordnung und besonders die markige Stimmung von Master Chief konnte überzeugen. Etwas nervig empfand ich (wieder mal) die Kommentare unserer Gegner, die mit dämlichen und sich immer wiederholenden Sprüchen um sich warfen. Mag eine Serientradition sein, war für mich allerdings nie wirklich witzig.

Positiv

  • schöne Präsentation (trotz mangelnder Abwechslung)
  • launiges Gunplay
  • spannende Abschnitte
  • eingängiger Soundtrack
  • Greifhaken
  • vergleichsweise lange Spieldauer

Neutral

  • wenig unterschiedliche Gegngertypen
  • nervige Sprüche der Feinde
  • häufiger Waffenwechsel erforderlich
  • Fahrzeugsteuerung gewöhnungsbedürftig
  • Story nicht unbedingt tiefgründig oder enorm packend

Negativ

  • lange Laufwege
  • viele Fleißaufgaben
  • oft gleichförmiges Design
  • KI Mitstreiter nicht wirklich hilfreich
  • viele Abschnitte können mit „Durchrennen“ absolviert werden

Fazit

Lange haben wir auf einen neuen Ableger gewartet und nun stehe mich mit gemischten Gefühlen vor dem Endergebnis. Ich hatte zwar durchaus meinen Spaß an den geschmeidigen Ballereien und am Erkunden von Ausgrabungsstätten und Türmen, doch das Open-World Konzept brachte die im Vorfeld befürchteten Macken mit sich.

Bei einem „Assassins Creed“ habe ich mit Fleißaufgaben kein Problem, doch bei einem primär als flotten Shooter ausgelegten Spiel möchte ich damit weniger belastet werden. Dazu kamen noch längere Laufwege, die sich immerhin gelegentlich mit Fahrzeugen und häufiger durch den Einsatz des Greifhakens überbrücken ließen. Das Geschehen wirkte zumeist sehr generisch und wie aus dem Baukasten. Das fiel beim Recycling von stets gleichen Elementen (Texturen, ähnliche „Dungeons“) enorm auf und wirke hierdurch ein bisschen lieblos herunterprogrammiert. Hatte gedacht, dass Microsoft hier ein großes Team abstellt und der Titel in seinem Genre neue Akzente setzen wollte.

Wer mit ein paar Leerläufen kein Problem hat, erhält unterm Strich allerdings einen vergleichsweise umfangreichen Shooter mit guter Kampf-Mechanik und ein paar wirklich launigen Passagen. Wie bereits erwähnt habe ich mich zwar gerne ins neue Abenteuer von Master Chief gestürzt, war dann am Ende aber erst einmal bedient und benötige vorerst keine weiteren Ausflüge auf den Ringplaneten. „Halo Infinite“ ist ein guter, aber keineswegs überragender Titel, der jedoch im Zuge des Gamepasses trotzdem eine Empfehlung wert ist. Ich werde mir als Sammler natürlich noch die physische Version für die XBOX zulegen – aber erst wenn die Gebrauchtpreise entsprechend gefallen sind. Vielleicht gibt es bis dato auch irgendwelche neuen Inhalte oder Updates.

Grafik: 8/10
Sound: 8/10
Gameplay: 6,5/10
Gesamt: 7,5/10

Fotocopyright: Microsoft / 343 Industries

Guardians of the Galaxy (Playstation 5)

Inhalt

Unsere Wächter der Galaxie sind mal wieder geplagt von Geldsorgen und nehmen deshalb einen dämlichen Auftrag an – der sie direkt in die Arme des Weltraum-Corps treibt. Sie kommen zwar frei, müssen aber wiederum Kohle für die Kaution auftreiben…

Gameplay & Steuerung

Entgegen erster Vermutung präsentiert sich hier ein äußerst Action-orientiertes Adventure, statt knallhartem Rollenspiel. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Peter „Starlord“ Quill und durchstreift mit seinen Gefährten recht linear aufgebaute Level, deren einzelne Kapitel zumeist fließend ineinander übergehen. Dabei gibt es die üblichen Aktionen wie Springen, Gegenstände scannen oder schlichtweg seinen Blaster abzufeuern.

Das Kampfsystem ist in Echtzeit und eher simpel gehalten. Man kann Gegner fokussieren und mit verschiedenen Schuss-Varianten beharken oder seinen Mitstreitern Befehle zum Angriff auf das Ziel geben. Aufgrund der schnellen Bewegungen ist das mitunter etwas chaotisch, geht aber mit der Zeit gut von der Hand und die Gefechte werden zunehmend leichter. Irgendwann ist man so perfekt im „Flow“, dass man keinen Schaden mehr erleidet und selbst bildschirmfüllende Gegner kein Hindernis mehr sind.

Die Steuerung leidet an ihrer Doppelbelegung. Hin und wieder löst man ungewollte Reaktionen (Spezialattacken) aus und landet in hitzigen Gefechten plötzlich im Fotomodus. Im Grunde kein großes Manko, reißt euch aber gerne mal aus besagtem Tunnel – der mühevoll durch perfekte Glanzaktionen erarbeitet wurde.

In kurzen Abschnitten dürfen wir dann auch die Kontrolle über das Raumschiff unternehmen. Dies steuert sich meist etwas schwerfällig, doch zum Glück sind diese Einlagen nicht allzu schwierig konzipiert und weniger überladen.

Spielzeit

Die Spielzeit wird allgemein mit rund 15 Stunden angegeben und das dürfte auch ungefähr hinhauen. Auch hier habe ich die Zeit weder gestoppt, noch regelmäßige Time-Slots zum Ableiten eingerichtet. Ich habe Zwischendurch immer mal wieder 1-2 Kapitel (von insgesamt 16) gespielt und dabei jedes Mal zwischen einer halben und zwei Stunden dafür aufgewendet.

Präsentation

Auf den ersten Blick hat mich das Geschehen optisch wenig beeindruckt und ich konnte so manch Lobeshymne gar nicht nachvollziehen. Erst im Laufe des Erkundens wurden die Umgebungen bunter, abwechslungsreicher und kleinere Details stachen umso mehr ins Auge. Es gab nur wenige grobe Texturen oder Kantenflimmern – zumindest im „Optik-Modus“ der Playstation 5 war alles knacke scharf und die klare Weitsicht immerzu gegeben.

Die deutsche Vertonung war recht gut, auch wenn sich die unzähligen Sprüche im Laufe der Kampagne immer mal wieder wiederholt haben. Einige Reviews kritisierten das häufige Labern unserer Truppe – ich fand die ständige Beschallung allerdings recht stimmig. Man hatte immer das Gefühl der Teil eines Teams zu sein, was die Handlung spätestens im letzten Drittel absolut auf die Spitze führte.

Der geniale 80iger Jahre Soundtrack muss wohl nicht extra erwähnt werden, gibt er das gewisse Sahnehäubchen, welches wir bereits aus den Filmen kennen.

Positiv

  • hervorragende Präsentation
  • kurzweiliger Spielverlauf
  • größtenteils spaßige Kämpfe
  • spannende Geschichte
  • imposante Areale
  • „lebendige“ Figuren
  • gute Synchronisation
  • kultiger Soundtrack

Neutral

  • Schlauchevel
  • Übersichtlichkeit bei manchem Kämpfen
  • hin und wieder Clipping-Fehler

Negativ

  • kleinere Trial & Error Passagen

Fazit

Bei der Ankündigung war ich noch extrem skeptisch. Nicht weil ich etwas mehr Rollenspiel, vielmehr aufgrund der Lizenz deutlich weniger an Qualität erwartet habe. Sicherlich war das Gameplay stellenweise arg repetitiv und die Grafik erst auf den zweiten Blick gar nicht so übel, doch unterm Strich gab es eine Menge Content fürs Geld.

Die grundsätzliche Mechanik war schnell verstanden und der Fokus auf das eigentliche Spielgeschehen passend gewählt. Man verlor sich weder in komplexen Menüs mit tausend Stellschrauben und verlor auch nie den roten Faden. Ich lasse mich hin und wieder lieber durch Schlauchlevels zwängen, als vor lauter Aufgaben und ausgedehnten Landschaften den Überblick zu verlieren – und das hat hier durchwegs prima funktioniert.

Die Geschichte ließ mich bis zum Ende nicht vom Haken und hing nie durch. Man wollte immer wissen, wie es weitergeht und hing gefesselt am Gamepad. Die Macher haben zudem ihr Feuerwerk nicht schon zu Beginn verschossen und lieferten uns immer eindrucksvolle Umgebungen und originelle Passagen, wie beispielsweise das Eindringen in mysteriöse Grusel-Höhlen oder gar in verworrene Gehirne unserer Mitstreiter.

Aufgrund des durchwachsenen Gaming-Jahres 2021 kann man sicherlich von einem der besten Titel des Jahres sprechen und allen auch nur ansatzweise Interessierten (schaut euch mal Gameplay-Videos an) eine heiße Empfehlung aussprechen. Ich wünschte, alle Lizenzen würden so hochwertig und lustig umgesetzt. Aufgrund seiner runden Machart und in sich geschlossenen Handlung bräuchte ich zwar keinen Nachfolger, wäre dem Spektakel aber sicherlich auch ein zweites Mal nicht abgeneigt.

Grafik: 8,5/10
Sound: 8/10
Gameplay: 7,5/10
Gesamt: 8,5/10

Fotocopyright: Square Enix

The Dark Side of the Moon: An Interactive FMV Thriller (Nintendo Switch)

Inhalt

Ein alleinerziehender Vater muss eines Morgens feststellen, dass seine beiden Kinder verschwunden sind. Er schaltet die Polizei ein und begibt sich selbst auf die Suche nach ihnen. Dabei kreuzen allerlei seltsame Gestalten seinen Weg…

Gameplay

Bei „The Dark Side of the Moon“ handelt es sich um einen interaktiven Film, der zumindest in einigen Bereichen mit kleineren Konventionen bricht. Zwar bekommen wir auch hier jede Menge Videomaterial zu Gesicht, doch bei seiner Interaktivität versucht er dem „Zuschauer“ mehr Handlungsmöglichkeiten zu geben – was sich letztlich eher suboptimal auf den Spielfluss auswirkt.

Vergleichen kann man das Ganze mit Klassikern ala „Phantasmagoria“ oder „Gabriel Knight 2“. Man orientiert sich mit seinen Interface an typischen Adventuren und ermöglicht so einen nicht-linearen Ablauf der Filmsequenzen. Dies mag uns augenscheinlich mehr Freiheit geben, sorgt aber auch für sich ständig wiederholende Abläufe – die glücklicherweise überspringbar sind.

Manchmal wissen wir nicht genau, was das Programm eigentlich von uns will und dann halb nur dumpfes ausprobieren. Entweder klapperte man alle Locations (mit etlichen Zwischenfilmchen) noch einmal ab oder klickte alle Gegenstände im Inventar durch – bis es endlich mal wieder weiter ging. Ein richtiger „Miträtsel-Faktor“ war zumeist nicht gegeben.

Präsentation

Gespielt habe ich den Titel hauptsächlich im Handheld-Modus der OLED-Switch. Die Texte waren manchmal arg klein, aber die Videos insgesamt von guter Qualität. Eine deutsche Übersetzung lag nicht vor – Text und Dialoge waren komplett auf Englisch. Die Darsteller gaben sich zwar sehr laienhaft und entsprechend durchwachsen von ihrem Gesamteindruck, waren aber immerhin gut verständlich.

Spielzeit

Erneut habe ich die Spielzeit nicht mit der Stoppuhr gemessen und kam hin und wieder auch nur zu sehr kurzen Etappen. Normalerweise suchte ich solche Titel dank ihrer kompakten Laufzeit am Stück durch, doch hier musste ich wegen bereits angesprochener Leerläufe einfach mal pausieren. Herausgekommen sind dann zirka 4 bis 5 Stunden würde ich sagen. Für das Genre durchaus beachtlich, wegen seiner Durchhänger jedoch eher mit gemischten Gefühlen zu betrachten.

Positiv

  • Interessante Grundgeschichte
  • gute Videoqualität

Neutral

  • nur auf Englisch
  • mittelprächtige Darsteller

Negativ

  • langweilige Handlung
  • viel spielerischer Leerlauf
  • Trial & Error Passagen

Fazit

Für mich leben interaktive Filme von ihrer kurzweiligen Handlung und weniger von komplexem Gameplay. Wozu eine untypische Herangehensweise führt, hat sich bei „The Dark Side of the Moon“ jedoch von seiner negativen Seite gezeigt. Mochte ich zu Beginn noch den Hauch eines altmodischen Point-and-Click-Adventures, habe ich mich im Laufe der Zeit über ständig wiederholende Videos geärgert und gelangweilt sämtliche Gegenstände im Inventar durchgeklickt – um auch nur irgendwie einen weiteren Fortgang zu erleben.

Die Leerläufe wären bei einer insgesamt guten Geschichte noch zu verschmerzen gewesen, doch auch hier konnte das Werk nicht punkten. Alles schleppte sich dahin, war nur selten im Ansatz aufregend gestaltet und ließ Emotional durchwegs kalt. Meiner Meinung nach einer der schwächsten Genrevertreter in der letzten Zeit. Lieber weniger echtes Spiel und dafür einen spaßigeren Filmgenuss.

Grafik: 7/10
Sound: 6/10
Gameplay: 5/10
Gesamt: 5/10

Fotocopyright: Tayanna Studios

Call of Duty Vanguard

Inhalt

Das Dritte Reich. Eine wild zusammengewürfelte Truppe von Elitesoldaten unterschiedlicher Nationen versucht einen Geheimplan der Nazis zu verhindern und somit die Welt vor großer Gefahr zu schützen…

Gameplay

Selbstredend bleibt „Call of Duty“ seinem Konzept als Ego-Shooter treu und verfrachtet uns in wild gescriptete Gefechte an verschiedenen Fronten der Erde. Zwar dürfen wir zwischendurch auch mal ein Flugzeug steuern oder kurzfristig einen LKW auf ein Minenfeld zusteuern, aber größtenteils geht es zu Fuß durch das Gelände.

In jedem Kapitel schlüpfen wir in eine andere Figur und einen anderen Schauplatz. Jeder Charakter hat dabei seine gewissen Vorzüge und das jeweilige Szenario ist entsprechend dafür optimiert. In Stalingrad steuern wir eine Scharfschützin, im Dschungel einen ausgezeichneten Nahkämpfer, etc. Im gegebenen Rahmen war dies schon einigermaßen abwechslungsreich, auch wenn andere Konkurrenten hier noch etwas mehr bieten.

Kein „CoD“ ohne Schlauchlevel und so auch hier. Sonst hat mich der Aufbau zu Gunsten des Spielflusses wenig gestört, doch hier hatte ich gelegentlich meine Probleme damit. In einigen Lokalitäten hätte ich mich gerne weitläufiger an die Gegner heran geschlichen, doch der enge Rahmen ließ nur wenig bis gar keine Variation zu. Ständig stieß man an Levelgrenzen oder den Hinweis das Schlachtfeld nicht zu verlassen.

Spielzeit

Von einer waschechten „Call of Duty“-Kampagne erwarte ich keine ausufernde Spielzeit und nach den ersten Berichten war schnell klar, dass der Singleplayer-Part wohl in wenigen Stunden bewältigen lässt. Ich habe den Titel diesmal nicht an einem Wochenende absolviert und mir an jedem Abend ein kurzes Kapitel vorgenommen – und bin am Ende bei zirka 5 bis 6 Stunden (grob geschätzt) heraus gekommen. Das ist nicht üppig, aber im üblichen Rahmen und immerhin nie wirklich langweilig gewesen.

Erwähnungswert wäre vielleicht noch die Integration von Bots, die es offline-Gamern (wie mir) einigermaßen stressfrei ermöglicht ein paar Stunden im Deathmatch zu verbringen oder schlichtweg Zombies platt zu machen. Eine Mitgliedschaft (Gold oder Live) ist hierfür zum Glück nicht notwendig.

Präsentation

Grafisch hinterließ der aktuelle Serienableger gemischte Gefühle. Neben wirklich schönen Kulissen (u. A. Gang über einen Flugzeugträger, ein dicht bewachsener Dschungel), sorgten grobe Texturen, kleinere Clipping-Fehler oder schlichtweg langweilig designte Passagen für leichten Unmut. Manchmal konnten immerhin stimmungsvolle Lichteffekte eher triste Szenarien aufwerten und eine tolle Atmosphäre erzeugen. Allein der Blick auf das Schlachtfeld von el-Alamein ließ viel verlorenen Boden wieder gut machen.

Die Zwischensequenzen haben richtig gut ausgeschaut und selbst die Charaktermodelle konnten hier voll überzeugen, doch leider kamen sie arg ruckelig und schwach vertont daher. Die Sprecher wirkten teilnahmslos, gelangweilt und viel zu leise. Unverständlich, da die Vorgänger hier wesentlich mehr geboten haben und so viel Charme eingebüßt wurde.

Positiv

  • gewohnt kurzweilige Dauer-Action
  • guter Flow
  • spannende Passagen wie kleinere Boss-Kämpfe
  • stellenweise extrem stimmige Präsentation
  • schöne Zwischensequenzen
  • wuchtige Waffensounds
  • Zombie-Modus
  • unzensierte deutsche Fassung

Neutral

  • flache Story
  • flache Charaktere
  • kurze Kampagne
  • schwache Synchronisation

Negativ

  • Trial & Error Passagen
  • ruckelige Zwischensequenzen
  • extreme Schlauchlevel

Fazit

Scheinbar vergessen sind die frischen Elemente, die ein „Cold War“ im letzten Jahr ausgezeichnet haben und mir unerwartet viel Spaß gemacht haben. „Vanguard“ war an für sich kein schlechter Titel, nur eben aufgewärmte Standardkost ohne neue Ideen.

Die Story war so krude wie ihre Figuren und erinnerte stellenweise an „Inglourious Basterds“ – was jeder für sich als gut oder schlecht erachten sollte. So ernst wie ein „WW2“ war das Gebotene jedenfalls nicht und manchmal konnte man einfach nur den Kopf schütteln – im Grunde also ein normales „CoD“, wie wir es erwartet haben.

Technisch gab es Höhen und Tiefen, unterm Strich habt mich am meisten aber die schlechte deutsche Synchronisation genervt. Die Waffensounds waren aber so wuchtig (Astro A50 Headset), dass es trotzdem keine allzu schlechte Note für den Klang gibt.

„Vanguard“ ist grundsolide, aber kein Überflieger. Wer nur den Singleplayer zocken möchte, sollte auf eine Reduzierung oder einen günstigen Gebrauchtkauf warten. Im letzten Jahr war mir die kurze Kampagne noch absolut ihr Geld wert – hier hatte ich zum Glück mit einem Gutschein preiswert zuschlagen können, um nicht ganz so enttäuscht zu sein.

Das Spiel ist okay und damit womöglich auch weitaus besser als manch Mitstreiter, doch die Konkurrenz aus dem eigenen Hause ist einfach viel zu groß. Ich freue mich ja mittlerweile schon über die überhaupt vorhandenen Single-Player Modus und hoffe, dass die Reihe diesen auch weiterhin beibehalten wird.

Grafik: 8/10
Sound: 7/10
Gameplay: 7/10
Gesamt: 7/10

Fotocopyright: Activision

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